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Buecherliebling88
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Neuss

Bewertungen

Insgesamt 39 Bewertungen
Bewertung vom 28.09.2022
we fell in love in october
Lindberg, Inka

we fell in love in october


ausgezeichnet

Inhalt
In „We fell in love in October“ von Inka Lindberg geht es um Lisa, die mit ihren Eltern in einem kleinen Ort in Bayern lebt und eine Ausbildung bei der örtlichen Bank macht. Seit Jahren schon ist sie mit ihrem Freund Max zusammen und ihr Leben für die nächsten Jahre scheint mit Job und Beziehung komplett vorgeplant zu sein. Doch Lisa fühlt sich durch das Kleinstadtleben und die Erwartungen ihrer Eltern und ihres Freundes eingeengt.
Eines Tages schmeißt sie in einer spontanen Aktion ihre Ausbildung hin und setzt sich in einen Bus nach Köln - ohne Plan, was sie dort will und wie ihr Leben weitergehen soll. Durch Couchsurfing landet sie in einer WG, in der sie nicht nur eine gute Freundin findet, sondern mit der Tätowieren Karla auch einen Menschen kennenlernt, der einiges bei ihr auf den Kopf stellt. Und so kommt Lisa nicht nur ins Nachdenken über ihren beruflichen Werdegang, sondern auch über ihre eigene Sexualität.

Meine Meinung
Ich habe bislang noch nicht so viele queere Geschichten gelesen und war unter anderem deswegen sehr gespannt auf das Buch.
Die Geschichte konnte mich schon von Anfang an begeistern - der Schreibstil der Autorin zieht einen schnell mitten ins Geschehen hinein und lässt einen mit der Protagonistin mitfühlen. Besonders positiv ist mir auch aufgefallen, dass es die Autorin immer wieder schafft, in den unterschiedlichsten Situationen die entsprechende Atmosphäre und Stimmung zu schaffen, sodass man sich gut in Lisas Situation hineinversetzen kann.

Die Charaktere sind mir über die Geschichte hinweg sehr ans Herz gewachsen und ich war richtig traurig, dass ich sie am Ende wieder verlassen musste. Die WG und alle, die dazugehörten, hatten einfach jede:r ihren:seinen ganz eigenen Charme und haben der Geschichte damit etwas besonderes gegeben. Gerade auch manche Nebencharaktere wie Lisas Oma oder auch der kleine Koa haben dem Ganzen an vielen Stellen eine so positive und herzerwärmende Note verpasst. Natürlich gab es auch Charaktere, die ich am liebsten an den Schultern gepackt und geschüttelt hätte, weil sie mich so sehr aufgeregt haben, aber auch sie hatten natürlich ihre Daseinsberechtigung und haben ihren wichtigen Teil zur Handlung und Entwicklung beigetragen.

Lisa als Protagonistin gefällt mir vor allem deshalb so gut, weil sie so nahbar und „normal“ ist. Mit ihr kann mich sich als Leserin einfach ziemlich gut identifizieren.

Von der Handlung her ist die Geschichte eher etwas langsamer und es reiht sich nicht eine actionreichen Szene an die andere. Das hat es für mich aber auch gar nicht gebraucht, da die Hauptstoryline eher Lisas Entwicklung und Identitätsfindung ist und wir daher mehr an ihrem Innenleben teilhaben als dass in der Außenwelt viel passiert. An ihrer Entwicklung teilzuhaben und mit den vielen Zweifeln und Fragen konfrontiert zu werden, mit denen sich Lisa beschäftigt, ist wirklich interessant. Gerade im Hinblick auf queere Themen kann man hier - wie Lisa - noch eine Menge lernen. Dadurch, dass man als Leser:in Lisa dabei begleitet, wie sie erstmals mit bestimmten Dingen in Berührung kommt, wird man selbst von Anfang an mitgenommen, was mir gut gefallen hat.

Fazit
Insgesamt hat mir das Buch richtig gut gefallen. Die Charaktere und die Stimmung zwischen ihnen haben trotz der natürlich auch hin und wieder auftretenden Probleme zu einer echten Wohlfühlatmosphäre beigetragen und die aufgegriffenen Themen fand ich interessant und gut eingebunden.

Bewertung vom 12.09.2022
In your words / Catching up with the Carters Bd.2
Schaper, Fam

In your words / Catching up with the Carters Bd.2


ausgezeichnet

Inhalt
Bei „Catching up with the Carters – In your words“ handelt es sich um Band 2 der „Catching up with the Carters“-Trilogie von Fam Schaper.

