Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Leserin71
Wohnort: Böblingen
Über mich:


Bewertungen

Insgesamt 20 Bewertungen
12
Bewertung vom 16.05.2019
Sündenkammer, 1 MP3-CD
Shepherd, Catherine

Sündenkammer, 1 MP3-CD


ausgezeichnet

Kommissar Oliver Bergmann wird zu einem seltsamen Tatort gerufen. Mitten im Wald wurde eine verbrannte Frauenleiche gefunden. Alles spricht dafür, dass die Rothaarige auf einem Scheiterhaufen hingerichtet wurde. Auch ein zweiter Mord weist in diese Richtung. Aber wer und warum tut so etwas?
In der Vergangenheit hat es der Soldat der Stadtwache Bastian Mühlenberg mit toten Novizen aus einem Franziskaner-Kloster zu tun. Schnell wird klar, dass Gift im Spiel ist. Auch hier stellt sich die Frage nach Täter und Motiv.

Meine Meinung
Catherine Shepherd hat schon mehrere Zons-Thriller mit Oliver Bergmann und Bastian Mühlenberg geschrieben, für mich war es jedoch der erste. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich irgendetwas versäumt habe. Dieser Fall lässt sich sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen bzw. hören.
Als sehr passend fand ich die Stimme von Erich Wittenberg - bis auf die Anfangsszene. Insgesamt hat mir der Handlungsstrang im Mittelalter etwas besser gefallen als der in der Gegenwart. Das Buch lebt von den Cliffhangern zwischen den beiden Zeitebenen, die sehr deutlich gemacht werden.
Eine Verbindung zwischen den beiden Ebenen wird hergestellt, könnte aber noch vertiefter sein.
Insgesamt wurde ich hineingezogen in das mittelalterliche Leben in Zons und des Klosters, in obskure Praktiken in der Jetztzeit und tiefe Abgründe der menschlichen Seele.
Gerne gebe ich dafür 5 Sterne.

Bewertung vom 09.05.2019
Die Zeit der Entscheidung / Die Fotografin Bd.2
Durst-Benning, Petra

Die Zeit der Entscheidung / Die Fotografin Bd.2


ausgezeichnet

Petra Durst-Benning liebe ich als Autorin historischer Romane, kannte allerdings den ersten Teil: "Die Fotografin - Am Anfang des Weges" nicht. In "Die Zeit der Entscheidung" bin ich gut hineingekommen und hatte nicht das Gefühl, wesentliches verpasst zu haben.
Die Wanderfotografin Mimi Reventlow wohnt mittlerweile in Laichingen auf der schwäbischen Alb, weil sie sich um den an Schwindsucht leidenden Onkel Joseph kümmert. Aber nicht nur sie, sondern auch ihr geliebter Hannes/Johann ist doch in seinen Heimatort zurückgekehrt - aus welchen Gründen auch immer. Im Dorf hat sie es als Reingeschmeckte nicht immer einfach, wird aber von einigen um Rat gebeten. Gerade für die Jugendlichen hat sie ein offenes Ohr, was dem Webereibesitzer Gehringer gar nicht gefällt.

Meine Meinung:
Dieses Hör-Buch ist als Teil einer Reihe zu verstehen. Manche Handlungsstränge werden zu Ende erzählt, aber Mimis Leben geht ja noch ein bisschen weiter und man darf gespannt sein, was sie noch alles erlebt.
Mir machen die Bücher von Petra Durst-Benning mit den starken Frauen, die an Grenzen stoßen und sie überwinden, viel Mut. Wenn Eveline, die Webersfrau, sich in ihrem entbehrungsreichen und arbeitssamen Leben an Kleinigkeiten erfreuen kann und von innerer Freiheit spricht, dann spricht sie mir aus dem Herzen. Die Arbeiten auf dem Feld, am Webstuhl oder beim Sticken werden sehr realistisch geschildert.
Die Themen Arbeitsbedingungen und Globalisierung klingen auch in diesem Buch an, das noch vor dem 1. Weltkrieg spielt. Dieses Thema wird sicherlich auch in den Nachfolgebänden eine Rolle spielen ebenso wie die Schicksale der jungen Laichinger, die es in die Welt zieht. Alexander, der die Kunstschule in Stuttgart besuchen kann, Anton und auch Christel.
Svenja Pages hat mir dieses Hörbuch wunderschön vorgelesen und mir so manche Bügelstunde versüßt. Einziger Minuspunkt war, dass manche Perspektivwechsel sehr abrupt waren und in einem Printbuch durch Kapitel oder Absätze deutlich wird.

