Benutzername: Venice
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Bewertungen

Insgesamt 101 Bewertungen
Bewertung vom 04.11.2017
Der Fall Kallmann
Nesser, Håkan

Der Fall Kallmann


gut

Wer einen skandinavischen Krimi erwartet, sucht den hier vergebens. Auch ich hatte etwas anderes erwartet. In einzelnen Tagebuch-artigen Erzählsträngen von einzelnen Personen wird der Tod des Lehrers Kallmann erzählt.

Leon Berger tritt nach dem tragischen Unfall seiner Frau und seiner Tochter die Stelle als Nachfolgers des verstorbenen Eugen Kallmann, Englischlehrer in K. an. Selbst noch in tiefer Trauer muss er doch wieder nach vorne schauen, während an der Schule noch immer Rätselraten um den Tod von Eugen Kallmann herrscht.

Durch die einzelnen Abschnitte, jemals aus Sicht eines anderen geschrieben ist es mir sehr schwer gefallen einen durchgehenden roten Faden zu finden und vieles erschien mir zu langatmig. Es ist eher eine Sozialstudie zum Leben in einer schwedischen Kleinstadt als ein Krimi. Die gut 500 Seiten dieses Buches waren mir schlichtweg zu viel.

Bewertung vom 28.10.2017
Dann schlaf auch du
Slimani, Leïla

Dann schlaf auch du


ausgezeichnet

Das Buch beginnt mit dem grausamen Ende. Das Baby ist tot, die Schwester wird ihren Verletzungen erliegen. Ein Schock für die Eltern und die Nachbarschaft in einem schicken Pariser Wohnviertel.

Dabei fing alles so gut an. Ein junges Paar, er Musiker sie Jurastudentin, träumen von einem schönen Familienleben. Dabei ist das gar nicht so leicht. Myriam fühlt sich mit zwei kleinen Kindern ans Haus gefesselt immer mehr unzufrieden. Der Mann der sich so über Kinder freute, kann jetzt auch nicht mehr zurück und flüchtet sich in seine Arbeit. Also muss eine Nanny her. Sie finden Louise die nicht nur wunderbar mit den Kindern umgeht, sondern auch putzt und kocht und schon bald die Fäden des Familienlebens in der Hand hält.

Dennoch verbirgt Louise ein Geheimnis das sie niemanden anvertraut. In Rückblicken wird die traurige Geschichte von Louise erzählt und wie es zu dem tragischen Unglück kam.

Der Schreibstil ist ruhig, komplett in der Gegenwartsform geschrieben. Es ist kein Psychothriller und auch kein Familienroman. Einfach die traurige Lebensgeschichte eines Kindermädchens das irgendwie zu naiv für das Leben ist und einem irgendwie betroffen zurücklässt.

Bewertung vom 27.10.2017
Winterengel, 6 Audio-CDs
Bomann, Corina

Winterengel, 6 Audio-CDs


ausgezeichnet

Die 19 jährige Anna Härtel aus Spiegelberg ist die Tochter eines Glasbläsers und Spiegelmachers. Schon als Kind hat sie die Liebe zum Glas von ihrem Vater geerbt. Jetzt ist der Vater tot, die Mutter schwer krank, die jüngere Schwester geht noch zur Schule. Die alte Werkstatt des Vaters geschlossen, arbeitet Anna in einem Nachbarort in einer Glasbläserei. In den freien Stunden fertigt sie kleine Glasengel die sie auf dem Markt verkauft.
Eines Tages erhält sie einen Brief aus dem Ausland. Sie wurde von Königin Viktoria aus England eingeladen ihre Engel im englischen Königshaus zu zeigen.

Mit einem Begleiter macht sie sich auf die Reise. Während der langen Reise verliebt sie sich in den angeblichen Diener eines Lords. Kaum in England angekommen, stellt sie fest das ihre Engel verschwunden sind, vermutlich gestohlen von windigen Personen die sie während der Reise getroffen hat. Die Suche bleibt erfolglos, schlimmer noch, John der Begleiter wird verletzt. Sie finden Zuflucht bei einem alten kauzigen Holländer. In seiner heruntergekommenen Glaswerkstatt gelingt es Anna neue Engel herzustellen, als Vorlage ein Jugendbild der Königin. Schließlich kommt es zu einem Zusammentreffen am Königshof und einem schönen Happy End.