Es geht um Hadrian Carter, der mit seiner Familie durch die TV-Reality-Show „Catching up with the Carters“ seit seiner Kindheit im Rampenlicht steht. Seine Mutter, die bei der Show die Fäden in der Hand hält, tut alles, um die Einschaltquoten immer weiter zu erhöhen, ohne Rücksicht darauf, was das für ihre Kinder bedeutet. Doch Hadrian hat endlich genug davon und entschließt sich, Hals über Kopf aus dieser Welt zu fliehen und einfach abzuhauen.

Nachdem Hadrian so plötzlich von der Bildfläche verschwunden ist, ist die Medienwelt in Aufruhr und jede:r Klatschreporter:in auf der Suche nach ihm. Ganz besonders Alice, die nicht nur eine gute Story wittert, sondern für die auch persönlich viel davon abhängt, ihn zu finden. Während des Katz-und-Maus-Spiels mit Hadrian beginnt dieser plötzlich, Alice Textnachrichten zu schreiben und von Nachricht zu Nachricht kommen sich die beiden näher. Doch kann Hadrian Alice wirklich vertrauen oder wird sie ihn für eine Story verkaufen?

Meine Meinung
Band 2 der Trilogie hat mir alles in allem nochmal besser gefallen als der erste Band.

Der Schreibstil der Autorin ist – wie gewohnt – sehr angenehm und flüssig zu lesen und es ist eine ausgewogene Mischung aus Dialogen, Beschreibungen und Chatverläufen. Zudem wird meist abwechselnd aus der Sicht von Alice und Hadrian erzählt, was einem beide Protagonist:innen ziemlich schnell näher bringt und einem einen guten Einblick in ihr Innerstes und auf ihre Beweggründe gibt. Die Chatgespräche zwischen den beiden fand ich immer sehr unterhaltsam und witzig und sie haben noch einmal zur Auflockerung der Story beigetragen.

Hadrian haben wir als Bruder von Aphrodite, die Protagonistin in Band 1 war, bereits ein wenig kennengelernt, aber erst jetzt bekommt man ein komplettes Bild davon, wie er tickt und vor allem auch, wie er zu der Welt steht, in der er aufgewachsen ist. Er ist ein wirklich sympathischer Typ, der nach langen Jahren endlich einmal dazu kommt darüber nachzudenken, was er eigentlich im Leben machen und erreichen möchte, um nicht mehr nur Spielball seiner Mutter zu sein. Diese Entwicklung zu sehen ist wirklich spannend und schön zu sehen. Auch wenn es für mich als Leserin nicht leicht ist mir vorzustellen ein Leben wie Hadrian Carter zu führen, so konnte man seine Gedanken und Gefühle trotzdem immer nachvollziehen.

Alice und ihre Situation konnte ich einerseits allgemein leichter nachvollziehen, zum anderen hätte ich sie manchmal schütteln können, weil sie sich meiner Meinung nach an der ein oder anderen Stelle zu schnell klein gemacht hat. Wobei dies vor dem Hintergrund ihrer (Familien-) Geschichte auch durchaus erklärbar ist. Insgesamt ist sie jedenfalls eine starke junge Frau, die gerade dabei ist zu lernen für sich selbst einzustehen und mit Mut und Selbstbewusstsein in die Zukunft zu schauen. Auch bei ihr gab es über die Geschichte hinweg eine deutliche Entwicklung, die meiner Meinung nach authentisch dargestellt war.

Die Handlung der Geschichte fand ich durchgehend toll, da sie zum einen immer eine gewisse Spannung gehalten hat und zum anderen mochte ich die Roadtrip-Atmosphäre und das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Alice und Hadrian unglaublich gerne. Es gab einfach immer wieder neue Entwicklungen, die die Story sehr kurzweilig und interessant gehalten haben.

Ein weiterer Pluspunkt ist für mich gewesen, dass man auch von Aphrodite, Garrett, Henry, Kat & Co., die man aus Band 1 schon kennt, zwischendurch das ein oder andere erfahren hat. Mir persönlich gefällt es sehr gut, wenn innerhalb einer Reihe auch die „alten“ Protagonist:innen in den Folgebänden noch etwas Raum bekommen und die einzelnen Bände dadurch einen gewissen Zusammenhang haben.

Fazit
Ein sehr gelungener zweiter Band mit authentischen Charakteren und einer tollen Roadtrip-Atmosphäre.

