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sommerlese
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Zu meinen Hobbies gehört Lesen einfach dazu. Meine Rezensionen erscheinen auch auf meinem Blog. Schaut doch bei Interesse mal rein! https://sommerlese.blogspot.com/
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Insgesamt 2791 Bewertungen
Bewertung vom 13.01.2026
Bach, Ina

Goldene Träume / Die Münchner Ärztinnen Bd.1


sehr gut

Interessante, feministische und berührende Reise in die Welt der Medizin
Im Goldmann Verlag erscheint der Auftakt-Band "Goldene Träume – Die Münchner Ärztinnen", den Regina Ramstetter unter ihrem Pseudonym Ina Bach geschrieben hat.

München 1898: Die jungen Frauen Lulu, Elsa und Fanny kommen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und doch verbindet sie ihr gemeinsamer Wunsch, nämlich Ärztin werden zu wollen.

Der Roman spielt um das Jahr 1898 in München. Dort im Klinikviertel laufen sich Elsa, Fanny und Lulu über den Weg. Verbunden durch ihren Traum, Medizin zu studieren, kommen sie sich näher und freunden sich an. Gemeinsam stellen sie sich den Zwängen der Zeit und den Hürden, die ihnen als Frauen den Zugang zum Gymnasium und an die Universität verwehren.

Ich brauchte eine Zeit, bis ich mir die Frauen und ihre Lebensgeschichten gut vorstellen konnte und wurde dann von der lebendigen Handlung und den Widrigkeiten der damaligen Zeit mitgerissen.

Lulus Vater lässt keinen Zweifel, dass er seine Tochter standesgemäß verheiraten möchte, doch sie gibt ihren Traum Ärztin zu werden nicht auf. Dabei gibt es an der Münchner Universität keine einzige Frau, die Medizin studiert. Doch das wollen die Freundinnen ändern. Fanny hat einen Zwillingsbruder, dem alle gewünschten Wege offen stehen, doch ihr als Frau wird das verweigert.

Der flüssige und detailreiche Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen, die Charakterisierung der Figuren ist Ina Bach sehr gut und nachvollziehbar gelungen.

Die Kapitel führen zu verschiedenen Schauplätzen Münchens, die in der Überschrift benannt werden, dadurch fällt die örtliche Orientierung nicht schwer.

Die ganze Handlung ist durchdrungen von den vielseitigen Erlebnissen und Schwierigkeiten der Frauen, die spannend geschildert werden und die oftmals am Ende des Kapitels nicht aufgelöst werden. Das steigert die Spannung und ich habe interessiert die medizinischen Erkenntnisse der Zeit, die unterschiedlichen Ansichten der Mediziner und die Ausgrenzung von Frauen im Universitätsbereich gelesen. Mit den Hauptfiguren fühlte ich mich schnell verbunden und habe gemeinsam mit ihnen den Kampf für die Emanzipation aufgenommen.

Es geht um die Verheiratung junger Frauen und das Einnehmen der Rolle als Frau und Mutter, um unerwünschte Schwangerschaft und die damit verbundene finanzielle und gesundheitliche Not und es geht um die Selbstverwirklichung von Frauen, die nicht als ungebildete Ehefrau enden wollen. Ich habe mit den Frauen mitgefühlt, gelitten und mich für ihre kleinen Erfolge gefreut. Und die kleine Hilda ist mir in diesem Band ganz besonders ans Herz gewachsen. Sie hat sich als Frühchen ins Leben gekämpft und es mit der Unterstützung Elsas und Lulus geschafft.

Zu den interessanten Dingen in der Geschichte gehören auch die Informationen zum Fahrrad-Verein, deren Beitritt für Frauen als unanständig galt.

Die lebendig und authentisch gezeichneten Charaktere haben mich mit ihrem Kampf für Gleichberechtigung ans Buch gefessselt. Die Geschichte wird spannend erzählt und enthält gut recherchiertes Hintergrundwissen, das den Zeitgeist und das Leben Münchens gut sichtbar macht.

