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Benutzername: moehawk
Wohnort: Freising
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Danksagungen: 2 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 89 Bewertungen
Bewertung vom 10.09.2019
Die schönste und die traurigste aller Nächte, 2 MP3-CDs
Gomyde, Maurício

Die schönste und die traurigste aller Nächte, 2 MP3-CDs


ausgezeichnet

Bei einem Klassentreffen trifft Viktor seine Jugendliebe Amanda wieder. Als Tochter eines Diplomaten ist diese einst aus seinem Leben verschwunden, weil die Eltern nach Kenia versetzt wurden. Dort sind sie jedoch einem Attentat zum Opfer gefallen. Ein schwerer Schicksalsschlag, der Amanda geprägt hat.
Viktor hat ein seltsames Geheimnis. Er kann je nach Gefühlslage in der Zeit vor- oder zurückspringen. Trotz dieser Eigenheit ist es eigentlich kein Fantasybuch sondern eine Liebesgeschichte. Eine sehr feine noch dazu.
Besonders gut hat mir der leichte und einnehmende Schreibstil gefallen und die Charaktere der Hauptdarsteller, die liebenswert sind ohne platt und eindimensional zu wirken. Es geht um die Liebe und darum, ob man sie Zulassen kann, auch wenn man Schlimmes erlebt hat und nicht so ist wie all die anderen. Ist man dennoch liebenswert? Kann man dennoch zulassen, dass einem ein anderer Mensch ganz nahekommt.
Ein schönes Buch für entspannte Stunden. Ich wurde sehr gut unterhalten.

Bewertung vom 10.09.2019
Eve of Man (I)
Fletcher, Tom; Fletcher, Giovanna

Eve of Man (I)


sehr gut

Stern Nr. 1 gilt dem kongenial schönen Cover und dem Titel der Geschichte. Das Titelbild fällt ins Auge, gibt eine Idee von der Hauptdarstellerin und Eva der Menschen (Menschheit), dass passt zum Plot, denn irgendwie ist es wie eine Geschichte über die erste Frau - nach 50 Jahren - und über das Paradies, welches in Wirklichkeit mehr ein Gefängnis ist und welches Eve verlassen möchte.

Stern Nr. 2 gilt der Grundidee und der Ausgangslage, die zwar wie so oft eine Bedrohung für die ganze Menschheit suggeriert, aber diesmal ist es eine "Krankheit", die mit der Hauptdarstellerin auch gleich ein Heilmittel hätte, wenn denn Eve mitmacht bei dem großangelegten Plan. Dass sie als Teenager anfängt, diese Pläne zu hinterfragen, gehört natürlich zu diesem Genretyp dazu. Und auch, dass sie ausbrechen möchte und damit in Konflikt zu denen gerät, die in der Gesellschaft das Sagen haben.

Stern Nr. 3 für die Person des Bram, der erst in Gestalt von Holly immer für Eve da ist und später, als er sich zu erkennen gibt, noch an Format gewinnt. Eine schöne Idee, dass sie sich schon so lange kennen und die Liebe schon da ist und nur darauf gewartet hat, dass Bram sie zulässt.

Stern Nr. 4 für das letzte Drittel, in dem die Geschichte dann Fahrt aufnimmt. Man merkt dem Buch an, dass es ein erster Teil ist und das Autoren-Duo sich Zeit lassen wollte. Am Ende ist man gespannt auf eine Fortsetzung.

Warum kein 5.ter Stern?
Es handelt sich ja um ein Jugendbuch, aber ich fand den Schreibstil manchmal etwas einfach gestrickt. Und am Anfang plätschert es etwas dahin. Da hätte man gut etwas straffen dürfen. Also Luft nach oben.