Bewertung vom 02.09.2022
So federleicht wie meine Träume
Turk, Mariko

So federleicht wie meine Träume


ausgezeichnet

Inhalt
In „So federleicht wie meine Träume“ von Mariko Turk geht es um die 18-jährige Alina, deren Leben sich bislang fast ausschließlich um ihre große Leidenschaft gedreht hat: das Ballett. Jeden Tag hat sie stundenlang trainiert, um auf der Schule des American Ballet Theatre in New York angenommen zu werden und eine große Ballettkarriere zu starten.

Als sie sich jedoch bei einem Unfall das Bein bricht, lautet die fatale Diagnose, dass sie nie wieder auf ihrem bisherigen Niveau tanzen kann. Damit ist ihr großer Zukunftsplan von jetzt auf gleich zerbrochen. Zutiefst enttäuscht verlebt sie seitdem ihren Alltag in der Schule, bis sie sich, ausschließlich ihrer Freundin Margot zuliebe, für eine Rolle im Schulmusical bewirbt – und tatsächlich eine Rolle bekommt. Auf der Bühne und mehr auch mehr auch außerhalb der Proben kommt sie ihrem Spielpartner Jude nährt, der ihr nach und nach dabei hilft, aus ihrer wütenden Verzweiflung herauszufinden und ihrer Welt auch abseits des Balletts wieder einen Sinn zu geben. Doch wird Alina es schaffen, sich von ihrem einstigen Traum zu lösen und sich auf ihre Rolle in dem Musical und Jude einzulassen?

Meine Meinung
Der Schreibstil von Mariko Turk ist mir direkt von der ersten Seite an sehr positiv aufgefallen. Wir erleben die Geschichte aus Alinas Sicht, was sehr dabei hilft, ihr Seelenleben und ihre vielen inneren Kämpfe, die sie Tag für Tag in den unterschiedlichsten Situationen ausfechten muss, zu verstehen. Die oft sehr widersprüchlichen Gefühle, die Alina erlebt, kann die Autorin wirklich gut darstellen. Daneben kommt jedoch auch die durchaus witzige und schlagfertige Art von Alina gut rüber, was an vielen Stellen dazu geführt hat, dass ich beim Lesen in mich hineinschmunzeln musste. Die Kombination aus beiden hat mir wirklich gut gefallen.

Dadurch, dass es das ganze Buch über verschiedene „Handlungsstränge“ und auch Themenkomplexe gibt, ist die Geschichte zum einen sehr unterhaltsam und abwechslungsreich und hält auch durchgehend eine nicht unbedingt sehr vordergründige, aber doch stetig unterschwellige Spannung. Auch wenn die Geschichte an sich nicht klassisch spannend ist, hing ich trotzdem an den Seiten und wollte immer wieder wissen, wie sich alles weiterentwickelt.

Das Thema Rassismus ist meiner Ansicht nach auch gut aufgegriffen worden. Es ist in der Geschichte durchaus ein wichtiges Thema, allerdings nicht plakativ oder mit erhobenem Zeigefinger, sondern eher „leiser“ und unauffälliger, was mir gut gefallen hat. Zeigt es doch, dass Rassismus oftmals in vermeintlich alltäglichen Situationen oder Handlungen auftaucht, in denen er vielen Menschen gar nicht auffällt und teilweise von den handelnden Personen auch nicht mit Absicht entsprechend gehandelt wurde. Doch genau dort ist es umso wichtiger, hinzusehen und auf Missstände aufmerksam zu machen.

Die Charaktere haben mir alles in allem wirklich gut gefallen. Alina ist, wie schon beschrieben, oftmals sehr wankelmütig in ihren Gefühlen, man merkt über die Geschichte hinweg jedoch bei ihr eine klare Entwicklung. Nach und nach gelingt es ihr, aus ihrer Verzweiflung und Traurigkeit etwas herauszukommen und das ist schön mitzuverfolgen.

Wer mir daneben unglaublich gut gefallen hat, sind Alinas Schwester Josie und vor allem auch Alinas beste Freundin Colleen. Auch wenn beide nur Nebencharaktere sind, spielen sie letztendlich eine große Rolle in der Geschichte. Über sie hätte ich gerne noch mehr erfahren – gerade auch, wie es nach dem Ende des Buches mit ihnen weitergeht. Vielleicht gibt es ja irgendwann noch einen Band 2…

Fazit
Ein sehr gelungenes Jugendbuch mit einem tollen Schreibstil, wichtigen Themen und authentischen Gefühlen. Ein rundum perfektes Leseerlebnis!

Bewertung vom 17.08.2022
Every Little Secret / Secret Legacy Bd.1
Ocker, Kim Nina

Every Little Secret / Secret Legacy Bd.1


ausgezeichnet

Inhalt
Bei „Every little secret“ handelt es sich um Band 1 der „Secret Legacy“-Dilogie von Kim Nina Ocker.

