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Benutzername: leseratte
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Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 143 Bewertungen
Bewertung vom 14.10.2019
Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
Turton, Stuart

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle


weniger gut

Eine interessante und witzige Idee, in der Umsetzung aber leider steckengeblieben!
„Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ von Autor Stuart Turton, ist kein üblicher Kriminalroman a la Agatha Christie, in dem eine Partygesellschaft den Mörder unter sich zu identifizieren versucht, vielmehr ist es auch ein wenig Fantasygeschichte, da sich die Ereignisse in einer Art Zeitschleife ständig wiederholen und der Ich-Erzähler immer wieder in der Person eines anderen Gastes erwacht und den Tag und den Mord von neuem erlebt.
Bereist das Cover hatte meine Aufmerksamkeit geweckt und der Klappentext mit der ungewöhnlichen Idee der Zeitschleife hatte mich neugierig gemacht. Leider bin ich in der Umsetzung etwas untergegangen!
Was sich im Klappentext unterhaltsam und spannend liest, ist in der Ausgestaltung ziemlich verwirrend, da der Leser zusammen mit Protagonist „Aiden“ jedes Mal als jemand anders erwacht und erst einmal herausfinden muss, wer er überhaupt ist. Die Szenen zogen sich für meinen Geschmack teilweise endlos mit einer Fülle an Details, die mich ermüdet haben. Durch den ständigen Perspektivwechsel in der Ich-Form empfand ich den Schreibstil als anstrengend. Inhaltlich hat mich die Auflösung leider auch nicht überzeugt. Daher eine interessante und witzige Idee, in der Umsetzung aber leider steckengeblieben!

Bewertung vom 14.10.2019
Das Erbe von La Florentina (eBook, ePUB)
Colwey, Anne

Das Erbe von La Florentina (eBook, ePUB)


weniger gut

Familienepos vor malerischer Kulisse mit lauter unsympathischen Frauenfiguren
In ihrem Roman „Das Erbe von La Florentina“ nimmt uns Autorin Anne Colwey mit an die malerische Amalfiküste auf das Weingut „La Florentina“, das dem Buch seinen Namen gegeben hat. Mit dieser traumhaften Kulisse und den idyllisch-schönen Landschaftsbeschreibungen ist aber aus meiner Sicht auch schon alles Positive über das Buch gesagt.
Sämtliche Frauenfiguren, die im Buch auf treten - von den Nebenfiguren in Gestalt der Freundin Fiona und der alten italienischen Großmutter Giulia vielleicht mal abgesehen - sind durch und durch unsympathisch, agieren nicht nachvollziehbar als ob sie partout in ihr eigenes Unglück rennen wollen. Der Verlauf der Geschichte ist eigentlich von Anfang an vorhersehbar, aber die Protagonistin widersetzt sich dem mit einer bornierten Hartnäckigkeit, dass man als Leser nur den Kopf schütteln kann…
Protagonistin Laura van Dyck ist 28 Jahre alt und wechselt als angestellte Köchin von einem Job zum nächsten. Sie hat ein absolut gestörtes Verhältnis zu ihrer Mutter, wofür es im Laufe der Geschichte eine Erklärung gibt, die mich aber nicht wirklich überzeugt hat. Auch das Verhältnis zu ihrer geliebten Großtante Harriet ist für mich etwas merkwürdig, ebenso wie die unerklärliche Erbschaft in Gestalt des Weinguts „La Florentina“, das idyllisch an den Hängen der Amalfiküste hoch über dem Meer liegt. Wie gesagt, die Beschreibung der Landschaft, des Weinguts fand ich wunderschön, nur hat mich die Geschichte überhaupt nicht in ihren Bann gezogen. Es erscheint mir einfach nicht nachvollziehbar, dass Laura weder das Verhältnis zu ihrer Mutter noch zu ihrer Großtante, noch die Umzüge zwischen England, Italien und Deutschland hinterfragt hat. Wer ihr Vater ist, scheint auch niemanden zu interessieren. Und die wahre Familientragödie, die sich im Laufe der Geschichte herauskristallisiert, war für mich schon sehr früh erkennbar. Sämtliche Frauenfiguren in dem Buch möchte man als Leser schütteln, da sie allesamt emotional verkrüppelt zu sein scheinen und sich hinterher wundern, warum sie von einem Unglück ins nächste stolpern.
Durch die Erzählweise konnte ich auch zu keiner der Protagonistinnen irgendeinen Bezug aufbauen und das Ende kam so überraschend und lässt so viel offen, dass ich hinter dem Rezeptteil noch ein Kapitel gesucht habe.
Schade, da hatte der Klappentext wohl zu viel versprochen…