Bewertung vom 10.09.2019
Der Gesang der Flusskrebse
Owens, Delia

Der Gesang der Flusskrebse


ausgezeichnet

Durch eine Leserunde des Hanser-Verlages bin ich zu einem literarischen Kleinod gekommen. „Der Gesang der Flusskrebse“ ist der erste Roman von Delia Owens, einer us-amerikanischen Naturwissenschaftlerin. Erzählt wird eine Geschichte, wie sie so typisch scheint für das Amerika des zwanzigsten Jahrhunderts. Die Gesellschaft versäumt ihre Pflicht und ein kleines Mädchen wächst ohne Eltern in den Sümpfen auf. Während sie auf die eine Weise in ihrem Verhalten verwildert und menschenscheu wird, lernt sie durch ihren einzigen Freund dennoch lesen und schreiben und damit die magische Welt der Bücher kennen. Die Stadtbewohner glauben sie wäre das wilde Marschmädchen und die jungen Männer machen sich einen Spaß daraus sie zu erschrecken. Einer von ihnen merkt, dass sie sich zu einer hübschen begehrenswerten Frau herauswächst und versucht ihr Herz zu erobern ohne seinen Freunden von Kya zu erzählen. Aber lange geht dieses Versteckspiel nicht gut und als Kya genug davon hat, kommt es zum Eklat.

Ein wort- und bildgewaltiges Buch voller Wärme und Sehnsucht, aber auch voller Einsamkeit und Unverständnis für ein Mädchen, welches wie aus der normalen Welt gefallen scheint. Kya ist faszinierend und unglaublich stark. Man leidet mit ihr. Man sehnt sich mit ihr. Man ist mit ihr überwältigt von der Schönheit und Kraft der Natur. Durch einen ungeklärten Mordfall wird ein zusätzlicher Spannungsbogen aufgebaut.

Ich bin restlos begeistert von der Lektüre. Ein Buch, wie man es nicht so oft findet. Voller Wahrhaftigkeit und voller Klugheit. Es macht nachdenklich und glücklich. Ein dickes Dankeschön an den Hanser-Verlag für dieses wundervolle Buch.

Bewertung vom 01.08.2019
Jagd auf die Bestie / Detective Robert Hunter Bd.10
Carter, Chris

Jagd auf die Bestie / Detective Robert Hunter Bd.10


ausgezeichnet

Chris Carter hat ein recht einfaches Rezept für seine Thriller.
Zwei sympathische und sehr schlaue Ermittler gegen einen Killer, der äußerst brutal und nicht minder schlau ist. Immer wieder entwischt der Mörder. Es ist nicht nur ein Katz-und-Maus-Spiel, sondern bald ein ganz persönlicher Kampf. Die Ermittler geraten auch persönlich an ihre Grenzen und ins Visier des Täters.

Eigentlich war’s das schon, wenn man diesen Thriller kurz und knapp beschreiben möchte. Und damit ähnelt er einigen der bereits neun Vorgängerbände. Wie immer hatte ich Gänsehaut bei der Beschreibung der Taten und der Opfer. Ich sorgte mich um Garcia und Hunter und fand den Killer sehr speziell und sehr beängstigend.

Was ist es dann, was einen Carter-Thriller ausmacht? Warum wird man süchtig nach ihnen? Was macht er, was andere Autoren nicht machen? Keine Ahnung. Die Mischung macht es wohl. Und sein Mut, bis an die Schmerzgrenze bei seinen Beschreibungen zu gehen, dabei aber nie den Menschen und den Plot aus dem Auge zu verlieren. Außerdem ist sein Schreibstil eine Mischung aus kurz und rasant und aufmerksam und humorvoll. Ein irrer blutiger Cocktail. Cool.

Bewertung vom 01.08.2019
Brot backen mit Christina
Bauer, Christina

Brot backen mit Christina


sehr gut

Wollten sie schon immer mal versuchen, ihr eigenes Brot zu backen? Dann ist Christinas Backbuch sicher ein guter Starthelfer.

Erstens: Es hat eine sehr schöne Aufmachung. Liegt gut in der Hand, hat anschauliche Bilder und eine schöne Einteilung, die für jeden Bäckertyp etwas bietet und erste Anhaltspunkte gibt, wie z.B. den nötigen Zeitaufwand oder die Grundzutaten.

