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Benutzername: *H*
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Bewertungen

Insgesamt 51 Bewertungen
Bewertung vom 27.09.2021
Was bleibt, wenn wir sterben
Brown, Louise

Was bleibt, wenn wir sterben


sehr gut

Geheimnis der Trauer
Sterben heißt, loslassen können / dürfen

Ein ruhiges und einfühlsames Buch, das sich mit dem Lebensende und der damit verbundenen Trauer befasst.

Über den Tod wird nicht gern gesprochen, da er ein dunkles und das letzte Kapitel unseres Lebens ist. Aber jeden trifft es!

Louise Brown, ist keine ‚gelernte‘ Trauerrednerin, sondern sie schöpft aus der Erfahrung als Trauerende - sie hat kurz hintereinander beide Eltern verloren und aus der Erfahrung als Journalistin. So kann sie sich leicht in die Gefühle der Menschen, die einen nahestehenden Menschen verloren haben, hineinversetzen und so mit den Hinterbliebenen einfühlsame, helfende Gespräche führen.

Das Buch ist in einer wunderbar ruhigen tröstenden aber auch ermunternden Sprache geschrieben. Die Erfahrungen, die Louise Brown beschreibt sind immer kleine Erlebnisse und damit verbundene Gefühle, die einzelne Personen haben. Somit hat das Buch eine sehr persönliche und individuelle Note, die trotz der anonymen Geschichten doch Gestalt annehmen.
Viele Bemerkungen machen einen nachdenklich. Mich hat z.B. berührt, dass „wer trauert, ist oft doppelt einsam“ (S.109), denn schließlich verliert er eine wichtige Person, und gleichzeitig wenden sich andere Bekannte von ihm ab. Aber wer kennt es nicht, das Gefühl, wie verhalte ich mich einer Person gegenüber, der einen lieben Menschen verloren hat. Beim Lesen lernt man etwas über den Umgang mit Trauernden. Reden - so meint Brown - ist immer besser als schweigen. Und es muss nicht immer das „Mein Beileid“ sein, dass wie eine Floskel wirken kann. Brown macht Mut, auch im Gespräch einfach nur kleine Anekdoten, persönliche Eigenheiten des Verstorbenen zu erwähnen, um seine Nähe zu zeigen.
Auch eigene Erfahrungen, wie das Ausmisten der Wohnung (Was hebe ich auf) werden wunderbar beschriebenen, so dass man schon irgendwie darauf vorbereitet wird, dass man selbst einmal mit solch einer Aufgabe konfrontiert wird.
Sie zeigt auch auf, dass die eigene Einstellung zum Sterben ein wichtiger Punkt ist, wie letztendlich unsere Nächsten mit der Trauer umgehen (können).
Brown macht Mut, die eigene Trauer und die der anderen zuzulassen und zu akzeptieren - und zwar als individuelles sehr persönliches Gefühl, über das man sich nicht schämen muss.

In meinen Augen ist dieses „Erfahrungsbuch“, für Menschen, die mit dem Tod eines Mitmenschen konfrontiert sind oder in naher Zukunft davon betroffen sein werden, sehr lesenswert, da es Mut macht, sich mit diesem Lebensabschnitt vertraut zu machen.
Mir hat das Buch gut getan.

Bewertung vom 13.09.2021
Hey, ich bin der kleine Tod ... aber du kannst auch Frida zu mir sagen
Gröger, Anne

Hey, ich bin der kleine Tod ... aber du kannst auch Frida zu mir sagen


ausgezeichnet

Tod und Leben, ein unzertrennbares Paar
„Das Einzige, worauf man im Leben vertrauen kann, ist der Tod“

Schon das Cover hat mich angelacht, dass ich gleich zum Lesen greifen musste. Zu sehen ist ein kleiner, blasser, ängstlich und skeptisch schauender Junge (Samuel) und ein kleines, aufgewecktes Mädchen mit einer richtigen wilden Löwenmähne und einer überdimensionalen Sense in der Hand (Frida). Und diese beiden Jungspunde sind die Hauptprotagonisten in dem wunderbar erzählten Kinder-/Jugendbuch für Leser*innen ab 11 Jahre, dass das Thema Tod im Kindesalter auf eine leichte mit Humor gespickte Art und Weise erzählt, ohne aber die Tragik, die damit verbunden ist, zu vergessen.

