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Benutzername: 
Sorko
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dem Harz

Bewertungen

Insgesamt 122 Bewertungen
Bewertung vom 01.11.2022
Der schwarzzüngige Dieb (Schwarzzunge, Bd. 1) (eBook, ePUB)
Buehlman, Christopher

Der schwarzzüngige Dieb (Schwarzzunge, Bd. 1) (eBook, ePUB)


gut

Zunächst fand ich es sehr verwirrend, die vielen neuen Begriffe und Namen haben mich fast erschlagen. Nur langsam fand ich in die Story hinein. Ungleiche Gefährten begeben sich auf eine lange Reise und erleben dabei einige Abenteuer. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches, die Darstellung und die Schreibweise schon. Der einzige Anker war die Ich-Erzählung des Protagonisten Kinsch. Die vorkommende Magie war mir nicht immer verständlich, aber das hat die Magie vielleicht so an sich. Nachdem manches entwirrt wurde, entwickelte sich dann doch noch eine recht spannende Geschichte mit einigen Längen. Manche Lieder hätte man aus meiner Sicht nicht so ausführlich wiedergeben müssen. Der Schreibstil erfordert auch vom Leser einige Arbeit, man muss sich wirklich hineindenken in eine völlig andere Welt. Vielleicht wird das in den folgenden Bänden noch etwas besser, ich würde die Story noch nicht abschreiben, aber mitreißende Fantasy ist das für mich bisher noch nicht.

Bewertung vom 23.10.2022
Das siebte Mädchen
Willingham, Stacy

Das siebte Mädchen


gut

Vielleicht ging es ja nur mir so, aber ich wusste relativ schnell, wie die Geschichte vermutlich ausgehen wird (mit zwei möglichen Optionen). Und so war es auch. Die Geschichte wurde überwiegend in der Gegenwartsform erzählt, dies und die Ich-Form erzeugten eine gewisse Spannung, die mich immer weiterlesen ließ. Die Protagonistin Chloe ist heute Psychologin, sie hat in ihrer Kindheit Schreckliches erlebt. Nach dem Geständnis ihres Vaters, dass er die sechs Mädchen getötet hat, zerbricht ihre Familie. Zwanzig Jahre sind seitdem vergangen, ihr Vater sitzt im Gefängnis, und Chloe hat eine eigene Praxis. Als nun wieder ein Mädchen verschwindet, gerät ihre Gefühlswelt durcheinander. Nur langsam und mit viel Mühe kommt Chloe der Lösung auf die Spur. Für mich als Leser war das mitunter etwas langatmig, aber das ist sicher Ansichtssache. Die Geschichte ist insgesamt spannend, aber nicht umwerfend. Gute Lektüre für zwischendurch.

Bewertung vom 19.10.2022
Drachenbanner / Waringham Saga Bd.7
Gablé, Rebecca

Drachenbanner / Waringham Saga Bd.7


sehr gut

Die Geschichte von der Lady und dem Lord. Und damit meine ich keineswegs die Protagonisten der fiktiven Story, sondern die historischen Persönlichkeiten Lady Eleanor von England und Lord Simon de Montfort, dem 6. Earl of Leicester. Die Geschehnisse um diese beiden schillernden Figuren stehlen der fiktiven Geschichte um Adela und Bedric ein wenig die Show, was natürlich auch an den ereignisreichen Jahren von 1238 bis 1265 liegt, in die uns dieses Buch entführt.

Rebecca Gablé versteht es sehr gut, mit einer bildhaften und ausdrucksstarken Sprache das Mittelalter in England dem Leser näher zu bringen. Wir tauchen ein in eine Welt voller Abhängigkeiten und Ungerechtigkeiten, die wir uns heute kaum noch vorstellen können. Die Autorin lässt uns das schwere Schicksal der Leibeigenen miterleben, zu denen auch Bedric gehört, der für den Earl of Waringham auf seinen Feldern schuften muss. Auf der Burg hat Adela, Bedrics Milchschwester, ein sehr viel angenehmeres Leben, ist sie doch die Tochter des Earls. Bedrics Mutter hat einst ihren Sohn und Adela gestillt, weil Adelas Mutter das nicht konnte. Die beiden Kinder sind bis zu ihrem siebten Lebensjahr zusammen aufgewachsen, erst dann musste Bedric zu seiner Familie zurück, um seinem Vater auf den Feldern zu helfen. Doch die Verbindung der beiden ist etwas Besonderes, sie treffen sich heimlich und verstehen sich auch ohne Worte.

