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Kiki2705

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Insgesamt 192 Bewertungen
Bewertung vom 26.08.2025
Völler, Eva

Der Sommer am Ende der Welt


gut

„Der Sommer am Ende der Welt“ von Eva Völler behandelt ein emotionales und wichtiges Thema der Nachkriegszeit, welches bis weit in die Geschichte der Bundesrepublik hinein präsent war: das Schicksal der Verschickungskinder, die allein für mehrere Wochen in Kinderkurheime geschickt wurden, um dort Erholung und Genesung zu erfahren, jedoch traumatische Erfahrungen durchleiden mussten.
Die Journalistin Hanna reist mit ihrer pubertierenden Tochter Katie auf die Insel Borkum, um vor Ort an einem Artikel über das frühere Kinderkurheim Villa Aurelia zu arbeiten. Dabei konzentriert sie sich nicht nur auf die traumatischen Erfahrungen, die die Verschickungskinder u.a. in den 60er Jahren in diesem Heim machen mussten, sondern deckt erschütternde Ereignisse aus der Vergangenheit auf.
Doch schnell gerät sie in einen Interessenkonflikt zwischen objektivem Journalismus und Privatleben, denn sie verliebt sich in den Inselarzt Ole, dessen Familie in der Vergangenheit scheinbar tief in den Fall verstrickt war.
Diese Geschichte um die Verschickungskinder der Bundesrepublik Deutschland hat mein Interesse geweckt, da ich vorher von dieser Thematik noch nichts gehört hatte und es mich zutiefst erschüttert hat, welche schlimmen Erfahrungen die Kinder in diesen Heimen machen mussten. Die kursiv gedruckten Einschübe, in denen die Erinnerungen des damaligen Kurkindes Sabine Einfluss auf die Geschichte genommen haben, haben mich demzufolge auch am meisten beeindruckt und mich dazu veranlasst, mehr über dieses Stück Vergangenheit unserer Republik in Erfahrung zu bringen.
Leider wurde diese sehr emotionale Thematik durch die Liebesgeschichten, die die Autorin nicht nur Mutter Hanna, sondern auch noch Tochter Katie auf den Leib geschrieben hat, stark in den Hintergrund gedrängt.
Gleichzeitig wurden etliche Nebenschauplätze aufgemacht, die zum Fortgang der Geschichte wenig bis gar nichts beigetragen haben.
Damit hat mich die Autorin zur Mitte des Buches leider ein Stück weit verloren.
Insgesamt stuft die Autorin dieses Buch selber als Unterhaltungsroman ein, der einen wahren Bezug enthält. Dies würde ich nach dem Lesen auch so bestätigen. Er gibt einen ersten Anreiz, sich mit der Thematik näher zu beschäftigen und die Tiefen des damaligen Unrechts nur ansatzweise zu begreifen.

