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Benutzername: Elchi130
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Bewertungen

Insgesamt 82 Bewertungen
Bewertung vom 26.11.2020
A Fate Darker Than Love / The Last Goddess Bd.1 (eBook, ePUB)
Iosivoni, Bianca

A Fate Darker Than Love / The Last Goddess Bd.1 (eBook, ePUB)


weniger gut

Super Idee, enttäuschend umgesetzt

Blair ist die Tochter einer Valkyre. Da Blairs Schwester Fenja nun alt genug ist, soll sie das Erbe ihrer Mutter antreten. Doch auf dem Weg nach Valhalla sterben Mutter und Schwester. Blair macht sich nun auch auf den Weg dorthin, um verstehen zu können, was passiert ist. Schnell zeigt sich, dass die Valkyren, Blair und ihr bester Freund Ryan ein Schicksal teilen…

Schon der Einstieg in das Buch gestaltet sich nach ein paar Seiten langatmig. Zu Beginn werden Blair und ihr bester Freund Ryan ausführlich eingeführt, damit wir als Leser/innen eine Verbindung zu ihnen aufbauen können. Doch dann verunglücken Blairs Mutter und ihre Schwester. Nun geht es sehr lange und ausführlich um die Trauer, die Blair vollständig im Griff hat und um die Entscheidungen, die sie aufgrund ihrer Weigerung, den Tod dieser geliebten Menschen zu akzeptieren, trifft. Entscheidungen, die ich nicht nachvollziehen und deren Sinn ich nicht verstehen konnte.

Den Großteil des Buches befindet sich die Geschichte auf der Gesprächsebene, statt auf der Handlungsebene. Dadurch geschieht gefühlt gar nichts und ich musste mich immer wieder zwingen, weiterzulesen, damit ich von der Stelle komme.

Zwischendurch gibt es zwar kurze interessante Lichtblicke, in denen wir und auch Blair ein paar interessante Dinge aus der Mythenwelt erfahren. Doch diese Szenen sind schnell vorbei und dann geht es mit Beziehungsgesprächen weiter.

Gegen Ende gab es eine Szene, in der Blair mit einer Valkyre und einem kleinen Mädchen trainiert. Da dachte ich mir, dass diese Szene ins erste Drittel des Buches gehört hätte und danach hätte die Geschichte richtig durchstarten können. Das macht die Erzählung dann auch. Nur leider geht es dann in eine Richtung, die mich nur noch wütend gemacht hat. Kampf, Verrat, Dummheit… und für mich die Erkenntnis, dass ich Teil 2 nicht lesen werde.

Bianca Iosivoni kann, wie ich aus Liebesgeschichten weiß, gut schreiben. Vielleicht ist das Fantasy-Genre einfach nicht der richtige Bereich für sie und sie sollte bei dem bleiben, wo sie gut ist. Für mich war „The last goddess – A fate darker than love“ eine spannende Idee, die schlecht umgesetzt wurde. Das Beste an dem Buch ist nach meiner Ansicht das Cover.

Bewertung vom 24.11.2020
Frostgrab
Reynolds, Allie

Frostgrab


sehr gut

Super Idee, gut umgesetzt

Fünf Personen treffen sich in einem Chalet in den Bergen. Vor 10 Jahren waren sie Teil einer Clique, die die Wintermonate in dieser Gegend verbracht hat. Sie verband das Snowboarden, das Training und die Wettkämpfe. Doch dann ist etwas passiert, das ihre Freundschaften zerbrechen ließ. Nun, in der Gegenwart, sind sie in eine Falle getappt und sitzen in den Bergen fest. Nach und nach kommen die Geheimnisse und Ereignisse der Vergangenheit ans Licht…

Der Beginn des Buches „Frostgrab“ erinnerte mich zum einen an Bücher von Agatha Christie. Eine eingeschlossene Gruppe Menschen, die durch ein Geheimnis verbunden sind.
Zum anderen hatte die Atmosphäre etwas von einem Horrorfilm. Die Personen erkunden das Chalet, es passieren immer wieder unheimliche Dinge und über allem liegt eine Atmosphäre der Bedrohung.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Wir begleiten Milla, unsere Ich-Erzählerin, Curtis, Brent, Heather und Dale im Heute. Und wir lernen die Ereignisse von vor 10 Jahren kennen. Die Zeitebenen wechseln sich kapitelweise ab. So erfahren wir nach und nach, was damals passiert ist. Dadurch verstehen wir die Dynamik der Figuren im Heute.