Jetzt warte ich sehnsüchtig auf Band 3. Gerne vergebe ich 5 von 5 Sternen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 31.03.2019
Lago Mortale
Conti, Giulia

Lago Mortale


ausgezeichnet

Simon Strasser hat sich am Lago d'Orta zur Ruhe gesetzt. Nach langen Jahren in Deutschland als Polizeireporter kann der Halbitaliener das Ermitteln nicht lassen, als er ein Boot führerlos auf dem See treiben sieht und dann einen Toten auf dem Schiff findet. Die Polizei geht von einem Unfall aus, aber Simon findet Hinweise in eine andere Richtung.

Meine Meinung:
Diese Kombination von Reise- und Landschaftsbeschreibung und Krimifall habe ich sehr gerne gehört. Die lokalen Besonderheiten des im Piemont gelegenen Sees westlich des Lago Maggiores wurden von Frank Stöckle auf sehr angenehme Weise vorgelesen. Simon Strassers Gedanken zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen deutscher und italienischer Mentalität sind von beobachtender Natur, ohne Wertung. Er ist mir ans Herz gewachsen.

Der Krimifall zieht sich anfangs ein bisschen dahin, was aber zur Hitze in dem Sommer passt. Simon führt viele Gespräche und kommt so auf Verbindungen bis hin zu den Partisanen des 2. Weltkriegs, die die Polizei noch gar nicht ahnt. Das Ermitteln auf eigene Faust wäre für ihn fast ins Auge gegangen. Die Spannung im letzten Abschnitt war fast nicht zu überbieten.

Ich würde gerne mehr von Simon Strasser hören!

Bewertung vom 13.03.2019
Grado im Sturm
Nagele, Andrea

Grado im Sturm


ausgezeichnet

Die Grado-Thriller sind Andrea Nagele sind für mich ein Muss.
Worum geht es in dem neuesten?
Der Jugendliche Emmanuele hört in einem Supermarkt einen Streit, bei dem ein Mord angekündigt wird. Zwar zeigt er den Vorfall bei der Polizei an, wird aber bald darauf von seiner Mutter vermisst.
Commissaria Maddalena Degrassi geht mit ihrem Team den Spuren nach, findet sich aber bald in einem ganz anderen Fall wieder...

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich innerhalb kürzester Zeit gelesen. Das Ende war so mitreißend wegen des Sturms, da ich unbedingt wissen wollte, welche der vielen Personen mit heiler Haut davon gekommen ist.
Aus den Perspektiven vieler setzt Andrea Nagele ein großes Ganzes zusammen, das sich der Leser im Laufe der Seiten selbst erlesen darf. Es ist immer wieder überraschend, wer mit wem in welcher Verbindung steht. Mir gefällt die Art der Erzählung, die mich direkt in die Personen hineinversetzen und mitfühlen lässt und auch die Hintergründe des Handelns erklärt. Hier werden tiefgehende Themen angesprochen, die ich aber hier nicht verraten will.
Sehr gerne vergebe ich 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung!

Bewertung vom 11.02.2019
Über die Berge und über das Meer
Reinhardt, Dirk

Über die Berge und über das Meer


ausgezeichnet

Über Flüchtlinge in Deutschland wird viel gesprochen. Dirk Reinhardt hat mit vielen jugendlichen Flüchtlingen Interviews über die Gründe ihrer Reise und die Reise selbst geführt und diese in einem Roman verarbeitet. Da ich schon andere Bücher des Autors mit großer Begeisterung gelesen habe, freute ich mich auf das neue und wurde nicht enttäuscht.

