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Ameland
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Kierspe

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Insgesamt 561 Bewertungen
Bewertung vom 07.01.2026
Pöppelmann, Christa

KUNTH Bonjour Bretagne


ausgezeichnet

Der erste gemeinsame Urlaub mit meinem jetzigen Ehemann ging vor vielen Jahre in die Bretagne und wir möchten gerne in absehbarer Zeit erneut dorthin. Bei der Entscheidung wohin die Reise gehen wird, sollte uns dieses Buch aus dem Kunth-Verlag helfen. Dabei hat es aber komplett versagt.

Nacheinander wurde ich in die vier Départements der Bretagne an sorgfältig ausgewählte Orte geführt. Hier lernte ich in kurzen Texten Land und Leute sowie typische kulinarische Köstlichkeiten kennen, erfuhr von den Bräuchen und der Geschichte, bekam Tipps zu Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten und vieles mehr. Ein Highlight sind die vielen farbenprächtigen Fotos, an denen ich mich nicht sattsehen konnte. Ich konnte mir fast jeden Ort aufgrund der Beschreibung und der dazugehörigen Fotos als Urlaubsziel vorstellen. Eigentlich kein Wunder, denn hier wurden Herzensorte beschrieben und davon gibt es anscheinend viele im Nord-Westen Frankreichs.

Dieser Bildband ist eine wunderbare Einstimmung auf einen Urlaub in der Bretagne. Bei der Entscheidung wohin es gehen soll, hat das Buch uns nicht geholfen, ganz im Gegenteil, die Auswahl fällt uns jetzt noch schwerer. Aber wir haben einen tollen Überblick über die Vielfalt und Schönheit dieses Landstrichs erhalten und vielleicht entdecken wir bei einem Besuch unseren ganz persönlichen Herzensort.

Bewertung vom 04.01.2026
Suchanek, Andreas

Der Tod wischt mit / Tilly Blich ermittelt Bd.2


sehr gut

In diesem zweiten Teil der Reihe mit Tilly Blich fürchtet Tilly um ihre Firma Plitz und Blank, denn der Steuerprüfer ist im Haus und sie befürchtet, eine heftige Nachzahlung leisten zu müssen. Da kommt ihr der neue Auftrag an der örtlichen Schule gerade recht. Doch wie soll es anders sein, Tilly stößt mit ihrem Wischmopp auf eine Leiche.

Ich kannte Tilly und ihr Team bereits aus dem ersten Band und habe mich schon auf das sympathische Trio gefreut. Tilly, Gerdy und Leon können es natürlich nicht lassen und versuchen, den Fall auf eigene Faust zu lösen. Natürlich gefällt das dem Kriminalhauptkommissar Stubs überhaupt nicht und zwischen ihm und dem Team Wischmopp kommt es zu einem Wettlauf.

Andreas Suchanek bedient in dieser Reihe viele Klischees und scheut auch vor total überzogenen Darstellungen nicht zurück, aber genau das ist wie das Salz in der Suppe und sorgt für Lacher von meiner Seite. Ich finde es herrlich wie z. B. der Steuerberater immer mehr in den täglichen Ablauf in der Firma eingebunden wird und sehr professionell den Telefondienst übernimmt. Darunter leidet aber keinesfalls die Spannung und ich konnte auch lange miträtseln. Seine Charaktere schildert der Autor so lebendig, dass ich ein ziemlich genaues Bild von ihnen habe. Mein absoluter Liebling ist aber der verfressene Bassetwelpe Muffin, der immer wieder für Trubel sorgt.

Mich hat auch Der Tod wischt mit sehr gut unterhalten und ich hätte gerne mehr davon.

Bewertung vom 03.01.2026
Lane, Soraya

Die verlassene Tochter / Die verlorenen Töchter Bd.6


sehr gut

Dies ist bereits der sechste Band aus der Saga Die verlorenen Töchter von Soraya Lane, die aber alle auch separat von einander gelesen werden können. Für mich war es das erste Buch aus der Reihe und von der Autorin.

Rose hat innerhalb kurzer Zeit sowohl ihre Großmutter als auch ihre Mutter verloren. Per Brief erfährt sie von einem Erbe in Argentinien. Auf Betreiben ihrer besten Freundin spürt sie dieser überraschenden Neuigkeit nach und erfährt Erstaunliches über ihre Wurzeln.

Ich mag Romane, die in unterschiedlichen Zeitebenen spielen und wo der historische Strang geschickt mit dem gegenwärtigen Strang verbunden wird. Wie fast immer hat mir auch bei diesem Buch die Vergangenheit um Valentina besser gefallen. Es hat mich mehr bewegt und war nicht so oberflächlich wie der aktuelle Teil. Mit Valentina konnte ich mitfühlen, mitleiden und habe ihre Zerrissenheit gespürt. Ihr Schicksal ist mir sehr nah gegangen.

