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Bewertungen

Insgesamt 63 Bewertungen
Bewertung vom 18.02.2018
Olga
Schlink, Bernhard

Olga


gut

Olga, Roman von Bernhard Schlink, 320 Seiten, erschienen im Diogenes Verlag.
Die Geschichte der Liebe von Herbert und Olga, im Hintergrund von annähernd 100 Jahren deutscher Geschichte.
Die Waise Olga kommt Ende des 19. Jahrhunderts zu ihrer Großmutter nach Pommern. Dort verliebt sie sich in Herbert, den Sohn eines Gutsbesitzers. Doch ihre Liebe trifft auf Widerstand von Herberts Schwester und seinen Eltern. Olga will im Leben etwas erreichen und wird Lehrerin. Herbert sucht währenddessen Abenteuer, fremde Länder und Heldentum. Für Deutschland will er die Arktis erobern, aber seine Expedition scheitert. Wird Olga Herbert jemals wiedersehen?
Das Buch ist aufgeteilt in 3 Teile. Kindheit und Jugend bis zum Ende des 2. Weltkriegs beinhaltet den ersten Teil. Die Geschichte beginnt wenig spannend und der Spannungsbogen bleibt flach. Hölzern und emotionslos beschreibt Schlinck, Olgas Streben nach Wissen, Herberts Suche nach der Weite und wie er sich von der Großmannssucht des Kaiserreiches anstecken lässt. Nichts was er geben konnte versagte er ihr. Was sie vermisste, war er zu geben nicht fähig.
Im Hauptteil erlebt der Leser Olga als ertaubte ältere Frau, weshalb sie als Lehrerin nicht mehr arbeiten kann. Die nach den Kriegen, im Westen bei einer Familie als Näherin unterkommt. Dort befreundet sie sich mit Ferdinand dem jüngsten Sohn der Familie. Diese Freundschaft und Verbundenheit bleibt bis zum Tod Olgas und darüber hinaus bestehen. Dieser Teil, war für mich eher langweilig und ich habe das Buch immer wieder zur Seite gelegt. Auch die Liebesgeschichte fand ich nicht besonders romantisch.
Der 3. Teil, m. M. nach der beste, zeigt wie Olga wirklich war. Bis dahin dachte ich Olga ist „nur“ eine starke Frau, die alle Schicksalsschläge, Enttäuschungen und Verluste stoisch über sich ergehen lässt. Erst durch ihre Briefe erfährt der Leser von ihrem Leid und über ihr Unglück. Dieser Teil versöhnte mich durch überraschende Wendungen wieder etwas mit der Geschichte.
Die Protagonistin war meine Lieblingsfigur in der Erzählung. Ihre Entwicklung von Kind bis zur reifen Frau faszinierte mich. Olga eine beeindruckende starke Frau, die immer wusste was sie will und sich von Nichts und Niemand selbst von ihrer Krankheit nicht aus der Bahn werfen lässt. Ferdinands Verhalten konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen. Der, nur um an die verschollene Briefe einer „guten Bekannten“ zu kommen, nach Norwegen reist und auch noch Unsummen dafür ausgibt. Allen anderen Figuren fehlte es an Charaktertiefe, sie blieben stets blass für mich, selbst Herberts Beweggründe konnte ich nicht nachvollziehen, es hätten mich z.B. auch Viktorias Intrigen brennend interessiert.
Insgesamt ein mäßig unterhaltsamer Schicksalsroman mit historischem Hintergrund, Schlink konnte damit an sein Werk „der Vorleser“ m.E. nicht anknüpfen. Geeignet für Leser die sich für Schlinks Werke, bzw. Romane dieses Genres begeistern können. Von mir dafür 3 Sterne.

