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Dana

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Insgesamt 100 Bewertungen
Bewertung vom 05.01.2026
te Marveld, Saskia

Blutwild


sehr gut

Die ehemalige Kommissarin Anka Jessen erhält eine anonyme SMS mit Koordinaten. Neugierig und misstrauisch folgt sie ihnen und stößt in einer abgelegenen Hütte auf präparierte menschliche Körperteile. Das herbeigerufene Ermittlerteam fordert sie auf, sich aus dem Fall herauszuhalten. Doch Anka ignoriert die Warnung.

"Blutwild" ist das Debüt von Saskia te Marveld und ein temporeicher Thriller, der den Fokus klar auf seine Protagonistin legt. Im Mittelpunkt steht Anka, die vor sechs Jahren entführt wurde. Auf ihrer Flucht geriet sie damals in eine Falle, was zur Amputation ihres Unterschenkels führte. Dieses traumatische Erlebnis prägt sie bis heute. Ankas größte Stütze ist ihre beste Freundin Izzy, ein echter Fels in der Brandung, der ihr nicht nur nach der Entführung, sondern auch im aktuellen Geschehen jederzeit zur Seite steht. Als neue Ereignisse Anka erneut in Angst versetzen, stellt sich die zentrale Frage, ob ihr damaliger Peiniger zurückgekehrt ist oder ob es einen Nachahmer gibt.

Die Geschichte wird überwiegend aus Ankas Perspektive erzählt und durch zahlreiche Rückblicke ergänzt, die nach und nach mehr über ihre Vergangenheit offenbaren, sich aber auch auf andere Leute konzentrieren. Das Tempo des Thrillers ist sehr hoch und ständig passiert etwas. Anka kommt kaum zur Ruhe. Einerseits sorgt genau dieses Tempo für enorme Spannung und hält einen am Ball. Andererseits wirkt die Dichte der Ereignisse stellenweise etwas unglaubwürdig, was bei mir gemischte Gefühle hinterlassen hat. In diesem Punkt bin ich ehrlich gesagt zwiegespalten. Die Auflösung war für mich persönlich keine große Überraschung mehr. Das fand ich schade, auch wenn es im Verlauf der Geschichte einige Wendungen gab.

Der Schreibstil von Saskia te Marveld ist einfach, flüssig und fesselnd. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und sind nicht übertrieben lang, was das schnelle Lesen zusätzlich unterstützt.

Fazit: Insgesamt ist "Blutwild" ein spannender Thriller mit einer interessanten Hauptfigur und ein solides Debüt, das trotz kleiner Schwächen überzeugt.

Bewertung vom 29.12.2025
Holland, Sam

The Puppet Master / Major Crimes Bd.2


ausgezeichnet

DCI Cara Elliott von der Abteilung für Schwerverbrechen wird zu einem offensichtlichen Selbstmord gerufen. Es gibt allerdings einige Unklarheiten, weshalb Cara und ihr Team Ermittlungen einleiten. Bald gibt es verdächtig viele solcher Fälle.

Dies ist nach "The Twenty" der dritte Fall für das Ermittlerteam der Abteilung für Schwerverbrechen.

Schon die Grundidee von "The Puppet Master" hat mich sofort gepackt. Offensichtliche Selbstmorde, die bei genauerem Hinsehen keine sind. Ein Strippenzieher, der seine Opfer manipuliert und sie dazu bringt, sich selbst zu zerstören. Dieser Ansatz ist nicht nur extrem düster, sondern auch zutiefst verstörend. Der Fall fühlt sich von Anfang an beklemmend an und hat mich emotional stark mitgenommen. Die Art der Manipulation, der psychische Druck auf die Opfer und die lange Zeit, die das Team braucht, um überhaupt eine Verbindung zwischen den einzelnen Fällen herzustellen, haben mich emotional sehr getroffen. Die Hilflosigkeit der Ermittler ist spürbar und verstärkt die düstere Atmosphäre zusätzlich.

Cara als Hauptfigur habe ich als schwierig empfunden, aber nie als unsympathisch. Sie ist kantig, innerlich zerrissen und trägt viel Ballast mit sich herum. Besonders ihre Beziehung zu ihrem Bruder Nate hat mir gefallen. Die Dynamik zwischen den beiden wirkt authentisch und berührend. Beide sind hervorragende Polizisten mit einem starken Instinkt, aber eben auch kaputte Menschen, so wie fast alle Figuren in dieser Geschichte. Genau das macht sie für mich so glaubwürdig. Umso mehr habe ich mich über das Wiedersehen mit bekannten Figuren aus dem Vorgänger gefreut. Die Entwicklung von Jamie Hoxton, Adam Bishop und seiner Frau Romilly war für mich ein echtes Highlight. Besonders Jamies Geschichte hat mich schon in "The Twenty" tief berührt, und auch hier ging sie mir wieder sehr nahe.

