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Insgesamt 1728 Bewertungen
Bewertung vom 10.01.2026
Johann, Petra

Wem du traust (MP3-Download)


gut

Etwas überfrachtet und zäh

Sofia, die Tochter von Evas bester Freundin Susanne, springt immer wieder als Babysitter für den kleinen Linus ein. Eines Nachts bringt Daniel sie nach Hause, doch am nächsten Tag ruft Susanne aufgelöst an und fragt, wo Sofia ist. Trotz intensiver Suche bleibt Sofia verschwunden. Nach und nach gerät Eva ins Zweifeln. Was hat Daniel mit Sofias Verschwinden zu tun?

Die Kurzfassung des Inhalts erinnerte mich sofort stark an Happy New Year von Malin Stehn. Dennoch wollte ich mich überzeugen lassen, dass der Plot hier besser umgesetzt wurde. Da mir sämtliche Figuren nicht sonderlich sympathisch waren, blieb mein Abstand emotional leider sehr groß. Selbst Eva, die in einer Perspektive als Erzählerin auftritt und die Geschehnisse im Präsens erzählt, wodurch man als Hörer oder Leser eigentlich besonders stark mit einbezogen werden soll, gewinnt mich nicht komplett für sich. Das ist krass, denn so kann ich nur bedingt mit ihr fühlen. Ob das an der Sprecherin Sarah Dorsel liegt, kann ich nicht beurteilen. Deren Stimme mag ich eigentlich echt gern und ich habe auch nichts an der Art, wie sie die Story einliest, auszusetzen. Am meisten verbunden fühlte ich mich tatsächlich mit der Ermittlerin!

Die verschiedenen Perspektiven beleuchten das Verschwinden von Sofia von unterschiedlichen Seiten. Das versorgt Leser und Hörer mit einem Gesamtpaket von Informationen. Solange aber bei mir keine Emotionen geweckt werden, fühle ich mich nicht so sehr gut unterhalten. Die Entwicklung der Story tritt stellenweise arg auf dem Fleck, geht teilweise nur zäh voran. Über Sofia und ihr Sozialleben erfährt man nach und nach mehr und dieses Wissen macht ihre Mitmenschen arg unsympathisch. Man sieht also, viele mögliche Sympathien kann man auch hier nicht verteilen. Da hat man ganz oft das Gefühl, dass alle nur aneinander vorbei leben, nur an sich selbst denken und auf eigene Vorteile bedacht sind. Egal, was das andere kostet. Lügen, Intrigen, Geheimnisse, davon gibt es viele. So viele, dass es inflationär ist und ins Negative kippt. Diesen Effekt haben auch die erstaunlich vielen Themen, die angeschnitten werden.

Im letzten Viertel gibt es passend dazu enorm viele Wendungen, die für meinen Geschmack zu reißerisch und krass sind. Das macht die Story zu allem auch noch unglaubwürdig und realitätsfern. Ich erwarte von einem Thriller nicht, dass alles absolut realitätsnah ist, aber etwas als hier mehr darf es schon sein. Das Ende ist wirklich mal etwas anderes und für mich fast schon komisch im Sinne von humorvoll. Für zwischendurch oder nebenher ganz nett, aber nichts, das lang im Gedächtnis bleibt und beeindruckt. Daher von mir nur drei Sterne.

Bewertung vom 06.01.2026
Oliver, Jamie

5 Zutaten mediterran


sehr gut

Rezepte im Jamie-Oliver-Style

Jedes Jahr ein Buch mit Rezepten von Jamie Oliver, und jedes Buch ist immer wieder genial! Es ist herrlich mitanzusehen, wie dieser sympathische Koch das Kochen liebt und dem Leser ans Herz legen möchte. Dabei gibt es immer Informationen über gesunde Ernährung und praktische Küchentipps.

