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Venice
Wohnort: 
Oberursel

Bewertungen

Insgesamt 331 Bewertungen
Bewertung vom 16.09.2022
Die Schule der verrückten Träume 01
Beckerhoff, Florian

Die Schule der verrückten Träume 01


ausgezeichnet

Johanna ist in der Schule oft unausgeschlafen und schläft während des Unterrichts sogar manchmal ein. In ihren Träumen verwandelt sie sich in Galakto-Jo, einer Superheldin die zur Stelle ist wenn sie gebraucht wird.

In den Ferien soll sie also statt mit ihrem nervenden kleinen Bruder den Urlaub am Strand verbringen eine Schule besuchen in der sie lernen soll ihre Träume besser zu beherrschen. Schon die Anreise wird dabei zum Erlebnis.

Zusammen mit anderen Anträumern, Fortgeträumten und Ausgeträumten erlebt sie tolle Abenteuer und rettet am Ende sogar die Schule vor bösen Angreifern.

Das Buch ist kindgerecht, angenehme Schriftgröße, einfacher und lebendiger Schreibstil. Die Illustrationen in Schwarz-Weiß zeigen Szenen aus dem Buch und lockern das Buch mit seinen 208 Seiten gut auf. Das Cover zeigt Johanna am Dachfenster mit ihrer Traumfigur am Himmel.

Bewertung vom 10.09.2022
Auf See
Enzensberger, Theresia

Auf See


sehr gut

Yadas Vater hat vorausschauend vor etlichen Jahren eine schwimmende Stadt gegründet die möglichst autark in der Ostsee schwimmt. Doch mit den Jahren ist der Glanz dieser Vision verblasst. Yada hat immer stärker den Drang den ewigen Kontrollen und Routinen zu entkommen. Eines Tages stößt sie auf brisante Unterlagen über die Hintergründe dieser schwimmenden Stadt.

Auf dem Festland dagegen kämpft Helena mit ihrer plötzlichen Berühmtheit als neu entdeckte Künstlerin und Gründerin einer Sekte. Sie tingelt von Wohnung zu Wohnung und hat kein festes Ziel.

Auf den ersten Blick erschließt sich nicht wie die beiden Protagonisten zusammengehören. Das wird erst nach und nach offenbar.

Der Schreibstil abwechselnd aus Sicht von Yada und Helena ist gewöhnungsbedürftig. Zum einen blieben mir die Hintergründe von Yadas und Helenas Leben eher wage und die Personen arg konstruiert. Trotzdem bleibt ein gewisser Spannungsbogen bis zur Auflösung erhalten.

Das Cover fällt auf alle Fälle aus dem Raster und wirkt etwas aus der Zeit gefallen. Auf alle Fälle ein etwas anderes Buch zu einem ernsten Thema.

Bewertung vom 10.09.2022
Mörderische Masche
Letterman, Karla

Mörderische Masche


sehr gut

Henris Frau Maike kommt bei einem Unglücksfall mit einem wild gewordenen Bullen ums Leben. Er ist am Boden zerstört und kann sich kaum noch aufraffen. Doch da ist noch der Handarbeitsladen seiner Frau nebst einer Angestellten, das Frollein und einem Strick- und Häkelkreis. Am liebsten möchte er den Laden so schnell wie möglich loswerden doch ungeahnt weiß das Frollein dies zu verhindern. So rafft er sich eines Tages auf den Häkelkreis zu besuchen und findet überraschenderweise Gefallen an der Handarbeit. Darüber hinaus freundet er sich mit den Damen an die noch dazu finsteren Machenschaften auf der Spur sind. Er beginnt wieder einmal an dem Unglück zu zweifeln denn seine Frau wäre nie über eine Wiese gelaufen auf der ein Bulle steht. War da doch noch mehr im Spiel?

Der Schreibstil ist locker, trotz des eher traurigen Themas mit humorvollen Details und lässt sich schnell lesen. Als Krimi würde ich das Buch allerdings nicht beschreiben eher als ein Roman zum Thema Trauerbewältigung. Die Personen werden gut beschrieben, ein wenig Spannung ist vorhanden. Für einen leichten Sommer Roman gut zu lesen jedoch ohne Tiefgang.

