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Gwynnys Lesezauber - Bloggerin & Lektorin
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Nüdlingen
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Buchverrückte mit der tiefen Leidenschaft für das geschriebene Wort. Ich lese nicht, ich tauche ein in fremde Welten, erlerne Magie und zähme Drachen! Ich lektoriere nicht, ich höre auf die Melodie eines Textes und fische die falschen Töne heraus.

Bewertungen

Insgesamt 129 Bewertungen
Bewertung vom 28.12.2025
Wood, Jenny

Totenfluch


ausgezeichnet

Barnell blieb vor einem Brett stehen, auf dem ein Katzenschädel lag, und musterte ihn neugierig. »Ich hoffe, kein Verwandter«, wandte er sich an Mafed. Dieser rollte nur mit den Augen.

Aus „Kemet I: Totenfluch – Ein Fall für Mafed und Barnell“ von Jenny Wood


KURZMEINUNG
Absolut geniales Mystery-Crime, das durch charakterliche Tiefe, feinen Witz und eine fesselnde Atmosphäre besticht!


SCHREIBSTIL & MEHR
Ich habe ja schon die Kurzgeschichten gelesen, die diesem Reihenauftakt vorangehen, und sie für überaus genial befunden. Aber dieser Roman setzt doch noch mal einen obendrauf, weil er viel mehr Raum für Handlung und Charaktere bietet.
Allem voran liebe ich Mafed einfach, der auf der einen Seite durch intelligente Arroganz glänzt, auf der anderen Seite doch ebenso mit seinen Emotionen hadert wie jeder andere da draußen. Gepaart mit einem Lausbuben wie Barnell, dem Crimeanteil und den alten ägyptischen Göttern ergibt das einfach eine herrliche Dynamik.
Immer wieder funkelt da dieser Witz zischen den Zeilen durch, lockert auf und nimmt die Schärfe – aber keineswegs so, dass die Spannung darunter leiden würde. Es ist die Mischung aus gewieftem Humor, spritzigen Dialogen und dieser altehrwürdigen Atmosphäre, die immer wieder durchblitzt, die durch die Zeilen trägt. Eine tolle Idee sind die Rückblenden, die in kleinen Dosen den Hintergrund beleuchten und so noch ein tieferes Lese-Erlebnis verschaffen.
Es gibt nur eine Sache, die mich echt gestört hat – dass ich es so schnell beendet habe! Doch zum Glück habe ich schon alle erschienenen Bände zu Hause, sodass ich gleich weiterlesen kann. ^^
Und das Ende … Nun, es war perfekt, es musste so sein, aber es hat mich echt zerstört, das muss ich sagen. Doch da ich Band zwei inzwischen auch schon zu 75 Prozent beendet habe, kann ich sagen, dass es wieder wird. Ich sage nicht, dass es gut wird, aber es wird genial! Ach, lest einfach selbst, das ist die beste Lösung. xD


FAZIT
Ein Strudel der Gefühle, gekonnt gesetzte Spannungsbögen und authentische Charaktere – damit glänzt dieser Auftakt und hat ihn zu einem wahren Vergnügen gemacht. Ich bin dafür, das auf die Leinwand zu bringen!


©Teja Ciolczyk, 28.12.2025

Bewertung vom 28.12.2025
Mon, Mika D.

Hunting the Dark Side of God - Dawn of Fate (Band 2)


ausgezeichnet

»Du bist ein Hai.«
»Woran siehst du das? An meiner Flosse?« Veit lugte an sich hinab und bog sich, um einen Blick auf diese zu erhaschen.
Yokei grinste, ehe er auf seinen Mund deutete. »Ja, vor allem an der auf deinem Rücken. Und ich erkenne es an deinem Maul, besser gesagt an dem Gebiss.«
Veit fuhr sich mit der Zungenspitze seine Zähne entlang. Autsch. Verflucht spitz und verflucht viele. »Und du bist ein Seepferdchen.« Was ihn irgendwie zum Schmunzeln brachte.