Nach der Einführung geht es mit den Kapiteln Salate; Suppen & Sandwiches; Pasta; Gemüse; Gebackenes & Gefülltes; Seafood; Fisch; Hähnchen & Ente; Fleisch; Süße Sachen zu den Rezepten. Abgeschlossen wird das Buch dann noch mit Praktische Küchentipps; Ernährung; Register.

Der Aufbau ist übersichtlich und klar. Die linke Buchseite ist für Titel, kurze Beschreibung, Zutatenliste, Zeitbedarf und Zubereitung sowie die Angaben zu den Nährwerten reserviert. Die rechte Buchseite besteht aus einem großen, ansprechenden Foto des fertigen Gerichts sowie fünf kleine Fotos, die die fünf Zutaten zeigen. Die Kennzeichnung, welche Gerichte vegetarisch sind, findet sich ausschließlich im Rezeptregister am Ende des Buches.

Wer ganz pingelig ist, wird kritisieren, dass zu den fünf aufgezählten Zutaten natürlich noch die eingangs von Jamie Oliver vorausgesetzten Produkte Oliven-Öl zum Garen, natives Olivenöl, Rotweinessig, Meersalz schwarzer Pfeffer kommen. Schon allein deshalb ist es ratsam, das Rezept vor dem Starten aufmerksam durchzulesen und diese Zutaten ebenfalls greifbar bereitzustellen. Mit Wasser und Kräutern macht man auch nichts falsch. Bei einigen Gerichten wird ein klein wenig getrickst, indem die Beilage nicht als Zutat gezählt wird. Ich persönlich mogle auch gern ein wenig mit zusätzlichen Kräutern oder hier und da etwas Knoblauch.

Die verwendeten Zutaten sind zum Teil etwas weniger klassisch. Gerade bei den Käsesorten sollte man eine gut sortierte Käsetheke erreichbar haben. Die Rezepte sind recht komplikationslos und ohne großen Zeitaufwand zu schaffen. Auch weniger geübte Kochfans kommen damit klar. Dennoch empfinde ich die Rezepte, so lecker und schnell sie sind, als eher weniger alltagstauglich. Dazu sind die Zutaten doch zu besonders. Zumindest ich koche nicht im Alltag Seafood, Lamm oder frischen Thunfisch. Doch für Highlights eignen sie sich ideal. Auch als Geschenk für Jamie-Oliver-Fans und Kochbegeisterte ist das Buch klasse. Ich gebe vier Sterne.

Bewertung vom 06.01.2026
Özcan, Saliha

Sallys Lieblingsrezepte - ganz easy backen


sehr gut

Sehr gut bebildert und erklärt!

Man muss Sally einfach mögen, denn sie ist unbeschreiblich sympathisch. Klar, dass sie wie ich aus dem Badischen kommt und ihr Sallycon Valley knappe 30km von mir weg ist, das bringt noch Zusatzpunkte. Aber ihre Rezepte überzeugen auch einfach!

In diesem Buch findet man optisch und geschmacklich überzeugende Backwerke. Sie sind nicht ganz so kompliziert, wie sie auf den ersten Blick wirken, aber ganz klar, schnell mal nebenher gemacht sind sie dann doch nicht. Das hat aber auch niemand behauptet! Wer gerne backt und schlemmt, der wird hier schon beim Lesen kulinarische Paradiese erobern!

Schon der Aufbau des Buches ist klasse! Am Anfang steht das Inhaltsverzeichnis, komplett schnörkellos, nach den kürzeren Kapitel zu Lebende bis Backformen unterteilt in die Rubriken Einfache Kuchen; Lieblingstorten; Süßes zum Teilen; Blechkuchen; Herzhaftes. Ganz genial finde ich, dass dieser Inhalt noch einmal in Bildern vorgestellt wird, bevor es wirklich losgeht. Da ich Rezepte ohne Fotos nicht mag, begeistert mich ein Bildverzeichnis natürlich extrem!

