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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: leseratte
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Danksagungen: 4 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 200 Bewertungen
Bewertung vom 09.06.2020
Thirty (eBook, ePUB)
Bradley, Christina

Thirty (eBook, ePUB)


weniger gut

Midlife-Crisis zum Dreißigsten?
In "Thirty" schickt Autorin Christina Bradley ihre Protagonistin Bella auf dreißig abenteuerliche Dates auf der Suche nach der wahren Liebe.

Mit einem Buch warm zu werden, dessen Protagonistin man nicht mag, ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit. Und das war hier mein Problem von Anfang an. Während ich noch anfangs dachte, irgendwie einen roten Faden in Bellas Handeln zu finden und mich über Aktionen wie den Besuch bei der abgetackelten Wahrsagerin noch amüsierte, nervte mich Bella im Laufe der Geschichte aber immer mehr und ihr Handeln ist für mich nicht nachvollziehbar: wer beleidigt seinen Chef, der einen befördern will? und landet danach bei einer Wahrsagerin? Ziemlich schräg, aber dazu kam noch, dass mir Bella zunehmend unsympathischer wurde: das eigene Älterwerden ist keine Entschuldigung dafür, das Glück der Mitmenschen neidzufressen zu beobacchten und sich ständig selbst zu bemitleiden! Und sich von einem Katastrophen-Date ins nächste zu stürzen zeugt eher von Unreife als von Lebenserfahrung. Genrell benimmt sich Bella eher so, als wäre sie dreizehn und nicht dreißig - leider nicht mein Buch, trotz witziger Grundidee...

Bewertung vom 09.06.2020
Wrong Number, Right Guy / College Love Bd.1
Hunter, Teagan

Wrong Number, Right Guy / College Love Bd.1


gut

Da wäre mehr möglich gewesen...
"Wrong Number, Right Guy" ist der erste Band der "College Love"-Reihe um die beiden Collegegirls und Freundinnen Delia und Zoe aus der Feder der Autorin Teagan Hunter.
Zum Klappentext:
Jeder kennt die Regeln beim Chatten mit dem Handy: Wenn dir eine unbekannte Nummer seltsame Nachrichten schreibt, dann löschst du sie. Du antwortest nicht und du lässt dich schon gar nicht auf einen Flirt mit einem Fremden ein. Denn jemand, den du noch nie gesehen hast, sollte nicht deine Gedanken beherrschen. Und du solltest erst recht nicht so jemanden dazu überreden, eine Babyziege zu kaufen – das wäre schließlich absurd!
Doch als Delia versehentlich in einen Chat mit Zach Hastings gerät, hält sich keiner der beiden an die Regeln. Sie schreiben und flirten immer weiter, denn Zach ist perfekt und obwohl Delia ihn nie getroffen hat, mag sie ihn mehr und mehr. Dabei ist sie gerade nicht auf der Suche nach der Liebe und Zach hat definitiv die falsche Nummer …
Auffallend ist zunächst, dass das Buch zu einem Großteil aus kurzen WhatsApp Nachrichten besteht, den Dialogen zwischen Delia und Zach. Das ist mal was anderes, ich empfand es aber im Verlauf des Buches zunehmend als anstrengend. und für den Lesefluss hinderlich. Damit einher geht ja ein den WhatsApp-Nachrichten entsprechender Telegrammstil -das ist auf Dauer dann etwas ermüdend.
Vielleicht liegt es ebenfalls an diesem Chatstil. dass ich zu den beiden Protagonisten keinerlei Beziehung aufbauen konnte. Delia erschließt sich mir nicht wirklich, Zach als angeblichen Nerd lernen wir ebensowenig näher kennen. Und mal im Ernst, wer kauft sich eine Babyziege, weil es die Chatpartnerin vorschlägt???
Die Konflikte wirken klischeehaft und aufgesetzt - schade, da hätte ich mir nach dem Klappentext und der Leseprobe mehr erwartet...

