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Benutzername: Leyla


Bewertungen

Insgesamt 39 Bewertungen
Bewertung vom 09.08.2019
Das Glück hat viele Seiten
Zeiss, Ella

Das Glück hat viele Seiten


ausgezeichnet

Die Handlung: Hannah hat ihre Traumstelle und arbeitet in der Großstadt Köln. Ursprünglich kommt sie aus einem gemütlichen Dorf in der Eifel, doch diesen Ort hat sie seit zehn Jahren nicht mehr besucht und das hat sie eigentlich auch nicht vor. Als jedoch ihre Tante verstirbt und ihr auch noch den geliebten Buchladen vererbt, denkt sie nur noch an den Verkauf des Ladens. Überaus schnell findet sie in Ben einen Käufer, der sich später als hinterhältiger Geschäftsmann entpuppt. Nun setzt sie alles daran, den Verkauf irgendwie noch zu stoppen, doch der Vertrag scheint unanfechtbar.

Hannah war ein etwas schwieriger Protagonist für mich. Noch auf den ersten Kapiteln fand ich sie einfach nur großartig, doch dann war es, als hätte ich etwas wichtiges an ihr entdeckt, das mir davor nicht aufgefallen ist. Sie besitzt einen sehr naiv und kindischen Charakter und das hat mich nach einiger Zeit etwas zu nerven angefangen. Außerdem hat mich starkt gestört, dass sie den Buchladen ursprünglich gar nicht wollte und mit großer Freude verkauft hat. Dass sie ihn dann plötzlich doch zurückwollte, hat mich sogar ziemlich überrascht. Sie ist einfach ein Charakter, den ich zu verstehen versucht habe und dabei kläglich daran gescheitert bin. Leider, denn hier habe ich mehr erwartet.

Trotz meines Unverständnisses gegenüber Hannah mochte ich die Handlung sehr gerne und sie schaffte es immer, mich gut zu unterhalten. Mein Lesefluss war sehr flüssig, die Autorin hat einen schönen Stil, der sich nicht zu sehr ins Detail stürzt und sich auf die Geschichte fokussiert. Das hat mir sehr gefallen und das Lesen für mich angenehm gestaltet. Außerdem besitzt das Buch viele Überraschungen und Unvorhersehbares, was die Geschehnisse und das Leseerlebnis um einiges steigert und den Roman einzigartig macht.

Mein Fazit: Eine originelle Unterhaltungslektüre mit einer interessanten und vielseitigen Handlung.

Bewertung vom 27.07.2019
Was in unseren Sternen steht
Isaac, Catherine

Was in unseren Sternen steht


ausgezeichnet

Die Handlung: Jess ist alleinerziehend, nur wenige Monate nach der Geburt ihres Sohns hat sie sich von ihrer großen Liebe und dem Vater ihres Kindes getrennt, da dieser sich als absolut beziehungsunfähig erwiesen hat. Inzwischen ist William zehn Jahre alt und Jess bleiben nur noch wenige Jahre, bis eine schlimme Krankheit über sie herrschen wird. Doch kaum einer weiß davon und das soll auch so bleiben. Daher bleibt Jess nichts anderes übrig, als Adam zu besuchen und sein Herz für William zu wecken

Bevor ich direkt auf den Inhalt eingehe, möchte ich gerne den Einstieg in das Buch, also den Prolog, erwähnen, denn schon mit diesen ersten Seiten konnte mich die Geschichte packen und dazu bringen, dass ich an jedem Wort hing. Diese wenigen Seiten haben mich mehr als beeindruckt und ich kann nur wärmstens empfehlen, wenigstens in die Leseprobe reinzulesen. Mich konnte sie mehr als nur überzeugen!

Eigentlich kann ich nur über jeden Aspekt des Buches schwärmen. Für mich ist das einer dieser Bücher, die einen mit dem Ende der letzten Seite Schmerz und Freude zugleich spüren lassen. Auch wenn vieles mit Humor erzählt wird, hat die Geschichte Momente des bitteren Beigeschmacks, aber sie schafft es immer zu unterhalten, sodass ich förmlich an jedem Satz hing.