Das Buch ist spannend, teilweise gruselig, aber auch eine Sozialstudie. Die Ereignisse im Heute hätte im Mittelteil mehr Tempo vertragen können. Da dümpelte die Erzählung eine Weile recht ereignislos vor sich hin. Doch durch die Geschichte, die in der Vergangenheit spielt, war das Buch immer noch spannend. Trotzdem fragte ich mich im Heute mehrfach, wann die Lage der 5 Personen wohl eskaliert und die Geheimnisse ans Licht kommen.

Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten. Das liegt unter anderem daran, dass die Autorin Allie Reynolds die Personen und die Gruppendynamik sehr anschaulich beschrieben hat. Die Handlungsweisen der Figuren sind gut und verständlich ausgearbeitet. Als Leserin konnte ich sehen und gut nachempfinden, wie die Protagonisten in beiden Zeitebenen unaufhaltsam auf die Katastrophe zuschliddern.

Da ich nicht am Snowboarden interessiert bin, hätte der Sport im Buch nicht so ausführlich beschrieben werden müssen. Die Autorin hat diese Sportart jedoch jahrelang ausgeübt, daher war es für sie wahrscheinlich ganz normal, die Abläufe ausführlich zu beschreiben. Und Leser/innen, die Ahnung davon haben, werden die Ausführungen vermutlich schön finden und genießen.

Das Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert und ich werde die Autorin im Blick behalten, damit ich das nächste Buch nicht verpasse.

Bewertung vom 24.11.2020
Der Petticoat-Mörder / Fred Lemke Bd.1
Bell, Leonard

Der Petticoat-Mörder / Fred Lemke Bd.1


ausgezeichnet

Toller neuer Ermittler

Fred Lemke schließt 1958 die Polizeischule als zweitschlechtester seines Jahrgangs ab. Trotzdem erhält er eine Anstellung als Kriminalassistent in der Abteilung für Mordermittlungen in Berlin. Sofort an seinem ersten Arbeitstag wird er mit seinem Vorgesetzten, Kommissar Auweiler, an den Tatort eines Mordes gerufen…

Fred Lemke hat ein schlechtes Zeugnis auf der Polizeischule erhalten, weil er einen fantasievollen Ermittlungsstil hat und sich Autoritäten nicht unterordnen will. Und genau diese beiden Merkmale zeichnen auch seine Arbeit in der Mordkommission aus. Die altgedienten Vorgesetzten sind stets auf der Suche nach der schnellen, bequemen Lösung des Mordfalls. Doch das reicht dem Kriminalassistenten Fred Lemke nicht. Er will die Wahrheit herausfinden. Auch, wenn er dabei immer wieder in die Nazi-Vergangenheit Deutschlands vorstoßen will. Denn diese ist für viele Menschen in den 50er Jahren Geschichte, die unter den Teppich gekehrt wurde und dort ruhen soll.

Zu Beginn führt der Autor Leonard Bell uns langsam und leise in die Zeit der 50er Jahre ein, damit wir als Leser/innen ein Gefühl für diese Zeit bekommen. Genauso gemächlich stellt er uns seine Hauptfigur Fred Lemke ausführlich vor, damit wir ein Gespür für ihn entwickeln. Daher hatte ich zu Beginn die Befürchtung, dass die Kriminalhandlung zu kurz kommt.