Bewertung vom 08.06.2020
Die Schule am Meer (Gekürzte Lesung) (MP3-Download)
Lüpkes, Sandra

Die Schule am Meer (Gekürzte Lesung) (MP3-Download)


gut

Historisch interessant, manchmal etwas zu viel…
„Die Schule am Meer“ ist ein historischer Roman der Autorin Sandra Lüpkes, in der historisch belegte Fakten mit fiktionalen Elementen vermischt und so nicht nur zu rein trockenen Tatsachenbericht, sondern einer sehr lebendigen und interessanten Geschichte abgerundet werden.
Zum Klappentext: Juist, 1925: Tatkräftig und voller Ideale gründet eine Gruppe von Lehrern am äußersten Rand der Weimarer Republik ein ganz besonderes Internat. Mit eigenen Gärten, Seewasseraquarien und Theaterhalle. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft: die jüdische Lehrerin Anni Reiner, der Musikpädagoge Eduard Zuckmayer, der zehnjährige Maximilian, der sich mit dem Gruppenzwang manchmal schwer tut, sowie die resolute Insulanerin Kea, die in der Küche das Sagen hat. Doch das Klima an der Küste ist hart in jeder Hinsicht, und schon bald nehmen die Spannungen zu zwischen den Lehrkräften und mit den Insulanern, bei denen die Schule als Hort für Juden und Kommunisten verschrien ist. Im katastrophalen Eiswinter von 1929 ist die Insel wochenlang von der Außenwelt abgeschlossen. Man rückt ein wenig näher zusammen. Aber kann es Hoffnung geben, wenn der Rest der Welt auf den Abgrund zusteuert?
Im Mittelpunkt des Romans steht der Aufbau einer Schule in Juist, die es tatsächlich neun Jahre gab, bevor sie 1934 aufgelöst wurde. gab. Zeitlich erlebt der Leser hier die Vorkriegszeit bis zur Machtergreifung Hitlers und die zunehmende Judenfeindlichkeit, die auch auf der kleinen Insel um sich greift. Auch die Protagonisten sind zum Teil historisch belegt, zum Teil fiktional. So gab es das Ehepaar Reiner, den Kommunisten Dr. Paul Reiner und seine jüdische Frau Anni, ihre wohlhabende Mutter, Philippine Hochschild, tatsächlich, ebenso wie den Musikpädagogen Eduard Zuckmayer, einen Halbjuden, der an der Schule Musik unterrichtete, der Schulleiter Martin Luserke, der einerseits eine Reformschule gründen möchte, anderseits doch zur NSDAP tendiert.
Rein fiktiv ist der aus Bolivien stammende Schüler Maximilian, genannt Moskito, der die Sicht der Internatsschüler wiedergibt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, allerdings war es – speziell als Hörbuch – oft sehr schwierig, den Perspektivwechseln und den verschiedenen Erzählfäden zu folgen. Von Moskitos Schulleben mit Mutproben und Heimweh bis hin zu der Strandschaufelaktion des Oberkellners oder dem Spaziergang von Eduard Zuckmayer mit Dackeldame Waldi, teils fühlte man sich etwas erschlagen. Hier wäre eine Reduzierung der einzelnen Figuren und Handlungsstränge vielleicht hilfreich gewesen, im Hörbuch geht man gefühlt etwas unter.
Insgesamt aber ein thematisch sehr interessantes Buch, das zugleich ein Mahnmal gegen das Vergessen ist!