Es tut dem Buch auch gut, dass sie nur authentische und sympathische Charaktere enthält. Jess ist, trotz ihrer Krankheit, eine fröhliche Person und liebevolle Mutter. Bei ihrer Figur empfand ich sehr viel Liebe zum Detail, aber auch andere Protagonisten haben diesen Eindruck bei mir geweckt. Jeder von ihnen hat seine eigene kleine Geschichte mitsamt aller Eigenarten. Dabei fokussiert sich die Handlung aber dennoch auf Jess, William und Adam.

Zusätzlich wird die Handlung von kurzen Rückblicken aus dem Leben von Jess ergänzt. Diese beinhalten Ergänzungen oder Erklärungen zur Gegenwart und ich fand sie sehr interessant zu lesen. Vor allem wird deutlich, wie die Beziehung der beiden auseinanderging und was genau die Auslöser dazu waren. Das fand ich sehr spannend, informativ und unterhaltsam zugleich. Außerdem wirken so Jess und Adam nur noch authentischer auf den Leser.

Mein Fazit: Ein hinreißender, unterhaltsamer und gefühlvoller Familienroman, der definitiv zu meinen Jahreshighlights gehört!

Bewertung vom 29.06.2019
Honigblütentage
Cramer, Sofie

Honigblütentage


ausgezeichnet

Die Handlung: Valerie empfindet ihren Alltag schon länger als ungesunden Stress und steht daher kurz vor einer Belastungsstörung. Um dieser vorzubeugen und Valerie zu entlasten, schickt sie ihre Chefredakteurin auf eine Wanderreise, die durch den Heidschnuckenweg führt. Das Thema ihrer Reportage ist: „Pilgern vor der eigenen Haustür – Selbstfindung pur?“ und Valerie muss dafür einige Hindernisse und ihren eigenen Widerwillen bekämpfen.

Die Charakterentwicklung von Valerie ist einfach großartig. Eigentlich will sie diese Reise nicht machen, hat einige Probleme auf ihrem Weg und möchte öfters einfach nur noch zurück in die Großstadt, doch sie beißt sich durch und wird am Ende ihrer Reise reichlich belohnt. Diesen Realismus ihres Verhaltens empfand ich als erfrischend und er hat bei mir bewirkt, dass ich Valerie mit großem Verständnis gegenüberstand. Ihr wird diese Reise mehr oder weniger aufgezwungen und sie erlebt viele Momente, an denen sie einfach aufgeben oder ihren Weg heimlich kürzen will. Nur knapp schafft sie es, sich weiter zu motivieren. Die Autorin erwähnt im Nachwort, dass diese Geschichte jedem passieren könnte und dem kann ich nur zustimmen, denn das Buch besitzt eine wunderbar erfrischende Realität.

Dabei finde ich es vor allem beeindruckend, wie Sofie Cramer es schafft, dass ich mit Valerie fühle. Vermutlich liegt das an der passend gewählten Wortwahl und dem Fakt, dass ich Valerie sehr ins Herz schließen konnte. Oft kam es jedenfalls vor, dass ich ihre Gefühle nachempfinden und verstehen konnte und so die negativen- sowie positiven Eindrücke ihrerseits auf mich selber übertrug.

Mein Fazit: Mir bleibt nur noch zu sagen, dass ich diesen wundervollen Roman jedem Leser, der sich auch nur ein noch so ein kleines bisschen für diese Lektüre interessiert, wärmstens empfehlen kann, denn mindestens eine Selbstfindung wird dem Leser widerfahren und ich bin mir sicher, jeder kann etwas aus diesem Buch für sich selber lernen.

Bewertung vom 30.05.2019
Glück ist meine Lieblingsfarbe
Günak, Kristina

Glück ist meine Lieblingsfarbe


ausgezeichnet

Die Handlung: Ursprünglich wollte sich Juli nur eine kleine Auszeit von der öden Büroarbeit nehmen, doch nun lebt sie schon länger in einer schönen Gegend auf La Palma und hat sich dort ein heimisches Leben aufgebaut. Sie weiß, dass sie zurück nach Deutschland sollte, doch wenn es nach ihr geht, könnte sie noch lange auf der wunderschönen, spanischen Insel verweilen. Und dann lernt sie den charmanten und verschlossenen Architekten Quinn kenne ...

