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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Wolly
Wohnort: Kempten
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Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 98 Bewertungen
Bewertung vom 10.02.2019
Witch Hunter Bd.1
Boecker, Virginia

Witch Hunter Bd.1


sehr gut

In Virginia Boeckers Witch Hunter begeben wir uns ins mittelalterliche England, in dem die größte Todsünde die Ausübung von Magie ist. Reihenweise verbrennen Hexen auf dem Scheiterhaufen oder werden auf dem Markplatz aufgeknüpft. Beteiligt daran ist die junge Elizabeth, die eine der erfolgreichsten ihre Zunft ist - der Zunft der Hexenjäger. Doch auch als Jägerin des Königs ist sie nicht vor Strafe gefeit. Als sie eines Tages mit einem verboten Bündel Kräuter erwischt wird, fällt schnell ein Urteil. Sie wird der Hexerei angeklagt und kommt ins Gefängnis, wo sie auf ihre Hinrichtung warten soll. Wieder erwarten wird sie dort weder von ihrem Lehrmeister Blackwell, noch von ihrem besten Freund Caleb gerettet, sondern bekommt Schützenhilfe von unerwarteter Seite. Nicholas Perevil, einer der mächtigsten Magier des Landes kommt um sie zu befreien - doch kann sie ihm trauen und warum befreit er eine Jägerin?

Meinung:

Witch Hunter ist der erste Band eines Zweiteilers. der mir ganz klar Lust macht auf mehr. Es handelt sich um den ersten Roman der Autorin, was dem Buch überhaupt nicht anzumerken ist. Gerade die sprachlichen kleinen Makel, die sich manchmal bei Debütautoren einschleichen, sind mir hier beim Lesen überhaupt nicht aufgefallen.
Man hat ganz im Gegenteil eher das Gefühl, es mit einer wirklich erfahrenen Autorin zu tun zu haben, sowohl sprachlich als auch inhaltlich.

Allein das eher düstere Mittelaltersetting macht Spaß, beinhaltet es doch eine gewisse makabere Faszination. Hinzu kommt natürlich Elizabeths spannender Beruf. Hexenjäger trifft man schließlich nicht alle Tage. Ich mochte die Beschreibungen ihres Lebensweges und konnte mir besonders die Tests während ihrer Ausbildung lebhaft vorstellen. Da gruselt es mich bei der ein oder anderen Vorstellung schon ein wenig. Ebenso gruselig finde ich den Fanatismus zur damaligen Zeit, mit dem vermeintliche Hexen verfolgt wurden.

Doch muss man ganz klar sagen, das nicht alles gruselig war. Manches war spannend, manches romantisch und manches einfach nur amüsant. Gefreut hat mich vor allen Dingen, das dieses Buch hauptsächlich auf die eigentliche Geschichte ausgelegt war und eher zweitrangig auf die Liebe. Dieser Umstand, gepaart mit dem Fehlen einer klassischen Dreiecksgeschichte, macht dieses Buch eher selten in seinem Genre. Damit will ich nicht sagen, das es gar keine Liebespaare gäbe, aber es fehlt eben das extreme Hin und Her vieler Bücher, ebenso wie die eindeutige Erotik.

Weiterhin gut gefallen haben mir die Charaktere, auch wenn mich Elizabeth manchmal ein wenig genervt hat. Ansonsten hat mir aber sowohl die Gruppe um den Magier Nicholas zugesagt, als auch der gut gewählte Antagonist. Ich bin schon neugierig, wie sich die Figuren wohl im zweiten Teil weiter entwickeln werden.

Fazit:
Von mir gibts eine Leseempfehlung für einen wirklich guten Jugendroman.

Bewertung vom 07.02.2019
Der Klang der Täuschung / Die Chroniken der Hoffnung Bd.1
Pearson, Mary E.