Bewertung vom 13.01.2026
Richards, Mary;White, Skylar

Die Welt der Musik: Weihnachten


sehr gut

Eine schöne weihnachtliche Ergänzung der Reihe
Im Prestel Junior Verlag erscheint das Soundbuch Die Welt der Musik: Weihnachten von Mary Richards. Es ist der 13. Band der Musik-Buchreihe für Kinder ab sechs Jahren.

Während Emma und Paul den Tannenbaum schmücken und sich auf Weihnachten freuen, entdecken sie eine Kiste mit Dingen, die mit dem Fest in England, Mexiko, Ukraine, Argentinien und in Schweden zusammenhängen. Im Buch führen entsprechende Soundmodule in diese Länder und stellen bildhaft und akustisch Brauchtum und Gewohnheiten rund um das Fest vor. Ganz am Ende feiern die Kinder im eigenen Wohnzimmer zu Klängen von Felix Mendelssohn.

Diese wunderschön gestaltete Buchreihe führt Kinder in die Welt der Musik ein. Drückt man auf das Noten-Symbol, dann hört man einen kurzen Ausschnitt von einem Musikstück. In diesem Fall gibt es zehn Soundmodule, die klassische Weihnachtslieder und Choräle vorstellen.



Am Ende des Buches informiert eine Übersicht über alle verwendeten Musik-Stücke mit näheren Fakten zum Komponisten, dem vortragenden Chor oder Orchester mit Dirigenten und anderen Hinweisen, die das Stück näher erläutern.

Vorgestellt werden klassische Stücke von Bach, Tschaikowsky und Mendelssohn, aber auch Volkslieder. Entsprechende Tipps animieren zum eigenen Musizieren und zum Begleiten der Musik mit Topf, Pfanne oder Rassel.

Die Musikstücke empfinde ich insgesamt als zu kurz, um sich länger mit der Musik zu beschäftigen.

Weihnachten wird in vielen Kulturen überall auf der Welt gefeiert, jedes Land hat seine eigenen Bräuche und eine passende Musik. Musik verbindet und macht deutlich, wir sind alle Menschen mit Wünschen, Hoffnungen und Träumen. Gerade zu Weihnachten ist der gemeinsame Frieden unter den Menschen die Botschaft, die alle zusammen halten sollte.

Eine wunderbare Anregung für Kinder, sich mit den Bräuchen und der weihnachtlichen Musik anderer Länder zu beschäftigen.

Bewertung vom 09.01.2026
Frank, Rebekka

Das Echo der Gezeiten


sehr gut

Die Geheimnisse der Nordsee
St. Peter, 1955: Tilla sieht ihre Zukunft nicht in einer Heirat, sie will tauchen und die Kraft des Meeres und seiner Geheimnisse nach spüren.

1633: Nes und ihre Mutter suchen nach einem Schicksalsschlag Zuflucht in einem Beginenkonventauf der Nordseeinsel Strand. Doch als Kinder spurlos verschwinden, wird ihre Anwesenheit von den Inselbewohnern kritisch beäugt. Als am Horizont ein Schiff auftaucht, könnte das Rettung oder Verderben bedeuten.


Rebekka Franks Buch rankt sich um ein geheimnisvolles Schiffswrack, das mit zwei Frauen in zwei Zeitebenen verbunden ist. Der erste Handlungsstrang erzählt die Geschichte von Nes beginnend im Jahr 1633 und die zweite Handlungsebene startet 1955 mit Tilda. Beide Frauen widersetzen sich den Widrigkeiten ihrer Zeit und stehen für ein selbstbestimmtes Leben ein. Beide Geschichten werden von der authentisch geschilderten Atmosphäre der unberechenbaren Nordsee begleitet, die dem Roman einen runden Schliff verpasst.


Tilla beginnt ein Studium und hat es nicht leicht, sich in der Männerdomäne zu behaupten. Sie träumt davon, eine berühmte Taucherin zu werden und alte Schiffswracks auf dem Meeresgrund aufzuspüren. 1633 flieht die Friesin Nes mit ihrer Mutter und findet Zuflucht in einem Beginenkonvent. Sie muss sich gegen den Aberglauben der Insulaner behaupten. Als Tillas Traum wahr wird, kommt sie dem Leben von Nes näher und bringt Vergangenes ans Tageslicht.