Als Bedrics Vater durch einen Unfall ums Leben kommt, wird es für den Jungen noch schwerer. Er leidet nicht nur unter der harten Arbeit, sondern auch unter der Missgunst von Raymond, Adelas Bruder, dem ältesten Sohn des alten Earls. Als Adela dann zum Hof von Prinzessin Eleanor, der Schwester von König Henry III., geschickt wird, um dort als Hofdame zu dienen, verliert Bedric seine engste Vertraute. Als etwas später die Situation für ihn unerträglich wird, flieht er aus Waringham. In London trifft er auf Simon de Montfort, eine Begegnung, die sein Leben verändert.

Eingewoben in die und teilweise etwas überlagert von den historischen Ereignissen um Simon den Montforts Kampf gegen die Übermacht der Krone und die Einführung der Provisions of Oxford ist es dennoch eine interessante und auch spannende Geschichte um die beiden Milchgeschwister, die zusammen sein wollen, aber nicht zusammen sein dürfen. Wie das ausgeht, mag jeder Leser selbst herausfinden.

Mir hat das Buch an sich gut gefallen, allerdings fand ich die Zeitsprünge von einmal sieben und einmal zehn Jahren zu groß. Da werden aus Kindern von einer Seite auf die nächste Erwachsene, da sind Dinge geschehen, die der Leser dann nur tröpfchenweise nachgereicht bekommt. Da fehlt einfach etwas. Es wäre meiner Ansicht nach für die fiktive Geschichte besser gewesen, wenn das Buch ein paar Seiten mehr gehabt hätte. Man wäre näher dran geblieben an der Entwicklung, das hätte ich mir bei den großen Zeitsprüngen schon gewünscht.
Positiv habe ich empfunden, dass man als Leser schon fast gezwungen wird, sich etwas näher mit den Ereignissen jener Zeit zu befassen. Nicht umsonst gelten die Provisions of Oxford als Grundstein des englischen Parlamentarismus und Simon den Montfort als mutiger Streiter für ein besseres England. Der Lord und die Lady waren respektable und starke Persönlichkeiten, die nicht in Vergessenheit geraten sollten.

Bewertung vom 06.07.2022
Mit dem Garten gemeinsam wachsen (eBook, PDF)
Born, Annette

Mit dem Garten gemeinsam wachsen (eBook, PDF)


sehr gut

Zunächst einmal muss ich sagen, dass es sehr viele schöne Bilder in diesem Buch gibt, die zum Betrachten einladen. Es ist allerdings kein Gartenratgeber, wie ich schon viele gelesen habe. Hier geht es vor allem um die Verbindung des Menschen zu seinem Garten, zu der Natur. Man kann viel lernen über die Natur, weit über den Garten hinaus. Der „richtige“ Garten kann für jeden Gärtner anders aussehen, abhängig vom jeweiligen Menschen, der sich in seinem Garten wohl fühlen möchte. Interessant fand ich auch die Übungen und die Tipps der kleinen Freunde (von der Nacktschnecke mal abgesehen), die schon lesenswert sind.
Nicht alles war für mich und meinen Garten von Bedeutung, doch einiges konnte ich doch lernen und als Anregung betrachten. Man muss sich als Leser das herausziehen, was einen angeht, dann ist dieses Buch durchaus eine Bereicherung. Für Gartenliebhaber empfehlenswert!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 04.07.2022
Violeta
Allende, Isabel

Violeta


ausgezeichnet

Die Lebensgeschichte von Violeta, von ihr selbst erzählt. Beeindruckende Bilder, ein wunderbarer Schreibstil, ein Stück Geschichte aus den Jahren von 1920 bis 2020. Eine lange Zeit für einen Menschen, und doch nur ein Augenblick im Lauf der Welt. Geboren in einer Pandemie (Spanische Grippe) und gestorben in einer Pandemie (Corona), dazwischen ein ereignisreiches Leben.
Die Verbannung in ihrer Kindheit, der Ausbruch aus den gesellschaftlichen Konventionen, die Leidenschaft einer zerstörerischen Liebe, Familie, Freundschaft, die politischen Umbrüche – Violeta hat einiges zu erzählen. Man darf beim Lesen nicht vergessen, dass die Autorin es aus der Sicht von Violeta erzählt, nicht als neutrale Beobachterin der Ereignisse. Violeta hat sich nicht groß für Politik interessiert, daher geht sie auf die Geschehnisse in Chile damals auch nur rudimentär ein.
Sie wählte sogar rechts, weil sie es aus ihrer Sicht (als Unternehmerin) für richtig hielt. Dass sie damit zur Errichtung der Diktatur beitrug, wurde ihr erst viel später bewusst. Sie hatte einen ausgeprägten Geschäftssinn, im privaten Bereich agierte sie weniger glücklich. Sie erlebte Höhen und Tiefen, und sie konnte dennoch zufrieden sein, dass sie sich auf einige Menschen in ihrem Umfeld bis zum Ende verlassen konnte.
Die Geschichte eines Lebens, wie es passiert sein könnte. Isabel Allende versteht es, den Leser von Anfang an mitzunehmen. Es ist kein Thriller, und trotzdem ist immer eine gewisse Spannung vorhanden, man möchte immer wissen, wie es weiter geht. Das ist die Kunst des Schreibens, und die beherrscht die Autorin perfekt! Ein wunderbares Buch für den Sommer.

