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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Venice
Wohnort: Oberursel
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Danksagungen: 8 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 285 Bewertungen
Bewertung vom 17.09.2021
Das Flüstern der Puppen (Thriller)
Schwarz, Gunnar

Das Flüstern der Puppen (Thriller)


ausgezeichnet

Dies ist das erste Buch das ich von Gunnar Schwarz gelesen habe und es hat mich positiv überrascht.

An ihrem ersten Arbeitstag muss Lena Freyenberg mit ihrem neuen Partner in einem Mordfall ermitteln. Eine junge Frau liegt halb verbrannt in einem Ofen. Der Mörder hat eine Puppe auffällig zurechtgemacht am Tatort zurückgelassen. Und weitere Morde lassen nicht lange auf sich warten.

In den kurzen Kapiteln die jeweils von einer Person an einem Tag beschrieben sind, kommt man dem Motiv hinter den grausamen Morden langsam näher und errät dank einiger überraschenden Wendungen nicht den wahren Täter.

Der Schreibstil ist fesselnd, der Spannungsbogen sehr hoch so lässt sich das Buch gut und schnell lesen. Auch die Personen werden gut eingeführt, das Verhältnis zwischen Ermittlungsarbeit und privaten Problemen ausgewogen. Ich bin gespannt auf weitere Fälle mit diesem Ermittlerpaar.

Bewertung vom 17.09.2021
Die Tote mit der roten Strähne
Kent, Kathleen

Die Tote mit der roten Strähne


sehr gut

Die polnisch stämmige Ermittlerin Betty Rhyzyk verschlägt es von New York nach Texas. Dort trifft sie auf Drogenkartelle, fundamentale Sekten und Stalker. Bei ihrem ersten Einsatz als Leiterin einer verdeckten Ermittlung geht alles schief. Unbeteiligte Zivilisten werden getötet, ein Polizist verletzt und der gesuchte Boss eines Drogenkartells entkommt.

Damit hat sie einen schweren Stand bei ihrem Vorgesetzten und muss alles daransetzen den Boss des Drogenkartells zu finden. Während sie den Spuren folgt, macht sich ein anderer Täter auf den Weg um Betty zu folgen. Er macht ihr makabere Geschenke und tut alles ihre Aufmerksamkeit zu erwecken. Damit gerät nicht nur Betty in Gefahr sondern auch ihr Umfeld denn in dem eher konservativen Texas fällt Betty immer wieder auf, sie lebt mit einer Frau zusammen und hat leuchtend rote Haare.

Der Schreibstil ist etwas ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig in der Gegenwartsform. Im ersten Teil lernt man die Protagonisten kennen was einige Längen hat. Erst im weiteren Teil kommt Spannung auf und die Kapitel enden mit etlichen Cliffhangern. Die Spannung bleibt so erhalten und man möchte schnell weiterlesen.

Ein eher ungewöhnlicher Thriller mit einer taffen Ermittlerin die ihren Weg in der von Männern dominierten Polizeiwelt gehen muss.

Bewertung vom 17.09.2021
Hey, ich bin der kleine Tod ... aber du kannst auch Frida zu mir sagen
Gröger, Anne

Hey, ich bin der kleine Tod ... aber du kannst auch Frida zu mir sagen


ausgezeichnet

Samuel hat ein kaputtes Immunsystem und lange Zeit im Krankenhaus verbracht. Nach einer erfolgreichen Stammzellen Transplantation kann er das Krankenhaus auch ohne seinen Schutzanzug verlassen und ein normales Leben führen. Dabei weiß doch jeder, das draußen die größten Gefahren lauern. Also bleibt er lieber in seinem Zimmer.

Eines Tages erhält er überraschend Besuch von einer kleinen Gestalt mit einer Sense doch als die Gestalt die Kutte ablegt erscheint ein normales Mädchen das sich Frida nennt. Sie ist die Gehilfin des großen Todes und soll lernen wie sich ein normales Leben anfühlt. Und Frida möchte raus, Samuel auf keinen Fall.

