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Insgesamt 293 Bewertungen
Bewertung vom 14.01.2026
Sonnenschein, Niklas

Blutiger Fjord Ein packender Norwegen-Krimi über Intrigen und Familiengeheimnisse (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

„Blutiger Fjord“ ist die Fortsetzung der skandinavischen Krimireihe von Niklas Sonnenschein um den Kommissar Karl Sortland aus Kirkenes. Die Bände können unabhängig voneinander gelesen werden, aber da mir der erste Band schon sehr gut gefallen hat, war ich natürlich sehr gespannt die Fortsetzung.
Eine neue Drogenepidemie namens „Edelweiß“ hinterlässt in Kirkenes eine blutige Spur, die nach Russland führt. Deshalb wird bei der örtlichen Polizei schnell gehandelt und eine Sonderkommission gegründet. Alle Kräfte sollen gebündelt werden, um die Situation schnell in den Griff zu bekommen.
Da entdeckt ein Fischer eine Leiche im Fjord. Es ist der Unternehmer Kristian Vesterbekkmo, der als Inhaber die örtliche Zementfabrik leitet.
Kommissar Karl Sortland und sein Partner Mats nehmen die Ermittlungen auf. Eine der Spuren führt ins Drogenmilieu. Bei den Ermittlungen geraten die beiden in einen Strudel aus Intrigen und Familiengeheimnissen.
Dabei erweist sich das Team von Karl und seinem schwedischen Partner Mats als perfekt. Beide ergänzen sich und sind jetzt eine Einheit geworden, die sich im Privatleben fortsetzt. Auch der samische Kollege Mikkel Kuhmunen ist wieder dabei, denn im Rahmen der Sonderermittlungen wurde er auch Spitzbergen angefordert.
Der Schreibstil von Niklas Sonnenschein ist flüssig und sehr gut lesbar. Ihm gelingt es den Leser schnell zu packen und zu fesseln. Seine Beschreibungen der Landschaft um Kirkenes vermitteln die raue Atmosphäre des Nordens und lassen den Leser hautnah dabei sein.
Es gelingt dem Autor Spannung aufzubauen und verbunden mit rätselhaften Geschehnissen, fesselt er den Leser. Der Krimi nimmt schnell an Tempo auf und die Schauplätze im hohen Norden wechseln sich ab. Je tiefer beide in der Vergangenheit graben, umso mehr Tatsachen und Fakten kommen zum Vorschein. Es ist Eile geboten und in einem schlüssigen, hochdramatischen Finale wird alles stimmig gelöst.
Dem Autor ist ein von Beginn an fesselnder Krimi gelungen, der mich als Leser begeistert hat. Auch die so unterschiedlichen Charaktere der ermittelnden Polizisten wurden sehr gut und facettenreich ausgearbeitet. Klischees sucht man hier vergebens.
Mit „Blutiger Fjord “ ist Niklas Sonnenschein eine spannende Fortsetzung gelungen, die ihn als ausgezeichneten Norwegen-Kenner ausweist.. Aus meiner Sicht ist der Krimi eine klare Leseempfehlung und verdient 5 Sterne. Ich freue mich auf weitere Fälle dieses Ermittlerteams.

Bewertung vom 14.01.2026
Sonnenschein, Niklas

Nordische Finsternis Ein nervenaufreibender Norwegen Krimi auf der düsteren Insel Spitzbergen (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