Bewertung vom 01.06.2020
Wo das Glück zu Hause ist / Happy Ever After Bd.1 (eBook, ePUB)
Colgan, Jenny

Wo das Glück zu Hause ist / Happy Ever After Bd.1 (eBook, ePUB)


gut

Liebeserklärung an Bücher, Bibliothekarinnen und Schottland
„Happy Ever After – Wo das Glück zu Hause ist“ ist ein Roman aus der Feder der Autorin Jenny Colgan. In diesem ersten Band ihrer „Happy-Ever-After“-Reihe erzählt Jenny Colgan von der Suche nach Identität und Liebe, von der Magie des Lesens und dem Glück, ein Leser zu sein.
Zum Klappentext:
Bibliothekarin Nina weiß genau, was ihre Kundinnen lesen sollten, was gegen Liebeskummer hilft oder Trübsal vertreibt. Doch als die Bibliothek geschlossen und Nina arbeitslos wird, helfen Bücher ihr auch nicht weiter. Oder vielleicht doch? Nina eröffnet ihre ganz besondere eigene Buchhandlung: Mit einem Bücherbus kutschiert sie durch die schottischen Highlands, um Leser mit Lektüre zu versorgen – nur um festzustellen, dass das Happy End im wahren Leben komplizierter ist als in manchen Romanen. Glücklicherweise gibt es da den zwar etwas mürrischen, aber dafür extrem attraktiven Farmer von nebenan, der sie aus so mancher Notlage rettet.

Insgesamt fand ich die Idee mit dem Bücherbus toll, dazu findet das Ganze vor der traumhaften Kulisse Schottlands statt – leider hatte das Buch seine Längen: die ersten vier Kapitel befassen sich nur mit der Auflösung von Ninas alter Bibliothek, an der ihr ganzes Herzblut hing, und charakterisieren sie als hoffnungslos weltfremdem und verträumtem Bücherwurm. Erst ab Kapitel fünf landen wir in Schottland und Ninas Traum von einer rollenden Buchhandlung nimmt langsam Gestalt an.
Die Idee hätte deutlich mehr Potential gehabt…

Bewertung vom 01.06.2020
Zu wahr, um schön zu sein (eBook, ePUB)
Engelmann, Gabriella

Zu wahr, um schön zu sein (eBook, ePUB)


gut

Skurrile Romantic Comedy
In ihrem Roman „Zu wahr, um schön zu sein“ stürzt Autorin Gabriella Engelmann ihre Protagonistin Caro aus ihrer gewohnten Idylle und wirft ihre bisherige Welt mit einem Schlag über den Haufen.
Der Klappentext verspricht einen warmherzigen Wohlfühl-Roman zum Lächeln und Lachen.

Mit „Zu wahr, um schön zu sein“ wollte die Autorin eine Romantic-Comedy schaffen. Auf den ersten Seiten gefiel mir der teilweise stark aufgetragene Humor auch noch, dann habe ich es als zunehmend anstrengend empfunden, ebenso wie Protagonistin Caro selbst, zu der ich auch keine Verbindung aufbauen konnte. Die ersten Kapitel hinweg tat sie mir unendlich leid, wie sie sich abmüht und das Leben ihrer ganzen Familie durchorganisiert und ihre eigenen Interessen stets hintanstellt – da denkt man sich als Leser bereits, das kann nicht gut gehen…
Über das Coming Out des treulosen Ehemannes ausgerechnet auf der Überraschungsparty zur Silberhochzeit, wie auch Caros charakterlosem schwachem Ehemann Matthias und seinen neuen Lebenspartner, der hier die Situation bewusst zum Eskalieren brachte, kann ich da nur den Kopf schütteln.
Dennoch konnte ich Caros Gefühle nicht wirklich nachempfinden, ihre Reaktionen nach dem Betrug, waren eher für einen Teenager passend oder der lahme Versuch, aus einer Midlife-Crisis herauszukommen? Es reihten sich endlos Klischees aneinander: Caros aufdringliche, besserwisserische Hippie-Mutter, ihr verwöhnter Sohn Felix…
Schön waren die Hamburg Beschreibungen und Nebencharaktere wie Nachbarin Hedwig sind sympathisch beschrieben – ein etwas anderer Gabriella Engelmann-Roman…

