In acht friedvollen Kurzgeschichten webt «Winterzauber und Weihnachtswunder» ein längst vergangenes Bild von Weihnachten in Dörfern und Städten, aus der Sicht von Kindern und Erwachsenen, frei von religiöser Einbettung.
Autor Akela Fisher fängt die besondere Atmosphäre und greifbare Stimmung ein, die Weihnachten für mich ausmacht. Es sind Erzählungen voller Licht, Liebe, Hoffnung, Gemeinschaft und Mitgefühl. Zeitlose Werte, lebendige Figuren, eine spannend erzählte Handlung ohne Kitsch und immer - soviel sei verraten - mit einem hoffnungsvollen Ausgang bei harten Lebensbedingungen. Denn die Geschichten spielen in einer Zeit, die von großer Ungleichheit zwischen dem Adel und den Bürgern geprägt war, und im gemeinschaftlichen Leben in den Dörfern und Städten das Handwerk und naturverbundene Bräuche noch stark verwurzelt waren. Besonders schön fand ich die Geschichte «Fahrschein zurück ins Leben». Die einzige etwas fantastischere Erzählung, die vermutlich im frühen 19. Jahrhundert angesiedelt ist. Allerdings sind mir alle Geschichten im Gedächtnis geblieben, weil jede für sich eine einzigartige Note hatte, die mir nahe ging. Ob ein junges Mädchen, das einen geheimnisvollen Wald betritt oder ein großer Künstler, der einen Auftrag vom König erhält. Ich habe das Lesen sehr genossen, was nicht nur am Inhalt lag. Die kunstvoll eingesetzte Sprache und die sorgfältige Wortwahl, die den Lesefluss unterstützt und die Atmosphäre verstärkt, unterstreichen den Lesezauber. Jeder Moment ist von einer Gefühl durchdrungen, sei es Melancholie, Freude oder Wärme, die sich intensiv entfaltet und die Vielfalt menschlicher Erfahrungen sichtbar macht, neue Perspektiven eröffnet und friedvolle Gedanken schenkt — gerade in einer Epoche, die für gewöhnlich stark mit Kirche assoziiert wird. Dazu das behutsame Aufgreifen tiefsinniger Themen, die das Verständnis von Menschlichkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt erweitern und alle sensiblen Menschen, die damals ausgeschlossen wurden, einbezieht. Ein kleines Kunststück in dieser kurzen Form.
Für mich ist diese Kurzgeschichten-Sammlung eine echte Entdeckung, die ich nur empfehlen kann. Wunderschöne und sehr lesenswerte Geschichten, die nicht nur in der Weihnachtszeit mit ihrem Winterzauber wärmen.
Ein Adventskalender, um in Weihnachtsstimmung zu kommen und die Adventszeit schöner zu machen - für sich selbst und für andere.
Die harmonische Gestaltung und die gleichbleibende Strukturierung gefiel mir besonders gut und weckte meine Vorfreude, auf das „Öffnen“ der 24 Glücksmomente. Jedes der Türchen beginnt mit einer Illustration und einer seitenlangen Geschichte, in der man eine Frau durch die Adventszeit begleitet. Danach folgen ein paar Fragen und drei Empfehlungen für Glücksmomente, die hier „Happy Moments“ genannt werden. Am Ende folgen Tipps und ein Abschlussgedanken, die nachhaltiger sind. Wie kann ich das Gefühl der Verbundenheit entwickeln? Wie kann ich mir Freiräume schaffen? Wie kann ich mich öfter selbst verwöhnen?
Dabei bewegt sich alles im Rahmen eines Themas für das jeweilige Türchen. Es dauert maximal zehn Minuten, sich den Text zu jedem Türchen durchzulesen.
Die Vielzahl an Anregungen und Möglichkeiten pro Türchen hat mich überwiegend inspiriert. Es war oft etwas dabei, was sich auch ins knappe Zeit- und Geldbudget integrieren lässt. Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, der im 11. Türchen beschrieben wird, erfordert natürlich einen anderen Aufwand, als die Gedankenspiele in dem Format „Fragen für dich“, die zu interessanten Gesprächen geführt haben, die aber nicht unbedingt etwas mit Weihnachten zutun hatten.
Ansonsten wird das Weihnachtsthema durch Nächstenliebe, ehrenamtliche Unterstützung, Genussmomente und Traditionen aber immer wieder aufgegriffen und durch positive und wertschätzende Formulierungen unterstrichen. Am meisten mag ich allerdings die modern gehaltene Geschichte der namenlosen Frau. Für mich immer wieder eine wohlige Auszeit, weil diese so bildhaft und stimmungsvoll geschrieben ist.
