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Benutzername: Losnl


Bewertungen

Insgesamt 17 Bewertungen
12
Bewertung vom 20.04.2017
Verlorene Welt / Bitter & Sweet Bd.3
Harris, Linea

Verlorene Welt / Bitter & Sweet Bd.3


ausgezeichnet

Der krönende Abschluss der Bitter & Sweet Trilogie „ Verlorene Welt “ von Linea Harris, erschien im Piper Verlag.

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“ Chinesisches Sprichwort

Inhalt:

In Jillians drittem Schuljahr an der Winterfold Akademie scheint alles schief zu gehen. Die angespannte Beziehung zu dem attraktiven Vampir Ryan macht ihr zu schaffen, nein, er möchte nichts mehr von ihr wissen und seine neue Freundin macht Jillian zusätzlich das Leben schwer. Damit sollen ihre Sorgen aber nicht abreißen, ihre dämonische Abstammung vor den anderen Schülern der Akademie zu verbergen, bereitet ihr ebenfalls Kopfzerbrechen. Währenddessen plant Jillians größter Feind, die Welt seiner dunklen Herrschaft zu unterwerfen…

Meinung:

Dieses Buch hat mich wieder einmal ab der ersten Seite in den Bann gezogen, was an dem flüssigen, fesselnden, märchenhaften sowie authentischen Schreibstil von Linea Harris liegen mag. Es handelt sich um den tollen Abschluss einer Trilogie im Genre Jugendbuch. Dieses beinhaltet typische aber auch unterhaltsame Fantasy, unter anderem mit Werwölfen, Vampiren, Dämonen aber auch Elfen. Liebe, Eifersucht aber auch das Thema Freundschaft, werden hier mit aufgegriffen.

Jillian hat sich mit ihrer dämonischen Herkunft abgefunden. Sie sieht dem dritten Schuljahr mit gemischten Gefühlen entgegen. Ziemlich schnell, muss sie sich mit menschlichen Problemen, wie „ Herzschmerz „ und Beziehungsproblemen, herumschlagen. Da kommt der Termin bei der Verborgenheitsorganisation gerade recht, um sich ablenken zu können. Die Vorkommnisse beziehungsweise Wendungen werden ausgezeichnet bildlich dargestellt, so dass ich mich als stiller Beobachter an den Schauplätzen wieder fand.

Der Focus richtet sich weiterhin auf Jillian, die in ihrem Kampf gegen die Verborgenheitsorganisation, aber auch gegen dunkle und verborgene Mächte, eine besondere Rolle in dem Buch spielt. Sie handelt sehr selbstsicher, um sich, Familie und ihre Freunde, vor lauernden Gefahren zu schützen. Jillian ist ein toll dargestellter Charakter, mit Ecken und Kanten, was sie dadurch nur noch sympathischer erscheinen lässt.

Auch in diesem Band, spielen der Einfluss und die Mitwirkung der Freunde, ihres Bruders Chaz und ihrem Vater, eine einnehmende Rolle.

Die Freunde Alyssa und Derek sind mir sehr ans Herz gewachsen. In unzähligen Situationen, stehen sie nach wie vor, an Jillians Seite und helfen, wo sie können.

Die mystische Handlung ist mit ihren unerwarteten Wendungen, ist sehr spannend und fesselte mich wahrlich an das Buch. Die Seiten flogen meiner Meinung nach, viel zu schnell dahin. Es stimmt mich sehr traurig, dass mit diesem Band das Ende der Trilogie herbeigeführt wurde.

Von mir aus könnte es noch viele weitere Abenteuer rund um Jilian Bennett und Cox geben.

Das Cover ist ein echter Eyecatcher. Der Hintergrund ist weiß und wird von lila Blumenranken / Efeu überzogen. Diese enden mittig in einem Gesicht, welches denke ich, Jill darstellen soll. Es macht auf jeden Fall aufmerksam sowie neugierig auf den Inhalt des Buches.

Autorin

Linea Harris ist seit 2012 als Werbetexterin und Grafikdesignerin tätig. Nach dem Abitur und einer Ausbildung zur Bürokauffrau veröffentlichte die junge Mutter 2014 ihren ersten Fantasyroman »Bitter & Sweet. Mystische Mächte« im Selfpublishing und landete damit einen großartigen Erfolg. Kurz darauf folgten zwei weitere Bände, die ebenfalls zu Bestsellern wurden. Die Thüringerin wohnt heute mit ihrer Familie in einem idyllischen Ort mitten im grünen Herzen Deutschlands.