Der Klang der Täuschung / Die Chroniken der Hoffnung Bd.1


sehr gut

Mit "Der Klang der Täuschung" beginnt eine neue Reihe der erfolgreichen Autorin Mary E. Pearson, die den Leser sowohl fremde Wege als auch gewohnte Pfade gehen lässt.
Wer die Vorgängerreihe "Die Chroniken der Verbliebenen" gelesen hat, wird auf alte Bekannte treffen und Orte wiedererkennen. die er bereits bereist hat. Allein das schöne Cover sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert.

Trotz des gewohnten Stils ist der Einstieg allerdings ein wenig holprig. Die Autorin schmeißt mit neuen Namen nur so um sich, was die Übersicht zu Beginn deutlich erschwert - hier sei jedem Leser ein Notizbuch empfohlen.
Wenn man dann allerdings ersteinmal Ordnung in das anfängliche Chaos gebracht hat, wird man mit einer guten Geschichte belohnt.
Dabei dürfen Fans die schon bewährte Mischung aus Krieg, Liebe und Abenteuer erwarten, die schon die vorhergehende Reihe so erfolgreich gemacht hat. Für mich liest sich dieses Buch genauso gut wie ihre anderen Bücher. Ich mag ihre Art zu schreiben und ihr Talent Schicksale elegant miteinander zu verknüpfen. Die Charaktere sind wie immer nicht die einfachsten, oft stur und rechthaberisch, dafür aber auch unheimlich talentiert und fleißig. Hier ruht sich niemand aus, was mir ausnehmend gut gefällt. Die einzige Kritik, die ich anbringen möchte, sind die zeitweiligen Längen, die auch in den früheren Werken schon ein Problem waren. Manche Stellen ziehen sich einfach - man weiß aber zum Glück immer das man für die Durststrecke mit etwas umso spannenderem belohnt wird. Was das betrifft, ist die Autorin zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk. Selbiges gilt leider auch für den Cliffhanger am Ende. Auch hier hat sie es wieder geschafft, auf den letzten Seiten, noch etwas völlig Unerwartetes aus dem Hut zu ziehen. Nun heißt es wieder warten, bis man erfährt, wie es wohl weitergehen mag.

Fazit:
Für mich sollte man "Die Chroniken der Verbliebenen" vorab gelesen haben. Auch wenn es theoretisch ohne Vorwissen geht, kann man Vieles doch deutlich besser verstehen. Fans der alten Reihe werden meiner Meinung nach mit dieser auch glücklich werden.

Bewertung vom 04.02.2019
Ran an das Fett
Fleck, Anne

Ran an das Fett


sehr gut

Mit „Ran an das Fett“ wird aufgeräumt – mit Missverständnissen, veralteten Empfehlungen und mit der eigenen Sicht auf gesunde Ernährung. In den letzten Jahrzehnten haben wir alle gelernt, das Fett fett macht. Es verursacht angeblich Übergewicht, erhöhte Cholesterinspiegel, Herzkreislauferkrankungen und vieles mehr. In Folge dieser Annahme wurde Fett weitestgehend aus unserem täglichen Speiseplan gestrichen. Supermärkte wurden überschwemmt mit Halbfettprodukten, die Industrie stellte sich um und der Mensch lebte mit Verzicht. Trotzdem haben wir so viel Übergewicht wie nie, Herzkreislauferkrankungen sind mit an der Spitze der Todesursachen und Krankheiten wie Krebs werden immer häufiger.
Dr. med. Anne Fleck ist eine große Anhängerin des Nährstoffes Fett und versucht, ihn in das richtige Licht zu rücken, denn richtig eingesetzt kann Fett schützen und manches sogar heilen. Um uns ihr Wissen zu vermitteln, nimmt die Autorin uns mit auf eine Reise in den Körper. Sie erklärt uns, was es für unterschiedliche Arten an Fett gibt, wie sie vom Körper verarbeitet werden und wie gesund oder eben ungesund manche Lebensmittel sind. Des Weiteren beschäftigen wir uns in diesem Ratgeber mit verschiedenen Krankheitsbildern, einem kleinen Selbsttest und Tipps und Tricks um in Zukunft gesünder zu leben.