Das Leben mit Frida verläuft sehr chaotisch und abenteuerlich doch am Ende erkennt Samuel das er sich auf andere Menschen verlassen kann und er findet neue Freunde.

Kindgerecht wird in diesem Besuch das traurige Thema Tod und Abschied verarbeitet wobei die teilweise morbiden Gedanken von Frida wie sie Samuel am besten holen kann nichts für zarte Gemüter sind. Ansonsten ist der Schreibstil eher lustig und lebendig und bietet ein schönes Leseabenteuer.

Bewertung vom 04.09.2021
Die andere Tochter (eBook, ePUB)
Golch, Dinah Marte

Die andere Tochter (eBook, ePUB)


sehr gut

Das Cover mit den Puzzleteilen ist schlicht und doch sehr passend für diesen Roman. Antonia arbeitet als Entrümplerin von Wohnungen Verstorbener. Bei einem Rundgang durch eine Wohnung kommt sie mit einer ätzenden Flüssigkeit in Berührung und verliert ihr Augenlicht. Durch eine Hornhaut Transplantation kann sie wieder sehen. Sie möchte der Mutter der verstorbenen Spenderin danken.

Und obwohl der Kontakt von Spender und Empfänger streng geregelt ist, erhält sie ein persönliches Schreiben der Mutter und trifft sich mit ihr in Frankfurt. Sie bietet sich an die Wohnung zu räumen und erhält so einen tiefen Einblick in das Leben der Verstorbenen und deren Familie. Sie hat Flashbacks und weiß nicht mehr wem sie noch trauen kann und am Ende gerät ihre eigene Familie in Gefahr.

Das Thema Organspende und die unterschiedlichen Traumata der Empfänger wird hier gut dargestellt. Die Geschichte ist sehr komplex mit unterschiedlichen und doch sehr nah beieinanderliegenden Zeitpebenen. Allerdings gibt es einige Längen und den Exkurs in den zweiten Weltkrieg und die Beutekunst hätte es nicht unbedingt gebraucht. Die Erklärungen am Ende waren sehr hilfreich um das Verhalten von Toni zu verstehen.

Bewertung vom 04.09.2021
Waldeskälte
Krüger, Martin

Waldeskälte


sehr gut

Die taffe Interpol Leutnant Valeria Ravelli erhält einen Anruf ihres alten Jugendfreundes Elias Mattei aus dem schweizerischen Bergdorf Eigerstal. Aus diesem Dorf stammt auch Valeria die ihre eigene Vergangenheit vor 21 Jahren gerne zurücklassen wollte. Jetzt ist die Nichte von Elias spurlos verschwunden und Valeria willigt ein bei der Suche zu unterstützen.

Vor 21 Jahren verschwanden 2 Schulfreundinnen von Valeria spurlos. Nur Valeria tauchte nach 3 Tagen ohne Erinnerung wieder auf. Bis heute kann sie sich nicht erinnern was damals in der Berghütte geschah. Der damalige Tatverdächtige, ein zurückgebliebener junger Mann ist auch heute wieder die erste Anlaufstelle der Polizei. Doch Valeria ahnt, dass mehr dahinter steckt.

Was sie mit der Ex-Polizistin Chloe Muston und Elias am Ende entdeckt hat mich echt überrascht, damit hätte ich nicht gerechnet und es nicht erwartet.

Die Geschichte ist sehr lebendig beschrieben, der Spannungsbogen rund um die Suche nach der verschwundenen Nora wird hochgehalten. Und doch gibt es einige Längen zu überstehen bis das Buch am Ende richtig Fahrt aufnimmt. Die Auflösung hätte ich so nicht erwartet und erschien mir etwas zu hoch herausgewollt.

Das Cover mit dem Nebel und den Berggipfeln die ein halb verlassenes Bergdorf nur erahnen lassen hat mir gut gefallen.

