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Benutzername: Andersleser
Danksagungen: 7 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 137 Bewertungen
Bewertung vom 27.09.2021
Ära der Schatten / Der dunkle Kristall Bd.1
Lee, J.M.

Ära der Schatten / Der dunkle Kristall Bd.1


sehr gut

Der dunkle Kristall ist für mich irgendwie ein richtiges Wohlfühlbuch. Es liest sich super angenehm, wodurch man wirklich gut durch die Seiten kommt, und es eigentlich auch in eins durchlesen könnte. Es fliegt auf eine gute und leichte Art an einem vorbei, entführt aber auch direkt in die Welt der Gelflinge. Gerade Sogg hat mir so sehr gefallen, ich konnte es mir direkt ganz genau vorstellen. Ich liebe solche Orte, da trifft der Sumpf mit den Behausungen der Gelflinge vollkommen meinen Geschmack. Die schönen Illustrationen, die in Abständen vorkommen, helfen zusätzlich, sich manche Dinge besser vorstellen zu können und geben dem Ganzen eine ganz neue Atmosphäre, eigentlich sogar mehr Tiefe.

Es hat mir wirklich gut gefallen, und das, obwohl ich mir etwas mehr Spannung gewünscht hätte. Diese ist zwar immer wieder, mal mehr und mal weniger offen da, aber schwächer als bei manch anderem Buch. Trotzdem hat es mich absolut nie gelangweilt. Ich habe immer wahnsinnig gern weiter gelesen, hatte wirklich Spaß dabei und gerade am Ende kam dann doch noch mal etwas mehr Schwung in die Geschichte.

Ära der Schatten ist vor allem der Anfang einer Reise und der Beginn der Geschichte. Man sieht viel von den Gelflingen, lernt etwas über die Stämme dieser und sieht ein wenig was von der Welt. Ich vermute, dass im nächsten Buch etwas mehr passieren wird und dass es dort noch ein paar Überraschungen geben wird, auch wenn ich das natürlich nicht sicher wissen kann - es ist einfach mein Eindruck von diesem doch sehr gelungenen Einstieg in die Geschichte. Wer neue Wesen und Welten mag, ist mit diesem Buch sicher gut bedient, denn ich habe noch keine Geschichte gelesen, in denen Wesen irgendwie vergleichbar mit Gelflingen und Skeksen wären. Allerdings hätte ich es schön gefunden, wenn man sich die Gelflinge auch ohne Illustrationen noch besser hätte vorstellen können. Ohne der auf dem Cover abgebildeten Protagonistin, oder die Bilder im Buch, hätten sie rein von der Beschreibung bei mir recht anders ausgesehen, weil ich gerade Anfangs noch kein richtiges Bild durch die Beschreibungen bekommen konnte.

Insgesamt ist es aber eine wirklich schöne Geschichte, die man durchaus mal lesen kann. Ich für meinen Teil bin schon sehr gespannt auf den zweiten Band, der ja zum Glück im Oktober erscheint. So kann ich mich durch die kurze Wartezeit auch über das offene Ende hinwegtrösten.

Bewertung vom 15.09.2021
Mollys wundersame Reise
Kupka, Anna Camilla

Mollys wundersame Reise


ausgezeichnet

Schön, tiefgründig und einfach besonders. Ein Buch, wie eine Reise zu sich selbst.

Mir hat die Geschichte rund um Molly und ihre Reise zu sich selbst, zur Selbstakzeptanz wirklich gefallen. Mit Molly zusammen begegnen wir nicht nur ihren Gefühlen, sondern auch unseren eigenen - jedenfalls empfinde ich es so. Es ist einfach eine schöne Darstellung von dem Gefühlsleben des Menschen. Es zeigt so vieles und transportiert zugleich die Botschaft, sich selbst zu mögen wirklich toll. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Geschichte den einen oder anderen helfen könnte, mit sich selbst im Reinen zu sein. Natürlich darf man keine Wunder erwarten. Ich glaube kein Buch der Welt schafft es, dass man sich von jetzt auf gleich uneingeschränkt und nachhaltig gut fühlt, und sich selbst vollkommen akzeptieren kann. Schon gar nicht, wenn man noch nicht so weit ist. Aber es kann ganz bestimmt dabei unterstützen, sich selbst mehr entgegen zu kommen, sich vielleicht auch ein wenig in einem anderen Licht und aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Diese Geschichte regt dazu an, sich und das eigene Innenleben genauer zu betrachten, über sich selbst nachzudenken und vielleicht auch weniger hart mit sich zu sein. Und tatsächlich braucht diese kleine Reise zum Selbst nichtmal mehr, als diese 40 Seiten. Ich denke, dass gerade auch der kleine Umfang wirklich hilfreich ist, da man so nicht ganz so lang die Aufmerksamkeit darauf halten muss und man die Geschichte auch mit weniger Zeit und weniger Motivation zum Lesen verfolgen kann.

