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Benutzername: Stinsome


Bewertungen

Insgesamt 28 Bewertungen
Bewertung vom 19.12.2019
Flirting with Fire / Saving Chicago Bd.1
Rayne, Piper

Flirting with Fire / Saving Chicago Bd.1


gut

In der Leseprobe hatte ich den nervigen Eindruck, dass Maddie in der Vergangenheit etwas zu viel Mitleid mit sich selbst hat. In fast jedem zweiten Satz fällt die Äußerung, dass sie nicht dem Schönheitsideal entspricht, dass Mädchen wie sie nicht ins Rampenlicht gehören und dass sie ihre Freundin Lauren davon abhält, beliebt zu sein. Ich hatte so sehr darauf gehofft, dass sie in der Zukunft selbstbewusster auftritt, weil das meiner Meinung nach immer guter Stoff ist, um eine Geschichte zu füllen.

Haben sich meine Hoffnungen erfüllt? Geht so. Madisons Unsicherheit lauert immer noch dicht unter der Oberfläche und sorgt vor allem am Ende noch für (in meinen Augen) unnötiges, konstruiertes Drama. Das wäre natürlich überhaupt nicht schlimm (sondern sogar realistisch), wenn eine Charakterentwicklung zu beobachten wäre, aber das ist nicht der Fall. Am Ende gelangt sie auf einmal (!) doch noch zu weltbewegenden Erkenntnissen (nämlich, dass man sich von seinen Ängsten und Unsicherheiten nicht aufhalten lassen darf). Mauro scheint seine Versicherungen, dass er Maddies Inneres liebt und ihr Äußeres nur eine geringere Rolle spielt, ernst zu meinen, aber bei Maddie scheint diese Sache mit der inneren Schönheit auch am Ende noch nicht angekommen zu sein. Das finde ich irgendwie schade, denn wenn man das Thema schon anschneidet und die Protagonistin damit ein bisschen zu kämpfen hat, sollte da schon noch irgendeine Entwicklung stattfinden. Finde ich jedenfalls.

Abgesehen davon ist Maddie als Protagonistin … recht gewöhnlich. Hin und wieder ist sie ganz witzig, dann nervt sie ein-, zweimal (vor allem am Ende) und ja, im Großen und Ganzen: Ich werde sie wohl bald schon wieder vergessen, weil sie weder positiv noch negativ herausgestochen ist.

Das Gleiche gilt leider auch für Mauro, denn das Einzige, was mir bei ihm wohl im Gedächtnis bleiben wird, ist die Tatsache, dass er seine zuvorkommende Gentleman-Einstellung etwas zu ernst nimmt und mit der Romantik gerne übertreibt. Da bittet er Maddie doch jedes Mal im Wagen sitzen zu bleiben, bis er ihr die Beifahrertür öffnet – wie bizarr ist das denn? Und dann gibt er ein paar Bemerkungen von sich, die so schmalzig und in der jeweiligen Situation teilweise sogar recht deplatziert sind, dass es mich in diesen Momenten ein bisschen geschüttelt hat. Ich bin echt kein Romantik-Allergiker, aber manches ist halt einfach drüber und stört den Lesefluss. So hätte ich diese Aktion am Ende – Stichwort „Wir bereinigen die Vergangenheit“ – auch nicht gebraucht, denn das war für mich der reinste Cringe-Moment.

Wenn man über die kleinen, erwähnten „Aussetzer“ hinwegsehen kann, dann bekommt man hier eine ganz unterhaltsame Liebesgeschichte, die sich schnell weglesen lässt, wenig Tiefe aufweist und keine Überraschungen bietet. Man weiß recht früh, was (oder wer) den beiden Steine in den Weg legen wird, und ja, es ist schon fast enttäuschend, wie sehr sich hier an bekannte Muster geklammert wird. Die Gefühle zwischen Mauro und Maddie wachsen recht schnell, ich fand sie aber überraschenderweise doch recht glaubwürdig, auch wenn man hier nicht erwarten darf, dass man emotional weggefegt wird.

„Durchschnitt“ trifft es eigentlich recht gut. Man kann über alle erwähnten Kritikpunkte hinwegsehen, wenn man seine Erwartungen herunterschraubt und sich einfach berieseln lässt. Ich kam trotz Leseflaute gut durch die Seiten und habe mich nie gelangweilt, auch wenn beim Weglegen des Buches wegen der fehlenden Spannung kein richtiger Drang da war, unbedingt weiterlesen zu wollen.

Bewertung vom 11.11.2019
The Ivy Years - Bis wir uns finden
Bowen, Sarina

The Ivy Years - Bis wir uns finden


sehr gut

Lianne und DJs Geschichte war für mich der dritte Ausflug ans Harkness College und da Corey und Adams sowie Rikker und Grahams Geschichte absolute Highlights für mich waren, hatte es der fünfte Band der Reihe nicht so leicht, mich zu überzeugen. Deshalb konnte er mich auch leider nicht so überschwänglich begeistern wie die anderen beiden Bände, aber es ist trotzdem ein solider und unterhaltsamer Abschluss für die Reihe, der vor allem durch seine wahnsinnig tollen Charaktere überzeugt.