Bewertung vom 04.09.2021
Dreieinhalb Stunden
Krause, Robert

Dreieinhalb Stunden


ausgezeichnet

13 August 1961, der Interzonenzug verlässt München auf der Fahrt nach Berlin. Dann macht ein Gerücht die Runde, es werde eine Mauer gebaut zum Schutz des sozialistischen Teils von Berlin. Im Zug, Menschen die nur noch wenige Haltestellen vor der Grenze 3 ½ Stunden Zeit haben eine Entscheidung zu treffen auszusteigen um im Westen eine neue Zukunft zu beginnen oder in ihre ostdeutsche Heimat zurückzukehren.

Eindrucksvoll wird die Zerissenheit einer Handvoll Menschen, Familien, einem alten Ehepaar, einer Musikband, einer Sportlerin beschrieben. Jeder hat eine Vergangenheit im Osten aber auch Sehnsüchte nach einem freien Leben im Westen. Wie werden sie sich entscheiden?

Der Schreibstil ist lebendig, die beschriebenen Personen werden kurz und knapp vorgestellt mit ihrer Vergangenheit und auch Sehnsüchten. Dazwischen Polizeiberichte aus Berlin wo ein Kommissariat auf der Grenzlinie steht und langsam eingemauert wird.

Interessant ist auch die Schilderung der jungen Lokführerin Edith die sich in Probstzella bereit macht den Zug nach ihrem letzten Halt im Westen nach Berlin zu fahren. Mit dabei Kurt, der eine Dokumentation über eine weibliche Lokführerin machen soll. Auch er hat den Träume und weckt damit Begierlichkeiten in Edith.

Als Westdeutsche ein Jahr nach dem Mauerbau geboren, kannte ich die Hintergründe nicht und nie die Gelegenheit den Ostteil zu besuchen. Ein interessantes Buch deutscher Zeitgeschichte das mir gut gefallen hat.

Bewertung vom 13.08.2021
Wildtriebe
Mank, Ute

Wildtriebe


ausgezeichnet

Schon seit der Vergangenheit tragen die Höfe in dem hessischen Dorf Namen die wichtiger sind als der Nachname. Auf dem Bethchen Hof tragen die weiblichen Nachkommen den Namen Elisabeth, genannt Lisbeth. Nachdem die älteren Brüder im Krieg geblieben sind, übernimmt die Tochter den Hof. Schon früh steht sie dabei ihren Mann auf dem wohlhabendsten Hof des Dorfes.

Ihr Mann zieht zu ihr auf den Hof, den anderen erbt der Bruder. Nur mit dem Nachwuchs will es nicht so recht klappen und sie geht einen anderen Weg. Als Konrad seinerseits eine Frau mit auf den Hof bringt und heiratet beginnt eine stille Rivalität zwischen den beiden Frauen. Marlies kann Lisbeth nichts recht machen. Sei es im Haushalt oder im Garten und später bei der Kindererziehung. Marlies eignet sich so gar nicht als Hoffrau. Sie möchte wieder arbeiten gehen in ihrem gelernten Beruf als Verkäuferin, möchte Traktor fahren und ihren Jagdschein machen.

Mit Joanna wächst die nächste Generation auf dem Hof auf die nach dem Abitur das sie auf Drängen von Marlies geschafft hat, ein Jahr nach Uganda geht und zurück in der Heimat ein Studium beginnt.

Der Schreibstil ist eigenwillig. Der Erzählstil kommt fast ohne wörtliche Rede auf, die Sätze kurz und knapp, teilweise unvollendet. Das Buch nimmt einem dennoch mit auf eine Reise in die Bodenständigkeit von Lisbeth die eher auf das blickt was andere davon denken mögen, den beginnenden Fortschritt von Marlies die sich nicht beugen möchte, zu Joanna der neuen Generation die während des Studiums schwanger wird.

Das Cover ist wunderschön gestaltet mit den Wildrosen und zieht im Buchhandel bestimmt die Blicke auf sich.

Bewertung vom 13.08.2021
Die Karte / Kerner und Oswald Bd.4
Winkelmann, Andreas

Die Karte / Kerner und Oswald Bd.4


sehr gut

Zur falschen Zeit am falschen Ort das trifft in diesem Buch auf einige Personen zu. Da ist Lennart Wolff der nach einem Streit mit seiner Frau aus dem Haus flüchtet und wenig später mit einem Messer im Auge auf der Straße liegt und später der Freund und Kollege von Jens Kerner in einer Gartenlaube.