Soraya Lane befleißigt sich eines flüssigen und sehr bildhaften Schreibstils. Ich war noch nie in Argentinien, hatte hier aber aufgrund der Beschreibungen Bilder von einer wunderschönen Landschaft vor meinem inneren Auge. Ich sah die Weite und die Pferdekoppeln und Valentina mit Felipe unter ihrem Baum liegen und habe Benjamin und Co. beim Polospiel rasant reiten sehen.

Mir hat diese emotionale Geschichte gut gefallen und ich werde bestimmt noch das eine oder andere Buch aus der Reihe nachholen.

Bewertung vom 31.12.2025
Zürcher, Dorothe

Venusmuscheln in Venedig


ausgezeichnet

Nach Bittermandeln aus Byzanz und Anisbrot in Antiochia ist Venusmuscheln in Venedig bereits der dritte und letzte Teil dieser Reihe und damit geht eine lange Reise zu Ende. Auch wenn es zu Beginn einen kurzen Überblich über das, was bisher geschah, gibt, empfehle ich mit Band 1 zu beginnen.

Ich lese sehr gerne historische Romane und solche mit starken Frauen. Hier wurde mir beides geboten. Alkmene ist ein toller Charakter. Ich habe ihren Mut, ihren Pragmatismus und ihre Findigkeit bewundert. Sie ergibt sich nicht einfach in ihr Schicksal und das meint es nicht immer gut mit ihr und wirft ihr oft genug Knüppel zwischen die Beine, sondern versucht immer die Lage zu verbessern. Dabei denkt sie auch an die Menschen, die ihr etwas bedeuten. Besonders ihre Kochkünste haben ihr öfters geholfen. Ihre Erfahrungen und ihre Intuition für Zusammenstellungen und Verbesserungen von Speisen waren ein Garant für ihr Überleben.

Auch Kreuzritter Diethelm fand ich gut dargestellt. Seine Entwicklung zu einem liebevollen Vater und einem Beschützer, der ihm anvertrauten bzw. vertrauenden Personen konnte mich überzeugen, genau wie weitere Figuren.

Dorothe Zürcher schreibt anschaulich und bildgewaltig. Oft genug hörte ich das Geschrei auf dem Schlachtfeld, das Klirren der Waffen, das Getrampel der Pferdehufe auf dem Boden, aber auch den Hunger, die Sorgen und die Angst der Menschen konnte ich spüren. Gefreut habe ich mich über die kleinen schönen Auszeiten, wenn Diethelm zum Beispiel seine Tochter Sophia im Arm hielt und bewunderte.

Die Landkarte, das Personenverzeichnis, die Worterklärungen und der Zeitstrahl am Ende sind eine super Ergänzung der Geschichte. Ein gut recherchierter und informativer historischer Roman, bei dem ich einen Blick auf die Kreuzzüge Ende des 12. Jahrhunderts aus der Sicht einer Frau werfen konnte.

Bewertung vom 23.12.2025
Haigh, Tara

Aufbruch ins Paradies


ausgezeichnet

Nach einem verheerenden Brand und der völligen Vernichtung der Möbelfabrik und sonstigem Hab und Gut, bleibt Gustav Berger, seinen drei Töchtern Hedwig, Clara und Anna sowie den zwei Schwiegersöhnen nur der Aufbruch in die ferne Kolonie Neuguinea. Mit der Prinz Heinrich verlassen sie die vertraute Heimat und starten voller Hoffnung in eine ungewisse Zukunft.

Ich lese sehr gerne historische Romane, nehmen sie mich doch mit in eine ganz andere Zeit und in diesem Fall sogar in ein mir unbekanntes Land. In der Regel kann ich dabei auch immer etwas lernen, so war es hier auch.

Erzählt wird die Geschichte aus der jeweiligen Perspektive einer der drei Töchter und handelt überwiegend von der Schiffsreise. Alle drei haben mit den Männern an ihrer Seite kein Glück. Lieblose Vernunftehe, Einsamkeit und Sehnsucht nach Liebe, Vertrauensbruch sind die Schlagworte in den Beziehungen.

Bei der Ankunft in der neuen Heimat scheinen alle Hoffnungen und Träume zu platzen. Die Enttäuschung bei den Mitgliedern der Familie Berger konnte ich richtig spüren und auch nachvollziehen. Falsche Versprechungen lockten sie in die Fremde. Werden sie hier ihr Auskommen finden und glücklich werden können? Das werden wir wohl frühestens in der Fortsetzung erfahren.