Als großer Fan dieser Autorin war schnell für mich klar, dass ich auch ihren neuen Roman lesen muss. Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch und ich kann mit Freude sagen, dass sie sogar übertroffen wurden!

Charaktere: Auffällig ist, wie menschlich die Protagonistin Juli auf mich gewirkt hat. Mir ist Juli in ihrer Fröhlichkeit einfach nur sehr sympathisch. Ich würde sie gerne als Freundin haben, eine bessere Protagonistin kann ich mir daher kaum vorstellen. Doch auch viele Nebencharaktere können bei mir punkten. Ein kleines Highlight sind für mich Pedro und seine Hündin Calida. Ich las unglaublich gerne von den beiden und ihrer freundschaftlichen Beziehung zu Juli, denn der fröhliche Postbote mit seinem ängstlichen Hund hat es mir einfach angetan!

Mir gefällt auch der Fortgang der Geschichte und die Handlung im Allgemeinen. Es ist schön, von Julis Alltag zu erfahren, von ihren Ängsten und Problemen. Sie fühlt sich für mich einfach real an. Eine Person, die dein Nachbar oder deine Freundin sein könnte. Genau diesen Gedanken können mir viele Romane nicht vermitteln, doch Juli hat sich für mich lebensnah und wirklich angefühlt.

Hinzu kommt, dass der Roman immer an Unterhaltung bieten kann und mir als Leser immerzu spannende Handlungsstränge vorgetragen werden. Beklagen kann ich daher nichts, ich empfand dieses Buch als durchgehend "perfekt". Sollte also dem Leser die Thematik gefallen, so wird er sicherlich gefallen an Julis Geschichte finden.

Mein Fazit: Eine weitere wunderbare, gefühlvolle und mitreißende Sommerlektüre von einer meiner Lieblingsautoren!

Bewertung vom 16.05.2019
Die Frau im Musée d'Orsay
Foenkinos, David

Die Frau im Musée d'Orsay


ausgezeichnet

Die Handlung: David Foenkinos erzählt eine Geschichte über einen Mann, der alles Hals über Kopf liegen lässt und von seinem bisherigen Leben flieht. Der Grund ist für den Leser zunächst unbekannt, doch das Antoine seine Arbeit als Professor an einer Hochschule, für die eines einfachen Wärters im Kunstmuseum Musée d'Orsay in Paris, aufgibt und seine Familie und Bekannte ohne einen triftigen Grund verlässt, ist zunächst alles andere als erklärbar. 

Das Buch ist in 4 Teile unterteilt. Der erste befasst sich mit der im Klappentext erwähnten Handlung. Enden tut er mit dem Tod von Camille, einer mysteriösen Frau, die vorerst keinen erkennbaren Zusammenhang zu Antoine besitzt. Ab dann wird sich der Leser mit dem Leben und den Gründen für ihren Tod auseinandersetzen. Ihre Geschichte hat bei mir viele Affekte auslösen können: Wut, Trauer, Freude, Überraschung, und noch viele mehr. Ihre Gedanken und Gefühle haben auch mich angesteckt und ich bin überrascht, wie stark sie mich berührt hat. 

Als großer Fan des Autors war für mich einfach klar, dass ich auch sein neuestes Werk lesen muss. Meine Erwartungen waren aber dementsprechend auch sehr hoch. Doch die Tatsache, dass die Handlung dieses Mal nicht 100% mein Interesse geweckt hat und es David Foenkinos trotz dessen gelungen ist, mich mit seinem Roman in den Bann zu ziehen, spricht schon sehr für "Die Frau im Musée d'Orsay". Daher kann ich nur sagen (selbst wenn die Handlung nicht komplett mit meinem Leseverhalten übereinstimmt): Ich habe es nicht bereut, dieses wundervolle Buch gelesen zu haben. Und ich muss zugeben, das Geheimnis um Antoine, und noch mehr das um Camille, hat mich gänzlich von sich überzeugen können. Ich konnte und wollte dieses Buch nicht vor Beendigung aus der Hand legen! Dafür war die Handlung zu spannend und ereignisreich.

Mein Fazit: Wieder ein Meisterwerk von David Foenkinos, das mich vollkommen von sich überzeugen konnte!