Anne Gröger erzählt die Geschichte aus der Sicht des11-jährigen Samuel, der nahezu sein ganzes Leben im Krankenhaus verbracht hat, da er an einer Autoimmunerkrankung leidet. Samuel muss immer aufpassen, dass nichts passiert, denn eine kleine Infektion könnte tödlich sein. Das hat er schon oft miterlebt - oder besser gesagt überlebt - denn er ist schon sieben Mal dem Tod von der Schippe gesprungen. Doch eines Tages darf er raus aus dem sicheren Verließ und nach Hause. Das ist neu, das bereitet ihm große Angst, denn überall lauern Gefahren! Und über diese weiß er bestens Bescheid, denn er ist clever und weiß fast Alles über Todesstatistiken im Verkehr, in der Freizeit, im Haushalt. Und so hat er nicht nur einen Super-Schutzanzug, nein er hat auch immer Desinfektionsspray und einen NotfallKoffer dabei. Und mit Kindern - vor allem auch noch Draußen - spielen? Das ist eine Mega-Gefahr!
Und auf einmal ist Frida mit der Sense und dem schwarzen Umhang da. Frida stellt sich als der „der kleine Tod“ bei ihm vor, die vom „großen Tod“ geschickt wurde. Sie soll erstmal das Leben kennen lernen und sich somit auf die Prüfung zum ‚großen Tod“ vorbereiten. Und so ist sie drauf und dran, den Stubenhocker Samuel möglichst vielen Gefahren auszusetzen, und Samuel blockt, wo er nur kann.
Doch Frida ist hartnäckig und ehrgeizig und für den pessimistischen, vorsichtigen Samuel extrem anstrengend. Und so entwickelt sich aus der anfänglichen „den-anderen-Loswerde-Haltung“ eine wunderbare Freundschaft. Sie schließen Freundschaft mit anderen Kindern und erleben Abenteuer und lösen ein großes Versprechen ein, das Samuel seinem Freund aus dem Krankenhaus gegeben hat.

Ich bin begeistert von dem Buch. Die Charaktere der Haupt- und Nebendarsteller sind wunderbar vielfältig und authentisch. Aber Frida ist besonders; sie ist schrullig, ein richtiger vorwitziger Wildfang, der auch gar nicht weiß, wie man sich als Mensch verhalten - vor allem benehmen - muss. Und ihre handgeschriebenen Spickzettel, die auch im Buch als Zeichnungen integriert sind, auf denen Frida ihre Erkenntnisse aufzeichnet, sind fantastisch und witzig.
Da musste ich ständig lachen und schmunzeln, ich habe sie gleich ins Herz geschlossen.
Und Samuel gibt ständig sein Wissen zum Besten, da lernt man auch noch was.
Klasse finde ich den kindgerechten schwarzen, skurrilen, Galgenhumor, der oft auch irgendwie trocken und makaber ist.
Ich gebe die absolute Leseempfehlung, denn hier werden neben dem Thema Tod / Verlust auch die Themen Vertrauen, Freundschaft, Familie und Mut sowie Verzeihen-Können gut in einer lockeren und berührenden Geschichte mit auflockernden Illustrationen verpackt.