Ich halte das Buch durchaus für eine Empfehlung Wert. Nicht zuletzt lohnen sich auch die kleinen Illustrationen wirklich sehr. Ein richtiges Wohlfühlbuch.

Bewertung vom 11.09.2021
Junge ohne Namen (eBook, ePUB)
Tasane, Steve

Junge ohne Namen (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ein kurzes aber dafür umso einprägsameres Buch.
Junge ohne Namen ist eine Geschichte, die bleibt. Sie beschäftigt während des Lesens genauso sehr wie danach und lässt einen einfach nicht los. Sie schildert sehr klar, was Kinder auf der Flucht erleben müssen, gerade unbegleitete. Was diese Kinder, jeder Mensch, in einem Flüchtlingslager erlebt. Und es macht einfach fassungslos, wie grausam und menschenverachtend gehandelt wird. Nun darf man nicht denken, dass wir die schlimmsten Dinge zu lesen bekommen, denn das Buch ist durchaus für die Altersempfehlung entsprechend geschrieben, aber ich bin der Meinung, dass sich jeder beim Lesen selbst vorstellen kann, welche Seiten solche Situationen in Menschen hervorbringen können.

Die Geschichte ist nicht nur eindrucksvoll und absolut empfehlenswert, sie ist erschütternd und lässt an den Menschen zweifeln. Gleichzeitig schafft der Autor aber selbst in diesem Szenario so etwas wie Hoffnung aufkommen zu lassen, wo die Hoffnungslosigkeit einen von allen Seiten niederdrückt. Ob nun durch Menschen, die tatsächlich irgendwie helfen, oder durch die Kinder, die versuchen zu überleben und zu leben. Dabei ist dieser Funken an Hoffnung wirklich mickrig - doch der Protagonist I ist in all diesem Geschehen ein kleines Licht in der Dunkelheit, während er uns zeigt, was Zusammenhalt eigentlich wirklich bedeutet.

Bewertung vom 05.09.2021
Jackie hat Hirn erbrochen - bleibt die jetzt doof?
Nießen, Jörg

Jackie hat Hirn erbrochen - bleibt die jetzt doof?


gut

Ein Buch was mich lachend und Kopfschüttelnd zurück lässt. Denn es gibt hier wirklich so manchen Einsatz, zu dem Feuerwehr und Rettung gerufen werden, da fragt man sich wirklich, ob der Kopf bei manchen Menschen nur auf den Schultern sitzt um Zugluft zu vermeiden. Wirklich, da gibt es manche Dinger... Und solche Einsätze passieren tatsächlich immer wieder! Es ist erschreckend und traurig, wenn es auch beim Lesen, oder rückblickend, durchaus seinen Witz hat. Selbst wenn manches übertrieben, verändert oder erfunden ist.

Trotz allem bekommt man auch in diesem Buch die ein oder andere ernstere Szene zu sehen, gerade am Ende geht es noch mal geradezu spektakulär rund, dass ich den Atem anhalten musste. Überhaupt war das Buch zum Großteil anders als erwartet. Es ist nicht einfach eine Aneinanderreihung komisch-skurriler Ereignisse. Es ist nämlich tatsächlich wie eine fortlaufende Geschichte geschrieben und man bekommt gerade vom Kollegen Hein sehr viel mit. Sogar im Urlaub geht es weiter.