Was mir besonders positiv aufgefallen ist, ist die Balance zwischen Job und Privatleben. Die Ermittlungsarbeit ist spannend und intensiv, gleichzeitig bekommen die persönlichen Probleme und inneren Konflikte der Figuren genug Raum. Beides wirkt gleichwertig und ergänzt sich hervorragend, ohne dass eines davon zu kurz kommt. Ein Punkt, der mich allerdings sehr gestört hat, war die wiederholte Erwähnung des Echomanns. Dieser scheint eine zentrale Rolle für Caras seelisches Leid und ihr inneres Chaos zu spielen. Leider wird dieser Teil der Reihe erst im Herbst 2026 auf Deutsch erscheinen, weshalb diese Passagen für mich nur schwer einzuordnen waren. Ich hatte ständig Fragen und das Gefühl, dass mir wichtiges Vorwissen fehlt. Dass die Reihe in falscher Reihenfolge übersetzt wurde, hat mein Leseerlebnis hier deutlich beeinträchtigt, da offensichtlich Kenntnisse vorausgesetzt werden.

Der Schreibstil von Sam Holland ist erneut absolut fesselnd, flüssig, intensiv, ohne Längen, und ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen. Die Spannung reißt kaum ab, und selbst ruhigere Passagen tragen zur Atmosphäre und Figurenzeichnung bei.

Fazit: "The Puppet Master" war für mich wieder ein echtes Lesehighlight. Trotz kleiner Kritikpunkte, insbesondere bezüglich der Übersetzungsreihenfolge, hat mich der Thriller emotional gepackt und nicht mehr losgelassen. Sam Holland versteht es meisterhaft, dunkle Themen mit starken Figuren und hoher Spannung zu verbinden.

Bewertung vom 28.12.2025
Herron, Mick

Down Cemetery Road


weniger gut

In Oxford verschwindet ein kleines Mädchen, und die Privatermittlerin Zoë Boehm übernimmt die Ermittlungen. Der Fall zieht mehrere Bewohner der Nachbarschaft in Mitleidenschaft, insbesondere die Hausfrau Sarah Tucker.

Ich habe "Down Cemetery Road" mit recht hohen Erwartungen gelesen. Mick Herron ist bekannt für seine scharf gezeichneten Figuren und seinen trockenen, oft sehr treffenden Humor. Der Einstieg klang vielversprechend. Die Privatermittlerin Zoë Boehm ermittelt in Oxford, ein kleines Mädchen verschwindet. Eigentlich beste Voraussetzungen für einen spannenden, atmosphärischen Kriminalroman.

Leider hat mich das Buch insgesamt eher enttäuscht. Zwar ist Zoë Boehm offiziell die Hauptfigur, doch sie bleibt über weite Strecken erstaunlich distanziert und präsent nur am Rand. Stattdessen nimmt die Geschichte um die Hausfrau Sarah Tucker immer mehr Raum ein. Zeitweise hatte ich sogar den Eindruck, dass Sarah die eigentliche Hauptfigur ist. Eine Entscheidung, die ich nicht wirklich nachvollziehen konnte und die für mich den Fokus der Geschichte abgeschwächt hat. Dazu konnte ich weder zu der einen Frau noch zu der anderen eine Verbindung aufbauen und konnte mit ihnen nicht warm werden. Auch die Spannung konnte mich nicht dauerhaft halten. Das Verschwinden des Kindes ist zwar ein ernstes und emotionales Thema, doch die Geschichte schafft es nur selten, daraus echten Nervenkitzel zu entwickeln. Viele Passagen ziehen sich, und gerade dort, wo ich mir Tempo gewünscht hätte, bleibt die Handlung überraschend ruhig oder verliert sich in Nebensächlichkeiten.

Hinzu kommen einzelne Szenen und Wendungen, die auf mich übertrieben wirkten. Statt die Geschichte zu verdichten, haben sie mich eher aus dem Lesefluss gerissen. Herrons Stil blitzt zwar immer wieder auf, doch diesmal trägt er für mich nicht durch den gesamten Roman. Am Ende blieb bei mir das Gefühl zurück, dass "Down Cemetery Road" mehr hätte sein können. Die Ausgangsidee ist stark, das Setting interessant, doch die Gewichtung der Figuren und der fehlende Spannungsbogen haben mir den Lesegenuss deutlich geschmälert. Es ist kein schlechtes Buch, aber gemessen an meinen Erwartungen und an Herrons Möglichkeiten schlicht zu wenig.