Das Buch nicht nur für Jugendliche ab 13 "Über die Berge und über das Meer" erzählt abwechselnd von Soraya und Tarek, die in Afghanistan aufwachsen. Soraya lebt als Samir in einem Dorf, da ihre Mutter nur Töchter bekam. Jedes Jahr traf sie bisher Tarek, einen Kuchi-Jungen, der mit seiner Herde in die Gegend kam. Nur dieses Jahr ist alles anders. Unabhängig voneinander bekommen sie Probleme mit den Taliban, so dass ihre Eltern sie unabhängig voneinander weg schicken: Soraya in die Türkei, Tarek nach Deutschland.

Eindrucksvoll schildert Dirk Reinhardt die Gegebenheiten und Gepflogenheiten in dem südasiatischen Land. Die Sprache ist so ausdrucksstark, dass ich die Landschaft und die Leute vor Augen waren. Ich litt mit, als die beiden ihre Familien verlassen mussten, als sie über die Berge gingen, sich wieder trennen mussten und weiteren Gefahren ausgesetzt waren. Das Buch habe ich fast in einem Sitz verschlungen!

Besonders haben mir die Geschichten gefallen, die der Geschichtenerzähler und auch Tarek erzählen. Die Legende des Vogel Simurgh zieht sich durch das ganze Buch und erklärt so auch die Feder auf dem Cover.

Mir hat das Buch klar vor Augen geführt, warum Menschen ihre geliebte Umgebung und ihre Angehörigen verlassen, um ein (besseres) Leben zu haben, und welchen Gefahren sie sich dabei aussetzen. Ich habe jetzt auch ein besseres Verständnis für die Mentalität der Afghanen und anderen Flüchtlingen, die sich so schwer tun mit Lesen lernen. Das Buch reißt viele Themen der Flüchtlingsthematik an und gibt dafür wertfreie Erklärungen und sollte daher von vielen Menschen gelesen werden.

Hilfreich finde ich die Landkarten in den beiden Buchdeckeln, das Glossar und die Erklärungen des Autors zu den politischen Hintergründen in Afghanistan.

Für Lehrerinnen und Lehrer gibt es auf der Webseite des Gerstenberg-Verlags ausführliches Material für eine Literaturarbeit.

Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und mindestens 5 von 5 Sternen!

Bewertung vom 04.01.2019
Treibts zua!
Brandstätter, Lisa; Wenger, Clemens

Treibts zua!


sehr gut

Lilly Engel und Sigmund Huber arbeiten auf zwei verschiedenen Seiten der Grenze und eigentlich besser nicht zusammen. Eine Mordserie in der Grenzregion Berchtesgaden/Salzburg hält allerdings die Polizei hüben und drüben auf Trab und die beiden müssen sich wohl oder übel zusammenraufen, um den nächsten Mord zu verhindern. Scheinbar haben die Toten nichts gemeinsam, außer den Medallions mit kryptischen Zeichen, die bei ihnen gefunden werden. Viel Zeit für persönliche Animositäten bleibt nicht...

Meine Meinung
Gerne habe ich diesen Mordfall verfolgt. Das Autorenduo unter Pseudonym hat einen Krimi kreiert, in dem Brauchtum und Alltagsprobleme einen Platz finden. Das Haberfeldtreiben als mittelalterliches Rügegericht findet in Bayern glücklicherweise nur noch selten statt. Die Verknüpfung mit den Sagen und anderen historischen Ereignissen fand ich sehr gut gelungen.
Die Wortgefechte von Lilly und Sigmund, die aus ihren unterschiedliche Lebenssituationen entstehen, finde ich manchmal ein bisschen des guten zuviel.
Auch wenn ich den Täter schon vorher entlarvt hatte, hat mich die Auflösung überzeugt und erst so richtig die Tiefe des Krimis gezeigt.