In erster Linie ist es schön, jeden Tag etwas Neues zu entdecken und sich wohlwollend und achtsam inspirieren zu lassen.
Die Illustrationen waren mir persönlich zu einfach. Sie zeigen traditionelle Elemente der Weihnachtszeit, auch im humorvollen Kontext aber ich hätte mir mehr Details gewünscht, die zum Verweilen einladen.
Fazit:
Weckt Weihnachtsstimmung und kann den Stress der Vorweihnachtszeit mildern. Denn es entsteht ein schönes Ritual bei dem man sich von jedem Kapitel überraschen lässt. Der Inhalt geht noch über die 24 Türchen hinaus (weitere Tipps und kurze Informationen zu den darauffolgenden Rauhnächten).
Ein schönes Geschenk für sich selbst oder andere, wenn man einen stimmungsvollen Adventskalender mit achtsamen Impulsen sucht.
«Rauhnächte – 12 Tage nur für dich: Klarheit schaffen, loslassen und Neues wagen» ist ein kompakter Begleiter für die Rauhnächte und besonders geeignet, wenn man sich zum ersten Mal mit dem Thema beschäftigt oder sich Orientierungshilfe wünscht. Ein ideales Ritual für Selbstreflexion und den Blick auf das Vergangene und Kommende.
Die kreative Zahlen-Illustration, die den jeweiligen Tag einleitet und die gleichbleibende und übersichtliche Strukturierung, gefiel mir besonders gut. Es fühlt sich an wie die Fortführung des Adventskalender-Rituals, wenn man am 25. Dezember das erste Kapitel liest. Zwölf Themen (Ruhe, Klarheit, Geduld usw.) für jeden Monat des kommenden Jahres. Zu den Tagesritualen gibt es zusätzliche Anregungen, Gedanken, Reflektionsfragen und Tipps für die Umsetzung. Genug Impulse, um sich mit den Themen auseinanderzusetzten, aber so kompakt, dass ich nur zehn Minuten gebaucht habe, um den Text zu lesen.
Vorweg gibt es Hintergrundwissen über die Rauhnächte und ein paar Rituale. Das steigert die Vorfreude und versetzt einen in die richtige Stimmung. Der Schreibstil von Tanja Köhler ist zudem liebevoll, wertschätzend und vertieft das wärmende Gefühl beim Lesen.
Was ich aber ganz besonders toll fand, ist die Rückschau auf die Monate und die jeweiligen Rauhnächte und ihre Themen. Dadurch begleitet einen das Buch auch die nächsten zwölf Monate und der Mehrwert ist höher.
Fazit:
Eine wunderschöne Gestaltung, eine übersichtliche Struktur, kompakte Impulse und eine liebenswerte Schreibweise machen dieses Buch zu einem schönen Begleiter für die Rauhnächte. Gut geeignet für Anfänger und jeden, der sich gern mit psychologischem Coaching und Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt oder ein besonders ansprechendes Werk dazu sucht. Wer sich eine intensive Beschäftigung mit den Mythen und Ritualen der Rauhnächte wünscht, wird mit diesem Buch nicht glücklich.
«Thea Magica - Das Geheimnis von Port Mint» entführt als Auftakt einer Reihe in eine Welt voller Magie und Geheimnisse. Es geht um Familiengeheimnisse, Freundschaft, Geheimnisse, magische Superkräfte und eine drohende Gefahr.