Bewertung vom 15.02.2018
Das Jesus-Experiment
Roßbach, Bernd

Das Jesus-Experiment


sehr gut

Das Jesus Experiment, Mystery-Thriller von Bernd Roßbach, 400 Seiten, erschienen im FeuerWerke Verlag.
Können die Erinnerungen einer Nachfahrin von Pontius Pilatus verwendet werden, um das wahre Antlitz von Jesus Christus bildlich darzustellen?
Der Hirnforscher Tom Jennings hat eine bahnbrechende Erfindung gemacht. Mit einem von ihm entwickelten Verfahren können vererbte Erinnerungen sichtbar gemacht werden. Durch einen Ahnenforscher findet er eine lebende Nachfahrin von Pontius Pilatus. Endlich kann die Menschheit IHM von Angesicht zu Angesicht begegnen. Das bringt verschieden Gruppen, besonders die älteste Macht der Welt auf den Plan, bald befindet sich Jennings als Gejagter quer durch ganz Europa.
Das Buch ist in neun Kapitel aufgeteilt, die mit Überschriften, sehr passend Bezug nehmend auf den Inhalt, betitelt sind. Diese sind in einzelne Abschnitte gegliedert und zur besseren Orientierung, mit Datum und Ortsangaben versehen. Das hat mir sehr geholfen, mich bei der spannenden Jagd durch verschiedene Städte, zu orientieren. Am Ende ist ein Bibelzitat (2.Petrus 1,16) eingefügt. Nach dem Epilog schließen sich noch einige Seiten Quellenangaben, Tabellen über diverse Bibelstellen, die Synoptiker, apokryphe Evangelien, die Herkunft Jesus und weitere Informationsquellen, an. Sehr oft habe ich im Anhang nachgeschlagen oder verglichen.
Aus religiöser Sicht finde ich das Buch schön, ich als Christin finde mich in meiner Religiosität in keinster Weise angegriffen, ganz im Gegenteil, das sehr versöhnliche Ende, lässt den Glauben an die Erlösung und Auferstehung ohne Weiteres zu, das gefällt mir. Roßbach hat es geschafft, auch Anders- oder Ungläubige, durch die Geschichte und das von ihm erdachte Ende, zufrieden zu stellen. Die Erklärung am Ende ist so genial verfasst, dass es jedem Leser erlaubt ist, nach seiner „Fasson“ selig zu werden. Der Autor hat m.E. perfekt recherchiert, was er über Hirnforschung und religiöse Themen raushaut, zeugt von Kompetenz und Können, ohne Frage. Die komplizierten Fakten der Transgenerationalen Epigenetik und der bereits existierenden Technologie wurden für mich verständlich erklärt.
Leider konnte ich mich mit dem Protagonisten nicht anfreunden, ein genialer Wissenschaftler aber im wirklichen Leben naiv und gutgläubig, z.B. sein Verhältnis mit der Anwältin Kim Blanchet , die Szene in Notre Dame, oder bei seinem Rechtsstreit um das Patentrecht. Alle Figuren handelten zwar für mich nachvollziehbar in ihren Handlungen, sind mir aber trotzdem „fremd“ geblieben. Ihre Beweggründe zu den Handlungen hätten mich durchaus interessiert. Einzig sympatischer Charakter im Geschehen fand ich die Autistin Giulia, eine faszinierende Figur im vorliegenden Thriller. Gestört haben mich, zu viele begonnene Stränge die im Nichts enden z.B. die CIA-Episode und die Patentgeschichte waren m.E. nicht nötig. Einige nicht ganz schlüssige Sequenzen störten mich außerdem. Trotzdem finde diesen Thriller sehr spannend und lesenswert. Eine klare Leseempfehlung für die Liebhaber von Mystery-Thrillern. Dazu von mir verdiente 4 Sterne.

