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Benutzername: Sorko
Wohnort: dem Harz
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Bewertungen

Insgesamt 105 Bewertungen
Bewertung vom 04.10.2021
Der Uhrmacher in der Filigree Street (eBook, ePUB)
Pulley, Natasha

Der Uhrmacher in der Filigree Street (eBook, ePUB)


sehr gut

Eine mysteriöse Geschichte um einen seltsamen Uhrmacher. Eine merkwürdige Uhr, ein Bombenanschlag auf Scotland Yard, das hört sich erstmal spannend an. Trotzdem fand ich es etwas schwierig, mich mit dieser Geschichte anzufreunden. Etwas Spannung kommt nur sehr langsam auf, zumal man sich plötzlich ganz woanders wiederfindet und neue Personen vorgestellt werden. Die Teile fügen sich schließlich zusammen, anders als gedacht, aber doch irgendwie nachvollziehbar. Vielleicht hatte ich auch zu viel erwartet. Die Geschichte ist nicht schlecht, aber so ganz überzeugt hat sie mich dennoch nicht. Ich hatte immer das Gefühl, da müsste noch mehr kommen, warum, kann ich gar nicht so genau sagen. Wirklich mitreißend fand ich es nicht.

Bewertung vom 18.09.2021
Der Tod und das dunkle Meer (eBook, ePUB)
Turton, Stuart

Der Tod und das dunkle Meer (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Eine Seefahrt im 17. Jahrhundert ist schon ein Abenteuer an sich. Dazu noch einige schrullige Charaktere, finstere Matrosen und merkwürdige Passagiere. Und sehr viele Geheimnisse.
Ein Abenteuerroman mit historischem Touch, aber ein sehr spannender! Großartig geschildert vom Autor, die Menschen und die Situationen, das Grauen in der Folge eines Fluches, der Schlimmes erahnen lässt. Verdächtige gibt es genug, ich konnte manches Rätsel lösen, aber längst nicht alle. Es gibt auch überraschende Wendungen, und vieles bleibt bis zum Ende unklar. Doch keine Angst, es wird alles erklärt, so dass man es schließlich verstehen kann. Der Schluss erschien mir etwas zu idealistisch, aber das ist sicher Ansichtssache. Der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende erhalten, es ist schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Ein toller Roman, ich habe ihn sehr gern gelesen und er hat mich sehr gut unterhalten!

Bewertung vom 09.09.2021
Die vier Winde
Hannah, Kristin

Die vier Winde


ausgezeichnet

Ein sehr bewegender Roman um eine bewundernswerte Frau. Was Elsa erlebt hat, ist eigentlich unbeschreiblich. Wie können Eltern ihr Kind so behandeln? Doch sie hat noch Glück im Unglück, dass sie von der Familie ihres Geliebten aufgenommen wird. Anfangs nicht gerade freundlich, doch das ändert sich im Verlauf der Jahre. Als ihre Tochter Loreda zur Welt kommt, ist sie in die Familie Martinelli voll integriert. Alles scheint nun gut zu laufen, doch das nächste Unheil wartet schon vor der Tür.
Während der großen Depression in den Dreißiger Jahren gab es in den USA, in den Great Plains, tatsächlich eine verheerende Dürre mit furchtbaren Staubstürmen, die die Weizenerträge dieser Region fast vollständig vernichteten. Die Farmer warteten verzweifelt auf Regen, doch der kam nicht. Viele gerieten in Existenznot und machten sich auf in den Westen, wo sie sich ein besseres Leben erhofften. Auch die Familie Martinelli hat es hart getroffen. Elsa und ihre inzwischen zwei Kinder sehen keinen anderen Ausweg mehr. Sie machen sich auf nach Kalifornien.

Beim Lesen dachte ich auch ständig, wann gehen sie nun endlich los. An die Pazifikküste, wo das Klima besser ist, wo sie im Winter nicht mehr bei Eis und Schnee frieren müssen. Was sie dann allerdings dort erleben mussten, hatte ich nicht erwartet. Elsa wächst über sich hinaus und wird zu dem Menschen, der sie eigentlich nie sein wollte: zu einer starken Kämpferin.

Großartig geschrieben und sehr bewegend! Auch wenn die Figuren und Orte zum Teil fiktiv sind, ist die Rahmenhandlung doch an die tatsächlichen Ereignisse von damals eng angelehnt. Und Vieles dürfte dem heutigen Leser ja auch bekannt vorkommen. Anhaltende Hitzewellen, Flüchtlingsbewegungen und deren Folgen, politische Untätigkeit und menschliche Not.
Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen, auch wenn ich mir ein etwas anderes Ende gewünscht hätte. Aber das Leben ist eben kein Wunschkonzert. Sehr empfehlenswerte Lektüre!