Fazit:

Ein sehr gelungener Abschluss der dieses Mal sehr dunkel und mysteriös erscheint. Die Charaktere entwickeln sich fortlaufend weiter, so dass ich echt traurig bin, dass es keinen weiteren Band geben wird.

Von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 15.03.2017
Die Seelenfischer / Seelenfischer Tetralogie Bd.1
Münzer, Hanni

Die Seelenfischer / Seelenfischer Tetralogie Bd.1


sehr gut

In Nürnberg führen Renovierungsarbeiten zu einem sensationellen Fund, was den Bischof von Bamberg auf den Plan ruft. Dieser wird später bestialisch ermordet aufgefunden. Drei Monate später, wird der Jesuit Lukas und Neffe des Ermordeten, zum Generaloberen des Ordens zitiert. Dieser erteilt Lukas einen geheimen Auftrag: Er soll für ihn den Inhalt eines Schließfachs holen. Eindringlich weist der Obere Lukas auf die damit verbundenen Gefahren hin und lässt ihn Stillschweigen schwören. Doch bevor Lukas den Auftrag ausführen kann, geschieht ein weiterer Mord…

Hanni Münzer konnte mich bereits mit >Marlene< von sich überzeugen. Dennoch war ich sehr neugierig und begierig auf die Umsetzung eines Thrillers, aus der Feder der Autorin.
„Die Seelenfischer“ ist der erste Band der Reihe. Es folgen demnächst „Die Akte Rosenthal Band 1“, „Akte Rosenthal Band 2 und „Das Hexenkreuz“. Alle Bände sind in sich abgeschlossen.

Nachdem Lukas von Stetten, den geheimen Auftrag vom Oberen erhält, bricht das Chaos in seinem Leben aus. Nicht nur seine Zwillingsschwester Lucie zieht bei ihm ein, nein, auch seine Exfreundin Rabea tritt plötzlich wieder in sein Leben. Die drei versuchen gemeinsam den Auftrag des Oberen zu erfüllen und unterstützen sich gegenseitig. Dies ist aber nicht so leicht zu bewältigen, denn es kommt ihnen ständig–Jemand- zuvor und Leichen säumen ihren Weg. Obwohl die Polizei Lukas verdacht hat, sind Rabea, Lucie und er, auf der Suche nach dem wahren Mörder und den Hintergründen der Morde. Die Kirche, der Glaube spielen hierbei eine wesentliche Rolle.

Die drei Hauptprotagonisten haben ihre Stärken und Schwächen und überzeugen durch ihre komplexe und authentische Darstellung, ab dem ersten Moment. Während sich Rabea auf ihre journalistischen Fähigkeiten, ihre Intelligenz und ihr Wissen verlässt, hält Lukas an seinem Glauben zu Gott fest und vertraut auf diesen. Lucie hingegen vertraut ihrem Bruder und handelt nach ihrem Instinkt und Bauchgefühl. Die drei geben ein eingespieltes Trio ab, welches sich schon seid Kindertagen kennt und sich den neuen Herausforderungen stellt.

Hanni Münzer hat hier einen Thriller vorgelegt, der tief in die historischen Machenschaften der Kirche blicken lässt. Ihre emotionale Sprache macht diese Geschichte sehr lebendig und abenteuerlich.
Liebe, Freundschaft, Familie, Abenteuer und Kirche geben den Ton an. Besonders die fundierten, aufgeführten historischen Aspekte der Kirche, beeindruckten mich sehr.
Trotz der Spannungselemente und der vielen interessanten Ideen, hat das Buch jedoch auch einige Längen. Der Schluss hingegen, ist sehr fesselnd aber auch überraschend, was mich nun sehnsüchtig auf die Erscheinung des nächsten Bandes warten lässt.

Dieser Thriller hat recht spannende und unterhaltsame Elemente, interessante Charaktere und Wendungen. Allgemein habe ich dennoch einige Längen entdeckt, weshalb ich dem Buch nur vier Sterne geben kann.