Jackie hat Hirn erbrochen ist ein nettes Buch für zwischendurch, auch wenn ich kurz tatsächlich das Interesse daran verloren hatte. So lässt es sich wirklich gut und leicht lesen und kann für spaßige Momente sorgen. Vor allem kann man das Buch aber auch gut immer mal nebenbei und Einsatz für Einsatz lesen. Wenn man generell solche Bücher mag, kann man hiermit aber überhaupt nichts falsch machen. Für mich war es ein Ausflug außerhalb meiner Lesegewohnheiten. Es hat mich nicht umgehauen, aber es war nicht schlecht. Wenn man Abwechslung braucht durchaus eine Möglichkeit.

Bewertung vom 31.08.2021
Black Butler Bd.5
Toboso, Yana

Black Butler Bd.5


ausgezeichnet

In diesem Band bekommt man schon beim Lesen Hunger!
Eigentlich sollte man sich schon bevor man beginnt mit Snacks eindecken. Und das sage ich als jemand, der beim lesen eigentlich nicht isst. Doch wenn es den Großteil der Zeit um einen Curry-Wettbewerb geht, bekommt echt Magenknurren. Immer wieder witzig, dass selbst Kochen im Manga Spaß machen (und den Appetit anregen) kann.

Es war dieses mal wieder wie gewohnt witzig und hat mir sehr gefallen. Im Gegensatz zu Band vier hatte ich hier wieder sehr viel Spaß beim Lesen und freue mich schon auf die Fortsetzung. Man bekommt in diesem Teil aber auch wieder viel mehr von den anderen Charakteren zu sehen, gerade wie gern sie im Hause Phantomhive sind wird toll ausgedrückt. Allgemein wirkt es von der Handlung näher an der Art von den ersten drei Bänden. Über die gewohnt schönen Zeichnungen muss ich hier glaube ich nichts mehr sagen, denn ich liebe sie noch immer sehr. Ganz klar eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 28.08.2021
Das Wetter. Pop-up-Buch
Biederstädt, Maike

Das Wetter. Pop-up-Buch


ausgezeichnet

Ein wirklich schön gestaltetes Pop-Up-Buch, mit fünf verschiedenen Szenarien.
Die Bilder sind schön groß, klappen aber sehr gut, einfach und stabil auf. Aber auch die Motive sind wirklich gelungen, zeigen zum Beispiel bei dem Tornado noch ein paar kleinere Details und geben dem Ganzen so etwas mehr Tiefe, weil man dann eben doch ein paar Kleinigkeiten entdecken kann.

Mir hat das Buch sehr gefallen, zum einen finde ich Pop-up-Bücher einfach schön - und dieses hier ist wirklich sehr gut gemacht - zum anderen liebe ich das Thema rund um das Wetter, und beschäftige mich schon seit einigen Jahren immer wieder gern damit, wodurch ich natürlich bereits ein wenig Wissen dazu habe. Allerdings halte ich gerade den ersten und den letzten erklärenden Text des Buches für 7 Jährige Kinder für etwas zu schwer. Der Rest des Buches mag für die Altersklasse gehen, da in den Szenarien nur sehr kurze und etwas leichter gestaltete Texte genutzt wurden, aber die zwei längeren Texte, vor allem der am Anfang, beinhalten unter anderem natürlich für so junge Kinder recht komplizierte Worte und Ereignisse, gleichzeitig finde ich die Erklärung nicht in jedem Absatz für ein Kind diesen Alters unbedingt verständlich. Die zu einem Tiefdruckgebiet, hätte so zum Beispiel auch aus einem Buch stammen können, welches sich an wesentlich ältere richtet. Andererseits erreicht es so natürlich auch an eine breitere Masse. Nun ist das aber auch nur mein persönliches Empfinden, vor allem, da sich so etwas ohnehin von Kind zu Kind nochmal stark unterscheiden kann. Das Wetter wird hier jedenfalls gut und schnell erklärt, sodass man nicht übermäßig viel Aufmerksamkeit aufwänden muss und gleichzeitig Freude dran hat.