Die ganze Geschichte, im späten 18 Jahrhundert, Winter, bitterkalt erinnert an ein schönes Märchen. Ich hatte das Hörbuch gehört und die Erzählstimme von Anne Abendroth passt gut zu der jungen Anna Härtel. Erzählt wird in Ich-Form in dem gewohnt ruhigen Erzählstil von Corina Bomann. Ein Hörbuch bei dem man richtig schön abtauchen und entspannen kann.

Da ich das Buch nicht gelesen habe, weiß ich nicht welche Stellen gekürzt sind, aber für mich war das Hörbuch mit einer Gesamtdauer von 430 Minuten wunderbar rund und für lange Herbst und Winterabende genau das richtige.

Bewertung vom 27.10.2017
Niemals
Pflüger, Andreas

Niemals


ausgezeichnet

Endlich der 2. Fall mit der blinden Sonderermittlerin vom BKA, Jenny Aaron und dieses Mal wird es für Aaron sehr persönlich und sie gerät an ihre physischen und psychischen Grenzen. Während sie mir im ersten Teil fast wie eine Maschine vorkam so tough und stark mit fast außergewöhnlichen Fähigkeiten für eine Blinde, wirkt sie jetzt auch mal verletzlich und schwach.

Der Fall beginnt in der Vergangenheit vor ihrem Unfall bei dem sie erblindet ist. Auch damals geht ein Einsatz schief und die Person die sie schützen sollte ist tot, ein Kollege aus der Sondereinheit verschwindet spurlos.

In einem Rückblick liest man von ihren Unfall und der Überlegung ob sie wieder als Verhörspezialistin bei der Sondereinheit arbeiten soll. Das würde wieder ein actiongeladenes Leben bedeuten. Während einer Auszeit bei ihrem Mentor erfährt sie das der Mann der ihren Unfall verursacht hat, ihr eine große Geldsumme vererbt hat. Um das Erbe antreten zu können muss sie nach Marrakesch reisen. Dort begegnet sie dem mächtigsten Mann der Welt der nicht nur an dem Geld interessiert ist sondern auch auf Aaron. Diese ist erschüttert als sie erfährt was er ihr alles angetan hat und setzt alles daran ihn zu töten.

Der Schreibstil ist ebenso actiongeladen und rasant wie die Ereignisse in diesem Buch. In kurzen knappen Sätzen folgt man Aaron mit ihren Kollegen. Der Spannungsbogen zieht sich durch das ganze Buch und die einzelnen Rückblenden stellen fast eine Erholung dar. Man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Ich bin gespannt auf einen dritten Teil den ich bestimmt ebenso verschlingen werde.

Bewertung vom 02.10.2017
Wildeule / Gesine Cordes Bd.3
Wieners, Annette

Wildeule / Gesine Cordes Bd.3


ausgezeichnet

Bei einer prunkvollen Beerdigung auf dem Friedhof kommt Gesine gleich einiges komisch vor. Es gibt nur einen ärmlich aussehenden Angehörigen der so gar nicht zu dem prunkvollen Ambiente passen will. Auf dem Weg zum Grab bemerkt sie das etwas klappert und veranlasst das der Sarg noch einmal geöffnet wird. Statt der verstorbenen alten Frau liegt dort ein bekannter Bestatter der ermordet wurde.

Der Inhaber des Bestattungsunternehmens Schellhorn war nicht bei allen gut angesehen. Recht schnell gerät Gesines Bekannter, Hannes in Verdacht. Dieser verstrickt sich außerdem zusehend in Ungereimtheiten bei seinen Aussagen als bei ihm die Armbanduhr der Verstorbenen auftaucht.

Gesine beginnt auf eigene Faust zu recherchieren. Bei der Polizei trifft sie auf eine junge Praktikantin. Diese wird wenig später vermisst und ihre Leiche taucht ausgerechnet in Hannes Leichenwagen auf. Hannes taucht ab und verschwindet.

Die Polizei tappt im Dunkeln. Die Kommissarin Marina Olbert die alles im Alleingang macht, erlaubt Gesine offiziell undercover im Friedhofsbereich zu ermitteln. Natürlich gelingt es ihr am Ende den Fall aufzuklären und Hannes zu entlasten.