Es geht um Juliette, die bislang ein eher durchschnittliches und bodenständiges Leben geführt hat: sie lebt in New York, studiert, wohnt in einer kleinen WG zusammen mit zwei Freundinnen und versucht ihren Lebensunterhalt mit Nebenjobs zu finanzieren.

Eines Tages jedoch erfährt sie, dass ihre leibliche Mutter eine der reichsten Frauen New Yorks war und sie durch deren dramatischen Unfalltod nun ein großes Vermögen vererbt bekommen soll. Die einzige Bedingung dafür ist, dass sie zeitweise Teil des Familienunternehmens wird. Julie taucht in die Welt voller Luxus und Macht ein und lernt neben der Pharmafirma ihrer leiblichen Mutter auch deren Adoptivsohn Caleb näher kennen… Und plötzlich steht sie mehr im Fokus als ihr lieb ist, denn sie bekommt Drohanrufe und einschüchternde Briefe, die ihr neues Leben ganz schön schwierig machen.

Meine Meinung
Das Cover des Buches gefällt mir richtig gut. Durch die dunklen Blautöne und das Gold wirkt es einerseits edel, aber auch ein wenig dunkel, was gut zu der Geschichte passt. Aber am besten finde ich, dass in der Geschichte erwähnt wird, dass die Visitenkarten bzw. das Firmenlogo des Unternehmens von Julies Mutter exakt in diesen Farben gehalten sind. Wenn Cover und Inhalt miteinander zusammenhängen, ist das immer noch ein kleiner Pluspunkt.

Der Schreibstil der Autorin hat mich bereits von der ersten Seite an gepackt und ich bin geradezu durch die Geschichte geflogen, weil sie so gut und bildhaft erzählt ist und der Spannungsbogen einfach perfekt ist. Es passiert zwar nicht auf jeder Seite etwas unglaublich ereignisreiches, aber eine unterschwellige Spannung ist durchgehend gegeben, was einen gewissen Suchtfaktor auslöst. Darüber hinaus gab es wirklich einige Szenen, die mich richtig gepackt haben – vom Ende brauchen wir gar nicht erst zu reden… Was für ein fieser Cliffhanger!

Die Charaktere haben mir ebenfalls gut gefallen. Julie ist durch ihre bodenständige Herkunft und Art sehr nahbar und ich konnte mich direkt mit ihr identifizieren und ihre Situation nachvollziehen. Obwohl sie aufgrund der ganzen Ereignisse natürlich verwirrt und überfordert ist, schlägt sie sich trotzdem echt tapfer und beweist an vielen Stellen Charakterstärke und Mut dabei, so zu sein und zu bleiben, wie sie ist und sich dabei nicht unterkriegen zu lassen.

Caleb ist anfangs klischeehaft unsympathisch, aber mit fortschreitender Handlung entdeckt man auch an ihm mehr und mehr andere Facetten und tieferliegende Charaktereigenschaften als man sie ihm zu Beginn zugetraut hätte. Über ihn musste ich an der ein oder anderen Stelle meine Meinung revidieren – wobei ich mir auch nach dem Ende noch immer nicht sicher bin, inwiefern man ihm nun trauen kann.

Die Nebencharaktere sind recht bunt und haben, soweit ich das nach Band 1 beurteilen kann, alle ihre Daseinsberechtigung und ihre Rolle in der Geschichte. Hier gefällt mir vor allem Calebs Schwester richtig gut. Ich hoffe, von ihr bekommen wir in Band 2 noch mehr zu lesen.

Fazit
Ein richtig spannendes, absolut toll geschriebenes New Adult Romance/Suspense-Buch, dessen Fortsetzung ich ganz dringend herbeisehne.

Bewertung vom 10.08.2022
Prinzessin auf Probe / Tokyo ever after Bd.1
Jean, Emiko

Prinzessin auf Probe / Tokyo ever after Bd.1


sehr gut

Inhalt
Bei „Tokyo ever after“ von Emiko Jean handelt es sich um den ersten Band der „Tokyo ever after“-Reihe von Emiko Jean.

Es geht um die 18-jährige Schülerin Izumi (auch „Izzy“ genannt), die in einer Kleinstadt in den Südstaaten der USA lebt. Izzy hat japanische Wurzeln und fühlt sich daher in ihrem Alltag oft nicht richtig zugehörig. Dass sie ihren Vater nie kennengelernt hat und ihre Mutter ihr nichts über ihn erzählen möchte, verstärkt diese Problematik noch zusätzlich.