Bewertung vom 15.02.2017
Projekt Rahanna
Wohlers, Uli

Projekt Rahanna


weniger gut

Eine Gruppe fanatischer Wikinger reißt auf der Ferieninsel Bornholm die Herrschaft an sich. Kommissar Stig Tex Papuga und Ole Rasmussen versuchen diese Übermacht zu bekämpfen. Denn die Wikinger haben nur ein Ziel: Die Insel Bornholm in Einklang von Mensch und Natur zu bringen, dabei steht Ihnen, ihr Gott Odin mit einem heftigem Sommersturm zur Seite. Stig ermittelt Undercover, doch auch er als treuer Staatsdiener muss bald feststellen, dass ihm die Vorstellung vom naturnahen Leben immer besser gefällt.

Der Klappentext, sowie auch das Cover weckten mein Interesse. Ich hatte eine gewisse Erwartung, nachdem ich begonnen hatte das Buch zu lesen.
Der Beginn zog mich sofort in den Bann, denn das Thema Wikinger finde ich sehr interessant. Doch schon nach den ersten paar Seiten tauchten plötzlich sehr viele Protagonisten auf. Auch durch sehr kurze Kapitel sowie das Springen zwischen den Perspektiven verschiedener Protagonisten, kann man der Handlung schließlich kaum noch folgen.
Auch bekam ich keinen Zugang zu den Charakteren. Diese wirken sehr gewalttätig und metzelten alles nieder, was sich in den Weg stellte, um ihre Macht auszubauen. Ob Mensch, ob Tier, jeder ergab sich kampflos den Wikingern, was ich ebenfalls sehr fragwürdig finde. Auch das Benutzen von Ausdrücken beziehungsweise vulgären Wortlauten, schreckte mich mehr und mehr ab.
Um ganz ehrlich zu sein, hätte ich das Buch am liebsten abgebrochen. Da ich aber unbedingt den Grund, für das „Befallen“ der Insel erfahren wollte, habe ich mich durchgerungen weiter zu lesen.
Meiner Meinung nach, ist das Thema, Menschheit und Natur in Einklang zu bringen, ein sehr wichtiges. Dies wurde aber auf sehr fragwürdige Art und Weise umgesetzt und verfehlt sein Ziel bei weitem.
Dafür kann ich leider keine Leseempfehlung aussprechen.

Bewertung vom 15.02.2017
Am Ende bleiben die Zedern
Jarawan, Pierre

Am Ende bleiben die Zedern


ausgezeichnet

Samirs Eltern flohen bereits vor seiner Geburt aus dem Libanon nach Deutschland. Als Samir acht Jahre alt ist, verschwindet sein Vater spurlos. Jetzt, 20 Jahre später, macht er sich mit dem geheimnisvollen Dia und den Erinnerungen im Gepäck auf, in das Land der Zedern, um das Rätsel des Verschwindens zu lösen. Die Suche führt ihn durch ein noch immer gespaltenes Land und schon bald scheint er nicht nur den Spuren des Vaters zu folgen. Vielmehr ist es, als seien die Figuren aus dessen Geschichten real geworden.


Wer glaubt, er habe den Libanon verstanden, dem hat man ihn nicht richtig erklärt. Libanesisches Sprichwort

Der Beginn erzählt Samirs Geschichte, mit der Ankunft in Deutschland und spielt vorrangig in der Gegenwart. Pierre Jarawan nimmt den Leser mit auf eine Reise, in der die Flüchtlingsproblematik auch aus Sicht der Flüchtlinge geschildert wird. Nach einem beschwerlichen Weg, sind die Flüchtlinge in einer Turnhalle untergebracht. Diese Zustände trieben mir Tränen in die Augen und regten mich zum Nachdenken an.
Samirs Vater übernimmt eine besondere Rolle. Er ist Geschichtenerzähler und verzaubert mit diesen nicht nur Samir, sondern alle anderen Flüchtlinge die in der Turnhalle leben. Brahim schafft dadurch eine besondere Atmosphäre, in der man als Leser die Liebe und die Leidenschaft des Protagonisten schon fast greifen kann.