Robin Fluff ist gerade erst nach Port Mint gezogen und erfährt bei einer feierlichen Zeremonie endlich, welche Magie in ihr schlummert, wenn sie einen Schluck Thea Magica trinkt. Dabei lernt sie ihre neuen Freunde Mailin und Cornelius kennen. Doch ihre Fähigkeit, Gedanken zu lesen, muss sie auch vor ihnen geheimhalten, weil sie verboten ist und schön längst nicht mehr existieren dürfte. Eine große Bürde, die noch so einige Geheimnisse birgt und Robin in große Gefahr bringt. „Ihr könnt euch vorstellen, wie gefährlich jemand ist, der in eure Köpfe schauen kann und jeden einzelnen Gedanken, jedes innere Bild und jede Idee von euch wahrnimmt.“
Es ist ein bisschen cosy, spannend und hat eine sympathische Ich-Erzählerin, die mit vielen Veränderungen zurecht kommen muss, während sie nach Antworten sucht und sich mit ihrer Gabe allein gelassen fühlt. Mai und Cornelius sind interessante Charaktere, die auch etwas zu verbergen haben und Robin in einige Abenteuer verwickeln. „Auch wenn ich zugeben musste, dass ich zusammen mit Mai und Cornelius schon mehr Verbotenes getan hatte als im gesamten letzten Jahr mit Milly.“ Die Buchidee lädt zum Träumen ein, es ist interessant, das Magiesystem zu entdecken, aber man merkt, dass es ein Auftakt ist, weil sich vieles erst entwickelt und vor allem die letzten Seiten das Tempo rasant vorantreiben, der Cliffhanger aber okay ist. Die vielversprechende Fortsetzung wird dann von dem aufgebauten profitieren und ich bin neugierig, wie es weitergeht. Für Kinder ab 10 Jahren durchaus empfehlenswert, weil es um „Superhelden“ geht, mit denen man sich identifizieren kann. Man muss nur einen Tee trinken…
Der Fuchs auf dem schlichten Cover spielt auf die Fantasy-Geschichte „Der Fuchs und das Mädchen“ an, die Katja ihrer krebskranken Tochter Paula erzählt, um ihr Hoffnung zu schenken und das Warten auf die Operation erträglicher zu machen. Damit umspielt das zarte Cover das harte Grundthema des Romans und zeigt, wie kraftvoll und mutmachend Geschichten sein können. Das spiegelt sich auch in der Erzählweise nieder. „Der Fuchs und das Mädchen“ wird fantasievoll und bildhaft erzählt. Die mutige Heldin Pola flieht vor dem Bösen der Schattenwelt und kämpft um ihr Überleben. Ihre Geschichte nimmt immer mehr Raum ein und wird zunehmend düsterer, während auch die Mutter-Tochter-Beziehung sich verändert.
«Elf ist eine gerade Zahl» umfasst eine Woche und konzentriert sich dabei auf die alleinerziehende Katja, die mit Depressionen, Alkoholmissbrauch und dem drohenden Verlust ihrer 14-jährigen Tochter schwer belastet ist. Damit gibt Autor Martin Beyer auf einfühlsame Weise den Angehörigen von Krebspatienten eine wahrhaftige Stimme und vermittelt berührend, was die Ungewissheit und der drohende Verlust mit einem Menschen macht. Dabei kommt es zu einem unvermittelten Wechsel zwischen der „Der Fuchs und das Mädchen“ und der bedrückenden Realität aus Krankenhausaufenthalt, bevorstehender Operation und dem täglichen Überleben der Mutter. Grandios verwoben laufen die beiden Ebenen ineinander und lassen eine emotionale Wirkung entstehen, die mit Worten kaum zu erfassen ist. Eine besondere Erzählkunst, die dieses Werk bewegend, hoffnungsvoll und märchenhaft macht, aber weder erzählerisch noch inhaltlich leichte Kost ist.
Ich würde es allen empfehlen, die eine Mischung aus Drama und Fantasy (in der Tradition von 1001 Nacht) mögen und etwas außerhalb der Lesegewohnheiten lesen möchten.
Als der Trauerredner Mads Madsen von dem tödlichen Unfall seines Freundes Patrick aus Kindertagen erfährt, ist er schockiert. Patrick wollte Kontakt mit ihm aufnehmen. Was wollte er ihm sagen? Ist sein Tod wohlmöglich kein Unfall? Was hat das alles mit dem Beginn ihrer Freundschaft zu tun und den Schuldgefühlen, die Mads seit dem belasten?
Schon die Einstiegsszene mit der Beerdigung versetzt in die passende Grundstimmung aus Familienchaos und Alltagswahnsinn und spielt mit dem Unerwartetem. Das ergibt neben Spannung und sympathischen Charakteren, denen man gern über mehrere Bücher folgt, eine vergnügliche Mischung.
Ich fand die Wendung und das sich zuspitzende Finale wunderbar spannend geschrieben. Mit der Zeit wuchs mir besonders Mads an Herz, aber auch sein Freund Fiete, dessen neue Freundin und vor allem Mats mürrischer Vater und dadurch fieberte ich noch etwas mehr mit. Die Konflikte und Themen zwischen Mads und seinem Vater sind besonders amüsant geschrieben, aber auch mit ernsthafter Note, wenn Fridtjof seinen Jungen und dessen Bedürfnisse einfach nicht ernst nimmt und sein Ding durchzieht.