Aus „Hunting the Drak Side of God II: Dawn of Fate” von Mika D. Mon


KURZMEINUNG
Brutal ehrlich, absolut lustig und ein richtiger Pageturner. Anime zum Lesen, der richtig Spaß macht – auch bei Band 2!


SCHREIBSTIL & MEHR
Schon beim ersten Band hatte ich richtig Freude beim Lesen/Zuhören. Und Band zwei hat noch einmal eine eigene Dynamik gewonnen. Es ist genauso lustig, tief- und abgründig, allerdings noch intensiver. Man kennt einfach die Charaktere besser und das ergibt einen ganz anderen Schwung beim Lesen.
Am besten gefällt mir, wie in dieser Geschichte mit den zwischenmenschlichen Ebenen gespielt wird. Es passiert sehr viel Vordergründiges, doch es gibt bei jedem der Charaktere noch einmal feine Nuancen, Veränderungen oder Emotionen, die diese Geschichte zwischen den Zeilen noch deutlicher erzählen.
Klischee von Himmel und Hölle? Japp – und dann auch wieder nicht. Im Grunde wird ordentlich aufgeräumt und deutlich gemacht, dass weder alles schwarz ist, was kohlt, noch alles Gold, was glänzt.
Und das ganze fulminante Vergnügen vor einer echt genialen Kulisse. Die Beschreibungen tragen dazu bei, dass man glaubt, eher einen Anime zu sehen, als ein Buch zu lesen. Hinzu kommen der Humor, der genau mein Zentrum trifft, und eine Atmosphäre, die in den Bann zieht. Das perfekte Lesevergnügen! Ich hoffe sehr, es folgt bald ein dritter Band, denn ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht.


FAZIT
Absolut geniale Fortsetzung, die sowohl mit Witz als auch Tiefe besticht. Ein absolutes Lesevergnügen!


©Teja Ciolczyk, 28.12.2025

Bewertung vom 28.12.2025
Stahl, Yola

Ein Spiegel aus Gold und Blut


ausgezeichnet

Ankáthia warf sich in der Höhle auf das weiche Lager, rollte sich zusammen und schlug die Hände vor das Gesicht. Der Schmerz in ihrem Herzen war unerträglich, aber am schlimmsten waren die tosenden Gedanken in ihrem Kopf.

Aus „Ein Spiegel aus Gold und Blut“ von Yola Stahl


KURZMEINUNG
Die finsterdunkelste Interpretation von Schneeweiß und Rosenrot, die ich je gelesen habe – ich liebe alles daran!


SCHREIBSTIL & MEHR
Dieses Buch hat mich in seiner düsteren Tiefe gefangen genommen. Es schwingen schmerzhafte Wahrheit, nachspürbare Verzweiflung und die Grausamkeit des Lebens darin mit. Doch auch Hoffnung, Mut, und Sehnsucht. In und zwischen den Zeilen ist so viel los, es klingt so vieles mit jedem Wort mit, dass ich gar nicht anders konnte, als vollkommen darin einzutauchen.
Das Buch liest sich auf mehreren Ebenen. Wir haben die beiden Schwestern miteinander, die so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht und dann doch wieder viel mehr gemeinsam haben, als sie selbst erfassen können. Wir haben die Lasten auf ihren Schultern, die durch Verantwortung und Sehnsucht geprägt sind. Dann noch die Bindungen zu zwei Polen, die ihnen schaden und guttun. Die Emotionen sind so authentisch, die Handlungen schmerzhaft nachvollziehbar. Eine Geschichte, die auch heute, 21 Tage später, noch immer in mir nachhallt.
Hätte ich nicht Angst, dass es verhunzt wird, würde ich es wirklich gern verfilmt wissen. Denn die Sprache ist bildgewaltig, nicht überladen und zielt treffsicher auf alle Sinne ab. Man glaubt, spüren, sehen, riechen, hören und schmecken zu können, was Yola Stahl niederschreibt. Unglaublich, wie sie die eigene Fantasie anregt, ihren Konstrukten zu folgen und sie lebendig werden zu lassen.


