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Anna-Lena
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Moosburg an der Isar

Bewertungen

Insgesamt 79 Bewertungen
Bewertung vom 04.01.2026
Beyer, Martin

Elf ist eine gerade Zahl


ausgezeichnet

Pola und Paula

Paula ist ein selbstbewusstes glückliches Mädchen und leidenschaftliche Fußballspielerin. Als Torhüterin hält sie fast jeden Ball. Doch Paula ist an Krebs erkrankt, zuerst ein Tumor im Arm, der schließlich als Lungenkarzinom zurückkehrt.

Katja ist ihre Mutter, die sich liebevoll um ihre Tochter kümmert und darunter leidet, dass diese sich im Rahmen der Pubertät immer mehr von ihr entfernt.

Krankheit und Pubertät stellen die Mutter-Tochter-Beziehung auf eine harte Probe, bis Katja beginnt, Paula eine Geschichte zu erzählen, so wie früher.

Pola ist die fiktive Hauptfigur der Geschichte. Es ist eine Fantasiegeschichte, in der ein Mädchen gemeinsam mit einem silbernen Fuchs vor einem Schatten flieht. Diese Geschichte verbindet Mutter und Tochter wieder miteinander und schafft es trotz Düsternis beiden wieder ein wenig Hoffnung zu vermitteln.

Bewertung vom 03.01.2026
Collins, Tessa

Die Magnolientochter / Die Blumentöchter Bd.4


ausgezeichnet

Fortsetzung der Blumentöchter-Serie

Der vierte Teil der Blumentöchter Reihe ist wie seine Vorgänger konzipiert. Das macht den Roman aber nicht langweilig, ganz im Gegenteil, das Lesen des Romans fühlt sich sehr vertraut an und ein bisschen wie nach Hause kommen. Dieses Mal entführt uns Magnolia, die vierte der Cousinen, welche ihre Sommerferien stets gemeinsam in Blooming Hall verbracht haben und welche alle dunkle Geheimnisse in ihrer Familiengeschichte haben, ins wunderschöne Neuseeland. Hier hofft sie, mehr über die Vergangenheit ihrer an Depressionen erkrankten Mutter herauszufinden. Ganz nebenbei findet sie dann auch noch die große Liebe.

In diesem Roman spielt auch das Thema Umweltschutz eine Rolle. Magnolia ist Umwelttechnikerin und engagiert sich zusätzlich leidenschaftlich und auch recht radikal für den Umweltschutz. Neuseeland wird als Vorreiterland für den Umweltschutz vorgestellt, ein wichtiges und spannendes Thema.

Noch immer bleiben einige Fragen offen. Die Großmutter der Cousinen scheint sich trotz ihrer liebevollen Art stark in die Familiengeschichten eingemischt zu haben und manches dunkles Geheimnis bereits gekannt zu haben. Ich hoffe, dass der fünfte Teil der Reihe darüber mehr Aufschluss geben wird!

Bewertung vom 03.11.2025
Sodek, Karl H.

Untergang der Welten


sehr gut

Eine andere Welt

Karl H. Sodek erschafft in seinem Roman eine andere Welt, an einem anderen Ort des Universums. Man merkt, dass der Autor Physiker ist, denn natürlich lässt er die Naturgesetze, welche für das ganze Universum gelten, nicht außer Acht.

Valderan ist eine besondere Welt, seine Bewohner werden als Wesen bezeichnet, statt als Menschen und sie alle versuchen ihren Bestimmungen zu folgen, sei es als Forscher, als Entdecker oder in anderen Berufen. Die Wesen ziehen ihre Kinder nicht selbst auf, sondern übergeben sie nach einer rituellen Vereinigung ihren Mentoren. Auch wenn die Welt teils lebensfeindlich und karg ist, gibt es wunderschöne Orte und Begebenheiten. Ein besonderer Festtag ist die alle 8 Jahre stattfindende Vereinigung der beiden Sonnen Aldera und Alderan, welcher oft eine Wendung der Geschehnisse mit sich bringt.

Inhaltlich geschieht in dem Roman leider gar nicht so viel. Es werden mehrere düstere Bedrohungen beschrieben, letztendlich liest der Roman sich eher wie ein Sequel. Ich bin gespannt, ob noch mehr Teile folgen werden.