Auf der einen Seite haben wir Lianne, eine berühmte Schauspielerin, die sich als »Prinzessin Vindi« einen Namen gemacht hat, sich nun aber auch an andere, ernsthaftere Rollen wagen möchte. Obwohl sie kaum ein Restaurant betreten kann, ohne mindestens einmal nach einem Autogramm oder einem Selfie gefragt zu werden, sind ihre Fans am Harkness College nicht so stark vertreten. Es kommt eher zu belustigtem Getuschel oder spottenden Anspielungen, weshalb sie es nicht leicht hat, Freunde zu finden. Die einzige, die sich als Freundin bezeichnen lässt, ist Bella, deren Zimmer nur durch das Badezimmer von ihrem getrennt ist und die Lianne gemeinsam mit ihrem Freund Rafe regelmäßig mit einer ziemlich eindeutigen Geräuschkulisse beschenkt. Lianne ist mir schon nach wenigen Seiten absolut sympathisch gewesen, denn sie wirkt trotz ihrer Berühmtheit bodenständig und normal, sodass sie sich beispielsweise für Literatur, Musik und Videospiele interessiert. Vor allem ihr schüchternes und süßes Verhalten gegenüber DJ hat sie besonders liebenswert gemacht, weshalb ich sehr gerne mit ihr mitgefiebert habe. Sie ist echt ein Schatz.

DJ ist der perfekte Gegenpart und man kann ihn eigentlich auch nur lieben. Er ist kein Bad Boy und es wird auch nicht tausendmal erwähnt, dass er der totale Frauenschwarm wäre, was ich wirklich erfrischend fand. Es brauchte vielleicht einen Satz, bis ich DJ mochte, denn er zeigt sich gleich im ersten Kapitel, das aus seiner Sicht geschrieben ist, von Lianne hinreißend süß angetan. Er kann gar nicht fassen, dass sie mit ihm flirtet, weshalb ich ihn auf Anhieb bezaubernd fand. Auch im weiteren Verlauf, auch wenn er Lianne ein paar Mal wegstößt, weil er es angesichts seiner Lage für das Beste hält, tritt er lieb, einfühlsam und sehr erwachsen auf. Man hat nicht einmal das Gefühl, dass er es mit Lianne nicht ernst meinen könnte. Wenn Lianne also sagt, dass er der Beste ist, dann kann ich dem wirklich nur beipflichten.

Von der ersten Unterhaltung an spürt man die Chemie zwischen den beiden, sodass man in den Szenen mit Lianne und DJ einfach nur Spaß hat und die meiste Zeit am Grinsen ist. Nur in wenigen Momenten ist es etwas bedrückend, weil DJs Problem wie ein Damoklesschwert über ihnen hängt. Man kann als Leser DJs Sorgen nachvollziehen und versteht gleichzeitig, dass es für die beiden absolut unmöglich ist, sich voneinander fernzuhalten, weil sie einfach zusammengehören. Ihre Gefühle füreinander sind authentisch und laden zum Mitfiebern ein.

Auszusetzen habe ich lediglich etwas an dem Ende, weil ich das Gefühl habe, dass das Potential nicht ganz genutzt wurde. Es gibt eine überraschende Wendung, die ich wirklich nicht habe kommen sehen und die mir sehr gefallen hat, jedoch finde ich die letztendliche Auflösung ein bisschen zu reibungslos. Auf einmal geht alles ganz schnell, obwohl vorher alles noch so hoffnungslos erschien. Danach bekommen Liannes „Probleme“, wenn man es denn so nennen mag, mehr Raum, aber auch hier fehlte mir irgendetwas. Wieder ging alles so schnell und Aspekte, die für die weitere Handlung sehr vielversprechend waren, sind sehr knapp abgehakt worden. Aufgrund dessen hat mir das letzte Drittel, vor dem zweimonatigen Sprung in die Zukunft, nicht mehr ganz so gut gefallen wie der Rest.

Nach dem zweimonatigen Sprung war dann aber wieder Grinsen angesagt und das Buch hat das schöne Ende bekommen, das man sich von Anfang an erwartet hat. Es gibt 4 Sterne von mir.

Bewertung vom 24.09.2019
Von Sternen gekrönt / One True Queen Bd.1
Benkau, Jennifer

Von Sternen gekrönt / One True Queen Bd.1


gut

Die Grundidee, die dem Buch zugrunde liegt, halte ich für originell – ich habe bisher nichts Vergleichbares gelesen. Das Worldbuilding ist facettenreich und interessant, immer wieder kommen neue Aspekte auf, die der Geschichte etwas Besonderes beisteuern. Es hätte ganz großartig werden können, aber leider hapert es an der Umsetzung.

Zu Beginn des Buches war ich noch sehr zuversichtlich, dass ich dieses Buch mögen würde. Es schien, als hätten wir mit Mailin eine starke Protagonistin vor die Nase gesetzt bekommen, die eine rebellische Königin abgeben würde. Mir haben ihre Gedanken und ihre Kommentare gefallen, weil sie mich immer wieder zum Grinsen gebracht haben. Außerdem gefiel es mir, dass sie kämpfen und sich daher anscheinend auch selbst retten kann. So ist es in gewisser Weise auch, aber von Seite zu Seite haben sich die Momente gehäuft, in denen sie furchtbar naiv und kopflos gehandelt und gedacht hat. Ständig schwankt sie zwischen vorschnellem Vertrauen und dicht folgendem Misstrauen. Da habe ich den Draht zu ihr verloren, weil ich manches einfach nicht nachvollziehen konnte.

Ein anderer Aspekt, der mich zu Beginn begeistern konnte, war ihr mysteriöser Begleiter. Ja, ich weiß, klingt nach Klischee – und ist auch eins. Trotzdem fand ich seine trockene, geheimnisvolle Art spannend. Sie hat mich auf die Liebesgeschichte zwischen ihm und Mailin neugierig gemacht. Irgendwann war es aber gerade diese Art, die mich genervt hat. Die ständigen Lügen, die ausweichenden Antworten und die fast schon zwanghafte Geheimniskrämerei waren irgendwann anstrengend. Zwar hat dieses Verhalten seinen Ursprung in seiner Vergangenheit, aber irgendwie war es mir zu gewollt.