Bewertung vom 13.10.2019
Silberdrache (eBook, ePUB)
Sage, Angie

Silberdrache (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Spannender Auftakt zu einer neuen Jungend-Fantasyreihe!
„Silberdrache“ von Autorin Angie Sage ist der erste Band zu einer neuen fantastischen Serie um Drachen, Freundschaft und Magie für Jungen und Mädchen ab 11 Jahren. Das Buch reizt schon durch sein tolles, geheimnisvolles Cover zum Lesen, der Klappentext ist spannend!
Im Mittelpunkt stehen gleich mehrere Kinder, die in verschiedenen Parallelwelten leben. Da ist die 11jährige Sirin, die in unserer Welt lebt und deren Mutter schwerkrank ist, sowie das Geschwisterpaar Allie und Joss, das verwaist in einer Parallelwelt lebt, in der es gute und böse Drachen, genannt Raptoren, gibt. Ihre Gegenspieler ist die Familie Lennix, Herrscher über die Raptoren, in deren grausame und menschenverachtende Welt man ebenfalls einen Einblick erhält.
Die Kapitel wechseln zwischen den Kindern und den Welten hin und her und verfolgen auch innerhalb der Welt der Drachen die verschiedenen Geschehnisse in der Familie Lennix und bei den Waisenkindern Joss und Allie.
Die Wege aller Protagonisten beginnen sich zu kreuzen, als ein silbernes Drachenei aufgetaucht sein soll, obwohl die legendären Silberdrachen doch ausgestorben sein sollen. Die Familie Lennix macht sich auf den Weg, um dieses Ei zu rauben und für ihre Zwecke auszunutzen, doch durch einen Zufall fällt dieses Ei genau Joss vor die Füße und heraus schlüpft Lysander, ein kleiner Silberdrache!
Und schon nimmt das Schicksal seinen Lauf!
Die Geschichte ist wirklich spannend erzählt und nicht nur für junge Leser geeignet. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Anfang ist vielleicht ein wenig langatmig, aber dann nimmt die Geschichte rasch an Fahrt auf und die Ereignisse überschlagen sich. Ich halte das Buch für Jungen und Mädchen gleichermaßen geeignet und auch das empfohlene Lesealter von 11 Jahre für passend, da grausame Handlungen (Drachenfütterung etc.) nicht explizit beschrieben werden und auch traurige Szenen, wie z.B. der Tod von Sirins Mutter im Krankenhaus, nur verschlüsselt erzählt werden, und da ganz zart besaitete Seelen vermutlich ohnehin nicht zu einem Buch mit Drachenkämpfen greifen würden.
Gerade zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, die Protagonisten der verschiedenen Welten begegnen sich und es gibt einen echt fiesen Cliffhanger…
Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht!

Bewertung vom 10.10.2019
Die Malerin des Nordlichts
Johannson, Lena

Die Malerin des Nordlichts


gut

Etwas schwächerer Band der Reihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“!
„Die Malerin des Nordlichts“ ist ein Roman aus der Reihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“, in der verschiedene Künstlerinnen, mal mehr, mal weniger bekannt, vorgestellt werden.
Der Klappentext verspricht: Ein Leben für die Kunst, ein Leben für die Liebe.