Ein wenig Werbung für den Shop, also Eigenwerbung, bekommt man hier auch. Doch dies und selbst die Fotos von Saliha, die im ganzen Buch auftauchen, wirken nicht negativ. Zumindest für mich kommt das Gefühl auf, von einer Freundin begleitet zu werden. Der informative Theorieteil ist nicht zu lang, bietet aber eine tolle Zusammenfassung wichtiger Punkte, auch für geübte Backfans.

Für jedes Rezept ist viel Platz eingeräumt worden, nämlich vier ganze Seiten! Ein großes ganzseitiges Foto, ein Text rund um das Gebäck plus Informationen zu Zeitbedarf, Backzeit, Backofeneinstellung, Backform bzw. Zubehör und Haltbarkeit, eine ganze Seite für die Zutatenlisten, das Rührelement, die Zubereitungsschritte und Tipps & Tricks und auf der vierten Seite dann Fotos zu den Arbeitsschritten, sodass diese auch optisch das Verstehen unterstützen. Ganz klar, diese opulente Art, die Rezepte zu präsentieren, macht das Buch dicker und teurer, doch ich feiere es total.

Die Zutaten sind mehr oder weniger unspektakulär. Etwas ausgefallener ist die Traubenmelasse, die es dann doch nicht überall gibt und noch dazu recht teuer ist. Sumak bekommt man meiner Erfahrung nach leichter, zudem ist es auch vielseitiger einsetzbar in der Küche. Tonkabohnen gehören für mich inzwischen zum Standard. Sie sind ebenfalls gut im Handel zu finden, preislich jedoch wie gute Vanilleschoten etwas höher angesiedelt. Anstelle von Gelatine wird hier immer Agar-Agar verwendet.

Die Anweisungen sind gut verständlich beschrieben und je länger man dieses Buch in Gebrauch hat, desto klarer wird, dass man kaum eins der Rezepte nicht nachmachen möchte! Auch nicht so geübte Backfans können die Rezepte gut nacharbeiten. Wie bei allen Backbüchern musste ich auch hier bei einigen Rezepten die Temperatur und die Backzeit ein wenig an meinen Backofen anpassen. Doch diese Schwierigkeit ist, wie gesagt, bei allen Büchern. Daher gebe ich insgesamt vier Sterne.

Bewertung vom 05.01.2026
Lonely Planet

LONELY PLANET Bildband Bücherschätze


ausgezeichnet

Hier gerät man automatisch ins Schwärmen

Wie könnte man dieses Buch nicht lieben? Es zeigt die ungewöhnlichsten Bücherorte, die man als Bibliotheken bezeichnen kann. Mir fällt es schwer, meinen liebsten Ort davon zu nennen, denn auf jeder neuen Seite denke ich, das ist er! Nur, um auf der nächsten Seite wieder zu finden, dass dies nun alles übertrifft!

Bezaubert hat mich aber schon die zweite Bücherei im Buch, das Traveler Restaurant in Connecticut, USA. Jeder Gast darf drei Bücher kostenlos mitnehmen! Wenn das nicht genial ist! Und noch dazu befindet sich im Untergeschoss noch zusätzlich ein Antiquariat.

Die Motivationen für die unterschiedlichen Arten von Bücherorten sind bunt und vielfältig. Es geht nicht nur um den Durchschnittsleser, sondern auch Kids, politische Demonstrationen, Obdachlose. Auch unveröffentlichte Manuskripte sind in einer Bibliothek zu finden. Esel, Pferde und Kamele befördern Bücher als mobile Bibliotheken. Und selbst die Maya und Azteken hatten Bibliotheken. Bücher verbinden einfach alle und alles und bewirken mehr, als man sich vorstellen kann.

Die Fotos sind geradezu verführerisch! Man möchte sofort losfahren und die Orte besuchen. Dazu die Texte, die mit so viel Liebe geschrieben sind und zeigen, dass sich mit den Büchereien wirklich auseinander gesetzt wurde. Man lernt enorm viel dazu.