Und trotzdem gab es etwa hundert Seiten im Buch, die mich fast schon enorm gelangweilt haben, weil er nicht dabei war. Da hat sich bei mir langsam der Gedanke festgesetzt, dass die Handlung einfach nicht genug ist, um die Geschichte alleine zu tragen. Es brauchte die Liebesgeschichte, um interessant genug zu sein – und das ist übel, denn ich bevorzuge Bücher, in denen die Romanze ein kleiner, nebenstehender Teil ist, der den Leser mitfiebern lässt und möglichst lange hinausgezögert wird. Das hätte hier für mich nicht funktioniert, denn dafür ist die Handlung zu simpel gestrickt, um durchgehend zu fesseln. Es mag den einen oder anderen Twist geben, aber letztendlich sind auch diese vorhersehbar.

Nach besagten Seiten ohne den Typen wurde es ein klein wenig besser. Die Lage spitzt sich immer mehr zu, es kommt etwas Bewegung in die Sache und gegen Ende herrscht dann völliges Chaos. Leider ist nicht nur der Inhalt chaotisch, sondern auch die Struktur der Handlung, weshalb ich auf den letzten fünfzig Seiten wohl die meiste Zeit einfach nur verwirrt war. Mailin wechselt so schnell ihr Vorhaben, dass ich nicht folgen konnte, welchem Plan sie jetzt gerade eigentlich nachgeht. Und genauso verhält es sich auch mit den anderen Figuren, irgendwie sind ihre Pläne nicht sonderlich durchdacht, das meiste läuft mit der Hau-drauf-Methode ab – und doch wird dem Ganzen irgendein Sinn und ausgiebige Überlegung unterstellt. Das war ein einziges sinnloses Hin und Her.

Die Liebesgeschichte ist der rote Faden, der sich durch das Buch zieht. Von Anfang an unterschwellig präsent, weiß der Leser, wohin sich das entwickeln wird. Noch dazu haben wir die typische Konstellation: ahnungsloses, aber rebellisches Mädchen trifft auf geheimnisvollen, düsteren Fremden, der sie nicht an sich heranlässt – und dann doch irgendwie. Oder auch nicht. Bei ihm weiß man das nicht so genau. Die beiden haben ein paar süße Momente, die aber leider nichts Besonderes sind. Man fiebert zwar mit, aber bedauerlicherweise nicht mit den typischen Schmetterlingen im Bauch.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die Fortsetzung lesen werde, denn trotz des interessanten Worldbuildings konnte mich die Handlung einfach nicht genug packen. Cover, Worldbuilding und ein paar spannende Momente lassen mich noch 3 Sterne geb

Bewertung vom 23.09.2019
Follow Me Back Bd.1
Geiger, A. V.

Follow Me Back Bd.1


ausgezeichnet

Es gibt nicht viele Liebesromane, die so spannend sind, dass man jedes Wort in sich aufsaugt.
Ich habe mich an den Seiten festgesaugt, weil es entweder zum Hinknien süß oder zum Verrücktwerden spannend war. Die privaten Nachrichten zwischen den beiden sind einfach nur witzig und süß und es macht unglaublich viel Spaß, die beiden dabei zu begleiten, wie sie einander näher kennenlernen. Das ist auch deshalb der Fall, weil beide so wahnsinnig tolle Charaktere sind. Tessa ist eher zurückhaltend, hat mit starken Ängsten zu kämpfen und es fällt ihr ganz und gar nicht leicht, über ihren Schatten zu springen – vor allem, weil sie (außer Eric) niemanden hat, der sie dabei unterstützt. Selbst ihre Mutter macht ihr Druck, was mich beim Lesen unglaublich aufgeregt hat. Die Menschen in ihrem Umfeld zeichnen sich nicht gerade durch Sensibilität aus. Trotzdem macht Tessa eine bewundernswerte Entwicklung durch, die sich erst nur in kleinen Momenten im Nachrichtenaustausch mit Taylor/Eric zeigt und gegen Ende dann ihren Höhepunkt erreicht: Auf den letzten Seiten zeigt sie ganz viel Mut und Stärke.

Eric hat mir in der Leseprobe noch Rätsel aufgegeben – letztendlich ist er für mich aber das Highlight in »Follow Me Back«. Anfangs wirkt er depressiv, unzufrieden und wütend, die negativen Gefühle gehen auf den Leser über. Im Austausch mit Tessa macht aber auch er eine Entwicklung durch, die beiden geben sich Halt und Unterstützung, die sie von den Menschen in ihrem Leben nicht bekommen, und wie sich Eric dabei in Tessa verliebt – denn das bekommt der Leser noch viel deutlicher zu spüren als Tessas langsame Verliebtheit – hat mich immer und immer wieder zum Grinsen gebracht. Ich habe mir so viele Stellen markiert, allen voran den Songtext von »Snowflake«. Erics Verhalten, seine Gedanken, seine Gesten haben mein inneres Fangirl geweckt. Es ist ein Wunder, dass ich mir das Quietschen, das mir immer wieder im Rachen steckte, verkneifen konnte.

Neben diesen schönen Momenten, die zum Mitfiebern einladen, ist das Buch auch noch unglaublich spannend, was ich nicht erwartet hätte. Zum einen möchte man natürlich wissen, wann und wie es zu dem ersten Treffen zwischen den beiden kommt und wie Tessa darauf reagieren wird, dass hinter dem Kerl, mit dem sie sich ständig Nachrichten schreibt, ausgerechnet Eric Thorn steckt, von dem sie mehr oder weniger besessen ist. Zum anderen gibt es immer wieder Ausschnitte aus Vernehmungen von Eric und Tessa zu der Nacht des besagten ersten Treffens, was natürlich Rätsel aufgibt und Böses vermuten lässt. Die Autorin legt hier auch einige Fährten, durch die sich der Leser schon ein paar Vermutungen für den großen Showdown zurechtlegen kann, der für mich ein paar epische Szenen bereitgehalten hat.