Beide Frauen sind willensstarke Charaktere, die sich ihre gesteckten Ziele entgegen der geltenden Konventionen ihrer Zeit erkämpfen und dabei vor allem ihre Unabhängigkeit im Blick haben. Mit Tilla und ihrer Leidenschaft fürs Tauchen bin ich schnell warm geworden und habe ihre Geschichte gespannt verfolgt. Nes wirkte auf mich dagegen etwas nebulös, ich habe sie als mystische Figur ohne große Einblicke in ihr Innenleben gesehen, die mir deshalb nicht so nahe kam wie Tilla.

In diesem Roman gibt es spannende Charaktere und Szenen zu entdecken, dramatische und schicksalshafte Vorgänge zu verkraften und emotionale Momente im Leben der beiden Frauen mitzuerleben und mit ihnen mitzufiebern. Und als Hintergrundszenerie lockt die Nordsee und sorgt mit ihrem Rauschen nicht nur für die passende Begleitung, sie bringt zusätzliche Dramatik ins Spiel.


Die Geschichte stellt die Magie des Meeres in den Mittelpunkt, macht den gesellschaftlichen Wandel im Bereich der Emanzipation sichtbar und verknüpft ihn anschaulich mit weiblichen Schicksalen. Eine interessante und fesselnde Kombination!

Bewertung vom 06.01.2026
Andeck, Mara

Das Schneeflockenmädchen


sehr gut

Weihnachtsmagie verpackt in einer romantischen, märchenhaften Geschichte!
Im Goldmann Verlag erscheint der Roman Das Schneeflockenmädchen von Mara Andeck.

1925 reist die Märchenerzählerin Marie mit ihrem Pferdewagen durch winterliche Landschaften und besucht die Weihnachtsmärkte der Gegend, um die Kinder mit ihren Märchen ein wenig Freude zu schenken und ihnen ein Strahlen ins Gesicht zu zaubern. In Rothenburg ob der Tauber lernt sie den Zuckerwattehersteller Carl kennen, der an sie sein Herz verliert und sie unbedingt wiedersehen möchte. Schon bald ziehen sie gemeinsam zu den Märkten und schenken mit ihren Geschichten Freude. Es entsteht eine berührende Verbindung, die mehrfach auf die Probe gestellt wird.

Marie hat sich von ihrer schmerzhaften Vergangenheit losgesagt und zieht durch die Lande. Sie möchte die glücklichen Momente ihrer eigenen Freiheit weiter geben und übernachtet gegen Kost und Logis bei einfachen Leuten. Ihr Geld verdient sie mit dem Erzählen von Märchen und lässt damit die Augen der Kinder erstrahlen.

Carl ist fasziniert von Marie und interessiert sich dafür, warum diese warmherzige Frau durch die Lande zieht und welche Vergangenheit hinter ihr liegt. Der Zufall will es, dass sie sich mehrfach begegnen und Marie entdeckt, dass Carl nicht der egoistische Mann ist, für den sie ihn gehalten hat.

Die Märchen haben auch auf Carl und Marie eine besondere Wirkung, denn sie sagen mehr über das Leben aus, als man vermuten mag. Beide stehen füreinander ein und kommen sich so immer näher.

Märchen können verzaubern und lösen bei vielen Menschen traumhafte Gedanken aus und sorgen bei Kindern für ein glückliches Lächeln und Freude. Mit ihrer warmharzigen, zangenehm bildhaften Erzählweise lässt uns Mara Andeck in die Geschichte eintauchen und den Aussagen der Märchen nachspüren. Sie schafft damit eine Nähe zu den Figuren, wärmt das Herz mit den glücklichen Momenten und lässt die winterliche verschneite Atmosphäre lebendig werden.

Es ist ein ruhiges, gefühlvolles Märchen für Erwachsene, dass die Botschaft von Menschlichkeit und kleinen Glücksmomenten feiert.

Bewertung vom 03.01.2026
Hoersch, Judith

Niemands Töchter


sehr gut

Fesselnde Geschichte um familiäres Schweigen
Im Piper Verlag erscheint das Debüt Niemands Töchter von Judith Hoersch.

