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Pharo72
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Büchersüchtige, introvertierte Leseratte!

Bewertungen

Insgesamt 479 Bewertungen
Bewertung vom 27.08.2025
Drvenkar, Zoran

Asa


ausgezeichnet

Asa ist in eine Familie hineingeboren, in der Traditionen über alles gehen. Dazu gehört eine Prüfung, die man als Jugendlicher absolvieren muss, wobei jedoch nur die Stärksten überleben und Unschuldige zum Opfer werden. Asa will mit dieser Tradition brechen und zieht ihren Vater auf ihre Seite, was dieser mit seinem Leben bezahlt. Asa wird von der eigenen Familie weggesperrt und auf schlimmste Weise gedrillt. Als sie sich endlich ein eigenes Leben in Norwegen aufgebaut hat und mit ihrem Mann und ihrer Tochter glücklich ist, wird ihr das Liebste genommen, eine Folge der immer noch stattfindenden Prüfung. Asa schwört Rache an allen Verantwortlichen und wenn es ihr Leben kosten sollte.

Meine Meinung:

Bereits durch seine Romane "Sorry" und "Du" kenne ich den außergewöhnlichen Schreibstil von Zoran Drvenkar, sodass dieser keine Überraschung für mich darstellte. Im Gegenteil – als Leser so direkt am Geschehen Anteil zu nehmen, hatte mich bereits bei diesen fasziniert und ließ mich neugierig nach seinem neuen Werk greifen.

Die hier vorliegende Story entwickelt nach und nach einen unglaublichen Sog. Zwar ist es recht anspruchsvoll zu lesen aufgrund der vielen Zeitsprünge und verschiedenen Protagonisten, aber es wird nie langweilig. Einerseits folgen wir Asa auf ihrem Rachefeldzug in der Gegenwart, andererseits wird die mehr als hundertjährige Familiengeschichte aufgerollt.

Die Grundidee und Motivation zur Entstehung der Tradition der Prüfung ist durch die Ereignisse in den beiden Weltkriegen durchaus nachzuvollziehen. Den Heranwachsenden eine gewisse Härte anzutrainieren, sie im Umgang mit natürlichen Ressourcen zu schulen und für die Widrigkeiten des kommenden Lebens stark zu machen, findet durchaus meine Zustimmung. Natürlich läuft all dies aus dem Ruder und die Akzeptanz der ausgeübten Gewalt sowie das Einbeziehen von völlig Unschuldigen bedarf keiner Diskussion. Demzufolge ist Asas Rache auch gerechtfertigt.

Eine etwas weniger ausschweifende Erzählung der Geschichte vor allem im Mittelteil wäre nicht das Schlechteste gewesen, aber das ist nur ein geringer Kritikpunkt. Überwiegend ist dieser Racheroman wirklich durchgehend spannend, teilweise mysteriös und atmosphärisch dicht erzählt, sodass man oft alles um sich herum vergisst. Wer mal wieder richtig in einer außergewöhnlichen Story versinken will, dem sollten die fast 700 Seiten nichts ausmachen.

Bewertung vom 23.08.2025
Fitzek, Sebastian

Der erste letzte Tag


ausgezeichnet

Der Flug von München nach Berlin entfällt aufgrund der winterlichen Verhältnisse und Livius Reimer muss sich den letzten verbleibenden Mietwagen mit einer Person teilen, der er sonst eher aus dem Weg gegangen wäre. Die unkonventionelle Lea von Armin stellt ihn vor große Herausforderungen und ihr Vorschlag, diesen Tag wie ihren letzten zu leben, hält einige außergewöhnliche Erlebnisse für ihn bereit.

Meine Meinung:

Nachdem ich neulich den letzten "Kein Thriller" meines Lieblingsautors Sebastian Fitzek gelesen hatte, musste nun auch endlich sein erstes Werk aus dieser Rubrik daran glauben. Und wieder hat er mich nicht enttäuscht.