Ich fand es einfach nur klasse, wie die Autorin das am Ende gelöst hat. Wie Tessa reagiert hat, wie Eric reagiert hat – das war für mich schlichtweg perfekt. Damit wäre ich auch rundum zufrieden gewesen. Nagut. Einen Epilog hätte ich noch schön gefunden. Stattdessen gibt es noch eine letzte Vernehmung und die … stürzt den Leser dann nochmal in vollkommene Verwirrung. Aber um irgendetwas muss es ja auch in Band 2 gehen, oder? Ich habe absolut keine Ahnung, was ich von den letzten Entwicklungen halten soll, aber ich bin richtig neugierig und will unbedingt wissen, wie es weitergeht. Die Autorin hat also alles richtig gemacht. Von mir gibt es natürlich 5 Sterne!

Bewertung vom 26.08.2019
Work Play Love (eBook, ePUB)
Clampett, Ruth

Work Play Love (eBook, ePUB)


sehr gut

Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich durch das Cover, da es bereits andeutet, in welche Genre-Richtung das Buch einzuordnen ist. Mit Lesen des Klappentextes und der Leseprobe musste ich dann jedoch feststellen, dass das Cover dem Inhalt überhaupt nicht gerecht wird – genauso verhält es sich auch mit dem Buchtitel, der im englischen Original viel treffender und auch amüsanter ist: Animate Me („animieren“ = 1. jemandem Mut oder Lust zu etwas machen, ermuntern; 2. durch aufeinanderfolgende Bilder einen Film erzeugen). In diesem Titel wird viel besser eingefangen, worum es geht: Um einen geekigen Protagonisten, der Comics zeichnet, beim Zeichentrick arbeitet und es sich zum Ziel gemacht hat, die weibliche Protagonistin Brooke für sich zu gewinnen.

Man sollte sich daher von dem Cover nicht irritieren lassen und auf keinen Fall einen Protagonisten erwarten, wie man ihn sehr häufig in dem Genre serviert bekommt: Einen Sonnyboy, Bad Boy, Womanizer oder Playboy. Das alles ist Nathan nämlich nicht. Er ist ein Geek durch und durch, tritt mitunter unsicher und unbeholfen auf und ist in den Unterhaltungen mit Brooke anfangs ganz schön nervös. Gerade seine Unbeholfenheit macht ihn aber unglaublich liebenswert, sein Schwärmen für Brooke ist einfach nur hinreißend und er gibt so viele süße Dinge von sich, dass man beim Lesen einfach nur über ihn lächeln kann. Er trägt Brooke wirklich auf Händen. Neben all der Unsicherheit weiß er jedoch, was er will, und gibt sein Bestes, um es zu erreichen. Das hat mir ganz schön imponiert.

Durch das Cover könnte schnell die Befürchtung entstehen, dass Nathan sein geekiges Ich im Laufe des Buches „überwindet“ und zum Frauenschwarm mutiert – das ist … so teilweise der Fall. Es gibt eine (kleine) optische Veränderung, die auch weibliche Aufmerksamkeit auf sich zieht, aber – und das finde ich wirklich super! – im Inneren bleibt er der Gleiche. Er lässt sich nicht verändern und Brooke möchte das auch gar nicht. Das Buch vermittelt da eine schöne Botschaft.

Neben dem erfrischenden, recht ungewöhnlichen männlichen Protagonisten ist Brooke doch recht gewöhnlich – jedenfalls für mich, für Nathan sicher nicht. Sie ist bei allen Kollegen sehr beliebt, wunderschön, erfolgreich und eine sehr herzliche, liebe Person, die Nathan schließlich ihre Hilfe anbietet, um seinen Schwarm für sich zu gewinnen. Nur dass sie in Wahrheit selbst dieser Schwarm ist.

Hier werden zwei Plot-Elemente integriert, die ich auch schon in anderen Büchern gelesen habe: eine Lüge, die aus einem Missverständnis geboren wird, und etwas Nachhilfe in Liebesdingen. Der Autorin gelingt es jedoch, trotz allem ihr eigenes Ding zu machen, ohne dabei ins Klischeehafte abzudriften. Bestimmte Dinge werden unerwartet und deshalb umso erfrischender gelöst, weshalb ich an einer Stelle schon erleichtert war, dass die Handlung nicht in das typische Drama umschwingt.

Leider habe ich mich da zu früh gefreut, denn letztendlich gibt es doch ein bisschen Drama. Das war dann leider auch der Moment, an dem mir Brooke ein bisschen unsympathisch geworden ist, weil sie sich einfach sehr … egoistisch und melodramatisch verhalten hat, was ich mir anders gewünscht hätte. Nathan hätte definitiv auch etwas anderes verdient gehabt. Aufgrund dessen hat mir das Ende leider nicht ganz so gut gefallen wie die lockerleichten, amüsanten und auch spannenden ersten zwei Drittel.

Nichtsdestotrotz wusste mich Nathans und Brookes Geschichte, die komplett aus der Sicht von Nathan geschrieben ist (auch ein Highlight für mich!), definitiv zu überzeugen. Ich habe Nathan sofort ins Herz geschlossen, mit ihm auf seiner „Gewinne-Brooke-als-Freundin“-Mission mitgefiebert und sehr häufig gegrinst – vor allem auch über die wahnsinnig schönen Zeichnungen, die sich immer wieder im Buch finden. Das war ein sehr schönes Extra und hat den Spaß beim Lesen noch etwas verstärkt. Ich würde definitiv noch mehr von der Autorin lesen.