Bewertung vom 09.08.2025
Collins, Tessa

Die Nelkentochter / Die Blumentöchter Bd.3


sehr gut

Mit „Die Nelkentochter“ erscheint Band 3 der Blumentöchter-Reihe von Tessa Collins. Alle Bände sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden. Jedoch durchzieht die gesamte Reihe ein Familiengeheimnis, welches wohl erst im letzten Band enthüllt wird. Somit lohnt es sich alle Bände der Reihe zu lesen.
In diesem Band begleitet man Lali, die nach dem Tod ihrer Großmutter und wichtigen Bezugsperson Rose den Halt verliert. Sie ist sehr schüchtern und weiß nicht, in welche Richtung sich ihr Leben beruflich entwickeln soll. Auch in der Liebe ist sie mit ihren 25 Jahren noch völlig unerfahren.
Ihre Mutter hat die Familie bereits verlassen, als Lali noch klein war, was diese nie verstanden hat. Ihr Vater zeigt sich bedeckt und liefert keinerlei Erklärung. Als ein Gedichtband ihrer Mutter Isha auftaucht, welches Lali tief berührt, beschließt sie kurzerhand, sie auf Sri Lanka zu suchen.
Wie bereits in den Vorgängerbänden ist auch diese Geschichte wieder in zwei Erzählstränge unterteilt. So erfährt man neben der Suche von Lali nach ihren eigenen Wurzeln in der Gegenwart auch die sehr bedrückende Geschichte ihrer Großmutter Saliya, die im Bürgerkrieg in den 1980er Jahren auf Sri Lanka von Rebellen entführt wurde und nie mehr zu ihrer Familie zurückgekehrt ist.
Der Autorin gelingt es durch ihre angenehme bildliche Schreibweise eine sehr glaubhafte Kulisse entstehen zu lassen.
So konnte ich nicht nur in die völlig fremde Landschaft und Kultur von Sri Lanka eintauchen, sondern habe auch die brutale Zeit des Bürgerkrieges und die schwierige Gefühlslage von Saliya nachempfinden können.
Ein bisschen schwierig und wenig nachvollziehbar empfand ich jedoch die Beweggründe für den Weggang von Isha von ihrer Familie. Dass man seine Tochter einfach so hinter sich lässt ohne sich je wieder zu melden und dann von jetzt auf gleich ein ganz inniges Verhältnis hat, ist für mich nur wenig authentisch.
Zwischenzeitlich hat sich für mich die Geschichte leider auch etwas gezogen und kam daher nicht ganz an den Vorgängerband heran.
Somit war Band 3 dieser Reihe in meinen Augen wieder eine interessante Reise in eine andere Kultur und die Vergangenheit mit kleineren Schwächen und bekommt von mir 4 von 5 Sternen.
Ich freue mich jedoch jetzt schon auf Band 4 der Blumentöchter-Reihe!

Bewertung vom 09.08.2025
Blum, Molly

Große Träume auf kleinen Pfoten


ausgezeichnet

„Große Träume auf kleinen Pfoten“ von Molly Blum ist der perfekte Roman für kurzweilige Lesestunden.
Die Journalistin Mina aus London hat erst vor Kurzem ihren Freund und ihren Job verloren. In ihrer neuen Stelle bei der Zeitschrift „Country & Life“ soll sie für eine Reportage nach Cornwall fahren, um dort von einem Tierheim zu berichten, welches aufgrund der neuen Eigentümeransprüche droht geschlossen zu werden. Vor Ort staunt Mina nicht schlecht, denn der Leiter des Tierheims und behandelnder Tierarzt ist kein anderer als Christopher, mit dem sie vor 12 Jahren eine innige Liebesnacht verbracht hat und den sie eigentlich nie wieder treffen wollte. Doch ohne es zu wollen, brechen alte Gefühle an die Oberfläche, die beide nicht ignorieren können.
Neben dem Verarbeiten alter Wunden versucht Mina den vielen Seelen im Tierheim zu helfen.
Der Autorin Molly Blum gelingt von Beginn an ein flüssiger angenehm zu lesender Schreibstil.
Die Atmosphäre im wunderschönen Cornwall mit seinen saftigen Wiesen, den gemütlichen Cottages und den Schafherden konnte ich beim Lesen förmlich spüren.
Die Charaktere waren lebendig und authentisch gezeichnet. Mina und Christopher haben mir dabei in ihrem Umgang sehr gut gefallen. Auch die Nebencharaktere wie die Schwester von Christopher, aber auch die Freundinnen von Mina waren sehr sympathisch und haben die Geschichte bereichert.
Sehr gefallen hat mir, dass die Geschichte sich nicht ausschließlich um die Entwicklung der Liebesgeschichte der beiden Hauptpersonen gedreht hat, sondern es rund um die Rettung des Tierheims spannende Entwicklungen gab.
Die kleinen Lebewesen, allen voran die blinde und taube Dackeldame Lilly, aber auch Hope mit ihren süßen Schlappohren und ihrem wirklich schlimmen Schicksal haben mein Herz zum Schmelzen gebracht.
Fazit:
Es war eine herzerwärmende Geschichte, die mir beim Lesen viel Freude bereitet hat und von mir 5 von 5 Sternen bekommt.