Bewertung vom 09.09.2021
Wellenflug
Neumann, Constanze

Wellenflug


sehr gut

Annas Entwicklung war geprägt von dramatischen Ereignissen, die sie wohl bis zu ihrem Tod verfolgen. Als Kind schon die geliebte Schwester verloren, die Abwendung des Vaters von ihr, der Tod der Mutter und später der Tod von ihrem Mann und ihren ersten Sohn. Obwohl ihre Familie wohlhabend war und sie nie Geldsorgen hatte, haderte sei manchmal mit ihrem Schicksal, fügte sich aber in die gesellschaftlichen Zwänge ein. Das hat sie wohl psychisch einiges gekostet und zu ihrer harten Haltung gegenüber der nicht standesgemäßen Beziehung von Heinrich geführt.
Heinrich wollte sich nicht in die gesellschaftlichen Zwänge seiner Klasse einfügen, er brach aus. Auch das irgendwie verständlich, obwohl seine Entscheidungen mir mitunter etwas zweifelhaft erschienen. Er wollte sein Leben genießen, und er schaffte das ja zunächst auch. Nicht ganz verstanden habe ich seine plötzlich auftauchende Euphorie für Kaiser und Vaterland, als er in den USA vom bevorstehenden Krieg erfuhr. Vermutlich sah er das auch nur als ein großes Abenteuer an, das ihm Spaß machen könnte. Dabei hatten Marie und er es doch in Erie so gut gehabt. Ein Haus, ein Auskommen und Freunde – ihr Leben hätte so schön sein können, wenn sie dort geblieben wären. Aber es sollte nicht sein.

Die Charaktere sind eindrucksvoll beschrieben, wenngleich die Geschichten von Anna und Marie nur mehr oder weniger fragmentarisch dargestellt werden. Trotzdem lässt sich das Buch sehr gut lesen, es vermittelt einen Eindruck von den jeweiligen Zeiten und den Gesellschaften, in denen Anna und Marie zurecht kommen mussten.

Bewertung vom 03.09.2021
Das Schwarze Lied / Rabenklinge Bd.2
Ryan, Anthony

Das Schwarze Lied / Rabenklinge Bd.2


sehr gut

Durch das Blut von Ahm Lin erhält Vaelin wieder ein Lied. Doch es ist nicht sein Lied. Es ist anders, irgendwie brutaler. Obwohl die Schlachten, die er schlug, stets ziemlich brutal waren. Von daher habe ich nicht so ganz verstanden, wieso er diesem Lied so ablehnend gegenüber stand. Es machte ihn nahezu ungesiegbar, so wie sein erstes Lied auch. Und doch wundert er sich über die Brutalität seines Vorgehens. Na ja, abgesehen von dieser für mich nicht ganz nachvollziehbaren Kleinigkeit war es wieder ein spannendes Erlebnis. Eindrucksvolle Personen, eine starke Liebe, mystische Geheimnisse und brutale Schlachten, das sind die Geschichten um Vaelin al Sorna.
Kehlbrand ist ein gefährlicher Gegner, der langsam dem Wahnsinn zu verfallen scheint. Seine Stärke ist vor allem die Masse seiner Gefolgsleute, die zum Teil auch noch mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet sind. Vaelin und seine Freunde und Verbündeten müssen taktisch klug vorgehen, um die Gefahr abzuwenden.
Die vier Teile des Buches enthalten zu Beginn jeweils einen Bericht von Obvar, der eigentlich zu seinen Gegnern zählt und von Kehlbrands Vorgehen erzählt. Doch Obvar ist nicht mehr er selbst, denn Vaelin hatte ihn ja im Kampf getötet. Seine Sichtweise und sein Vorgehen fand ich sehr interessant. Auch alte Bekannte aus früheren Geschichten tauchen wieder auf. Mir hat auch dieser Band sehr gut gefallen – und am Ende stellt es sich für mich so dar, dass es durchaus noch Stoff für weitere Abenteuer geben kann. Das Lied des Helden ist noch nicht verklungen.