„Nordische Finsternis“ ist die Fortsetzung der skandinavischen Krimireihe von Niklas Sonnenschein um den Kommissar Karl Sortland und seinen schwedischen Partner Mats. Die Bände können unabhängig voneinander gelesen werden.
Der neue Fall führt die beiden Polizisten aus der norwegischen Stadt Kirkenes noch weiter hoch in den Norden nach Spitzbergen. Hier gibt es nur wenig Polizei, aber einige ungelöste Probleme. Der örtliche Polizeichef wurde angeschossen und im Schnee wurde eine übel zugerichtete Leiche gefunden.
Der Schreibstil von Niklas Sonnenschein ist flüssig und sehr gut lesbar. Ihm gelingt es den Leser schnell zu packen und zu fesseln. Seine Beschreibungen der Landschaft auf Spitzbergen vermitteln die raue Atmosphäre des Nordens und lassen den Leser hautnah dabei sein.
Gemeinsam mit ihrem samischen Kollegen Mikkel Kuhmunen versuchen sie sich ein Bild von der aktuellen Situation zu machen, als eine neue Hiobsbotschaft eintrifft. Bei einem Brand in seinem Haus ist der lokale Verwaltungschef ums Leben gekommen. Schnell wird klar - es war Brandstiftung.
Bei ihren Recherchen im Umfeld der Opfer stoßen die Polizisten auf einen relativ komplexen Sachverhalt der aktuellen Lage auf der Insel. Da spielen die Interessen von Umweltgruppen eine Rolle, ein geplantes NATO-Treffen, ungeklärte Ermittlungen bei einem alten Verkehrsunfalle sowie Vetternwirtschaft bei der örtlichen Polizei.
Komplizierte technische Sachverhalte bei der Brandstiftung werfen ein neues Licht auf die Recherchen und bringen die Polizisten bei der Aufklärung von Zusammenhängen voran.
Es gelingt dem Autor Spannung aufzubauen und verbunden mit rätselhaften Geschehnissen, fesselt er den Leser. Bald gerät auch Mikkel Kuhmunen ins Visier eines Unbekannten.
Der Krimi nimmt schnell an Tempo auf Je tiefer Karl und Mats in der Vergangenheit graben, umso mehr Tatsachen und Fakten kommen zum Vorschein. Es ist Eile geboten, denn der Täter hat es bereits eine weitere Person abgesehen.
In einem dramatischen Alleingang in der unerbittlichen Natur versuche Karl und Mats dem Täter Einhalt zu gebieten. Kann das den beiden überhaupt gelingen? Ein hochdramatisches Finale erwartet den Leser.
Dem Autor ist ein von Beginn an fesselnder Krimi gelungen, der mich als Leser begeistert hat. Auch die so unterschiedlichen Charaktere der ermittelnden Polizisten wurden sehr gut und facettenreich ausgearbeitet. Klischees sucht man hier vergebens.
Mit „Nordische Finsternis “ ist Niklas Sonnenschein eine spannende Fortsetzung gelungen, die ihn als ausgezeichneten Norwegen-Kenner ausweist. Aus meiner Sicht ist der Krimi eine klare Leseempfehlung und verdient 5 Sterne. Ich freue mich auf weitere Fälle dieses Ermittlerteams.

Bewertung vom 13.01.2026
Sommerkorn, Frida Luise;Hörhold, Sylke

Ein Weihnachtswunder


ausgezeichnet

Dieses Weihnachtsfest steht für Marie und die anderen Bewohner des Waldbachtals unter keinem guten Stern.
Ihr Ex-Mann taucht unerwartet wieder auf und möchte gern für sie und ihren gemeinsamen Sohn Tommy wieder da sein. Aber auch nur, weil sich seine Affäre, für die er Marie und sein Kind verlassen hat, sich von ihm getrennt hat. Doch inzwischen ist auch für Marie die Zeit nicht stehen geblieben. Eine zarte Beziehung entwickelt sich gerade zu Hannes, dem Sohn ihres Nachbarn Kurt. Doch ausgerechnet jetzt in der Weihnachtszeit steht für Hannes ein Firmenausflug zum Skifahren im Isergebirge an. Er entschließt sich trotz widriger Wetterumstände mitzufahren.
Ein heftiger Sturm zieht auf und bringt Regenmengen, die das ganze Dorf fluten. Nicht nur Maries Blumenladen steht unter Wasser, auch ihr Haus und die Häuser ihres Nachbarn und weiterer Dorfbewohner sind durch Sturm- und Wasserschäden unbewohnbar. So bleibt ihnen nichts weiter übrig, als in das höher gelegene Rosenhotel zu flüchten, wo sie alle über Weihnachten auch bleiben können. Ein Kaltfront hat das Wasser zu Eis erstarren lassen und das Dorf von der Außenwelt abgeschnitten.
Doch die Bewohner und der Hotelbesitzer sowie seine Angestellten versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Aber plötzlich sind Tommy und sein bester Freund Leon verschwunden.
Frida Luise Sommerkorn und Sylke Hörhold erzählen in kurzen Kapiteln eine turbulente Geschichte, die auch nachdenklich macht. Dabei sind menschliche Wärme und Nähe wichtig. Die alten Bräuche, die hier noch bewahrt werden, helfen den Menschen sich näher zu kommen und ihr Schicksal anzunehmen. Gespräche, Vertrauen und Hilfsbereitschaft sind der Schlüssel für Hoffnungen und einen neuen Anfang.
Aber es gibt es noch weitere Überraschungen und unerwartete Wendungen, die ich nicht verraten möchte. Der Titel „Ein Weihnachtswunder“ hält definitiv, was er verspricht.
Der Schreibstil der beiden Autorinnen ist flüssig, wie aus einem Guss und liest sich ausgezeichnet. Sie erzählen mit einer ausdrucksstarken Sprache bildhaft von Menschen und ihren Schicksalen. Die Protagonisten sind authentisch und sehr differenziert beschrieben.
Deshalb vergebe ich gern 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 18.11.2025
Kinkel, Tanja