Eine Bücherei muss nicht riesengroß sein, um glücklich zu machen. Von winzig bis unbeschreiblich groß findet sich hier alles. Ein Bücherschatz schöner als der andere! Fünf Sterne von mir!

Bewertung vom 04.01.2026
Kuschik, Karin

50 Fragen, die das Leben leichter machen (MP3-Download)


ausgezeichnet

So bereichernd!

Dieses Hörbuch ist definitiv lebensverändernd! Ich kann mir im Leben nicht die Fragen merken, aber im Grunde ist das fast nicht nötig, denn wenn man sie alle mal gehört oder gelesen hat und die Erklärungen und Geschichten dazu, erkennt man das Prinzip und schon allein das macht tatsächlich das Leben leichter. Dabei habe ich mich sehr spät dafür entschieden, dem Buch eine Chance zu geben. Ich dachte echt, och nö, was soll das schon werden? Tja, falsche Frage. Lesen! Hören! Und nicht nur ein einziges Mal! Es wird hier definitiv mehr als eine Frage geben, die einiges in einem selbst auslöst oder verschiebt. Vielleicht nicht jede der Fragen, aber erstaunlich viele.

Sicher gibt es viele solcher Ratgeber mit Unterhaltungsfaktor. Gar keine Frage! Da dies das erste für mich zum Thema ist und ich daher unbelastet an die Sache herangehe, finde ich es wirklich genial. Das ist wohl nicht viel anders, als mit Koch- und Backbüchern. Je mehr man davon hat, desto öfter wiederholen sich die Rezepte. Das macht die Rezepte jedoch nicht schlechter!

Für mich bleibt die Quintessenz daher, dass dieses Buch besonders als Hörbuch gute Laune, Mut und Spaß macht, positiv stimmt, zum Nachdenken anregt und bei mir bewirkt, dass ich mir immer erst mal selbst eine der Fragen stelle, bevor ich zu impulsiv reagiere. Hin und wieder stelle ich die Fragen sinnvoller Weise meinem Gegenüber. Danach kann ich noch immer in alte Gewohnheiten verfallen, wenn ich meine, das muss sein. Und ich habe gelernt, selbst Fragen zu bilden. Das finde ich noch viel interessanter.

Karin Kuschik kann prima schreiben und genauso gut einlesen. Ich mag ihre Art, ich mag das Buch, ich mag ihre Stimme. Darum gebe ich hier die vollen fünf Sterne.

Bewertung vom 31.12.2025
Nadolny, Sten

Herbstgeschichte (MP3-Download)


ausgezeichnet

Eine Zugreise und ihre Folgen

Der Schriftsteller Michael und sein Freund, der Schauspieler Bruno, teilen auf einer Bahnreise bis Venedig ein Abteil mit der jungen Kunststudentin Marietta. Sie scheint vor etwas oder jemandem zu fliehen und verschwindet nach einigen Tagen spurlos. Nach vielen Jahren taucht sie bei einer Lesung von Michael auf. Sie sitzt im Rollstuhl und Michael spürt, er will und muss sich um die traumatisierte Frau kümmern.

Diese Story ist herrlich verschachtelt und wenn man nicht gut aufpasst, kann man sich ein wenig verlaufen. Dennoch ist das Hören und sicher auch Lesen ein echter Genuss. Ein paar spitze Bemerkungen zum Zeitgeschehen, zur Politik, zum Lifestyle mögen etwas unpassend wirken, runden die Story dennoch gar nicht mal so übel ab. Zu den beiden Freunden gesellt sich ein Schulfreund, Titus, der in seiner Funktion als Drehbuchautor die Fäden der Story für den Leser und Hörer quasi zusammenknüpft.

Alles startet kurz vor dem Jahrtausendwechsel und zieht sich bis in die Gegenwart, ins Jahr 2024. Das gibt dem Autor natürlich sehr viel Spielraum für die Darstellung von all den Veränderungen, die in fast 30 Jahren doch bei jedem stattfinden, ob man das nun möchte oder nicht. Dazu nutzt er prägende, zumeist politische, Ereignisse und auch Filme. Eine gelungene und auch fordernde Strategie.