Bewertung vom 24.05.2022
Brüder des Windes
Williams, Tad

Brüder des Windes


sehr gut

Für mich war dies das erste Buch, das ich von Tad Williams gelesen habe. Ich kann die Geschichte also nicht im Vergleich zu den anderen Büchern über das Geschehen in Osten Ard sehen. Ich fand die Story um den Diener Pamon Kes und seinen Herrn Hakatri gut erzählt, es war leicht zu lesen und recht spannend. Die Figuren, ihre Clanzugehörigkeit, die verschiedenen Orte – all das war zunächst etwas verwirrend, aber mit den Seiten kam ich besser damit zurecht, solange ich die Namen nicht aussprechen musste.
Eine fantasievolle Geschichte aus der Sicht eines Dieners, der seinem Herrn über alle Maßen loyal und treu ergeben ist. Er zweifelt zunächst nicht an seiner Aufgabe, aber er weiß viel zu wenig über die Geschichte seines eigenen Volkes und hat daran auch kein großes Interesse. Durch eine interessante Bekanntschaft ändert sich das ein wenig, die Saat des Zweifels scheint gesetzt zu sein. Ich bin gespannt, wie sich dieser Charakter weiter entwickelt, denn dieses Buch war ja erst der erste Teil einer Trilogie. Viele Geheimnisse müssen noch gelüftet werden. Insgesamt ein aus meiner Sicht gelungener Auftakt.

Bewertung vom 16.05.2022
Schwarzlicht (eBook, ePUB)
Läckberg, Camilla; Fexeus, Henrik

Schwarzlicht (eBook, ePUB)


gut

Den dritten Stern vergebe ich für das doch ziemlich spannende Finale, ansonsten wären es bei mir nur zwei geworden. Ein spannender Krimi war das für mich nicht. Die Geschichte wurde immer wieder unterbrochen von zu umfangreichen Informationen über die Familienverhältnisse und Probleme der handelnden Personen. Dadurch fiel der Spannungsbogen in sich zusammen, die privaten Verhältnisse hätten in der Darstellung viel knapper und manchmal auch gar nicht sein müssen. Die Kapitel waren viel zu lang, die Geschichte zog sich lang hin, bevor wieder mal etwas Entscheidendes passierte. Viele Seiten im Mittelteil konnte man einfach überblättern ohne etwas zu verpassen. Das Ermittlerpaar Mina und Vincent hat so seine Eigenheiten. Ob das in der Realität überhaupt funktionieren würde ist fraglich, aber es ist ja ein Roman.
Unlogisch fand ich beispielsweise, dass Mina sich auf der Damentoilette bei ihrem AA-Treffen freiwillig neben eine Toilettenschüssel setzt, um zu telefonieren. Das hätte Mina, wie sie zuvor beschrieben wurde, nie getan! Aber gut, es ist sicherlich schwierig, die Abläufe immer logisch zu halten, wenn man so komplizierte Personen ermitteln lässt.
Ich bin mit dieser Story nicht warm geworden, ein guter Krimi sieht für mein Verständnis anders aus.

Bewertung vom 01.05.2022
Noctis / Oxen Bd.5 (eBook, ePUB)
Jensen, Jens Henrik

Noctis / Oxen Bd.5 (eBook, ePUB)