Fazit: Solide Ansätze, interessante Figuren, aber wenig Spannung und ein irritierender Fokus. Für mich insgesamt enttäuschend.

Bewertung vom 22.12.2025
Rubin, Franziska

Meine Gesundheitsretter aus der Natur gegen Bauchfett


gut

Ich habe mir von diesem Buch deutlich mehr versprochen, vor allem aufgrund des Titels. "Gesundheitsretter aus der Natur" klingt nach einem klaren Fokus auf natürliche Mittel, Ernährung und einfache, alltagstaugliche Lösungen gegen Bauchfett. Genau das habe ich jedoch nur teilweise gefunden. Der Titel ist für mein Empfinden irreführend, da der Schwerpunkt weniger auf natürlichen Rettern liegt, sondern vielmehr auf einem allgemeinen, ganzheitlichen Gesundheitskonzept, das viele Bereiche streift, aber nicht konsequent beim Thema Natur bleibt.

Das Buch ist sehr informationsreich, teilweise sogar zu sehr. Es wirkt stellenweise überladen mit Erklärungen, Hintergrundwissen und allgemeinen Gesundheitstipps. Dadurch geht für mich der rote Faden verloren, und ich hatte öfter das Gefühl, dass weniger mehr gewesen wäre. Einige Inhalte wiederholen sich oder werden unnötig ausführlich dargestellt, während andere Aspekte zu kurz kommen.

Besonders enttäuscht war ich von der geringen Anzahl an Rezepten. Gerade bei einem Buch, das sich mit Bauchfett und Gesundheit beschäftigt, hätte ich mir deutlich mehr konkrete, umsetzbare Rezeptideen gewünscht. Stattdessen bleibt es häufig bei theoretischen Ansätzen und Empfehlungen. Positiv hervorheben möchte ich dennoch die Sprache. Das Buch ist einfach und verständlich geschrieben. Auch komplexere Zusammenhänge werden so erklärt, dass sie gut nachvollziehbar sind. Für Einsteiger im Bereich Gesundheit und Ernährung kann das durchaus hilfreich sein.

Fazit: Insgesamt hat mich das Buch nicht überzeugt, aber auch nicht komplett enttäuscht. Es enthält einige gute Ansätze und Denkanstöße, erfüllt jedoch nicht die Erwartungen, die der Titel weckt, und bietet mir persönlich zu wenig praktische Umsetzung.

Bewertung vom 16.12.2025
Julia Georgallis

How to eat your christmas tree


weniger gut

Als ich von "How to Eat Your Christmas Tree" gehört habe, war ich sofort begeistert. Die Idee, den Weihnachtsbaum nach den Feiertagen nicht einfach zu entsorgen, sondern ihn auf kreative und essbare Weise weiterzuverwenden, klang originell, mutig und vor allem nachhaltig. Gerade in einer Zeit, in der Umweltbewusstsein immer wichtiger wird, hat mich dieses Konzept sehr angesprochen.

Beim genaueren Hinsehen hat mich die Umsetzung jedoch zunehmend enttäuscht. Zwar wird der nachhaltige Gedanke konsequent verfolgt, doch viele der vorgestellten Ideen wirken auf mich eher theoretisch als wirklich praktikabel. Ich hatte mir konkretere, alltagstauglichere Ansätze erhofft. Statt Inspiration blieb bei mir öfter Skepsis zurück. Würde ich das tatsächlich selbst umsetzen? Und vor allem, möchte ich das überhaupt?

Auch kulinarisch konnte mich das Projekt nicht vollständig überzeugen. Der Gedanke, einen Weihnachtsbaum zu essen, bleibt trotz aller kreativen Ansätze gewöhnungsbedürftig. Einige Vorschläge wirken mehr provokant als sinnvoll und lassen für mich den Genussgedanken etwas vermissen. Nachhaltigkeit allein reicht nicht aus, wenn das Ergebnis weder ansprechend noch wirklich einladend wirkt.

Fazit: Insgesamt bleibt für mich ein zwiespältiger Eindruck. Die Idee ist stark, relevant und lobenswert, die Umsetzung hingegen unausgereift und nicht immer überzeugend.