Für mich war es nach dem um Edith Piaf der zweite Band in der Reihe. Während ich bei Edith Piaf das Gefühl hatte, tatsächlich etwas über die Künstlerin und den damaligen Zeitgeist zu erfahren, blieb mir Signe Munch auch nach Lektüre des vorliegenden Buches weitgehend unbekannt. Lena Johannson schafft es zwar im ersten Teil sehr gut, den damaligen Zeitgeist, das vorherrschende Frauenbild, Signes Situation in ihrer Ehe und die Schwierigkeiten, mit denen Signe Munch als geschiedene Frau konfrontiert war, darzustellen, vieles geht aber dann in der anschließenden Liebesgeschichte zu dem jüngeren Musiklehrer Einar Sibke unter.
Als der 2. Weltkrieg Norwegen erreicht, folgt Signe nach einigem Zögern ihrem Mann in den Widerstand, um dann alles zu verlieren, ihren Ehemann, der zunächst verhaftet, dann getötet wird und ihre Kunst, die von den Nationalsozialisten als „entartet“ gebrandmarkt wird. Auch wenn viel Neues über diese weitgehend unbekannte Nichte des großen Edvard Munch berichtet wird, ist die Erzählung doch etwas langatmig und verliert sich in Details.
Als Hörbuch etwas schwierig zu folgen, gerade durch detaillierte Beschreibungen des Malstils, Pinselführung, Farben etc., ich persönlich bin auf das Buch umgestiegen. Alles in allem ein etwas schwächerer Band der Reihe!

Bewertung vom 09.09.2019
Perfectly Broken (eBook, ePUB)
Stankewitz, Sarah

Perfectly Broken (eBook, ePUB)


gut

Zu viel des Guten…
'Perfectly Broken' ist der neue Liebesroman aus der Feder der Autorin Sarah Stankewitz. Bereits der Titel wie auch der Klappentext signalisieren Emotionen in hohem Maße, damit hatte ich also gerechnet, nicht aber mit einer Geschichte, die es an Dramatik einfach übertreibt, wobei sich dem aufmerksamen Leser die dramatische Entwicklung der Dinge schon sehr frühzeitig aufdrängt – subtil geht anders… Aber im Ergebnis nimmt die Handlung eine dramatisch konstruierte Wendung nach der anderen, wobei sich der Leser im Stillen denkt, wie hoch wohl die Unwahrscheinlichkeit einer derartigen Entwicklung ist und dabei schon die Augen verdreht. Aber das wäre noch hinzunehmen, wenn wenigstens die Charaktere überzeugend wären – aber von der armen trauernden Brooke selbst bis hin zum perfekten Musterschwiegersohn Chase über die sexbesessene Freundin Mollly, hier hat mich jeder nur genervt.
Brooke versinkt in ihrer Trauer, für mich ein klarer Fall von Depression o.ä., fängt aber beim ersten Hören der Stimme ihres Nachbarn an zu sabbern: zuerst ist sie nur von seiner Stimme und seiner Art hingerissen, dann zerbricht sie sich den Kopf über sein Aussehen, um sich im nächsten Moment selbst zu kasteien, dass sie kein Glück verdient hat, weil ihr Liebster tot ist. Als sie Chase kennengelernt hat, geht das so weiter, indem sie sein herrliches Gesicht und seine Gestalt bewundert, um dann wieder in Selbstgeißelung zu verfallen .- irgendwann nervt es!!
Und auf der anderen Seite ist Chase, der zu gut für diese Welt zu sein scheint.. Typ Traumschwiegersohn! Da erscheint Molly, die nymphomanische Freundin von Brooke, die Sex für das Allheilmittel gegen alle Problem zu halten scheint, vergleichsweise herrlich normal!
Ehrlich gesagt, war mir hier einfach zu viel Drama in der Geschichte!