Bewertung vom 15.08.2021
Ich hätte da was für Sie
Cordes, Vera

Ich hätte da was für Sie


ausgezeichnet

Vera Cordes, vielen bekannt aus dem Gesundheitsmagazin „Visite“ (NDR), gibt in ihrem kleinen Ratgeber (168 Seiten) wertvolle Gesundheitstipps, wie man / frau mit einfachen Hausmitteln das ein oder andere Wehwehchen erfolgreich - ohne Chemiekeule - ‚wegzaubern‘ kann. Sie greift dabei auf Mittel zurück, die eigentlich jeder daheim hat oder problemlos rezeptfrei besorgen kann. Ja, die guten alten Hausmittel, meine Großmutter hatte auch immer wirksame Tricks auf Lager! Und gut zu wissen, dass Vera Cordes nicht nur redet, sondern dass sie diese Tipps und Tricks selbst getestet hat.
Das Buch befasst sich mit ‚körperlichen Beschwerden‘, ‚Kopf und Seele‘ sowie ‚vorbeugende Maßnahmen‘.
Der Aufbau des Buches ist sehr übersichtlich, was eine enorme Lesefreundlichkeit bewirkt. So sind werden einzelne Kapitel mit passenden, aussagekräftigen Zeichnungen gestaltet. Unterschiedliche Schriftfarben oder extra eingefügte Textblöcke heben besonders wichtige Aspekte hervor.
Tipps und Tricks zu einzelnen Gesundheitshilfen werden nach dem erstens, zweitens, drittens (…) Muster gut dargelegt. Oft unterstützt durch kleine Bilder, so dass man sich alles gut merken kann und auch sehen kann, wie es gemacht wird.
Ich habe Erstaunliches gelernt, dass man z.B. bei Muskelkrämpfen nicht unbedingt das teure Magnesium kaufen muss, sondern dass auch das Trinken von Gewürz-Gurken-Wasser sehr nützlich ist. Oder das bestimmte Bauchnabel-Einziehübungen Rückenschmerzen lindern bzw. diese so vermieden werden können. Und zum ersten Mal lese ich hier, dass eine Möhren-Suppe gut gegen Durchfall ist. Ja, und auch Gewürze sind klasse, das wissen wir ja auch von Hildegard von Bingen. Und hier zeigt Frau Cordes, dass das Trio Muskat, Koriander und Kreuzkümmel wunderbare gegen Gelenkverschleiß helfen.
Ich finde es klasse, denn was dieses kleine Sachbuch hier präsentiert, ist ohne großen Aufwand für jede*n machbar - und dass ohne Nebenwirkungen!
Und dank der Autorin bin ich wieder auf den Trichter gekommen, die Welt mal wieder auf dem Kopf zu stellen, nein, ich stelle mich auf den Kopf, denn das entspannt!
Das Buch zu lesen hat mir große Freude bereitet, da der lockere Schreibstil nicht den Du-Du-Du-Belehrstil hat, sondern Ratschläge gibt, wie es ein*e gute Freund*in tut.
Danke auch für das Sachregister hinten im Buch, das erleichtert das Finden bestimmter Themenpunkte.

Auch wenn ich eigentlich Cover mit Fotos nicht so mag, hier bei diesem Sachbuch / Ratgeber ist es passend, denn es hat mich angesprochen. Frau Cordes sitzt locker auf einer Stuhllehne und schaut den Leser sympathisch und vielversprechend an, das war für mich eine Einladung zum Buchlesen und Tipps-mal-Testen. Danke, ich kann das Büchlein - das in der Hardcoverversion auch gut in der Hand liegt - weiterempfehlen.