Bewertung vom 20.11.2018
Ein Kätzchen sorgt für Wirbel
Binder, Sandra

Ein Kätzchen sorgt für Wirbel


ausgezeichnet

Ich habe das Buch zusammen mit meinem Sohn, 7 Jahre, gelesen.
Er genießt es, wenn er nicht so viele Sätze lesen muss. Durch das Mitlesekonzept (einzelne Sätze sind in sehr großen Buchstaben gedruckt) können auch schon Erstleser mitlesen, ohne überfordert zu sein. Der restliche Text ist etwas kleiner geschrieben, aber auch in Fibelschrift und somit gut lesbar für die ein bisschen weiter fortgeschrittenen Leseneulinge.

Zum Inhalt:
Während eines Gottesdienstes werden in der Kirche kleine Kätzchen entdeckt. Vier Kinder kümmern sich sehr rührend um sie. Doch dann verschwindet eine...

Unsere Meinung
Die Geschichte kam bei uns sehr gut an. Da unsere alten Katzen vor kurzem eingeschläfert werden mussten und der Wunsch nach einem neuen Haustier da ist, fieberte mein Sohn richtig mit. Noch bevor das Buch zu Ende gelesen war, hatten wir zwei kleine Kätzchen.
Toll fand ich, dass sehr viel Wissenswertes zum Thema Katzenleben und -aufzucht im Buch behandelt wurde. Auch der Besuch beim Tierarzt ist selbstverständlich.
Ein weiteres großes Plus ist der christliche Bezug dadurch, dass sich die Geschichte in einer Kirche abspielt. Am Ende des Buches gibt es ein kleines Glossar mit wichtigen Begriffen rund um die Kirche.

Unbedingte Leseempfehlung mit 5 von 5 Katzenpfötchen!

Bewertung vom 12.04.2018
Muscheln, Mord und Meeresrauschen / Ostfriesen-Krimi Bd.5
Franke, Christiane; Kuhnert, Cornelia

Muscheln, Mord und Meeresrauschen / Ostfriesen-Krimi Bd.5


ausgezeichnet

Im 5. Band um das Ermittlertrio Rudi, Rosa und Henner - Polizist, Lehrerin und Postbote, geht es spektakulär zu. Ein polnischer Bauarbeiter kommt bei einem Brandanschlag ums Leben. Lange rätseln die drei und mit ihnen fast der ganze Ort, bis ein Mord geschieht. Die Lage wird immer verworrener, viele haben ein Motiv....

Meine Meinung:
Die Krimis von Christiane Franke und Cornelia Kuhnert sind Regionalkrimis vom feinsten. Regionaltypische Elemente, sympatische Ermittler, eine Prise Humor und einige Überraschungen werden dem Leser geboten.
Ich mag auch den Schreibstil. Die ernsten Szenen haben ihre eigene Stimmung, aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Die Weiterentwicklung der Charaktere gefällt mir, auch das weitgehend harmonische Miteinander. Mit Maya betritt eine neue Figur die Bühne, die neuen Schwung in die Männerwelt bringt.
Sehr gerne vergebe ich für diesen gelungenen Regionalkrimi 5 Sterne und freue mich auf eine Fortsetzung.

Bewertung vom 18.03.2018
Mehr als nur ein Traum
Büchle, Elisabeth

Mehr als nur ein Traum


ausgezeichnet

Elisabeth Büchle hat es geschafft: "Mehr als nur ein Traum" hat mir schlaflose Nächte beschert, weil ich einfach nicht mehr aufhören konnte zu lesen.
Zum Inhalt:
1963: Als Felicitas eine Erbschaft in Mississippi angetragen wird, ist sie nach einigen Überlegungen zu einem Neuanfang in den USA bereit. Sie hatte als Jüdin sich vor den Nazis verstecken müssen und hat kaum Bindungen im engen, kalten Deutschland.
Zunächst scheint alles gut zu laufen, doch bald findet sie sich wieder zwischen Schwarzen und KuKluksKlan. Doch sie ist nicht alleine. Aber welche Rolle spielen die Deptuties Landon und John?