Zweitens: Die Erklärungen zum Grundwissen und den wichtigsten Handgriffen und Schritten sind plausibel, übersichtlich und stehen am Anfang des Buches, da sie ja wichtig für das Gelingen sind.

Drittens: Die Auswahl der Rezepte ist abwechslungsreich. Es ist für jeden Anlass und jeden Geschmack etwas dabei und man verliert die Furcht vor Hefe und Sauerteig.

Viertens: Die Backergebnisse sind gut bis sehr gut. Mir hätte gefallen, wenn es am Schluss noch eine Beschreibung der diversen Fehler gegeben hätte und wie man sie wahrscheinlich beheben kann. Aber das ist nörgeln auf hohem Niveau.

Ich finde es ist ein sehr schönes Brotbackbuch und empfehle es gerne weiter.

Bewertung vom 01.08.2019
Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast / Die Spiegelreisende Bd.2
Dabos, Christelle

Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast / Die Spiegelreisende Bd.2


sehr gut

Die Geschichte um die Spiegelreisende Ophelia geht in die zweite gehaltvolle Runde. Die Autorin hat eine überbordende Phantasie und behält ihr teilweise gemächliches Tempo bei. Das Personal der Geschichte wird um weitere interessante Protagonisten erweitert. Z.B. der Hoferzähler Faruk, der Ophelia zur Vize-Erzählerin ernennt. Ein sehr schräger Charakter, den man wie so manch anderen nicht wirklich einschätzen kann. Dadurch bleibt trotz der eigentlich sehr geradlinigen und eher zurückhaltenden Hauptdarstellerin einiges geheimnisvoll und ungewöhnlich.

Ich denke, für diese Trilogie muss man sich etwas Zeit nehmen. Das Lesen geht nicht so einfach, da viel erzählt wird, viel beschrieben und so Hi und Da habe ich auch mal fast den Faden verloren, weil der Plot nicht immer geradlinig voranschreitet und auch mal eine Volte macht, die ich so nicht vorhergesehen hatte. Es ist weniger die Magie, die fesselt, die ist eigentlich nur eine Randerscheinung. Es sind die seltsamen Gegebenheiten, die skuril-ungewöhnlichen Figuren auf die das Hauptaugenmerk gelegt wird.

Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast ist eine gelungene Fortsetzung und durch einen Cliffhanger und noch jede Menge ungeklärte Fragen ist man sehr gespannt auf den Abschlussband, der ja erfreulich bald kommen wird.

Bewertung vom 01.08.2019
Find mich da, wo Liebe ist
Harris, Anstey

Find mich da, wo Liebe ist


sehr gut

Ein Buch wie eine warme Decke. Ein Einband, der zum Zugreifen verleitet. Die Geschichte innen drinnen ist keineswegs kitschig sondern einfühlsam und mit Tiefgang. Grace ist ein Mensch der etwas mehr Selbstbewustsein brauchen könnte. Sie hat das Vertrauen in ihre Fähigkeiten - das Musikspielen - verloren. Und seit Jahren wartet sie darauf, dass ihr Geliebter sich von seiner Frau trennt.

Mir hat die Sprache gefallen und die Art, wie Grace sich entwickelt. Auch Dank der Hilfe aufmerksamer Menschen, die ehrlich zu ihr sind und sie aus ihrer selbtgewählten Warteschleife hervorziehen.

Das Buch liest sich schnell und angenehm und hat durchaus einen realistischen vernünftigen Ton der über Bücher dieses Genres hinausgeht. Ich lese selten etws aus dieser Ecke und bin postitiv überrascht.