Das Verschwinden von Samirs Vater, bringt die Entwicklung des Jungen ins Wanken. Ängste, Fragen nach dem Warum, lassen Samir kein Vertrauen zu anderen Menschen aufbauen. Er findet keine Freunde und verliert seine Unbeschwertheit.
20 Jahre später macht er sich schließlich auf in den Libanon, um seine Wurzeln und Antworten auf seine Fragen zu finden. Diese Reise verbindet der Autor immer wieder mit den zauberhaften Geschichten des Vaters. Die Menschen, denen Samir auf seiner Reise durch den Libanon begegnet, scheinen Teil der Erzählungen des Vaters zu sein. Zunehmend gewinnt Samir seine Lebenslust zurück, er wird selbstbewusster und scheint sich mit den gefundenen Antworten zufrieden zu geben. Ungeahnte, aber auch unvorhersehbare Schicksalsschläge, verleihen dem Buch eine gewisse Spannung, die das Lesen unheimlich schnell voran treibt.

Im weiteren Verlauf verknüpft der Autor zunehmend die Perspektiven aus der Vergangenheit mit der Gegenwart, die schlussendlich ein schlüssiges Gesamtbild ergeben.
Pierre Jarawan gelingt es, durch seinen poetischen und harmonischen Schreibstil, den Leser, komplett in Samirs Welt eintauchen zu lassen. Man spürt förmlich die Sehnsucht Samirs, nach seinen Wurzeln und fühlt sich in dessen Welt sehr lebendig.
Die Beschreibungen des Libanon erfüllten mich ebenfalls mit einer gewissen Sehnsucht und entfachten mein Fernweh. Diese waren unglaublich bildlich und anschaulich, so dass ich dieses Land gern einmal besuchen möchte.
Große Mühe hat der Autor mit der Aufführung, geschichtlicher Gegebenheiten des Libanons bewiesen, die er gekonnt in Samirs Schilderungen, mit einfließen lässt.

Mein einziger Kritikpunkt betrifft das Ende des Buches. Hierbei muss ich gestehen, dass dieses, etwas konstruiert wirkte und somit das außergewöhnliche Flair, was sich durch das ganze Buch zog, etwas zu kurz kam.

Alle Söhne lieben ihre Väter. Aber ich habe meinen verehrt. Weil er mich mitnahm in die Wunderwelten seiner Geschichten.

Dieser großartige, gefühlvolle und interessante Roman, hat mir wundervolle Lesestunden beschert.
Pierre Jarawan hat in mir Gefühle wecken können, die ich bislang nicht ahnte.
Es ist mein Lesehighlight 2017 und daher kann ich dieses Buch nur weiter empfehlen.

Bewertung vom 05.02.2017
Rain Dogs / Sean Duffy Bd.5
McKinty, Adrian

Rain Dogs / Sean Duffy Bd.5


ausgezeichnet

Obwohl „Rain Dogs“ schon der fünfte Band, der Sean Duffy Reihe ist, war dies mein erstes Buch von McKinty. Leider, denn dieser Band konnte mich vollends überzeugen.

Irland 1987, das Land kämpft noch immer gegen Unruhen und Duffy steckt selbst in einer Krise. Frau weg, keiner der seinen Humor zu schätzen weiß und auch die Musik lässt zu wünschen übrig. Nun auch noch die Leiche der jungen Journalistin Lily Bigelow, die im Hof von Carrickfergus Castlegefunden wird. Duffy scheint zum zweiten Mal mit dem Phänomen einer locked room mystery betraut zu werden, denn die Burg war verriegelt, niemand konnte rein noch raus. Selbstmord?! Aber ein paar Beobachtungen geben Duffy zu denken und er weigert sich, es dabei zu belassen. Schließlich findet Duffy heraus, das Lily einer Enthüllung auf der Spur war, die sich bis in höchste Regierungskreise zieht. Und so wird Duffy mit weiteren Problemen konfrontiert: Wer hat Lily Bigelow umgebracht? Und was wollte er oder sie damit vertuschen?

Adrian McKinty hat hier einen spannenden und düsteren Krimi vorgelegt, den er mit seinem schnörkellosen und präzisen Schreibstil noch unterstreicht. Er verwebt Fiktion mit authentischen Begebenheiten, zu einem interessanten Ganzen.