Bewertung vom 26.01.2018
The Woman in Cabin 10
Ware, Ruth

The Woman in Cabin 10


sehr gut

Woman in Cabin 10, Thriller von Ruth Ware, 384 Seiten, erschienen im dtv-Verlag.
Eine Frau wird Zeugin eines Mordes aber niemand glaubt ihr.
Die britische Journalistin Laura Blacklock, wird in ihrer eigenen Wohnung überfallen. Da sich ihr Freund Judah auf einer Auslandsreise befindet und sie schon seit ihrer Jugend an Angststörungen leidet, ist sie froh für eine schwangere Kollegin eine PR-Reise nach Norwegen, auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff antreten zu können. Nach einem feuchtfröhlichen Abend wird Lo von Schreien aus der Nebenkabine geweckt. Kurz darauf hört es sich an, als ob ein Mensch über Bord geworfen wird. Als Lo den Sicherheitsoffizier alarmiert, scheint die Nebenkabine leer, als ob es die geheimnisvolle Frau nebenan, die nur Lo gesehen hat, gar nie gegeben hätte. Keiner will ihr glauben.
Solide gemachter, spannender Thriller in acht Teilen, aufgeteilt in 37 Kapitel. Die Autorin schaffte es die Geschichte besonders lebendig zu gestalten, denn zwischen den Kapiteln sind E-Mail und Zeitungsnachrichten eingestreut. Das hat mir sehr gut gefallen. Ruth Ware erzählt die Geschichte im personalem Stil, aus der Sicht Lauras und in einem Erzählstrang. Somit wird der Leser nicht von irgendwelchen Nebenhandlungen abgelenkt. Die Spannung baut sich bis zur Hälfte des Buches allmählich auf. Das hätte für meinen Geschmack etwas straffer ausfallen können. Als es auf den letzten 100 Seiten zu einem, für mich unerwarteten Plot-Twist kommt, konnte ich das Buch bis zum Ende, nicht mehr aus der Hand legen. Die letzten Kapitel konnten an Spannung nicht mehr übertroffen werden. Die Geschichte ist bis zum Ende glaubhaft erzählt und ich konnte dem Plot bis zum fulminanten Ende gut folgen. Leider sind mir die Charaktere, einschließlich der Protagonistin immer etwas fremd geblieben. Da hat mir die eine oder andere charakterisierende Ausschmückung gefehlt. Gar nicht gut fand ich den übertriebenen Abusus von Alkohol, verbunden mit der Einnahme von Psychopharmaka der Protagonistin. Auch ich hätte ihr ihre Beobachtungen und Aussagen nicht so ohne weiteres abgenommen. Vermutlich war es aber von der Autorin so vorgesehen. Schön wäre es auch gewesen wenn Ruth Ware, die Fahrt auf dem Kreuzfahrtschiff mit etwas Landschaftsbeschreibung ausgeschmückt hätte.
Alles in allem liegt hier aber ein solider, gut gemachter, spannungsreicher Thriller vor, der mich sehr gut unterhalten hat. Der Gedanke an Bord mit einem Mörder zu sein, der nicht so einfach „aussteigen“ kann, hat mich fasziniert. Der Einbruch am Anfang des Buches, erklärt die Ängste und Verunsicherung von Laura, wäre aber nicht zwingend notwendig gewesen. Dadurch wäre der Plot sicher schneller in Gang gekommen. Eine Empfehlung für alle Leser, die spannende Thriller mit unerwarteten Wendungen mögen. Dazu von mir 4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 21.01.2018
Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken
Green, John

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken


sehr gut

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken, Roman von John Green, 288 Seiten erschienen im Hanser Verlag. Ein bewegender Jugendroman des Bestsellerautors über Liebe, Freundschaft und Krankheit.
Aza Holmes ist eine gute Schülerin, trotzdem ist sie behaftet mit vielen Ängsten, vor Krankheiten, vor Bakterien, vor dem Leben. Ihre nächsten Menschen sind ihre Mutter, ihre Therapeutin und ihre beste Freundin Daisy, die in dieser Freundschaft mehr gibt, als sie bekommt. Als der Milliardär Russel Pickett spurlos verschwindet und eine Belohnung von 100 000 $ ausgelobt wird, machen sich die Freundinnen auf die Suche. Dabei kommt Aza , Davis dem Sohn des Verschwundenen sehr nahe. Zu nahe als sie manchmal ertragen kann. Können die Freunde das Rätsel um den schwerreichen Pickett lösen?
Ein schönes Buch, auch optisch mit diesem orangen Buchschnitt, eingeteilt in 24 Kapitel erzählt aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Aza. Traurig, lustig und voller Lebensweisheiten, verfasst. Die witzigen Dialoge, ja Wortgefechte zwischen Aza und ihrer Freundin Daisy haben mich des Öfteren zum Schmunzeln gebracht und ein paar Seiten weiter war ich den Tränen nahe. Viele Zitate, wie z.B. „Das wahre Grauen ist nicht, Angst zu haben. Es ist, keine andere Wahl zu haben. Oder „Dein Jetzt ist nicht dein immer“. Dazu die Definition von Eltern: „Eltern waren die, die einen liebten, ohne dafür bezahlt zu werden.“ Diese Zitate hab ich mir aufgeschrieben um sie nicht zu vergessen. John Green schreibt mit unerschrockener Klarheit und wundervollen Worten von der Zerbrechlichkeit der Liebe, innerer Widerstandskraft und lebenslänglicher Freundschaft. Die Lektüre hat mir sehr deutlich aufgezeigt, was es bedeutet unter einer Zwangsneurose zu leiden.
Aza mit ihren zwanghaften Handlungen hat mir sehr leid getan, noch immer quält sie der Verlust ihres Vaters, sie kann ihre Freundschaft mit Davis nicht genießen, weil sie bei jedem Kuss nur an die Millionenen von Bakterien denken kann, die in ihren Körper gelangen. Davis, der arme reiche Junge und sein Bruder Noah haben alles was sich ein Teenager nur wünschen kann und sind trotzdem einsam und bedauernswert. Mrs. Holmes bricht es fast das Herz durch die Sorgen, die sie sich um ihre Tochter macht. Am besten gefiel mit Daisy, die freche, taffe wortgewandte Freundin, die stets mit Wort und Tat an Aza’s Seite ist, der einzige Mensch, dem sie alles anvertraut. John Green ist hier ein bezauberndes Buch gelungen, welches zwar kein „Happy End“ aber Hoffnung verspricht.
Gerne hätte ich noch weitergelesen und erfahren was das Leben für die Charaktere noch zu bieten hat. Ob Jugendliche im Alter der Charaktere fähig sind, solche tiefgründigen Worte beim Chatten zu finden und Gedichte in diesem Stil zu verfassen möchte ich bezweifeln. Auch der Teil mit dem „Geldsegen“ aus der Frühstücksflockenschachtel ist für mich etwas unglaubwürdig. Der Spannungsbogen war mäßig hoch, hatte ich aber auch in diesem Genre nicht anders erwartet.
Trotzdem kann ich das Buch weiterempfehlen. Ein Roman der noch eine Weile nachwirkt, einfühlsam erzählt. Von mir 4 Sterne.