Obwohl sehr viel Humor in dieser Geschichte steckt, auch ganz viel Gefühl, Liebe, ist auch Schmerz, Melancholie, Fassungslosigkeit zu finden. Somit spiegelt sie erschreckend gut das wahre Leben wider. Noch dazu ist alles so herrlich undramatisch erzählt, dass die eigentliche Wirkung, der Effekt der harten Realität, mit Verspätung einsetzt und so noch heftiger einschlägt.

Die Wendungen machen nicht immer glücklich, doch genau so ist ja auch das Leben. Die Story ist nicht locker-flockig-leicht, aber bereichernd. Daher finde ich auch die Stellen, die weniger angenehm sind, genau richtig. Eine tolle Lektüre, besonders als Hörbuch, von Peter Kaempfe genial eingelesen. Fünf Sterne!

Bewertung vom 28.12.2025
Buck, Ines

Tannengrab (MP3-Download)


ausgezeichnet

Rundum gelungen!

Die Kinder vom Waldkindergarten finden hin und wieder Tierknochen. Doch Karla Sommerfeld erkennt, dass die kleine Mathilda mit einem menschlichen Schlüsselbeinknochen spielt! Karla ahnt, zu wem dieser Knochen gehört. Und als sie im doppelten Sinne nachgräbt, kommt so einiges zutage.

Ines Buck hat hier keinen verschachtelten, hochtrabenden Thriller geschrieben, dafür aber einen gut durchdachten, geradlinigen und dadurch flott zu lesenden, soliden Krimi, der kurzweilig und spannend ist, ohne sensationslüstern zu sein. Das gefällt mir sehr gut. Die Figuren dürfen menscheln, sie fallen nicht aus den inzwischen so häufig benutzten Schablonen und werden vor den Augen der Hörer und Leser schnell und ohne große Beschreibungen lebendig und einzigartig. Dieser Stil ist mutig, fällt er doch fast schon aus der Zeit! Aber er ist auch sehr lesbar und ich bedanke mich bei der Autorin dafür von Herzen!

Privatleben und berufliche Arbeit werden beide in ausgewogenem Maße dargestellt und ergeben ein rundes Gesamtbild. Die Entwicklungen sind logisch, aber keinesfalls langweilig oder vorhersehbar. Lustig ist für mich persönlich nur ein ganz persönlicher Gedanke, den ich beim Hören hatte. Mir kam in den Sinn, dass man sagt, der Täter muss auf den ersten fünfzig Seiten auftauchen, sonst ist es unrealistisch. Da kam mir eine Person in den Sinn und ob ich richtig lag, verrate ich hier nicht.

Auch andere Themen, wie beispielsweise Demenzerkrankung der Mutter, kommen zur Sprache. Das macht den Krimi sehr lebensnah. Obwohl ich den ersten Band der Reihe nicht kenne, fehlte mir zum Verständnis nichts. Andere private Details verwirrten anfangs, sind aber eindeutig so angelegt, dass sie erst im Laufe der Reihe aufgeklärt werden sollen. Für den Fall sind sie nicht relevant und ob man sich davon dazu überreden lässt, die weiteren Bücher zu lesen, ist jedem selbst überlassen. Die Qualität dieses Krimis ist meiner Meinung nach jedenfalls überzeugend genug, um ohne solche kleinen Tricks gern zum nächsten Band greifen zu lassen.

Ein besonderes Lob auch an die Sprecherin Claudia Schwartz. Sie hat für mich die ideale Sprachmelodie und das perfekte Tempo für die Story gefunden. Da hört man doppelt gerne zu! Insgesamt war das für mich ein rundum gelungenes Krimi-Erlebnis, das mich bestens unterhalten hat und daher gebe ich fünf Sterne.