Bewertung vom 15.08.2021
Mein Sternzeichen ist der Regenbogen
Schami, Rafik

Mein Sternzeichen ist der Regenbogen


ausgezeichnet

Vielfalt in vielen kurzen Erzählungen

So wie der Regenbogen bunt ist und viele Farben enthält, findet man in diesem 320 Seiten starken Buch Geschichten, die ein breites Spektrum an ‚Erzähl-Arten‘ enthält.
Sie bringen einen zum Schmunzeln, machen nachdenklich oder lassen einem mit dem Gefühl des „Das ist doch nicht zu fassen“ zurück. Viele Geschichten haben sonder-/wunderbare Handlungsstränge mit unvorhersehbaren Wendungen. Es außerdem wird über einzelne Themen, die die einzelnen Kapitel des Bandes enthält, wunderbar erklärend philosophiert. So z.B. dass jede Kultur eigene ‚Humor-Entwicklung’ hat, der Geburtstag nicht unbedingt das Fest der Feste ist oder was das Besondere an einem Geheimnis ist. Ich kenne Rafik Schami bereits durch einige Romane und Erzählungen, so dass auch diesen Geschichtenband lesen musste. Und das knallig-gelbe Cover hat mich sofort angelacht..Ich bin nicht enttäuscht worden, denn Rafik Schami hat ein ungeheuerlich gutes Sprachgefühl, denn er schafft es oft bildhaft Gefühle im Wort festzuhalten. Tolle Vergleiche lassen die Geschichten vorm Auge funkeln oder auch verdunkeln. Er ist ein Wort-Akrobat und kann mit Ausdrücken wunderbar jonglieren.
Und worüber schreibt Schami? Er schreibt über das, was uns Menschen bewegt, wie Geburtstag, Lachen, Reisen, Geheimnis, Tiere und Sehnsucht.
Besonders gut gefällt mir, dass die Geschichten teilweise wahre Erlebnisse des Autors oder seiner Bekannten / Freunde enthält oder rein fiktiv sind. Man erfährt beim Lesen nebenbei über kulturelle, soziologische und politische Besonderheiten, die einen insbesonders die arabische Welt näherbringen. Fokus ist dabei die Heimat Syrien mit der Hauptstadt Damaskus oder auch die Heimat von im Exil lebenden ‚Schicksalsgefährten‘. Beim Lesen habe ich mich auch wieder in anderen Bücher von ihm wiedergefunden, vor allem wenn ich vertraute Dinge über die Gemütlichkeit und des Genusses von Wein, Oliven und Pistazien gelesen habe oder wenn mit einem Seitenhieb auf Eigenheiten des politischen Regimes seines Geburts-Landes eingegangen wird.

Das Schöne an dem Buch ist natürlich, dass es viele Geschichten enthält, wo jede für sich steht, so dass man keine Angst haben, man kommt aus der Geschichte raus, wenn man nicht am Ball bleibt. Dadurch dass sie auch nicht so lang sind, sind es Geschichten, die man auch mal zwischendurch zum Abschalten lesen kann. Auch wenn viele Geschichten eine gewisse Tragik beinhalten, wird einem bewusst, dass diese doch positiv reinigend sein kann.

In meinen Augen ist es ein sehr, sehr lesenswertes Buch!

Bewertung vom 28.07.2021
Der Ravensburger Dinosaurier-Atlas
Rooney, Anne

Der Ravensburger Dinosaurier-Atlas


ausgezeichnet

Dinosaurier entdecken in einem Erlebnisbuch

Dieses aufwendig gestaltete Buch überrascht allein schon mit seiner Größe, es misst 28x26cm und ist fast quadratisch. Es umfasst 62 Seiten, die sehr stabil sind. Faszinierend finde ich die vielen ausklappbaren Doppelseiten, so dass das Buch schon ordentliche Ausmaße annimmt und somit besser auf einem Tisch oder zumindest sitzend auf dem Schoß liegend gelesen - studiert - werden sollte. Dieses Sachbuch für Kinder ab ca. 7 Jahren wird auch „große“ Herzen erfreuen, da es anschaulich gestaltet ist und in einer leicht verständlichen Sprache uns in die faszinierende Zeit - das Erdmittelalter - dieser Urzeitechsen mitnimmt.