Bewertung vom 25.08.2021
Die Leuchtturmwärter
Stonex, Emma

Die Leuchtturmwärter


ausgezeichnet

Gedanken der Einsamkeit, nicht nur von den drei Leuchtturmwärtern, sondern auch von deren Frauen. Das unerklärliche Ereignis steht von Beginn an im Raum – wie konnte so etwas geschehen und wer war dafür verantwortlich? Wenn etwas nicht klar ist, wenn man etwas nicht erklären kann, dann entsteht der Raum für Theorien. Manche sind nachvollziehbar, andere überhaupt nicht. Doch so lange man nichts Genaues weiß, scheint vieles möglich zu sein. Diese Tatsache erhält die Spannung der Geschichte aufrecht.
Die Autorin streut sehr geschickt nach und nach Informationen in die angenehm kurzen Kapitel ein. Am Anfang weiß auch der Leser noch nicht viel, doch mit zunehmenden Seiten erfährt man immer etwas mehr. Wie standen die Frauen zu ihren Männern, wie standen sie zu den anderen Männern? Was dachten die Männer über ihre Frauen und über die Frauen der anderen. Und wie war das Verhältnis der Frauen untereinander und das Verhältnis der Männer zueinander? Das wird erst nach und nach klarer und ergibt schließlich ein überzeugendes Gesamtbild. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten, auch mysteriöse Ereignisse werden mit eingeflochten. Als Leser entwickelt man eigene Theorien, meine wurde am Schluss dann doch nicht ganz bestätigt.

Sehr vielschichtige Gedanken und Empfindungen der beschriebenen Personen werden mit eindrücklicher Sprache dargestellt. An sich normale Menschen müssen mit ungewöhnlichen Situationen zurecht kommen. Die Paare leben ein paar Wochen eng zusammen, dann sind sie wieder wochenlang getrennt. Das tut bestimmt nicht jeder Beziehung gut. Ein Schriftsteller versucht, sich mit Gesprächen mit den drei Frauen der Wärter einen Eindruck zu verschaffen. Die Damen öffnen sich nur langsam, und nur langsam setzt sich ein Bild zusammen, das manchmal auch ein wenig überrascht.

Ein großartiges Buch, das mich von Anfang bis Ende gefesselt hat! Man beteiligt sich selbst an den Spekulationen über das Geschehen. Und man lernt auch einiges über Leuchtturmwärter, ihre Leuchttürme, und das Leben in ihnen.

Bewertung vom 04.08.2021
Noch haben wir die Wahl (eBook, ePUB)
Neubauer, Luisa; Ulrich, Bernd

Noch haben wir die Wahl (eBook, ePUB)


sehr gut

Ein interessantes Gespräch, wie ich finde, dass nicht viel neue Erkenntnisse über die Klimakrise bringt. In vielen Punkten sind die junge und die etwas ältere Generation ja gar nicht so weit voneinander entfernt (jedenfalls bei diesen beiden Diskutanten). Es muss endlich gehandelt werden und nicht nur geredet. Das stimmt. Doch leider steht uns dabei unser politisches System im Weg. Unsere gewählten Entscheider sind für jeweils vier Jahre im Amt und haben während dieser Zeit ein ziemlich privilegiertes Leben. Um dieses Leben weitere vier Jahre führen zu können, müssen sie erneut gewählt werden. Und das werden sie nur, wenn sie das tun, was ihren Wählern gefällt. Und das ist eben nicht immer das, was notwendig wäre. So bleiben viele notwendige Reformen und Entscheidungen auf der Strecke. Nur nach direkten Katastrophen fühlen sich die Entscheider genötigt, etwas schneller zu handeln.
Für die Klimakrise ist das meiner Ansicht nach keine gute Voraussetzung. Muss es erst zu einer klimabedingten Katastrophe kommen, damit notwendige Veränderungen durchgeführt werden? Ich befürchte, die Antwort auf diese Frage ist: JA. Bis dahin wird es nur vage Ankündigungen für die ferne Zukunft geben, die einen heute amtierenden Politiker nicht weiter belasten.
Will man wirklich schnelle Veränderungen, dann muss man unser System zuerst verändern. Und solange wir immer wieder die gleichen etablierten Parteien wählen, wird sich nicht wirklich viel ändern. Das heißt, die bekannten Kipppunkte werden demnächst erreicht werden, und die Katastrophe wird uns irgendwann erreichen. Meiner Ansicht nach ist diese Entwicklung nicht mehr aufzuhalten, aber ich würde mich gern vom Gegenteil überraschen lassen.
Es ist gut, immer wieder darüber zu reden. Wo es geht, sollte jeder entsprechend handeln. Wir werden die Katastrophe nicht verhindern können, aber dass wir mitunter glauben möchten, wir könnten es doch, kann auch nicht schaden.