Doch bald durfte ich feststellen, dass dies nicht der Fall ist. Die gesamte Handlung kreist um ihren Ermittler. Dabei erfahren wir viel darüber, was dieser für ein Mensch ist, wie er denkt und die Welt erlebt. Doch wir begleiten ihn ebenso bei seinen Ermittlungen. Sehen, wie er sich wie ein Terrier nicht von seinen Ermittlungen abbringen lässt und trotz Gegenwind von oben beharrlich nach der Wahrheit und nicht nach der offensichtlichen Lösung sucht. Begleitet wird er immer wieder von der Sonderermittlerin Ellen von Stain, die am gleichen Tag in der Abteilung für Mordermittlungen anfängt wie er. Allerdings hat sie einen Sonderstatus, der sogar die Chefs vor ihr zurückweichen lässt. So kann sie sich einige Dinge erlauben, die sich ein neuer Kriminalassistent nicht erlauben darf.

Die Ermittlungen selbst sind spannend. Wir kreisen ein ums andere Mal Verdächtige ein, müssen sie wieder ziehen lassen. Zweifeln, ob wir den Täter nicht doch übersehen haben. Diese Art des Rätselratens liebe ich an guten Krimis. Zusätzlich ist hier die Auflösung nach meiner Ansicht auch noch gut gelungen.
Weiter so Fred Lemke – und natürlich auch Leonard Bell.

Bewertung vom 15.11.2020
Asterix - Der Goldene Hinkelstein
Uderzo, Albert; Goscinny, René

Asterix - Der Goldene Hinkelstein


sehr gut

Schöne Ergänzung für meine Sammlung

Im Asterix-Band „Der goldene Hinkelstein“ will der Barde Troubadix an einem Gesangswettbewerb teilnehmen, bei dem der beste Barde mit einem goldenen Hinkelstein ausgezeichnet wird. Da Asterix Unruhen befürchtet, wenn Troubadix die Bühne betritt, begleiten Obelix und er den Barden zu diesem Wettbewerb…

Dieser Band ist anders als die sonstigen Asterix-Bände. Hier wird das Geschehen nicht als Comic erzählt. Wir haben auf der Seite einen Dialog abgedruckt und ein Bild, welches die Handlung verdeutlicht. Dies ist der Fall, weil „Der goldene Hinkelstein“ im Jahre 1967 als Hörspiel erschienen ist. Dazu gab es Zeichnungen in einem Begleitheft.

Klar wäre es schön gewesen, wenn wir die Geschichte nun als Comic erzählt bekommen würden. Aber so erhalten wir die Original-Zeichnungen und die Original-Texte der beiden Erfinder von Asterix und Obelix. Und das finde ich gerade das Schöne an diesem Heft. Denn die ursprünglichen Erfinder Rene Goscinny und Albert Uderzo haben nach meiner Ansicht bessere Texte und tolle Zeichnungen geliefert. Wenn die Geschichte nun von den Nachfolgern als Comic erstellt worden wäre, dann hätte bestimmt eine Modernisierung stattgefunden. Dafür sind mir die Originale viel zu schade und ich bin froh, dass die Verantwortlichen sich dagegen entschieden haben. Auch wenn wir so einen Bildband und keinen Comic vor uns haben.

Die Texte sind für mich einfach typisch Asterix und Obelix, wie ich sie liebe. Sehr humorvoll, voller Anspielungen aber nie billig. Und für mich leben die Geschichten der beiden Gallier zu einem großen Teil über diese Texte. Daher habe ich das Heft sehr genossen und mich daran erfreut. Vielen Dank, dass es die Möglichkeit gab, noch einmal in die Welt von 1967 einzutauchen. Schade, dass es nur eine kurze Reise war.

Bewertung vom 15.11.2020
Auf silberner Fährte / Reckless Bd.4
Funke, Cornelia

Auf silberner Fährte / Reckless Bd.4


ausgezeichnet

Cornelia Funke schreibt in ihrer eigenen Liga

Jacob und Fuchs sind auf der Flucht vor dem Erlelfen Spieler. Will sucht nach einem Erlelfen, der Sechzehn heilen kann. Und so begegnen sich die Vier auf einer Fähre nach Nihon wieder. Will und Sechzehn sind in Begleitung des Goyl Nerron, Jacobs Rivalen im Wettlauf um die Schatzsuche. Für genügend Spannungen zwischen den Figuren ist damit gesorgt…