Bewertung vom 15.12.2025
Horowitz, Anthony

Tod zur Teestunde (eBook, ePUB)


gut

In "Tod zur Teestunde" liest die Lektorin Susan Ryeland das Manuskript eines Kriminalromans, in dem es um den Tod einer Frau während einer Teestunde geht. Während sie die Geschichte verfolgt, stößt sie auf Ungereimtheiten. Bald wird Susan selbst in einen realen Mordfall verwickelt und beginnt zu ermitteln.

Dies ist bereits der dritte Fall für die Lektorin Susan Ryeland.

Mit "Tod zur Teestunde" kehrt Anthony Horowitz erneut zu seiner bekannten Hauptfigur Susan Ryeland zurück. Wie schon in den vorherigen Bänden besteht der Roman aus zwei miteinander verknüpften Geschichten, einem klassischen Krimi im Stil von Agatha Christie und der Rahmenhandlung rund um Susan selbst. Diese Idee finde ich grundsätzlich spannend, allerdings hat sie mich dieses Mal eher verwirrt als begeistert. Der ständige Wechsel zwischen den Ebenen macht es schwer, wirklich in die Handlung einzutauchen.

Persönlich empfand ich das Buch als recht anstrengend zu lesen. Man muss sehr aufmerksam bleiben und Geduld mitbringen, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Leider kam dabei für mich kaum Spannung auf. Viele Passagen ziehen sich, und statt Nervenkitzel dominieren lange Erklärungen und Details. Ich hatte öfter das Gefühl, dass die Geschichte nicht richtig vorankommt.

Susan Ryeland selbst ist zwar weiterhin eine interessante Figur, doch auch ihre Ermittlungen konnten mich dieses Mal nicht vollständig fesseln. Im Vergleich zu den vorherigen Fällen wirkte dieser dritte Band auf mich schwächer und weniger mitreißend.

Fazit: Insgesamt ist "Tod zur Teestunde" kein schlechtes Buch, aber auch kein Highlight. Wer das Konzept der Reihe liebt und komplex aufgebaute Kriminalromane mag, könnte trotzdem auf seine Kosten kommen. Für mich blieb der Krimi jedoch eher durchschnittlich.

Bewertung vom 07.12.2025
Johann, Petra

Wem du traust


gut

Eva lebt mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn ein vermeintlich perfektes Leben. Regelmäßig hilft die 15-jährige Sofia als Babysitterin aus. Doch eines Nachts bringt Daniel Sofia nach Hause und am nächsten Morgen ist sie spurlos verschwunden.

"Wem du traust" ist ein Roman, der sich stark um familiäre Verstrickungen, lange zurückliegende Geheimnisse und die Frage dreht, wie gut man die Menschen wirklich kennt, die einem nahestehen, ob innerhalb der Familie oder im Freundeskreis. Petra Johann versteht es dabei sehr gut, Charaktere mit Tiefe und glaubhaften Konflikten auszustatten. Der Schreibstil ist flüssig, angenehm zu lesen und schafft es, die Emotionen der Figuren gut zu transportieren. Gerade in den Dialogen und in der Darstellung des familiären Miteinanders zeigt Johann viel Feingefühl.

Allerdings wirkt die Handlung zeitweise etwas langatmig. Einige Passagen ziehen sich, ohne dass wirklich Spannung aufgebaut wird. Der versprochene Thrill blitzt zwar immer wieder auf, bleibt jedoch oft hinter den Erwartungen zurück. Die Geschichte lebt stärker vom Familiendrama als vom Nervenkitzel, wodurch das Tempo stellenweise nachlässt. Wer jedoch gern tief in familiäre Konflikte eintaucht und Wert auf psychologisch geprägte Figuren legt, wird hier gut unterhalten. Für LeserInnen, die sich mehr Spannung und Wendungen wünschen, könnte das Buch jedoch etwas zu ruhig sein.

Fazit: Insgesamt ein solides Buch, das mehr im emotionalen Bereich punktet als im Thrill.

Bewertung vom 05.12.2025
Sevilla, María José

Die Küche von Andalusien


sehr gut

"Die Küche von Andalusien" besticht sofort durch seine wunderschöne Gestaltung. Farben, Layout und die Auswahl der Fotografien schaffen eine warme, authentische Atmosphäre und geben einem das Gefühl, direkt in die andalusische Esskultur einzutauchen. Diese visuelle Umsetzung fängt Spanien und seine kulinarische Seele ausgesprochen stimmungsvoll ein.