Bewertung vom 27.05.2020
Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung / Sophia Bd.1 (eBook, ePUB)
Bomann, Corina

Die Farben der Schönheit - Sophias Hoffnung / Sophia Bd.1 (eBook, ePUB)


gut

Interessanter Einblick in die Kindertage der Kosmetikbranche...
"Die Farben der Schönheit" ist ein Trilogie, in der Autorin Corinna Bomann ihre Leser zusammen mit der Protagonistin Sophia Krohn mit in die Anfangstage der industriellen Kosmetikproduktion nimmt, "Sophias Hoffnung" ist hierbei der erste Teil..
Das Cover dieses wie auch der Folgebände ist ansprechend und in verschiedenen Farben - hier wiederholt sich wohl der Titel - gut zueinander passend gestaltet: man sieht ein junge Frau -wohl Sophie - in Rückenansicht an einem Fenster stehend, in dem man Berlin, New York bzw. Paris als Kulisse erkennt..

Mir hat der Ausflug in die Welt der Cremes und Schönheitstinkuren gut gefallen, weil ich zu diesem Thema bislang noch nichts gelesen hatte. Insofern fand ich das Setting sehr gelungen.
Weniger überzeugt hat mich die Protagonistin: die zwangzigjährige Sophia ist eigentlich eine Vorreiterin ihrer Zeit, wenn sie 1926 ein Chemiestudium absolviert und später die väterliche Drogeriekette übernehmen soll. Dennoch lässt sie sich von ihrem Dozenten erst in die Irre und dann verführen, Hier war doch manches sehr klischeehaft, ebenso wie der einerseits sehr moderne Vater, der seiner Tochter ein Studium gestattet und ihr das Familienunternehmen anvertrauen will, sie aber dann andererseits verstößt, als sie ein uneheliches Kind erwartet...
Dazu erscheint Sophia - vielleicht aber auch der Zeit geschuldet - nicht nur, was die Liebesschwüre ihres Dozenten betrifft - erstaunlich naiv. Manche ihrer Entscheidungen konnte ich schlicht nicht nachvollziehen und obwohl das Buch aus Sophias Sicht gschrieben ist, blieb sie doch etwas farblos.
Die Geschichte liest sich flüssig und schnell und ist mit der angesprochenen Thematik und dem Konkurrenzkampf der Pionierinnen der Kosmetikindustrie Helena Rubenstein und Elizabeth Arden thematisch sehr interessant, aber weniger als Auftakt einer Familiensaga - aber vielleicht ändert sich der Fokus in der Folgebänden...