Sieben Jahre


ausgezeichnet

Die promovierte Germanistin Tanja Kinkel hat bereits mehrere historische Romane veröffentlicht, die ich sehr gern gelesen habe.
Mit ihrem neuen Roman „Sieben Jahre“, erschienen 2025 bei Hoffmann und Campe, ist ihr ein überzeugendes Werk zur preußischen Geschichte gelungen. Der Siebenjährige Krieg, der von 1756 – 1763 stattfand, ist die Geburtsstunde Preußens als europäische Großmacht.

Der Roman schildert jedoch nicht nur den Verlauf des Siebenjährigen Krieges, sondern stellt vor allem die Mitglieder der königlichen Familie Preußens in den Mittelpunkt. Das sind Friedrich der Große und seine Brüder Heinrich und Wilhelm sowie die Schwester Amalie. Die Protagonisten sind authentisch und sehr differenziert beschrieben. Der Autorin gelingt es Geschichte lebendig werden zu lassen, ohne belehrend zu wirken. Man merkt wie akribisch Tanja Kinkel recherchiert hat.

Die Autorin erzählt mit einer ausdrucksstarken Sprache bildhaft von Menschen und ihren Schicksalen. Dabei schildert sie, jede Epoche, die sie in ihrem Roman verarbeitet, spannend, lehrreich und überaus interessant.

Das Buch ist übersichtlich gegliedert – ein Prolog, der Hauptteil und ein Epilog. Der Hauptteil, der dem Siebenjährigen Krieg umfasst, besteht aus 6 Kapiteln mit Unterteilen. Alle sind mit Jahreszahlen und Ortsangeben versehen und erleichtern dem Leser die Orientierung. Sehr hilfreich ist auch das Personenverzeichnis der königlichen Familie und weiterer Zeitgenossen am Anfang des Buches.

Im Roman verbindet sie geschickt das dramatische Familienschicksal um Friedrich II. mit den großen politischen Umwälzungen seiner Zeit.

Besonders bemerkenswert ist, wie sie die Protagonisten - von den königlichen Geschwistern über strategische Militärführer bis hin zu Hannibal, dem mutigen schwarzen Pagen - mit Tiefe und Menschlichkeit zeichnet. So entsteht ein vielschichtiges Bild jener Zeit, in der Macht, Loyalität und persönliche Hoffnung inmitten von Krieg und Umbruch auf die Probe gestellt werden.

Der Schreibstil von Tanja Kinkel ist flüssig und sehr gut zu lesen. Historische Sachkenntnis und ein ausgezeichnetes Gefühl für die Denk- und Lebensweise der geschilderten Personen faszinieren.

Tanja Kinkel macht Geschichte zugänglich und lebendig, ohne dabei an Tiefe zu verlieren. Ein großartiger Roman, der sowohl historische Genauigkeit als auch spannende Handlung perfekt verbindet.

Ein berührendes und ergreifendes Buch ist gelungen. Gern vergebe ich 5 Sterne und empfehle es allen historisch interessierten Lesern.