FAZIT
Finsterdunkle Poesie, bildgewaltig, authentisch und emotionsgeladen – definitiv ein absoluter Lichtblick in meinem Dasein als Leserin. Ich bin froh, dass ich noch zwei weitere Werke der Autorin mein Eigen nennen kann. Ich freue mich sehr darauf!


©Teja Ciolczyk, 28.12.2025

Bewertung vom 12.11.2025
Schwab, V. E.

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue


ausgezeichnet

»… dass ich damals das Bild sah und begriff, dass Fotos kein Abbild der Wirklichkeit sind. Es gibt keinen Kontext, nur die Illusion, dass es die Momentaufnahme eines Lebens ist; aber das Leben besteht nicht aus Momentaufnahmen, es ist ein Kontinuum. Weshalb jedes Foto eine Fiktion ist …«

Aus „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ von V.E. Schwab


KURZMEINUNG
So tiefgreifend und emotionsgeladen, dabei so sanft wie eine Feder und so brutal, wie es nur die Wahrheit sein kann. Dieses Buch hallt nach.


SCHREIBSTIL & MEHR
Dieses Buch ist wie eine geflüsterte Geschichte, die sich leise in dein Herz schleicht. Wie die hinausgebrüllte Wahrheit, der reine Zorn, der sich donnernd entlädt. Es ist laut, leise und alles dazwischen und darüber hinaus.
Wofür ich V.E. Schwab absolut bewundere, ist dieser Spagat, den sie stemmt. Dieses ruhige Erzählen, obwohl jede Zeile schreit, auch in den Zwischenräumen, mit den Wörtern und in den Lücken zwischen ihnen, während es zärtlich wispert.
Dieses Buch ist eine Warnung, dass man aufpassen muss, was man sich wünscht. Das Aufzeigen von Hoffnung, das Erkennen von Schlupfwinkeln und das Brennen von Leid, Leidenschaft und Sehnen. Mit Addie LaRue hat sie eine Protagonistin geschaffen, die auf so vielen Ebenen aufzeigt, was das Leben wirklich bedeutet. Was es heißt, in Erinnerung zu bleiben, beständig zu sein. Zu sein.
So oft habe ich beim Lesen geseufzt. Warum? Weil ich das Leid mitgetragen habe, weil ich den Lichtblick im Augenwinkel wahrgenommen und den Hass nachvollzogen habe. Das ist es, was diese Autorin macht. Sie erzählt keine Geschichte, sie reißt mitten hinein, gräbt sich in die eigenen Emotionen und lässt nachhallen, lange nachhallen, was man gelesen hat. So denke ich noch heute über ihr Buch „Gallant“ nach. Und mit diesem hier wird es mir nicht anders ergehen.
Schreiberisch eine Meisterleistung, eine Ode an die Kunst, an das Bleiben, an die Künstler. An das Wahre und Erstrebenswerte. Jede Zeile so treffsicher. Ihr Erzählen geschwungen, aber zu keiner Zeit abgehoben.


FAZIT
Dieses Buch ist definitiv ein absoluter Lichtblick dieses Jahres. Nicht umsonst gehört V.E. Schwab zu meinen Lieblingsautorinnen. Es war mir ein Vergnügen und ein Fest, jede Zeile wert, gelesen zu werden.

©Teja Ciolczyk, 12.11.2025

Bewertung vom 12.11.2025
Mon, Mika D.

Hunting the Dark Side of God -Doomed again (Band 1)


ausgezeichnet

Hörbuch-Rezension


Eine zarte, kühle Berührung an seinen Lippen. Wie ein Finger, der sanft in die kleine Kuhle über seinem Mund gelegt wurde. Um ihn herum tanzten Flammen in der Dunkelheit, Tausenden Kerzen gleich. Ein Hauch erklang in der Schwärze und ein Luftzug streifte seine Haut.
Wie kalter Atem.
Atem.

Aus „Hunting the Dark Side of God I: Doomed Again” von Mika D. Mon



KURZMEINUNG
Eine geniale Mischung aus tiefen Abgründen und schwarzem Humor, dieses Buch macht richtig Spaß und fühlt sich wirklich so an, als würde man einen Anime sehen.