Bewertung vom 09.09.2019
Der lange Weg zu dir
Widmark, Martin

Der lange Weg zu dir


gut

Schade, bei den Bildern hatte ich mir mehr versprochen!
"Der lange Weg zu dir" ist ein Kinderbuch von Martin Widmark mit Illustrationen von Emilia Dziubak. Es ist empfohlen für Kinder ab 5 Jahren und dreht sich im weitesten Sinne um das Thema Trauerverarbeitung. Protagonist Adam lebt mit seine alten Hund Rufus auf der einen Seite des Meeres, auf der anderen Seite die weibliche Protagonistin Sonia mit ihrer Katze Mietzi.
Das Buch besteht abwechselnd aus Illustrationen und kurzen Textpassagen, die mal Adams Erlebnisse, mal Sonias wiedergeben.
Da bereits auf der zweiten Seite Adams alter Hund Rufus stirbt, wird man quasi sofort in die ernste und traurige Thematik hineingeworfen, daran ändern auch die stimmungsvollen Bilder von Emilia Dziubak nichts, die zudem bisweilen ebenfalls etwas düster erscheinen.
Zeitgleich mit Rufus Tod setzt sich Mietzi in Bewegung und Sonia läuft ihr hinterher.
Auch fünfjährige Kinder fragen hier zurecht, was denn mit Sonias Eltern ist, wenn sie einfach davonläuft, aber die Eltern - wie auch sonstige Erwachsene aus Sonias Leben - tauchen bis zum Schluss der Geschichte nicht auf.
Während Adam in Trauer versinkt, obwohl ihn seine Großmutter zu trösten versucht (auch hier ist der „emotionale“ Austausch von Großmutter und Enkel seltsamer Weise auf die Nahrungsbereitstellung beschränkt) kämpft Sonia auf ihrer – eigentlich ziellosen Reise – mit etlichen Schwierigkeiten angefangen von den Grundbedürfnissen wie Hunger, Durst und einem Bett bis hin zu unfreundlichen Zeitgenossen.
Insgesamt muss ich daher sagen, dass mich die Geschichte trotz der schönen Bilder aus mehreren Gründen nicht überzeugt hat: zum einen hat sie Logiklücken, die auch Fünfjährige auffallen, dann fehlen mir komplett die Emotionen zwischen allen Charakteren (Adam – Großmutter, Sonia – Mietzi, Adam – Sonia usw.) mit Ausnahme der Liebe von Adam zu seinem Hund Rufus. Auch das Ende ist keine richtiges Happy End – schade, bei den Bildern hatte ich mir mehr versprochen!

Bewertung vom 26.08.2019
Inselküsse (eBook, ePUB)
Kühne, Evelyn

Inselküsse (eBook, ePUB)