ANSCHAULICH! Das Buch ist ein Sammelsurium von Schautafeln (teilweise ebenfalls aufklappbar), Fotos und Landkarten. Zu den ‚Bildern’ gibt es immer einen kurzen verständlichen Text, der sich auf das Wesentliche konzentriert. So kann man Block für Block das Buch durcharbeiten.
Die Einführung ins Buch ist gut gelungen, da der kurze Prolog mit wenigen Fakten verblüfft und die Neugier auf ‚Mehr’ anspornt. Dinosaurier haben 160 Millionen Jahre unseren Planeten bevölkert und sind nicht nur in Größe und Form so vielfältig, sondern auch in der Lebensweise (Einzelgänger - Familie). Da findet jeder seinen Liebling! Mir gefällt besonders, dass anfangs auch auf das Thema Plattentektonik eingegangen wird, so dass man versteht, dass auf jeden unserer Kontinente Fossilien dieser Tiere gefunden werden. Und somit hat auch der Aufbau des Buches einen Plan, denn die Dinosaurier werden nach den geographischen Fundstätten - also nach Kontinenten - vorgestellt. Es wird verständlich erklärt, wie und warum sich im Laufe der Zeit eine Vielfalt entwickeln konnte. Und zu guter letzt wird gut dargelegt, wie es zum Ende dieser Ära gekommen ist.
Aber auch dem Thema der Forschung wird Beachtung gefunden, so dass man über einzelne Forscher und deren Arbeitsweise etwas lernt.
Ich kann das Buch nur weiterempfehlen, da es wirklich mit Herz und Verstand gemacht wurde. Manche Bilder zeigen sogar bestimmte Körperteile der Urechsen in Originalgröße! Das macht das ganze dann zu einem besondern Blickfang. Im Anhang finden sich dann Worterklärungen, die zum besseren Verständnis beitragen. Auch wenn manchen Zeichnungen etwas kantig gestaltet sind, gefällt mir die Aufmachung des Sachbuches sehr gut, da man visuell sehr viel erfassen kann und schlagwortartige Überschriften bereits Hauptaspekte des Infotextes ankündigen.
Als Kind hätte ich mir dieses Buch sofort gewünscht!

Bewertung vom 25.04.2021
Eine Geschichte über wahre Stärke / Das Kuscheltier-Kommando Bd.1
Koch, Samuel;Koch, Sarah

Eine Geschichte über wahre Stärke / Das Kuscheltier-Kommando Bd.1


ausgezeichnet

Glaub an dich - dann bist du stark!

Eine bärenstarke Geschichte die zeigt, dass wahre Freundschaft auch Krisen überstehen kann - ein Mutmachbuch

Das Kuscheltier-Kommando ist ein wundervoll gestaltetes Vorlese- und Anschau-Buch für Kinder ab 3-4 Jahren. Auf 32 robusten Seiten und festem Einband erzählen Sarah und Samuel Koch eine herzliche kleine Geschichte über die Freundschaft des kleinen Jungen Fred und seinem Kuschelbär Pollo, die aber aufgrund eines tragischen Unfalls auf die Probe gestellt wird.

Dass Fred und Pollo schon viel erlebt haben, sieht man gleich beim Aufschlagen des Buches, denn auf den ersten beiden Seiten kann man verfolgen - wie bei einem Fotoalbum - was die beiden Freunde schon miteinander erlebt haben.

In dieser Geschichte möchten Fred und Pollo sich als Kletterkünstler versuchen und erklimmen gemeinsam das Hochbett. Doch dann geschieht das Unglück: Pollos linker Arm reißt ab. Fred und Pollo sind entsetzt, nun ist Pollo kein ganzer Bär mehr! Was nun?
Pollo landet erstmal in der Ecke und ist erstmal allein und ertrinkt fast in seinem Tränenmeer.
Doch zum Glück taucht wie aus dem Nichts das geniale Kuscheltier-Kommando, eine kleine Gruppe von auf besondere Art und Weise ‚geflickten‘ Spielzeugen auf. Sie spenden nicht nur Trost, sie können Pollo auch eine einzigartige Hilfe anbieten.

In diesem Buch wird gezeigt, dass ein Unglück nicht das Ende bedeuteten muss. Ein Unfall ändert zwar alles / vieles, bietet aber auch die Chance, neue Wege zu gehen. Am Anfang sind sicherlich alle überfordert! Man darf halt nicht aufgeben, man muss an sich und seine Stärken glauben, dann gelingt auch der Neuanfang. Und, jeder (ob Mensch oder Tier) ist einzigartig, egal ob ‚gesund‘ oder ‚nicht gesund‘. Es zählt nicht, was man augenscheinlich ist, sondern es zählen die inneren Werte.
Und das ist das schöne an der Geschichte. Sie hat ein Happy End, denn Fred und Pollo finden wieder zueinander und haben wieder genauso viel Spaß wie vorher - wenn nicht sogar noch mehr. Dies kann der Leser dann auf den letzten beiden sehen, denn auch hier ist wieder ein kleines Fotoalbum, wo man sehen kann, die Abenteuer gehen weiter….. (Besondere Erlebnisse schweißen zusammen!)