In den 80er Jahren wächst Alma als Tochter der Niemands in der Eifel auf. Alma fühlt sich fremd in dieser Familie, schon lange, doch sie erfährt nichts über ihre Herkunft.

2019 lebt Isabell in Berlin, sie vermisst ihre Mutter, deren Tod eine leere Stelle auf ihrer Seele hinterlassen hat. Diese Trauer prägt auch ihr eigenes Familienleben.
 Eines Tage kreuzen sich Almas und Isabells Wege auf schicksalshafte Weise. Zwischen alten Polaroids und verlorenen Träumen gibt es eine Geschichte, die beide Frauen miteinander verbindet.

Dieser Roman stellte mich zu Beginn vor einige Schwierigkeiten. Es galt einige Hürden zu überwinden, die sich mir in Form von vielfach wechselnden Perspektiven von Figuren und Zeiten in den Weg stellten. Diese Wechsel erfolgten mir einfach zu rasant und verwirrten mich im Wissen um die einzelnen Biografien. Ich brauchte eine Weile, um die Figuren besser kennen zu lernen und mich mit diesem Wissen besser in den Zeiten orientieren zu können. Zum Glück hielt ich durch, denn dann eröffnete sich mir die Geschichte der Frauen aus allernächster Nähe und bannte mich bis zum Schluss. Sie warf immer wieder Fragen auf über das Leben, über die Mutterrolle, über die Familie.

Der eindringliche und klare Erzählstil lässt sich sehr flüssig lesen, man taucht ein in die unterschiedlichen Erlebnisse und Geschichten von vier Frauen, die sich mit ihrem Denken, Fühlen und Träumen der Leserin nach und nach immer mehr öffnen. Aus den vielen einzelnen Facetten bildeten sich mit der Zeit komplexe Figuren. Ich konnte mir die Frauen bildhaft und charakterlich vorstellen und tauchte anhand ihrer Erlebnisse ein in ihre spezielle Welt.

Es geht um die Themen des Lebens, Mutterschaft, Verlust, die eigene Identität und die Suche nach der Herkunft und darüber, welche Wunden die Seele erleidet, wenn man verletzt wird oder sich nicht zugehörig fühlt. Die Gefühle gehen viel tiefer als wir uns oft eingestehen wollen. Um glücklich zu sein, müssen wir uns getragen und liebevoll aufgefangen fühlen, schon als Kind.

Wie wirken sich frühkindliche Erfahrungen auf unser späteres Leben aus? Über die Generationen entstehen häufig bestimmte Verhaltensmuster, von denen man sich lösen muss. Die eigene Geschichte kann nicht nur von der Vergangenheit bestimmt werden, man muss sich selbst finden und behaupten.

Ein etwas sperriger Anfang, doch dann entwickelt der Roman seinen besonderen Sog! Ich möchte mehr von Judith Hoersch lesen!

Bewertung vom 01.01.2026
O'Mahony, Jacqueline

Sing, wilder Vogel, sing


ausgezeichnet

Honoras Odyssee: Tragisch, bitter und auch poetisch schön!
Im Diogenes Verlag erscheint Jacqueline O´Mahonys Roman Sing, wilder Vogel, sing.

1849: In Irland herrscht die Zeit der großen Hungersnot. Auch im kleinen Dorf Dooloogh spielen sich schreckliche Tragödien menschlicher Schicksale ab, es gibt zahlreiche Tote und keine Aussicht auf Überleben. Dort lebt die junge Honora, die das Grauen und den Hungermarsch überlebt und ohne Unterstützung auf sich allein gestellt ist. Sie schmuggelt sich auf ein Schiff nach Amerika. Auch dort liegt das Glück nicht auf der Straße und sie muss weiterhin Not leiden. Doch sie gibt nicht auf und hofft und kämpft weiter für ihre Freiheit.