Meine Meinung:
Schon das Cover des Hardcoverbuches ist ein echter Hingucker. Die Magnolien blühen im Frühling in den Südstaaten prächtig, die Erde, die alles rot färbt, ein alter Lastwagen und im Hintergrund die üppige Vegetation mit Kudzu und Spanischem Moos - sofort bin ich mitten drin. Die Beschreibungen der Landschaft und Tierwelt im Buch ist so genau, dass ich meinte, das Wasser fließen zu hören, Gerüche aufnehmen zu können und die Schwüle zu spüren. Mit den Südstaaten verbindet man große Gefühle, schöne Häuser, Romantik.
Probleme wie die Unruhen in der Bevölkerung und der Kampf um Gleichberechtigung zwischen Schwarz und Weiß, z. B. mit Martin Luther King kommen einem erst später in den Sinn.
Dass im Amerika der 1960er Jahre Menschen erschossen worden sind und Häuser gebrannt haben, weil sie sich für Rechte der Schwarzen einsetzten, vergisst man gerne. Dabei ist das alles noch nicht so lange her und wirkliche Gleichberechtigung herrscht immer noch nicht, in USA wie auch in Deutschland.

Die Handlung spielt an verschiedenen Orten parallel. Deutschland, USA und später auch in Vietnam. Nach und nach erfährt man, wie alles zusammenhängt. Mich hat die Geschichte sehr fasziniert, ich wollte unbedingt wissen, wie es Felicitas in der fremden Umgebung geht und wie sie mit ihrer aufrechten Haltung der Diskriminierung der Afro-Amerikaner durch die Weißen begegnet. Sie hat ein großes Herz und versucht allen zu helfen. Dabei begibt sie sich auch in Gefahr. Während Felicitas für mich ganz eindeutig zu den Guten zählt, bin ich mir bei den anderen nicht sicher gewesen. Das war für mich eine Frage, die ich unbedingt klären wollte. Natürlich geht es in diesem Buch auch um Liebe, Mut und Gottvertrauen.

Auf jeden Fall hat Elisabeth Büchle ein wunderbares Buch mit viel Spannung, Liebe und Überraschungen geschrieben und ich vergebe gerne 5 Sterne.

Bewertung vom 27.11.2017
Schwarzbubenland
Gasser, Christof

Schwarzbubenland


ausgezeichnet

Die Journalistin Cora Johannis wird beauftragt, eine Vermisste und mittlerweile für tot Erklärte ausfindig zu machen, da ihrem Mann eine Medallion geschickt wurde, das ihr gehörte. Cora setzt sich mit allen Mitteln für die Aufklärung ein. Als noch zwei weitere Morde geschehen, gerät auch sie selbst in die Schusslinie...

Meine Meinung:
Der Prolog hat meine Neugier geweckt. Die eigentliche Handlung beginnt nur etwas langsamer. Christof Gasser gelingt es, immer wieder noch einen drauf zu setzen. Das Ende war überzeugend, aber nicht nur das.

Auch die Charaktere haben mir sehr gut gefallen, allen voran Cora Johannis. Sie ist eine Frau mit zwei fast erwachsenen Kindern, die ihren Lebensunterhalt erkämpfen muss. In den Konflikten, die sie v. a. mit ihrer pubertierenden Tochter austragen muss, zeigt sie eine große Tiefe und Selbstreflexion. Die Polizeibeamten, die auch in anderen Krimis des Autors im Focus stehen, treten hier in der Nebenrolle auf.

Das Schwarzbubenland liegt im Schweizerischen Kanton Solothurn und war mir bis dato unbekannt. Der Autor beschreibt sehr schön die Landschaft des Jura und die Eigenheiten der dörflichen Bevölkerung. Natürlich richtet sich die Schreibweise nach den schweizerischen Regeln der Rechtschreibung, Helvetismen eingeschlossen. Dass der Krimi auch mit heiteren Passagen aufwartet, habe ich als zusätzliches Plus verbucht.

Mein Fazit:
Toll gestrickter Krimi, sympatische Ermittlerin, großes Kopfkino - 5 Sterne.

12