Durch einen Zufall findet sie dann jedoch zusammen mit ihren Freundinnen heraus, dass ihr Vater tatsächlich kein Geringerer ist als der zukünftige Kaiser von Japan – was ebenfalls bedeutet, dass Izumi kaiserliche Kronprinzessin ist. Von heute auf morgen ist ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt. Und Izzy muss sich plötzlich nicht nur mit den üblichen Themen 18-jähriger Mädchen herumschlagen, sondern auch noch mit einer ihr gänzlich unbekannten Monarchie…


Meine Meinung
Bislang habe ich eher selten Bücher gelesen, die in asiatischen Ländern spielen und war daher umso gespannter, wie gut mir die Geschichte aufgrund dessen gefallen wird. Die Autorin hat glücklicherweise viele Informationen über Japan als Land, die japanische Kultur und Monarchie und auch die japanische Sprache einfließen lassen, was ich als echte Bereicherung empfunden habe. Die ganzen Begriffe und Dinge sind für mich größtenteils neu gewesen, aber sie wurden gut erklärt oder beschrieben und ich habe mich an jeder Stelle mitgenommen gefühlt. Nach dem Lesen fühle ich mich Japan als Land wirklich ein Stückchen näher – mein Interesse wurde geweckt.
Der Schreibstil ist sehr kurzweilig und durch den Einschub von Chatverläufen oder auch Zeitungsartikeln angenehm aufgelockert.

Die Geschichte wird größtenteils von Izumi als Protagonistin getragen, daher sind die vorkommenden Nebencharaktere an der ein oder anderen Stelle etwas blasser geblieben, was ich manchmal schade, aber insgesamt nicht schlimm fand. Dadurch, dass es in Band 2 offenbar mit Izumi als Protagonistin weitergehen wird, bekommt man vielleicht dann noch mehr Gelegenheit, den/die ein oder andere/n besser kennenzulernen.

Izzy selbst habe ich zu Anfang etwas kindlicher als 18 Jahre empfunden, allerdings hat sich ihr Charakter über die Geschichte hinweg authentisch und nachvollziehbar weiterentwickelt, was mir sehr gut gefallen hat. Sie ist einfach eine sehr offene, nicht auf den Mund gefallene und witzige Person, die ich ins Herz geschlossen habe.

Izumis Vater, der Kronprinz, spielt zwar im Grunde inhaltlich mit die größte Rolle, allerdings ist mir sein Charakter insgesamt in der Geschichte etwas zu kurz gekommen, was ich schade fand. Zum Ende hin hat sich das glücklicherweise noch ein wenig geändert.

Von der Handlung her gibt es durchaus die ein oder andere Parallele zum Film „Plötzlich Prinzessin“, weshalb so manche Entwicklung recht vorhersehbar war. Trotzdem hat es großen Spaß gemacht, Izumi auf ihrem Weg zu begleiten und ihr dabei zuzusehen, wie sie von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt, während sie versucht, sich an Japan, ihre neuentdeckte Familie und das Leben am Kaiserhof zu gewöhnen.

Fazit
Ein sehr unterhaltsames Buch mit angenehm locker-leichter Grundstimmung, das einem die japanische Kultur auf eine charmante Art und Weise ein wenig näherbringt.

Bewertung vom 03.08.2022
Mein Bruder heißt Jessica
Boyne, John

Mein Bruder heißt Jessica


ausgezeichnet

Inhalt
In „Mein Bruder heißt Jessica“ von John Boyne geht es um die Brüder Jason und Sam Weaver. Sam vergöttert und bewundert seinen großen Bruder schon seit er klein ist. Jason ist immer für ihn da, spielt richtig gut Fußball und ist ein echter Mädchenschwarm. Doch eines Tages konfrontiert Jason seine Eltern und seinen Bruder mit einem Geheimnis, das er schon länger mit sich herumträgt. Ein Geheimnis, das schon bald dazu führt, dass die bis vor kurzem noch recht intakte Familie zu zerbrechen droht…

Meine Meinung
Ich habe das Buch innerhalb eines Tages komplett durchgelesen, was mir selbst bei eher dünneren Büchern wie diesem wirklich selten passiert. Daran kann man schon erkennen, wie gut es mir gefallen hat…

John Boyne hat einen wirklich tollen Schreibstil, der einen von der ersten Seite an an die Geschichte fesselt und einen bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt.

