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Benutzername: Stella
Wohnort: Nürnberg
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Bewertungen

Insgesamt 2 Bewertungen
Bewertung vom 12.02.2015
Mein Mann, der Rentner
Schmidt, Rosa

Mein Mann, der Rentner


ausgezeichnet

Das Buch will unterhalten - und tut es auch.
Da geht es nicht um psychologisches Tiefbohren, analytische Erkenntnisse
oder um eine Art Coaching.

Rosa Schmidt zeichnet auf sehr humorvolle und warmherzige Weise
die Phase des beginnenden Ruhestands, eine Zeit von
Veränderungen, die viele Paare geradezu krisenhaft erleben.
Ich nehme ihr voll und ganz ab, dass sie weiß, wovon sie schreibt.

Anders als der Titel vermuten lässt, kommt ER, der Neu-Rentner,
insgesamt in diesem Buch gar nicht so schlecht weg. Zeigt sich doch
Stück für Stück, dass die schlimmen Erwartungen der tief beunruhigten Ehefrau
größtenteils auf Fehleinschätzungen beruhen.

Der Neu-Rentner genießt die gewonnene Freizeit.
Zur Überraschung seiner Frau weiß er sich zu beschäftigen
und hat (außerberufliche) Interessen.
Er lässt sich nicht anderer Leute Hobbys überstülpen.
Keinesfalls mag er sich verplanen lassen.
Ihm tun sich weder unerträgliche Langeweile
noch das „große, schwarze Loch“ auf.

Bei einem "plötzlichen 24h-Miteinander" nach vielen Jahren der Berufstätigkeit
sind mancherlei Irritationen zu bestehen. Es ist ein wenig wie das (erneute) Kennenlernen
und sich aufeinander Einlassen.

Rosa Schmidt beschreibt diesen Prozess mit einem - für mich - sympathischen
Augenzwinkern.

Bewertung vom 11.02.2015
Der Tag, als meine Frau einen Mann fand (Restexemplar)
Berg, Sibylle

Der Tag, als meine Frau einen Mann fand (Restexemplar)


weniger gut

„Interessant für langjährige Beziehungen“ stand in einem Zeitungstext zum Erscheinen dieses Buches. Deshalb habe ich es erstanden - und konsequent - jedoch ohne Vergnügen und ohne gefesselt zu sein - bis zum Schluss gelesen.

So viel vom Onanieren und Kopulieren, häufig an schmuddelig-ekligen Orten, wollte ich mir eigentlich gar nicht antun. Sogar der Stiel einer dreckigen Klobürste wird von Frau Berg in ihrem Werk einschlägig zweckentfremdet... Ja, irgendwie zum Kotzen. Folgerichtig lässt die Autorin ihre Protagonisten im Buch auch öfters mal kotzen...

Der Stoff als solcher ist gewiss geeignet, um darüber zu schreiben, was in der Tat von vielen Autoren getan wird. Geht es doch um eine der großen, fortwährenden Herausforderungen langjähriger Paare, nämlich um das Ausbalancieren von Nähe und Distanz, um die Gratwanderung zwischen sexuellem Begehren und vertrauter Geborgenheit.

Die Autorin wählt drastische Beschreibungen und ergeht sich darin, destruktive Aussichtslosigkeit ins Bild zu setzen. Ich habe mich schon nach wenigen Seiten beim Überfliegen und Querlesen ertappt. Auch Krasses langweilt, wenn es sich wiederholt oder in geringfügigen Variationen aneinander gereiht wird! Ob das was „Reißerisches“ haben soll (wen auch immer dieses ewige Penetrieren und Ejakulieren samt Details vom Hocker reißen mag...)?

Frau Bergs Stil hat unbestritten Wiedererkennungswert.
Es klingt die Kolumnistin an.
Das kann man mögen - oder auch nicht.

Die positive Wirkung dieses Buch auf mich:
Ich bin sehr dankbar dafür, dass versyphtes Ambiente, Dauersuff, Drogen, bemitleidenswerte, missbrauchte (Stricher-)Gestalten... n i c h t nötig sind in Zusammenhang mit meinen sexuell erfüllenden Highlights.

3 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.