Den Klappentext finde ich nicht ganz passend, geht es doch um wesentlich mehr als eine App mit der die Jogging Freunde ihre Routen und Zeiten posten. Vielmehr geht es um Drogen und Substitution.

Der Schreibstil von Winkelmann ist wie immer spannend, durch die recht kurzen Kapitel in denen die unterschiedlichen Handlungsstränge geschildert werden wir die Spannung die ganze Zeit hoch gehalten. Dies ist der zweite Teil dieser Serie die aber auch gut ohne große Vorkenntnisse gelesen werden kann.

Dennoch werde ich die anderen Bände bestimmt noch lesen.

Bewertung vom 13.08.2021
Der Nachlass
Winner, Jonas

Der Nachlass


sehr gut

Hedda Laurent liegt im Sterben. Alle Kinder versammeln sich auf Sandwerder, einer Insel mitten in Berlin. Es ist ein großes Erbe auf das alle 10 Erwachsenen hoffen. Die Überraschung folgt bei der Testamentseröffnung. Es gilt 27 Aufgaben zu erledigen für die es Punkte gibt. Wer die meisten Punkte hat erbt. Die ersten Aufgaben sind harmlos, ein Wissensquiz, ein Wettlauf, Singen. Doch je mehr bewältigt sind, desto abstruser werden die Aufgaben. Jetzt wird es grausam und das ganze zum tödlichen Spiel. Und Tote gibt es inzwischen auch eine ganze Menge. Darunter der Notar und Testamentsvollstrecker der in einer Kühltruhe aufgefunden wird. Wie soll der Erbe jetzt ermittelt werden?

In weiteren Abschnitten erhält man Einblicke in das Leben der 4 Kinder ihrer gemeinsamen Kindheit und einem großen Familiengeheimnis. Die Grundidee und die ersten Teile haben mir durchaus gefallen, eine gewisse Grundspannung war da, teilweise mit etwas Witz. Zum Ende hin war mir das ganze zu blutrünstig und abartig. Das war mir etwas zu viel des guten.

Der Schreibstil ist lebendig, die Personen gut geschildert. Die Spannung durchweg vorhanden. Leider fand ich das Ende doch sehr übertrieben.

Bewertung vom 13.08.2021
Ausweglos
Faber, Henri

Ausweglos


ausgezeichnet

Noah holt spätabends die Wäsche vom Dachboden und hat plötzlich ein Messer am Hals. Der Angreifer zwingt Noah in die Wohnung zu seiner Frau. Da Noah den Zweitschlüssel zu der Nachbarwohnung hat die verreist sind, öffnet er dort die Tür. Später erwacht er in der fremden Wohnung und findet die Nachbarin tot auf dem Bett ohne Ringfinger.

Die herbeigerufene Polizei erkennt die Handschrift des als Ringfinger Mörders durch die Presse gegangenen Serienmörders. Das damals gefeierte Ermittlerduo ist durch den Presseartikel in Verruf geraten. Elias strafversetzt, Matts entlassen. Trotzdem wird Elias angerufen und erkennt in dem Szenario ebenfalls den noch nicht gefassten Serientäter.

Noah, als bislang einzig Überlebender des Mörders dient als wichtiger Zeuge. Elias ermittelt auf eigene Faust und versucht schneller zu sein als seine Kollegen von der Mordkommission. Eine gnadenlos, ausweglose Jagd beginnt bis zum überraschenden Finale.

Die Geschichte wird aus Sicht von Noah, seiner überlebenden Frau Linda und Elias erzählt und enthält so immer wechselnde Sichtweisen. Der Schreibstil ist prägnant, einfach und sehr lebendig. Durch die vielen Wendungen im Lauf der Ereignisse wird es zu keiner Zeit langweilig weil man immer wissen möchte wie es weitergeht.