Bewertung vom 30.07.2019
Perfect Mistake
Scott, Kylie

Perfect Mistake


gut

Mit der Bewertung dieses Buches tue ich mich tatsächlich etwas schwer. Nach Lesen der Leseprobe war ich von der Geschichte sofort angefixt und wollte unbedingt weiterlesen. Leider habe ich während des Lesens immer mehr gemerkt, dass es sich nicht so entwickelt, wie ich mir das nach der Leseprobe gewünscht habe. Für mich hat die Autorin eine falsche Richtung eingeschlagen, weshalb mir das Buch letztendlich nur mittelmäßig gut gefallen hat.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und ist neben der neugierig machenden Leseprobe das Beste an der Geschichte. Locker und leicht gehalten, gelegentlich durchzogen von amüsanten Dialogen, die gut unterhalten und den Leser auch zum Grinsen bringen.

Neben einem gut zu lesenden Schreibstil braucht ein gutes Buch jedoch auch sympathische Charaktere und einen bestenfalls spannenden, zumindest aber unterhaltsamen Plot. Hier fangen die Probleme an. Nachdem mich Adele in der Leseprobe noch mit ihrem Humor begeistern konnte, war sie später eigentlich kaum der Rede wert. Sie wurde zu einer durchschnittlichen Protagonistin, die man zwar durchaus sympathisch findet, die aber kaum heraussticht und noch dazu immer wieder recht schnell nachgibt. Das hat dem Buch deshalb geschadet, weil sie aufgrund dessen auch nicht den schlechten Eindruck des männlichen Protagonisten ausgleichen konnte: Pete ist in der Gegenwart über vierzig Jahre alt (der Altersunterschied zwischen ihm und Adele ist es, der die Beziehung der beiden - laut Klappentext - so "unmöglich" macht) und verhält sich wie ein 14-Jähriger in der Pubertät. Stimmungsschwankungen und unverständliche Wut stehen bei ihm an der Tagesordnung. Weil sein Alter so rein gar nicht zu seinem unreifen Verhalten gepasst hat, konnte ich nicht mit ihm warm werden. Er war ziemlich anstrengend.

Dazu hat auch der Plot beigetragen: Der Klappentext verrät schon, dass etwas in der Vergangenheit vorgefallen ist, das zwischen Adele und Pete steht und eine Wiederbegegnung problematisch macht. Meiner Meinung nach ist die Autorin hier jedoch völlig falsch an die Geschichte herangegangen, denn das große Mysterium wird schon in der Leseprobe aufgelöst und ist letztendlich kaum der Rede wert. Problematisch ist das, weil Pete eine riesige Sache daraus macht und sogar noch nach sieben Jahren unglaublich nachtragend ist. Aufgrund dessen ist sein Verhalten schwer nachvollziehbar. In meinen Augen schadet es auch Spannung und Handlung, dass dieses Ereignis im Grunde genommen so unbedeutend für den Verlauf der Geschichte ist, denn eigentlich war das ja die Grundidee. Es wurden falsche Erwartungen geweckt – und ich bin aufgrund dessen leider ziemlich enttäuscht. Zudem wird viel zu oft in die Dramenkiste gegriffen, um ein unnötiges Hin und Her heraufzubeschwören und ein Zusammenkommen künstlich hinauszuzögern. Ich finde, man hätte mehr aus der Story herausholen können. Für mich bleibt die Leseprobe das Highlight des Buches.

Fazit

Bricht mit den Erwartungen des Lesers, das stellt sich aber als nachteilig für die Geschichte heraus. Man hätte mehr herausholen können. Da auch die Protagonisten nicht zu überzeugen wissen, sondern im Falle von Pete sogar anstrengen, hat mich das Buch nach der großartigen Leseprobe leider enttäuscht. Schade! Von mir gibt es 3 Sterne wegen Leseprobe und Schreibstil.

Bewertung vom 18.05.2019
Golden Darkness. Stadt aus Licht & Schatten
Brennan, Sarah Rees

