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Daggy

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Insgesamt 1914 Bewertungen
Bewertung vom 01.01.2026
Speck, Daniel

Jaffa Road


ausgezeichnet

„Die Abwesenden haben oft mehr Macht als die Anwesenden“

Moritz schwängert seine Verlobte, bevor er in den zweiten Weltkrieg zieht. Sein Einsatzort ist Tunesien und hier lauscht er gerne Viktor bei seinem Klavierspiel in der Bar. Was er nicht ahnt, ist, dass Viktor Jude ist. Er lebt mit seiner Familie in „Piccola Sicilia“ einem bunten Stadtteil von Tunis und seine Familie versteckt Moritz nach seiner Desertation. Als Maurice emigriert er zusammen mit Viktors Schwester und ihrer kleinen Tochter nach Israel. Ihr Lebensmittelpunkt dort ist die Jaffa Road in Haifa.
Nachdem die Engländer sich zurückziehen, nehmen die Israeli das Land ein und zerstören damit die gewachsenen Strukturen in Palästina. Viele Araber der unterschiedlichsten Glaubensrichtungen müssen ihr Land und ihr Heim verlassen. Sie werden zu „Abwesenden“, die ihre Ansprüche verloren haben.
Moritz Enkelin, seine jüdische Tochter und sein arabischer Sohn, Kinder aus drei Leben werden nach seinem Tode ins sein in Palermo eingeladen. Es gibt viele Rätsel, viele Fragen und wenig Vertrauen unter diesen Erben.
Es dauert sehr lange bis alle Stränge einen Sinn ergeben. Es gibt viele Sprünge durch die Zeit von Beginn des Krieges bis zur Jahrtausendwende. Zum gibt einen die Hoffnung der Zionisten endlich im eigenen Land leben zu können zum anderen die Vertreibung der Palästinenser, die dort viele Jahre friedlich mit Andersgläubigen zusammengelebt haben. Gerade im Hinblick auf die jetzigen Situation fand ich es sehr spannend und informativ zu erfahren, wie der geschichtliche Hintergrund ist. Leider schwindet mit diesem Wissen meine Hoffnung auf eine Lösung, denn zwei Staaten werden von der Welt nicht als Lösung erwogen. Ein Buch, dass mit seiner verschachtelten Erzählweise viele Emotionen in mir geweckt hat. Die Frage der Palästinenserin Amal „Gibt das Unrecht, das ihr Deutschen den Juden angetan habt, ihnen das Recht uns Unrecht anzutun?“ möchte ich spontan verneinen, sie zeigt aber wieviel Zündstoff in diesem Buch steckt.

Bewertung vom 01.01.2026
Roderick, Isabel

Träume aus Licht


sehr gut

Als ihre Großmutter plötzlich ins Krankenhaus muss, findet Ariane eine alte Filmrolle unter deren Bett. Ariane, die bei der Großmutter aufgewachsen ist, weiß wenig von ihrer Mutter Vera. Auch bei ihrer viel ältere Halbschwester findet sie wenig Informationen. Das zweite Kapitel erzählt dann von Eva, die 1920 davon räumt eine Drehbuchautorin zu werden. Zusammen mit ihrer Schwester versucht sie in den damals bekannten Berliner Lokalen auf Größen der Filmindustrie zu stoßen. So lernt sie Heinrich Lichtenfeld kennen, einen faszinierenden Mann mit vielen Visionen, der als Regisseur arbeitet. Die beiden arbeiten hervorragend zusammen und als Heinrichs Verlobt plötzlich verunglückt, macht er Eva zu seiner Hauptdarstellerin. Eva möchte eine emanzipierte Frau spielen, nicht immer nur das Dummchen, wie es in Stummfilmen üblich ist.
Es dauert einige Zeit, bis der Bogen hin zu Ariane gespannt ist und die Geschichte wird immer spannender. Die Beziehung zu Heinrich, die zunächst glücklich begann wird im Laufe der Zeit immer toxischer, denn Heinrich will immer seinen Willen durchsetzen, zunächst mit Charme, dann auch mit Gewalt.
Es geht in der Geschichte um die Stummfilmzeit, dabei tauchen auch reale Figuren auf, um private und gesellschaftliche Emanzipation, um Liebe, um Herrschen und beherrscht werden, aber auch um eine junge Frau, die nach der Geschichte ihrer Familie sucht.
Es gibt immer wieder zeitliche und räumliche Sprunge, trotzdem lässt sich das Buch sehr gut lesen und ich war sehr gespannt, wie alles zusammenhing.