Schon auf den ersten Seiten wird mir wieder klar, dass es keine andere Schriftstellerin gibt, die mit Cornelia Funke vergleichbar wäre. Mit der Spiegelwelt hat sie ein ganz eigenes Reich geschaffen und baut es mit jedem weiteren Reckless-Band weiter aus. So befinden wir uns nun in dem Teil der Welt, der in unserer Welt Asien darstellt. Die Autorin erschafft Welten, die sehr reich an Details sind und eine Tiefe aufweisen, sodass ich mir als Leserin diese Welten sehr gut vorstellen kann. Und sie hört nie damit auf. Immer wieder gibt es Neues zu entdecken in der Spiegelwelt. Genauso geht sie auch bei den Figuren vor. Diese sind komplex und weisen alle einen tief ausgearbeiteten Charakter auf. Viele dieser Figuren begegnen uns im Laufe der Serie immer wieder. Dabei ist kein Geschöpf eindimensional gezeichnet. Alle haben sowohl gute als auch schlechte Eigenschaften. Manchmal wechseln sie dabei auch die Seiten, sodass es spannend bleibt, wer Freund und wer Feind ist.

Besonders gut hat mir auch an diesem Band „Reckless – Auf silberner Fährte“ wieder gefallen, dass ich die Handlung niemals langweilig oder vorhersehbar finde. Wenn ich denke, ich weiß, was als nächstes passiert, überrascht die Autorin mich damit, dass etwas Unvorhergesehenes passiert und die weitere Erzählung eine ganz neue Richtung einschlägt.

Super finde ich zudem, wie Cornelia Funke immer wieder die Geschehnisse der Vorgängerbände einbaut. Ihre literarischen Gestalten lassen uns an ihren Gedanken teilhaben und diese beziehen sich auf die Vergangenheit, Zukunft, Hoffnungen, Ängste usw. Genauso, wie unsere Gedanken, die auch immer wieder um Vergangenes, Zukünftiges, Hoffnungen und Ängste kreisen. So wirkt der Rückblick immer unverkrampft und wie nebenbei erzählt.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich das Ende des Buches gelesen. Ein lachendes Auge, weil die Geschichte von Reckless auf jeden Fall noch weitergehen wird und ich mich auf ein weiteres Buch freuen kann. Ein weinendes Auge, weil im Buch mehrere Handlungsstränge angelegt werden, aber keiner wird zuende geführt. Meine Freude über weitere Bücher aus der Spiegelwelt überwiegt jedoch. Für mich ist Cornelia Funke eine Meisterin der Erzählkunst, die ihresgleichen sucht.

Bewertung vom 15.11.2020
Blutige Rache - Joe Brody-Reihe, Band 1 (Ungekürzt) (MP3-Download)
Gordon, David

Blutige Rache - Joe Brody-Reihe, Band 1 (Ungekürzt) (MP3-Download)


sehr gut

Gute Geschichte, spannende Ideen

Joe Brody ist Türsteher eines Striptease-Clubs in New York. Sein Boss ist der Mafiaboss Gio Caprisi. Als das FBI einen Terroranschlag verhindern will, nimmt es die gesamte New Yorker Unterwelt in Gewahrsam. Als Joe wieder auf freiem Fuß ist, nimmt er an einem Überfall teil, der sowohl für das FBI als auch die Unterwelt weitreichende Folgen hat…

Gelesen wird das Buch „Blutige Rache“ des Autors David Gordon von Dietmar Wunder. Für mich gehört Dietmar Wunder zu den besten Hörbuch-Sprechern, die wir in Deutschland haben. Und auch hier zeigt er im Laufe der Geschichte wieder sein gesamtes Können. Es ist für mich einfach ein Genuss, ihm zu lauschen.

Zu Beginn des Buches war mir die Sprache des Autors zu schlicht und ich habe mir regelmäßig mehr Raffinesse bei der Satzbildung und Ausdrucksweise gewünscht. Im Laufe des Thrilllers hat sich das aber gelegt.