Das Buch eignet sich hervorragend zum gemeinsamen anschauen und wird Kindern, wie auch Erwachsenen, das Wetter und dessen Entstehung sicher näher bringen können. Selbst wenn ich vielleicht ein Jahr länger warten würde, als die Empfehlung angibt. Unabhängig davon, werden auch 7 Jährige die Pop-up-Szenarien verstehen können und sicher viel Freude an den schön gestalteten Seiten haben. Und genau darauf kommt es an; dass es Spaß macht. Und das tut es.
Von mir durchaus eine Empfehlung.

Bewertung vom 26.08.2021
Hunting November / Killing November Bd.2
Mather, Adriana

Hunting November / Killing November Bd.2


sehr gut

Eine gelungene und spannende Fortsetzung!
Mir hat das Buch sehr gefallen, denn es geht sofort und ohne großes Herumgeplänkel genau da weiter, wo der erste Band aufhörte. Man ist direkt wieder voll drin und mir persönlich fiel es auch nicht so schwer, wieder in das Geschehen hineinzufinden, nachdem ich ein paar Ereignisse nochmal durchgegangen bin. Empfehlen würde ich trotzdem, sich nochmal das Ende von Band eins anzusehen, um die Erinnerung etwas aufzufrischen. Dennoch gefällt es mir sehr, dass es sofort im Geschehen weitergeht.

Es war ein spannender Abschluss, mit einigen turbulenten Szenen und für mich doch ein paar unvorhersehbaren Überraschungen. Zu manchem Ergebnis wäre ich so während des Lesens nicht gekommen, denn Hinweise darauf habe ich nie entdeckt, aber ich finde es sehr erfrischend, wenn ich nicht so schnell ahne, worauf das Ganze hinausläuft. Gleichzeitig gab es aber auch Szenen, in denen es mir doch etwas zu einfach für die Charaktere lief, wo aus meiner Sicht schon rein logisch mehr Probleme hätten auftauchen müssen - gerade wenn die Jugendlichen, die mit der Akademie noch nicht mal fertig sind, auf voll ausgebildete Strategen treffen, die schon einige Jahre dabei sind. So perfekt sind sie einfach noch nicht, auch nicht Ash, der November einiges an Kenntnissen voraus hat.

Man hat recht lange einige Fragen, gerade wenn man beim Lesen viel hinterfragt, oder eigentlich gern Miträtseln möchte. Die meisten Lösungswege konnte ich zwar durchaus nachvollziehen, aber bei einem war das nicht der Fall. Grundsätzlich richten sich die Rätsel aber auch nicht an den Leser, denn manche kann man ohne Novembers Hintergrundwissen so auch gar nicht lösen, weil man nicht alles vor dem Hinweis weiß. Und trotzdem bin ich sehr zufrieden mit dem Buch, denn es macht nicht nur Spaß und bleibt spannend, es kann auf den letzten 100 Seiten auch noch alles sehr gut auflösen, was ich da schon gar nicht mehr erwartet hätte. Doch, ich kann die Reihe immer noch empfehlen, auch wenn ich den ersten Teil besser finde. Insgesamt gefällt mir die Geschichte einfach!

Bewertung vom 16.08.2021
Die Ordensburg / Elfenritter Bd.1
Hennen, Bernhard

Die Ordensburg / Elfenritter Bd.1


sehr gut

Elfen, Kämpfe, Intrigen.
Alles was man sich wünscht und erwartet - und einiges darüber hinaus. Mir hat das Buch sehr gefallen, trotzdem muss ich genauso sagen, dass es auf eine komische Art irgendwie anstrengend war. Ich kann nicht genau sagen, warum ich es so empfinde, denn es war nicht langweilig und zog sich auch nicht ewig. Es ging sogar ziemlich gut und flüssig zu lesen, denn es war richtig angenehm geschrieben. Trotzdem hat es mich angestrengt und war dadurch einfach so viel länger als Bücher mit gleichem Umfang. Ich kenn sowas auch schon von einer anderen Reihe, und finde es sehr faszinierend, wie mir das Buch eben dennoch so gut gefallen kann. Gute Geschichten gehen scheinbar trotz allem immer.
Ich würde vermuten, dass es einfach ein Buch ist, welches mehr Aufmerksamkeit, mehr Konzentration braucht, als irgendein anderes eher leicht gehaltenes Buch. Für diese Geschichte sollte man sich Zeit und Ruhe nehmen, dann kann man es durchaus genießen - nur für ein schnelles am Stück durchlesen eignet es sich meiner Meinung nach nicht. Aber wenn ich ehrlich bin, so soll man ein Buch doch ohnehin wirklich genießen, anstatt es übers Knie zu brechen.