Bewertung vom 01.01.2026
Knecht, Doris

Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe


sehr gut

Die Ich-Erzählerin, eine verlassene Ehefrau in den Wechseljahren, muss sich von ihren Kindern und der großen Wohnung verabschieden und wir erleben ihre wechselnden Gefühle. Wenn die Kinder flügge werden, schwanken wir Mütter natürlich immer zwischen der Trennung und der damit verbundenen Freiheit. Die Frau ist genau wie Doris Knecht eine Schriftstellerin, die zwar mit ihren Büchern Geld verdient, aber sich die große Wohnung nicht mehr leisten kann. Deshalb widmet sie viele Seiten des Buches der Suche nach einer neuer Bleibe. Auch für den Sohn muss etwas gefunden werden. Zum Glück gibt es eine gute Freundin, die sie unterstützt. Auch familiär ist die Frau gut eingebunden, wenn sie auch schon früh das elterliche Haus in Vorarlberg, das sie einengte, verlassen hat.
Viele Gefühle, die diese Frau durchleb, sind mir vertraut, andere kann ich nur schwer nachvollziehen. Ich denke da wohl praktischer. Sie braucht lange, um sich einzugestehen, was für die die beste Lösung ist. So fand ich die Sache mit der Wohnung doch etwas nervig. Ein Psychologin, die sie regelmäßig besucht meint, dass die Leute nicht unbedingt von ihren Probleme lesen wollen, und an manchen Stelle habe ich mir gewünscht, sie hätte auf sie gehört. Das Buch liest sich leicht und es gibt durchaus auch humorvolle Stelle, in erster Linie, wenn es um ihre Zwillingsgeschwisterpaare geht.

Bewertung vom 01.01.2026
Schlichtmann, Silke

Staub


ausgezeichnet

Schon auf dem Cover sehen wir Staub in unterschiedlichsten Erscheinungsformen mit Demo-Schildern, die darauf hinweisen, wie wichtig diese kleine Partikel sind. „Staub ist eine Mischung aus Luft uns winzigen Teilchen.“
Zunächst berichtet die Autorin aus ihrer eigenen Erfahrung, die sich mit der der Lesenden deckt. Wir empfinden Staub meist als lästig und mühen uns ihn zu entfernen. „Staub hat einfach einen schlechten Ruf.“ Aber in diesem Buch werden wir eines Besseren belehrt, denn vieles funktioniert ohne Staub gar nicht. So schützt er uns vor der Sonneneinstrahlung oder erzählt uns Geschichten über die Vergangenheit oder über mögliche Täter. Es gibt eine Menge Staubsorten, über die wir viel erfahren. So wird der fruchtbare Lössboden „staubiges Gold“ genannt.
Erstaunlich, dass dem Staub, dem wir ja überall begegnen erst jetzt so ein spannendes Sachbuch mit so vielen informativen Illustrationen gewidmet wurde. Hier wurde ein Alltagthema zu einem superwichtige Thema gemacht, aber das Beste an dem Buch ist, dass das Lesen und Anschauen riesigen Spaß macht.

Bewertung vom 01.01.2026
Nguyen-Kim, Mai Thi;Meimberg, Marie

BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Warum muss ich schlafen?


ausgezeichnet

Ich muss gestehen, obwohl dies schon der 6. Band ist und die Autorinnen und Wissenschaftlerinnen Mai und Marie dem Bibibibiber eine Menge spannender und interessanter Fragen gestellt haben, ist es das erste Buch der Reihe, dass ich lese.
Der Untertitel „Warum wir alle Schlaf brauchen und genug Schlaf die Welt schöner macht.“
lässt uns schon erahnen, dass der von den meisten Kindern und sicher auch einigen Erwachsenen als lästig empfundenen Schlaf eine Berechtigung in unserem Tagesablauf hat. Der Bibibibiber hat einen tolle Idee, er möchte den größten Damm der Welt bauen und bittet anderer um Hilfe. Doch er erhält lauter Absagen, weil sie Tiere immer irgendwie schlafen müssen. Und schon sind wir beim Thema „Photosynthese“, das uns mit Hilfe von Legosteinen dargestellt wird.
Das Buch hat sehr viele einfach gezeichnete Illustrationen, die die schwierigen Themen sehr gut darstellen und so erfahren wir, wieso der Schlaf für die Tiere und für uns Menschen so wichtige ist. Ein Sachbilderbuch, dass wirklich nicht ermüdend ist.
Eine sehr gut gemachte Sachbuchreihe für Kinder und Erwachsene, denn so klar war mir das mit dem Schlafen auch nicht, auch wenn ich es inzwischen ganz gerne mache. Schnarch!