Meinung:

Für mich sind die Ausführungen komplex, aber trotzdem gut verständlich beschrieben. Es ist kein Buch, was sich mal eben nebenbei lesen lässt. Für 390 Seiten Information sollte man sich also Zeit nehmen.
Der Schreibstil gefällt mir mit kleinen Abstrichen sehr gut. Das Lesen wird nicht langweilig, obwohl es sich um ein wissenschaftliches Thema handelt. Inhaltlich finde ich die meisten Aspekte logisch und kann manches aus eigener Erfahrung bestätigen. Trotzdem muss auch erwähnt werden, dass mir die Haltung der Autorin nicht immer gefällt. Sie beklagt die massive Verteufelung von Fett, schreibt aber eben so heftig für ihr geliebtes Lebensmittel. Ich hätte mir da an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Zurückhaltung gewünscht. So entsteht manchmal der Eindruck, dass sie die einzig wahre Lebensweise entdeckt hat, was bei mir immer einen faden Beigeschmack hinterlässt.
Zurückhaltung ist vielleicht eine Möglichkeit zukünftige Werke noch glaubwürdiger zu machen, denn das Dr. Fleck über die nötige Fachkompetenz verfügt ist wohl unumstritten.

Fazit:

Informativ und unterhaltsam ist das Sachbuch auf jeden Fall und ich denke, es sollten sich alle mal mit diesem Thema beschäftigt haben. Welche Ernährungsform schlussendlich die Richtige ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Mich hat dieser Ratgeber auf jeden Fall weitergebracht.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 14.01.2019
Alles, was du fürchtest
Swanson, Peter

Alles, was du fürchtest


gut

Peter Swanson versucht in seinem neuen Werk mit den Urängsten der Menschen zu spielen. Symbolisch stellt er uns dafür die junge Kate zur Seite, die seit einem schrecklicken Vorfall vor einigen Jahren unter heftigen Panikattacken leidet. Mit einem Tapetenwechsel versucht sie ihren Ängsten aus dem Weg zu gehen und vielleicht einen neuen Anfang zu machen. Leider gerät sie dabei vom Regen in die Traufe, denn ihr neues Heim in Boston scheint gefährlicher zu sein, als auf den ersten Blick vermutet. Schon bald gibt es reale Gründe für ihre Ängste und sie muss um ihr Leben bangen.

Meinung:
Das Buch lässt mich nach dem Lesen sehr zwiespältig zurück. Es sind viele gute Faktoren dabei, die ein gelungener Thriler haben sollte, aber ebenso viele negative, mit denen ich gar nichts anfangen konnte. Zu den posiviten Aspekten zählen auf jeden Fall eine sehr spannende Grundidee, ein gelungenes Setting und ein flüssiger Schreibstil. Halb dazurechnen mag ich auch eine interessante Erzählperspektive. Der Leser bekommt nämlich nicht nur eine Sicht auf die Dinge beschrieben sondern mehrere. Dabei werden häufig die gleichen Szenen von allen Beteiligten erzählt, was einerseits neue Einblicke schafft, andererseits aber auch Längen erzeugt. Man findet dieses Stilmittel nicht so häufig, daher werte ich es als erfrischend und positiv, verstehe aber auch den Leser dem es nicht gefällt.

Was mir nicht gefallen hat sind vorallem die Charaktere. Hier hat der Autor es tatsächlich geschafft ein Buch zu schreiben, bei dem ich gerade mal die Katze mag. Die Personen sind alle kaputt (jeder auf seine Weise) und die meisten sind sehr unlogisch in ihrem Verhalten (besonders Kate machte mich immer wieder regelrecht wütend).
Am meisten sagte mir noch die verrückteste Figur von allen zu, weil sie wenigstens ansatzweise konsequent gehandelt hat.
Hier hoffe ich stark, das der Autor bei seinem nächsten Werk Verbesserungen vornimmt. Auch was die sonstigen logischen Zusammenhänge angeht, braucht es noch Nachhilfe. Manche Aspekte lassen sich schlicht nicht sinnvoll erklären.