Das Buch ließ sich erneut weglesen wie nichts und obwohl ich eher kein Fan von Roadtrips bin, konnte ich die abenteuerliche Fahrt von Livius und Lea genießen. Natürlich strotzt diese vor skurrilen Situationen, für die es schon eine gehörige Portion Fantasie benötigt. Aber trotz allem Humor werden auch sozialkritische Themen wie Alterseinsamkeit, Obdachlosigkeit und Tierschutz gekonnt eingeflochten sowie sich auch mit Beziehungsproblemen und der eigenen Sterblichkeit befasst wird.

Der Humor – sagen wir so – auch hier war mir wieder einiges einfach zu viel, zu gewollt und übertrieben, vor allem auch in seiner Häufigkeit, sodass die Äuglein schon mal ins Rollen kamen. Andere Vergleiche ließen mich dann wieder lauthals lachen, sodass ich Sebastian dieses Zuviel gern verzeihe.

Die Protagonisten waren mir beide sympathisch und ich fand es schön, wie sie sich in ihren Sichtweisen gegenseitig ergänzt haben. Natürlich schafft es der Autor auch diesmal wieder, eine knallige Wendung zum Ende hin einzubauen, die mich staunend zurückließ und ohne die ein Fitzek einfach keiner wäre. Das Ende war stimmig und passte perfekt. Ich muss gestehen, dass mir sowohl die Thriller als auch die humorigen Werke jedes Mal wieder Freude bereiten und ich nicht anders kann, als diese weiterzuempfehlen.

Bewertung vom 17.08.2025
Valentin, Mira

Das Geheimnis der Talente


gut

Melek trifft beim Basketball plötzlich jeden Korb und ein Talentscout wird auf sie aufmerksam. Doch es steckt mehr dahinter. Sie soll Teil einer Armee werden, die gegen die sogenannten Dschinn kämpft, Gestaltwandler, die ihren menschlichen Opfern die Gefühle aussaugen und leere, kaltherzige Hüllen zurücklassen. Melek stürzt sich in die neue Aufgabe, ihr bester Freund Erik immer an ihrer Seite. Er will mehr von ihr, doch ihr Herz schlägt für ihren neuen Anführer Jakob. Und da ist auch noch ein Dschinn, der ihr gefährlich nahe kommt und gar nicht so böse zu sein scheint, wie alle behaupten.

Meine Meinung:

Ich muss gestehen, ich habe unendlich lange für dieses Buch gebraucht und war mehrmals in Versuchung es abzubrechen. Die Grundidee ist ja nicht schlecht und der Weltenaufbau durchdacht. Es braucht natürlich auch seine Zeit, bis man in so eine Geschichte reinfindet und sich mit den nicht wenigen Charakteren identifiziert. Aber genau das ist mir recht schwergefallen. Besonders Melek konnte ich irgendwie nie näher an mich heranlassen. Sie blieb mir bis zum Schluss unsympathisch und die Faszination gleich mehrerer toller Jungs für sie konnte ich nicht nachvollziehen.

Erik ist mir wirklich ans Herz gewachsen und wie sie ihn teilweise behandelt, hat er nicht verdient. Die abweisende Art von Jakob findet später ihre Begründung und der Dschinn – nun ja, ich will nicht zu viel verraten. Schlussendlich passiert mir auf den nicht wenigen Seiten aber zu wenig. Es zieht sich halt ewig, bis es mal zu einem wirklichen Kampf kommt. Die Begegnungen mit dem Dschinn waren noch am interessantesten.

Zwar liest sich das Ganze recht flüssig, aber mit Meleks Art kam ich einfach nicht klar. Sie nimmt es einfach so hin, dass ihr beschauliches Leben von heute auf morgen radikal auf den Kopf gestellt wird und sie plötzlich ständig in Lebensgefahr ist.