gut

Liebeserklärung an Rügen mit etlichen Längen…
Für eingefleischte Ostsee- und Rügenfans ein Genuss, ansonsten eine eher oberflächliche, reichlich klischeehafte Liebesgeschichte mit zahlreichen Längen!
Dabei war die Leseprobe vielversprechend: die 43jährige Marie hat es als alleinerziehende Mutter dreier Kinder nicht leicht, doch sie nimmt die Pubertätskrisen der 14jährigen Tochter mit bemerkenswerter Gelassenheit ebenso wie die Eigenheiten ihrer 9jährigen Zwillinge.
Von den beiden Vätern der Kinder im Stich gelassen ist sie als Töpferin finanziell immer am Rande der Krise und die entlädt sich gerade so richtig, als ihre Berliner Altbauwohnung saniert und unerschwinglich teurer werden soll und zugleich ihre Töpferwerkstatt baupolizeilich geschlossen wird – das Angebot ihrer alten Nachbarin, mit ihr zusammen in ein geerbtes Haus nach Rügen umzusiedeln, erscheint da sehr verlockend. Doch das Traumhaus entpuppt sich als sanierungsbedürftige Bruchbude…
Dass bei einem Liebesroman eine mehr oder minder vorhersehbare Liebesgeschichte mit mehr oder minder großen Klischees auf den Leser zukommt, damit habe ich gerechnet, dass die Krisen in der Beziehung zwischen Marie und ihrem Rügener Traummann Christian aber dermaßen künstlich durch Missverständnisse und mangelnde Kommunikation herbeigeschrieben werden, hat mich dann doch genervt!
Wenn man nicht miteinander Klartext redet, kann es einfach nicht klappen! Wenn Marie aus den o.g. Gründen mit Kindern und Kater von Berlin nach Rügen übersiedelt, ist ja noch nachvollziehbar, aber dass Christian mit seinen drei- und neunjährigen Söhnen vor seiner vermeintlich unglücklichen Liebe nach Bayern flieht ohne eine vernünftige Betreuungssituation, das war für mich absolut unglaubwürdig! Die Protagonisten haben sich wie pubertierende Teenager verhalten: jeder war eigentlich völlig grundlos verletzt und beleidigt und hat den anderen ignoriert…
Schade, ohne diese überflüssigen und nicht nachvollziehbaren Längen hätte die Geschichte durch die Rügen-Kulisse für mich durchaus Charme gehabt…

Bewertung vom 24.08.2019
Show me the Stars / Leuchtturm-Trilogie Bd.1
Mohn, Kira

Show me the Stars / Leuchtturm-Trilogie Bd.1


sehr gut

Stimmungsvoller Auftaktband!
„Show me the Stars“ ist der erste Band der „Leuchtturm-Trilogie“ von Kira Mohn rund um drei junge Frauen und einen Leuchtturm auf einer kleinen irischen Insel.
Zum Klappentext:
Auszeit! Diese Überschrift schreit Liv geradezu an, als sie deprimiert Stellenanzeigen durchforstet. Nach dem Journalistik-Studium wollte sie eigentlich durchstarten, aber ein verpatztes Interview hat sie gerade den ersten Job gekostet. Da hört sich die Anzeige, in der für sechs Monate ein Housesitter für einen Leuchtturm auf einer kleinen Insel vor der irischen Küste gesucht wird, wie ein Traum an. Eine Auszeit ist genau das, was sie jetzt braucht. Sie bewirbt sich, und nur wenige Wochen später steht Liv vor ihrem neuen Zuhause. Und zwar zusammen mit einem gutaussehenden Iren, der ihr Herz erst zum Klopfen, dann zum Überlaufen und schließlich zum Zerbrechen bringt …
Protagonistin Liv Baumgardt steht mit ihren 22 Jahren vor den Trümmern ihres Lebens: gerade noch dachte, sie, sie hätte den beruflichen Durchbruch geschafft, da bricht ihre Welt zusammen! Ihren Job ist sie los und merkt zugleich, dass sie damit auch den kompletten Inhalt ihres Lebens verliert, nachdem sie sich zielstrebig und ehrgeizig zuerst auf ihr Journalistik-Studium, dann auf ihren Berufsstart konzentriert hat. Dies erschüttert sie so sehr, dass sie ein absolut merkwürdiges Stellenangebot annimmt: sie soll 6 Monate lang einen alten Leuchtturm auf einer kleinen irischen Insel hüten, da der Eigentümer erkrankt ist.
Liv erschien mir anfangs etwas weltfremd und naiv, dabei zugleich sehr ehrgeizig und zielstrebig, aber da der Leser im Laufe der Geschichte einiges über Livs Kindheit und das Verhältnis zu ihrer Mutter erfährt, kann man gut nachvollziehen, warum sie so geworden ist. Mir hat gut gefallen, wie sie sich mit der Einsamkeit auf der Insel auseinandergesetzt und diese genutzt hat, um ihre eigenen Ziele und Wünsche nachzudenken. Die Auszeit wird so wirklich zum Selbstfindungstrip, Liv stellt sich verschiedenen Ängsten und auch der Frage, was sie wirklich mit ihrem Leben anfangen will.
Schön ist auch die Liebegeschichte, die mit verwoben wurde: Kjer ist nur auf den ersten Blick unkompliziert und so findet Liv auch in dieser Beziehung eine echte Herausforderung, der sie sich doch mutig stellt.
Der Schreibstil ist flüssig. Gut gefallen haben mir auch die Einschiebsel in Form eines Blogs, den Liv über ihre Auszeit auf den Leuchtturm begonnen hat. Ich bin schon sehr auf Band 2 gespannt!

