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Benutzername: hundeliebhaber
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Bewertungen

Insgesamt 48 Bewertungen
Bewertung vom 02.01.2020
Knochengrab / Sayer Altair Bd.2
Cooper, Ellison

Knochengrab / Sayer Altair Bd.2


ausgezeichnet

Maxwell Cho vom FBI ist an seinem freien Tag im Shenandoah Nationalpark wandern, als sein Leichenspürhund Kona plötzlich Alarm gibt. Er entdeckt eine Höhle voller menschlicher Knochen und als FBI-Special-Agent Sayer Alair und die Spurensicherung vor Ort sind, werden zwei sehr frische Leichen geborgen.
Für Sayer Altair und Maxwell Cho, der in diesem Band als ihr Partner fungiert, beginnt die Ermittlung des Serienmörders, der für die Höhle voller Knochen verantwortlich ist, und es stellt sich die Frage, ob und inwiefern die erst vor Kurzem ermordeten Frauen damit zusammenhängen.

Von Ellison Coopers erstem Teil "Todeskäfig" war ich total begeistert und habe mich daher sehr auf den zweiten Teil der Reihe um Sayer Altair gefreut. Die Autorin hat einen sehr flüssigen und dynamischen Schreibstil, der mich nach wenigen Seiten komplett in den Fall eintauchen ließ. Auch wenn es ein wenig Vorlauf brauchte, bis tatsächliche Ermittlungsergebnisse vorlagen, war der Spannungsbogen von Beginn an vorhanden und hat sich konsequent bis zum Ende gehalten.
Sayer Altair ist eine intelligente Ermittlerin, sie und alle anderen Figuren sind so scharf und anschaulich gezeichnet, sodass sämtliche Reaktionen und Handlungen für die Leser_innen nachvollziehbar sind.

Der Fall ist grausig und brutal, die Ermittlung nicht nur für das Team, sondern auch die Leserschaft, nervenaufreibend, die Wendungen und wichtigen Erkenntnisse sind sehr gelungen gelegt und das Ende überrascht noch einmal.

Ein gelungener, spannender zweiter Band, der jeder Fan von Sayer Altair oder Ellison Cooper lesen sollte!

Bewertung vom 02.01.2020
Die Weihnachtsgeschwister
Hennig von Lange, Alexa

Die Weihnachtsgeschwister


sehr gut

Die drei Geschwister Tamara, Elisabeth und Ingmar trudeln samt Partnern und Kindern im Haus ihrer Eltern ein, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Für alle besteht kurz die Hoffnung, dass es dieses Jahr besinnlich wird, doch sobald alle am Tisch sitzen, fangen die Streitigkeiten und Zickereien an. Die Eltern beschließen daraufhin eine Erziehungsmaßnahme für Heiligabend.

Die ersten zwei Drittel des Romans fand ich sehr gelungen. Die einzelnen Figuren werden durch wechselnde Erzählperspektiven deutlich gezeichnet, ihre Gedanken, Gefühle und Emotionen werden für die Lerser_innen nachvollziehbar dargestellt. So sind auf der einen Seite bissige Kommentare, Tränen und fiese Äußerungen und auf der anderen Seite die Erklärungen, woher der Neid und die Missgunst kommen.
Im letzten Drittel ließ meine Begeisterung nach, weil sich die bisher sehr originelle Erzählung, die nicht klassisch romantisierend-weihnachtlich ist, nach, weil Alexa Hennig von Lange genau in diesen Modus wechselt. Dennoch steht so dem schnellen und wohligen Happy End nichts im Wege.

Eine nette Weihnachtsgeschichte für zwischendurch, die auf jeden Fall im ersten Teil mit Humor auffährt!

Bewertung vom 02.01.2020
Draussen
Klüpfel, Volker; Kobr, Michael

Draussen


gut

Cayenne und ihr Bruder Joshua leben zusammen mit ihrem Ersatzvater im Wald. Er drillt sie, führt mit ihnen Kampf- und Überlebenstrainings durch und hält sie fern von der Gesellschaft, damit "sie" die drei nicht finden.
Cayenne ist 17 und sehnt sich nach einem ganz normalen Teenagerleben. Stephans Erklärungen für ihren versteckten Lebensstil reichen für sie als Begründung nicht mehr aus. Bis sie angegriffen wird und nur knapp dem Tod entgeht. Es beginnt eine verheerende Flucht.