Ich habe die Geschichte zufriedenstellend für mich abgeschlossen und brauche nicht wirklich eine Fortsetzung. Für Fantasy-Fans kann das Buch aber durchaus eine Bereicherung darstellen.

Bewertung vom 24.07.2025
Konrad, Cleo

Deep Fake


ausgezeichnet

Mira liebt ihren Beruf als Lehrerin, doch ein plötzlich aufgetauchtes Video von ihr scheint in kürzester Zeit alles zu zerstören, was sie sich aufgebaut hat. Das Deep Fake wirkt täuschend echt und verbreitet sich rasend schnell im Netz. Antworten auf die drängenden Fragen findet sie nur im Dorf ihrer Kindheit, welchem sie für immer den Rücken gekehrt hat. Hier muss sie sich ihrer Vergangenheit stellen, doch sie ist es nicht allein, die Schuld auf sich geladen hat …

Meine Meinung:

Die Autorin war mir bisher völlig unbekannt, aber durch die begeisterte Empfehlung eines Bloggers und auch das ansprechende Thema konnte ich nicht lange an dem Buch vorbeigehen. Und ich habe es keine Minute bereut. So wirklich als Thriller würde ich es nicht bezeichnen, aber es ist ein unglaublich spannender Roman über die Sünden der Vergangenheit, Geheimnisse, zerbrochene Freundschaften und unerwiderte Liebe, der viele Themen aufgreift, wie Mobbing, Homosexualität und Kirche, Übergriffe gegenüber Schutzbefohlenen etc.

Vor allem der Kontrast zwischen der modernen Welt, in der Deep Fakes an der Tagesordnung sind und immer mehr Einzug in unser Leben halten und einem verschlafenen Dorf in Bayern, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, ist faszinierend. Der Aufbau ist auch super gut gelungen. Einerseits erleben wir Miras Perspektive, die alles versucht, um ihren Ruf zu retten. Auf der anderen Seite sind da die Tagebucheinträge von Kat, die ihr Leben ab dem Zuzug in eben jenes Dorf beschreibt. Ist anfangs noch unklar, was das eine mit dem anderen zu tun hat, laufen die Fäden dann doch zusammen und ergeben kongenial ein Ganzes.

Die sehr bildhaft dargestellte düstere Atmosphäre in diesem Dorf, vor allem dann auch zum Ende hin mit der entsprechenden Witterung, sorgt für Gänsehaut. Mit den Charakteren konnte ich mich gut identifizieren, wobei man natürlich den beiden Frauen am nächsten kommt, die aus ihrer jeweiligen Sicht berichten. Auf den letzten 100 Seiten nimmt die Spannung noch mal derart Fahrt auf, dass man das Buch nur unschwer aus den Händen legen kann. Schließlich punktet die Autorin dann noch mit immer wieder überraschenden Wendungen, die man einfach nicht kommen sah. Ich bin von der Story auf jeden Fall super begeistert gewesen und kann sie jedem nur wärmstens an Herz legen.

Bewertung vom 04.07.2025
Winkelmann, Andreas

Ihr werdet sie nicht finden


sehr gut

Vor sieben Jahren verschwindet die 17jährige Isabell spurlos. Ihr Vater Jonas tötet, nachdem seine Frau Suizid begangen hat, den Hauptverdächtigen und landet im Gefängnis. Heute wird wieder eine junge Frau vermisst und ihre Großmutter beauftragt die Privatdetektivin Franca mit der Suche nach Silvia. Diese war Isabells Klassenkameradin und scheint zu wissen, was mit ihr geschah. Gemeinsam mit Jonas, der inzwischen wieder auf freiem Fuß ist, versucht Franca Licht ins Dunkel zu bringen und stößt auf einen Pfuhl voller Geheimnisse und Intrigen.