Bewertung vom 10.09.2022
Bleibt Oma jetzt für immer?
Stohner, Friedbert

Bleibt Oma jetzt für immer?


ausgezeichnet

Als die Oma von Klara und Anton nach einem Unfall kurzfristig in das Gästezimmer der Familie zieht geht jeder von einem vorübergehenden Aufenthalt aus bis der Fuß wieder heil ist. Doch bald wird klar, Oma hat sich verändert und erkennt selbst, dass sie wohl ein Sieb im Kopf hat. Der Alltag mit einer an Demenz erkrankten alten Frau ist nicht einfach und bringt den Alltag durcheinander mir kleinen und großen Katastrophen.

Der Einblick in ein Leben mit einer Demenz kranken Frau ist hier aus Sicht der Kinder recht einfach und teilweise lustig beschrieben. Die Entscheidung der Eltern die Kinder in die Entscheidungen mit einzubeziehen ist gut da besonders Anton die Situationen gut erfasst und einen besonderen Draht zur Oma hat.

Das die Oma am Ende stirbt zeigt, dass auch dieses schwierige Thema in einem Kinderbuch einfühlsam erzählt werden kann.

Ein sehr bewegendes Buch mit einfachen kindgerechten Worten über ein ernstes Thema.

Bewertung vom 10.09.2022
Der Geruch von Wut
Clima, Gabriele

Der Geruch von Wut


sehr gut

Alex hat sich nach einem Autounfall und Koma zurück ins Leben gekämpft. Seine Mutter, selbst schwer verletzt an seiner Seite. Der Vater der den Wagen in den Fluß gesteuert hat ist tot. Bei Recherchen über den Unfall stößt Alex auf den Namen eines Mannes der den am Unfall beteiligten Lieferwagen gefahen hat.

Da sein bisheriges Leben in Trümmern liegt sinnt Alex nach Rache und möchte den Mann finden. Sein Freund macht ihn mit einer Gang bekannt, den Black Boys die gegen Ausländer protestieren. Sie versprechen Alex bei der Suche nah dem Mann zu helfen, verlangen im Gegenzug jedoch seine Unterstützung für ihre Aktionen.

Alex, ein eher schüchterner unsicherer Teenager erkennt wohl, dass die Aktionen der Black Boys falsch sind, ist jedoch so in seiner Trauer um den Verlust des Vaters und der Wut auf den beteiligten Mann gefangen, dass er dabei mitmacht.

In kurzen knappen Kapiteln wird die Geschichte erzählt. Der Schreibstil ist einfach, die Charaktere bleiben allerdings auch recht flach.

Bewertung vom 10.09.2022
Fake - Wer soll dir jetzt noch glauben?
Strobel, Arno

Fake - Wer soll dir jetzt noch glauben?


ausgezeichnet

Patrick Dostert freut sich auf einen freien Tag mit seiner Frau Julia. Doch schon beim gemeinsamen Frühstück steht die Polizei vor der Tür. Patrick wird verdächtigt vor drei Tagen eine Frau mishandelt und entführt zu haben. Die Polizei schießt sich auf Patrick als Täter ein vor allem als ein Video auftaucht das ihn eindeutig am Ort der Tat zeigt.

Allen Unschuldsbeteuerungen zum Trotz kommt Patrick ins Gefängnis und schreibt dort über die Ereignisse.

Was für ein rasanter Psychothriller den Arno Strobel da geschrieben hat. Man fliegt förmlich durch die Seiten. Der Schreibstil ist eine interessante Mischung aus Erzählstil und Erlebnissen in Ich-Form. Das Buch lädt geschickt zum miträtseln ein, trotzdem wird man mehr als einmal in die Irre geführt.

Das Ende, bei dem alle Fragen beantwortet werden, hat mich dennoch überrascht.

Bewertung vom 06.08.2022
Die versteckte Apotheke
Penner, Sarah

Die versteckte Apotheke


sehr gut

London im 18 Jahrhundert, Nella hat die Apotheke ihrer Mutter übernommen. In einem geheimen Hinterzimmer mischt sie auf Bestellung auch Gift mit denen Frauen ihren ungeliebten Ehemann loswerden können. So kommt auch die erst 10 jährige Eliza eines Tages mit der Bestellung ihrer Herrin in die Apotheke.

USA in der Gegenwart, Caroline möchte mit ihrem Ehemann den 10-jährigen Hochzeitstag in London verbringen. Doch kurz vor der Reise kommt es zu einem Streit und Caroline fliegt am Ende alleine. Beim Suchen im Schlamm stößt sie auf ein kleines Fläschchen und stößt unverhofft auf die Spuren von Nella.