"Draussen" ist das erste Buch, das ich vom Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr gelesen habe. Ihre bekannte Kluftinger-Reihe kenne ich nicht und kann daher keine Vergleiche ziehen.
Der Schreibstil ist oftmals etwas holprig, Wörter passen nicht gut zusammen, Dialoge wirken nicht authentisch und sperrig. Die Erzählpassagen, die Stephan und die Kinder betreffen, lassen sich hierbei noch am flüssigsten lesen. Die eingeschobenen Tagebucheinträge eines Fremdenlegionärs sind, was den Sprachstil und die Verarbeitung von Stereotypen und Klischees angeht, nicht gut zu lesen.

Obwohl Klüpfel und Kobr spannende und actionreiche Szenen in ihrem Thriller eingebaut haben, fehlt eine Grundspannung. Das kann an der inhaltlichen Fülle liegen, die zunächst überschaubar ist und bei der ich mich schlussendlich frage, inwieweit das notwendig oder aber doch als seitenfüllende Konstruktion diente. So finden die Prepper-Szene, Politikszenarien, Stromversorgung, die Fremdenlegion und die Flucht im Wald Platz. Während Stephan, Cayenne und Joshua durch ihre Präsenz in den Erzählpassagen eine Tiefe erreichen, bleiben sämtliche Nebencharaktere flach und eher unscheinbar.

Insgesamt kann ich sagen, dass der Plot kein neues Schema ist, in den Erzählpassagen gut umgesetzt, jedoch mit viel zu viel unnötigem Wissen und Nebenhandlungen unterfüttert wurden, die nicht zu einem neuen Twist oder mehr Spannung geführt haben, sondern lediglich zu einer Überladung. Dadurch konnte der eigentliche Inhalt und der angedachte Spannungsbogen seine Tiefe nicht entfalten.

Bewertung vom 02.01.2020
Nebeljagd
Hofelich, Julia

Nebeljagd


ausgezeichnet

In Ochsenwang, ein Dorf auf der Schwäbischen Alb, wird die Leiche der ermordeten Ines Schneider aufgefunden. Sofort wird Jo Haug, ihr Pflegesohn, verdächtigt, zu dem die mittlerweile alte Frau kein sonderlich gutes Verhältnis hatte. Schließlich ist er vorbestraft, im Dorf nicht beliebt und hat Gerüchten zufolge als Jugendlicher seine Freundin Vanessa Beckmann auf brutale Weise ermordet.

Rechtsanwältin Linn Geller nimmt den Fall an und zweifelt an Haugs Unschuld, weil alle Fakten gegen ihn sprechen. Dennoch hält sie an der Unschuldsvermutung fest, ermittelt auf eigene Faust, geht jedem Hinweis nach und entdeckt bald, dass der Fall Jo Haug viel komplexer ist, als sie zu Beginn dachte.

Julia Hofelich konnte mich bereits auf den ersten Seiten mit ihrem Schreibstil für sich gewinnen. Sie hat eine ruhige Art zu schreiben, die Verhältnisse und die Atmophäre in dem Ort werden anschaulich dargestellt und sowohl Linn Geller als auch Jo Haug, Götz und Faber sind gut ausgearbeitete Figuren.
Die Bezeichnung Kriminalroman ist hier sehr treffend: Durch die privaten Beziehungen, Probleme und Geschehnisse lassen sich einige Passagen wie in einem Roman lesen, andere wiederum sind spannend und lassen die Leser_innen mitfiebern.

Die einzelnen Erkenntnisse, Entwicklungen und vor allem die Wendungen sind sehr gut durchdacht. Die Personen handeln realistisch und nachvollziehbar, Linn Geller wirkt sehr professionell und kommt im richtigen Tempo der Auflösung des Falls auf die Spur.

Obwohl ich den ersten Band (noch) nicht gelesen habe, hatte ich keinerlei Verständnisschwierigkeiten.
"Nebeljagd" ist ein spannender Krimi, der durch einen angenehmen Schreibstil, intelligente Wendungen und Überraschungseffekte überzeugt.

Bewertung vom 02.01.2020
Blutblume / Widerstandstrilogie Bd.1
Boije af Gennäs, Louise

Blutblume / Widerstandstrilogie Bd.1


sehr gut

Nachdem ihr Vater auf tragische Weise gestorben ist und sie ihr Studium abgeschlossen hat, zieht Sara von der Kleinstadt Örebro nach Stockholm. Sie wohnt in einem schäbigen Zimmer, hat einen miesen Kellnerjob und muss ihre Traumata der Vergangenheit bewältigen. Doch schnell ändert sich alles: sie bekommt einen angesehenen Job in einer PR-Agentur, findet in Chefin Bella eine tolle Freundin und zieht kurz darauf mit ihr in ein luxuriöses Appartement.

Doch schon bald geschehen Dinge, von denen sie nicht weiß, ob sie real sind oder ihrer Einbildung entspringen, bis sie an ihrem Verstand zweifelt.