Meine Meinung:

Ich habe mich gefreut, den neuen für sich allein stehenden Thriller von Andreas Winkelmann diesmal zeitnah lesen zu können, wobei die Hauptfiguren durchaus Potential für eine Reihe bieten.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an sehr gut unterhalten und gefesselt. Anfangs gibt es zwei Zeitstränge, die Isabells Verschwinden und die Reaktionen ihres Vaters darauf sowie die Suche von Franca nach Silvia beinhalten. Nach immer mehr Verknüpfungen der beiden Fälle laufen diese zusammen und Franca und Jonas bilden ein ungewöhnliches Ermittler-Duo. Ich mochte beide Hauptfiguren und hätte gerade bei Franca gern mehr über ihre Vergangenheit erfahren.

Die Story wartet mit dem ein oder anderen unerwarteten Plot-Twist auf und die Spuren sind so geschickt gelegt, dass das Miträtseln zwar Spaß macht, jedoch kaum zum schlussendlichen Ergebnis führen dürfte. Ein paar Klischees werden zwangsläufig bedient und zwischenrein flaut die Spannung ein wenig ab, weil nicht wirklich viel passiert, aber das ist zu verschmerzen.

Zusammengefasst ein wirklich gut durchdachter, intelligenter Thriller, der eigentlich eher ein Krimi ist und von dem ich mir eine Fortsetzung gut vorstellen könnte.

Bewertung vom 15.06.2025
Bühner, Daphne

Doom & Love


sehr gut

Nur schwer hat sich Thea Thornhill von den vor allem seelischen Verletzungen erholt, die ihr die Elite an der High School, allen voran Pierce Leander Hawking, zugefügt hat und auch ihr Drogenproblem in den Griff bekommen. Der Skandal um ihre Familie lässt ihr bei der Wahl einer Uni keine Alternativen und so landet sie an derselben wie Pierce, Keith und Connor. Doch genau das kommt ihrem Plan entgegen, denn ihr einziges Ziel heißt Rache. Mit Sebastian und ihrer neuen Freundin Danielle an der Seite will sie nur eines: Es soll für die Elite Game over heißen.

Meine Meinung:

Nachdem mir Teil eins der Dilogie schon gut gefallen hat, habe ich mich auf die Fortsetzung sehr gefreut. Es macht auch wenig Sinn, dieses Buch einzeln zu lesen, denn es baut direkt auf den Vorgänger auf. Die Trigger-Themen sind daher auch die gleichen und sollten Beachtung finden. Die Gestaltung des Buches ist an Teil eins angepasst, ergibt somit ein schönes Bild und vor allem der wunderschöne Farbschnitt ist hervorzuheben.

Inhaltlich hat mich die Story direkt wieder in ihren Bann gezogen und auch bis zum Ende nicht losgelassen. Es gibt ein paar unerwartete Twists, wobei meine Gedanken zum Schuldigen in Band eins schlussendlich seine Bestätigung fanden und damit keine große Überraschung waren. Dennoch liest es sich sehr flüssig und die Spannung bleibt durchgängig erhalten.

Thea hat eine schöne Wandlung zu einer starken Frau genommen, die sich zwar immer noch ziemlich beeinflussen lässt, aber letzten Endes zu ihren Gefühlen steht. Bad Boy Pierce – na ja, lest selbst, wie er sich entwickelt. Es gibt spicy Szenen, die einen nicht unberührt lassen, ein bisschen Humor und jede Menge Drama.

Leider muss ich einen Punkt abziehen für die wirklich schlechte Grammatik. Es ist mir schleierhaft, wie dieses Buch trotz Lektorat und Korrektorat dermaßen viele Fehler enthalten kann. Dass ich mich bei gefühlt jeder zweite Seite darüber ärgern musste, hat mein Lesevergnügen dann doch ein wenig getrübt. Da ich vom Fach bin und daher vermutlich mehr sehe als andere, äußere ich mich nicht oft dazu, aber hier war es wirklich extrem. Nicht nur die falsche Anwendung von dass/das, unnötige Kommas oder der zigfache Einsatz von ein statt einen, ist mir sauer aufgestoßen. Es fehlen sehr oft Wörter oder sind zusätzliche enthalten, die überhaupt nicht passen. Hier sollte sich bei der Überarbeitung in Zukunft wirklich mehr Zeit genommen werden.