SCHREIBSTIL & MEHR
Über das Buch
Nach dem Klappentext habe ich mich ja schon richtig auf das Buch gefreut, muss ich zugeben, die Erwartungen waren also dementsprechend hoch. Und was soll ich sagen? Sie wurden nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Denn das AutorInnen-Duo hat mich absolut abgeholt!
Dieses Buch ist einfach Spaß pur beim Lesen.
Seien es die schillernden und authentischen Charaktere, die man so wohl knuddeln als auch ihnen den Hals umdrehen möchte. Das Setting, dass unserer Welt in vielem gleicht und dann doch in Feinheiten wieder eine ganz andere ist, sodass man vollkommen in die Geschichte eintaucht.
Ich habe so viel gelacht, geschmunzelt und innerlich wegen etwaiger Sturköpfe geflucht. SO macht Lesen richtig Fun, Leute. Mein Blick ist nicht nur über die Zeilen gehuscht, ich hatte richtiges Kino! In diesem Fall übertreibt das Marketing also nicht, wenn es behauptet, das hier wäre Anime zum Lesen. Vielmehr ist es eine abgefahrene Story zum Erleben!
Die Charaktere sind alle in ihrer Art ganz eigenen, wachsen ans Herz. Doch steck sie alle in einen Sack und du triffst nie den Falschen. ^^ Das ist das Herrliche hier, alles ist trotz der fantastischen Aspekte so wundervoll unperfekt. So nah.
Ich freue mich tierisch auf den zweiten Band. Sollte er nicht zeitnah als Hörbuch erscheinen können, habe ich das Buch schon hier stehen. ;)

Zum Sprecher
Benjamin Brunken hat den ultimativen Schalk in seinem Nacken. Man sieht richtig Nox’ Augen blitzen, wenn er Hiro wieder einmal reizt. Hat Hiros Augenrollen vor sich, wenn sein Freund wieder einmal mit seinen ganz eigenen Weisheiten um die Ecke kommt.
Er hat den Charakteren ganz wunderbar Leben eingehaucht und der Geschichte eine tolle Dynamik verliehen, die es noch einfacher gemacht hat, sich mitten hineinfallen zu lassen.
Ein sehr guter Job, wie ich meine! Ich hoffe sehr, er darf auch Band 2 einsprechen.


FAZIT
Ein grandioser Lese- und Hörgenuss, der auf ganzer Linie Spaß macht. Sei es die tolle Dark Fantasy vor einem genialen Setting oder einfach das herrliche Geplänkel zwischen den Protagonisten. Diese Story kann richtig was, ich freue mich auf Band 2!


©Teja Ciolczyk, 12.11.2025

Bewertung vom 31.10.2025
Jänisen, Mika

Wonders Macht - Hel Squad 1 (Mystery Thriller im Anime Stil)


ausgezeichnet

Angst war schon nicht mehr das richtige Wort für das, was hier herrschte; Schrecken und Terror passten eher.

Aus „Hel Squad I: Wonders Macht“ von Mika Jänisen



KURZMEINUNG
Ich habe selten ein Buch, das mich so packt wie dieses. Absolut genialer Mystery-Thriller, der auf vielen Ebenen begeistert!