Wir erleben die Geschichte rund um Jason Weaver durch die Augen seines kleinen Bruders Sam, was mir gut gefallen hat. Gerade im Hinblick auf das die Geschichte dominierende Thema finde ich es auch einmal interessant, die Sichtweise eines „Außenstehenden“ bzw. der Familie mitzubekommen. Es wird sehr gut dargestellt, wie hin- und hergerissen die Eltern und auch Sam gegenüber Jasons Geheimnis sind und welche Probleme sie damit haben, was ich sehr authentisch fand. Auch dass man im weiteren Verlauf der Geschichte eine gewisse Entwicklung gesehen hat, hat mir gut gefallen.

Die Charaktere sind allesamt trotz der Kürze des Buches ziemlich vielschichtig aufgebaut und beschrieben und bei jedem noch so kleinen Nebencharakter hatte ich das Gefühl, dass er/sie eine gewisse Funktion in der Geschichte hat, was für mich das Leseerlebnis nochmal eine Spur interessanter und die Welt von Jason Weaver noch detailreicher gemacht hat.

Neben dem Hauptthema der Geschichte gibt es auch noch ein paar andere Aspekte, die eine interessante Dynamik reinbringen und das Buch für ein Jugendbuch wirklich tiefgründig werden lassen. Es kommen einfach viele Dinge vor, die im Leben von Jugendlichen von großer Bedeutung für sie selbst und ihr Umfeld sind.

Meine Meinung
Ein absolut toll geschriebenes, emotionales und kluges Jugendbuch, das trotz der wichtigen und ernsten Themen einen großen Unterhaltungswert hat. Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 28.07.2022
Nothing Left for Us
Oseman, Alice

Nothing Left for Us


ausgezeichnet

Die Geschichte um Aled und Frances hat mir unheimlich gut gefallen.

Allem voran mochte ich den Schreibstil der Autorin richtig gerne. Das Buch ließ sich sehr flüssig und angenehm lesen und man war direkt von der ersten Seite an in Frances‘ Welt zuhause. Gut gefallen hat mir auch, dass immer wieder zwischendurch Chatverläufe zwischen Frances und Aled oder auch Auszüge aus dem Podcast eingeflochten waren, was das Ganze zum einen aufgelockert hat und auch zum anderen sehr unterhaltsam war.

Die Charaktere haben mir auch sehr gut gefallen. Neben Frances und Aled als Protagonist:innen gibt es einige Nebencharaktere, die einen doch recht großen Anteil an der gesamten Handlung und Geschichte haben und die für mich das Ganze so besonders und insgesamt rund gemacht haben. Da ist Frances‘ Mutter, die einen großen Platz in meinem Herzen hat, sowie ein paar Personen an Frances‘ Schule, die teilweise ganz unvorhergesehen auf einmal da waren und der Story noch einmal eine ganz neue Richtung gegeben haben. Sie alle fand ich authentisch und liebevoll ausgearbeitet.

Die Handlung ist fast das ganze Buch über relativ unvorhersehbar in der Hinsicht, dass man insgesamt meist nicht weiß, worauf genau die Geschichte eigentlich hinausläuft. Das habe ich jedoch nicht als störend empfunden. Ich fand es im Gegenteil eher angenehm, dass es mal einfach vor sich hingeplätschert ist, um sich dann im nächsten Moment wieder in eine ganz neue Richtung weiterzuentwickeln. An manchen Stellen ist es auch richtig spannend geworden, sodass ich förmlich an den Seiten geklebt habe.

Besonders mochte ich auch die tolle Mischung aus Humor, Spannung und Gefühlen, die die Geschichte perfekt miteinander vereint hat.

Fazit
Insgesamt ein sehr unterhaltsames und schönes Buch, an das ich auch Tage nach dem Lesen immer wieder zurückdenke. Absolut empfehlenswert!

Bewertung vom 15.07.2022
Tochter der Tiefe
Riordan, Rick

Tochter der Tiefe


sehr gut

Inhalt
In „Tochter der Tiefe“ von Rick Riordan geht es um Ana Dakkar, die gemeinsam mit ihrem großen Bruder Dev und ihren Freunden die Meeresakademie Harding-Pencroft besucht. Als sie und ihre Mitschüler:innen auf dem Weg zu einer Prüfung sind, fliegt plötzlich die gesamte Schule hinter ihnen in die Luft. Doch wer steckt hinter dem Angriff und was ist das Motiv? Nach und nach findet Ana ein Geheimnis nach dem anderen heraus, während sie und ihre Freunde auf und unter dem Meer auf der Flucht vor ihren Feinden sind. Ana ist eine Nachfahrin des legendären U-Boot-Kapitäns Nemo und kann daher mit dem von ihm erbauten U-Boot, der Nautilus, kommunizieren. Wird es ihr gelingen, ihren Feinden zu entkommen?

