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Benutzername: Venice
Wohnort: Oberursel
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Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 156 Bewertungen
Bewertung vom 30.12.2018
Lenz / Kommissar Eschenbach Bd.6
Theurillat, Michael

Lenz / Kommissar Eschenbach Bd.6


gut

Eine Krimiserie die in der Schweiz spielt ist mal eine überraschende Abwechslung und war mein erster Roman von Michael Theurillat.

Auch ohne Vorkenntnisse der anderen Bände kann man diesen Roman gut lesen. Der Züricher Kommissar Eschenbach kehrt nach einem Sabbatical zurück ins Büro. Seine Vertreterin bleibt jedoch weiterhin im Dezernat. Der Todesfall eines 62 jährigen erweckt seinen Verdacht. All zu schnell sollte hier der Fall wegen Selbstmord aus Einsamkeit geschlossen werden.

Die Wohnung wirkte wie frisch renoviert und sehr leer und unpersönlich. Eschenbach ermittelt auf eigene Faust da ihn auch die Chefin bremsen will.

In einem weiteren Erzählstrang geht es um den ehemaligen Polizeiarchivar Ewald Lenz, ein Bekannter von Eschenbach. Dieser erhält einen Anruf eines alten Bekannten und wird gebeten ein Päckchen nach Freiburg zu bringen. So macht er sich auf den Weg und trifft in Freiburg auf eine alte Freundin und lässt sich überreden bei ihr im Schwarzwald zu übernachten.

In Zürich stellt sich derweil heraus das der Tote mit dem Terrorismus in Verbindung gebracht wird ebenso wie Ewald Lenz den Eschenbach verzweifelt in der Schweiz sucht.

Das Thema Terrorismus ist sehr aktuell und brisant, hat mich persönlich in einem Kriminalroman aber irritiert. Der Schreibstil ist recht flüssig und lässt sich gut lesen, jedoch fehlte mir etwas die Spannung und manche Nebenschauplätze waren zwar interessant zu lesen aber für diesen Roman fehl am Platz.

Bewertung vom 30.12.2018
Die verlorene Schwester
Winterberg, Linda

Die verlorene Schwester


ausgezeichnet

ein grausames Kapitel in der Geschichte der Schweiz und das nicht im dunklen Mittelalter sondern bis in die 80 Jahre des letzten Jahrhunderts. Kinder wurden 'fremdverwahrt' und mußten auf Bauernhöfen Sklavenarbeit leisten.

In dem Buch wird die Geschichte der Schwestern Marie und Lena erzählt. Nach dem Tod des Vaters kann die Mutter sich nicht mehr um die Kinder kümmern und beide werden zunächst in einem Kinderheim untergebracht und später getrennt verdingt. Lena trifft es hart, auf dem Hof muss sie hart arbeiten und wird vom Sohn der Bäuerin vergewaltigt. Marie scheint es besser getroffen haben doch auch ihr Geschichte endet tragisch.

In der Gegenwart erfährt die Investmentbankerin Anna nur durch einen Zufall das sie als Kind adoptiert wurde. Sie macht sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit.

Der Schreibstil ist ruhig und unaufgeregt während man den Kopf über solche Grausamkeiten schüttelt. Beeindruckend wie die Geschichte hier aufgearbeitet wird. Eigentlich wäre es mit Marie und Lena schon genug gewesen. Die Teile von Anna in der Gegenwart haben oft nicht in den Fluß gepasst.
Ich hatte vorher noch nie von Verdingkindern gehört, ihr Schicksal passt eher in das Mittelalter als in die heutige Zeit. Ein sehr berührendes Buch.

Bewertung vom 30.12.2018
Mit Karacho in den Winter / Ziemlich beste Schwestern Bd.3
Welk, Sarah

Mit Karacho in den Winter / Ziemlich beste Schwestern Bd.3


ausgezeichnet

Die Schwestern Mimi und Flo freuen sich auf den Winter. Um die im ersten Schnee gebaute Stadt vor dem Schmelzen zu retten muß halt auch mal der Gefrierschrank ausgeräumt werden. Dafür gibt es anschließend ein Festessen mit den angetauten Lebensmitteln.
Wenn man sich bei den neuen Schuhen nicht entscheiden kann, müssen es eben beide Paare sein. Und wenn beim Katzefüttern etwas daneben geht, dann landet das Katzenfutter leider im Schlittschuh des Vaters.

Lustige Geschichte rund um den Winter mit sehr schönen Illustrationen, geeignet für kleine Mädchen zum Lesen und Vorlesen. Auch als Erwachsener fühlt man sich hier gut unterhalten.

Bewertung vom 30.12.2018
Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9
Neuhaus, Nele

Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9


ausgezeichnet

Zum inzwischen 9. Male muß der eher beschauliche Taunus als Schauplatz für grausame Morde herhalten.