sehr gut

Aus meiner Sicht ein etwas ungewöhnlicher Schreibstil, aber man gewöhnt sich daran. Durch die kurzen Kapitel und die wechselnden Schauplätze wird eine starke Spannung aufgebaut. Man muss konzentriert lesen, um den Überblick zu behalten, das Finale ist beachtlich und actionreich. Hat mir insgesamt gut gefallen, obwohl ich vorher noch keine Oxen-Geschichte gelesen hatte.
Ein Kriegsveteran mit Ecken und Kanten, die Erlebnisse noch nicht verarbeitet, aber mit Hilfe seiner Therapeutin bereit, genau daran zu arbeiten. So stellte sich dieser Ex-Elitekämpfer mir dar. Aber nicht nur er, auch die Personen in seinem Umfeld sind problembehaftet und längst nicht mit sich im Reinen. Die Figur der Sally Finnsen erschien mir etwas übertrieben dargestellt, aber das tat der Geschichte keinen Abbruch. Acht Kriegsveteranen wurden an verschiedenen Orten ermordet, gibt es einen Zusammenhang zwischen ihnen? Was könnte der Grund sein? Die Suche gestaltet sich als schwierig, doch die Ermittler um Oxen, Franck und Mossmann, sind kompetent und erfahren. Oxen hat Pech, er wird überwältigt und gefangen genommen. Was dann auf ihn zukommt, ist schlimmer als seine Albträume. Spannender Lesestoff!

Bewertung vom 19.04.2022
Das rätselhafte Universum
Bohnet, Ilja;Naumann, Thomas

Das rätselhafte Universum


sehr gut

Was wissen wir bisher über unser Universum? Dieses Buch bietet einen Überblick in zwei Teilen, der erste Teil umfasst die maßgeblichen Erkenntnisse der Physik bis heute und ist mit physikalischen/mathematischen Kenntnissen leichter zu verstehen also ohne. Der zweite Teil, der von sieben Welträtseln berichtet, ist auch ohne Vorkenntnisse recht gut zu verstehen.
Die Autoren beschreiben, was wir bisher über unser Universum und das Leben an sich wissen. Und auch, was wir nicht wissen. Der menschliche Geist hat sich bisher schon viel Wissen angeeignet, doch es bleiben noch sehr viele Fragen offen, die wir nicht (oder noch nicht) lösen konnten. Universum oder Multiversum, dunkle Energie und Materie – man ahnt ja, wie es sein könnte, aber beweisen lässt sich vieles (noch) nicht. So zeigt dieses aus meiner Sicht durchaus interessante Buch nicht nur den aktuellen Stand unseres Wissens über das Universum und unser Leben auf, sondern auch das, was wir eben nicht wissen. Und das ist eine ganze Menge...
Für interessierte Leser mit geringen Vorkenntnissen zu empfehlen.

Bewertung vom 02.04.2022
Das Mädchen und der Totengräber / Inspektor Leopold von Herzfeldt Bd.2
Pötzsch, Oliver

Das Mädchen und der Totengräber / Inspektor Leopold von Herzfeldt Bd.2


sehr gut

In Wien wird 1894 die schrecklich zugerichtete Leiche eines jungen Mannes gefunden. Für Tatortfotografin Julia beginnt hier eine Mordserie, der noch weitere junge Männer zum Opfer fallen. Nahezu gleichzeitig wird im Museum die mumifizierte Leiche eines bekannten Ägyptologen gefunden, was Leo und seinen Kollegen Rätsel aufgibt, die gelöst werden müssen. Die Spur der toten jungen Männer führt in die Wiener Unterwelt, während die Spur der Professorenmumie Leo in die High Society Wiens führt. Interessante Struktur, natürlich stößt Leo mit seinen Ermittlungen wieder auf viel Unverständnis seiner eher behäbigen Kollegen. Und Julia wird von denen auch weiterhin nicht ernst genommen. So war es damals halt, für berufstätige Frauen kein Zuckerschlecken. Zum Glück ist Julia stark und intelligent, sie kann sich durchsetzen.

Die Fälle sind interessant und spannend, der Autor versteht sein Handwerk. Natürlich spielt auch der Totengräber wieder eine wichtige Rolle bei den Ermittlungen, auch wenn er gar nicht so oft auftritt. Ich hätte von ihm gern mehr gelesen. Immerhin, aus seinem Buch der Totenkulte verschiedener Völker wird am Anfang fast jeden Kapitels zitiert.
Die Geschichte ist gut geschrieben, Spannung ist vorhanden (obwohl ich den Täter schon recht früh in Verdacht hatte), allerdings hadere ich ein wenig mit dem Charakter des Leopold. Grundsätzlich ist er ja sympathisch, aber ich würde mir wünschen, dass er sich gegenüber dem Kotzbrocken Leinkirchner etwas selbstbewusster verhalten würde und nicht jede Beleidigung einfach hinnimmt. Und gegenüber Augustin sollte er nicht so barsch und unfreundlich auftreten, der gute Totengräber hat ihn ja schon mal gerettet und trägt mit seinem Wissen und seinen Ermittlungen wesentlich zu Lösung der Fälle bei. Aber vielleicht entwickelt sich das ja noch in den nächsten Bänden.
Insgesamt wieder eine empfehlenswerte Lektüre, hab ich sehr gern gelesen.