Bewertung vom 12.05.2019
Im Luftschloss wohnt kein Märchenprinz
Dörr, Christoph

Im Luftschloss wohnt kein Märchenprinz


ausgezeichnet

Die Handlung: Meeresbiologin Anna ist überglücklich mit ihrem Leben, bis zu dem Tag, an dem ihre Mutter unerwartet verstirbt und sie zurück in ihre Heimatstadt muss, um dort ihrem Vater unter die Arme zu greifen. Hier folgt dann der nächste Schock: Der von der Familie geführte "Märchenwald" soll verkauft werden. Anna setzt alles daran, um diesen zu retten. Immerhin hängen viele ihrer Kindheitserinnerungen, ihre Zukunft und die Existenzen der Angestellten an diesem Park.

Bei diesem Roman ist Vorsicht geboten. Meiner Meinung nach vermittelt das Cover nämlich einen falschen Eindruck. Zuerst wollte ich ihn erst gar nicht lesen, weil ich dachte, dass er zu humorvoll geschrieben ist und sich der Zielgruppe "Jugendliche" widmet. Doch dem ist überhaupt nicht so. Gleich zu Anfang der Leseprobe habe ich gemerkt, dass sich dieser Roman an Erwachsene richtet und trotz einiger humorvoller Szenen, fortwährend einen ernsten Schreibstil benutzt. 

Unglaublich starker Charakter: Anna hat viele Probleme zu bewältigen. Sie hat einen unselbstständigen Bruder, einen zynischen Vater, der nur auf den Tod wartet und einen Märchenwald voller in die Jahre gekommener Attraktionen, die schon seit einiger Zeit rote Zahlen schreiben. Sie weiß, dass ein Verkauf die einzig logische Lösung ist, doch sie hängt an ihren Erinnerungen und an den vielen Mitarbeitern, die sonst arbeitslos wären. Sie versucht, mit einer bemerkenswerten Beharrlichkeit diesen Freizeitpark zu retten, doch ihr bleiben nur vier Monate, bis auch der letzte Cent aufgebraucht ist. Ich bewundere sie sehr für ihren Ehrgeiz und bin überaus beeindruckt, mit wie viel Optimismus und Kampfgeist sie versucht ihre Situation zu verbessern. Neben Anna hat mir vor allem der Fortgang der Handlung sehr gefallen. Der Roman hat immer etwas zu bieten, dem Leser kann also erst gar nicht langweilig werden und die Seiten lesen sich wie im Flug!

Mein Fazit: Eine wundervolle Geschichte über den Kampf eine Erinnerung zu bewahren. 

Bewertung vom 12.05.2019
Bell und Harry
Gardam, Jane

Bell und Harry


ausgezeichnet

Die Handlung: Harrys Familie empfindet ihren Heimatort London als eine stressvolle Stadt. Aus diesem Grund haben sie sich für den Sommer auf dem Land in Yorkshire eingemietet. Hier lernt Harry dann Bell kennen, und sie verstehen sich vom erstem Moment an perfekt. Beim ersten Zusammentreffen sind sie noch kleine Kinder und diese wundervolle Freundschaft wird noch bis zum letzten Tag bestehen. 

Sommer für Sommer und mit jedem gemeinsam erlebten Abenteuer wird diese Freundschaft erneuert, so unterschiedlich die Sphären, in denen sie mit ihren Familien leben, auch sind.

Das ganze Buch erstreckt sich über eine Zeitspanne von einer ganzen Generation. Zu erzählen wird begonnen, als Harry noch ein kleines Kind ist und weitererzählt wird, bis Bell eine kleine Tochter im Alter von elf Jahren hat. Aufgrund dieser riesigen Zeitspanne und dem Fakt, dass der Roman keine 200 Seiten besitzt, nimmt die Geschichte eine rasende Geschwindigkeit an. Dadurch konnte ich weder zu Harry noch zu Bell eine emotionale Bindung aufbauen. Vermutlich würde ich noch jetzt ihre Nachnamen vertauschen. Stattdessen wird sehr großen Fokus auf eine Horde Nebenfiguren gelegt, die mich oft einfach nur überfordert haben.