Bewertung vom 05.11.2025
Beck, Susanne

Schatten über der Sagrada Familia (eBook, ePUB)


gut

„Schatten über der Sagrada Familia“ ist der 2. Band der Reihe “Mutter-Tochter-Duo ermittelt in Spanien“ von Susanne Beck.
Den 1. Band „Schatten über der Alhambra“ habe ich nicht gelesen, bin aber trotzdem, auch dank Rückblenden, ohne Probleme in die Geschichte eingestiegen.
Worum geht es? Clara, verlässt nach einem Streit mit ihrem Freund Thorben Kanada und reist zu ihrer Mutter Anneliese nach Barcelona. Trotz beengter Wohnverhältnisse zieht Clara zu ihrer Mutter, die bei ihrer Freundin Maria, die auch Claras Patentante ist, wohnt, mit ein. Maria ist eine in Barcelona bekannte Food-Bloggerin und so bekommen die Leser*innen auch ein bisschen mehr von der spanischen Küche geboten. So lernen wir einige Restaurants und Bekannte von Maria kennen, nur der avisierte Kriminalfall lässt auf sich warten. Umso mehr erfährt der Leser über Claras private und berufliche Probleme.
Schließlich dürfen all drei – Maria, Anneliese und Clara- zu angesagtesten Party der Gastroszene Barcelonas und dann geschieht es endlich. Maria, die im Hotel übernachtet, wacht neben einer Toten auf und weiß von nichts.
Natürlich ist sie für die Polizei die Hauptverdächtige. Aber Anneliese und Clara glauben an Marias Unschuld. Nur wie können sie das dem Inspektor beweisen? Endlich werden die beiden aktiv und ermitteln in alle Richtungen um Maria, die inzwischen in Untersuchungshaft sitzt, zu helfen.
Tatsächlich wird es jetzt spannender und der Krimi beginnt mich zu fesseln. Ob und wie es den beiden gelingt genügend Beweise zur Entlastung Marias zu sammeln möchte ich hier nicht verraten. Nur so viel – die Beiden lernen noch eine ganz andere Seite Barcelonas kennen und stellen sich bei ihren Recherchen auch nicht ungeschickt an.
Der Schreibstil von Susanne Beck ist flüssig und informativ. Die handelnden Personen sind sehr gut beschrieben und charakterisiert.
Fazit:
Ein gut ausgedachte Geschichte, die in sich schlüssig gelöst wurde. Mich hat dieser Barcelona-Krimi mit einer etwas langen Einleitung dennoch gefesselt und mir eine spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich nicht nur 4 Sterne, sondern auch eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 02.08.2025
Bannalec, Jean-Luc

Bretonische Versuchungen / Kommissar Dupin Bd.14


ausgezeichnet

Der 14. Fall für Kommissar Dupin beginnt bizarr und ungewöhnlich. Die Inhaberin, Adeline Manzago, einer alteingesessenen Schokoladen-Confiserie in Concarneau wird tot in einem Bottich mit Schokolade entdeckt.
Wer oder was hinter diesem Mord steckt stellt sich schnell als Mammutaufgabe für das Team der Polizei heraus. Die Ermittlungen führen weit über die Bretagne hinaus, da die Familie der Toten aus dem Baskenland stammt. In diesem Fall muss Dupin sich intensiv mit der Geschichte, der Zusammensetzung und der Herstellung von Schokolade befassen. Der Leser ist in der glücklichen Lage nicht nur einen spannenden Krimi zu lesen, sondern auch Privatlektionen über die Schokolade als solche und die speziellen Kreationen an sich zu erhalten. Auch eine Fahrt ins Baskenladen verbunden mit der Vorstellung landestypischer Spezialitäten macht Appetit auf mehr.
Eingebettet in solch köstliche Umgebung geraten die polizeilichen Ermittlungen keinesfalls in den Hintergrund, denn bald erfolgen noch weitere Morde. Auch der Fund von Kokain in einer Lagerhalle macht die Aufklärung der Mordfälle keinesfalls einfacher. Dazu noch das polizeiliche Kompetenzgerangel mit der Einheit der Drogenfahnder.
Bei den Recherchen in der Fabrik und der Familie Manzago stellt Kommissar Dupin fest wie nah Ehrgeiz und Geltungssucht beieinander liegen. Könnte hier ein Motiv zu finden sein? Tatkräftig wird der Kommissar bei seinem 14. Fall von zwei Frauen unterstützt. Das ist zum einen die bekannte Sekretärin Nolwenn mit ihrem Organisations- und Recherchetalent und zum andern Commissaire Unarte aus Bayonne, die nicht nur äußerst kompetent ist, sondern auch ein Herz für alte Autos hat.
Wie es Kommissar Dupin und seinen Kollegen gelingt Licht in das Dunkel zu bringen und die Mordfälle zu lösen möchte ich nicht verraten, denn den Leser und die Ermittler erwarten noch einige Überraschungen.
Fazit:
Der Krimi ist gut strukturiert aufgebaut, hat viele Handlungsansätze, die nicht geradlinig zur Lösung führen. Ein phantasievoll ausgedachte Geschichte, die in sich schlüssig gelöst wurde. Mich hat der Krimi „Bretonische Versuchungen“ gefesselt und mir eine wirklich spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich eine 5 Sterne sowie eine klare und eindeutige Leseempfehlung.