Louise Boije af Gennäs hat einen ruhigen und stark erzählenden Schreibstil. Überwiegend liest sich "Blutblume" mehr wie ein Roman als wie ein Thriller, was überhaupt nicht schlecht ist. Dadurch entsteht eine ruhige Atmosphäre, die Figuren sind sehr eindrücklich gezeichnet und detailliert ausgearbeitet, einzelne Verbindungen und Beziehungen werden deutlich. Vor allem entsteht nicht die Erwartung des Thrills, es wird nicht erwartet, dass jederzeit etwas Spektakuläres passiert, sondern für die Leser_innen wird durch den Stil und die eher langsame Entwicklung der Handlung klar, dass auf die Auflösung am Ende hingearbeitet wird.

Während der Lektüre konnte ich mich gut in Sara hineinversetzen, habe immer wieder, wie sie, überlegt, was Fantasie und was Realität ist, welche Zusammenhänge bestehen, wem sie vertrauen kann und wem nicht.

Und obwohl sich nach den gut 500 Seiten einige Fragen klären, bleiben mindestens genauso viele offen, die den zweiten Teil unabdingbar machen.

Einziges Manko sind die eingefügten Ausschnitte aus den Heften von Saras Vater, die sehr lang, sehr komplex und sehr personenreich sind, und eher verwirren und überfordern als für den Lesefluss oder erhöhten Input sorgen.

Mit "Blutblume" hat Louise Boije af Gennäs einen clever durchdachten und ruhigen Auftakt für die sogenannte Widerstandstrilogie geschaffen, der seinen Höhepunkt an Spannung mit der letzten Seite hat.

Bewertung vom 26.12.2019
Freefall - Die Wahrheit ist dein Tod
Barry, Jessica

Freefall - Die Wahrheit ist dein Tod


ausgezeichnet

Die 30-jährige Ally ist die einzig Überlebende eines Flugzeugabsturzes in den Rocky Mountains. Sie kämpft sich nicht nur durch die Wildnis, sondern auch um ihr Überleben, das irgendjemand um jeden Preis verhindern will.
Ihre Mutter Maggie, die seit geraumer Zeit keinen Kontakt mehr zu Ally hatte, kann die Nachricht deren Todes nicht glauben und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.

Jessica Barry schreibt sehr fesselnd und einnehmend. Erzählt wird abwechselnd aus Maggies und aus Allys Persepktive, wobei sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit erzählt wird. So erhält der Leser aus jeder zeitlichen Episode stückchenweise neue Informationen und Erkenntnisse, die als Puzzlestück für das große Ganze dienen.
Der Spannungsbogen bleibt durch den begrenzten Personenkreis, die geringen Dosen an Erkenntnis und Information und den packenden Schreibstil stets gespannt.
Das Ende und somit die Aufklärung ist ab einem gewissen Grad absehbar, dennoch bleibt der Weg dorthin, der genaue Verlauf und das Finale spannend.

Ein spannendes Debüt, das mich wie im Sog lesen ließ!

Bewertung vom 18.11.2019
Wisting und der Tag der Vermissten / William Wisting - Cold Cases Bd.1
Horst, Jørn Lier

Wisting und der Tag der Vermissten / William Wisting - Cold Cases Bd.1


sehr gut

William Wisting lässt ein Fall nicht los: Das Verschwinden von Katharina Haugen 24 Jahre zuvor. Zu ihrem Todestag kramt er die alten Fallakten heraus und hofft, aus Ungereimtheiten die Lösung zu finden. Außerdem trifft er sich jedes Jahr mit Katharinas Ehemann, Martin Haugen, trinkt mit ihm Kaffee und spricht über den Fall. Dieses Jahr ist jedoch alles anders, weil Martin am Todestag nicht zuhause und auch nicht zu erreichen ist. Außerdem taucht Ermittler Adrian Stiller auf, der aus anderen Gründen auf Martin Haugen gestoßen ist.

Jørn Lier Horst hat einen sehr ruhigen und ausgeglichenen Schreibstil, durch den sich die Kapitel schnell und flüssig lesen lassen. Über William erfahren wir nicht nur, wie er zu dem ungelösten Fall und seiner Freundschaft zu Martin steht, sondern auch viel über sein Privatleben. Darin spielen vor allem Tochter Line und Enkelin Amalia eine große Rolle.

Der Cold Case ist spannend, die Ermittlungvorgehensweisen wirken authentisch und sind schlüssig dargestellt. Auch wenn die Auflösung nicht völlig unvorhersehbar war, ist der Weg dorthin spannend zu lesen.