Mir gefiel die Grundidee des Buches von einer loyalen, bedingungslosen und ehrlichen Freundschaft zu erzählen sehr, wo man doch im Alltag selten so etwas erleben darf. Doch mir hat es in der Ausführung gefehlt. Hier kann ich nur die Aspekte davor aufgreifen: Es wird zu schnell und oberflächlich erzählt, außerdem liegt der Fokus zu sehr auf den Nebenfiguren.

Doch es gibt auch positive Punkte: Der Roman versprüht eine unglaublich schöne Leichtigkeit, die mir als Leser sehr gefallen hat. Ich konnte das Buch sehr schnell und innerhalb von nur einem Tag auslesen. Der Schreibstil ist einfach angenehm und verleitet zum Weiterlesen. Auch die Schnelligkeit, wie erzählt wird, hat etwas gutes. Dadurch gibt es immer etwas zu berichten und die Spannung geht nie verloren.

Mein Fazit: Mir persönlich hat die Nähe zu den Hauptcharakteren gefehlt. Wer mit vielen Nebenfiguren und einer rasanten Handlung über viele Jahre hinweg zurechtkommt, wird hier eine schöne Geschichte erleben.

Bewertung vom 29.04.2019
Veranda zum Meer
Johnson, Debbie

Veranda zum Meer


sehr gut

Die Handlung: Der Leser begleitet Willow, eine fleißige Frau mit starkem Charakter, in ihrem Alltag. Neben der Arbeit in einem Café leitet sie ihr eigenes Reinigungsunternehmen und kümmert sich sehr liebevoll um ihre an Alzheimer erkrankte Mutter. Ihr Leben nimmt eine Kehrtwende an, als sie Tom durch ihre Arbeit kennenlernt und sich mit ihm anfreundet.

Besonders am Schreibstil der Autorin ist, dass sie den Leser ständig an den Gedanken von Willow teilhaben lässt. Die Geschehnisse erzählt Debbie Johnson aus der Sicht von Willow, die oft auch plötzlich von einem ihrer spontanen Gedanken unterbrochen wird. Ob das etwas für einen ist, muss jeder für sich entscheiden. Ich persönlich war anfangs etwas genervt, da Willow teilweise sehr ins Kindliche abrutscht. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase fand ich ihre fröhliche Art jedoch sehr erfrischend und konnte öfters auch mit ihr lachen.

Etwas schade fand ich, dass die Geschichte kaum vorankam. Einen Wendepunkt gab es nicht und auch sonst dauert es eine Weile, bis etwas „besonderes“ passiert. Der Hauptteil des Buches beschäftigt sich mit dem Alltag von Willow, ohne, dass etwas spannendes passiert. Einerseits ist das teilweise auch langatmig zu lesen, aber anderseits war ich überrascht, welche Alltäglichkeit dadurch entsteht. Durch diese langsame Entwicklung entsteht eine Realität, die dem Roman tatsächlich guttut. Ich gebe aber zu: Wäre Willows Charakter nicht so unterhaltsam gewesen, dann hätte sich das Buch vermutlich sehr in die Länge gezogen.

Ansonsten hatte ich beim Lesen sehr viel Spaß, die Gedanken und den Alltag von Willow kennenzulernen. Sie besitzt einen durch und durch ungewöhnlichen und interessanten Charakter!

Mein Fazit: Dieser Roman schafft es gekonnt, negatives in positives zu verwandeln und mir so ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Anmerkung: Dies ist der vierte Band einer bisher vierteiligen Buchreihe, die unabhängig voneinander gelesen werden kann.

Bewertung vom 12.04.2019
Alicia und die Unwahrscheinlichkeit der Liebe
Uceda, Mayte

Alicia und die Unwahrscheinlichkeit der Liebe


ausgezeichnet

Die Handlung: Seit Alicias Ehemann vor sechs Jahren bei einem kuriosen Zwischenfall sein Leben verloren hat, kümmert sie sich um das finanziell ruinierte Weingut auf Mallorca und um den eigenwilligen Hund Milo. Als sie einen letzten Versuch wagt und übers Internet einer Kontaktanfrage antwortet, erwartet sie nicht wirklich, dass sich dieser Kontakt zu etwas ernstem entwickelt.