Insgesamt eine tolle Geschichte, die auf ihre Art Spaß macht und mich dazu animiert auch die nächsten Bücher lesen zu wollen. Ich bin gespannt wie es weiter geht und wurde allein beim Lesen dieses Buches schon immer neugieriger auf die anderen Elfenreihen des Autors. Gerade bei den Nuramon Erwähnungen muss ich immer an die Reihe denken, die mein Bruder mir schon mehrmals empfohlen hat. So war mir dieser Charakter tatsächlich schon ein Begriff, ohne selbst etwas von diesem gelesen zu haben. Selbst mit Kenntnissen nur aus Erzählungen und ohne viel verraten bekommen zu haben, kam da schon so ein wenig dieses Gefühl zurückgekehrt zu sein.

Wer Ritter, Elfen und Kriege mit Schwertern wie auch Radschlosspistolen mag, der ist mit dieser Reihe sicherlich gut bedient. Ich kann mich nicht beklagen, auch wenn ich mir ein wenig mehr Elfenperspektive gewünscht hätte. Aber ich freue mich schon auf all die weiteren Bücher, die mich nun noch erwarten werden.

Bewertung vom 06.08.2021
Ada (Band 1): Die vergessenen Kreaturen
Rademacher, Miriam

Ada (Band 1): Die vergessenen Kreaturen


ausgezeichnet

Schrate, Brownies und eine alte Frau.
Eine verrückte Mischung, die direkt super neugierig macht, vor allem weil man so ziemlich ohne großartiges Vorgeplänkel in die Geschichte katapultiert wird, dabei aber gar nicht verloren geht. Sowas mag ich immer besonders gern, weil es dann nicht erst in die Länge gezogen werden kann und man direkt mittendrin ist. Außerdem muss ich ganz klar sagen, dass ich die Protagonistin, Ada, einfach nur super cool finde. Eine alte Oma als Heldin in der Geschichte, sowas hat man normalerweise nicht. Aber gleichzeitig ergibt das total Sinn, wer sonst sollte all die Erfahrung haben, wenn nicht sie?! Eine verdammt coole Frau mit einem wahnsinns Abschlag, der man ihr Alter gar nicht unbedingt immer anmerkt, und der man sicher nicht im Dunkeln begegnen will. Jedenfalls nicht als Schrat.

Zwar hatte ich am Anfang irgendwie das Gefühl, dass die Dialoge etwas komisch oder hölzern klingen, aber nach den ersten Seiten hat sich das direkt gegeben und ich hatte super viel Spaß mit der Geschichte. Ich weiß tatsächlich nicht, was das am Anfang nun war und im Endeffekt ist es mir auch gar nicht mehr so wichtig, da es sich sehr schnell gelegt hat und ich mich anschließend sehr wohl mit dem Buch gefühlt habe - dennoch brauchte ich eben die Zeit um in die Geschichte reinzukommen und da stolpert man manchmal eben auch über solche Kleinigkeiten. Vielleicht lag es ja auch nur an dem nervigen Polizisten, oder dem Arzt, dem gegenüber ich erst automatisch negativ eingestellt war. Ansonsten hat mich das Buch aber von Anfang an fesseln können. Ich konnte es kaum zur Seite legen und wollte immer wissen, wie es weiter geht, habe immer darauf gewartet, wann es wieder hinter die Wände geht. Außerdem konnte mich mancher Charakter dann doch noch überraschen.