Bewertung vom 30.06.2025
Gesing, Daniela

Venezianisches Geheimnis (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Der Winter in Venedig ist kalt, feucht und ungemütlich. Ausgerechnet diese Bedingungen nutzen Räuber, um Senioren zu überfallen und auszurauben.
„Eines Abends ist Lucas Nachbarin, Signora Vasconti, noch zum Einkaufen unterwegs und trifft sich mit einer Bekannten. Kurze Zeit später ist die wohlhabende Frau tot und Luca Brassonis Nachbarin liegt im Krankenhaus.“ (aus der Inhaltsangabe des Verlages).

Der 10. Fall für Luca Brassoni und seine Kollegen fordert viel von allen. Die Ermittlungen zeigen bald erste Ergebnisse, doch leider passt einiges nicht zusammen. Als Lucas Vorgesetzte, die Signora Vice Questore, krankheitsbedingt ausfällt, wartet auf Luca noch eine weitere Aufgabe. Er wird Signora Bertuzzi für längere Zeit kommissarisch vertreten. Für den Familienmenschen Luca ist das noch eine weitere Belastung, denn er kann weniger Zeit mit seinen Kindern und Carla verbringen. Doch bald entdeckt er, dass es nicht nur Belastungen gibt, sondern auch angenehmen Seiten, wie ein Essen mit dem Bürgermeister in einem angesagten teuren Restaurant.

Daniela Gesing gelingt es mit unerwarteten Wendungen und einem vielschichtigen Personen-spektrum Spannung aufzubauen und den Leser zu fesseln. Ihr Schreibstil ist flüssig, routiniert und lässt sich sehr gut lesen. Die geschilderten Charaktere sind authentisch und gut ausgearbeitet. Der Schauplatz Venedig bietet eine wunderschöne Kulisse, denn die Lagunenstadt wird kenntnisreich, detailliert und liebevoll geschildert.
Der Neffe des wohlhabenden Opfers steckt in Geldschwierigkeiten und hatte sich in eine Tierarztpraxis eingekauft hat, die dringend saniert werden muss. Seine Tante hatte ihm gedroht ihn zu enterben, da er mit Geld nicht umgehen kann. Ist ihr das noch gelungen und steckt der Neffe tatsächlich hinter dem Mord? Ist das Erbe das Tatmotiv? Als der Neffe überfallen wird, nimmt die Spannung schnell weiter zu.

Es warten schwierige Ermittlungstage auf den Commissario und sein Team. Im aktuellen Fall reichen die Ergebnisse noch nicht aus und auch die Straßenräuber müssen dringend gefunden werden.
Man trifft die aus den vorherigen Krimis bekannten Personen, wie Lucas Cousin Stefan, genannt Caruso, wieder. Gern möchte er Luca helfen und nutzt seine journalistischen Kontakte. Er ahnt nicht, dass er selbst in Lebensgefahr geraten wird, als er sich mit einem Kontakt trifft.

Wer steckt hinter all den Überfällen?
In einem packenden und spannenden Finale wird der Täter entlarvt und die Fälle werden in sich schlüssig gelöst. Die Autorin erzählt mit Liebe zum Detail in Brassonis 10. Fall eine äußerst spannende und gut ausgedachte Kriminalgeschichte, die sofort fesselt, aber auch nachdenklich macht. Daniela Gesings angenehmer und flotter Erzählstil ist
wunderbar zu lesen und ich empfehle es allen, die Venedig und Luca Brassoni mögen.
Es ist pures Lesevergnügen und die geeignete Lektüre für Urlaubstage im Sommer und gemütliche Stunden im Winter daheim. Aus meiner Sicht gibt es 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

Bewertung vom 10.06.2025
Bekker, Alfred

Norderneyer Pensionsmord. Ostfrieslandkrimi


ausgezeichnet

Ausgerechnet in der Pension Haddinga, in der Kommissar Lewert bei seinen dienstlichen Aufenthalten auf der Insel übernachtet, wird ein Gast tot aufgefunden. Er wurde mit einem Präzisionsgewehr durch das geschlossene Fenster erschossen.