Bewertung vom 29.07.2021
Was ist die Welt und wenn ja, wie viele (eBook, ePUB)
Carroll, Sean

Was ist die Welt und wenn ja, wie viele (eBook, ePUB)


sehr gut

Ein Buch, das ich mit Interesse gelesen habe, auch wenn ich nicht alles verstanden habe. Das Thema an sich interessiert mich sehr, aber ich räume ein, dass meine Kenntnisse in Mathematik und Physik nur laienhaft sind. Ich habe schon einige Bücher dieser Art gelesen, am besten erklärt hat es meiner Ansicht nach Stephen Hawking. Sean Carroll schreibt sehr fachkompetent und ist bemüht, das Thema verständlich zu erläutern. Für Leser mit besseren Kenntnissen in Mathe und Physik ist das sicherlich besser verständlich, für mich war es etwas zu schwer, was aber nicht am Autor lag.
Die Quantentheorie allgemeinverständlich zu erklären, ist eine schwere Aufgabe, das ist mir klar. Aber den Versuch muss man durchaus anerkennen, und ich finde, es ist wichtig, darüber zu berichten, selbst wenn nicht alles von jedem gleich verstanden wird. Sogar manche Physiker haben mit dem Verständnis noch Probleme, Carroll berichtet ja davon. Auf jeden Fall eine hochinteressante Materie, die uns in Zukunft sicher noch weiter beschäftigen wird.

Bewertung vom 09.07.2021
Enna Andersen und der trauernde Enkel
Johannsen, Anna

Enna Andersen und der trauernde Enkel


ausgezeichnet

Ein gelungener Krimi, der im Umfeld meiner ostfriesischen Heimat spielt. Die Kapitel sind angenehm kurz, dadurch bleibt der Spannungsbogen bis zum Schluss erhalten. Die Ermittler sind relativ „normale“ Menschen, die professionell arbeiten, ohne großen Schnickschnack und ohne übertriebenes Heldentum. Sehr angenehm, gute Polizeiarbeit bei schwierigen Verdächtigen.
Der Enkel eines Bauunternehmers, der mit Pia befreundet ist, behauptet, dass sein Großvater, der vor drei Jahren an Herzversagen starb, nicht eines natürlichen Todes gestorben ist. Die Ermittlungen sind schwierig, denn die Kinder des Toten sind nicht besonders interessiert an der Sache. Als die Nachforschungen erste Ergebnisse liefern, werden Enna und das Team von unbekannter Seite bedroht. Offenbar steckt mehr hinter diesem Todesfall als zunächst vermutet. Die Ermittler bleiben dran und lösen am Ende den Fall. Guter Krimi, spannend erzählt, hat mir gefallen.

Bewertung vom 10.06.2021
Was, wenn wir einfach die Welt retten? (eBook, ePUB)
Schätzing, Frank

Was, wenn wir einfach die Welt retten? (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Humorvolle Darstellung unserer Situation und fundierte Hinweise auf das, was wir tun sollten, um die Katastrophe noch abzuwenden. Nicht das erste Buch dieser Art, aber angesichts der drängenden Problematik ist jedes Buch dieser Art ein notwendiges Buch. Das, was Schätzing hier schreibt, kann gar nicht oft genug geschrieben und gesagt werden. Die Aussagen sind sachlich fundiert, aber sie sind auch gut zu lesen, das macht es einfacher, den Ausführungen zu folgen als eine rein wissenschaftliche Analyse. Vieles ist uns natürlich bekannt, wir wissen das, aber handeln wir auch danach? Da könnte viel mehr getan werden, vor allem durch die Politiker. Schätzing stellt jedoch uns selbst, die einfachen Menschen, in den Mittelpunkt. Denn jeder Einzelne kann etwas tun. Gut fand ich auch die Hinweise auf bestimmte Internetseiten, die in verschiedenen Situationen weiterhelfen können. Ganz konkrete Empfehlungen, die jeder nachvollziehen kann.
Sicher muss man nicht jede Ausführung teilen, aber als Denkanstoß kann man es schon verstehen. Nicht neu ist auch der Ansatz, dass man sichere Atomkraftwerde als Übergangslösung weiterbetreiben sollte, um die Klimaziele zu erreichen oder sich zumindest besser anzunähern. Das ist umstritten, aber darüber nachdenken sollte man auf jeden Fall.
Wir müssen etwas tun, soviel ist klar, wir wissen das. Wann fangen wir an?

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.