Bewertung vom 25.05.2020
Cursed Kiss / Gods of Ivy Hall Bd.1
Falk, Alana

Cursed Kiss / Gods of Ivy Hall Bd.1


gut

Griechische Mythologie im Collegesetting mit gewissen Längen…
„Cursed Kiss“ ist der erste Band der neuen Fantasyreihe „Gods of Ivy Hall” aus der Feder der Autorin Alana Falk, in der griechische Mythologie und modernes College Treiben zu einem interessante Mix vermischt werden.
Im Mittelpunkt steht die 18-jährige Protagonistin Erin, die seit 2 Jahren ein ungewöhnliches Geheimnis verbirgt: sie ist eine Rachegöttin in Hades‘ Diensten.
Zum Klappentext:
My kiss is my curse.
Your love is my revenge.
Erin würde alles geben, um einfach eine normale Studentin am Ivy Hall College zu sein. Doch sie ist alles andere als normal: Sie ist eine Rachegöttin im Dienst von Hades, dem Herrscher der Unterwelt. Seit Erin in einem verzweifelten, dunklen Augenblick einen Pakt mit dem Gott eingegangen ist, ist sie dazu verdammt, jungen Männern mit einem Kuss die Seele stehlen und sie damit zu Hades‘ Untertanen zu machen. Niemals darf sie sich verlieben, das ist Erins wichtigste Regel. Bis sie auf einer Verbindungsparty Arden begegnet und plötzlich alles anders ist. Ardens Nähe, seine Blicke, seine zufälligen Berührungen wecken Gefühle in Erin, die sie nicht empfinden darf. Denn ein einziger Kuss würde sein Schicksal besiegeln …
Das Cover ist wunderschön, in natura noch farbenprächtiger als im Netz, und was ich zunächst für eine Art Glücksklee gehalten habe, scheinen bei näherer Betrachtung feine grüne Federn vor schwarzem Grund zu sein – sehr auffällig und zugleich schön.
Auch die Grundidee ist interessant und wenn es in letzter Zeit auch etliche Jugend- und Young Adult Bücher gab, die sich in der griechischen Mythologie bedient haben, so hat mich die Idee einer Rachegöttin auf Erden doch neugierig gemacht. Der Anfang liest sich auch sehr spannend: wir lernen Erin kennen, die nicht wahllos tötet, sondern prinzipientreu ist. Zu ihrer schwierigen Aufgabe kommt auch ein ständiger Zeitdruck hinzu und man merkt, dass ihr ihre Aufgabe schwerfällt, egal wie sehr ihre Opfer eine Bestrafung verdient haben. Sehr allmählich erfährt man auch, welchen Deal Erin eingegangen ist. Die ersten Begegnungen mit Arden sind auch amüsant und schön.
Doch dann beginnt sich die Geschichte in meinen Augen leider sehr in die Länge zu ziehen – Erins Zweifel an ihrem Auftraggeber und ihren Aufträgen, das Hin und Her zwischen „ich will dich küssen“ und „ich darf dich nicht küssen“ nervt ein wenig, zumal man auch wenig über Arden erfährt, und obgleich etliche Kapitel aus seiner Sicht geschrieben sind, bleibt er irgendwie farblos…
Der Schluss ist dann wieder überraschend mit einer unerwarteten Wendung.
Das Buch liest sich flüssig und die Begegnungen und Dialoge zwischen Erin und Arden sind witzig, dennoch war ich im Mittelteil versucht, einige Kapitel zu überblättern… Im Konzept wäre deutlich mehr Potential drin gewesen!

Bewertung vom 21.05.2020
Feuerland (eBook, ePUB)
Engman, Pascal

Feuerland (eBook, ePUB)


gut

Weniger ist manchmal mehr!

In seinem Thriller entspinnt Autor Pascal Engman die Geschichte in mehreren Handlungssträngen, die zunächst völlig unabhängig voneinander ablaufen, angefangen vom Prolog mit dem Überfall im Uhrenladen in zum Leben der beiden Protagonisten, Kriminalkommissarin Vanessa Frank. und Exsoldat Nicholas.
Dass dies mit einer umfassenden Detailtreue und Tiefe geschieht, ist auch mein Hauptkritikpunkt: was tragen die Trennungsprobleme der Uhrladenverkäuferin Madeline aus dem Prolog zum Geschehen bei? Nichts! Ebenso erfahren wir sehr viel über Protagonistin Vanessa Frank bis hin zu ihrer ersten Therapiestunde, ihren Beziehungsproblemen, ihrer Scheidung, ihren Familienkonflikten mit offensichtlich sehr wohlhabenden Eltern, ohne sie wirklich kennenzulernen. Ich fühlte mich einfach von den vielen Informationen erschlagen, ohne dass mir die Person näher gebracht, geschweige denn sympathisch wurde. Wenn jemand meine Sympathie gewinnen konnte, dann eher Nicholas: seine Fürsorge um seine autistische Schwester, seine Einsatzerlebnisse, alles macht zumindest nachvollziehbar, weshalb er die falschen Entscheidungen getroffen hat, die Wandlung vom Paulus zum Saulus und wieder zurück.
Auch der Erzählstrang in Chile ist ähnlich detailliert: hier lernen wir einen widerlichen Psychopathen und die schlimmsten mafiösen Strukturen kennen, mit denen ein ganzer Landstrich seit Jahrzehnten versklavt wurde und wird - genau diese Informationen lassen das Ende völlig unglaubwürdig erscheinen...
Im übrigen werden zahllose Klischees bemüht: die frustrierte, geschiedene Kriminalkommissarin, der gutherzige traumatisierte Exsoldat, der auf die schiefe Bahn geraten ist, ein Psychopath, dazu die Themen Korruption und Organhandel. Alles wie Teile eines Puzzles zusammengemixt, leider ohne dass dabei für mich ein harmonisches Ganzes entstand...
Schade, aber oft ist eben weniger mehr!