Bewertung vom 03.08.2025
Lorentz, Iny

Ein verhängnisvolles Testament


sehr gut

„Ein verhängnisvolles Testamtent“ ist ein historischer Roman aus der Feder des bekannten Autorenduos Iny Klocke und Elmar Woholrath, welches unter dem Pseudonym Iny Lorentz schreibt.
Ende des 16. Jahrhunderts steht Elisabeth von Thannberg plötzlich vor dem Verlust ihres ganzen Besitzes. Sie ist unverhofft Witwe geworden und aufgrund eines alten Vertrages, aus dem hervorgeht, dass nur ein männlicher Erbe den Besitz in Anspruch nehmen kann, pocht der Kurfürst von Trier auf die Einhaltung der Vereinbarung. Doch es besteht noch Hoffnung, denn Elisabeth ist schwanger.
Auch ihre Cousine Anna von Rabenweiler versucht Elisabeth zu helfen und entdeckt in einem Kloster Aufzeichnungen, die neue Hoffnung aufkeimen lassen.
Können Elisabeth und Anna die Geier, die bereits um Thannberg kreisen, noch aufhalten?
Iny Lorentz hat einen sehr flüssigen und angenehmen Schreibstil. Schnell ist man im damaligen Zeitgeschehen gefangen und kann sich die Gegebenheiten, vor allem den Stand der Frau zur damaligen Zeit sehr gut vorstellen.
Die Charaktere sind alle sehr eindimensional gezeichnet.
Es gibt die Guten – wie Anna, die eine sehr starke Persönlichkeit darstellt und für ihre eigenen Rechte kämpft. Dabei hat sie immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, die mir zwischenzeitlich jedoch etwas zu viel des Guten waren, aber auch immer wieder zum Schmunzeln anregten.
Auf der anderen Seite setzt das Autorenpaar auf die Bösen, wie die Kellheim-Brüder, die bereits vor dem Ableben des Burgherrn erscheinen, um den Besitzanspruch des Kurfürsten zu unterstreichen und dabei mit List und aller Macht versuchen, ihre eigenen Interessen voranzutreiben.
Eine besondere Charakterentwicklung kann man innerhalb der Geschichte nicht verfolgen, da die Rollen klar verteilt sind, was der Geschichte jedoch keinen Abbruch tut. Ich mag Geschichten, in der ich lieben und auch hassen kann.
Leider hat mir jedoch die Entwicklung von Elisabeth im letzten Drittel der Handlung überhaupt nicht gefallen. Diese war für mich zu abrupt und daher auch nicht wirklich authentisch.
Die Handlung war für mich interessant und hatte einen kontinuierlichen Spannungsbogen. Natürlich wollte man wissen, wie sich das Ganze entwickelt. Allerdings waren für mich viele Dinge auch vorhersehbar.
Alles in allem hat mir die Geschichte gefallen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt.
Von mir gibt es daher 4 von 5 Sternen!

Bewertung vom 17.07.2025
Bomann, Corina

Traum vom Neubeginn / Die Frauen vom Rosenhag Bd.1


ausgezeichnet

„Die Frauen vom Rosenhag – Traum vom Neubeginn“ ist Teil 1 der neuen Dilogie von Corina Bomann rund um die beiden Frauen Liv und Marlene, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten, doch gemeinsam um Freiheit und Selbstbestimmung kämpfen.

Corina Bomann erzählt ihre Geschichte in gewohnt anschaulichem flüssigen Schreibstil, der mich sofort in die Atmosphäre um 1910, dem Flair des südschwedischen Küstenorts Karslkrona und die Situation, in der Frauen zur damaligen Zeit gelebt haben, eintauchen lassen hat.

Die Handlung wird abwechselnd aus den Perspektiven von Liv, Marlene und Oskar erzählt. So konnte man zu den Hauptpersonen jeweils einen engen Bezug aufbauen und die Geschichte aus den verschiedenen Sichtweisen sehr authentisch miterleben.

Liv ist die Frau des Reeders Sten Boregard und in ihrer lieblosen Ehe, die bisher kinderlos geblieben ist, gefangen. Nicht nur einmal hat sie sich in letzter Zeit gefragt, wo ihr Platz im Leben an der Seite ihres Mannes sein kann. Als sie auf die Arbeiterfrau Marlene Walstedt trifft, die seit dem Tod ihres Mannes von den anderen Seemannsehefrauen in der Stadt angefeindet wird, entsteht zwischen den beiden ungleichen Frauen eine zarte Freundschaft. Als Liv eine unerwartete Erbschaft erhält, kommt ihnen die Idee, Frauen heimlich einen Rückzugsort zu bieten, in dem sie vor Gewalt und Unterwerfung durch Männer sicher sind. Doch ihr Geheimnis birgt eine große Gefahr entdeckt zu werden.