Die Abenteuer hinter den Wänden waren für mich sehr interessant und ich hätte gern noch mehr über die Kreaturen gelesen. Da bekommen die Geräusche, die man Nachts überdeutlich hört, eine ganz neue Bedeutungen. Die gelben Augen, die man meint im Dunkeln glühen zu sehen - im übrigen Augen, die auch ich nachts in meinem Kinderzimmer gesehen habe... Wer weiß? Ist nicht vielleicht doch ein Funken Wahrheit darin? Die Kreaturen kennt man auch ohne diese Geschichte, die Mythen und Legenden sind so viel älter - man kann es im Grunde nie wirklich wissen, selbst wenn man meint, dass es doch ganz klar nur Fantasie und Märchen wären.
Toll umzusetzen weiß die Autorin das alles aber auf jeden Fall. Ich bin gespannt auf Band zwei, auch wenn dieses Buch in sich abgeschlossen ist. Es ist eben echt toll geschrieben, man fliegt geradezu durch die Seiten und kommt erstaunlich schnell durch das Buch. Da merkt man kaum, wie es immer mehr dem Ende zu geht während man liest.

Ist es nicht toll, auch mal ein Buch zu lesen, bei dem man sich auch ganz ohne Cliffhanger auf den nächsten Band freut? Man kann sich so schön in die Geschichte reinbeamen und alles vorstellen - jedenfalls ging es mir so. Ich bin zufrieden mit dem, was ich gelesen habe, denn es blieb grundsätzlich spannend. Ein schönes Buch, bei dem ich mir gut vorstellen könnte, den Gruselfaktor zu erhöhen. Ob es wohl in den Folgebänden schaurig werden wird?

Bewertung vom 27.07.2021
Mut. Machen. Liebe.
Nessensohn, Hansjörg

Mut. Machen. Liebe.


ausgezeichnet

Unglaublich schön. Unglaublich traurig.
Das Buch macht etwas mit einem, da bin ich mir sicher. Es ist mehr als die Geschichten der Menschen in dem Buch. Es geht um mehr als um diese vier Leben. Denn auch wenn es zwei Handlungsstränge sind, der im Jetzt und der 1957, es geht einfach um mehr. Um mehr Menschen und um viel mehr Gefühle. Und um einen langen Weg, der nicht unbedingt immer ein Ziel hat, der oft für sich schon Ziel genug ist und manchmal einfach gegangen werden muss. Einen Weg, der nicht immer stur gerade aus geht, den man erst für sich entdecken muss.

Vielleicht klingt das alles nun komisch oder konfus, aber ich kann nicht anders ausdrücken was ich dazu denke oder fühle. Natürlich könnte ich ganz viel über diese Schande des Paragraphen 175 sagen, mich aufregen, wütend sein und alles verfluchen, obwohl ich bis vor nicht so langer Zeit nichtmal wusste, dass es diesen Paragraphen eigentlich gab. Dass dieser erst in meinem Geburtsjahr abgeschafft wurde. Aber so wichtig es auch ist, dass das Thema angesprochen wird, dass die Leute wissen was war - so viel mehr bietet diese Geschichte zugleich. Auf der einen Seite erlebt man mit Paul seinen Weg auf der Suche nach sich selbst, man erlebt eine ungewöhnliche Freundschaft und Begegnungen, die das Leben nachhaltig berühren und verändern. Auf der anderen bekommt man immer wieder diesen Blick in die Vergangenheit. Auf glückliche und schöne Momente, aber auch auf ganz viel Trauer, Angst, Mut und Hass. Es ist einfach so viel was in diesem Buch rüber kommt, dass es mich gefühlt überlaufen lässt. Dass es mich auf eine Art einfach sprachlos macht. Nur ohne mich zu überfordern. Geballte Emotionen und gleichzeitig eine so schön eingewobene Geschichte, die einem etwas geschichtliches lehrt, ohne belehrend zu sein.

Es ist komisch und schön, wenn man ein Buch beendet hat und sofort sagen kann, dass es so schön und zugleich so unendlich traurig sein kann und dennoch diese Hoffnung transportiert. Ich weiß nicht wie der Autor das gemacht hat, aber ich finde es bewundernswert genau da zu treffen wo es etwas bewegt. Da wo es weh tut und schön ist und alles zugleich. Wo die Worte ankommen müssen.

Und genau dabei belasse ich es. Lest dieses Buch selbst. Überzeugt euch und lasst euch auf diese Wanderung mitnehmen. Lasst euch darauf ein, lasst euch fallen - vielleicht kommt auch ihr damit irgendwo an.