Bewertung vom 27.12.2025
Allermann, Anne Sofie

Liv - Kein Märchen


ausgezeichnet

Die kleine Liv sitzt an ihren Opa gelehnt und es sieht so aus, als wenn beide nachdenken würden. Das Cover ist genau wie die Illustrationen im Buch in zarten Farben gezeichnet. Während Opa in der gemütlichen Küche kocht, springt Liv wie ein Springer über den gekachelten Boden. Wie ein Bauer zu springen, was der Opa vorschlägt, findet sie zu langweilig. Es gibt Livs Leibgericht, Rehrücken. In der Dämmerung gehen die beiden in den Wald und schauen auf den Himmel, weil Liv schon müde ist, nimmt Opa sie auf den Rücken. Weil Opa so stark wie ein Bär ist, wir er auch so dargestellt. Als Gute-Nacht-Geschichte liest Opa „Rotkäppchen“ vor. Am frühen Morgen gehen die beiden wieder in den Wald, diesmal nimmt Opa sein Gewehr mit.
Dieses Bilderbuch ist wahrlich kein Märchen, denn der Opa schießt ein Reh und bedankt sich bei dem Tier. Liv ängstigt sich, dass sie vielleicht auch gegessen wird, doch Opa kann sie beruhigen. Am Ende isst Liv ein Käsebrot und stellt fest „Opa, wir sind die Wölfe.“
Die Beziehung der beiden ist sehr innig, was wir sehr gut spüren können. Opa ist Jäger, aber auf mich wirkt er sehr einfühlsam, mit der Enkelin und mit der Natur. Ich glaube, dass unsere heutige Natur, die durch viele Einflüsse aus dem Gleichgewicht gebracht wurde, manchmal menschliches Eingreifen benötigt, um sie zu regulieren. Opa ist auch ehrlich gegenüber Liv und die Erkenntnis, dass wir Menschen schlimmer sind als der Wolf, bietet viel Stoff zur Diskussion. Kurze verständliche Texte und die sanften Zeichnungen ergänzen sich und zeigen an diesem Beispiel, dass Tiere für unser Essen sterben müssen.

Bewertung vom 27.12.2025
Hare, John

Auf zu den Dinosauriern!


ausgezeichnet

Auch dieses Buch von John Hare kommt wieder ganz ohne Worte aus, lediglich am Anfang ist ein „PLOPP!“ zu lesen. Wieder steigt eine Klasse mit Ihrem Lehrer, die alle weiße Anzüge und eine Sonnenbrille trage, in eine ungewöhnliches Fortbewegungsmittel. Eine runde, gelbe Untertasse, die aber dann vier Beine zur Fortbewegung, eine Art Kopf als Aussichtplattform und einen Schwanz als Radarschüssel ausklappt. So haben alle eine gute Aussicht auf die farbenfrohen Dinosaurier, die in der Landschaft auftauchen. Als ein Kind eine Banane aus seinem Köfferchen holt, schnappt sich ein Flugsaurier die blaue Frühstücksbox. Als das Kind sie sich zurückholen will, stürzt es zu Boden und trifft auf einige nette Dinosaurier.
Dieses spannende Abenteuer kommt hervorragend ohne Worte aus und gerade Kinder, die nicht so gut Deutsch können, schauen sich diese Buchreihe seht gerne an. Hier werden ber auch Dino-Fans auf ihre Kosten kommen, denn sie kennen die Namen der vorkommenden Tiere genau.
Dieser vierte Band entspricht zwar ein wenig der Geschichte, die auf dem Mond spielt, hat aber eine ganz andere, sehr fröhliche Kulisse. Ein tolles wortloses Buch, dass die Kinder sich gerne auch alleine anschauen.