Bewertung vom 23.12.2025
Grote, Paul

Der Portwein-Erbe (Europäische-Weinkrimi-Reihe, Band 5) (MP3-Download)


gut

Zieht sich in die Länge

Nicolas Hollmann hat seinen Onkel nur selten und vor allem schon länger nicht gesehen. Daher wundert es ihn, dass ausgerechnet er sein Weingut in Portugal erben soll. Als Architekt hat er keine Ahnung von Wein, schon gar nicht von Portwein. Dennoch reist er zum Weingut. Der erste Unfall kann noch Zufall sein, doch der zweite macht ihm klar, dass etwas ganz und gar nicht stimmt.

Dass es Regionalkrimis gibt, ist mir geläufig, dass es jedoch auch das Genre der Wein-Krimis gibt, habe ich bisher nicht gewusst. Die Vorgänger dieser Reihe kenne ich auch nicht. Da es aber unzusammenhängende Krimis sind, merkt man auch nicht, dass etwas fehlen würde, wenn man mittendrin in der Reihe startet.

Man erfährt oder lernt in diesem Krimi eine ganze Menge über Wein und ganz besonders Portwein. Das ist sicher gut gemeint, aber für mich etwas trocken und uninteressant, um nicht zu sagen langweilig. Der Krimi selbst, die Story, ist mir wichtiger, gerät damit aber leider immer mal wieder weit in den Hintergrund. So richtig spannend wird es spät und oft verliert sich die Spannung dann wieder in diese ellenlangen Beschreibungen.

Für mich ist die Stimme von Sebastian Dunkelberg gewöhnungsbedürftig. Ich denke, ich verorte sie eher in andere Genres. Das hat das Folgen der Storyline dann auch etwas erschwert. Allerdings bin ich mir sicher, ich hätte ein Print abgebrochen, das Hörbuch habe ich aber komplett bis zum Ende gehört. Daher kann ich sagen, dass das Ende erfrischend anders ist, sich deutlich von anderen Krimis abhebt, aber dennoch nicht viel für mich im Gesamteindruck rettet.

Zwar finde ich es gelungen, wie unser Protagonist gegen alle Feindseligkeit und Widerstände und ohne echte Kenntnisse den Besitz seines verstorbenen Onkels quasi inspizieren möchte, bevor er sich entscheidet. Auch die Arbeiter und Gegenspieler sind gut getroffen. Dennoch entstand bei mir keine emotionale Bindung und oft dachte ich beim Hören einfach nur, Himmel, was lässt Du Dir alles gefallen, warum greifst Du nicht einfach hart durch?

Zurück bleibe ich mit dem Gefühl, dass eine straffe Kürzung dem Krimi gut getan hätte und ich keinen anderen Band der Reihe hören oder lesen möchte. Hier reicht es insgesamt gerade noch für drei Sterne.

Bewertung vom 14.12.2025
Hunter, Erin

Warrior Cats - Die Prophezeiungen beginnen


gut

Sammelfieber vorgeplant

Graphic Novels erobern immer mehr Genre und so wundert es nicht, dass viele Bücher nun als solche umgesetzt werden, besonders, wenn sie sowieso schon Renner sind. Hier nun kommen die Warrior Cats gezeichnet ins Graphic Novel Universum. Und da gibt es reichlich Bücher!

Mir gefallen die Zeichnungen sehr gut, jedoch empfinde ich die Story als zu stark gekürzt und gerafft. Dass dies notwendig ist bei einer Graphic Novel ist mir durchaus bewusst. Ich finde aber, besonders bei Band 2, dass wichtige Momente fehlen und die Geschichte so dann nur unvollständig erzählt und verstanden werden kann. Daher ist meine ganz eigene, persönliche Meinung, dass man die Graphic Novels nur als Ergänzung zu den Büchern, nicht anstelle der Bücher, lesen sollte.