Das Setting ist auf alle Fälle eine sehr interessante Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart, klar getrennt durch die Überschriften der Kapitel. Teilweise wirkt die Suche nach den historischen Spuren etwas konstruiert und auch an den Haaren herbeigezogen und auch die Geschehnisse in der Vergangenheit sind nach einer Weile sehr übertrieben.

Durch den abwechslungsreichen Schreibstil war es dennoch eine gute Lektüre.

Bewertung vom 27.07.2022
Der Mann, der vom Himmel fiel
Tevis, Walter

Der Mann, der vom Himmel fiel


sehr gut

Wie aus dem Nichts taucht Thomas Jerome Newton in Kentucky auf mit der Mission seine Heimat zu retten. Der Fremde ist ein eigenartiges Wesen und wirkt kaum menschlich. Dennoch findet er Freunde und es gelingt ihm viel Geld zu verdienen den er möchte seinen Heimatplaneten retten der durch Dürreperioden zu einem Ödland geworden ist.
Trotz aller theoretischer Vorbereitung auf seinen Einsatz fällt es ihm am Ende schwer als Mensch zu leben und er verfällt bald in eine Depression aus Einsamkeit und Alkohol.

Ich kannte weder den Schriftsteller, Walter Tevis noch das Buch und war überrascht, einen Science Fiction Roman aus dem Jahre 1988 vorzufinden mit erschreckender Realität zur heutigen Zeit.
Der Schreibstil ist literarisch und erzählt von der typischen amerikanischen Mittelschicht aber auch den Visionen der Wissenschaft.

Das Cover ist typisch für Bücher des Diogenes Verlages recht einfach gestaltet mit der Abbildung eines schwebenden Menschen in der Galaxy

Bewertung vom 26.07.2022
Ich bin Joy / Joy Applebloom Bd.1
Valentine, Jenny

Ich bin Joy / Joy Applebloom Bd.1


ausgezeichnet

Joy ist es gewohnt in der ganzen Welt zu wohnen. Mit ihren Eltern und ihrer älteren Schwester waren sie schon an den exotischsten Orten. Doch nachdem ihr Großvater einen Unfall hatte, ziehen sie zu ihm ins Haus und die beiden Kinder sollen das ersten Mal in ihrem Leben in eine Schule.

Während die eine bestens zurecht kommt, bleibt Joy als unbeliebter Einzelgänger zurück. Sie flüchtet sich unter die große Eiche die auf dem Schulhof steht. Dort trifft sie auf Benny und findet erstmals einen Gleichgesinnten. Als sie erfahren, dass die Eiche gefällt werden soll um Platz für eine neue Schule zu machen, beschließen die beiden die Eiche zu retten. Ihre Aktion gefällt nicht jedem doch sie erreichen ihr Ziel.

Eine schöne Geschichte, kindgerecht erzählt in der es auch um das Anderssein und Naturschutz geht. Auch für ältere Kinder ein nettes Buch.

Bewertung vom 17.07.2022
Violeta
Allende, Isabel

Violeta


ausgezeichnet

Violeta del Valle wird als einziges Mädchen der Familie während der Spanischen Grippe geboren und ist sehr wild und ungezogen. Erst ein irisches Kindermädchen kann sie bändigen und wird bis zum Schluss ihre Vertraute bleiben. Der Vater ist ein Geschäftsmann dessen gewagte Geschäfte während der Weltwirtschaftskrise aber nicht mehr aufgehen. Als letzte Konsequenz wählt er den Selbstmord. Die Familie findet Zuflucht im Süden des Landes wo sie unerkannt ein neues einfaches Leben aufbaut.

Als langen Brief erzählt Violeta ihrem Enkel Camilo die Ereignisse ihres Lebens, ihrer Familie und ihre Liebschaften. Aber auch die politischen Unruhen in Südamerika sind immer wieder Thema. Ein Wechsel zwischen Diktatur und Demokratie. Ein typischer Roman von Isabel Allende nach dem Geisterhaus. Der Schreibstil blumig und lebhaft. Am Ende wird es etwas pathetisch wenn Violeta am Ende ihres Lebens während der Coronakrise im Jahre 2020 auf ihr Leben blickt, wer ihr noch geblieben ist und welchen Weg ihr Enkel eingeschlagen hat.

Man kann herrlich eintauchen in die Geschichte und den Alltag einen Moment vergessen. Ich habe es fast bedauert das es zu Ende war