Bewertung vom 18.01.2018
TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?
Miranda, Megan

TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?


gut

Tick Tack - Wie lange kannst du lügen?, Thriller von Megan Miranda, 432 Seiten, erschienen im Penguin Verlag.
Ein Thriller um verschwundene Mädchen, geschrieben in umgekehrter Erzählweise, jedes Kapitel bringt den Leser einen Schritt zurück und näher an die Auflösung.
Vor zehn Jahren hat Nic ihren Heimatort verlassen um in der Ferne ein neues Leben zu beginnen. Auslöser für diesen Ausbruch war das Verschwinden ihrer besten Freundin Corinne. Ihr Vater kommt in ein Pflegeheim weil er an Demenz erkrankt ist, deshalb bittet sie ihr Bruder Daniel ihm beim Verkauf des Elternhauses zu unterstützen. Als von ihrem Vater eine Nachricht eintrifft die lautet: „Dieses Mädchen, ich habe es gesehen.“ Macht sich Nic auf den Weg zurück in ihren Heimatort und zu den Geheimnissen, die dort lauern. Kaum ist Nicolette in Cooley Ridge eingetroffen verschwindet erneut ein junges Mädchen, was geschah mit Ihnen? Und haben Nic oder ihre Clique mit dem Verschwinden etwas zu tun?
Ein übersichtliche Einteilung der 3 Teile – Heimkommen – Zurückkommen – Weiterkommen und die einzelnen Kapitel rückwärts nummeriert, des längsten Teils Zurückkommen, sind sehr hilfreich. Im Ich-Stil formuliert, erzählt die Protagonistin rückwärts von Tag 15 bis zum ersten Tag ihrer Ankunft. In dieser umgekehrten Erzählweise habe ich bis dahin noch kein Buch gelesen und ich habe mich sehr schwer damit getan, normalerweise bin ich es gewöhnt die Geschehnisse eines Thrillers im chronologischen Ablauf zu erfahren. Mir war es nicht möglich die Geschichte flüssig zu lesen, jeder Kapitelanfang hat mich verwirrt, denn es stehen am Anfang die Vorkommnisse die sich demnach 2 Tage, am Ende des vorangegangenen Kapitels ereignet haben. Nach einiger Zeit und nach ca. 2/3 des Buches habe ich mich daran gewöhnt und die Spannung die am Anfang mäßig war, nahm zum Ende hin Fahrt auf. Durch die Verwendung interessanter Dialoge und gänsehauterzeugender Schilderungen schaffte es die Autorin doch noch, mich zu fesseln. Am Ende hatte der Thriller auch noch eine Wendung aufzuwarten und bis dahin habe ich mir die Auflösung ganz anders vorgestellt. Durch diese „andere“ Erzählweise gab es für mich einige unlogische Gegebenheiten. In einem der letzten Kapitel, also kurz nach Nics Ankunft, wird ihr etwas weggenommen, worüber sie am Buchanfang, also 14 Tage später, Erklärungen für das Verschwinden sucht. Ohne zu spoilern, sind diese Ungereimtheiten schwierig zu erklären. Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Mensch über Dinge die er 14 Tage vorher erlebt nicht mehr nachdenkt oder mit anwesenden „Eingeweihten“ nicht darüber spricht. Eine Erzählung der eine gute Idee zugrundeliegt. Richtig herum erzählt wäre sicher auch eine spannende Geschichte daraus geworden. Da stellt sich mir die Frage ob es notwendig war, die Abläufe verkehrt herum zu erzählen. Die Personen z.B Everett, Daniel oder Laura, sind für mich blass geblieben. Selbst die Beweggründe der Protagonistin konnte ich nicht durchgehend nachvollziehen. Eine weit interessantere Person wäre für mich Corinne Prescott gewesen, von ihr hätte ich gerne mehr erfahren.
Eine eingeschränkte Leseempfehlung für Leser die gerne einmal was Neues ausprobieren wollen, und sich darauf einlassen können, wenn die „Uhren anders herum gehen“. Ich konnte es nicht uneingeschränkt. Deshalb nur 3 Sterne.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.01.2018
Die Eishexe / Erica Falck & Patrik Hedström Bd.10
Läckberg, Camilla