Was für eindringlich geschriebner, berührender und tragischer Roman, der einfach nur unter die Haut geht. An Honoras Seite erleben wir ihre verletzten Gefühle in ihrer Ehe, den Verlust ihres Kindes, die entsetzliche Hungersnot in Irland, schliesslich ihren Überlebenskampf als Einzige aus ihrem Dorf und ihren Kampf um Freiheit und ein wenig Glück auf Leben. Sehr eindringlich beschreibt die Autorin das schwierige Leben in dieser Zeit und zeigt damit auch, dass Honora nur eine Chance hat, die Flucht in ein besseres Leben in Amerika. Doch ihr Weg enthält viele Hürden und Stolperfallen, die ich bewegt und tief berührt mitverfolgt habe. Honoras gibt nicht auf, auch wenn sie in Amerika nicht das verheißene Glück erlebt, sondern Zwangsarbeit und Prostitution. Wie sie dennoch ihren Traum nach wahrer Freiheit weiter verfolgt, ist bewundernswert, bewegend und sehr spannend zu lesen.
O’Mahony zeigt in ihrer Geschichte die Parallelen zwischen ausgewanderten Iren und den vertriebenen indigenen Cayuse auf. Beide sind auf der Suche nach einer neuen Bleibe, einer Heimat, wo sie Wurzeln treiben können.

Neben den menschlichen Tragödien gibt es immer wieder poetisch wirkende bildhafte Landschaftsbeschreibungen und Eindrück aus der Prärie. In der Schönheit der Natur findet Honora Frieden und Kraft und auch ich hatte beim Lesen das Gefühl, diese Kraftorte zu brauchen, um das Gelesene verkraften zu können.

Mit diesem großartigen Roman beginnt mein neues Lesejahr. Ein echtes Highlight, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Bewertung vom 27.12.2025
Krause, Ute

Die Muskeltiere und die Fliegenden Teigtaschen


sehr gut

Ein neues lustiges Abenteuer der kleinen Nagetiere!
Im cbj Verlag erscheint Ute Krauses Kinderbuch Die Muskeltiere und die Fliegenden Teigtaschen (Band 8).

Vor Kurzem ist in der Hamburger Nachbarschaft der Muskeltiere aus einem fernen Land eine Familie mit einem Zwerghamster namens Hamza eingezogen. Als die Vermieterin von dem Hamster erfährt, kündigt sie Mutter Amina und ihren beiden Kindern Sonia und Luki sofort. Weil Hamza an seinen Menschenkindern hängt, möchte er ihnen wieder zu einer neuen Bleibe verhelfen. Die Muskeltiere sind sich einig und versprechen zu helfen, doch wie können sie das schaffen? Nachbarsjunge Ben, dessen Mutter eine Kochschule betreibt, ist pfiffig und tüftelt einen Plan aus. Nun müssen sie nur noch die Teigtaschen nach Berlin bringen. Wird ihnen das gelingen?

Dieser Band über die Muskeltiere ist eine weitere, spannende und schön bebilderte Folge der witzigen und unterschrockenen Nagetiere, die sich hilfreich für andere Menschen und Tiere in Not einsetzen. Dieses Mal geht es um eine Flüchtlingsfamilie, die wegen ihres kleinen Hamsters Hamza ihre Wohnung verlieren. Zum Glück war Hamza mit Mäuserich Picandou befreundet und hat ihm alles erzählt. Die Muskeltiere sind mal wieder einer Meinung und haben auch Ben auf ihrer Seite, dessen Vater beim Bundespräsidenten als Koch arbeitet. Mit einigen Teigtaschen im Gepäck fahren sie nach Berlin und erleben ein tolles Abenteuer.

Die Geschichte eignet sich wunderbar zum Vorlesen, Kinder ab acht Jahren können sich selbst durch die 23 Kapitel lesen. Einige schwierige Wörter und Sätze im Hamburger und Berliner Dialekt dürften aber für Verständnisprobleme sorgen. Ansonsten ist die Handlung abwechslungsreich und witzig, es wird spannend und mit etwas Glück und neuen Freunden kommen die Nager ihrem Ziel am Ende näher.

"Einer für alle und alle für einen!" Mit diesem Motto wagen sich die Muskeltiere unerschrocken auf eine abenteuerliche Reise nach Berlin ins Schloß Bellevue.

Nicht nur für Fans der Reihe eine weitere tolle Folge der liebenswerten Nagetiere! Diese Muskeltiere haben ihr Herz auf dem rechten Fleck und setzen sich für Menschen und Tiere in Not ein.