Gelegen hat dies daran, dass die Handlung von Track zu Track an Spannung zunahm. David Gordon liefert uns mit „Blutige Rache“ viel Action. Es gibt Schießereien, Diebstähle, Einbrüche. Aber es gibt auch geschickte Schachzüge, Flirtereien und humorvolle Abschnitte. Vor allem ist die Handlung abwechslungsreich, nicht vorhersehbar und die Ereignisse überschlagen sich regelmäßig.

Die Figuren wachsen der Hörer/in schnell ans Herz. Da ist der Türsteher Joe Brody, der früher Scharfschütze war, ein Gentleman-Gauner ist und über klare Moralvorstellungen verfügt. FBI Agentin Donna ist ehrgeizig, alleinerziehend, sehnt sich nach Liebe. Zwischen ihr und Joe ist sofort eine Anziehung spürbar, mit der über das gesamte Buch hinweg gespielt wird. Auch Donna ist einem sofort sympathisch. Sie ist intelligent, will es beim FBI zu etwas bringen und sieht auch die Zwischentöne im Leben. Der Mafiosi Gio Caprisi ist die dritte Hauptfigur. Er ist zwar Mafiaboss, aber auch ein Familienmensch, er ist sexuell tolerant und arbeitet lieber mit seinem Kopf als der Knarre.

„Blutige Rache“ hat mir viel Spaß bereitet und ich wurde gut unterhalten. Ich mag Gaunerkomödien. Diese ist dazu noch temporeich, was für einen kurzweiligen Konsum sorgt. Ganz bestimmt werde ich mir auch den zweiten Teil der Reihe zulegen, um zu erfahren, wie es mit Joe, Donna und Gio weitergeht.

Bewertung vom 08.11.2020
Die Liebe Geld
Glattauer, Daniel

Die Liebe Geld


ausgezeichnet

Ich freue mich schon darauf, dieses Stück im Theater zu sehen

Herr Henrich möchte Geld von seinem Konto abheben. Die Bankautomaten geben ihm jedoch schon seit Tagen kein Geld. Daher wendet er sich an seine Bank, bei der er seit 15 Jahren Kunde ist. Doch auch hier kann er das Problem nicht so einfach lösen, wie erhofft…

Daniel Glattauer zeigt uns in „Die Liebe Geld“, wie hilflos wir den Banken ausgeliefert sind, wenn diese nicht mit uns zusammenarbeiten wollen. Dabei entlarvt er das System. Das erste Drittel des Buches habe ich als sehr zynisch empfunden. Die Ohnmacht, die bei Herrn Henrich entsteht, hat sich auf mich übertragen und ich war unglaublich wütend und machtlos. Die beiden Banker stellen sich immer wieder als hilfsbereite, nette Menschen von nebenan dar und lassen den Kunden auflaufen und seine berechtigten Anliegen an sich abperlen.

Das Ende weist einen Twist auf, der für ein Theaterstück nicht unüblich ist, den ich trotzdem erst sehr spät habe kommen sehen.

Direkt von Beginn an, habe ich mir das Stück unheimlich gut auf einer Bühne vorstellen können. Es ist sofort klar, dass es genau dafür geschrieben worden ist. Und ich freue mich schon jetzt darauf, diese Komödie im Theater zu sehen.

„Die Liebe Geld“ hat mich gut unterhalten, mir sehr gut gefallen und mich sowohl zum Schmunzeln als auch zum Lachen gebracht. Es ist entlarvend für eine ganze Branche und arbeitet mit vielen Vorurteilen, die wir dem Bankwesen gegenüber hegen… Vielleicht an der einen oder anderen Stelle sogar mit Recht.

Bewertung vom 08.11.2020
Talus
Grimm, Liza

Talus


sehr gut

Durchhalten, es lohnt sich

Ihr gesamtes Leben glaubt Erin daran, dass es Magie und fantastische Wesen wirklich gibt. Als junge Frau lebt sie nun in Edinburgh und arbeitet in einem kleinen Unternehmen, das Geisterführungen anbietet. Mittlerweile hat sie ihren Glauben an Geister und Magie aber aufgegeben. Doch ausgerechnet jetzt begegnet ihr bei einer ihrer Touren ein Geist. Und schon ist sie Mitten drin in einem Abenteuer um Hexen und einen magischen Gegenstand, der Talus heißt.