Die Eishexe / Erica Falck & Patrik Hedström Bd.10


ausgezeichnet

Die Eishexe, Thriller von Camilla Läckberg, 745 Seiten, erschienen im List Verlag.
Erica Falck und Patrick Hedström lösen gemeinsam ihren 10. Fall.
Vor 30 Jahren wurde die 4jährige Stella, tot in einem kleinen Waldsee gefunden. Die Schuld an ihrem Tod gestanden zwei damals 13jährige Mädchen, Helen und Marie. Wieder ist ein Mädchen verschwunden 4 Jahre alt, welches auf dem gleichen Hof lebt, wie damals die kleine Stella. Erschütternde Parallelen zeigen sich auf. Als auch die kleine Linnea im selben See tot aufgefunden wird, beginnt der Polizist Patrick und seine Frau, die Schriftstellerin Erica zu ermitteln. Können die beiden Licht in den aktuellen, sowie in den damaligen Fall bringen?
Der vorliegende Thriller wurde in verschiedenen Zeitebenen, sowie mehreren Erzählsträngen verfasst. Die Grundgeschichte in der Gegenwart, dazwischen Kapitel die mit „Bohuslan 1672“, sowie „der Fall Stella“ betitelt sind. Dazu kommen Flüchtlingsschicksale und die tragische Geschichte zweier Teenager die von Mitschülern und Gleichaltrigen gemobbt werden. Im auktorialen Stil verfasst, reichlich versehen mit interessanten Dialogen flogen die über 700 Seiten und die Story nur so dahin, bis alles in einem tragischen Finale endet. Für meinen Geschmack waren es ein paar Erzählstränge sowie Personen zu viel, die von der eigentlichen Geschichte ablenken. Die verschieden Zeiten und auch die Fäden finden sich am Ende jedoch gekonnt zusammen.Irgendwie wurde mir nicht klar warum das Buch den Titel „Die Eishexe trägt“, denn in der Gegenwart, sowie auch in den anderen Zeitebenen ist es Sommer. Am meisten betroffen gemacht hat mich das Leben der beiden Teenies Sam und Jessie. Die seelischen, wie auch körperlichen Verletzungen die sie von ihrem Umfeld, einschließlich Eltern erfahren, steigern sich zu einer Wut die eine unglaubliche kriminelle Kraft freisetzt. An einer Stelle im Hexenteil musste ich das Buch weglegen und erst einmal durchatmen – ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten, dazu fiel mir sofort Plautus ein: Homo homini lupus. Der Epilog zu diesem Strang hat mir Gänsehaut beschert. Insgesamt gesehen ist es ein weiteres spannendes außerordentlich gut erzähltes, atmosphärisch dichtes Buch der Autorin, jedoch nicht ihr Bestes aus der Fjällbacka-Reihe, etwas weniger wäre vermutlich mehr gewesen, die Flüchtlingsproblematik hätte Läckberg gut und gerne für einen eigenen Band verwenden können. Dennoch habe ich mich bei der Lektüre sehr gut unterhalten gefühlt, die Geschichte war plausibel und ließ sich schnell lesen, die Charaktere waren glaubhaft und ihr Handeln stets nachvollziehbar. Auch für Leser, die die Fjällbacka Krimis noch nicht kennen ist es leicht dem Plot zu folgen, für mich war es schön, Neuigkeiten aus der Hedström/Falck Familie zu erfahren und auch die Polizisten einschließlich „Ernst“ sind mir im Laufe der Jahre sehr ans Herz gewachsen, ich nehme gerne an neuen Wendungen in ihrem Leben teil. Die Aufklärung des Kindermord-Falls am Ende kam für mich doch etwas überraschend, habe ich während der Lektüre doch verschiedene Lösungen in Betracht gezogen. Gerne war ich wieder in Fjällbacka dabei und freue mich schon auf den nächsten Thriller von Camilla Läckberg. Eine absolute Leseempfehlung für alle Läckberg-Fans! Durchaus auch ein Buch um einer zu werden. Von mir 5 Sterne.