Das Cover gefällt mir deshalb schon sehr gut, da hier die meisten Protagonisten schon zu sehen sind, im Zentrum sitzen die Hauptakteure Fred und Pollo. Das Bilderbuch ist voll mit ausdruckstarken Bildern versehen, so dass man richtig sehen und mitfühlen kann, wie es den Akteuren geht. Der Erzählstil ist flüssig und verständlich. Die Schrift ist relativ groß, so dass auch ältere Geschwister das Buch den jüngeren vorlesen können.
Des weiteren denke ich, dass die Geschichte auch an der Mentalität der „Wegwerfgesellschaft“ rüttelt, denn auch mit Reparieren kann ein neuer Wert entstehen!

Bewertung vom 27.03.2021
King Eddi und das Monster von Krong
Riley, Andy

King Eddi und das Monster von Krong


ausgezeichnet

Von einem kleinen mutigen König, der loszog, um ein großes grässliches Monster zu besiegen

…. oder: Gemüse ist wichtig (Süßigkeiten aber auch!)

Es war einmal….. So könnte die Geschichte auch anfangen. Man fühlt sich in ein Märchen versetzt, denn schließlich handelt sie von einem kleinen König - King Eddi.
King Eddi ist neun Jahre alt und König von Eddiland. Er ist sehr besorgt um sein Land, da ein gefährliches Monster in der Nähe sein Unwesen treibt. Er verspricht seinem Volk, dass er das Monster ‚unschädlich’ machen wird, so dass sie in Frieden leben können. Und so macht er sich mit seiner Freundin, der Hofnärrin Megan, seiner Ministerin Jill und seinem Pony Colin auf Weg, um gegen das Monster zu kämpfen. Eine abenteuerliche Reise beginnt, denn schließlich stellt sich Eddis Plänen auch noch der hinterhältige Imperator Nurbison in den Weg, um mit unfairen, gemeinen Aktionen Eddis Pläne zu durchkreuzen.

Die Geschichte um Eddi, seiner Gefolgschaft und Untertanen ist eine moderne - wenn auch skurrile - Heldengeschichte, bei der mit Witz und Humor gezeigt wird, wie wichtig es ist, Versprechen zu halten, Freunde zu haben, mit denen man durch dick und dünn gehen kann und dass man gemeinsam einfach ‚stärker‘ ist.
Mir hat die Geschichte unwahrscheinlich gut gefallen, allein die Textgestaltung und die karikaturhaften Illustrationen machen das Buch schon zu einem Augenschmaus. Toll, dass durch eine spielerische, auch malerische Textgestaltung (Schriftart, -größe, -ausrichtung, -anordnung) Schwung und Abwechslung in die Geschichte kommt und so eine dynamische, lebendige Atmosphäre vermittelt.
Sehr gut finde ich, dass am Anfang der Geschichte die wichtigsten Akteure in Steckbriefen vorgestellt werden. Eine Karte vermittelt, wo sich einzelne Handlungsorte befinden.
Die Sprache ist sehr salopp und umgangssprachlich und trifft den Nerv der Zeit und den der Generation.
Das Buch ist für Lesefänger (ab 7 Jahre) wirklich geeignet; man darf sich durch die 208 Seiten nicht abschrecken lassen, denn die Schrift ist recht groß. Außerdem ist das Buch voll mit schwarz-weiß-Zeichnungen, die witzig zeigen, was ‚gesagt‘ wird. Und so wird auch ein lese-faules oder lese-bequemes Kind seine Freude haben (und möglicherweise die Lust am Lesen entdecken).
Aufgrund dieser visuellen Genialität ist das Buch durchaus auch als Vorlesebuch für Kinder ab 4 oder 5 Jahre geeignet.
Für mich ist es sehr empfehlenswert, da der Leser mit einem guten Gefühl - auch noch was gelernt zu haben - aus der Geschichte entlassen wird.