SCHREIBSTIL & MEHR
Auf dieses Buch habe ich mich ja schon wegen des Klappentextes sehr gefreut. Aber was mich zwischen den Buchdeckeln erwartet hat, war noch einmal eine ganz andere Hausnummer! Zuerst einmal braucht diese Geschichte keine Eingewöhnung, denn man ist sofort mittendrin – im Geschehen, in der Gruppe, im Chaos.
Was ich besonders mag, ist, wie es Mika Jänisen schafft, dass man sofort zu jedem der Charaktere eine Bindung aufbaut. Und dann genau mit dieser Bindung spielt. Die Perspektivenwechsel sorgen für die Spannung, die ab und zu an die eigenen Grenzen treibt. Und darüber hinaus. Denn ich habe diese knapp 700 Seiten in kürzester Zeit gelesen. Weil ich das Buch einfach nicht weglegen konnte, weil es so außerordentlich gut geschrieben ist! Ehrlich, das ist, wie im Kopf einen Film zu schauen. Und da sind bildgewaltige Eindrücke dabei, das eigene Hirn steht Kopf und das Herz möchte gern vor Mitfiebern, Spannung und Atemlosigkeit aus der Brust springen. Man erlebt mit den Charakteren, was oft für einen ziemlich hohen Puls sorgt.
Hoffe ich also auf einen zweiten Band? Hoffe ich, dass Mika Jänisen mehr schreibt? DEFINITIV!
Dieses Buch hat auf so vielen Ebenen funktioniert. Denn es ist nicht nur der Thriller, der im Fokus steht, es ist die Gruppe. Wie sie wachsen, sich kennenlernen und miteinander funktionieren – oder eben auch nicht … Ich hatte so richtig heftig Spaß beim Lesen. Dieses Buch hier ist das Glanzstück des Jahres, ohne zu übertreiben. Lost Hero Publishing ist nicht umsonst mein neuer Lieblingsverlag, die haben ein Händchen für außerordentliche Bücher.


FAZIT
Das Buch des Jahres für mich! Ein absoluter Pageturner, der ordentlich Wumms zwischen den Buchdeckeln hat und richtig Spaß beim Lesen bringt – einhergehend mit Herzrasen und Atemlosigkeit. Neben genialen Überraschungsmomenten wartet er auch mit charakterlicher Tiefe und absolutem Lesespaß auf! Hammer!

©Teja Ciolczyk, 31.10.2025

Bewertung vom 12.10.2025
Valentin, Mira

Andorin 4 - Monsterzischen


ausgezeichnet

Hörbuch-Rezension

Erstaunt zog Narcian das Faultier von seinen Schultern und sah es an. »Du hast gewusst, dass ich ihn damals in der Höhle eingesteckt habe?«
»Jaaa.«
»Warum hast du nie mit mir darüber gesprochen?«
»Du wooolltest nicht spreeechen!«
»Ja, mag sein.« Narcian seufzte. »Wieso bist du der Meinung, ich sollte ihn nicht bei Avriel anwenden? Er hätte es verdient.«
»Er jaaa. Du neeiin.«

Aus „Andorin IV: Monsterzischen“ von Mira Valentin


KURZMEINUNG
Ein grandioses und episches Finale für diese besondere High Fantasy-Reihe, die vor allem mit zwischenmenschlicher Vielschichtigkeit glänzt.



SCHREIBSTIL & MEHR
Zum Buch
Was für ein Ende! Was für eine Geschichte!
Mira Valentin kann High Fantasy, vor allem solche, die sich in großen Teilen auf der zwischenmenschlichen Ebene abspielt. Es ist diese einzigartige Mischung aus charakterlichen Zügen, emotionalen Ebenen und diesem Gefühl, dass sich, von der Fiktion einmal abgesehen, die Dinge so echt und authentisch anfühlen. Genau das macht diese Geschichte von Band 1 bis 4 so greifbar. Man lernt die Charaktere nicht nur kennen, sie werden Familie. Ich kann mir vorstellen, dass es für Mira, die ja sogar eine eigene Sprache für Andorin ausgearbeitet hat, nicht leicht wahr, sich von allen zu verabschieden.
Narcian und Agilo sind einfach meine Lieblinge. Direkt danach folgt Kijan und auch Lyrana hat es geschafft, sich doch noch zu mausern. Eigentlich wollte ich mich von niemandem verabschieden aus dieser Truppe. So viel es mir auch echt schwer, die letzten 30 Minuten des Hörbuches anzuhören. Ich wollte unbedingt wissen, wie es ausgeht. Aber ich wollte nicht, dass es endet.
Insgesamt bin ich sehr glücklich mit dem Ende. Es ist gut für diese Geschichte, die so viel mehr kann als Heldenreisen. Es geht um Mut, Vertrauen, das Überwinden von Vorurteilen, Selbsterkenntnis, den Kampf gegen das innere Übel und den Schritt auf andere zu. Das Erkennen eigener Fehltritte und den Willen, es besser zu machen. So viel mehr noch steht in und zwischen den Zeilen. Und eines steht ganz groß darüber: Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt. Ein großartiger Abschluss für eine Reihe, die mich wirklich in jedem Band vollkommen überzeug hat.