Fazit:
Man sieht an der Meinung denke ich ganz gut den Zwiespalt zu diesem Thriller. Daher gibts von mir auch nur eine eingeschränkte Leseempfehlung.

Bewertung vom 14.12.2018
Winterhaus
Guterson, Ben

Winterhaus


sehr gut

Wenn ihr ein spannendes, liebevoll geschrieben und gestaltetes Werk mit wunderbar winterlichem Charme für Groß und Klein sucht, seit ihr hier genau richtig. Das Winterhaus bietet gemütlichen Lesegenuss, der für die kalte Jahreszeit sehr gut passt.

Worum geht es?
Die junge Elizabeth hat es nicht leicht. Sie lebt seit dem Tod ihrer Eltern bei Tante und Onkel, die beide kaum Interesse an ihr zeigen. Um sich allein zu beschäftigen, liest sie leidenschaftlich gern Bücher oder löst Rätsel. Eine Fähigkeit, die sie bald schon mehr brauchen wird, als sie bis dahin ahnen kann. Denn ihre Verwandten schicken sie über die Weihnachtsferien allein in ein Hotel - das Winterhaus. Hier ereignen sich mysteriöse Dinge und Elizabeth merkt schnell, dass sie ein Teil dieser Geschichte ist und sich nicht entziehen kann.

Wie war´s?
Das Buch bereitet auch Erwachsenen wunderbare Lesestunden, obwohl es für Kinder konzipiert ist. Aufgrund der Länge von immerhin 405 Seiten und dem Gruselfaktor würde ich es aber erst für etwas ältere Kinder empfehlen. Die Kleinen könnten wahrscheinlich weder damit, noch mit den Rätseln etwas anfangen.

Die Geschichte selbst ist gemütlich zu lesen, für Kinder wahrscheinlich sehr spannend und für Erwachsene etwas zu vorhersehbar. Das finde ich aber nicht weiter schlimm, da die Zielgruppe ja Kinder sind. Es besteht die Möglichkeit, selbst mitzurätseln und zu codieren. Vielleicht eine schöne Sache für Eltern und Kinder gemeinsam.
Was mich als ältere Leserin vor allem überzeugt ist das Flair. Die Beschreibungen des Hotels sind toll und man würde am Liebsten gleich selbst dort einchecken. Durch die sehr hübschen Illustrationen und die passende Umschlaggestaltung kann man wunderbar auf den Fluren wandeln oder vor dem Hotel Skifahren gehen.
Unterstützt wird das schöne Flair noch mit hochwertiger Verarbeitung, sodass auch der Aufenthalt in Schultaschen oder Ähnliches dem Buch nichts ausmachen sollte.

Fazit:
Für sich selbst kaufen, an Kinder verschenken oder hoffen das der Weihnachtsmann es im Gepäck hat. So oder so ein Buch, was man gemütlich zur Winterzeit lesen kann.

Bewertung vom 10.12.2018
Mittagsstunde, 9 Audio-CDs
Hansen, Dörte

Mittagsstunde, 9 Audio-CDs


sehr gut

In Brinkebüll ticken die Uhren anders. Oder doch nicht so anders, eher stellvertretend. Stellvertretend für viele Dörfer im hohen Norden, die einstmals von Landwirtschaft geprägt waren, in denen es nicht viel mehr gab, als einen Dorfladen und eine Wirtschaft.
Orte, an denen heute Zugereiste mit modernsten Viehbetrieben und Pendler aus der Stadt ihren Traum vom Landleben verwirklichen oder zumindest dem, was sie unter Dorfromantik verstehen.
Nicht die zugige Lebensart bei der Mensch und Natur dicht beieinander hockten und man während der Mittagsstunde annehmen musste, das Dorf sei ausgestorben.
Als Lehrer noch Heimatkunde unterrichteten und die Schüler gerne mal ein Heft um die Ohren bekamen und die Lautstärke des Mopeds, das Einzige war, was die Stille störte.