Der Schreibstil ist wie schon in den beiden Vorgängerbänden flüssig zu lesen, teilweise humorvoll aber auch ernst und nachdenklich. Zwischendurch hatte das Buch ein paar Längen und ich fand es insgesamt ein wenig schwächer wie die Vorgängerbände Kaninchenherz und Fuchskind.

Bewertung vom 02.10.2017
SOG / Kommissar Huldar Bd.2
Sigurdardóttir, Yrsa

SOG / Kommissar Huldar Bd.2


ausgezeichnet

Ein weiteres starkes Buch der isländischen Autorin Yrsa Sigurdardottir das jetzt erschienen ist.

Vor 10 Jahren wartet die kleine Vaka nach dem ersten Tag an der neuen Schule vergeblich auf ihren Vater. Als eine Klassenkameradin vorbei kommt fragt sie ob sie bei ihr telefonieren dürfe. Das war ein großer Fehler. Später melden ihre Eltern das Mädchen als vermisst.

Außerdem schreiben Schüler Aufsätze wie sie sich die Welt im Jahre 2016 vorstellen. Jetzt 10 Jahre später wird diese Zeitkapsel geborgen. Neben teils abstrusen Vorstellungen gibt es konkrete Hinweise auf Morde. Mit der Aufgabe herauszufinden ob da etwas wahres dran ist, wird der in Ungnade gefallene Kommissar Huldar beauftragt. Dieser wiederum will die Ermittlungen gemeinsam mit der Kinderpsychologin Freyia durchführen. Sie wurde ebenfalls von ihrem Leitungsposten enthoben. Eine unrühmliche Vergangenheit verbindet die beiden, nachzulesen im Buch DNA.

Kurz darauf werden in einem Hot Tub abgetrennte Hände gefunden und bald darauf geschehen weitere grausame Morde.

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und lebendig. Vieles wird nur angedeutet was der Spannung nicht schadet. Einzig die vielen isländischen Namen haben mich ein wenig gestört. Viel Platz nimmt auch das Privatleben von Huldar und Freyia ein. Spätestens nach der Hälfte hat die Geschichte mich völlig in ihren Bann geSOGen.

Bewertung vom 10.09.2017
Palast der Finsternis
Bachmann, Stefan

Palast der Finsternis


sehr gut

5 Jugendliche wurden scheinbar ausgewählt an einem außergewöhnlichen Projekt teilzunehmen. Am Flughafen treffen sie erstmals aufeinander. Die 15 jährige hochbegabte Anouk sowie 4 weitere mehr oder wenig talentierte Jugendliche werden mit einem Privatjet von den USA nach Frankreich geflogen. Zunächst noch verwöhnt mit tollen Zimmern und einem guten Essen. Sie sollen Archäologen helfen einen unterirdischen Palast aus dem 16 Jahrhundert zu erforschen.

Daneben wird die Geschichte der jungen Aurelie erzählt deren Vater aus ständiger Furcht vor Krankheiten und vor Krieg diesen unterirdischen Palast im 16 Jahrhundert gebaut hat. Als Krieg ausbricht flüchtet die Familie in diesen Palast. Aurelie wird getrennt von ihren jungen Schwestern gefangen gehalten bis ihr eines Tages die Flucht gelingt.

Die 5 Jugendlichen aus der Neuzeit betreten den Palast der sich für sie als eine Art Todesfalle herausstellt dem sie nur mit Mühe entkommen können. Jeder Raum scheint neue Gefahren und Fallen zu bergen.

Der Schreibstil in Ich-Form ist lebendig und sehr spannend geschrieben. Zum Ende hin wurden mir die wiederkehrenden Fallen und Gefahren in dem unterirdischen Palast ein wenig zu viel und wirkten stark übertrieben. Keine Frage, alle Protganoisten entkommen nahezu unverletzt aus dieser Hölle.

Bewertung vom 10.09.2017
Kein guter Ort (eBook, ePUB)
Stäber, Bernhard

Kein guter Ort (eBook, ePUB)


sehr gut

Dies ist das erste Buch das ich von Bernhard Stäber gelesen habe doch auch ohne Vorkenntnisse hat mich die Geschichte am Ende doch gepackt.