Bewertung vom 03.11.2025
Kaiser, Vea

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels


sehr gut

Schlaflose Nächte

Schlaflose Nächte, das ist etwas, das Angelika Moser nur zu gut kennt. Zuerst sind es die wilden Partynächte, die sie als Partymaus mit ihrer Freundin Ingi in der Österreichischen Hauptstadt genießt, dann ist es ihr kleiner Sohn, Sebastian, der sie nachts wach hält. Und schließlich sind es die gefälschten Rechnungen, mit denen sie ihren Arbeitgeber, das Grand Hotel um Tausende von Euros betrügt, die sie nicht schlafen lassen. Erst als ihr Betrug auffliegt und sie inhaftiert wird, kann sie ruhig schlafen.

Eine außergewöhnliche Protagonistin zwischen Partys, Männergeschichten, Ehrgeiz, dem Wunsch nach einem guten Leben und Skrupellosigkeit. Der Roman ist immer wieder unterbrochen durch eine fiktive Unterhaltung einer Ich-Erzählerin beziehungsweise fiktiven Autorin mit Angelika Moser in der Justizvollzugsanstalt. Er ist definitiv unterhaltsam, zwischendurch allerdings etwas langatmig. Das Ende dagegen erfolgte sehr plötzlich und war mir persönlich etwas zu offen.

Bewertung vom 03.11.2025
Sandmann, Elisabeth

Wir dachten, das Leben kommt noch


sehr gut

Die rote Strickjacke

Der Roman ist in viele verschiedene Handlungsstränge, die jeweils verschiedene Figuren im Fokus haben, aufgeteilt. Zum einen ist da Gwen, eine engagierte BBC-Reporterin in den 90er Jahren, die ein Buch über die Frauen beim SOE (Special Operations Executive, eine Agentengruppierung im 2. Weltkrieg) schreiben möchte. Auch ihr Privatleben ist spannend, mit ihrer kleinen Tochter Ruth, lebt sie in London, während der Vater der Tochter, Balthasar, im Allgäu lebt.
Dann gibt es noch Pat, eine ältere Dame, die Teil des SOE war und von Gwen kontaktiert wird. Zuerst möchte Pat nicht über die Ereignisse sprechen, sie hängt an der Frage fest, ob das schon das Leben gewesen sein soll, von dem sie dachte, es kommt noch.
Gwens Großmutter Ilsabe von Isolani ist eine Gräfin, die den Nervenkitzel suchte und deshalb einige Monate im besetzten Paris verbrachte. Dort lebte sie mit Violaine, einer Unterstützerin der Resistance und Jules, einem Kommunisten unter einem Dach.
Und dann ist da noch Emma Fleury, eine junge SOE-Agentin, der einige Kapitel des Romans gewidmet sind.
Am Ende verbinden sich alle Fäden zu einem Gesamtbild, oder auch zu einer roten Strickjacke, der in dem Roman eine besondere Bedeutung zukommt.

Ich kann den Roman allen empfehlen, die gerne historische Romane mit starken weiblichen Hauptrollen lesen.

Bewertung vom 29.09.2025
Lucas, Rachael

Weihnachten in Applemore


ausgezeichnet

Kuschelige Lesestunden

Weihnachten in Applemore ist der vierte Teil der Applemore-Reihe. Man kann das Buch unabhängig von den anderen drei Bänden lesen, allerdings ist ein Wiedersehen mit Rilla und Lachlan, Beth und Jack sowie Charlotte und Rob sehr schön.

In diesem Teil geht es um die jüngste Schwester Polly, die auf dem Gut einen Hofladen eingerichtet hat. Sie liebt Weihnachtsbeleuchtung und Weihnachtsmusik... und ganz heimlich auch Harry, den Besitzer des Applemore Hotels. Und auch Harry hat nur Augen für seine gute Freundin Polly, möchte aber ihre Freundschaft nicht aufs Spiel setzen.

Die Ereignisse in der Vorweihnachtszeit bringen die beiden einander näher. Eine junge Influencerin und ihr Partner halten das Dörfchen ganz schön auf Trab. Und Harry und Polly haben alle Hände voll zu tun.

Der Roman ist sanft, romantisch, ohne dramatische Wendungen. Genau das richtige für kuschelige Lesestunden in der Vorweihnachtszeit.

Bewertung vom 17.09.2025
Tägder, Susanne

Die Farbe des Schattens


sehr gut

Atmosphärischer Krimi

Eigentlich ist der Roman ein ganz klassischer Krimi, ein Verbrechen passiert und ein eher einsamer Kriminalpolizist ermittelt gemeinsam mit seinem Team. Was das Buch trotzdem sehr besonders macht ist das Setting. Die Geschichte spielt kurz nach der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland und zwar in Ostdeutschland. Die Atmosphäre zu dieser Zeit, die nicht unbedingt von Freude und Aufbruchsstimmung sondern eher von Armut, Sorgen und Zukunftsängsten geprägt war, wird bei der Lektüre des Buches richtig greifbar.