Davon erzählt uns Dörte Hansen in ihrer einzigartigen Weise. Sie schafft es Bilder, Stimmungen und Eigenheiten einzufangen und sie genau auf den Punkt zu bringen. Dabei sind ihre Wort gleichermaßen nordisch kühl wie warmherzig, ruppig wie liebevoll.
Hansen lässt einen miterleben was die Enge eines Dorfes bedeutet, im Guten wie im Schlechten. Was der Wandel der Zeit aus den Menschen macht und warum wir trotzdem nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind.
Und dem geneigten Zuhörer bleibt dabei nichts anderes übrig, als Teil dieses Dorfes zu werden - ein echter Brinkebüller. Der mit dem Lehrer auf den morgendlichen Spaziergang durch die Heide geht, mit Sönke den letzten Tanz genießt, mit Ella schweigt oder mit Ingwer neue Wege geht.

Nachdem ich nun diese Reise mit den Brinkebüllern gemacht habe, kann ich euch nur empfehlen dabei zu sein. Es wird nicht immer einfach, aber immer lohnenswert. Als Reiseleiterin fungiert dafür übrigends Hannelore Hoger, die als Sprecherin Geschmacksache ist, treffender aber nicht sein könnte.

Bewertung vom 01.12.2018
Bittere Schokolade / Xavier Kieffer Bd.6
Hillenbrand, Tom

Bittere Schokolade / Xavier Kieffer Bd.6


sehr gut

Bittere Schokolade war mein zweites Buch von Tom Hillenbrand nach Hologrammatica und geht in eine ganz andere Richtung, sodass ich die Möglichkeit hatte, unterschiedliche Facetten des Autors kennenzulernen.

In Bitter Schokolade geht es um den bekannten luxemburgischen Koch Xavier Kieffer, der nach langen Jahren eine alte Jugendliebe wiedersieht. Ketti Faber ist Patisseurin und arbeitet in ihrer eigenen Schokoladenmanufaktur in Brüssel. Hier entstehen Schokoladen erster Güte aus einem besonderen afrikanischen Kakao aus der freien Republik Kongo. Kurz nachdem sich Xavier auf Kettis Wunsch hin ihre Anlage angeschaut hat, wird sie ermordet. Ebenso wie ein Botschafter, der zufällig die Republik vertritt. Können diese beiden Todesfälle Zufall sein? Xavier macht sich auf um die Umstände von Kettis Tod näher zu betrachten und stößt dabei auf einen riesigen Skandal, der gefährlicher ist als angenommen.

Meinung:
Das Buch ist für mich nicht unbedingt das was man sich von Aufmachung und Marketing erwarten würde. Für mich handelt es sich nicht um einen Genusskrimi, sondern eher um einen Wirtschaftsthriller u.a. mit Themen wie Kinderarbeit, Wirtschaftskriminalität und Hehlerware. Dieser ist durchaus gut gemacht und schön erzählt. Hillenbrand schafft es dabei auch komplexere Themen verständlich rüberzubringen, indem er seine Hauptfigur zur Hilfe nimmt. Der technisch und wirtschaftlich unbedarfte Koch Xavier fragt stellvertretend für den Leser bei schwierigeren Zusammenhängen nach und der Autor schafft es so, geschmeidig Erklärungen in den Text einfließen zu lassen.
Manche Infos sind dabei durchaus lehrreich, sodass man auch bei diesem Aspekt etwas mitnehmen kann.
Ebenso gut gefällt mir auch die Beschreibung von Luxemburg.
Der Leser bekommt ein wunderbares Bild von Geschichte, Kultur und Stadt, sodass man sich fast heimisch fühlt.