Bewertung vom 17.05.2020
Die Spionin (eBook, ePUB)
Kealey, Imogen

Die Spionin (eBook, ePUB)


sehr gut

Imogen Kealey ist das gemeinsame Pseudonym des Drehbuchautors Darby Kealey und der Autorin historischer Romane Imogen Robertson. In einem abenteuerlichen Roman beleuchten sie das Schicksal der Spionin Nancy Wake, die unter dem Decknamen „Weiße Maus“ zunächst für die französische Résistance, später für den englischen Geheimdienst tätig war. Die Geschichte beginnt im Marseille des 1940 mit der Heirat der gebürtigen Neuseeländerin Nancy Wake mit dem Franzosen Henri Foccia. Nach außen hin führen die beiden ein mondänes Leben, im Geheimen kooperieren sie mit der Résistance und insbesondere Nancy riskiert oft als Fluchthelferin ihr Leben. Als Henri verhaftet wird, gelingt Nancy eine abenteuerliche Flucht in letzter Sekunde. Sie landet in England, wo sie schließlich als Geheimagentin rekrutiert, ausgebildet und schließlich wieder nach Frankreich zurückgesandt wird.
Ein spannender historischer Roman mit einer starken, ungewöhnlichen Frauenpersönlichkeit!

Bewertung vom 17.05.2020
Die Kleider der Frauen (eBook, ePUB)
Lester, Natasha

Die Kleider der Frauen (eBook, ePUB)


sehr gut

Interessanter Ausflug in die Welt der Mode!
„Die Kleider der Frauen“ ist ein Roman der Autorin Natasha Lester, der den Leser mitnimmt in die Welt der Mode, zugleich auf eine Zeitreise zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Europa und Amerika. Das Cover ist ein echter Hingucker!
Zum Klappentext:
1940: Als die Deutschen Paris einnehmen, wird die Haute-Couture-Schneiderin Estella in eine Mission der Résistance verwickelt, bei der sie dem geheimnisvollen Alex begegnet. In letzter Sekunde verhilft Estellas Mutter ihr zur Flucht, und sie gelangt nach New York – mit nicht mehr in der Tasche als einem goldenen Kleid und einem Traum: sich als Designerin in der von Männern beherrschten Welt der Mode einen Namen zu machen. Und dann steht sie auf einmal Alex gegenüber, der mehr über das Schicksal ihrer in Frankreich gebliebenen Mutter weiß, als er preisgeben will ...

Autorin Natasha Lester entspinnt eine Familiensaga im interessanten Setting der Modewelt, dabei verwebt sie zwei Erzählstränge auf unterschiedlichen Zeitebenen: Großmutter und Enkelin, beide sind aktiv in der Modewelt und erleben beide in Sachen Emotionen eine Achterbahn der Gefühle.
Hierbei tritt Estella als die stärkere Persönlichkeit auf, während Enkelin Fabienne eher etwas farblos bleibt. Durch die Zeitsprünge bleibt die Geschichte sehr abwechslungsreich, auch die detaillierten Einblicke in die Welt der Modedesigner ist sehr spannend.
Eine klare Leseempfehlung!