Als Hauptprotagonist agiert der katholische Polizist Sean Duffy. Der mittelmäßig erfolgreiche Polizist, hat sein Herz am rechten Fleck. Obwohl dieser, seinen Frust auch mal mit Alkohol und einem Joint entgegenwirkt, macht ihn das nur noch menschlicher und authentischer. Ich habe Duffy sofort in mein Herz geschlossen, zumal mir sein Humor und Sarkasmus echt gut gefiel und das Buch um einiges unterhaltsamer machte. Aber auch McCrabban und Lawson, die gemeinsam mit Duffy ermitteln, haben mich ebenfalls überzeugen können. Besonders gut gefiel mir, der Austausch der drei Ermittler und deren Zusammenspiel. Keiner von ihnen gibt auf, bis der Fall geklärt werden kann, obwohl sie sich hin und wieder in Gefahr begeben. Denn dieser Fall erstreckt sich bis zur politischen und wirtschaftlichen Elite des Landes, deren Verstrickungen im Laufe der Ermittlungen enthüllt werden.

McKinty hat mich mit „Rain Dogs“ komplett überzeugen können. Es ist ein spannender und fesselnder Kriminalroman, mit einer besonderen Atmosphäre und Protagonisten. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen.

Bewertung vom 25.01.2017
Fastenopfer / Kommissar Max Kramer & Nonne Maria Evita Bd.2
Leiss-Huber, Anton

Fastenopfer / Kommissar Max Kramer & Nonne Maria Evita Bd.2


sehr gut

Aschermittwoch in Altötting. Nach durchzechter Nacht wacht Max Kramer nicht nur mit einem anständigen Kater auf, nein, neben liegt auch noch die Staatsanwältin. Sein Kollege Fäustl ruft ihn zu einem neuen Fall und rettet Max aus dieser unangenehmen Situation. Der Benefiztums-Verwalter Rainer Schutt-Novotny, wurde brutal ermordet. Doch begeben sich die Ermittler auf die richtige Spur? Maria Evita, Exfreundin und Jugendliebe von Max, hat ihre ganz eigene Theorie.

Spannungsgeladen führt Anton Leiss – Huber, den Leser in die Sage um Graf Tilly ein. Schließlich wird man Zeuge des Mordes an Rainer Schutt – Novotny. Doch was hat die ganze Sache mit Tilly zu tun?

Ziemlich schnell beginnen die eigenen Gedanken zu rasen und man versucht die Zusammenhänge zu kombinieren. Aber so leicht kommt man nicht dahinter, wer der Mörder ist und vor allem das Motiv bleibt ebenso lang unklar. Denn genau hier setzt der Autor auf Humor, was für unsagbare Unterhaltung sorgt.
Im Verlauf der Ermittlungen begegnet man vielen angenehmen Charakteren.
Besonders Fräulein Schosi, die Haushaltshilfe des Monsignore Hirlinger hat mein Herz im Sturm erobert.

„ Bereits unten auf der Straße hatten sie dem ekstatischen Sirenengesang Fräulein Schosis gelauscht. Hirlinger fühlte ein Wummern in seinen Schläfen. Diese Sangeskünste waren ungefähr so angenehm, als würde jemand die Holztreppe im Aufgang abschleifen. „ ( S. 152 )

Sie nimmt es mit der Fastenzeit ziemlich genau und versucht ihren Dienstherren ebenfalls von gesunder und leichter Kost zu überzeugen. Leider bringt ihn das zum rebellieren, sei es nun physischer oder psychischer Natur.
Aber auch Maria Evita, Max Jugendliebe hat mich vollends überzeugen können. Sie hingegen, lässt sich Schoki ins Kloster schmuggeln und hört Rock Musik.
Die Darstellung der Charaktere ist Leiss – Huber sehr gut gelungen. Viele von ihnen wirkten sehr ausgreift, bildlich und vor allem sehr menschlich.
Das Ermittlerduo, Kramer und Fäustl, haben ebenso ihre Ecken und Kanten, aber genau das, macht beide sehr sympathisch.

Der Schreibstil ist sehr locker und flüssig zu lesen. Auch wenn hin und wieder, mit bayrischem Dialekt gearbeitet wird, stört dies nicht den Lesefluss.
Die Dialoge waren sehr unterhaltsam, ebenso wie die Verflechtung von Krimi und Humor. Denn oftmals hatte ich beim Lesen ein Schmunzeln auf den Lippen.
Dennoch kann ich leider diesem unterhaltsamen und humorvollen Kriminalroman nur 4 Sterne geben, da es mir zum Ende hin etwas an Spannung fehlte.

„Tödliche Fastenzeit“ ist ein kurzweiliger, unterhaltsamer und humorvoller Krimi, den es sich zu lesen lohnt. Ich hoffe auf mehr, aus der Feder von Anton Leiss - Huber.