Die Charaktere in diesem Roman haben mir sehr gut gefallen. Sie waren lebensnah und authentisch und konnten mich mit ihren Handlungen und Gefühlen in ihre Lebenswelt mitnehmen.
Besonders Marlene, die nach einem Schiffsunglück nicht nur ihren Ehemann verloren hat, sondern im Anschluss dem Hass der anderen ausgesetzt war, hat mein Herz direkt für sich gewonnen. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, die sich nicht unterkriegen lässt, sondern für ihre Träume kämpft.

Der Autorin ist es gelungen, eine gute Balance zwischen historischen Hintergründen wie der Situation der Frauen, aber auch der fiktiven Handlung zu schaffen.
Der Spannungsbogen war dabei sehr gut aufgebaut, sodass ich das Buch fast gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Das Ende hat mir dann noch einmal besonders gut gefallen, da es Hoffnung auf den zweiten Band macht, jedoch gleichzeitig aufgrund eines etwas gemeinen Cliffhangers einige Fragen aufwirft.

Von mir gibt es für Teil 1 dieser Dilogie eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen!

Bewertung vom 16.06.2025
Lane, Soraya

Die verschwundene Tochter / Die verlorenen Töchter Bd.5


ausgezeichnet

Mit „Die verschwundene Tochter“ ist Band 5 aus der achtteiligen „Die verlorenen Töchter“-Saga von Soraya Lane erschienen. Alle Bände begleiten jeweils eine junge Frau auf der Suche nach ihrer Familiengeschichte und können somit unabhängig voneinander gelesen werden.
Wie bereits in den Vorgängerbänden spielt sich die Handlung auf zwei Zeitebenen ab.
In der Vergangenheit begleitet man Evelina Lavigne, die den großen Traum verfolgt eine berühmte Modeschöpferin zu werden. In den 1930er Jahren war dies für eine Frau jedoch noch alles andere als einfach. Nach ihrem Vorbild Coco Chanel macht sie sich auf nach Paris, raus aus den engen gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Familie und versucht ihr Glück. Nachdem sie in ihrer ersten Ehe krachend scheitert, scheint sie in Antoine einen perfekten Mann gefunden zu haben, der sie in ihren Träumen unterstützt und die ersten Erfolge mit ihren kreativen Kollektionen stellen sich ein. Doch als sie ihm mitteilt, dass sie von ihm schwanger ist, wendet sich das Blatt.
In der Gegenwart macht sich Blake auf die Suche nach der Vergangenheit ihrer Familie. Sie arbeitet als Journalistin und nimmt das kleine Kästchen, welches sie aus Hope´s House bekommen hat, als Anlass eine Story zu kreieren, in der ihre Leser*innen hautnah dabei sein können, wenn sie die Vergangenheit ihrer Familie aufdeckt. Dabei entdeckt sie nicht nur ihre eigene Kreativität wieder, sondern auch die Liebe.
Ich kenne bisher aus dieser Reihe nur den Vorgängerband, doch auch dieser war vom Schreibstil her genauso flüssig und leicht zu lesen. Man ist sehr schnell in der Geschichte der Protagonisten drin und kann der Handlung gut folgen.
Sowohl Blake als auch Evelina waren mir diesmal als Charaktere sehr sympathisch und ich habe beide Geschichten sehr gern verfolgt.
Die Zeitsprünge, die im Handlungsstrang von Evelina teilweise sehr groß waren und Zeiten übersprungen haben, die in meinen Augen wesentliche und einschneidende Erlebnisse beinhaltet haben, haben mich im Laufe des Buches immer mehr gestört, da sie für mich verhindert haben, Nähe und Verbundenheit zu Evelina wachsen zu lassen. Ich hatte immer das Gefühl, mir fehlt etwas in ihrer Geschichte. Hier hätte ich mir mehr Tiefgründigkeit gewünscht.
Bei Blake und Henri im wunderschönen Paris war die Kennenlerngeschichte sehr schön und romantisch. Man konnte sich das französische Flair sehr malerisch vorstellen. Hier wiederum hat mich der plötzliche Gefühlsumschwung von Henri sehr gestört, der für mich zu plötzlich und nicht wirklich authentisch rüberkam. Am Ende wurde die ganze Geschichte dann auch zu schnell und glatt aufgelöst; leider fast schon kitschig.
Positiv habe ich in diesem Buch empfunden, dass man mehr über Hope und ihre Hintergründe erfährt – jedoch nur andeutungsweise. Das macht neugierig und lässt auch auf ihre Geschichte in den letzten Bänden hoffen.
Generell finde ich die Thematik der alleinstehenden Frauen, die zur damaligen Zeit keinerlei andere Möglichkeiten hatten als ihr Kind zur Adoption freizugeben, da ihnen und dem Kind gesellschaftlich sonst der Ruin anstand, sehr interessant und wichtig.
Fazit:
Ein netter Roman für zwischendurch, der jedoch in mir keine großen Gefühle geweckt hat. Da es in diesem Genre mittlerweile sehr viele sehr gute Geschichten gibt, kann ich diese nur im Mittelfeld einordnen und bewerte sie somit nur mit 3 von 5 Sternen.