Bewertung vom 18.11.2019
Das innere Navi
Dittmar, Vivian

Das innere Navi


sehr gut

Vivian Dittmar erklärt die Unterschiede der fünf unterschiedlichen Disziplinen des Denkens: Inspiration, Intuition, Herzintelligenz, Absicht und Ratio.
Sehr ausführlich beschreibt sie jede Disziplin für sich, welche Merkmale sie hat, in welchen Situationen sie vielleicht besonders stark ist, und setzt die einzelnen Disziplinen mit sich in Beziehung und grenzt sie voneinander ab. Unterfüttert werden ihr Ausführungen mit eigenen Erfahrungen, die stets kurz eingeworfen werden. Außerdem gibt es thematisch passende Übungen, die sowohl während der Lektüre als auch danach regelmäßig gemacht werden können. Sie sollen die Wahrnehmung schulen und so helfen, selbst die verschiedenen Arten des Denkens differenzieren zu können.

Der Schreibstil ist angenehm und die Sachverhalte sind verständlich erklärt. Dennoch waren einige Passagen sehr langatmig und nahezu nichtssagend, sodass ich während des Lesens gelegentlich mit meinen Gedanken abgeschweift bin. Durch den sehr hohen theoretischen Anteil fällt es schwer, nach der ersten Lektüre viel verinnerlicht zu haben.
Dennoch ist "Das innere Navi" ein sehr informatives Buch, das das eigene Denken, Handeln und Fühlen näher beleuchtet und teilweise in Frage stellt.

Bewertung vom 16.11.2019
In den Klauen des Falken
Kallentoft, Mons; Karolina, Anna

In den Klauen des Falken


ausgezeichnet

Zack Herry kann in letztem Moment einen Terroranschlag im U-Bahnhof verhindern, weil er die junge Attentäterin erschießt. Ihre Augen verfolgen ihn bis in seine Träume, doch er hat nicht die Zeit, sich mit ihren Motiven zu befassen, denn seine Aufmerksamkeit wird von seinen Kollegen verlangt. Ein Polizeikollege, der undercover einen Drogenring ausheben wollte, wurde gefoltert und ermordet. Zack und sein Team vermuten, dass er wegen sensibler Informationen sterben musste, bevor er seinen Auftrag beenden konnte. Nun soll Zack Herry für ihn einspringen.

Wie in vielen schwedischen Krimis und Thrillern ist auch Zack Herry ein einsamer, düsterer und melancholischer Ermittler, der privat einige Ungeklärtheiten und Probleme mit sich herumschleppt. Dennoch konnte er mich schnell von sich überzeugen - ebenso die Nebencharaktere, die sehr zu ihm passten.
Der Schreibstil ist auf den ersten Seiten noch eigenartig und ungewöhnlich, konnte jedoch schnell flüssig gelesen werden und hat es drauf, Spannung zu erzeugen.
Das Erzähltempo ist im Verhältnis zu den Geschehnissen absolut stimmig, es gibt zwischendurch immer mal kleine Höhepunkte und natürlich ein spannendes Finale.
Dass ich keinen der vorherigen Bände der Zack Herry Reihe gelesen habe, hat mein Verständnis absolut nicht beeinträchtigt.

Bewertung vom 25.09.2019
Drei
Mishani, Dror A.

Drei


sehr gut

Über "Drei" kann man gar nicht allzu viel verraten, ohne die Spannung zu nehmen oder zu spoilern.

Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt, in denen jeweils von einer Frau erzählt wird, die auf der Suche ist. Im ersten Teil lernt man Orna kennen, die nachdem ihr Mann sich von ihr getrennt hat, mit ihrem Sohn allein lebt, um die Ehe trauert und auf der Suche ist nach Liebe und Sicherheit.
Im zweiten Teil sucht Emilia, kommt aus Lettland und pflegt ältere Menschen in Israel, nach Halt und einem neuen Weg. Im dritten Teil schreibt Ella, Ehefrau und Mutter, eine Masterarbeit und sucht nach mehr Aufregung.
Alle drei Frauen begegnen einem Mann, in dem sie finden, was sie suchen, der ihr jedoch auch etwas vorenthält. Doch auch er weiß nicht alles über die Frauen, was er meint.

Dror Mishani konnte mich mit seinem ruhigen, unaufgeregten Schreibstil begeistern. Er beleuchtet die Gedanken- und Gefühlswelt der jeweiligen Frau sehr genau und öffnet dem Leser eine eigene Welt rund um die Figur.
Dabei vollzieht sich immer eine Persönlichkeitsentwicklung die so nicht immer meinen Erwartungen entsprach.
Ein schöner Roman, der lange vor sich hin plätschert und mit den letzten 30 bis 40 Seiten enorm an Spannung gewinnt.