Bewertung vom 28.02.2021
Seif dich ein, sagt das Schwein
Grimm, Sandra

Seif dich ein, sagt das Schwein


sehr gut

Tierischer Spaß im Badezimmer

Waschen, Kämmen, Zähne Putzen - so haben die Kleinen ihre Freude dabei

Das mit dicken Seiten ausgestattete recht handliche bunte Pappbilderbuch ist für die kleinsten der Kleinen konzipiert. Es ist wirklich ein Erst-Leser-Vorlesebuch. Es ist vor allem aber zum Anschauen gedacht, denn die Textelemente sind sehr, sehr wenig. Zu jedem der sieben Bilder ist stets ein kurzer, netter Reimsatz zu finden. Reime finde ich für diese Zielgruppe immer passend, denn Reime haben auch was Melodisches, was ins Ohr geht und im Kopf hängen bleibt. Ja, da muss ich an Pumuckl denken, den er sagte immer: „Ui, das reimt sich, und was sich reimt ist gut!“ Die Zeichnungen sind sehr freundlich und frisch. Die dargestellten Tiere - man sieht jeweils ein erwachsenes Tier mit einem Kind - sind aus unterschiedlichen Lebenswelten. So begegnen wir Schweinen, Bären, Katzen, Mäusen etc. . Gelungen finde ich, wie gezeigt wird, wie die täglich notwendige Körperpflege ausschaut: Zähne putzen, Waschen und Kämmen. Sicherlich regen die Reime auch an, sich eigene Tiere auszudenken und einen schönen Reim zu finden. Zudem ist jeder Doppelseite eine andere Farbe zugeordnet, so dass auch Farben gelernt werden können. Dadurch, dass „Groß und Klein“ zu sehen ist, können sich die Kinder sicherlich in der Eltern-Kind-Rolle wiederfinden.
Auch wenn das Buch wenig Seiten hat, finde ich den Preis von 7,99 Euro angebracht, da es wirklich dicke, stabile (unbeschichtete) Seiten hat, so dass man etwas größeren Kindern auch das Buch zum Selber-Anschauen geben kann.
Ich denke, dass kleine Kinder mit solchen Vorbildern gerne ins Badezimmer gehen…

Bewertung vom 26.02.2021
Dein bester Freund? Bist du!
Kienle, Dela

Dein bester Freund? Bist du!


ausgezeichnet

Du bist wichtig! Du bist richtig!

Hier wartet ein tolles Mitmach- und Mutmachbuch auf dich!