Wenn man davon absieht, ist diese Dilogie jedoch sehr lesenswert und hat mich zu einem Fan von Dark Romance gemacht. Ich werde die Autorin und den Verlag im Auge behalten.

Bewertung vom 01.06.2025
Ott, Kerstin

Kerstin Ott: Die fast immer lacht


ausgezeichnet

Vermutlich kaum einer, der deutschsprachige Musik mag, kommt an ihr vorbei. Der große Hit "Die immer lacht" ist ein Riesenerfolg im Netz, wurde lange Zeit im Radio rauf und runter gespielt und ist schließlich der Beginn einer beispiellosen Karriere. Heute, fast zehn Jahre später, ist Kerstin Ott aus der Schlager-Welt nicht mehr wegzudenken. Kaum eine große Show ohne sie, jede neue CD landet in den Charts, die Fans lieben ihre bodenständige Art genauso wie ihre eingängigen Texte und Melodien. Doch wie war der Weg von Kerstin bis ins Scheinwerferlicht? Kein einfacher, wie ihre Autobiografie eindrucksvoll beleuchtet.

Meine Meinung:

Ich bin in einem Alter, wo sich mein Musikgeschmack immer mehr zum Schlager hin entwickelt hat, obwohl ich auch früher bereits vorrangig deutsche Musik gehört habe, einfach weil ich die Texte auch verstehen will und sie mir in meiner Sprache besser ins Herz kriechen. Das ging über NDW, Deutschrock, Liedermacher bis hin zu deutscher Pop-Musik. Ja, gar so schwülstig darf es nicht sein und ich bevorzuge es dann doch schon etwas poppiger oder auch rockiger.

Kerstin Ott hat mir dabei von Anfang an sehr gut gefallen und ich habe mir jedes ihrer Alben gekauft. Ihre zum Teil sehr tiefgründigen Texte, die eingängigen Melodien, zu denen man auch sehr gut tanzen kann, überzeugen mich immer wieder aufs Neue.

Natürlich sticht die Sängerin auch durch ihr Auftreten hervor und will gar keine Hochglanz-Barbie sein, wie es sie in der Branche zuhauf gibt und die einfach nur austauschbar sind. Heute ein Hit, morgen vergessen. Kerstin Ott ist anders, sie ist besonders, sie ist cool. Ich denke, es interessiert sie recht wenig, was andere über sie denken. Sie geht straight ihren Weg und der Erfolg gibt ihr recht. Und sie kommt auch bei den Kollegen an. Mit fast allen Größen der Schlagerwelt hat sie bereits ein Duett aufgenommen, seien es Helene Fischer, Andrea Berg, Howard Carpendale oder Ben Zucker.

In ihrer Autobiografie berichtet sie ehrlich und schonungslos über ihre nicht einfache Kindheit mit Heim und Pflegefamilien, ihr Outing, Spielsucht und Depressionen und wie ihr ihre große Liebe Karolina begegnete. Natürlich auch über ihren Einstieg in die Musikwelt, wo es anfangs wahrlich einige Hürden zu nehmen galt.

Ich vermute, das Buch ist bewusst recht sparsam lektoriert worden, denn vieles liest sich tatsächlich wie genauso ausgesprochen. Sprich es gibt sehr viele Füllwörter, Wiederholungen, manchmal auch unglückliche Formulierungen, sodass es sich ab und an nicht ganz so geschmeidig liest, und es sind auch einige orthografische Mängel enthalten. Aber daran muss man sich nicht stören, es ist halt klar und ehrlich gesprochen Kerstins Lebensgeschichte. Diese nun zu kennen, macht mir das Gesamtpaket Kerstin Ott noch sympathischer und ich kann jedem, der sich für die Person jenseits der Bühne interessiert, dieses Buch nur empfehlen.