Auf einem großen Grundstück wird von der Zeitungsbotin der alleinlebende Theo Reifenrath tot aufgefunden. Die Polizei geht anfangs von einem natürlichen Tod aus doch bald darauf werden auf dem Grundstück die verwesten Leichen mehrerer Frauen gefunden. Die Kriminalpolizei Hofheim ermittelt. Der Verstorbene hat jahrelang mit seiner Frau Pflegekinder versorgt und ihnen nach außen hin ein gutes Zuhause geboten. Doch die Wahrheit ist eine andere. Die Geschichten der Pflegekinder ist grausam und noch immer nicht vergessen.

Es gibt viele Verdächtige. Der Täter kommt in einem anderen Erzählstrang ebenfalls zu Wort. Der Schreibstil ist lebendig und bis zum packenden Finale sehr spannend. Die verschiedenen Erzählstränge fügen sich am Ende wieder zusammen. Ich bin schon sehr gespannt auf weitere Fälle mit Oliver von Bodenstein und Pia Sanders.

Bewertung vom 30.12.2018
Die Plotter
Kim, Un-Su

Die Plotter


gut

Ein Buch von einem koreanischen Autor das in dieser mir unbekannten Welt von Korea spielt hat mich neugierig gemacht und ich habe mich gefreut dieses Buch lesen zu dürfen. Der Anfang war vielversprechend, ein Auftragskiller der einen alten Mann erschiessen soll aber den richtigen Moment nicht findet und am Ende bei dem Mann in der Hütte übernachtet und mit ihm gemeinsam ißt. Erst am nächsten Morgen führt er seinen Plan aus. Raseng, ein Auftragskiller, einst aus einer Mülltonne gefischt, wuchs bei einem Herrscher dieser Gruppe in dessen Bibliothek auf, bringt sich selbst das Lesen bei und verschlingt die Bücher die in dieser Bibliothek stehen in die sich sonst niemand verirrt. Als er selbst in die Fänge der geheimnisvollen Plotter gerät, taucht er unter und arbeitet in einer Fabrik und verliebt sich sogar in eine Frau. Der Schreibstil ist sehr literarisch, die Personen werden gut beschrieben aber dennoch nicht sehr lebendig sondern eher im Erzählspiel. Es dreht sich immer nur um Mord der auftragsgemäß ausgeführt wird, jedoch nicht wirklich blutrünstig. Das hat mich am Ende ein wenig gestört. Das Cover ist auf jeden Fall ein Hingucker, eine blutbespritzte Blume und der Schnitt mit roten Flecken.

Bewertung vom 30.12.2018
Redemption Point
Fox, Candice

Redemption Point


sehr gut

Ted Conkaffey, Ex-Polizist in Australien wird seine Vergangenheit nicht los. Zur falschen Zeit am falschen Ort wurde er beschuldigt eine 13-jährige missbraucht zu haben. Er flieht nach Crimson Lake und tut sich dort mit Amanda Pharrell zusammen die dort als Privatdetektivin arbeitet. Beide werden zu einem Mord an 2 jungen Leuten in einer Bar gerufen da der Vater des Opfers kein Vertrauen in die dortige Polizei hat.

Dann wird Ted wieder von seiner Vergangenheit eingeholt, jetzt taucht der Vater des damals missbrauchten Mädchens bei ihm auf der immer noch Rache schwört. Eher in einer Zweckgemeinschaft raufen sich Bingley und Ted zusammen in der Hoffnung den wahren Täter dingfest zu machen.

Zu einer Nebensache wird der Mord in der heruntergekommenen Bar in Crimson Lake. Unterstützt von einer blutjungen unerfahrenen Polizistin mischt Amanda die Ermittlungen in ihrer kindlichen unkomplizierten Art auf. Und löst am Ende fast eigenhändig den Fall.

Das Buch hat leider einige Längen, immer und immer wieder wird die verzweifelte Lage von Ted erzählt, seine zerrüttete Ehe und sein ewiges Versteckspiel. In dem anderen Fall wird Amanda immer wunderlicher und kindlicher, die Polizei ist machtlos und unfähig richtig zu handeln. Ein wenig Spannung kommt auf als Ted sich in einer Fernsehshow stellt und eine ehemalige Schulkameradin neue Anschuldigungen erhebt. Das erweist sich jedoch bald wieder als eine Lüge.

In Tagebucheinträgen kommt der wahre Täter von damals zur Sprache. Ein Zusammentreffen mit seinem heimlichen Idol kommt der Lösung nahe.
Das große Showdown am Ende ist rasant, wenn auch ein wenig schnell. Beide Fälle können aufgeklärt werden. Ob es eine Fortsetzung geben wird ist offen.

Bewertung vom 18.11.2018
Der Mann am Grund
Procházková, Iva

Der Mann am Grund


ausgezeichnet

Gerade das neue Setting für einen Krimi hat mir gut gefallen. Leider kommt von Prag nicht sehr viel rüber.