Meine Meinung
Durch die Percy Jackson-Reihe bin ich bereits ein großer Fan des Autors geworden und habe mich sehr über ein neues Werk von ihm gefreut. In „Tochter der Tiefe“ nimmt er Bezug auf die Geschichten „20.000 Meilen unter dem Meer“ und „Die geheimnisvolle Insel“ und greift einige Motive und Ideen aus diesen Büchern auf. Ohne die Werke von Jules Verne selbst gelesen zu haben, kann ich nicht beurteilen, inwiefern er die Ideen abgewandelt bzw. an die moderne Zeit angepasst hat. Der Bezug zu modernen Technologien, die es heutzutage gibt oder eben auch noch nicht gibt, fand ich aber wirklich einfallsreich und gut umgesetzt. In einem Jugendbuch habe ich diese Thematiken bislang leider nur selten finden können.

Die Charaktere sind mir allesamt – auch wenn es gar nicht mal so wenige sind – innerhalb kürzester Zeit sehr ans Herz gewachsen. Sie haben alle ihre Eigenheiten und Unterschiede, wenn es jedoch um ihr gemeinsames Ziel geht, ziehen sie alle an einem Strang und arbeiten zusammen, was aber zu jedem Zeitpunkt absolut authentisch wirkt. Wie bereits bei der Percy Jackson-Reihe hat mir auch die Diversität der Charaktere in diesem Buch unglaublich gut gefallen, da sie ganz einfach selbstverständlich ist dadurch nicht „gewollt“ wirkt.

Die Handlung ist von Anfang an ziemlich spannend und es gibt immer wieder Wendungen, die ich persönlich so nicht vorhergesehen hätte, was dazu führt, dass der Spannungsbogen die ganze Geschichte über nicht komplett abflacht. Das Buch ist also durchgehend äußerst kurzweilig und unterhaltsam. Und nach der Lektüre ist meine Neugier auf die Werke von Jules Verne nun auch geweckt…

Fazit:
Insgesamt wieder ein äußerst unterhaltsames Buch des Autors mit einem nicht alltäglichen und wirklich interessanten und gut umgesetzten Thema in der Welt unter Wasser.

Bewertung vom 04.07.2022
Up to Date - Drei Dates machen noch keine Liebe - oder doch?
O'Leary, Beth

Up to Date - Drei Dates machen noch keine Liebe - oder doch?


sehr gut

Inhalt
In „Up to Date“ von Beth O’Leary lernen wir drei Frauen kennen, die unterschiedlicher nicht sein können: Siobhan, die erfolgreiche Geschäftsfrau, die naturverbundene Baumpflegerin Miranda und die schüchterne Jane, die gerne liest und für jeden Wochentag festgelegte Kleidungsstücke hat.

Doch zwischen den Frauen gibt es eine Gemeinsamkeit: Joseph Carter. Siobhan trifft und vergnügt sich mit ihm regelmäßig im Hotelzimmer, Miranda baut eine immer ernster werdende Beziehung zu ihm auf und für Jane will Joseph auf einer Party ihrer Bekannten den Freund spielen.
Doch am Valentinstag taucht Joseph nicht zum Frühstück mit Siobhan auf, beim Valentins-Lunch mit Miranda lässt er sich nicht blicken und auch zu seiner Rolle als Fake-Boyfriend erscheint er nicht…

Meine Meinung
Wie auch bei ihren vorherigen Romanen hat mir auch bei „Up to Date“ der Schreibstil der Autorin wirklich gut gefallen. Sie schreibt so locker-leicht und angenehm, dass die Seiten geradezu dahinfliegen und man sich sofort in die Geschichte hineingezogen fühlt. Das Buch ist aus den unterschiedlichen Perspektiven der drei Frauen geschrieben, was zum einen sehr spannend und abwechslungsreich ist. Zum anderen hat es bei mir anfangs ein wenig Zeit gebraucht, bis ich die drei Frauen auseinanderhalten bzw. richtig einordnen konnte. Danach ist mir aber jede der drei auf ihre unterschiedliche Art und Weise ans Herz gewachsen. Sie haben alle eine besondere Facette in die Geschichte gebracht, was mir sehr gut gefallen hat.

Joseph ist über weite Teile des Buches für mich eher blass geblieben, was aber durch den Aufbau der Geschichte bedingt war. Da sich erst ziemlich zum Schluss hin das „Rätsel“ um Joseph gelöst hat, hat man ihn auch erst entsprechend spät wirklich kennengelernt. Das hat mich zwischenzeitlich ein wenig gestört, rückblickend betrachtet hat es aber in die Geschichte gepasst und hätte kaum anders sein können.