Bewertung vom 31.05.2025
Fitzek, Sebastian

Horror-Date


ausgezeichnet

Auf der sehr speziellen Dating-Plattform "The Walking Date" lernen sich Raphael und Nala kennen. Beide verfügen über eine begrenzte Lebenserwartung und wollen sich ein letztes Mal verlieben. Sie verbindet einiges, vor allem die Liebe zur Literatur, doch als es zum ersten persönlichen Treffen kommen soll, geht es Raphael bereits so schlecht, dass er seinen besten Freund Julius bittet, für ihn einzuspringen. Dieser ist kerngesund und hat mit Büchern so gar nichts am Hut, lässt sich letzten Endes aber Raphael zuliebe darauf ein. Ein Horror-Date, was seinem Namen wirklich alle Ehre macht, nimmt seinen Lauf.

Meine Meinung:

"Horror-Date" ist mein zweiter "Kein Thriller" meines Lieblingsautors Sebastian Fitzek. Es ist tatsächlich so – man kann sich ja einige schlimme Dates ausmalen oder hat sie sogar erlebt, aber was der Autor hier aufs Papier zaubert, ist wirklich harter Tobak. Nach dem Motto: Schlimmer geht immer!

Julius hat mir streckenweise richtig leidgetan, was da so alles mit Nalas Familie über ihn hereinbricht. Wobei er selbst auch nicht ganz unschuldig ist, dass es immer kurioser wird. Ich mochte die Figur von Anfang an und auch Nala ist ganz sympathisch, obwohl sie einem doch etwas fernbleibt, da vorrangig aus Julius' Sicht erzählt wird.

Wunderbare Nebencharaktere, allen voran Oma Karl (einfach unbezahlbar), runden diese crazy Geschichte perfekt ab, die trotz des vielen Humors unterschwellig auch viel Ernsthaftigkeit beinhaltet, was natürlich auch dem Thema Tod geschuldet ist. Einige witzig gemeinte Passagen fand ich ein wenig drüber bzw. echt platt, andere dafür wieder richtig genial, sodass ich laut auflachen musste.

Es wäre kein Fitzek, gäbe es nicht auch Plottwists und einige Stellen, besonders am Ende, haben mich auch tief berührt und ein paar Tränen gekostet.

Insgesamt ein wirklich tolles und unterhaltsames Leseerlebnis, um mal dem Alltag zu entfliehen und ohne sich mit Serienkillern oder Psychopathen rumschlagen zu müssen, wobei das Buch durchaus ein paar leicht gestörte Personen aufzuweisen hat. Klare Empfehlung!

Bewertung vom 10.05.2025
Pust, Juliane

When the Rain Burns - Based on Sina's True Story


ausgezeichnet

Nach dem dramatischen Amoklauf an ihrer Schule findet Lina Halt bei ihrem Klassenkameraden Liam, der genau wie sie die gemeinsame Freundin Nele verloren hat. Doch die Nähe wird ihr zu viel und sie flieht aus der Stadt, um ein neues Leben zu beginnen. Ihr begegnet Tom, der die große Liebe zu sein scheint. Doch die Beziehung entwickelt sich mehr und mehr zu einem Albtraum, in der Gewalt und Demütigungen an der Tagesordnung sind. Schafft Lina den Absprung und wird Liam einmal mehr für sie da sein?

Meine Meinung:

Die Themen Amoklauf und toxische Beziehung sind sicher nicht die leichtesten und ich würde raten, unbedingt die Triggerwarnung vorher zu lesen, wer damit Schwierigkeiten hat. Jedoch wird bereits im Klappentext gut informiert, sodass ein Fehlgriff eher unwahrscheinlich ist. Nichtsdestotrotz geht die Story unter die Haut, lässt die Emotionen hochkochen, berührt tief im Herzen und wirkt lange nach. Zumindest erging es mir so. Vor allem wohl auch, weil die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, nämlich dem Erleben von Sina.