Golden Darkness. Stadt aus Licht & Schatten


sehr gut

Als ich ¾ des Buches gelesen hatte, war ich wirklich positiv überrascht. Nicht nur hat mich der bildhafte Schreibstil fasziniert, der ungewöhnliche Vergleiche anbringt und sowohl die Licht- als auch die Dunkelmagie sehr anschaulich beschreibt, als würde man sich als Leser gerade mitten vor Ort befinden, auch das Worldbuilding ist originell und interessant. Aber nicht das war es, was mich völlig vom Hocker gehauen hat.
Anfangs dachte ich noch, ich wüsste, wohin die Reise geht, aber Sarah Rees Brennan hat mich schnell eines Besseren belehrt. Sie spielt und bricht mit unseren Erwartungen, wo sie nur kann – sei es in Bezug auf die Handlung oder die Charaktere, die auf den ersten Blick stereotyp wirken mögen, es aber ganz bestimmt nicht sind.
Angefangen bei der Protagonistin: In vielen Rezensionen wird Lucies Feigheit kritisiert. Gut, das kann ich einerseits durchaus verstehen, denn auch ich lese lieber aus der Sicht einer toughen Protagonistin, die sich für die Gerechtigkeit stark macht. Aber Lucie ist nun mal keine Katniss Everdeen und das ist auch gut so. Warum? Es ist mal etwas Anderes, nicht aus der Sicht eines Helden, sondern eines echten Menschen zu lesen. Wer hier das Wort „Feigheit“ liest und das Buch noch nicht gelesen hat, der malt sich wahrscheinlich die schlimmsten Schauergeschichten dazu aus, aber so ist es auch nicht. Lucie versteckt sich nicht feige im Schrank und hofft, dass andere sie beschützen. Sie kann sich durchaus verteidigen, sie kann kämpfen und läuft nicht ängstlich vor der Gefahr davon. Aber sie macht einen Unterschied darin, für wen sie kämpft. Nicht etwa für eine Veränderung und eine Rebellion (noch nicht) – lieber fügt sie sich nach außen hin, während sie insgeheim weiß, was richtig und was falsch ist –, sondern für die Menschen, die sie liebt, und für ihr eigenes Leben. Und das finde ich menschlich und realistisch, so würden sich die meisten von uns verhalten. Deshalb war sie als Protagonistin eine angenehme Überraschung, mit der ich mich oft identifizieren konnte.
Die beiden männlichen Protagonisten – Lucies Freund Ethan und dessen Doppelgänger Carwyn – fand ich beide auf ihre Weise sehr interessant. Für viele ist Ethan der Langweilige von den beiden, aber eigentlich ist er mindestens genauso tiefschichtig wie Carwyn. Beide waren in ihrem Verhalten schwer einzuschätzen und wussten mich zu überraschen.
Wie die Charaktere vollzieht sich auch die Handlung nicht so, wie man es erwartet, und hält einige Überraschungen bereit. Nicht alles ist schwarz oder weiß, nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Diese Unberechenbarkeit der Story und ihrer Charaktere hat mich unglaublich fasziniert und in ihren Bann gezogen, sodass ich mich von den Seiten gar nicht mehr losreißen konnte. Es war wirklich spannend, weil alles passieren konnte.
Kritik habe ich nur für das letzte Viertel der Handlung übrig, weil ich den Eindruck hatte, dass hier manches zu einfach (oder sagen wir: zu unspektakulär) gelöst wurde. Das ist ein bisschen ironisch, weil das Ende alles andere als ein Happy End ist.
Bis zu diesem Punkt der Rezension dachte ich noch, dass es einen Folgeband geben würde (und hätte 4,5 Sterne gegeben!) - jetzt wurde ich gerade eines Besseren belehrt und bin etwas erschüttert, dass es sich um einen Einzelband handelt. Das ändert deshalb so vieles, weil Lucie gerade erst begonnen hat, ihren Charakter zu entwickeln, und ich gespannt war, was das nun im zweiten Band alles hervorbringt, aber so ... bin ich doch etwas enttäuscht. Ich hoffe wirklich, dass da noch etwas kommt. Für mich wäre es ein fast perfekter, undurchsichtiger und spannender Auftakt, wenn das letzte Viertel meine Euphorie nicht etwas gedämpft hätte - und es ein Auftakt und kein Einzelband wäre. Ich liebe das Worldbuilding, die Unberechenbarkeit der Handlung, die Twists. Und hoffe so sehr auf eine Fortsetzung, weil es die meiner Meinung nach braucht.
Als Auftakt vergebe ich 4,5 Sterne, als Einzelband sinkt es leider auf 4 Sterne.

Bewertung vom 18.03.2019
Playing it cool / Playing Bd.2 (eBook, ePUB)
Andrews, Amy

Playing it cool / Playing Bd.2 (eBook, ePUB)


sehr gut

Ich gestehe: Allein aufgrund des Covers hätte ich dieses Buch nicht gelesen. Es vermittelt zwar sofort, in welchem Genre sich der Inhalt bewegt, gleichzeitig suggeriert es aber auch Körperlichkeit und im schlimmsten Fall: Oberflächlichkeit. Aufgrund dessen hatte ich ein wenig die Befürchtung, dass die Gefühlsentwicklung hier auf der Strecke bleiben könnte und hinter zahlreichen Erotikszenen zurückstecken müsste. Letztendlich fand ich Klappentext und Leseprobe aber so interessant und unterhaltsam, dass ich dem Buch eine Chance gegeben habe. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Tatsächlich hat sich schon auf den ersten Seiten herausgestellt, dass die Story besser ist, als es im Klappentext angedeutet wird, denn Dexter bittet Harper nicht nur aus Mitleid um ein Date oder weil er nur höflich sein möchte. Er hat von Anfang an Interesse, gleichzeitig aber auch seine Gründe, warum er aus Prinzip keine Dates hat. Die widerliche Art von Chuck bringt ihn jedoch dazu, diese Prinzipien kurzerhand über den Haufen zu werfen – zumindest zum Schein. Er schlägt ihr vor, hin und wieder miteinander abzuhängen – insgeheim ganz platonisch –, um Chuck einen Dämpfer zu verpassen. Dabei entwickelt sich eine unerwartete Freundschaft, weil die beiden sofort auf einer Wellenlänge sind, einen ähnlichen Humor haben und unbefangen miteinander reden können. Nur die Sache mit der platonischen Ebene stellt sich als unfassbar schwer heraus, denn neben der Tatsache, dass sie sich super verstehen, fühlen sie sich auch noch stark zueinander hingezogen.