Liza Grimm stellt uns auf den ersten ca. 80 Seiten die unterschiedlichen Figuren in kurzen Kapiteln vor. Einen Zusammenhang zwischen diesen Figuren können wir als Leser/in noch nicht erkennen. Auch bleibt die Handlung durch die vielen Sprünge von Erin, der Frau, zur Hexe Lu, zum Hexer Noah und Hexer Kaito sehr lange undurchsichtig. Mal befinden wir uns auf der Erde, mal im Hexenreich. Diese Einführung in die Geschichte von „Talus – Die Hexen von Edinburgh“ habe ich als sehr zäh und anstrengend empfunden.

Richtig los geht die Handlung für mich erst, als Erin einem Geist begegnet und in die Geschehnisse der Hexenwelt hineingezogen wird. Ab da ist das Buch sehr abwechslungsreich und spannend, sodass ich das Buch nun gar nicht mehr aus der Hand legen mochte und die Seiten nur so dahinflogen.

Leider mochte ich die Person Erin nicht sonderlich. Sie ging mir mit ihrem Eigensinn und dem sturen Beharren auf Selbstständigkeit in einer für sie unbekannten Welt auf die Nerven. Ich finde es sehr unwahrscheinlich, dass sie im Universum der Hexen ganz ohne deren Hilfe überleben kann.

Das Ende hat mir sehr gut gefallen. Wir erfahren, was es mit Talus auf sich hat, wie er wirkt und warum so viele Hexen hinter diesem Würfel her sind. Zudem bietet der Schluss genügend Raum für einen weiteren Teil, ist für mich jedoch auch so gut abgeschlossen, falls es keine weiteren Bücher mehr geben wird.

Bewertung vom 08.11.2020
Play
Elsäßer, Tobias

Play


gut

Ich glaube, ich habe das Buch nicht verstanden

Jonas hat sein Abitur bestanden und die Schule beendet. Nun will er sich ein wenig durch die Welt treiben lassen und packt seinen Rucksack. Zurück lässt er seine Lehrerin, mit der er nach der Abiturfeier eine Affäre begonnen hat. Jonas innerer Antrieb ist ein Programm, dass sich MASCHINE nennt. MASCHINE hat ihm vorhergesagt, dass er die gleichen Fehler im Leben machen wird, wie sein Vater, der die Familie verlassen hat, als Jonas und seine Schwester noch klein waren. Bereits am ersten Tag seiner Reise trifft er auf drei junge Frauen, die zu einer exklusiven Party wollen und ihn mitnehmen…

Anhand der Vermarktung des Buches habe ich einen Science-Fiction-Roman erwartet, der in der Zukunft und einer für mich unbekannten Welt spielt. Doch „Play“ spielt in der Gegenwart in unserer Welt. Jonas ist ein ganz normaler Abiturient, wie es ihn in unserer Zeit zuhauf gibt. Einzig seine Motivation ist ungewöhnlich. Er ist in der Tiefe des „www“ auf eine App gestoßen, die seine Zukunft vorhersagen kann. Da er diese Zukunft nicht akzeptieren will, macht er alles, um von dem Programm in 90 Tagen eine andere Zukunft vorhergesagt zu bekommen. Das fand ich zu Beginn noch unterhaltsam. Da Jonas sich auf eine unbekannte Reise begibt, neue Leute kennenlernt und sich ins Leben schmeißt.

Doch schon bald befindet sich Jonas mit Sun, einer der drei Frauen, in einer einsamen Hütte im Wald. Für mich stagniert die Handlung mit der Abgeschiedenheit von der Welt. Das gesamte Buch tritt nach meiner Meinung, von diesem Abschnitt an, auf der Stelle und ist nur noch mäßig spannend. Zum Ende überschlagen sich dann die Ereignisse, doch da habe ich bereits das Interesse an der Handlung verloren. Dazu kommt, dass mir Jonas sehr fremd bleibt, ich seine Handlungen oft nicht verstehe und auch nicht nachvollziehbar finde. Sun ist auch keine Person, die mich mehr für sich einnehmen konnte. Sie ist sprunghaft, schwierig, schwankt sowohl in ihrem Verhalten als auch in ihrem Reden.