Abwechselnd wurde aus der Sicht von Lina und Liam geschrieben, mit Rückblenden in die Vergangenheit zur Zeit des Amoklaufs, sodass man sich in die Gefühle der beiden sehr gut hineinversetzen konnte. Ich konnte zu jeder Zeit mit ihnen mitleiden, aber es gab auch Momente, die einen zum Lächeln gebracht haben. Besonders auch die Szenen mit den Tieren.

Ein kleines Manko war tatsächlich die Überarbeitung, was Lektorat bzw. Korrektorat angeht, die ich natürlich der Autorin nicht anlasten kann, aber bei einem so renommierten Verlag nicht erwartet hätte. Da gibt es unzählige Grammatikfehler, fehlende oder falsche Buchstaben und Wörter bis hin zu wechselnder Augenfarbe. Das hat den Lesefluss doch einige Male negativ belastet.

Insgesamt war es aber ein sehr emotional berührendes Buch, welches mich nachhaltig beeindruckt hat und das ich trotz des schweren Themas gern jedem empfehlen möchte, der Geschichten mit Tiefgang etwas abgewinnen kann.

Bewertung vom 10.05.2025
Sprinz, Sarah

Mess Me Up / Infinity Falling Bd.1


sehr gut

Aven Amenta hofft, mit ihrer Rolle in dem Blockbuster "Infinity Falling" den Sprung auf die große Leinwand zu schaffen. Sie geht in der Schauspielerei auf, auch wenn sie sich aus der Öffentlichkeit weitgehend zurückgezogen hat, seit ihr eine Stalkerin permanent auf den Fersen ist. Unerwartet erkrankt jedoch ihr Co-Star und Hayes Chamberlain soll dafür einspringen. Ein Ex-Boyband-Star ohne Schauspielerfahrung, der sie einst unendlich verletzt hat. Keine guten Voraussetzungen für ihre Karriere und ihr Seelenheil.

Meine Meinung:

Da ich berufsbedingt das Vergnügen hatte, Band 2 der Reihe um Ruben und Holly bereits vorab zu lesen, wollte ich auch den Auftakt von "Infinity Falling" nicht missen. Die Konstellation angehender Hollywoodstar und Ex-Boyband-Mitglied hat mich direkt für das Buch eingenommen.

Es handelt sich hierbei jedoch nicht um eine zuckersüße Liebesgeschichte im schönen Schein Hollywoods, vielmehr werden die Schattenseiten des großen Erfolges beleuchtet. Vielleicht auch ein bisschen zu viel, denn wirklich schöne Momente scheint es für die Protagonisten nicht zu geben. Ein großes Thema sind Stalking und Essstörungen, die bei den Hauptfiguren dermaßen viel Platz einnehmen, dass über dem gesamten Buch ständig eine düstere Stimmung liegt. Die wenigen romantischen Momente, die beide miteinander teilen, haben das leider für mich nicht aufwiegen können.

Die gegenseitige Anziehung der Hauptfiguren ist stets spürbar, jedoch sind sie so mit ihren psychischen Problemen belastet, dass das schlussendliche Fallenlassen einfach zu viel Zeit benötigt und es daher doch Längen im Buch gibt. Als ständig konkurrierende Nebenfiguren, die für ihre Schützlinge alles tun würden, werden Ruben und Holly schon mal gut eingeführt. Weitere Charaktere bleiben jedoch blass, da sich ausschließlich alles um Aven und Hayes dreht, aus deren Sicht abwechselnd erzählt wird.

Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil und ich habe die Figuren gern bei ihrer Entwicklung begleitet. Durch das Stalking-Thema gibt es sogar ein paar spannende Momente. Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten, auch wenn noch ein wenig Luft nach oben geblieben ist.