Zum Sprecher
Robert Frank hat in diesem Band und der ganzen Reihe gezeigt, wie talentiert er in dem ist, was er tut. Jeder Charakter hatte seine Stimme, seine Eigenheiten und Nuancen, die ihn lebendig machen. Sicher sind sie mir auch deshalb so ans Herz gewachsen. Ich finde, er bringt so toll rüber, was die AutorInnen in den einzelnen Szenen ausdrücken wollen. So hat er es auch hier wieder geschafft und den letzten Band der Andorin-Saga zu einem unvergesslichen Hörerlebnis für mich gemacht. Und Respekt dafür, dass er die Sprache so toll vorgetragen hat, denn das war sicher nicht einfach. ^^


FAZIT
Ein absolut würdiges Ende für diese geniale High Fantasy-Reihe, die auch zwischen den Zeilen so unglaublich viel Spaß gemacht hat! Mir Valentin ist und bleibt einfach eine meiner Lieblingsautorinnen!

©Teja Ciolczyk, 12.10.2025

Bewertung vom 12.10.2025
Yuri, Lee

Broccoli Punch


ausgezeichnet

»Hat es wehgetan damals?«
Das war nicht das, was ich wissen wollte, aber ich fragte trotzdem. Yongjun antwortete mit einem Lächeln.
»Nein, es hat überhaupt nicht wehgetan.«
»Wirklich nicht?«
»Genauer gesagt hatte ich keine Zeit, den Schmerz zu spüren.«

Aus „Broccoli Punch“ von Lee Yuri


KURZMEINUNG
Geschichten, die auf seltsame Art und Weise zum Nachdenken anregen und wirklich trösten.


SCHREIBSTIL & MEHR
Dieses Buch konnte ich nicht in einem Rutsch beenden, obwohl der Schreibstil leicht und schön zu lesen ist, es sich anfühlt, wie eine Unterhaltung mit einem guten Freund oder einer weisen Person. Doch was diese Geschichten machen, ist vielschichtig. Sie erzählen auf abstruse, lustige und eigenartige Weisen mitten aus dem Leben. Es gibt Metaphern, die fast ein wenig in Richtung Mathias Malzieu gehen. Aber sie sind ganz für sich. Etwas Besonderes. Sie trösten, obwohl ich viele der Geschichten traurig fand – alle sogar. Aber sie machen auch Hoffnung. Vielleicht dadurch, dass man beginnt, anders zu denken, sich mit Dingen auseinanderzusetzen. Sie etwas entrückt zu betrachten.
Das absurde Licht, dass hier auf Geschehnisse geworfen wird, hilft dabei, den Kern der Geschichten zu erfassen und sie zu fühlen, nicht nur zu sehen. Das erlaubt es, ein wenig des Lichts auf das eigene Leben umzulenken.
Ein wertvolles Buch. Ein wichtiges Buch.


FAZIT
Dieses Buch ist eine echte Bereicherung. Traurig-schön tröstet es und gibt Hoffnung. Sollte jemand trauern, dann werde ich ihm ein Exemplar davon schenken.

©Teja Ciolczyk, 12.10.2025

Bewertung vom 26.07.2025
Strange, Laura May

Wie Schatten in der Dämmerung


ausgezeichnet

»Kary!« Er schrie sie an; das hatte er noch nie getan. »Bitte sag irgendwas. Sag mir meinetwegen, dass ich verschwinden soll. Wenn du willst, dass ich gehe, dann gehe ich. Das hatte ich sowieso vor. Du musst mich nie wieder sehen. Nur bitte, ich flehe dich an …«

Aus „Land der Dämmerung I: Wie Schatten in der Dämmerung“ von Laura May Strange


KURZMEINUNG
Ich liebe diese emotions- und bildgewaltige Dark Fantasy! Sie geht unter die Haut, zerstört und transportiert so viel in und zwischen den Zeilen.