Sehr schön geschrieben und wunderbar illustriert. Das Rezept für die arabischen Teigtaschen habe ich aber vermisst.

Bewertung vom 26.12.2025
Cliff, Cynthia

Ein Tag im Museum. Das Wimmelbuch


sehr gut

Großer Such- und Entdeckerspaß zum Thema Museum!
Das Wimmelbuch Ein Tag im Museum wurde von der amerikanischen Künstlerin Cynthia Cliff illustriert, es erscheint im Prestel Verlag und eignet sich für Kinder ab 3 Jahren.

Ein Museumsbesuch ist immer interessant, gemeinsam mit Carlo gehen wir durch die Ausstellungsräume. Carlos Hund Pepe darf nicht mit hinein. Aber er hat sich einfach reingeschmuggelt und Carlo ist ständig auf der Suche nach ihm.

Dieses Wimmelbuch führt seine Besucher in ein Museum, wo man einen Dinosaurier-Raum und einen Saal mit unterschiedlichen Fahrzeugen bestaunen kann. In der Kunst Abteilung gibt es Bilder und Skulpturen und eine Ausstellung informiert über die alten Zivilisationen der Römer, Griechen und Ägypter. Und wer sich für die Natur interessiert, findet in der Ausstellung über das Meer verschiedene Pflanzen und Lebewesen.

Wer bereits das Ferien-Wimmelbuch "Wir fahren weg!" von Cynthia Cliff kennt, wird daraus einige Figuren wieder erkennen. Hier sehen sich Said und Sally Gemälde an und die frechen Zwillinge Rufus und Ronja spielen einfach mal Verstecken, während Tom sogar im Museum nur Interesse für sein Buch hat.

Die bunten Illustrationen zeigen unterschiedliche Ausstellungsobjekte, aber auch eine vielfältige Mischung an Besuchern, die die diverse Gesellschaft widerspiegelt. Was manche Besucherkinder hier allerdings treiben, möchte ich selbst eher nicht erleben. In so einem trubeligen Museum hätte ich keine Ruhe für das Ansehen der Objekte. Doch darum soll es in diesem Buch auch nicht gehen.

An diesem Buch aus Hartpappe im großen Format haben alle Wimmelfans ihren Spaß! Denn hier passiert wirklich viel und auch ohne Text erzählen die bunten Bilder eigene Geschichten und stellen die vielen Exponate des Museums vor und was die Besucher so alles anstellen. Die vielen lustigen Details gilt es zu entdecken und das Beobachtete in eigene Worte zu fassen. Ein Buch zur Förderung der Sprachfähigkeit und für das Verständnis von Aktivitäten und Emotionen.


Die im Buch gezeigten Personen werden auf der Buchrückseite vorgestellt und man im Buch suchen kann. Da die Figuren in anderen Szenen zu sehen sind, ist das für kleinere Kinder etwas schwierig.

Die vielseitigen Szenen im Museum zeigen Ausstellungsstücke und Besucher gleichermaßen, das bietet jede Menge Anregung für Kinder, um darüber zu sprechen. So wird dieses Buch zu einem Such- und Entdeckerspaß für kleine Kinder!

Bewertung vom 23.12.2025
Henn, Carsten Sebastian

Der Buchspazierer


sehr gut

Eine anrührende Geschichte über Bücher und ihre Magie!
Der Buchspazierer von Carsten Sebastian Henn erschien im Pendo Verlag (Piper).

Der Buchhändler Carl Kollhoff bringt nach der Arbeit seinen besonderen Stammkunden Bücher nach Hause, die er anhand ihrer Vorlieben selbst auswählt und sie damit erfreut. Diesen Lieferdienst verbindet er mit Spaziergängen durch die Stadt und eines Tages trifft er die neunjährige Schascha, die ihn zu den Menschen begleitet und Freude dabei hat, weil auch sie Bücher liebt. Sie freunden sich an, aber eines Tages kommt Schascha nicht mehr zu den Spaziergängen und Carl beginnt sie zu suchen. Dann übernimmt die Tochter des alten Inhabers das Geschäft und sieht keine Notwendigkeit für diese Art von Buchlieferungen. Sie kündigt Kollhoff und er fällt in ein tiefes Loch. Doch seine Kunden und Schascha finden Mittel und Wege, wie sie Menschen zusammen führen und ihnen wieder neuen Mut machen.