Das Leben der Katzenclans ist schön dargestellt, die Motivationen für die Kämpfe jedoch eher verschwommen. Man darf auch nicht zu viel Realitätsnähe erwarten. Dass viel Streit, Kampf, Gewalt und schlechte Laune vorkommen und eher weniger Deeskalation, gepflegte Streitkultur, Lösungsmöglichkeiten ohne Kampf, finde ich etwas schwierig. Das ist ja aber auch bei den Büchern nicht anders. Es ist nun mal auch eine Buchserie für junge Leser. Für diese ist die Charakterkarte wohl auch besonders wichtig. Da wird die Sammelleidenschaft gleich noch mehr gefördert.

Also, Eltern, macht Euch darauf gefasst, die weiteren Bände früh genug zu besorgen, um alle Charakterkarten zu bekommen und Eure Kids glücklich zu machen! Für mich ist es nicht der Hit. Aber ich gehöre hier wohl, trotz meiner Katzenbuch-Sammel-Leidenschaft, nicht wirklich zur Zielgruppe. Von mir daher leider nur drei Sterne.

Bewertung vom 13.12.2025
Weber, Anne-Katrin

Deftig vegetarisch - Heimatküche


sehr gut

So lecker ganz ohne Fleisch

Ich esse gern fleischlos, bin jedoch kein Vegetarier. Am besten passt wohl der Ausdruck Flexitarier zu mir. Daher mag ich Bücher, die mir viele Anregungen geben, lecker satt zu werden, ohne dass Fleisch verwendet wird. Tofu und Ähnliches mag ich leider so gar nicht, daher bin ich super happy, dass hier nur gelegentlich diese Fleisch-Austausch-Mittel eingesetzt werden. Ernährung wie in meiner Kindheit, als man an Sonn- und Feiertagen Fleisch hatte, ansonsten ohne auskam, finde ich toll. In diesem Buch finde ich sehr viel Passendes für mich.

Über das Rezept- und Zutatenregister am Ende des Buches findet man blitzschnell, was man sucht. Doch zu Beginn bekommt der geneigte Leser erst einmal Lesestoff und einen Saisonkalender. Dann geht es los mit den Kapiteln Alltagsglück; Ofenfreuden; Suppenwonne; Sonntagsessen; Brotzeit; Naschwerk. Dabei finden sich fleischlose Klassiker, aber auch Rezepte zu Gerichten, die sonst mit Fleisch gemacht werden, hier aber fleischlos neu kreiert wurden. Das erste Rezept ist wohl das beste Beispiel dafür, es ist Himmel und Erde. Geht völlig ohne Fleisch und Wurst in oberlecker!

Nach dem Rezepttitel folgen ein kleiner Text, die Zubereitungszeit, die Angabe zur Portionenanzahl, die Zutatenliste, die Nährwerte und die Zubereitungsschritte. Diese sind im Fließtext gehalten und nummeriert. Schöner hätte ich hier Absätze gefunden. Gut dagegen finde ich, dass die verwendeten Zutaten aus der Liste fett hervorgehoben werden. Ganz unten auf der Seite ist das Kapitel erwähnt, daneben Besonderheiten, wie z.B. glutenfrei, laktosefrei, frei von raffiniertem Zucker, vegan usw. Ein Foto findet sich zu meiner großen Freude bei jedem Rezept. Ich bin allerdings etwas verwirrt, wie der Kernige Bauernlaib glutenfrei sein kann, wenn er mit Weizenmehl gemacht wird.

Die Rezepte sind herrlich abwechslungsreich und ohne exotische, schwer aufzutreibende Zutaten auch für weniger Geübte gut nachzuarbeiten. Mich spricht, wie eingangs erwähnt, an, dass nur in wenigen Rezepten Tofu oder ähnliche Produkte, die für mich unter Fleischersatz fallen, verwendet werden. Man hat nicht das Gefühl, dass etwas fehlen würde und man wird ordentlich satt. Von mir vier Sterne!