Ich fand die Familie Berger sehr mutig. Okay, eine wirkliche Perspektive in der Heimat gab es nicht. Um in ein anderes Land auszuwandern, bedarf es immer Mut, aber zu damaliger Zeit umso mehr. Heutzutage kann man sich auf allen möglichen Wegen Informationen über den Zielort verschaffen und auch die Reise an sich ist viel leichter zu bewältigen als im Jahr 1884. Damals war es wirklich ein Aufbruch ins Ungewisse.

Ich mag den Schreibstil von Tara Haigh sehr. Dieser und die vielen Perspektivwechsel sorgen dafür, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Besonders gut haben mir die Beschreibungen von Land und Leuten gefallen. Es war teilweise als wäre ich selbst auf dem Schiff. Ich fand es interessant und auch spannend die Familie nach Neuguinea zu begleiten.

Bewertung vom 22.12.2025
Wood, Dany R.

Nur Gundula gärtnerte giftiger


ausgezeichnet

Gundula und Alfred Böttinger sind Nachbarn, wie man sie höchstens seinem ärgsten Feind wünscht. Besonders Gundula verspritzt ihr Gift in alle Richtungen. Und so verwundert es nicht, dass so nach und nach nicht nur die Gattin, sondern alle Nachbarn auf Jupps Liste der Tatverdächtigen wandern nachdem Alfred tot im Wintergarten aufgefunden wurde. Aber wer hat nun den Käsekuchen vergiftet und was war das Motiv?

Auch in seinem neunten Fall hat Jupp alle Hände voll zu tun. Erst muss er die Kollegen überzeugen, dass es sich um Mord handelt, dann werden seine mutmaßlichen Täter wieder auf freien Fuß gesetzt und innerhalb der Familie Backes kommt es zu Zwistigkeiten. Tochter Eva entwickelt seltsame Anwandlungen, Oma Käthe kommt unerwartet von Sylt angerauscht und Inge hat ein Gardinentrauma.

Die Krimis von Dany R. Wood sind eine gelungene Mischung aus Krimi, Familien- und Dorfleben. Die Charaktere scheinen dem realen Leben entsprungen, auch wenn sie leicht überzogen sind. Bei dem einen oder anderen Protagonisten oder einer Begebenheit ploppen Erinnerungen an Geschehnisse im eigenen Umfeld auf.

Wie immer habe ich mich beim Lesen dieses amüsanten Krimis bestens unterhalten gefühlt. Hoffentlich kann ich noch oft mit der Familie Backes amüsante Zeit verbringen.

Bewertung vom 16.12.2025
Oppenlander, Annette

Heimat aus Eis und Asche


gut

Bewertet mit 3,5 Sternen

Annette Oppenlander verknüpft hier zwei Erzählstränge in unterschiedlichen Zeitzonen miteinander. Zum einen haben wir Ellie die sich zum Ende des 2. Weltkriegs mit ihrer dreijährigen Tochter auf der Flucht aus Ostpreußenbefindet und unterwegs unter dramatischen Umständen von ihrer Tochter getrennt wird. Zum anderen lernen wir Lena kennen, die mit Anfang fünfzig nach dem Tod ihrer Mutter von ihrer Adoption erfährt und mit der Suche nach ihren wahren Wurzeln beginnt..

Mich haben der historische Strang und das furchtbare Schicksal der Vertriebenen nicht nur gefesselt, sondern auch sehr mitgenommen und die unterschiedlichsten Emotionen bei mir ausgelöst. Einerseits sind da die Gräueltaten der russischen Soldaten, aber andererseits ist da der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft der Menschen untereinander, die Hoffnung geben.

Nicht ganz so glücklich war ich mit dem Gegenwartsstrang. Mit Lena wurde ich überhaupt nicht warm. Einige ihrer Reaktionen fand ich zudem unrealistisch. Für mein Empfinden hat die Autorin zu viel in diesen Teil der Geschichte untergebracht, der nicht notwendig war. Eine durchgedrehte Ex-Frau, einen fragwürdigen Halbbruder und einen plötzlich aus der Versenkung geholten Vater waren für nach meinem Empfinden für die Geschichte überflüssig.

Schade, dass die Geschichte nach sehr gutem und fesselndem Beginn zum Ende abgeflacht ist.

Bewertung vom 14.12.2025
Scheller, Anne

Wem gehört eigentlich der Weltraum?


ausgezeichnet

Dieses Sachbuch aus der Reihe „Große Themen, einfach erklärt“ finde ich super. Jeweils auf einer Doppelseite wird ein Teilbereich mit kurzen, aber leicht verständlichen Infos erklärt und mit dazu passenden Illustrationen untermalt.