Bewertung vom 04.01.2018
Hangman. Das Spiel des Mörders
Cole, Daniel

Hangman. Das Spiel des Mörders


ausgezeichnet

Hangman – Das Spiel des Mörders, Thriller von Daniel Cole, 480 Seiten, erschienen im Ullstein Verlag.
Die Ragdoll-Morde sind geklärt und Emily Baxter ermittelt 18 Monate später wieder in einem Fall der deutliche Parallelen zum „Flickenpuppen-Fall aufweist, die Geschichte geht weiter.

Ein Toter wird in New York an der Brooklyn-Bridge hängend gefunden. In seine Brust wurde das Wort Köder eingeritzt. Als weitere ähnliche Morde geschehen, gibt es nur eine Erklärung der Täter kopiert den Londoner Ragdoll-Mörder. Als sich eine immer grausamer werdende Mordserie abzeichnet wird Chief Inspector Emily Baxter von CIA und FBI angefordert um in den Staaten den Killer zu jagen. Dabei gerät sie in höchste Gefahr. Kann sie den Killer schnappen?
Der Prolog beschreibt ein Verhör ca.fünf Wochen nach dem Handlungsbeginn. Vor dem
Epilog ist es daher sinnvoll, noch einmal die ersten Seiten zu lesen. Ich finde díese Einleitung unnötig, m.E. wäre das nicht notwendig gewesen, es hat mich nur verwirrt. Erst am Schluss hat sich mir der Sinn erschlossen. Das Werk umfasst 40 Kapitel, die mit Zahlen überschrieben sind, Ausnahme sind einige Kapitel mit Überschrift die auf das nachfolgende Geschehen Bezug nehmen und wichtige Vorkommnisse in der Vergangenheit erklären. Die Datums- und Uhrzeitangabe vor den Abschnitten, sind sehr hilfreich um sich zurechtzufinden. Der Thriller im auktorialem Stil, sehr lebendig und bildhaft erzählt, dies gelang dem Autor durch die spannenden Dialoge und Wortgefechte. Ich könnte mir das Buch sehr gut als Film vorstellen. Einige Szenen konnten mir ein Schmunzeln abringen, eine willkommene Abwechslung zur oft sehr grausamen Handlung. Der Spannungsbogen vom ersten Kapitel an ist stetig hoch, Cole schaffte es sogar, auf den letzten 100 Seiten die Spannung schier unerträglich werden zu lassen. Ich fühlte mich extrem gut unterhalten und schaffte es kaum, das Buch überhaupt aus der Hand zu legen. Die letzten 200 Seiten habe ich ohne Unterbrechung fertiggelesen. Die Charaktere waren alle gut beschrieben und glaubwürdig, ihr Handeln war jederzeit nachvollziehbar. Dem Geschehen konnte ich durchgehend folgen, der Plot ist logisch aufgebaut.
Meine Lieblingsfigur war natürlich D.C.I Emily Baxter, die sich im Vergleich zum ersten Teil sehr vorteilhaft verändert hat, trotz ihrer Launen liebenswert und menschlich, zusammen mit SA Damien Rouche ein tolles Ermittlerduo, dazu greift der Autor immer wieder auf ihr Privatleben zurück und versucht so, dem Leser die Charaktere näher zu bringen. Ich habe mich auch gefreut, dass auch Edmunds, wieder mit dabei war, er hat sich als tüchtiger Polizist und guter Freund erwiesen. Der Epilog und die darin enthaltene Wendung läßt auf einen dritten Teil hoffen. Mir persönlich hat dieser Band besser gefallen, als Ragdoll. Noch spannender, logischer und die Figuren sympathischer.
Ich bin schon gespannt ob es Daniel Cole schafft, dieses Niveau zu halten oder sogar noch ein bisschen „drauflegen“ kann. Um dem Plot folgen zu können, ist es nicht zwingend notwendig, Ragdoll gelesen zu haben, aber es erleichtert die Lektüre auf jeden Fall. Diesen Thriller kann ich uneingeschränkt empfehlen. Besonders geeignet für Leser die blutige Thriller mögen, dazu von mir 5 Sterne.

Bewertung vom 27.12.2017
Die Lichter von Paris
Brown, Eleanor

Die Lichter von Paris


gut

Die Lichter von Paris, Roman von Eleanor Brown, 387 Seiten, erschienen im Insel-Verlag.