"Das geschriebene Wort wird immer bleiben...Und der Buchdruck ist die beste Konservierungsmethode für Gedanken und Geschihten. Darin können sie Jahrhunderte überdauern." Zitat S. 11

Diese Geschichte liest sich wie ein Märchen, in dem viele Bücher vorkommen und Menschen durch die Bücher den Kontakt zur Außenwelt halten. Es war mir eine Freude, die herzerwärmende Verbindung zwischen dem alten Carl und der kleinen Schascha zu erleben. Sie bringt ihn zum Lachen und sorgt mit ihrer Art und ihren Ideen dafür, dass auch die Kunden sie mögen. Die Story ist herzerwärmend und berührend, doch man sollte wissen, das es auch Figuren gibt, die gewalttätig sind oder Entscheidungen treffen, die man nicht gut heißen kann.

Dieser Roman erzählt von den beglückenden Gefühlen, die Bücher verleihen können, von Hoffnung, Mut und einer ungewöhnlichen Freundschaft erzählt. Carsten Henn hat es geschafft, die Charaktere mit ihren Eigenarten sichtbar zu machen. Einige davon habe ich in mein Herz geschlossen und habe gehofft, dass die Geschichte mit einem guten Ende ausgeht.

Bei den verschiedenen Büchern, die Carl seinen Stammkunden vorbeibringt, erkennt man sofort, welche Absicht er damit hat. Diese Idee hat mir sehr gut gefallen und ich habe Carl dafür bewundert, wie intensiv er sich seiner Aufgabe verschrieben. hat.

Ein anrührend schönes Buch über Bücher, über Bücherfreunde und über Menschen, die durch Bücher zu Freunden werden.

Bewertung vom 20.12.2025
Harmer, Sharon

Das verlorene Rentier


sehr gut

Eine schöne Geschichte, die zur Weihnachtszeit passt!
Bei arsEdition erscheint das Bilderbuch Das verlorene Rentier von Sharon Harmer für Kinder ab 24 Monaten.

Am Tag vor Weihnachten kocht der Weihnachtsmann seinen Rentieren zur Stärkung vor ihrer Reise eine leckere Suppe und backt Kekse. Weil das kleine Rentier Schnupfen hat, kann es den köstlichen Duft nicht schnuppern und es verläuft sich im Wald. Hilflos irrt es umher, bis einige Tiere des Waldes beschliessen, ihm zu helfen und seine Familie zu suchen. Aber werden sie noch rechtzeitig vor dem Fest eintreffen?

Bei diesem Bilderbuch aus stabiler Pappe begeistern vor allem die niedlichen Illustrationen verschiedener Waldtiere und es ist eine Augenweide, wie wunderschön die winterliche Pracht des Waldes mit vielen verschneiten Bäumen abgebildet wurde.

Das kleine Rentier irrt im Wald umher und ist einsam, doch dann begegnen ihm Maus, Bär, Frosch, Hase, Eichhörnchen und Fuchs und helfen, seine Familie wiederzufinden.
Die Geschichte wird in kindgerechter Sprache erzählt, der Text ist von der Länger her kurz genug, um die nötige Aufmerksamkeit der Kinder nicht zu überfordern. Und die Tiere sind einfach nur allerliebst anzusehen. Das Gefühl sich verlaufen zu haben oder sich allein zu fühlen ist Kleinkindern bekannt und so fiebern sie gespannt mit dem Rentier mit und sind froh, als alles sich zum Guten fügt und die Tiere zum Dank auch Weihnachtsgeschenke bekommen.

Die Botschaft hinter dieser Geschichte ist die der Weihnachtsbotschaft, die in diesem Fall auf Hilfe, Zusammenhalt und Unterstützung zwischen Tieren aufmerksam macht. Genauso sollten sich Menschen gegenseitig helfen und wie man sich fühlt, wenn man sich verlaufen hat, können auch schon kleine Kinder sehr gut verstehen.

Eine schöne Geschichte, die die Weihnachtszeit feiert!