Da man als Leser:in erst kurz vor Schluss versteht, was genau passiert (ist) bzw. was es mit Joseph und seinen drei Frauen auf sich hat, hat sich die Geschichte in den ersten zwei Dritteln des Buches teilweise etwas gezogen bzw. konnte man einfach schwer einschätzen, wie es weitergehen und worauf es hinauslaufen würde. Das fand ich aber nicht allzu schlimm, da die verschiedenen Erzählstränge trotzdem interessant waren. Als dann langsam klar wurde, wie alles zusammenhängt, habe ich dafür umso mehr an den Seiten geklebt – das war richtig spannend, dramatisch, romantisch und einfach schön.

Fazit
Insgesamt ein wirklich unterhaltsames und lesenswertes Buch mit einer interessanten Idee und liebeswerten Charakteren.

Bewertung vom 30.05.2022
Anleitung für dein Leben
Mort, Dr. Sophie

Anleitung für dein Leben


ausgezeichnet

Meine Meinung:
Da ich bislang schon den ein oder anderen Ratgeber oder auch manche Sachbücher zu Themen wie „Glücklichsein“ mit psychologischen Hintergründen gelesen habe, waren mir manche Erläuterungen oder auch Tipps für den Umgang mit gewissen Problematiken nicht komplett neu – was ich allerdings nicht als störend empfunden habe. Im Gegenteil finde ich es in der Hinsicht oft gerade gut, hilfreiche Tipps auch mehr als einmal zu lesen, um sich schließlich damit anfreunden zu können, sie auch selbst wirklich einmal für sich auszuprobieren. Wer jedoch schon richtig viel über diese Themen weiß, ist sicherlich eher nicht die Zielgruppe dieses Buchs.

Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch wirklich übersichtlich und gut strukturiert aufgebaut ist, sodass man als Leser:in an jeder Stelle genau weiß, wo man sich inhaltlich auf der Reise befindet. Ich denke auch, dass das sich das Buch (unter anderem) deswegen sehr gut eignet, es immer wieder neu herauszuholen und ganz oder teilweise erneut zu lesen.

In den ersten beiden Teilen, in denen es u.a. darum geht, inwiefern einen jeden Menschen die Kindheit oder auch die Gesellschaft (durch zB Medien) prägt oder auch darum, was genau Gedanken, Emotionen und Vorannahmen sind und was sie für einen Einfluss auf unser Fühlen und Handeln haben, habe ich mich an wirklich vielen Stellen in meinen eigenen Mustern wiedererkannt. Dies war zum einen sehr interessant und auch wirklich lehrreich, gerade auch in Kombination mit den eigentlich immer mitgelieferten Hinweisen darauf, wie man an gewissen negativen Gewohnheiten etwas ändern kann.

Toll fand ich auch, dass die Autorin an vielen Stellen darauf hingewiesen hat, dass es völlig normal und in Ordnung ist, wenn man bei sich Handlungsmuster oder „Probleme“ entdeckt, bei denen gewisse Dinge vielleicht nicht ganz so laufen, wie sie es optimalerweise tun könnten. So habe ich mich als Leserin stets verstanden und mitgenommen gefühlt.

In Teil drei gibt es dann jede Menge Übungen für verschiedene Anwendungsszenarien, die einem dabei helfen können, mit bestimmten Situationen besser umzugehen. Auch hier fand ich es toll, dass bei jeder Übung eine Erklärung dabei war, warum sie helfen kann. Das hat mir als eher rationaler Person durchaus an der ein oder anderen Stelle geholfen, weil ich das Gefühl hatte, dass ich genau weiß, was ich tue bzw. warum ich es tue und es mir vermutlich helfen wird.

Der einzige kleine Kritikpunkt an dem Buch ist für mich, dass es im Text viele Verweise „nach hinten“, also auf eine Seite im Buch gibt, die erst noch folgen wird. Dies fand ich beim ersten Lesen oftmals störend, da ich ungern weiterblättere, um danach wieder zurückzuspringen. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass dies für ein zweites oder drittes Mal Lesen sehr hilfreich sein kann, wenn man auf einer Seite den direkten „Link“ zu einer zum Thema passenden Übung bekommt.

Fazit:
Insgesamt ein angenehm flüssig zu lesendes, hilfreiches und informatives Buch zum Thema „Glücklichwerden“, das gerade für Einsteiger sehr zu empfehlen ist.