Doch der Tote scheint nicht der zu sein, der er laut seinen Papieren ist. Der etwas exzentrische, aber dennoch geniale Privatdetektiv Wieland von Bröking kennt Hagen Rahmspott aus seiner Schulzeit. Doch dieser Tote ist definitiv nicht sein Schulfreund.

So müssen Kommissar Lewert und der Norderneyer Dorfpolizist Tjark Drönkemeyer einen mysteriösen und komplizierten Fall lösen. Bald führen erste Spuren nach Wanne-Eickel, woher das Opfer stammt. Doch ein Mordmotiv ist noch in weiter Ferne. Warum gibt es offensichtlich einen Doppelgänger?
Deshalb konzentrieren sich die Ermittlungen auf den echte Hagen Rahmspott, den Herr von Bröking vor kurzem auf der Insel gesehen haben will. Oder irrt er dieses Mal?

Alfred Bekker erzählt auf wenigen Seiten gekonnt eine ungewöhnliche Geschichte, die den Leser unterhält. Sein flüssiger Schreibstil und ostfriesisches Lokalkolorit tragen dazu bei. Akribische Ermittlungsarbeit und witzige Dialoge wechseln sich in diesem Ostfrieslandkrimi von Alfred Bekker ab und haben mich äußerst gut unterhalten. Der Autor erzählt eine spannende Geschichte, die von Beginn an fesselt.

Der Fall nimmt an Tempo auf, als es einen weiteren Mordversuch gibt. Nun ist auch Herr von Bröking persönlich betroffen, denn seine Recherchen führen in die richtige Richtung. In einem packenden Finale wächst der immer etwas unterschätzte Ortspolizist Tjark Drönkemeyer über sich hinaus und verblüfft dieses Mal sogar den Privatdetektiv.

Fazit:
Ein kurzweiliger Krimi mit viel Lokalkolorit, der von Beginn an unterhält und mit einigen unerwarteten Wendungen punkten kann. Ein phantasievoll ausgedachter Fall, der überzeugend gelöst wurde. Mich hat „Norderneyer Pensionsmordmord“ gefesselt und mir eine wirklich spannende Lesezeit beschert. Deshalb vergebe ich eine 5 Sterne sowie eine klare und eindeutige Leseempfehlung.

Bewertung vom 31.05.2025
Rademacher, Cay

Rätselhaftes Saint-Rémy / Capitaine Roger Blanc ermittelt Bd.12 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Glanum, in der Nähe von Saint- Rémy gelegen, ist Frankreichs größte archäologische Ausgrabungsstätte der Antike. Ganz in der Nähe des malerischen Städtchens erheben sich die Alpilles, ein Gebirgszug mit schroffen Felsgipfeln und dicht bewaldeten, fast menschenleeren Tälern. Von oben hat man einen fantastischen Ausblick auf die römischen Ruinen und antiken Reste von Glanum. Eine Idylle für Touristen.

Doch nicht alle sind aus Urlaubsgründen hier. Ein kleines Archäologenteam ist an der antiken Stätte mit Forschungen beschäftigt. „Inmitten der Ruinen arbeitet ein junger Archäologe der Sorbonne, der mit seiner Chefin und einem Kollegen für einige Wochen eine Ausgrabung durchführen soll. Routine, so scheint es. Bis der Forscher eines Nachts im düsteren Schacht einer Quelle ermordet wird, die schon den Kelten, den Griechen und den Römern heilig war.“ (aus der Inhaltsangabe des Verlages)

Der 12. Fall für Capitaine Roger Blanc und sein Team gestaltet sich von Beginn an schwierig, denn der Tote ist nicht Gaspard Rouge, sondern Gaspard Frossard. Doch dieser verschwand mit seinen Eltern vor 25 Jahren in Saint-Rémy.