Bewertung vom 13.01.2017
Der Jahrhunderttraum / Jahrhundertsturm Trilogie Bd.2
Dübell, Richard

Der Jahrhunderttraum / Jahrhundertsturm Trilogie Bd.2


ausgezeichnet

Berlin 1891:
Familie von Briest ist geschockt, die Großeltern von Otto, Levin und Amalie, sind bei einem schweren Zugunglück in der Schweiz ums Leben gekommen. Edgar Trönicke, Privatdetektiv und Freund der Familie glaubt an einen Sabotageakt und ermittelt auf Wunsch von Moritz von Briest. Er und sein Beruf wirken sehr faszinierend auf Otto, denn dieser erträumt sich eine Zukunft als Privatdetektiv.
Levin hingegen, ist von den ersten gesehenen Flugversuchen Lilienthals so beeindruckt, das er sich nichts mehr wünscht, als eines Tages selbst zu fliegen. Seine Schwester Amalie freundet sich derweil mit Emma von Schley an. Sie möchte als erste Frau, mit einem Fallschirm springen. Aber niemand ahnt, dass Emma´s Vater einem nationalsozialistischen Kreis in Berlin angehört. Doch als Otto bei seinen Recherchen auf diese Verbindung stößt, steht nicht nur das Schicksal ihrer Familie, sondern der gesamten Nation auf dem Spiel.

„Der Jahrhunderttraum“ ist mir durch sein wunderschönes Cover aufgefallen und ich muss sagen, ich bin auch sehr beeindruckt vom Inhalt dieses Werkes. Leider habe ich erst später feststellen müssen, dass es schon der zweite Band dieser Reihe ist. Dennoch bin ich sehr fasziniert von diesem Buch und kann für seine Einzigartigkeit und Komplexität nichts anderes, als fünf Sterne verteilen.

Richard Dübell ist ein Autor, wie man sich ihn wünscht. Ihm gelingt gekonnt, das Einfangen und Darstellen der historischen Atmosphäre zur Jahrhundertwende, mit den Schicksalen der Familie von Briest zu verflechten. Diese Welt ist bis ins kleinste Detail durchdacht und zu Papier gebracht. So beispielsweise wird in einigen Passagen auch an den „Berliner Dialekt“ gedacht, was unsagbar unterhaltsam ist.
„Ooch, Edgar, sagte Hermine, du bist so wat von von jestern! Fass mir bloß meene jeliebte Greta nich an.“ ( S. 69 )
Große Namen der deutschen Geschichte, so zum Beispiel: Zeppelin, Lilienthal aber auch die Familie Siemens werden erwähnt, was beweist, wieviel Mühe sich Dübell bei der Gestaltung dieser Welt gegeben hat. Bei deren Erwähnung, handelt es sich oft, um das Thema Fliegen, dies waren meist meine Lieblingsstellen.

Bei der Gestaltung der Protagonisten hat sich Dübell ebenfalls große Mühe gegeben und im Laufe des Romans begegnet man vielen interessanten Charakteren, von denen sehr viele sehr authentisch und komplex sind. Otto, Levin und Amalie beschreiten ihre eigenen Wege, was sie durch ihre Individualität sehr interessant macht. Aber auch die Menge und bunte Mischung an Figuren, ist ein Aspekt, der mich durchaus überzeugt hat.
Den Hauptteil des Romans gestaltet Dübell mit den Charakteren der Familie von Briest. Jeden Einzelnen von Ihnen, begleitet man über achtzehn Jahre. Doch als Rahmenhandlung setzt der Autor auf die Entwicklung und Forschung des Fliegens, ob Ballon, Gleiter oder Fallschirm. Der Antisemitismus und die Frauenbewegung zur damaligen Zeit nehmen ebenfalls einen Teil der Rahmenhandlung ein.
Der Spannungsbogen wird meiner Ansicht nach, aber durch die Experimente und Erfahrungen, sowie der Weiterentwicklung dieser Flugobjekte, immer wieder neu gespannt.

„Gott hat den Vögeln die Flügel gegeben, nicht den Menschen, also ist auch der Menschenflug auf Flügeln nicht in Gottes Plan. „ ( S. 56 )

Dieser Roman beinhaltet unglaublich spannende, detailreiche und komplexe deutsche Geschichte. Aber auch die interessanten Charaktere bereiten Spaß und machen Lust auf mehr.