Bewertung vom 21.08.2019
Prinz unter dem blutroten Mond / Rise & Doom Bd.2 (eBook, ePUB)
Taus, Ina

Prinz unter dem blutroten Mond / Rise & Doom Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Gelungene Fortsetzung!
„Rise & Doom 2: Prinz unter dem blutroten Mond“ ist der zweite Band einer Fantasy-Trilogie der Autorin Ina Taus, erschienen bei Impress (Carlsen Imprint).
Der Klappentext verspricht „Eine Liebe, die so verboten wie unsterblich ist…“:
Die Handlung schließt im gewohnt locker-leichten Schreibstil nahtlos an die des Vorbandes an. Bliss, Dooms Schwester wurde von Phoenix ins Land der Werwölfe entführt und soll gegen Rise ausgetauscht werden –eigentlich, oder vielleicht doch nicht? Nicht nur Doom ist wegen dieses Tauschhandels hin und her gerissen, auch Phoenix scheint den Austausch gar nicht zu wollen. Doom hält immer noch seine wahre Identität gegenüber Rise verborgen, was ihm letztendlich ziemlich auf die Füße fällt, was nicht anders zu erwarten war. Man erfährt mehr über den Fluch der Hexe bzw. die Bestimmung der Königskinder.
Ebenso dreht sich der Liebesreigen munter weiter: neben Rise und Doom, Phoenix und Bliss erweitert sich der Reigen der potentiellen Liebespaare nun um Madoc und die Dämonenkönigin Nova. Letztere blieb für mich ziemlich farblos, wie auch die Beziehung zwischen Nova und Madoc. Insoweit hätte ich mir etwas mehr Informationen oder Einblick in die Gefühle der beiden gewünscht. Was von den beiden Personen in Erinnerung bleibt, ist Wut und Leere – nicht besonders viel vor dem Hintergrund einer Liebes- und Abenteuergeschichte…
Doom gerät in eine lebensbedrohliche Situation und letztendlich auch Rise - auch dieser Band endet wieder mit einem echt fiesen Cliffhanger – wer überlebt? Auf der anderen Seite ist plötzlich eine Person, die tot geglaubt wurde, am Leben - ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht!!!

Bewertung vom 21.08.2019
Moonlight - Ein Flüstern in der Dunkelheit: Fünf Romane in einem Band (eBook, ePUB)
Abington, Kaitlyn

Moonlight - Ein Flüstern in der Dunkelheit: Fünf Romane in einem Band (eBook, ePUB)