„Zwar versteht sie nichts von Wahrscheinlichkeitsrechnung, aber dass Marco zu gut ist, um wahr zu sein, ist sonnenklar. Und tatsächlich: Marco hat etwas zu verbergen …“

Alicia ist eine wundervolle Protagonistin. Auch wenn ich als Leser oft den Eindruck hatte, sie sei vom Unglück verfolgt, so konnte sie immer über sich und ihre Lage lachen. Oft wirken ihre Gedanken (vermehrt zu Anfang des Buches) dabei zynisch, doch sie entkräftet ihre eigenen Gedanken und Aussagen sehr schnell wieder. Dadurch bekommt der Roman viele humorvolle Abschnitte, die mich hervorragend unterhalten konnten.

Eins kann ich ganz sicher über diesen Roman sagen: Langeweile kann erst gar nicht aufkommen! Die Handlung bietet viele Aspekte und unerwartete Ereignisse, sodass ich wunderbar unterhalten werden konnte. Es passiert immer irgendetwas im Leben von Alicia und die rasanten Erlebnisse daraus sind packend beschrieben. Diese Lektüre ist mit seiner Größe und seinen circa 450 Seiten kein dünner und schnell zu lesender Roman, doch ich konnte buchstäblich nicht aufhören zu lesen und habe daher innerhalb von nur zwei Tagen diese Geschichte ausgelesen, was sehr für den ausgeprägten Unterhaltungsfaktor spricht!

Außerdem finde ich es schön, dass die Autorin ein Auge für kleine feine Details hat. So konnte ich mir beispielsweise jeden Charakter, ja sogar den Hund von Alicia, bildlich vorstellen und mir teilweise schon erdenken, wie sie wann reagieren würden. Die Eigenheiten jeder noch so kleinen Nebenfigur werden liebevoll und spannend dargestellt, jede kam mir auf seine Art und Weise nah vor.

Mein Fazit: Eine rasante und kuriose Geschichte, die über sich selbst lachen kann. Mich konnte der Roman mehr als nur unterhalten!

Bewertung vom 04.04.2019
Pizza Amore
Kanitz, Brigitte

Pizza Amore


ausgezeichnet

Die Handlung: Sina ist eine sympathische und freundliche Grundschullehrerin. Doch sie hat eine ausgeprägte Demophobie. Sie wird in größeren Menschenmengen panisch und kann diese nur bekämpfen, wenn sie viel, vorzugsweise süßes, isst. Ihre Nachbarin und gute Freundin möchte ihr helfen diese Menschenangst zu bezwingen und schlägt daher vor eine Reise nach Rom zu unternehmen. An ihrem Ziel angekommen verläuft allerdings nichts wie geplant und die urkomische Handlung nimmt ihren Lauf.

Schreibstil der Autorin: Liebe, Ärger, Chaos und ganz viel Humor. Davon handelt diese Geschichte rund um diese zwei komischen Gestalten. Das zeigt sich auch am rasanten und oft wirren Erzählstil. Dennoch schafft es dieser, trotz seiner vielen kuriosen und witzigen Ereignisse, die den beide Protagonisten während ihrer Reise widerfahren, nebenbei eine so immense Ernsthaftigkeit aufzubauen, dass ich oft den Einsatz zum Mitlachen verpassen habe. So ganz kam ich nicht mit dem Stil von Brigitte Kanitz klar, dafür ging mir alles viel zu schnell.

Dennoch konnte mich dieses Buch sehr gut unterhalten und ich hatte viel Freude an der Geschichte von Sina und ihrer Nachbarin Esther, die wohl war eine Eigenheit in Person ist. Einen gewissen Reiz bekommt der Roman, als sich beide Protagonisten in ungünstige Personen verlieben. Sina beginnt eine starke Anziehung zu einem Priester zu empfinden und die etwas ältere Esther beginnt eine ausgeprägte Schwärmerei für einen jungen Offizier der Schweizer Garde, der allerdings mit einer einstweiligen Verfügung droht, wenn sie ihn nicht in Ruhe lässt. 

Mein Fazit: Ein witzig-kurioser Roman über eine ganz besondere Reise. Eine leichte Lektüre, die perfekt ist, um die Seele einige Stunden baumeln zu lassen.