Inhaltlich bietet das Buch eine Mischung aus Klassikern und weniger bekannten Gerichten, eingebettet in kleine kulturelle Hintergründe und regionale Kontextinformationen. Viele der Rezepte sind traditionell gehalten, und wer sich für die ursprüngliche Küche der Region interessiert, wird hier einiges entdecken können. Beim Durchsehen sind mir zwar nur wenige Rezepte aufgefallen, die ich unmittelbar nachkochen möchte, aber gerade diese wirken solide, authentisch und gut umsetzbar.

Die Beschreibung der Zutaten und Zubereitungsschritte ist klar und nachvollziehbar, sodass auch weniger geübte Köchinnen und Köche gut zurechtkommen. Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin spürbar Wissen und Verbundenheit mit der Region vermittelt.

Fazit: Ein herrlich gestaltetes Kochbuch, das die Esskultur Andalusiens mit viel Liebe zum Detail präsentiert.

Bewertung vom 05.12.2025
Weber, Anne-Katrin

Deftig vegetarisch - Heimatküche


ausgezeichnet

Ich war anfangs skeptisch, ob klassische Hausmannskost wirklich ohne Fleisch funktionieren kann. Gerade bei traditionellen Gerichten ist man es gewohnt, dass Speck, Braten oder Wurst dazugehören. Doch schon nach den ersten Rezepten hat mich dieses Kochbuch vollständig überzeugt.

Anne-Katrin Weber schafft es, vertraute Gerichte neu zu denken, herzhaft, sättigend und voller Geschmack. Viele Rezepte sind überraschend einfach umzusetzen, ohne komplizierte Zutaten oder aufwendige Vorbereitung. Besonders gelungen finde ich, wie regionale Klassiker vegetarisch interpretiert werden, ohne dass etwas fehlt. Man merkt, dass hier Wert auf Qualität, Geschmack und Tradition gelegt wurde. Die Beschreibungen sind übersichtlich, die Bilder sehr ansprechend und das Ergebnis auf dem Teller überzeugt. Dieses Buch zeigt, wie vielseitig und bodenständig vegetarische Küche sein kann.

Fazit: Ein wunderbares Kochbuch für alle, die Heimatküche lieben nur eben vegetarisch. Die Skepsis war schnell verflogen, die Begeisterung blieb.

Bewertung vom 04.12.2025
Benedict, Alexandra

Das tödliche Christmas Game


weniger gut

Lily reist zu Weihnachten mit ihrer Familie in ein abgelegenes Herrenhaus, um ein letztes Mal das traditionelle Christmas Game zu spielen. Zwölf Rätsel und zwölf Schlüssel entscheiden, wer das Haus erbt. Doch ein Schneesturm schneidet alle von der Außenwelt ab und plötzlich beginnt ein tödliches Spiel.

Nach "Das mörderische Christmas Puzzle", das mich mit seiner cleveren Rätselstruktur und einer atmosphärischen Spannung überzeugen konnte, war meine Erwartung an "Das tödliche Christmas Game" entsprechend hoch. Leider konnte der neue Weihnachtskrimi diesem Vergleich nicht standhalten.

Die Ausgangssituation verspricht eigentlich viel. Am Heiligabend reist Lily widerwillig zum abgelegenen Familiensitz in Yorkshire. Einem Ort, an den sie wegen des tragischen Todes ihrer Mutter nie zurückkehren wollte. Nun ist auch ihre Tante gestorben und verfügt, dass alle Familienmitglieder sich ein letztes Mal dem traditionellen Christmas Game stellen sollen. Als Preis winkt die Besitzurkunde des Hauses, ein durchaus reizvoller Einsatz, der Spannung verspricht. Doch genau diese Spannung blieb für mich weitgehend aus. Die Handlung plätschert zu oft vor sich hin und erreicht nicht die Intensität, die das Setting hergeben könnte.

Die Atmosphäre ist zwar weihnachtlich und düster, doch fehlte mir Tiefe in der Figurenzeichnung und im emotionalen Kern der Geschichte. Viele Beziehungen bleiben oberflächlich, sodass man zwar nachvollziehen kann, weshalb Lily ihren Familienort meidet, aber kaum mitfühlt. Der Plot entwickelt zwar Wendungen, aber sie entfalten nicht dieselbe Raffinesse wie im Vorgängerroman.

Fazit: "Das tödliche Christmas Game" bietet eine interessante Ausgangsidee und eine winterlich-passende Kulisse, schafft es aber nicht, daraus echte Spannung oder emotionalen Tiefgang zu entwickeln.