So erfahren wir von Anne Scheller z. B. etwas über die unterschiedlichen Schichten der Atmosphäre, die Energie der Sonne, welche Chancen und Risiken die Forschungen im und zum Weltraum mit sich bringen, aber auch etwas zu dem vielen Müll, den wir Menschen bereits im Weltraum und sogar auf dem Mond schon zurückgelassen haben und vieles mehr. Ich kannte diese Reihe bisher nicht, bin aber so begeistert, dass auch weitere Bücher der Reihe bei uns einziehen werden.

Auch wenn das Buch kindgerecht gestaltet wurde und mit einfachen Worten diesem spannenden Thema zu Leibe rückt, so konnte ich auch als Erwachsene noch einiges dazulernen. Von mir gibt es fünf glänzende Sterne und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 07.12.2025
Sveistrup, Søren

Der Kuckucksjunge


ausgezeichnet

Der Prolog hat mich schon mitgenommen und Schauer über den Rücken laufen lassen. Der Ausflug mit Kindern aus einem Kinderheim, der voller Vorfreude begann endet in einer schrecklichen Katastrophe. Ich kann es nicht so gut ab, wenn Kindern etwas angetan wird und konnte mit den Kindern und Betreuern gut mitfühlen.

Nach dem Sprung in die Gegenwart bleibt bei mir ein gewisses Unbehagen. In der Luft schwebt ständig eine gewisse Bedrohung mit, die ich genau wie die Angst der Betroffenen fühlen kann. Ich stehe permanent unter Spannung und schaffe es kaum, das Buch aus der Hand zu legen. Mit den Ermittlern Neia Thulin und Mark Hess hetze ich durch Kopenhagen und Umgebung in der Hoffnung, das Opfer rechtzeitig befreien zu können. Bei jedem Gedankenblitz von ihnen hoffe ich auf den Durchbruch.

Beeinträchtigt wird die Ermittlungsarbeit nicht nur dadurch, dass der Täter keine Spuren hinterlässt, sondern auch von den privaten Problemen der Ermittler, die den Fokus zwischendurch verschieben. Ich mag es, wenn auch das Privatleben mit einbezogen wird, denn auch Kommissare sind nur Menschen.

Der Autor schafft es den früh aufgebauten Spannungsbogen bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Ständige Perspektivwechsel tragen auch dazu bei und lenken meine Vermutungen wiederholt in eine andere Richtung. Seine Charaktere fand ich sehr glaubwürdig in ihren Handlungen dargestellt.

Ein rasanter Thriller mit einer stets düsteren und bedrohlichen Atmosphäre, der mir sehr gut gefallen hat. Und ich möchte unbedingt mehr von Sören Sveistrup lesen.

Bewertung vom 04.12.2025
Siefert, Silke

Mister O'Lui feiert Weihnachten


ausgezeichnet

Der Biberbär Mister O’Lui bereitet sich auf Weihnachten vor. Sein kleiner Freund, das Streifenschweinchen Rupert ist ganz aufgeregt, denn es wird sein erstes Weihnachtsfest sein. Zusammen machen sie sich auf den Weg, die Freunde zum Weihnachtsessen einzuladen. Rupert fragt jeden was er sich denn zu Weihnachten wünscht.

Wir lieben diese Reihe mit Mister O’Lui, denn jedes Mal enthält die Geschichte eine schöne Botschaft und mir wird beim Lesen immer ganz warm ums Herz. So ist es auch bei diesem Weihnachtsbuch. Denn ganz am Ende merkt Rupert, dass anderen eine Freude zu machen das eigene Herz leicht werden lässt und einem selbst auch Freude bereitet.

Den Kindern ist noch aufgefallen, dass sich jeder nur ein Geschenk wünscht und dass dieses meist auch noch nützlich ist. Besonders gut angekommen ist dieses Mal das Rezept für die Zuckerstangen-Kekse, die unbedingt nachgebacken werden müssen.

Neueinsteiger in diese wunderschöne Reihe finden zu Beginn sowohl zu Mister O’Lui als auch zu Rupert einen kurzen Steckbrief, sogar mit Bild.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich vielen wunderschönen plakativen, oft sogar doppelseitigen Illustrationen. Sie werten die Geschichte zusätzlich auf.

Wir sind absolute Fans von Mister O’Lui und seinem Freund Rupert und hoffen auf weitere schöne Geschichten mit diesen liebenswerten Charakteren.