2 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.06.2025
Aster, Alex

Summer in the City


sehr gut

„Summer in the City“ ist eine sommerliche Romanze in der nie schlafenden Metropole New York.
Die erfolgreiche, aber inkognito schreibende Drehbuchautorin Elle zieht für einen Sommer zurück nach New York, um dort Homesitterin für die Wohnung ihrer Schwester zu sein und an ihrem neuesten Drehbuch zu arbeiten.
Ihr Nachbar ist Parker Warren, ein Tech-Milliardär, dem sie schon vor 2 Jahren auf unangenehme Weise begegnet ist und den sie seitdem abgrundtief hasst. Bei einem Leben Tür an Tür lässt es sich nicht vermeiden, dass man sich häufiger begegnet und so schlägt Parker Elle einen lukrativen Deal für beide vor – sie spielt seine Fake-Freundin für den Sommer und er hilft ihr beim Schreiben ihres neuen Drehbuchs, was derzeit alles andere als gut läuft. Gefühle sind ausgeschlossen, doch beim Besuch all der romantischen Drehorte für den neuen Film sind die guten Vorsätze nicht ganz so leicht einzuhalten wie geplant.
Alex Aster gelingt mit ihrem neuen Roman eine leichte lockere Sommerlektüre, die bereits durch das sehr süße Cover und die kleinen Illustrationen zu Beginn jeden Kapitels mit viel Liebe besticht.
Die Protagonistin Elle war mir von Beginn an durch ihre zurückgezogene Art sympathisch. Sie liebt den Schlabberlook und ist lieber für sich als auf Parties. Ihre beste Freundin Penelope ist ihr Anker und immer für sie da. Die beiden haben mir in ihren witzigen Dialogen richtig gut gefallen.
Parker Warren ist der typische Tech-Milliardär, der sich mit Geld alles kaufen kann – so denkt man. Doch Stück für Stück hat er mein Herz erobert, indem er immer wieder sehr aufmerksam zuhört und durch kleine Gesten zeigt, dass ihm sein Gegenüber wichtig ist.
Beide machen im Laufe des Romans eine positive Entwicklung durch.
Die aufkeimenden Gefühle sind sehr authentisch dargestellt. Leider wurden Elles Reaktionen oft sehr übertrieben dargestellt und man fragt sich des Öfteren, warum sie nicht einfach mit Parker redet, statt ihn von sich zu stoßen. So wurde es auch zum Schluss hin ziemlich dramatisch und es hätte in meinen Augen durch Kommunikation etwas harmonischer verlaufen können.
Die Atmosphäre in New York und die verschiedenen Orte, die die beiden besucht haben, waren sehr schön beschrieben und man hat richtig Lust, diese selber mal zu besuchen, vor allem den legendären Sonnenuntergang in Manhattan würde ich gern mal sehen.
Alles in allem hat mir das Lesen dieses Romans sehr viel Spaß gemacht. Ich habe Elle und Parker gern begleitet und schließe dieses Buch mit einem positiven Gefühl.
Von mir gibt es somit eine klare Leseempfehlung und 4 von 5 Sternen!