Bewertung vom 27.12.2025
Mühle, Jörg

Das war doch keine Absicht!


ausgezeichnet

Diesmal ist bei den beiden Freunden Wiesel und Bär der Winter eingezogen und die beiden müssen Schnee scheppen. Mit seine großen roten Schneeschaufel wirft der Bär den Schnee kräftig über seine Schulter und triff das Wiesel, dass mit einem Handfeger die Möbel frei fegt. Das Wiesel regt sich schrecklich auf und verlangt vom Bären eine Entschuldigung. Der sieht das natürlich nicht ein, denn es war ja keine Absicht. Das Wiesel dramatisiert die Situation sehr und meint „Um Entschuldigung bitten, ist gar nicht so schwer.“ und bietet an, dem Bären ein Beispiel zu geben. Irgendwann ist ein wilde Schneeballschlacht im Gange, die viele Entschuldigungen bringt.
Mit einem wundervollen Humor wird hier das leidliche Thema Entschuldigen so schön beschrieben. Da reichen wenige Worte, denn die Bilder sprechen ja für sich, zeigen Emotionen und eine Mimik, die so eindrucksvoll ist.
Ein sehr gelungenes Bilderbuch, dass sich bei den Kinder genau so viele Reaktionen hervorruft wie der erste Teil „Zwei für mich, einer für dich“.

Bewertung vom 27.12.2025
von Arenberg, Amia;Zierden, Malte;Oßkar

Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge


ausgezeichnet

Das Cover zeigt Malte, der sich als Winzling an die Taube Oßkar schmiegt. Das Buch beginnt mit Malte, diesmal ist seine Größe, die eines Jungen, und Phia, dem Mädchen aus dem Nachbarhaus. Die beiden schreiben sich kleine Briefe, die sie mittels eines Korbes von Haus zu Haus verschicken. Malte und Oßkar machen alles zusammen und so kommt es zu einem Unglücksfall, als Malte Oßkar einen „wunderkrummen Kaktus“ zeigt, stolpert er und einige Dornen bohren sich in den Flügel des Täuberichs. Sehr schön wird hier mit einer schwarzen Seite Maltes Schmerz über diese Verletzung dargestellt und dass er ganz klein wird, ist nachvollziehbar. So gelangt er im Korb in Phias Zimmer und durch eine Schublade in eine besondere Welt. Die beiden erleben unterschiedliche Jahreszeiten, verschiedene Fest und treffen auf den „unendlich großen“ Trost.
Hinter den Protagonisten des Buches stecken reale Erwachsene und Oßkar ist Maltes Taubenfreund. Das Buch erzählt poetisch eine zauberhafte Geschichte, die von Ängsten und Mut handelt, die zeigt, wie wichtig Freundschaft mit Menschen und Tieren ist und die uns den Trost zu Seite stellt, wenn wir ihn benötigen. Trost benötigen wir alle mal und hier wird er uns bildlich vorgestellt als riesige große Figur, die Malte immer zu helfen weiß. So umhüllt am Ende des Buches die drei „ein warmes Gefühl“ und das spüren wir Leserinnen und Leser, auch die Kinder.

Bewertung vom 16.12.2025
Lemire, Sabine

Mira macht Sachen - #basteln #stricken #bauen #kreativsein #zeichnen #nähen


sehr gut

In den letzten Jahren sind acht Mira-Bücher erschienen und nun macht Mira Sachen, das bedeutet, es gibt in diesem Buch Bastel-, Strick-, Näh- und andere Anleitungen. Mit Pompons aus Wolle geht es los und hier gibt es Anleitungen eine Katze oder ein Huhn daraus zu machen. Es gibt Schablonen und Tipps, wie man mit Hilfsmitteln umgeht. Dann wird eine Tasche gestrickt, Wollreste zu einem Schal oder einer Kette verarbeitet. Dann kann man sich an einen Mira-Pullover trauen, denn die Anleitungen sind sehr detailliert und gut erklärt. Das Kapitel „Nähen“ beginnt mit einer Haarspange in Form eines Schmetterlings. Dann wird eine Tasche genäht und Shirts verschönert. Ein 3-D-Bild kann dann gebastelt werden und Häuser aus Milchtüten werden sehr fantasievoll gestaltet.
Nach einigen Schmuckstücken geht es mit dem Kapitel „Weihnachten“ und vielen schönen Ideen weiter.
Zum Ende eines jeden Kapitels gibt es einen witzigen Comic mit Mira.
Vielfältige Dinge, die man selbst herstellen kann, werden hier aus dem Blickwinkel von Mira betrachtet, angeboten. Sicher gefällt nicht allen alles, aber sicher wird die eine oder andere Idee mit Begeisterung umgesetzt werden können. Nicht nur für Mira-Fans gibt es hier viel zu entdecken.