Arne Ericksen hat sich in eine südnorwegische Gegend zurückgezogen wo er als Psychologe in einer Klinik arbeitet. Zur gleichen Zeit ist Kari Bergland in Bergen auf der Suche nach einem bekannten Drogendealer der den Tod eines anerkannten Kollegen zu verantworten hat. In einer Diskothek kommt es zum Showdown. Dort trifft Kari auf die drogensüchtige Tochter ihres Chefs. Für eine Therapie soll sie in die Klinik von Arne Ericksen den Kari aus der Vergangenheit schon kennt.

Janne ist ganz angezogen von einem alten Bild im Büro von Arne auf dem ein altes verlassenes Hotel in der Nachbarschaft zu sehen ist. Auch Arnes Neugier wächst. In dem Hotel nahe der Rabenschlucht das vor vielen Jahren von deutschen Auswanderern gekauft wurde, kam die älteste Tochter und der Vater ums Leben und in der Vergangenheit offensichtlich noch weitere. Auf der Suche nach dem Geheimnis kommt Arne dem Mörder näher als ihm lieb ist.

Am Anfang tat ich mich ein wenig schwer, zu viele Personen und Handlungsstränge wurden dargestellt. Auch mit der unkonventionellen Methode von Arne einen drogenähnlichen Zustand mit Hilfe von Fliegenpilzen zu erlangen fand ich sehr gewöhnungsbedürftig.
Der Schreibstil ist eher düster, als Beobachter wird alles geschildert und ich konnte mich lange nicht richtig einfinden. Dennoch ein gutes Buch das meine Neugier auf die ersten beide Bände weckt.

Bewertung vom 10.09.2017
Sieh nichts Böses / Kommissar Dühnfort Bd.8
Löhnig, Inge

Sieh nichts Böses / Kommissar Dühnfort Bd.8


ausgezeichnet

Nachdem ich bislang alle Bücher der Reihe um Kommissar Dühnfort und Gina Angelucci gelesen habe, war ich sehr gespannt auf den nunmehr 8. Teil der Serie. Dühnfort ist gerade erst aus seinen Flitterwochen zurück und freut sich auf die Geburt seines Kindes. Doch zunächst muß er in einem merkwürdigen Fall ermitteln.

Bei einem Training findet ein Leichenspürhund eine Frauenleiche die offenbar schon lange dort liegt. Neben der Leiche eine Figur die symbolisch 'Tu nichts Böses' darstellt. Bald taucht eine weitere Leiche auf und der Verdacht eines Serienmörders liegt nahe.

Auch das Privatleben von Dühnfort und Gina kommt in diesem Buch nicht zu kurz, steht das Paar doch vor einer sehr schwierigen Entscheidung um das noch ungeborene Kind.

Inge Löhnig gelingt es wie immer mit kurzen Kapiteln verschiedene Handlungsstränge zu verbinden. Der Schreibstil ist lebendig, der Spannungsbogen wird hoch gehalten und am Ende wird die Geschichte gut zu Ende geführt. Ich freue mich auf weitere Bände mit Kommissar Dühnfort.

Bewertung vom 10.09.2017
Sieh mich an
Krügel, Mareike

Sieh mich an


sehr gut

Katharina entdeckt eines Tages einen Knoten in ihrer Brust. Bevor sie zum Arzt geht erzählt sie teils in Rückblicken von ihrem Leben. Die 11-jährige Helena, genannt Helli leidet an ADHS und rätselhaften Nasenbluten. So muss Katharina sie an diesem Tag schon früh wieder aus der Schule holen. Ihre eigene Tätigkeit bleibt dabei auf der Strecke. Auch der 17-jährige Alex kommt früher aus der Schule und sie erwartet einen ehemaligen Studienkollegen am Abend. Ihre Schwester möchte dringend mit ihr reden und sie erledigt alles am liebsten nach einer Liste.

Zwischendurch geschieht in der Nachbarschaft ein Unfall und später brennt der Trockner. Der Abend endet mit zu viel Alkohol bei einer Betriebsfeier ihres Mannes.

Das ganze Buch ist rasant und konfus aber doch auf seine eigene Weise lesenswert. Der Schreibstil, teilweise humorvoll oder nachdenklich.