Bewertung vom 29.05.2025
Höflich, Sarah

Maikäferjahre


ausgezeichnet

„Maikäferjahre“ von Sarah Höflich ist ein beeindruckender Familienroman über die Nachkriegszeit und das Leben, die Liebe und die Schuld in einer zerrütteten Welt.
Die Zwillingsgeschwister Anni und Tristan haben seit jüngster Kindheit eine tiefe innere Verbundenheit zueinander. Als der 2. Weltkrieg in den Jahren 1944/45 immer gnadenloser voranschreitet, finden sie sich in unterschiedlichen Situationen wieder, in denen sie allein mit den Widrigkeiten des Krieges zurechtkommen müssen.
Anni muss mit ihrer kleinen Tochter Clara aus dem von Bomben zerstörten Dresden fliehen. Begleitet wird sie dabei vom halbjüdischen Geiger Adam, der ihr auf ihrem Weg nach einer sicheren Zuflucht zu einer unerwarteten Stütze wird.
Tristan hingegen kämpft als Luftwaffenpilot über der britischen Küste und stürzt ab. Schwerverletzt kommt er in britische Kriegsgefangenschaft, bei der er der Krankenschwester Rosalie begegnet, die sich trotz heftiger Anfeindungen aufopferungsvoll um den jungen Mann kümmert.
Der Autorin gelingt durch eine sehr einfühlsame und doch authentische Schreibweise, dass man zu den Protagonisten eine tiefe Verbundenheit spürt.
Man verfolgt auf der einen Seite Anni auf ihrer Flucht durch Deutschland, ihre Angst vor Übergriffen und ihre aufkommenden Gefühle für Adam, obwohl ihr Ehemann Fritz womöglich noch am Leben ist und von der Ostfront zurückkehren könnte. Hoffnung und Schuld sind hier jederzeit präsent.
Die Erlebnisse von Anni und Adam zeigen sehr eindrucksvoll, wie es Menschen nach dem offiziellen Ende des Krieges einerseits gelang, sich als Kriegsgewinnler immer wieder den Hals aus der Schlinge zu ziehen und auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen, was mich beim Lesen richtig wütend gemacht hat. Auf der anderen Seite ist es der Autorin sehr gut gelungen, zu zeigen, dass Gedankengut, welches jahrelang verbreitet wurde nicht einfach so aus den Köpfen der Menschen verschwindet.
Der zweite Erzählstrang um Tristan im britischen Königreich hat mich genauso berührt. Dieser zeigte sehr eindrucksvoll, wie tief Feindschaft sitzt, aber auch wie Menschen über diese Dinge hinwegsehen können und den Menschen, nicht die Politik sehen und verzeihen können. Eine sehr wichtige Botschaft – gerade auch in der heutigen Zeit!
Für mich war Maikäferjahre ein sehr emotionales und beeindruckendes Buch, welches authentisch und sehr anschaulich die Zeit zum Ende und nach dem 2. Weltkrieg veranschaulicht und dabei mehrere Seiten beleuchtet.
Das Ende hat mir sehr gut gefallen, denn es ist kein kitschiges Happy End, welches in so einem Roman einfach nicht gepasst hätte. Trotzdem bin ich mit dem Ende sehr zufrieden und es lässt Platz für Spekulationen und vielleicht für eine Fortsetzung.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen!