Das ist ein Aspekt, der der Geschichte eine gewisse Tiefgründigkeit hätte verleihen können, denn Harper hat trotz unverkennbarem Selbstbewusstsein ein paar Komplexe wegen ihres Aussehens, die Dex sie aber (meist) vergessen lässt. Mir war schon gleich zu Beginn klar, dass dieser unglaublich sympathische und einfühlsame Rugby-Spieler mehr als gut für Harpers Ego sein wird, und ich habe mich darauf gefreut, mitzuverfolgen, wie er ihr im Verlauf des Buches zeigen wird, dass sie eine schöne und begehrenswerte Frau ist. Das tut er zwar auch, aber dieser Teil stand tatsächlich nicht so stark im Mittelpunkt, wie ich es erwartet habe. Harpers Unsicherheit in Bezug auf ihr Aussehen ist zwar immer wieder präsent, aber nur dezent. Die Stimmung ist leicht gehalten und Harpers Einsicht, trotz höherem Gewicht schön zu sein, steht weniger im Vordergrund als die Liebesgeschichte an sich. Wer eine lockerleichte Lektüre für zwischendurch lesen möchte, ist hier also richtig.

Wo die Story in etwa hinführt, ist klar. Die Geschichte ist nicht sonderlich unvorhersehbar und sobald ein gewisser Punkt in der Geschichte erreicht ist, kann man sich denken, was als nächstes kommt. Das fand ich aber nicht so tragisch, weil mir die humorvollen Schlagabtäusche zwischen Harper und Dex so gut gefallen haben und ich fast dauerhaft am Grinsen war. Zudem konnte ich in den Momenten, in denen die beiden auf scherzhafte oder ernste Weise miteinander geredet haben, nachvollziehen, warum sie sich miteinander so wohlfühlen und sich langsam aber sicher ineinander verlieben. Insofern waren meine Befürchtungen aufgrund des Covers auch weitestgehend unbegründet.

Nicht abzustreiten ist jedoch, dass es bei den beiden recht schnell zur Sache geht und das Miteinander-Reden dann doch immer seltener wird, um am Ende fast vollständig zu versiegen. Da die Gefühle aber in meinen Augen nachvollziehbar aufgebaut wurden und nicht mehr jede einzelne Sexszene ausgeschrieben wurde, fällt dieser Kritikpunkt klein aus.

Bedauerlicher fand ich es, dass der „Bösewicht“ Chuck (und auch die „böse“ Stiefmutter Anthea) irgendwann wie vom Erdboden verschluckt war(en) und bis zum Ende nicht mehr auftauchte(n), obwohl ich mich eigentlich ein wenig darauf gefreut hatte, dessen/deren Reaktionen auf Harper und Dex zu sehen. Stattdessen bekommen wir ein zweifelsfrei sehr süßes Happy End mit großer Liebeserklärung, die ein kleines Bisschen dick aufgetragen ist.

Bewertung vom 16.03.2019
Weil es Liebe ist
Lauren, Christina

Weil es Liebe ist


ausgezeichnet

Ich bin durch den Namen des Autorenduos, der schon für gute Liebesgeschichten steht, und das schöne Cover, das eine eben solche suggeriert, aufmerksam geworden. Mit Lesen der Leseprobe war ich dann endgültig davon überzeugt, dass ich das Buch unbedingt lesen möchte, da bereits dort spannende Fragen aufgeworfen werden, die neugierig machen und einen weiterlesen wollen lassen. Als ich dann – mehr oder weniger versehentlich – erfahren habe, worum es geht (eine Heirat wegen einer Greencard), war ich doch nochmal skeptisch, ob mir das Buch wirklich gefallen würde.

Und jetzt sitze ich hier und habe mich in dieses Buch verliebt.

Es ist leicht und flüssig geschrieben und ich befand mich während des Lesens in einem angenehmen Hin und Her zwischen spaßiger Belustigung angesichts der humorvollen Dialoge und des beschleunigten Kennenlernprozesses (wegen der Einwanderungsbehörde) und angespannter Aufregung inklusive Herzklopfen.

Dass sich die beiden wegen der Greencard-Hochzeit schnell kennenlernen müssen, hat für amüsante Gespräche und eine besondere Atmosphäre gesorgt. Weil man die ganze Zeit nicht weiß, was in Calvins Kopf vor sich geht (er ist teilweise auch nicht so leicht zu durchschauen), war das Mitfiebern natürlich noch größer und die Schmetterlinge im Bauch beim Lesen noch stärker präsent, wenn es kleine Annäherungen – und sei es nur zum Schein – zwischen Calvin und Holland gab. Was mir besonders imponiert hat, war die Tatsache, dass die beiden keine Spielchen miteinander spielen und (von ein, zwei Sachen abgesehen, die dann schließlich auch für Probleme sorgen) ehrlich miteinander umgehen.

Mit Protagonistin Holland wurde ich schon in der Leseprobe warm, weil ich ihre bescheidene und zurückhaltende Art sowie die Tatsache, dass sie sich erst Mut antrinken musste, um Calvin zum ersten Mal anzusprechen, erfrischend fand. Sie ist unsicher in Bezug auf ihre Zukunft, nicht ohne Selbstzweifel und gleichzeitig ein Mensch, der für seine Familie sein letztes Hemd geben würde. So dann auch für Calvin. Ein rundum sympathischer Mensch. Ihre Schwärmerei für Calvin ist ein echt süßer Part der Story.

Calvin stand ich in der Leseprobe noch skeptisch gegenüber – wen wundert das, wenn er einfach panisch das Weite sucht, obwohl Holland ihn eigentlich bräuchte? Sein Verhalten wird durch die fehlende Greencard dann aber natürlich verständlich und er wusste mich von Seite zu Seite mehr von sich zu überzeugen. Er tritt Holland gegenüber charmant, offen und unkompliziert gegenüber auf, verhält sich nicht in jeder Situation sofort richtig, hat aber die Stärke und die Reife sein Verhalten zu reflektieren und seine Fehler schnell einzusehen. Mir hat seine Art unglaublich gut gefallen. Zudem hat man trotz gelegentlichem peinlich berührtem Schweigen und nervösem Smalltalk durch die Seiten gespürt, dass die Chemie zwischen ihm und Holland einfach stimmt. Sie haben mich immer wieder zum Grinsen gebracht.