Bewertung vom 14.07.2019
Wir von der anderen Seite
Decker, Anika

Wir von der anderen Seite


sehr gut

Rahel Wald erwacht im Krankenhaus. Sie denkt, sie hätte nur eine kleine unbedeutende Operation gehabt und erst nach und nach erfährt sie, dass sie zwei Monate im Koma liegt. Und sie muss erst begreifen, dass sie lange brauchen wird, um wieder vollständig ins normale Leben zurückzufinden. Dass es ein harter Kampf wird, bis sie sagen kann, ich bin wieder gesund und ich lebe das Leben, das ich mir wünsche.

Obwohl es ja eigentlich eine eher traurige Situation ist, in die die Autorin den Leser mit der Heldin des Buches schmeißt, so merkt man von der ersten Seite an, dass der Humor und der Sarkasmus nicht zu kurz kommen. Selbst die schmerzlichsten und schwierigsten Erlebnisse von Rahel werden mit einem Augenzwinkern und manchmal mit trotzig-rotzigen Ton erzählt. Das macht die Besonderheit dieses Buches aus und es ist keineswegs so dramatisch und traurig, wie mancher befürchten möchte.

Das Cover ist sehr ungewöhnlich - auch ein kleiner Hinweis für den Inhalt zwischen den Buchdeckeln. Ich könnte mir die Geschichte gut verfilmt vorstellen und habe Rahel bewundert für ihre Kraft und Lebensfreude, die immer präsent ist, auch in rabenschwarzen Stunden.

Bewertung vom 14.07.2019
Something in the Water - Im Sog des Verbrechens
Steadman, Catherine

Something in the Water - Im Sog des Verbrechens


ausgezeichnet

Wie wird aus einem Traum ein Alptraum? Und wie reagiert der normale Durchschnittsmensch, wenn er in eine Ausnahmesituation nach der anderen gerät? Wenn er Millionen zufällig in einer Tasche findet? Wenn er bedroht und verfolgt wird? Wenn ein Mord geschieht?

Die Ausgangslage ist nicht neu für einen Psychothriller. Neu ist aber die Autorin. Ich kenne sie als Schauspielerin aus dem ein oder anderen Film. Interessant, dass sie jetzt ein Buch geschrieben hat. Und erzählen kann sie durchaus.

Die Stärke des Buches ist zum einen der durchaus realistische Plot aber auch die Art, wie die Psyche der Darsteller eine sehr große Rolle spielt. Es macht einfach höllischen Spaß zu lesen, wie die Misere größer und größer wird und wie die Figuren zu immer drastischeren Mitteln greifen und wieder rauszukommen.

Toller Psychothriller, toller Erstling. Die Autorin hat sich da eine Rolle auf den Leib geschrieben.

Bewertung vom 09.07.2019
Die Frau aus Oslo
Dahl, Kjell Ola

Die Frau aus Oslo


gut

„Die Frau aus Oslo“ ist zum einen Ester, die im von den Nazis besetzen Norwegen für den Widerstand Flugblätter verteilt und im Untergrund gegen die Besatzer agiert. Als ihre jüdische Familie deportiert wird, flieht sie nach Schweden. U.a. lässt sie ihre gute Freundin Ase zurück, die kurz darauf unter mysteriösen Umständen getötet wird. Noch 20 Jahre später rätseln alle, wer der Täter gewesen und was wirklich in jener Nacht in Oslo vorgefallen ist.
Es war mein erster Roman von Kjell Ola Dahl. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch wie er sich auf seine Figuren einlässt und sich die Zeit nimmt, ihre Charaktere für den Leser zu zeichnen. Aber gerade dadurch verliert die Story zeitweise sehr an Tempo und es handelt sich definitiv nicht um einen Pageturner und auch die Krimielemente sind am Schluss nicht das, was das Buch ausmacht. Die damalige Zeit aber vor allem die Jahre nach dem Krieg werden eindringlich geschildert und man spürt die Bedrohung und die Dramatik. Ich hätte mir dennoch ein wenig mehr Spannung und Action gewünscht.
Am Ende gibt es keine wirklichen Überraschungen und die Entlarvung des Täters ist logisch aber nicht spektakulär. Solide und von mir 4 Sterne dafür.