Bewertung vom 06.05.2025
Roth, Laura

Lecko mio - Amore für Fortgeschrittene


ausgezeichnet

Mit „Lecko mio – Amore für Fortgeschrittene“ ist Band 2 rund um die Freundinnen Eva, Marina und Carmen aus der Feder von Laura Roth erschienen.
Alle 3 Bände sind unabhängig voneinander lesbar und man begleitet jeweils eine der drei Freundinnen auf ihrem Weg ins Liebesglück.
Marina ist die Frau eines Weingutbesitzers und Mutter eines 5-jährigen Sohnes. Ihr Leben als Winzergattin im Burgenland ist geprägt von Luxus und schönem Schein, doch die Ehe zu ihrem Mann Oliver läuft schon seit längerem nicht mehr rund. Als ihr sehnlichster Wunsch nach einem 2. Kind scheinbar nicht mehr in Erfüllung gehen kann, ist auch der letzte Grund, noch gemeinsam das eheliche Bett zu teilen, verschwunden. Da kommt der attraktive italienische Praktikant Luca gerade recht.
Doch auch Oliver scheint plötzlich ganz neue Interessen zu entwickeln und Marina steht vor der Frage, ob sie ihre Ehe noch retten kann und will oder für eine neue Liebe kämpft.
Laura Roth ist auch im zweiten Band dieser Reihe eine perfekte Mischung aus Humor, Freundschaft und Emotionen gelungen.
Marina war mir von Anfang an sympathisch. Ich konnte mich in ihre Gefühlswelt sehr gut hineinfühlen – ob es nun der unerfüllte Kinderwunsch, der fehlende Pepp in der langanhaltenden Ehe oder aber das schlechte Gewissen vor Ehemann und Sohn war, dass sie endlich wieder mehr vom Leben will, als immer nur Hausfrau, Mutter und strahlende Vorzeigegattin an der Seite ihres Ehemannes zu sein.
Sehr schön fand ich wieder die Freundschaft zwischen Eva, Marina und Carmen. Nicht nur, dass die drei sich in allen Lebenslagen zur Seite stehen. Auch ehrliche Worte wurden gesprochen.
Ich konnte während des Lesens immer wieder schmunzeln über den witzigen Schreibstil. Gleichzeitig haben mich die emotionalen Höhen und Tiefen der Protagonisten berührt.
Fazit:
Ein gelungener Roman über die Mitte des Lebens und das Finden neuer Lebens- und Liebeswege.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und ich freue mich jetzt schon auf Carmens Geschichte!

Bewertung vom 02.05.2025
Schier, Petra

Pfotenglück und Sommerwellen / Lichterhaven Bd.8


ausgezeichnet

Isalie ist sehr erfolgreich in ihrem Beruf als Unternehmensberaterin. Sie lebt in Hamburg und nimmt ihre zahlreichen Follower auf Instagram mit auf ihre Reisen zu den Unternehmen, die sie wieder auf die richtige Spur bringt. Doch als sie eine Anfrage von einem Bauernhof an der Nordsee annimmt, begibt sie sich auf völlig ungewohntes Terrain. Die Landluft, die Tiere und nicht zuletzt der schlecht gelaunte Auftraggeber Max sind für Isalie eine Herausforderung. Doch sie ist nicht umsonst so erfolgreich geworden, würde sie sich jetzt von den paar kleinen Hindernissen aufhalten lassen. Noch dazu strahlt dieser übellaunige Landwirt eine ungeahnte Attraktivität auf sie aus. Ob Isalie ihn davon überzeugen kann, dass mehr in ihr steckt, als eine naive Influencerin aus der Stadt?
Mit „Pfotenglück und Sommerwellen“ ist bereits der 8. Band aus der Lichterhaven-Reihe von Petra Schier erschienen und wieder entführt uns die Autorin in das kleine Küstenörtchen Lichterhaven an der Nordsee mit alten Bekannten, neuen Geschichten und natürlich einem neuen Hund!
Petra Schier gelingt es mit ihrer flüssigen leichten Schreibweise mich wieder genau da abzuholen, wo sie mich im letzten Lichterhaven-Roman zurückgelassen hat. Ich habe mich sofort wieder in Lichterhaven wohlgefühlt und mich gefreut, zurückzukehren. Die Atmosphäre ist immer, als ob man alte Freunde besucht.
Isalie als Protagonistin hat mir sehr gut gefallen. Sie ist selbstbewusst, aber nicht unnahbar.
Max als alleinerziehender Vater und Mann, der vor den Scherben seiner Existenz steht, nachdem seine Ex-Frau ihm fast alles genommen hat, war sehr authentisch in seinen Reaktionen.
Wie die beiden miteinander umgegangen sind und dass die Liebesgeschichte eher einen langsamen Rhythmus hatte, fand ich sehr passend.
Mein absoluter Liebling war natürlich der Neufundländer Samson, der eine furchtbare Geschichte hinter sich und zu Beginn an großer Traurigkeit gelitten hat, aber im Laufe der Geschichte wieder lernt, dass das Leben und das Zusammenleben mit Menschen Spaß machen kann. Einfach schön zu lesen!
Fazit:
Petra Schier ist es erneut gelungen, einen absoluten Wohlfühlroman zu schreiben, den ich mit einem Lächeln auf den Lippen schließe und mich jetzt schon auf Band 9 dieser Reihe freue!