Die Parallelen im Leben von Madeleine und ihrer Großmutter Margie.
Madeleine ist mit Phillip in einer lieblosen Ehe verbunden. Außerdem ist sie unglücklich, weil sie nie ihre Träume, Malerin zu werden, verwirklichen konnte. Ihre Eltern, speziell ihre Mutter wollten sie unbedingt mit Phillip verheiratet sehen, natürlich nur zu ihrem Besten. Eines Tages packt sie kurzentschlossen ihre Koffer und besucht ihre Mutter. In ihrem Elternhaus findet sie die Tagebücher ihrer Großmutter Margie. Es zeigt sich, dass die Oma in ähnlichen Familienverhältnissen gefangen war und ihren Mädchentraum nie verwirklichte. Diese Erkenntnis ändert Madeleines Leben von Grund auf.
Die Geschichte spielt in zwei Erzählsträngen gleichwohl in zwei Zeitebenen. Der Margie-Teil 1919 – 1924, sowie der Madeleine-Strang 1999. Die Kapitel sind nummeriert und mit dem Namen, der handelnden Frau beschrieben. Somit ist gewährleistet sich in der Geschichte zurechtzufinden. Madeleines Erzählung ist im personalen Stil aus ihrer Sicht verfasst, Eleanor Brown hat es geschafft , mit dem Stilmittel der wörtlichen Rede und in frischer lautmalerischer Sprache, die einzelnen Personen, sowie auch das Paris der Goldenen Zwanziger, vor meinem inneren Auge aufleben zu lassen. Das Buch lässt sich dadurch flüssig lesen. Der Wechsel zwischen beiden Erzählsträngen ist nicht schwer, sofort geht es im Plot weiter. Allerdings haben mich die historischen Anteile, also Margies Geschichte besser unterhalten. Margie ist meine Lieblingsfigur sie begleitet eine Verwandte nach Paris, die sie dort ohne Mittel, einfach sitzen lässt. Was aus Evelyn geworden ist, hätte mich brennend interessiert, da hätte ein Satz der Vollständigkeit halber genügt. In dieser Situation nimmt die romantische und eigenwillige Margie ihr Leben selbst in die Hand. Sie findet die Liebe und entdeckt ihre Kunst. Madeleine dagegen, die in der modernen Zeit lebt, lässt sich von ihrer Mutter und auch Phillip zu viel gefallen, ohne sich zu wehren. Ihr Wesen hat sich mir nicht erschlossen. Es dauert zu lange bis sie ihr Phlegma überwindet. Moderne junge Frauen bestimmen heutzutage ihren beruflichen, wie auch privaten Werdegang selbst. Diesen Teil der Geschichte finde ich etwas unglaubwürdig. Der Roman ist insgesamt etwas emotionslos. Ein eher ruhiges und unaufgeregtes Buch. Kann man lesen, muss man nicht. Empfehlen möchte ich das Buch, den Lesern die Romane mögen, die mehrere Generationen beschreiben. Von mir dafür 3 Sterne.

Bewertung vom 14.12.2017
Mordsmäuschenstill
Tielcke, Natalie

Mordsmäuschenstill


schlecht

Mordsmäuschenstill, Krimikomödie von Natalie Tielcke, ebook 220 Seiten, erschienen bei be-ebooks.
Vier Psycho-Patienten wollen den Mord an ihrer Therapeutin aufklären.
Die Psychologin Hanna wurde im eigenen Badezimmer, durch einen Hieb mit einem Golfschläger erschlagen. Am nächsten Morgen treffen vor ihrer Praxis verzweifelte Patienten aufeinander. Könnte einer von ihnen der Mörder sein? Einen Grund hätten alle vier. Es handelt sich um Patienten mit Schlafstörungen. Jenny, Nele, Finn und Sascha, da die Polizei auch im Dunkeln tappt, beschließen die vier, den Mörder auf eigene Faust zu finden. Gelingt es den therapiebedürftigen Menschen, der Polizei zuvorzukommen?
Die Geschichte wird aus der Sicht, abwechselnd von einem der agierenden Charaktere erzählt.
Es handelt sich bei diesem Roman eher um eine Komödie, denn um einen ernsthaften Kriminalfall, schon sehr bald konnte man erahnen, wer der Täter ist. Für meinen Geschmack war hier mehr klamaukiges Geschehen zugange, denn ernstzunehmende Ermittlungsarbeit. Alle Patienten hatten sehr „skurrile“ Störungen, die ich Ihnen einfach nicht abnehmen konnte. Am glaubwürdigsten fand ich Jenny, das Mäuschen mit ihrer „Ziegenstarre“. Selbst der zuständige Kommissar, Phil, war Patient bei Hanna und hätte in einem echten Fall wegen „Befangenheit“ niemals ermitteln dürfen. Als es dann zwischen Nele und Phil auch noch zu zwischenmenschlichen Verwicklungen kam, die derart lächerlich geschildert wurden, wollte ich das Buch am liebsten zur Seite legen. Das Opfer wird noch einen Monat an den medizinischen Geräten am Leben erhalten und kann deshalb die selbsternannten „Detektive“ bei ihren Machenschaften beobachten kann, auch das ist irreal.
Als Krimi für mich unglaubwürdig, als Komödie zu langweilig. Jede einzelne Person schien für mich unecht. Spannung war keine vorhanden. Jederzeit konnte ich die Lektüre aus der Hand legen und ein paar Tage später weiterlesen. Selbst die Ursache, die für die Tat ausschlaggebend war, ist m. M. nach „an den Haaren herbeigezogen“. Unter den Möchtegern-Ermittlern befand sich mindestens eine Person die mehr Grund zu diesem Verbrechen gehabt hätte. Ich fand die investierte Lesezeit „vergeudet“. Keine Leseempfehlung meinerseits und wegen des netten Covers 1 Stern von 5 möglichen.