Ich habe an dieser spannenden, unterhaltsamen und süßen Liebesgeschichte wirklich nichts auszusetzen und fühlte mich während des Lesens wie in einem Sog. Ich konnte mich nur mit Mühe und Not von den Seiten losreißen, weil ich einfach auf jeder einzelnen Seite wissen wollte, wie es weitergeht. Ich fürchte, ich muss mir auch noch „Nichts als Liebe“ ins Haus holen.



Fazit

Durch die Leseprobe hatte ich erwartet, dass mir das Buch gefallen würde, aber nicht, dass es mich tatsächlich SO begeistern würde. Ein Reread ist beschlossene Sache. Ich kann diese Herzklopfen bescherende, spannende Liebesgeschichte uneingeschränkt empfehlen und vergebe 4,5 Sterne, Tendenz zur vollen Punktzahl.

Wenn ich das Buch äußerlich nochmal so betrachte, habe ich doch einen kleinen Kritikpunkt: Buchrücken und Rückseite sind mir zu langweilig gestaltet und werden dem schönen Cover leider nicht gerecht.

Bewertung vom 19.02.2019
Dance. Love. Learn. Repeat.
Ellen, Tom; Ivison, Lucy

Dance. Love. Learn. Repeat.


gut

Das Buch ist überwiegend locker und leicht geschrieben. Normalerweise bin ich eine wirklich langsame Leserin, aber Dance. Love. Learn. Repeat. liest sich wirklich unglaublich schnell. Die Charaktere unterhalten sich fast ausschließlich in scherzendem Ton, sodass recht früh klar wird, dass hier kein emotionales Drama erzählt wird. Anfangs hatte der Humor noch Schwierigkeiten, mich zu erreichen, mit der Zeit wurden die Dialoge aber immer witziger, sodass ich stellenweise wirklich laut lachen musste. Der Humor ist oft kindisch und überspitzt, brachte mich aber gerade deshalb immer wieder unerwartet zum Lachen. Vor allem Frankie ist wegen ihrer verrückten und mitunter auch kindischen Art fast schon ein Alleinunterhalter, den ich besonders ins Herz geschlossen habe. Sicher ist dieser besondere Humor aber nicht jedermanns Fall.Wie schon erwähnt, fasst der Titel den Inhalt des Buches ganz gut zusammen: Dance. Love. Learn. Repeat. Es ist eine Collegestory. Die Charaktere feiern (wirklich jeden Abend, egal ob am nächsten Tag Seminare oder Vorlesungen auf dem Plan stehen) und tanzen, sie verlieben sich (nicht nur Phoebe und Luke, obwohl diese im Mittelpunkt stehen), sie lernen (hin und wieder, wenn sie mal nicht feiern) und sie wiederholen das Ganze. Abgesehen davon gibt es noch ein bisschen College-Quidditch, Machoaktionen, die aus zu viel Testosteron resultieren, und etwas Liebesdrama – sonst passiert eigentlich nichts Besonderes.

Die Story sticht ja auch nicht besonders aus der Masse heraus. Es gibt ein Dutzend Collegegeschichten, die nach dem gleichen Schema verlaufen: Das Mädchen war auf der Highschool in den beliebten Jungen verliebt, der nie auch nur Notiz von ihr genommen hat, und auf dem College scheint sie auf einmal doch ganz interessant. Die beiden freunden sich an, es entsteht mehr … und dann werden ihnen Steine in den Weg gelegt. Vielleicht, weil man noch einen zweiten Band schreiben möchte. Oder aber, wie ich es gerne interpretieren würde, weil man etwas vermitteln möchte.Und zwar genau das: Dass es (in der Realität und auch in der Fiktion) nun mal ganz leicht passieren kann, dass man sich so in das Bild, das man von einem Menschen hat, hineinsteigert, dass man gar nicht die Wirklichkeit, das wahre Ich sieht. Und dass einem früher oder später die Augen geöffnet werden und man den Menschen sieht, der wirklich hinter dieser falschen Vorstellung liegt. Genau das scheint hier bei Phoebe in Bezug auf Luke passiert zu sein. Vielleicht wird es also ein Happy End für die beiden in Band 2 geben – oder vielleicht auch nicht und es ist doch Josh, der mit Phoebe zusammenkommt und den ich – ehrlich gesagt – sogar viel lieber mag. Wer weiß.

Und das, obwohl ich mit dem Buch als Komödie zwar sehr zufrieden, von dem Buch als Liebesgeschichte aber enttäuscht bin. Nicht nur, dass die klischeehafte Storyline bis zum Ende klischeehaft bleibt und vor sich hinplätschert, wenn man mal die gelegentlichen Späßchen außer Acht lässt. Es kommt auch einfach kein Drang auf, mit den beiden „Turteltäubchen“ mitzufiebern. Weder wird ein Knistern oder Herzklopfen transportiert noch hatte ich auch nur ansatzweise das Gefühl, dass ich die beiden unbedingt zusammen sehen möchte, denn vor allem Luke hat mich mit seinem ständigen Hin und her unglaublich genervt. Er weiß nicht, was er möchte: Mal seine Exfreundin Abbey, mal dann doch wieder Phoebe und überhaupt interessiert er sich für Phoebe erst, als er (durch eine unglaublich peinliche Aktion) erfährt, dass sie auf ihn steht. Das war schon ein hartes Stück. Aber vielleicht war das ja so gewollt. Das werden wir wohl erst im zweiten Band erfahren.