„Manche Abschiede waren nur der Beginn langer, stiller Gespräche.“
Mads ermittelt hartnäckig die Wahrheit, obwohl es für ihn als Privatperson ohne Hilfsmittel und Wissen eine Schwierigkeit darstellt. Als er in eine sehr gefährliche Situation gerät, reagierte er, wie ich es von einem Durchschnittsbürger erwartet hätte, der eine Gefahrensituation nur aus dem Fernsehen kennt. Außerdem spielt die Polizei eine wesentliche Rolle, wobei Mads ins Visier gerät. Gut, dass sein Schwager als Anwalt einen hervorragend Ruf genießt. Es wird zwar noch unrealistischer, denn die Charaktere müssen einiges mitmachen, aber insgesamt wirkte es authentisch.
Das letzte Kapitel hat mir nochmal ganz besonders gefallen, weil es einen runden Bogen schlägt und schön geschrieben ist. Wie hier das Thema Tod, als kostbare Leben, das hier nur allzu oft auf der Kippe steht, und die kleinen Freuden dargestellt wurde, empfand ich als gesetzten Handlungsrahmen gelungen.
Fazit: Ein spannender und humorvoller Auftakt, der Lust auf die Fortsetzungen macht, weil sowohl die Charaktere als auch der unterhaltsame Erzählstil überzeugen.
„Sie müssen nicht mutig sein, um die Fragen aus dem Buch anzuwenden. Sie werden mutig, indem Sie sie anwenden.“
Ich mag das Tempo und die einfache Strukturierung des Buches. Es ist ein toller Begleiter, in dem ich nach Lust und Laune ein Kapitel lesen kann und ins Tun komme, weil ich ganz von selbst nach Möglichkeiten zum Üben Ausschau halte. Dazu der lockere Plauderton, der ermutigt und für Klarheit sorgt. Ich nehme es auch gern zur Hand, wenn der Tag schwierig war, als Hilfe zur Selbstführung, Trost und Reminder. Mir gefällt das Konzept der Fragen sogar besser als die Antworten, denn sie sind „eine der effektivsten Drama-Bremsen.“ Und es schadet nicht, „ein paar verbale Notbremsen zu kennen, um miteinander zurechtzukommen.“
Ich finde es übrigens toll, dass die Autorin sogar berücksichtigt, dass man in den Kapiteln hüpft und sie nicht in der Reihenfolge liest, was ich ganz gern mache. So erklärt sie die Bedeutung „Arschengel“ eben noch mal…
Fazit: Lesevergnügen plus Mehrwert. Mir gefällt dieses gelungene Konzept.
Hannah geht es mental immer schlechter. Instinktiv mietet sie für ein langes Wochenende ein kleines Holzhaus am See, um neue Kraft zu tanken und ganz für sich zu sein. Als Leiterin einer Pressstelle hat sie einen stressigen Job, aber dahinter steckt so viel mehr. Hannah beobachtet draußen ein Mädchen, das ganz im Schneeengelmachen versunken ist und sichtlich Spaß hat. Daraufhin denkt Hannah darüber nach, wann sie selbst zuletzt in einer Sache so aufgegangen ist, dass sie die Zeit vergessen hat.
Damit beginnt ihre Reise der Selbstreflexion. Drei Tage, in denen sie ihren Gedanken nachgeht und die Begegnung mit der kleinen Sophie sie anregen, sich zu erinnern, wie es war ein Kind zu sein. Es ist nicht nur für Hannah eine Auszeit, auch beim Lesen entsteht eine Wohlfühl-Atmosphäre und man wäre selbst gern in diesem kleinen Haus am See, am Ofen sitzend, mit einer heißen Schokolade in der Hand. Hannas Gedankengängen kann man gut folgen. So taucht man in Themen wie Lebenszeit, Einsamkeit, Konsum und Leichtigkeit ein, die hinterfragt werden. Es gibt Denkanstöße zum inneren Kritiker und Angstgefühlen, die Hannas Leben in den letzten Jahren dominiert haben. Die Botschaften sind direkt vermittelt und die Sprache präsentiert sich durch eine gute Beobachtungsgabe, der schließlich auch die kleinen Freuden nicht entgehen. Hannas Umdenken greift schnell und nach drei Tagen hat sich viel verändert. Das mag, für diesen kurzen Zeitraum nicht realistisch sein, aber funktioniert zumindest im Rahmen der kurzen Geschichte.
