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Benutzername: Maus


Bewertungen

Insgesamt 4 Bewertungen
Bewertung vom 19.03.2018
NACHTWILD
Phillips, Gin

NACHTWILD


weniger gut

Kein Thriller im klassischen Sinn

Joan besucht mit ihrem 4-jährigen Sohn Lincoln den Zoo. Plötzlich fallen Schüsse und einige Menschen liegen am Boden. Joan versteckt sich mit ihrem Sohn und hofft auf das baldige Eintreffen der Polizei.

Die ersten Seiten fand ich noch recht spannend, da man als Leser erst selbst noch nicht weiß, was dort gerade passiert. Aber nach und nach machte mich der Inhalt immer ungeduldiger und letztendlich war ich nur noch genervt.
Es kam mir eher so vor, als wenn es um einen Erziehungsratgeber geht, der einem hilft in Extremsituationen mit einem Kind die Nerven zu bewahren.

Joan wurde mir mit ihrem Verhalten immer unsympathischer. Lincoln stand mit seinem Verhalten und Launen sehr im Vordergrund und bestimmte ihr Denken und Handeln. Was einerseits auch verständlich ist, aber es passte für mich nicht in dieser Weise in diese Geschichte. Wobei ich auch in manchen Situationen ihr Handeln, oder auch Nichthandeln fragwürdig fand.
Der gesamte Vorfall im Zoo dauert ca. 3 Stunden. Von einigen Personen, auf die Joan trifft, wird in Rückblenden ihr jeweiliges Verhalten erläutert. Ebenso über Joan und Lincoln, was ich anfangs recht interessant fand, aber mich im späteren Verlauf nur noch nervte, da es in meinen Augen die gesamte Geschichte ausbremste.
"Nachtwild" von Gin Phillips wird als Thriller ausgewiesen, doch die Thrillerelemente wurden nicht oder sehr wenig eingesetzt. Spannung habe ich nicht empfunden und musste mich bis zum Ende quälen, in der Hoffnung, dass es meinen bisherigen Eindruck noch rumreißt. Aber leider war dieses Buch wider Erwarten so gar nicht mein Fall. Und das Ende empfand ich auch nicht als befriedigend.

Das Cover fand ich ich sehr ansprechend und hätte mich im Buchladen zugreifen lassen.

Fazit:
Von mir leider keine Leseempfehlung. Unter einem Thriller verstehe ich etwas anderes. Gott sei Dank sind Geschmäcker ja verschieden und es wird sicher seine Anhänger finden. Meine Erwartungen hat es leider in seiner Erzählweise überhaupt nicht erfüllt. Die Idee war interessant, aber unspannend umgesetzt.

Bewertung vom 13.01.2018
Das Lied der toten Mädchen / Jan Römer Bd.3
Geschke, Linus

Das Lied der toten Mädchen / Jan Römer Bd.3


ausgezeichnet

Der 3. Fall für Jan und Mütze

"Das Lied der toten Mädchen" ist der 3. Fall von Linus Geschke um den Journalisten Jan Römer und seiner Kollegin und Freundin Stefanie Schneider, genannt Mütze.

Diesmal recherchieren die beiden an einem Fall von 1997. Die junge Sonja Risse wurde mit einem Stich ins Herz getötet. Gefunden wurde sie auf dem Wilzenberg im Sauerland. Ebenso wurde am Tatort eine Spieluhr gefunden, die "Hush, little Baby" spielt und der einzige Hinweis zu dem Mörder ist.
Jan und Mütze begeben sich ins Sauerland und versuchen dort etwas mehr über das Mädchen herauszufinden, da es einige Ungereimtheiten gibt. Als sie glauben, dem Mörder auf die Spur zu kommen, wird eine weitere Frau getötet und neben ihr liegt wieder eine Spieluhr...

Mir hat "Das Lied der toten Mädchen" sehr gut gefallen. Man kommt sehr gut in die Geschichte rein, auch wenn man seine Vorgänger nicht kennen sollte. Linus Geschke hält die Spannung durchgehend aufrecht bis zum überraschenden Ende. Sein Schreibstil ist flüssig und mit seinen falschen Fährten und vielen Wendungen mochte ich es gar nicht aus der Hand legen.

Die private Geschichte um Jan geht weiter. Seine Exfrau möchte mit dem gemeinsamen Sohn nach Bayern ziehen, wovon Jan nicht gerade begeistert ist. Er ertränkt seinen Kummer im Alkohol. Nach einem Tief ist er aber bald wieder mit Mütze mittendrin, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.
Mir hat Arslan in der Geschichte gut gefallen. Seine Sprüche, Gedanken und Reaktionen an einigen Stellen fand ich erfrischend.

Ich habe mich sehr gut von diesem Krimi unterhalten gefühlt und kann ihn nur weiterempfehlen!

