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Bewertungen

Bewertung vom 03.11.2018
Das hässliche Universum
Hossenfelder, Sabine

Das hässliche Universum


ausgezeichnet

Der Buchtitel auf Deutsch ist nicht schön eher häßlich, trifft den Inhalt aber besser als der englische Titel “Lost in Math”. Denn “Math is Lost” wäre richtig, auf Mathematikformeln verzichtet das Buch vollständig. “Was wir bislang über das Universum wissen” wäre auch ein besserer Titel gewesen, denn noch ist nichts entschieden über die Natur des Universums oder Multiversums. Sabine Hossenfelder nimmt den Leser an die Hand und reist mit Ihnen zu den führenden Physikern um sie zu fragen, was wir gerne wissen möchten aber uns nie trauen würden. Als gelernte Physikerin hat Sie das Selbstvertrauen unbequeme Fragen zu stellen. Sabine Hossenfelder schreibt, dass Sie sich für Physik entschieden hat, weil Sie die Menschen nicht verstand. Daher wohl der englische Titel “Lost in Math”. Das Buch vermittelt Wissen ohne Anstrengung, sodass diese Selbsteinschätzung aber total falsch sein muss. Als Leser verfolgt man Ihren Dialog mit den Physikern und Sie vermittelt dabei auch Ihre innere Gefühlslage. Wie bei Quantensprüngen werden zufällige Situationen witzig aufgenommen und entspannen dabei das Lesen. Das Buch hat von den Interviews mit den führenden Physikern sehr profitiert, denn viele Beispiele über die Theoriebildung mit Hilfe der Natürlichkeit, Schönheit und Symmetrie werden an anderer Stelle im Buch vertieft vorgestellt. Der Leser sollte dennoch Vorwissen mitbringen, denn sonst bkeiben die Antworten für Fragen am Rande der Erkenntnis unverständlich. Sabine Hossenfelder findet schöne Bilder zur Erklärung. So ist der gewundene Weg in bergiger Landschaft eine Analogie für den Weg des Lichtes in der gekrümmten Raumzeit. Elementarteilchen sind vergleichbar mit Wolken. Verschränkte Quanteneffekte werden auf den Kanarischen Inseln beobachtet. Das Buch stillt spannend den Bildungshunger des Lesers. Lesen Sie nicht auf der Straße, denn nicht alle Busfahrer nehmen Rücksicht auf Ihren Bildungshunger. Lesen Sie zu Hause. Es riecht nach Wissenschaft, das heißt nach Kaffee.

Diesen Mondscheinspaziergang mit einer theoretischen Physikerin kann man nur empfehlen – Entschuldigung manchmal geht die Begeisterung mit mir durch :-)

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.