Ermittelt wird in alle Richtungen – aber nichts passt wirklich zusammen. Der Schlüssel zur Lösung des Mordfalls muss in der Vergangenheit zu finden sein. Dabei konzentrieren sich die Ermittlungen auf das private und berufliche Umfeld des Toten. Die Pistole mit der geschossen wurde, wurde vor 25 Jahren als gestohlen gemeldet.
Immer tiefer tauchen die Ermittler in die zurückliegenden Jahre ein und wollen die alten Ermittlungsakten zu dem Vermisstenfall einsehen. Dabei wartet eine unangenehme Überraschung. Capitaine Blanc stößt auf den Kollegen Lizarey in Arles, der ihn einmal in einem Mordfall verdächtigte. (siehe „Dunkles Arles“)

Doch zu Glück gibt es noch die Kollegen Fabienne und Marius, die ihn unterstützen, wenngleich beide derzeit etwas gestresst sind. Geschickt wird in dem Krimi auch immer etwas Privates der Ermittler einbezogen.
Das Potential an Verdächtigen bleibt bis zum Schluss nicht wirklich durchschaubar und sorgt immer wieder für unerwartete Wendungen. Der Schreibstil von Cay Rademacher ist flüssig, fesselnd und informativ. Beschreibungen der Natur und die Einsätze in den Alpilles machen neugierig und wecken den Wunsch diese Gegend einmal zu besuchen.

Mit Unterstützung seines Teams, das entscheidend zur Lösung des Puzzles beiträgt, sucht Blanc nach dem oder den Tätern. In einem einem packenden und hochdramatischen Finale, werden der neue und der alte Fall logisch und in sich schlüssig gelöst.

Aus meiner Sicht ist „Rätselhaftes Saint-Rémy “ eine klare Leseempfehlung für alle, die einen gut durchdachten Krimi mit authentischen Persönlichkeiten, spannenden Ermittlungen und einem neuen Blick auf die Provence lesen möchten. Gern vergebe ich 5 Sterne und freue mich auf den nächsten Fall.

Bewertung vom 26.05.2025
Brunjes, Julia

Karaokemord auf Wangerooge. Ostfrieslandkrimi (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Kommissarin Jule Hibenga hat Geburtstag und möchte diesen Tag mit ihren Freunden aus alten Tagen inder neuen Karaokebar auf Wangerooge feiern. Besonders freut sie sich auf das Wiedersehen mit Arnim, einem Kollegen von der Küstenwache, der auch kommen wird, obwohl er Jules Freunde nicht kennt.
Doch dann geschieht etwas Unvorstellbares – der neue Partner ihrer ehemaligen Mitbewohnerin Rieke wird in der Karaokebar erstochen.

Julia Brunjes erzählt im 12. Fall der INSEL Polizistinnen eine ungewöhnliche und fesselnde Geschichte. Wer ist der Täter und was für ein Motiv hatte er? Bei ihren Recherchen nehmen die beiden, Nele und Jule, sich der Reihe nach alle aus der Gruppe vor. Dabei stoßen sie auf Dinge, die Jule ihren Freunden nie zugetraut hätte. Wie gut kannte sie ihre Freunde wirklich? Es gibt viele dunkle Geheimnisse und Jule weiß gar nicht mehr, wem sie wirklich vertrauen kann.

Als sie auf dem Laptop des Opfers Constantin auf eine geheime Datei, genauer gesagt auf ein Dossier, stoßen, das auch Jules Namen enthält, muss Nele stark bleiben, um ihrer Tochter weiter zu vertrauen. Das Verhältnis von Mutter und Tochter wird auf die Probe gestellt.
Der Schreibstil von Julia Brunjes ist präzise, flüssig und fesselnd. Sie beschreibt die schwierige Situation sehr anschaulich und nachvollziehbar.

Doch die Spannung steigt noch weiter, als während der Ermittlungen unerwartet ein zweiter Mord geschieht. Jetzt rückt die Karaokebar ins Zentrum der Untersuchungen. Mehr möchte ich nicht verraten, denn es bleibt spannend bis zum Ende. Wie Armin von der Küstenwache zu einer gro0en Hilfe wird und ob aus Jule und ihm ein paar wird, das muss jeder Leser selbst herausfinden.
Die Lösung des Falls ist in sich schlüssig und überraschend. Es ist definitiv der persönlichste Fall von Jule Hibenga.

Fazit:
Ein gelungener Krimi mit viel Lokalkolorit, der von Beginn an unterhält und mit vielen unerwarteten Wendungen punkten kann. „Karaokemord auf Wangerooge“ ist Lesevergnügen pur. Spannend und unterhaltsam – deshalb vergebe ich gern 5 Sterne und empfehle das Buch allen Freunden von guten Ostfrieslandkrimis.