Bewertung vom 27.01.2017
Das Gesicht meines Mörders
Kendrick, Sophie

Das Gesicht meines Mörders


sehr gut

Wer ist dein Freund? Wer ist dein Feind? Und wer bist du?

Clara Winter erwacht aus dem Koma und weiß nicht mehr wer sie ist. Sie erinnert sich nicht mehr an ihren Namen, an ihren Ehemann Roland und auch nicht an den Einbrecher, der sie niedergeschlagen haben soll.
Als sie vor einen LKW gestoßen wird, der immerhin rechtzeitig bremsen kann und später ins Wasser geschubst wird, ist ihr klar, dass sie etwas über ihre Vergangenheit herausfinden muss, um zu überleben...

Die Geschichte wird aus Claras Sicht erzählt, womit der Leser anfangs genauso wenig weiß wie Clara. Gemeinsam mit Clara erlebt der Leser die Recherche über die Vergangenheit, das Suchen von Spuren und letztendlich die Auflösung des Rätsels.
Roland ist der liebevolle und fürsorgliche Ehemann. Aber sagt er auch die Wahrheit? Und Jan Colbe, ein Polizist wirkt ebenfalls besorgt und fürsorglich. Steckt da mehr dahinter?
Der Schreibstil ist flüssig, leicht und spannend zu lesen. Clara war mir sympathisch, wenn auch manchmal etwas naiv. Ich hatte während des Lesens das Gefühl, dass die "alte" Clara wohl eher der unsympathische Mensch gewesen sein könnte.
Was mich etwas gestört hat, war die Recherche über die Mutter und Clara selbst, denn ob wirklich alles gestimmt hat bzw, warum sie damals im Gefängnis war usw. wurde nicht wirklich aufgelöst.

Fazit: Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und hatte das Buch in einem Rutsch durch. Ich bin gespannt auf weitere Bücher von Sophie Kendrick.

Bewertung vom 27.01.2017
Minus 18 Grad / Fabian Risk Bd.3
Ahnhem, Stefan

Minus 18 Grad / Fabian Risk Bd.3


sehr gut

Eiskalte minus 18 Grad

"Minus 18 Grad" ist mittlerweile der 3. Fall für Fabian Risk.

Dieses Mal nimmt Kripochefin Astrid Tuvesson total verkatert die Verfolgung eines BMW auf, der ihr kurz zuvor den Seitenspiegel abgefahren hat. Die Verfolgungsjagd endet für den BMW im Helsingborger Hafenbecken. Als der Unfallfahrer geborgen wird, ergibt die Obduktion, dass er nicht ertrunken und auch nicht an den Unfallfolgen gestorben sein kann. Die Todesursache ist Erfrieren und das Opfer war schon 2 Monate zum Unfallzeitpunkt tot..
Aber wie kann er nur Tage vorher noch gesehen worden sein? Fabian Risk und sein Team spüren ähnliche Fälle auf und ahnen, dass sie einem Serientäter auf der Spur sind...
Zur gleichen Zeit in Helsingör entdeckt die zum Streifendienst degradierte Dunja Hougaard, dass Obdachlose auf brutale Art ermordet werden. Obwohl sie von ihren Kollegen und Vorgesetzten daran gehindert wird weiter an diesem Fall zu ermitteln, findet sie heraus, dass im Internet Filme über die Morde existieren. Und ihre Spur führt in Richtung Helsingborg...

Auch der 3. Teil fängt wieder rasant und spannend an. Erzählt wird aus der Sicht von Fabian, Dunja, Sonja, Fabians Sohn Theodor, seiner Tochter Mathilda, und, und, und...
Durch diese Wechsel sollte man schon konzentriert beim Lesen sein. Auch wegen der vielen Personen, die ins Spiel gebracht werden, war ich anfangs etwas verwirrt. Dies gibt sich aber mit der Zeit.

Fabian bemüht sich, seine Beziehung zu Theodor positiver zu gestalten, wobei er und Sonja sich weiter auseinander leben. Mathilda, seine Tochter ahnt, dass eine Trennung bevorstehen könnte. Ich fand es schade, dass gerade die Kinder durch Fabians Arbeit und auch nun durch Sonjas Ausstellung zu kurz kamen.

Das Thema "Happy Slapping", dem Dunja auf die Spur kommt, fand ich grausam und erschreckend. Dieser Erzählstrang ist in Bezug zu Fabians Fall aus meiner Sicht eigentlich eher unnötig. Man hätte daraus locker zwei Bücher machen können.

Der Schreibstil ist spannend und flüssig zu lesen. Durch die vielen Szenenwechsel, an die ich mich dann gewöhnt hatte, nimmt dann auch die Spannung weiter und weiter zu.
Tja, und die zwei Cliffhanger zum Schluss lassen auf einen 4. Teil schließen, der hoffentlich nicht zu lange auf sich warten lässt.

Fazit: Es war wieder ein spannendes Lesevergnügen für mich und ich freue mich schon auf den 4. Fall!