Zum Ende löst der Autor vieles auf, was ich als Leserin im Hinterkopf hatte. Die Gesamtgeschichte konnte mich jedoch nicht überzeugen und ich bleibe eher ratlos zurück.

Bewertung vom 08.11.2020
Die Schweigende
Sandberg, Ellen

Die Schweigende


ausgezeichnet

Ellen Sandberg hat sich selbst übertroffen

,Als Jens Remy stirbt, hinterlässt er seine Frau Karin und die drei erwachsenen Töchter Anne, Geli und Imke. Da die vier Frauen grundverschieden sind, beginnt die Familie mit dem Tod des Vaters auseinanderzubrechen. Zudem hat Jens seine Tochter Imke gebeten, nach Peter zu suchen. Diesen Namen hat Imke jedoch noch nie gehört. Als sie sich auf die Spurensuche begibt, muss sie feststellen, dass sie im Grunde nichts über ihre Mutter und deren Vergangenheit weiß…

Das Buch spielt auf mehreren Zeitebenen. Eine Ebene spielt in der Gegenwart, dem Jahr 2019. Hier lernen wir die Töchter von Jens und Karin Remy kennen. Sie stehen alle drei Mitten im Leben, haben jedoch sehr unterschiedliche Lebenswege gewählt. Ellen Sandberg hat sie alle sehr komplex und vielschichtig angelegt, sodass ich mir als Leserin ein sehr genaues Bild von ihnen machen kann, ohne dass sich die Geschichte verzettelt. Imke ist die hilfsbereite, vermittelnde Tochter. Anne wird von Ehrgeiz zerfressen, sieht nur sich und ihre Bedürfnisse und die Schuld, wenn etwas nicht klappt, liegt immer bei jemand anderem. Geli hat von ihrem verstorbenen Mann ein großes Vermögen geerbt, ist ihren Kindern gegenüber sehr überbehütend und leidet immer noch unter ihrer gefühlskalten Mutter.

Die Mutter Karin lernen wir als trauernde Witwe kennen. Sie muss den Verlust ihres geliebten Mannes, der zudem ihre Stütze war, verkraften. Aufgrund der Nachforschungen über Peter, wird sie nach vielen Jahrzehnten wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Wir verfolgen, wie sie als Teenagerin ihren Weg sucht und wir erleben, wie sie gebrochen wird. Ellen Sandberg lässt uns auch an der ersten Begegnung von Jens und Karin teilhaben. Eine Karin, die kaum noch etwas gemein hat, mit dem lebensfrohen, selbstbewussten und starken Teenager. Und genau das finde ich sehr interessant dargestellt, wir lernen die drei verschiedenen Persönlichkeiten Karins kennen und das nebeneinander, da wir uns mal in der Gegenwart, mal in den 50er Jahren und mal zwischen diesen Zeiten befinden. Es ist erstaunlich und erschreckend, wie sehr sie sich verändert hat im Laufe ihres Lebens. Die Umstände, unter denen Karin gebrochen wird und ihre Persönlichkeit sich verändert hat, sind für mich als Leserin zum Teil kaum zu ertragen. Die Autorin schildert alles sehr anschaulich und glaubhaft.

Genauso gut arbeitet die Autorin die Dynamik zwischen den vier Frauen heraus. Was treibt sie jeweils an, wie sehen die Persönlichkeiten aus und wie beeinflussen sie sich gegenseitig. Dazu kommt dann noch, dass das Wissen um die Vergangenheit der eigenen Mutter auch für Veränderungen in der Familienenergie sorgt.

Das alles ist so anschaulich und mitreißend beschrieben, dass ich das Buch gar nicht aus der Hand legen mochte. Hat mich Ellen Sandberg vor ein paar Jahren mit „Die Vergessenen“ begeistert, so dass ich sehnsüchtig auf jeden weiteren Roman von ihr warte, hat sie mich nun leidenschaftlich für dieses Buch entflammt. Auch dieses Buch von ihr ist wieder ein Jahreshighlight.