Die Hauptfigur des Romans, Arno Groth, ist sehr sympathisch und etwas zugänglicher als viele andere Kriminalpolizisten. Zusätzlich werden einige Kapitel aus der Perspektive von Ida, einer jungen Taxifahrerin, die als alleinerziehende Mutter versucht, das Beste für sich und ihren Sohn zu erreichen.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, da er einerseits sehr spannend, andererseits aber auch aufgrund des Settings sehr interessant war.

Bewertung vom 17.09.2025
Biedermann, Nelio

Lázár


sehr gut

Bewegende Familiensaga

Nelio Biedermann, der Autor des Romans, ist mit seinen 23 Jahren deutlich jünger als die ausgereifte Geschichte vermuten lassen würde. Gleichzeitig hat er jedoch einen persönlichen Bezug zu der Handlung der Geschichte. Er stammt nämlich selbst aus dem ungarischen Adel und seine Familie musste nach den Umbrüchen im 2. Weltkrieg ihre Heimat verlassen.

Lázár ist eine sehr atmosphärische und bewegende Familiensaga, die auf wenigen Seiten sehr viel Dramatik vermittelt. Die Perspektive wechselt mehrfach in dem Roman, die Hauptrollen werden von der ersten Generation bis zur dritten Generation weitergegeben.

Ich kann den Roman vor allem auch Leserinnen und Lesern empfehlen, die Interesse an der europäischen Geschichte haben. Ich persönlich fand es sehr spannend während der Lektüre viel über die Geschichte Ungarns im 20. Jahrhundert zu erfahren.

Bewertung vom 31.08.2025
Vego, Kristin

Spät am Tag


sehr gut

Atmosphärisch, melancholisch, mit einer starken weiblichen Hauptrolle

Der Roman wird von Johanne erzählt, einer Schriftstellerin, die eine starke Persönlichkeit ist. Weibliche Lust und weibliche Sexualität sind in dem Roman auf angenehme, unaufdringliche Weise ganz selbstverständliche Themen.

Die Geschichte ist atmosphärisch und melancholisch. Johanne erzählt von verschiedenen Phasen ihres Lebens auf einem Bauernhof im Norden. Hier hat sie, nachdem sie dem Trubel einer Großstadt entflohen ist, nicht nur ein Zuhause, sondern auch ihre große Liebe gefunden. Doch zu Mikael gehörten auch seine psychisch labile Exfrau und seine Tochter.

Im Buch wechseln sich Abschnitte, welche Vergangenes erzählen, mit Abschnitten, die in der Gegenwart verfasst sind, ab. In der Gegenwart lebt Johanne alleine in dem Haus, Mikael lebt nicht mehr und ihre einzige Gesellschaft ist Miez, eine betagte Katze, die schon lange mit der Familie auf dem Hof gelebt hat.

Ein berührendes, aber auch trauriges Buch.

Bewertung vom 25.08.2025
Collin, Philippe

Der Barmann des Ritz


sehr gut

Parallelwelt

Die Handlung beginnt mit dem Einmarsch der Deutschen in Paris während des zweiten Weltkriegs. Auf direktem Wege begeben sich viele hochrangige Armee- und Parteiangehörige ins Ritz, um dort die Eroberung Frankreichs zu feiern. Dort treffen sie auf den routinierten Barmann Frank Meier, der ihnen Champagner und besondere Cocktails serviert. Was die Deutschen nicht wissen dürfen: Frank Meier ist Jude, genauso wie sein Lehrling und die Frau des Hoteldirektors.

Der weitere Roman spielt während der Besatzungszeit. Während Paris immer weiter in Hunger, Armut und Elend versinkt, bleibt das Ritz eine Parallelwelt, in der sich die Reichen und Schönen zur Schau stellen und Cocktails trinken. Das Buch spielt fast vollständig im Ritz, weswegen es teilweise an ein Kammerspiel erinnert. Es fasst die Atmosphäre der Zeit auf eine äußerst feinfühlige Art ein. Gleichzeitig ist der Roman jedoch etwas langwierig, da es nicht allzu viel Handlung enthält. Spannend finde ich, dass es auf historischen Begebenheiten beruht.