Dieses wunderbar illustrierte Buch richtet sich an Mädchen und Jungen ab ca. 10 Jahren. Gerade in dem Alter (kurz vor oder während der Pubertät) fragen sich die Kids: „Wer bin ich, und was / wohin will ich?“. Es ist ein Alter, in dem eine (Neu)Orientierung ansteht, in dem sie bestimmt nicht immer Erwachsene um Rat fragen. Es ist die Übergangsphase vom Kind zum Jugendlichen. Mit diesem in neun Kapitel eingeteilten Buch (128 Seiten) erhalten sie zu vielen Lebensbereichen wertvolle Ratschläge, die einen freundlichen und respektvollen Um-/Zugang zu sich selbst und seinen Mitmenschen ermöglichen.
Durch diverse Ankreuz-Fragenkataloge - wie man sie aus verschiedenen Zeitschriften kennt - können sie auf lockere und spielerische Facon ihre aktuelle Position oder „Typ“ herausfinden.
Auf der anderen Seite enthält das Buch aber auch Fakten (wie funktioniert das Gehirn) oder Wissenswertes aus psychologischen Studien, die verschiedene menschliche Verhaltensweisen plausibel machen.
Bunte übersichtliche Schaudiagramme veranschaulichen komplexe Sachverhalte, so dass man sich alles sehr gut vorstellen und nachvollziehen kann.
Das Buch soll helfen, z.B.: besser mit Stress umzugehen, Konfliktsituationen zu meistern, die Konzentration zu verbessern, seine Stärken und Schwächen gut einzuschätzen und achtsam mit sich selber umzugehen. Immer wieder sind kleine Tipps aufgeführt, die die Kinder im (Schul-)Alltag ausprobieren können.
Mir gefällt besonders, dass hin und wieder Beispiele aber auch Zitate von Prominenten (Schriftsteller, Sportler, Schauspieler, Wissenschaftler) die Themen der einzelnen Kaptitel untermauern und Aussagekraft geben.
Auch wird man angespornt, kreativ zu werden - sei es dass man sich Eis selber macht bzw. Pizza bäckt (Rezepte!), oder dass man sich Aufmunterungskärtchen ausschneidet, die einem täglich einen Motivationsschub verpassen.
Was sicherlich auch Jugendliche anspricht ist, dass das Buch keine reines Schwarz-Weiß-Text-Buch mit eintönigen Grafiken ist. Jedem Kapitel wird eine eigene Farbe zuteil, was man auch um Farbschnitt sehen kann. Auch unterschiedliche Schriftstile bringen Abwechslung; es ist irgendwie ‚fetzig und cool‘. Dadurch dass die Jugendlichen aufgefordert werden, Einträge zu einzelnen Themen zu machen, wird das Buch zu einem persönlichen Dokument.
In meinen Augen ist es ein sehr hilfreiches interaktives „Arbeitsbuch“, das Jugendlichen hilft, zu sich und ihrer einmaligen Individualität zu stehen.

Bewertung vom 15.02.2021
Lotte und die Freitags-Oma
Zedelius, Miriam

Lotte und die Freitags-Oma


ausgezeichnet

Lotte und Oma - ein tolles Team!

Eine Hommage an die Großeltern!

„Lotte und die Freitags-Oma“ ist ein wunderschönes Vorlese-Buch für Kinder ab 4 Jahren.
Es ist daher auch ideal, da die kleine Protagonistin Lotte in dem Alter der Buch-Zielgruppe ist - sie geht in den Kindergarten - so dass sich die jungen Zuhörer auch gut mit der „Heldin“ identifizieren können und nachvollziehen können, wie Lotte durch den Alltag kommt.
„Freitags-Oma“ - mir gefällt dieses Wort! Freitag ist für Lotte immer ein besonderer Tag, denn da holt Oma sie vom Kindergarten ab, damit sie gemeinsam etwas unternehmen. Und welche Alltagsabenteuer auf Lotte warten, das erfährt man in den 18 kurzen kurzweiligen Geschichten, die durch einfache, freundliche rot-grünen Strichzeichnungen - es wird stets so nett geschmunzelt - die Erzählungen auflockern. Und was erlebt Lotte so? Sie gehen in den Zoo, fahren auf der Kirmes Karussell, machen eine kleine Paddeltour, gehen zum St. Martins-Zug. Neben diesen etwas größeren Unternehmungen wird aber einfach auch nur bei Oma gekocht, gepuzzelt oder Oma passt auf die kranke Lotta auf. Und Übernachten bei Oma, das ist doch fantastisch!
Lotte und Oma sind äußerst sympathische Figuren; Lotte ist neugierig und sehr hilfsbereit, die einfühlsame und geduldige Oma hat immer eine gute Idee auf Lager, wenn ein kleines Problemchen auftritt.
Punkten kann das Buch auch, da es auch pädagogisch sinnvoll ist. Es werden richtige und wichtige Verhaltensweisen unterschwellig aufgezeigt, wie dass man nicht über „Rot“ geht, dass man einen guten Beitrag leistet, wenn man Pfandflaschen sammelt oder dass alte Hausrezepte von Oma auch sehr gut sind.
Und schmunzeln kann man auch über die kleinen netten kindlichen „Wortneuschöpfungen“, die das Geschichtenbuch zwischendurch eine feine Würze geben.
Ich kann das Buch wärmstens empfehlen!