«Drei Tage im Schnee» regt dazu an, die eigenen Wünsche nicht aus den Augen zu verlieren und zeigt, was im Leben wirklich zählt - die großen Steine nämlich, um in der imaginären Einweckglas-Metapher zu bleiben, die im Buch aufgegriffen wird. Gute Impulse für jene unglücklich Gestressten, die sich von ihren Wünschen entfremdet fühlen und alle, die in ihrer lesenden Auszeit gern in andere Perspektiven schlüpfen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Die legendäre Autorin E. V. Renge stirbt bei einem Unfall und ihre Tochter Mackenzie erhält plötzlich Briefe, geschrieben von ihrer Mutter, die unglaubliche Geheimnisse ans Licht befördern.
Schon bei den ersten Kapiteln merkte man, hier war nichts harmonisch: eine talentierte Autorin, deren Tochter in ihrem Schatten lebt. Eine verkorkste Beziehung ohne Liebe, weshalb auch niemand auf der Beerdigung eine Träne verdrückt hat. Noch dazu hatte sie viele Geheimnisse und lebte zurückgezogen. Mackenzie und ihr bester Freund EJ versuchen herauszufinden, was es mit den Briefen auf sich hat und was mit Mackenzie Mutter passiert ist.
Es ist ein zunehmend spannender Thriller, der Perspektiven wechselt und in die Vergangenheit springt, um davon zu erzählen, was man einem Menschen alles nehmen kann. Es ist wirklich erschütternd und berührend. Ein durchaus fesselndes Thrillererlebnis, wobei sich gerade der Mittelteil (zweite Teil) für mich langatmig angefühlt hat und es dann erst so richtig Fahrt aufnahm. Mir haben besonders die ausführlichen Briefe und Mackenzies detektivisches Gespür gefallen. Das Ende war für mich keine völlige Überraschung, aber gelungen. Vor allem das letzte Kapitel hat mir nochmal gut gefallen.
Fazit: Eine unglaublich erschütternde Geschichte, die zunehmend zu fesseln weiß. Der Titel passt perfekt! Dranbleiben lohnt sich.
Tillys Mann Joe ist vor einigen Monaten gestorben und hat ihr mithilfe des Buchhändlers Alfie zwölf Bücher zusammengestellt, die sie für ein Jahr lang begleiten sollen. Wer ist Tilly "Büchereimaus" ohne ihren Joe und kann sie wieder zurück ins Leben finden?
„Die wahre Magie von Büchern setzt dann ein, wenn die letzte Seite kein Ende, sondern ein Anfang ist – ein Anfang, den nur du selbst schreiben kannst.“
«Das Jahr voller Bücher und Wunder» bedient sich unter anderem bei «Eat Pray Love» und «P.S. Ich liebe dich» und ist eine eine Selbstfindungsreise und Liebesromanze mit der Botschaft: das Leben geht weiter. Tilly wird durch die Bücher inspiriert, zu verreisen, besucht Bücherorte und Restaurants und sich mit ihren Wünschen zu befassen. Ein Jahr lang bekommt sie von Alfie jeden Monat ein Buch - eine schöne Idee. Ob Bücher zum Verlieben, Buchideen, die ein neues Hobby entdecken lassen oder Briefromane. Jeder Monat steht unter einem Motto. Dadurch wird das Jahr zu einem Abenteuer. Dazu gibt es inspirierende Lesetipps. Von der Umsetzung hatte ich mir etwas mehr versprochen, aber trotz der weichgespülten Klischees und Schablonenhaftigkeit hat die Geschichte gezeigt, wie lebensverändernd Bücher sein können. Es hat mich nicht so berührt wie der Roman «P.S. Ich liebe dich», obwohl sehr viel kopiert wurde, weil mir die Tiefe zwischen Tilly und Joe gefehlt hat. Obwohl die Briefe von Joe berührend waren, geht es doch mehr um die aufkeimende Romanze zwischen Alfie und Tilly. Das Thema Trauer bekam viel zu wenig Raum. Ich konnte keine Nähe zu Tilly aufbauen. Auf die 12 Bücher wird nicht weiter eingegangen, was ich auch etwas schade fand. Leider ist der Funke nicht übergesprungen. Weder bei den Dialogen, noch bei der Dynamik der Figuren, dabei wäre das ein Buch gewesen, was ich eigentlich hätten lieben müssen, aber mit der oberflächlichen Erzählweise und der „Internetsensation“ konnte ich zunehmend weniger anfangen. Vielleicht etwas für Lesende, die die zuvor genannten Werke noch nicht kennen und keine Erwartungen an diese seichte Unterhaltung haben.
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