gut

Tolle Idee, aber etwas langatmige Umsetzung…
„Moonlight – Ein Flüstern in der Dunkelheit“ beinhaltet alle fünf Folgen der Fantasyreihe rund um das Land Alba und deren Prinzessin Lynn aus der Feder der Autorin Kaitlyn Abington in einem Sammelband.
Der Klappentext verspricht eine übernatürlich schöne Romantasygeschichte.
Protagonistin ist Prinzessin Lynn von Alba, die sehr behütet im Landschloss ihrer Familie aufwächst. Bereits in den ersten Kapiteln sät die Autorin beim Leser Zweifel, ob wirklich alles so idyllisch ist, wie es scheint. Nicht nur, dass Lynn jede Nacht wird sie von einem seltsamen Albtraum gequält wird, in dem sie von einem Wolf angegriffen und zerfetzt wird, sie erhält von ihrer Zofe auch seltsame Beruhigungstränke und scheint in einem ständigen Dämmerzustand zu sein und wird von Selbstzweifeln geplagt, was von Eadha noch unterstützt wird. Aber auch Eadha scheint nicht frei in ihrem Denken und Handeln zu sein.
Die Erzählperspektive wechselt zunächst zwischen Lynn und ihrer Zofe Eadha, dann kommen im Laufe des Buches auch andere Perspektiven dazu, wodurch man allmählich Einblick in die tatsächlichen Verhältnisse nimmt.
Die Geschichte beginnt an Lynns sechzehnten Geburtstag, der am Abend mit einem großen Ball begangen werden soll. Lynns große Liebe Lord Duncan wird ebenfalls erwartet und sie ist schon sehr aufgeregt. Bei einem Ausritt begegnet sie allerdings einem Landstreicher, dessen Augen sie an ihrem Albtraum von den Wölfen erinnert und vor dem sie daher flieht.
Im Laufe des Abends ereignen sich allerdings mehrere schreckliche Ereignisse, die Lynn dazu bringen, Hals über Kopf aus dem Schloss zu fliehen. Bei ihrer Flucht trifft sie auf den mysteriösen Wolfsmann, der ihr zu entkommen hilft.
Ein Pluspunkt für mich war, dass durch die Perspektivwechsel nur allmählich die wahren Verhältnisse im Schloss und im Land enthüllt werden, wobei man als Leser wesentlich misstrauischer als die naive Lynn ist und viel eher die Hintergründe für die Geschehnisse errät. Für Lynns Naivität gibt es allerdings auch eine Erklärung, wobei mir Lynn auch unter Berücksichtigung dieser Entschuldigungsgründe teilweise zu naiv, unentschlossen und weinerlich erschien. Ich hatte es schwer, mit ihr als Protagonistin wirklich warm zu werden. Ihre Stärke findet sie eigentlich erst in Band 3 um sie dann wieder komplett in Band 4 und 5 zu verlieren. Ihre geradezu sklavische Abhängigkeit von Lord Duncan gerade auch zu späteren Zeitpunkten der Handlung konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen.
Ulf, der mysteriöse Wolfsmann, dessen Geheimnis sich erst sehr spät lüftet, fehlt mir völlig: seine Perspektive taucht in der Geschichte überhaupt nicht auf, so dass seine Gedanken, Gefühle und Motive relativ lange in Dunkeln bleiben und sich dann auch nur mittelbar erschließen. Diese Sichtweise habe ich tatsächlich im Laufe der Handlung stark vermisst.
Generell empfand ich die Idee hinter der Geschichte sehr spannend, die Welt, die Autorin Kaitlyn Abington entwirft, sehr interessant und neuartig, die Umsetzung war in meinen Augen aber leider etwas langwierig: die Flucht von Lynn und Ulf zog sich sehr in die Länge ohne das wirklich etwas passierte. Klar rundet sich so allmählich das Gesamtbild Im Land Alba und – ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten – auch in anderen Welten ab, für mich hätte das aber ein bisschen schneller passieren können, denn durch die Sichtweise von Eadha und anderen Protagonisten denkt der Leser sich ziemlich schnell seinen Teil und fühlt sich genervt, wenn Lynn und damit die offizielle Aufklärung der Geheimnisse so lange Zeit braucht. Hier haben sich für mich auch die Charaktere zu wenig entwickelt: zwar gewinnt Lynn an Sympathie, Ulf, wie auch die anderen Protagonisten bleiben aber weiterhin völlig im Dunkeln.
Insofern muss ich insgesamt sagen, dass die Idee spannend, die Fantasywelt neu war, die Umsetzung jedoch ein wenig langatmig und zugleich oberflächlich!