Bewertung vom 07.01.2017
Straße der Schatten
Donnelly, Jennifer

Straße der Schatten


ausgezeichnet

Das Buch hat meine Aufmerksamkeit allein durch seinen Titel auf sich gezogen. „Strasse der Schatten“ klingt sehr geheimnisvoll, dessen musste ich auf den Grund gehen und wurde sehr positiv überrascht.

Ein rätselhafter Tod und eine Suche in den dunkelsten Strassen von New York

Inhalt:
In New York lebt die junge Josephine Montfort. Ihr Leben scheint vorhergeplant: Eine arrangierte Ehe und ein häusliches Leben. Dabei möchte Jo viel lieber Journalistin werden. Doch eine unerwartete Tragödie reißt sie aus ihren Träumen – ihr Vater erschießt sich mit seiner eigenen Waffe. Gemeinsam mit dem Reporter Eddie Gallagher, begibt sich Jo auf Spurensuche, die sie in die gefährlichsten Straßen von New York führt...

Die siebzehnjährige Jo möchte einmal eine anerkannte, zielstrebige Journalistin werden, die Dinge veröffentlicht, über zu jener Zeit Stillschweigen bewahrt wird. Auch die arrangierte Hochzeit, mit dem beliebtesten Junggesellen von New York, soll ihrem Leben einen Hauch von Sicherheit bringen. Doch leider werden diese Pläne durch den tragischen Tot ihres Vaters, durchkreuzt.
Jo beginnt nachzuforschen, was ihren Vater zum Ableben durch eigene Hand getrieben haben könnte. Dabei trifft sie auf den jungen Reporter Eddie.

“Wie können Sie es wagen! Diese schreckliche Behauptung gerade eben über Charles Montfort – das ist eine Lüge.“ ( S. 32/33 )

Beide tippen auf Selbstmord, bis sich die Hinweise verdichten und Rätsel entstehen, die es zu lösen gilt.

Josephine ist mir von Anbeginn sehr sympathisch. Ihre freches, keckes und selbstbewusstes Wesen, welches nicht unmittelbar ins 19. Jahrhundert gehört, überzeugte mich. Sie spricht aus was sie denkt und hinterfragt Situationen, die manch anderer als unwiderruflich rechtfertigt. Sie macht eine tolle Entwicklung durch, indem sie ihr behütetes Heim verlässt, um die Hintergründe zum Ableben ihres Vaters in Erfahrung zu bringen. Dabei gelangt sie in die dunkelsten Strassen von New York und muss mit dem Leben der ärmeren Gesellschaft auseinandersetzen.
Eddie unterstützt Jo wo er nur kann. Er schwört Jo Unterstützung, bis zur Auflösung der Umstände des Todes von Jo´s Vater. Da Jo oftmals auf Eddie´s Hilfe angewiesen ist, entwickeln beide Gefühle füreinander.
Gekonnt verflochten sind die entstandenen Gefühle der Protagonisten , mit den kriminalistischen Zügen, was immer wieder die Spannung neu entfacht.

Jennifer Donnely ist es gelungen, mich mit diesem Roman sofort in den Bann zu ziehen. Ihr Schreibstil ist sehr flüssig, kurz und knackig und oftmals gleich auf den Punkt gebracht. Das lässt die Seiten des Buches nur so dahin flattern.

Sehr spannend empfand ich die detaillierte Beschreibung der damaligen Zeit. Ich konnte mich sehr gut in die Epoche hineinversetzen.
Ängste, Befürchtungen, Lügen, aber auch die Liebe ließen mich komplett in diesem Roman versinken. Sehr gut gefiel mir auch der Einfluss der damaligen Etikette, wie um Beispiel die Einhaltung der Trauerzeit. Ich habe bis heut nicht gewusst, das selbst die Kinder sich daran zu halten hatten und auch nicht das Haus verlassen durften.
Aber auch die Unterschiede der Gesellschaftsschichten wurden sehr gut und nachvollziehbar herausgearbeitet. Die unerwarteten Wendungen gaben dem Roman noch das I - Tüpfelchen.

Dieser historische Roman ist gespickt mit kriminalistischen Zügen, Spannung, aber auch ein Hauch von Liebe ist spürbar.
Von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung. Es wird für mich auch nicht der letzte Roman dieser Autorin sein.