Bewertung vom 08.12.2017
Fünf Zutaten für die Liebe / Pasta Mista Bd.1
Fülscher, Susanne

Fünf Zutaten für die Liebe / Pasta Mista Bd.1


ausgezeichnet

Pasta mIsta 1: Fünf Zutaten für die Liebe, Jugendroman von Susanne Fülscher, 320 Seiten erschienen im Carlsen Verlag.
Eine muntere Teenie- Komödie über die erste Liebe, Teenagerprobleme und Patchwork-Familien.
Liv Gretes Mutter hat Geburtstag, eigentlich sollte es ein gemütlicher Mutter/Tochter-Tag werden, doch der Tag der schon schlecht begann, endete in einer Katastrophe. Zuerst machte sich ihre Lieblingsfeindin in der Schule an ihren Schwarm Justus ran. Zuhause überraschte sie eine Hiobsbotschaft. Ihre Mutter hat sie wochenlang im Unklaren über einen neuen Lover gelassen, es scheint etwas sehr Ernstes zu sein. Er ist Italiener und zu allem Unglück bereits mit seinen Zwillingen Angelo und Sonia angereist. Sahneschnittchen Angelo, mit den Nugataugen gefällt Liv schon sehr gut, aber irgendwie geht schief was nur schiefgehen kann. Livs Freundinnen stehen ihr mit Rat und Tat zur Seite, ob er der Richtige für den ersten Kuss sein könnte?

Dieses Buch ist schon optisch ein Genuss, ein sehr fröhliches buntes Cover, die 23 Kapitel sind alle mit Speisen benannt, dazu kommen die netten kleinen Zeichnungen am Kapitelanfang. Die Sprache ist jugendlich witzig ansprechend frech, am besten fand ich die kursiv gedruckten flapsigen Gedanken der Protagonistin, das war urkomisch und ich musste des Öfteren schmunzeln. Ab und zu erscheinen auch italienische Wörter und Ausdrücke, die der „Urlaubsitalienerin“ in mir sehr viel Freude bereitet haben. Mit viel wörtlicher Rede und einer sehr bildhaften, beschreibenden Sprache ist es der Autorin gelungen, das Buch wie einen Film in meinem Kopf ablaufen zu lassen. Eine Verfilmung dazu könnte ich mir gut vorstellen. Jederzeit war es einfach dem Geschehen zu folgen, die handelnden Personen waren authentisch und sind mir sehr ans Herz gewachsen. Angelo und Roberto die beiden Männer der italienischen Familie sind tolle Typen, nett, geheimnisvoll und gutaussehend. Auch Sonia, die „Ballettratte“ fand ich sympathisch. Livs Freundinnen und auch Nick, den sie beim Kochkurs kennenlernt, konnte ich am Schluss nur schwer gehen lassen. Sie sind mir alle lieb geworden. Allein Livs Mutter blieb ein wenig blass. Immer wieder fühlte ich mich in meine Teenagerzeit versetzt. Eine nette Überraschung ist das Pasta-Rezept, das am Ende des Buches abgedruckt ist. Ich habe die Leseprobe für die Fortsetzung, die im Herbst 2018 erscheint schon gelesen und wenn mir der zweite Teil über den Weg läuft, wird er ganz sicher von mir gelesen. Ich habe mich mit diesem Roman zwei Nachmittage ausnehmend gut unterhalten, Spannung war vorhanden und so hat sich das Buch fast von selbst gelesen. Schöner Reihenauftakt.
Eine Leseempfehlung an Mädchen im Alter ab 12 Jahren, aber auch Ältere, sowie Erwachsene werden an diesem Buch Freude haben. Tolle, verdiente 5 Sterne.