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Benutzername: Anonmy111
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Bewertungen

Insgesamt 2 Bewertungen
Bewertung vom 26.02.2019
Auerhaus
Bjerg, Bov

Auerhaus


gut

ACHTUNG, SPOILER!

Das Auerhaus, oder besser gesagt „Our House“, ist eine Geschichte von sechs Jugendlichen. Sie ziehen von Zeit zu Zeit in eine WG, um sich gegenseitig bei ihren privaten Problemen zu unterstützen. Die Grundidee dieser WG ist, Frieder vor dem Selbstmord zu schützen, da er psychisch labil ist. Zum Anfang des Buches scheiterte bereits ein Selbstmordversuch.

Im Buch durchleben die unerfahrenen Jugendlichen unterhaltsame Situationen und geraten gerne im Konflikt mit dem Gesetz. Viele dieser Ereignisse werden durch die neue Eigenständigkeit hervorgerufen, welche zu fragwürdigen Handlungen führen (z.B. Diebstahl). Auch die Schule und was die Jugendlichen nach der Schule machen wird hier angesprochen, wie z.B. das Problem der Wehrpflicht.

Durchgehend werden auch Themen wie Einsamkeit, Freundschaft und das Streben nach Glück behandelt, obwohl auf das Thema Leben und Tod das Hauptaugenmerk gelegt wurde.

Ich finde die Konstellation der WG leider nur teilweise gelungen, da die Protagonisten so plötzlich Mitbewohner wurden. Beispielsweise wurde Cäcilia kaum vorgestellt und ohne vernünftigen Grund ist sie eine Mitbewohnerin geworden. Darüber hinaus spielt Cäcilia ohnehin keine wichtige Rolle im gesamten Buch.

Der Umgang mit dem Thema Leben und Tod im Bezug auf Frieder ist jedoch sehr gut gelungen. Die Situation wird sehr gut geschildert und immer wieder an passenden Stellen gut aufgegriffen. Dass das Ende so ist, wie es ist, ist kein Wunder und anderes wäre auch es äußerst unpassend.

Im Gegensatz zu dieser positiven Umsetzung wurde das Thema Liebe und den Beziehungen unter den Jugendlichen, meiner Meinung nach, sehr schlecht und unrealistisch dargestellt. Veras Rolle im Zusammenhang mit Harry bereiten mir Kopfschmerzen, da Vera plötzlich eine Affäre mit Harry hat, obwohl Vera mit Höppner „Zusammen“ ist. Besonders konfuse macht Harry diese Geschichte, da er eigentlich homosexuell ist. Auch die Position von Frieder und Pauline ist undeutlich.

Zusammenfassend würde ich das Buch trotzdem weiterempfehlen, da die Umsetzung und die Geschichte des Hauptthemas mir gut gefallen hat, obwohl ich mit einigen Stelle unzufrieden bin.

Bewertung vom 16.01.2019
Ruhm

Ruhm


ausgezeichnet

Ein Film ohne Hauptfigur oder ein Buch ohne Hauptfigur?

"Die Schauspieler sind es, die hier allesamt überzeugen.", sagt die Produktbeschreibung. Dass ich nicht lache. Es sind meiner Meinung nach alle Schauspieler ihrer Rolle nicht gerecht geworden, eine schöne Ausnahme war die schauspielerische Leistung von Senta Berger. Frau Berger hat Rosalie sehr gut verkörpert und ihre Geschichte bewegend nahe an Kehlmanns original Figur im Buch dargestellt. Über den Rest will ich lieber nicht reden.

Der Film hat versucht die einzelnen Kapitel miteinander zu verknüpfen, jedoch ist dies auch nicht gelungen. Dies lag vermutlich an der Buchvorlage, wie soll man auch ein Film ohne Hauptfigur drehen. Die Zusammenhänge waren nette Versuche, aber die richtige Stimmung ist bei mir nicht angekommen. Das Gefühl von Spannung konnte ich lange suchen.

Im Buch wird das Thema der Medienkritik angesprochen, aber dieses Thema wurde leider nur minimal und kaum bemerkbar umgesetzt. Dafür wurde das Thema von Todeswunsch sehr gut umgesetzt, dank Frau Berger. Andere Themen wie Persönlichkeit(sverleugung) und Doppelleben wurden von den Schauspielen leider nicht gut umgesetzt, vielleicht ist auch die Regie schuld.

Die Verfilmung des Buches ist nicht zu empfehlen. Falls dir das Buch gefallen hat, dann schau dir den Film nicht an, bevor du dir deine guten Erinnerungen zerstörst. Falls du das Buch noch nicht gelesen hast, lies lieber das Buch.

So unter uns, 15,00€ ist schon ein happiger Preis für so einen schlechten Film.