Bewertung vom 07.01.2017
Joy / The Club Bd.4
Rowe, Lauren

Joy / The Club Bd.4


weniger gut

Nachdem mich der dritte Band von „The Club“ nicht sonderlich überzeugen konnte, habe ich mich umso mehr auf den Abschluss der Reihe „The Club – Joy“ gefreut und gehofft, das sich das Blatt noch einmal wendet.
Das Cover ist auch hier wunderschön, mit Palmenblättern gestaltet, was ich sehr ansprechend finde.

„Sie dachten, sie hätten den gemeinsamen Höhepunkt bereits erreicht. Falsch gedacht!

Aber nun zum Inhalt:
Nachdem Sarah und Jonas den Club zu Fall gebracht haben, heiraten die beiden und ihr Glück scheint perfekt. Denn Sarah ist nun mit Zwillingen schwanger. Alle scheinen sehr glücklich zu sein, bis auf Jonas. Ihn plagen große Ängste, das seinen Babys und seiner Frau etwas zustoßen könnte.
Doch es kommt wie es kommen muss, Sarah muss sich einem Kaiserschnitt unterziehen. Doch während der OP gibt es Probleme und Sarah fällt ins Koma. Wie soll Jonas nur ohne Sarah weiterleben?

Dieser Teil schließt nicht direkt an den Vorgänger an. Nein, inzwischen sind drei Jahre vergangen. Stück für Stück erfährt man, was in den letzten drei Jahren passiert ist. Was ich wirklich sehr Schade finde, denn mir fehlen viele Details zu Josh und Kat.
Dennoch zogen mich die ersten Seiten in den Bann, da ich unbedingt erfahren wollte, was mit Sarah geschieht.
Ohne hier zu Spoilern, muss ich gestehen, dass ich Jonas Ängste, während der Geburt, sehr gut nachvollziehen konnte. Teilweise stockte mir echt der Atem.
“Sagen Sie Ihrer Frau, dass gleich Hilfe kommt. Sagen Sie ihr, dass sie versuchen soll, ruhig zu bleiben.“ „Blut auf dem Laken. Blut auf dem Teppich. Blut auf den Fliesen. Ein Schluchzen entweicht meinem Mund.“
( S. 100 )
Jonas Hilflosigkeit war für mich echt greifbar, auch ich hatte wahnsinnige Angst um Sarah. Meine Gedanken flogen auch sofort zu den Babys, denn auch das Leben der beiden, hängt am seidenen Faden.
Umso schöner fand ich in dieser Situation, die Unterstützung durch Josh. Er bleibt ruhig und versucht seinen Bruder aufzubauen und ihm zur Seite zu stehen.

Weiterhin werden hierbei Rückblicke eingeblendet, die das Leben des Paares wiederspiegeln. Diese Szenen wurden mir irgendwann zu viel, denn die ewigen Kosenamen “Meine geliebte Sarah. Mein geliebter Ehemann störten mich zunehmends.

Leider sackte die Geschichte dann komplett ab. Es ging nur noch um´s Schwanger sein, Sex, in pornografischen Variationen, die für mich nicht in einen Erotikroman gehören.
Teilweise waren einige Szenen so ordinär, dass ich am liebsten abgebrochen hätte. Aber ich habe mich wacker durchgekämpft.

Lauren Rowe hat in diesem letzten Band, die Charaktere leider auf der Strecke verhungern lassen. Sarah kommt mir völlig willenlos und unterworfen vor. Jonas scheint nur noch seine eigenen Fantasien ausleben zu wollen, ohne zu hinterfragen, was Sarah eigentlich möchte.
Die Leidenschaft und die Erotik der beiden sind durch perfide Sexszenen ersetzt worden, was mich maßlos enttäuschte.

Ein kleiner Pluspunkt geht an die Valentinskarten bzw. Sprüche, die sich Sarah und Jonas ausdenken. Sie sind zwar recht gewöhnungsbedürftig, brachten mich aber oftmals zum Schmunzeln.

Fazit:

Dieser finale Abschluss, hat mich mehr als enttäuscht. Die flachen Charaktere Sarah und Jonas, finden sich nach der anstrengenden Geburt, nur in abstoßenden Sexszenen wieder, die ich kein zweites Mal lesen muss.

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