Leider macht der Autor seinen Job nicht in allen Bereichen so gut. Ein massiver Kritikpunkt ist die Verharmlosung und die ständige Erwähnung von Drogen. Ich habe irgendwann aufgehört, die Zigaretten und Weinflaschen, das Fast Food und die Nasen Koks zu zählen. Das hat mit Genuss wenig zu tun, sondern gleicht einem dauernden Vollrausch. So geht der Genussteil, den Xavier in seinem Restaurant anbietet glatt unter. Schade drum.

Fazit:
Schreibstil und Story gerne wieder, auch der Ausflug nach Luxemburg hat mir gefallen. Das Thema Drogen hingegen geht gar nicht .

Bewertung vom 28.11.2018
Bernsteinstaub
Gläser, Mechthild

Bernsteinstaub


sehr gut

Bersteinstaub ist bereits mein zweites Buch von Mechthild Gläser, nachdem ich bereits die Buchspringer kennen lernen durfte. Und auch dieses Mal bereue ich die Wahl nicht. Mechthild Gläser ist für mich eine Autorin, die sehr angenehm und Genretypisch schreibt. Leicht, locker und flüssig kann man den Abenteuern folgen, ohne sich durch eine trockene oder sperrige Sprache kämpfen zu müssen.
Ein Grund warum ich auch in Zukunft wieder zu ihren Werken greifen würde. Der zweite, noch wichtigere Punkt ist aber ihre Fantasie, die sie mit logischem Umgang zu einer stimmigen Einheit verknüpft.

Dies wird bei Bernsteinstaub besonders deutlich. Hier beschreibt sie ihre Vorstellung von Zeit, als Flüssenetzwerk, das die Welt umspannt, mit Wasserfällen, Stromschnellen und ruhigeren Abschnitten. Beispielsweise ist der Times Square ein sehr hektischer Ort, weil dort der Zeitfluss sehr schnell fliesst. Eine Idee die für mich Sinn macht.
Ebenso wie die Vorstellungen von auserwählten Menschen - den Zeitlosen - die den Wartungstrupp der Zeit bilden, indem sie neu verknüpfen, Knotenchaos auflösen oder Zeit verschieben.
Zu ihnen gehört die junge Ophelia, deren Geschichte wir in diesem Buch verfolgen dürfen. Sie erlebt wie der Klappentext schon erahnen lässt auch eine Liebesgeschichte, die aber zum Glück eher nebensächlich ist. Die Hauptsache ist wirklich die Zeit und die Geschehnisse drumherum.
Ihre Aufgabe führt sie dabei an ganz verschiedene Schauplätze dieser Welt, was für die nötige Abwechselung sorgt. Ebenso die Figuren, die sie während ihrer Abenteuer kennenlernt. Sie sind sehr unterschiedlich, teils historisch bekannt, teils erdacht. Auf jeden Fall erwarten uns einige interessante Begegnungen. Allen voran hat besonders der Herr der Zeit einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Abschließend noch eine Kleinigkeit die gesagt werden sollte. Ich weiß nicht ob bei Bernsteinstaub eine Fortsetzung geplant ist oder nicht (ich hoffe letzteres), auf jeden Fall ist dieses Buch abgeschlossen und kein klassicher Reihenauftakt, wie so oft in diesem Genre. Die Einzelbände sind gefühlt eher selten geworden, umso mehr freue ich mich das es hier so eine Ausnahme ist.

Fazit:
Tolle Idee, drumherum stereotyp aber auch nebensächlich, für mich eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 15.11.2018
Good Night Stories For Rebel Girls 2
Favilli, Elena; Cavallo, Francesca

Good Night Stories For Rebel Girls 2


sehr gut

Wie schon im ersten Teil der Reihe Good Night Stories for Rebel Girls, geht es auch in diesem Band um die Biografien einzigartiger Frauen. Egal ob sie ins All fliegen, als Neurochirurginnen Leben retten oder als Aktivistinnen für bessere Bedingungen kämpfen.
Aus ganz verschiedenen Bereichen des Alltags kommen diese Frauen, die ihre Leidenschaften, Talente und Überzeugungen gelebt und nicht nur geträumt haben. Sie sollen Mut machen für Frauen jeden Alters an die Verwirklichung ihrer Träume zu glauben.