Ein Mann wird tot im Auto am Grund eines Sees aufgefunden. Er war Polizist und bekannt durch eher unkonventionelle Ermittlungsmethoden. Marian Holina und sein neuer junger Kollege begeben sich auf Spurensuche und stoßen auf eine Menge Verdächtige. Der tote Kollege war kein unbeschriebenes Blatt. Als der Kreis immer größer wird muß Verstärkung her, darunter auch Holinas Geliebte, die Astrologin Sabina, pikanterweise die Ehefrau eines Kollegen.

Mit den vielen tscheschichen Namen habe ich mir sehr schwer getan in die Geschichte reinzukommen. Sie klingen zu ähnlich und unaussprechlich. Da hätte ein Personverzeichnis geholfen. Der Anfang und das Ende sind sehr spannend, der Schreibstil – bis auf die Namen – flüssig. Der Mittelteil hat leider viele Längen.

Interessanterweise stehen eindeutig die Ermittlungen im Vordergrund, die Lebensgeschichte der Personen nimmt eine untergeordnete Rolle ein.
Bin mir noch nicht sicher ob ich einen zweiten Teil lesen möchte. Die vielen tscheschichen Namen haben es mir schwer gemacht

Bewertung vom 18.11.2018
Der Welten-Express Bd.1
Sturm, Anca

Der Welten-Express Bd.1


ausgezeichnet

Die 13-jährige Flinn verbringt ihre Abende wie üblich an einem stillgelegten Bahnhof in ihrem Heimatort. Die allein-erziehende Mutter scheint es nicht zu kümmern wenn sie nicht nach Hause kommt.

Vor 2 Jahren verschwand ihr geliebter Halbbruder Jonte spurlos. Zurück blieb nur eine Postkarte auf der einzig Flinn einen petrolfarbenen Zug erkennt.

Eines Abends taucht ein unheimliches Wesen auf und kurz danach erscheint der Zug von der Postkarte. In letzter Sekunde springt Flinn in den Zug und landet in einem fahrenden Internat mit besonderen Kindern. Sie spürt das ihr Bruder ebenfalls hier war und begibt sich auf die Suche.

Es ist ein schönes Jugendbuch, ruhig und dennoch spannend. Als vernachlässigtes Kind erlebt sie im Zug Freundschaft aber auch Feindschaft. Ich bin sehr gespannt auf die Folgebände.

Bewertung vom 28.10.2018
Guten Morgen, Genosse Elefant
Wilson, Christopher

Guten Morgen, Genosse Elefant


sehr gut

Der 12-jährige Juri, Sohn eines Moskauer Zoodirektors und Veterinärmediziner, gerät eines Tages in das innerste Machtzentrum des 'Stählernen'. Nachdem er als sechsdreivierteljähriger einen schweren Unfall mit einem Milchkarren und einer Straßenbahn überlebt hat ein so liebenswertes Gesicht das jeder ihm sofort seine Geheimnisse anvertrauen würde.

Als Assistent seines Vaters, der statt eines Tieres einen Menschen behandeln soll der jedem Arzt misstraut, kommt er ins innere russische Machtzentrum und wird zum Vorkoster von Stalin ernannt. Da jeder denkt, er sei zurückgeblieben erfährt er wichtige Staatsgeheimnisse. Doch Juri ist alles andere als dumm und macht sich so seine Gedanken zu den Geschehnissen in Russland der 50er Jahre.

Der Schreibstil ist teilweise humorvoll, stellenweise aber auch sehr politisch. Mit einem Augenzwinkern erfährt man hier einiges aus der Herrschaft des Großen Stalins. Das recht dünne interessante Buch bietet einem mal eine Abwechslung.

Bewertung vom 28.10.2018
Das andere Haus
Fleet, Rebecca

Das andere Haus


sehr gut

Carolin und Francis wollen einen Urlaub machen um ihre Ehe wieder zu retten. Sie machen einen Haustausch in der Nähe von London. Das Glücksgefühl hält nicht lange an. Das Haus wirkt seltsam unbewohnt und doch tauchen Gegenstände und Nachrichten auf die mit der traumatischen Vergangenheit von Carolin zu tun haben.

In Rückblicken werden die Probleme des Ehepaars beschrieben und wie es zu dem Bruch in ihrer Ehe kam. Die Kapitelüberschriften bezeichnen die Zeit und die Person aus dessen Sicht erzählt wird. Das hilft zur Orientierung, manche Erlebnisse werden aber auch von zwei Seiten erzählt.

Leider hat das Buch ziemliche Längen. Obwohl ich Bücher die in Ich-Form geschrieben werden sehr gerne lese, hat mich dieses Buch nicht sehr gefesselt. Der Schreibstil ist eher subtil spannend als ein Psychothriller. Die Eheprobleme werden stark in den Vordergrund gestellt.