SCHREIBSTIL& MEHR
Dieses Buch hat mich vollkommen zerstört zurückgelassen. Auf so vielen Ebenen. Und doch ist es gut so, muss so sein.
Laura May Strange hat mich mit diesem Auftakt umgefegt wie ein Sturm, zerstört und es dennoch geschafft, dass ich mein Herz an diese Geschichte hänge. Es gibt so vieles, was ich an diesem Buch liebe. Die Botschaften zwischen Zeilen, die von unseren inneren Dämonen künden, solche, die ein jeder von uns in sich trägt. Von den Schatten in der Dämmerung, die lauern, ausharren und schützen. Von Hoffnung, Freundschaft und Liebe. Von Verzweiflung Hass und Rache.
Zudem sind da die Charaktere, die alle, wie kurz sie auch Erwähnung finden mögen, so greifbar sind in ihrem Tun und ihren Worten. Wie charismatisch kann eine Furcht einflößende Persönlichkeit sein? Dahlya. Hier schimmert nichts in Schwarz und Weiß, sondern in vielen Graufacetten.
Die Atmosphäre ist großartig, von der ersten Zeile an nimmt sie gefangen und lässt nicht einmal dann los, wenn ich das Buch bereits beendet habe. Hier hallt alles nach. Emotionen, Taten, Bilder.
Das hier ist definitiv eines der besten Bücher der letzten Jahre! Ich bin restlos begeistert und freue mich sehr auf den zweiten Band. Denn … Nun, dazu darf ich nichts sagen – lest selbst. ;)


FAZIT
Dark Fantasy, die auf vielen ebenen packt und nicht wieder loslässt – ein absolutes Highlight für mich!


©Teja Ciolczyk, 26.07.2025

Bewertung vom 17.05.2025
Marzi, Christoph

Mitternacht


ausgezeichnet

»Man sollte lernen zu sagen, was man meint«, betonte er. »Denn wenn man nicht lernt zu sagen, was man meint, dann meint man nie das, was man sagt.«

Aus „Mitternacht“ von Christoph Marzi


KURZMEINUNG
Ein wunderschöner Roman, der an Herz und Verstand appelliert, auch wenn letzterer gegen Ende sehr gefordert wird und man ein wenig verloren zurückbleibt.


SCHREIBSTIL & MEHR
Dieses Buch hat es mir nicht leicht gemacht, zu entscheiden, wie es nun insgesamt fand – und dann war es doch ganz einfach.
Christoph Marzi hat eine ähnlich einzigartige Weise, die Dinge zu beschreiben und zu sehen, wie Mathias Malzieu – und dann doch wieder ganz anders. Er hat von der ersten Zeile an geschafft, mich in den Bann der Geschichte zu ziehen. Denn er schreibt so persönlich, fast schon intim. Und damit meine ich nicht, dass hier explizite Szenen vorkämen – tun sie nämlich nicht –, sondern vielmehr, auf welcher Ebene er mich als Leserin anspricht. Von Beginn an lässt er nicht nur erleben, sondern fühlen. Dabei weiß ich nicht einmal genau, woran ich das festmachen kann.
Die Geschichte an sich hat viele Geheimnisse, die sie auch für sich behalten hat. Bei einigen bin ich fein damit, bei anderen fühle ich mich ein wenig verloren. Doch wenn man das Nachwort liest, bleibt bei mir nur Respekt – und Dankbarkeit dafür, dass der Autor alles gegeben hat, um diese Geschichte zu ende zu erzählen. Und genau das ist auch der Grund, weshalb ich meine Wertung nicht nach unten korrigiere, obwohl mich das Ende nicht befriedigt hat. Zumal die Geschichte bis dahin so unglaublich gut erzählt ist.


FAZIT
Ich bin dankbar, dass ich dieses Buch lesen konnte, auch wenn mich das Ende verloren zurückgelassen hat. (Lest das Nachwort!)


©Teja Ciolczyk, 17.05.2025