Um ihre Geschichten zu erzählen, wird jeder Frau in diesem Buch eine Doppelseite gewidmet. Diese setzt sich jeweils aus einer Seite Kurzbiografie und einem illustrierten Porträt zusammen.
Besonders die Bilder gefallen mir, sind sie doch von über 60 Künstlerinnen entworfen worden, und so individuell wie die Motive selbst. Hier merkt man das stimmige Gesamtkonzept.

Auch die Biografien gefallen mir im Grunde gut, sind für meinen Geschmack aber etwas zu kurz geraten und kindertauglich verharmlost, so das sie den betreffenden Frauen nicht immer gerecht werden. Trotzdem finde ich die Auswahl äußerst gelungen. Von der antiken Herrscherin bis zur modernen Talkshowmoderatorin ist es wirklich eine bunte Mischung, sodass keine Langeweile beim Lesen aufkommt und ganz nebenbei noch ein Lerneffekt da ist.
Auch das die beschriebenen Frauen auf der ganzen Welt verstreut sind, ist positiv anzumerken.

Fazit:
Zusammengefasst kann man sagen, das sich die Autorinnen wieder große Mühe bei der Auswahl der 100 Frauen gegeben haben. Ebenso beweisen sie ein gutes Händchen bei den Illustratorinnen. Die Biografien sind gleichermaßen unterhaltend, wie informativ und machen sich als Gute Nacht Geschichten wunderbar auf den Nachttischen dieser Welt.

Bewertung vom 29.10.2018
Gefährlicher Freund / Renegades Bd.1
Meyer, Marissa

Gefährlicher Freund / Renegades Bd.1


sehr gut

Marissa Meyer entführt uns mit Renegades in die Welt der Superhelden. Gut gegen Böse, Staatsmacht gegen Anarchie. Und mittendrin die junge Nova, die allen Grund hat, die regierenden Renegades zu hassen. Das gelingt ihr auch solangen, bis sie sich bei ihnen einschleicht, um sie von innen heraus zu zerstören. Dann stellt sie schnell fest, das nicht alles so schwarz und weiß ist, wie sie bisher gedacht hat....

Meinung:
Der Auftakt dieser neuen Reihe macht Spaß, auch wenn er noch ein wenig mit angezogener Handbremse daher kommt. Es ist zwar alles da, was einen guten Roman ausmacht, trotzdem wirkt es ein wenig wie eine Einleitung. Diese Einleitung macht aber Hoffnung auf einen tollen zweiten Band. Hier steckt jede Menge Potenzial drin, für den die Autorin in diesem Teil den Grundstein legt, beispielsweise mit ihrer gelungenen Charakterzeichnung. Sowohl die Protagonisten Nova und Adrian, als auch die restlichen vorkommenden Figuren gefallen mir ausnahmslos gut. Sie sind zwar nicht alle sympathisch oder nervenschonend, haben aber ihre Daseinsberechtigung und sind ein gelungener Mischmasch aus verschiedensten Eigenschaften.
Dieser Mischmasch gilt für ihre Persönlichkeit genauso, wie für ihre Superheldenfähigkeiten. Letztere lassen einen schnell an das große Marveluniversum denken und finden bei dessen Fans sicherlich anklang. Neben den Figuren gefällt mir vor allem die Tatsache, das Marissa Meyer den Lesern den nötigen Raum gibt, selbst zu entscheiden. Obwohl sich in der Geschichte zwei Seiten kämpferisch gegenüberstehen, gibt es keine Gut und Böse. Sie zeigt bei beiden Kontrahenten Stärkten und Schwächen auf und lässt der Meinungsfindung so freien Lauf.
Als kleine Schwäche muss ich die manchmal mangelnde Spannung aufzählen. Hier erhoffe ich mir sehr viel mehr Action von Band 2.

Fazit:
Vielversprechender Einstieg mit Ausbaupotenzial