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Natalie

Bewertungen

Insgesamt 126 Bewertungen
Bewertung vom 14.02.2024
Mayfair House
Hay, Alex

Mayfair House


gut

Es soll der Ball der Saison werden. Madam de Vries lässt sich auch nicht durch die Trauerzeit um ihren Vater aufhalten und möchte ein rauschendes Fest geben. Ein Skandal, der viel Aufmerksamkeit erregt. Für Mrs King ist der Ball die perfekte Gelegenheit, um ihren Plan durchzuführen. Jahrelang hat sie in der Villa de Vries gearbeitet. Jetzt will sie Gerechtigkeit. Mit dem Coup des Jahrhunderts.

Die Ausgangslage für das Buch ist richtig gut. Sieben Frauen, die aufgrund unterschiedlichster Motive die Villa de Vries leer räumen möchten und dabei auch charakterlich nicht unterschiedlicher sein könnten. Bei diesen unterschiedlichen Persönlichkeiten bleiben natürlich Meinungsverschiedenheiten und Reibereien nicht aus. Vor allem da sich nicht alle an den gemeinsamen Plan halten wollen.

Die Umsetzung ist trotz des Potenzials nicht so ganz gut gelungen. Die Geschichte zieht sich vor allem anfangs ziemlich. Es geht größtenteils um die Planung und die Schicksale der sieben Frauen. Der eigentliche Coup spielt nur eine untergeordnete Rolle und wird nebenbei abgehandelt. Im Verlauf werden zwar Geheimnisse rund um die Charaktere gelüftet, aber da wäre viel mehr möglich gewesen. An Intrigen, Verrat, Spannung.

Die Charaktere sind definitiv eine Stärke des Buches. Sehr unterschiedlich, mal mehr, mal weniger sympathisch. Aber auf jeden Fall starke Frauenfiguren, die teilweise im Verlauf eine charakterliche Entwicklung durchmachen. Vor allem die beiden Janes sind klasse und hätten gerne mehr „Spielzeit“ bekommen können.

Alles in allem eine nette Geschichte, die sich durch den Schreibstil gut lesen lässt, aber kein großes Highlight.

Bewertung vom 02.01.2024
Monster / Oliver von Bodenstein Bd.11
Neuhaus, Nele

Monster / Oliver von Bodenstein Bd.11


gut

Die 16-jährige Larissa Böhlefeld wird ermordet auf einem Feld hinter einem Marienaltar entdeckt. Die ersten Hinweise deuten darauf hin, dass Opfer und Täter in einer Beziehung zueinander standen. Pias und Bodensteins Fall nimmt an Brisanz zu, als DNA-Spuren eines abgelehnten Asylbewerbers an Lissys Leichnam gefunden werden. Kurz darauf wird ein Mann auf einer Landstraße von einem Auto erfasst. Er weist Bisswunden auf und wurde kürzlich erst aus der Haft entlassen.

Die Autorin schreibt gewohnt einnehmend und schon bald entwickelt der Fall – bzw. hier die Fälle – eine Sogwirkung und man ist mitten drin. Neben den Ermittlungsarbeiten wird auch wieder der ein oder andere Blick in Pias und Bodensteins Privatleben geworfen.

Der Mord an Lissy Böhlefeld ist ein typisch aufgebauter Fall von Nele Neuhaus, was ihr nach elf Kriminalromanen anscheinend selbst etwas zu langweilig geworden ist. Der zweite Erzählstrang, mit den ungeklärten Vermissten- und Todesfällen, geht in eine andere Richtung als sonst bei der Autorin. Die Handlung um diese Ermittlungen und alles was damit zusammenhängt fand ich dann auch etwas zu viel. Zu unrealistisch, zu konstruiert und dabei wurde der Fall Lissy aus den Augen verloren, den ich viel interessanter fand. Leider wurde sich bei der Aufklärung um Lissys Mord dann auch nicht mehr viel Mühe gegeben und auf den paar letzten Seiten abgehandelt.

Als Leser kann man kaum selbst auf den Mörder kommen, da zum Ende hin Informationen aktiv zurückgehalten werden. Das fällt umso mehr auf, da man zuvor immer auf dem gleichen Wissensstand wie Pia und Bodenstein war.

Das Buch im gesamten ist dadurch durchwachsen. Es lässt sich gut und schnell lesen, da der Schreibstil passt und die Handlung spannend aufgebaut ist, aber inhaltlich finde ich den Krimi nicht so gut gelungen wie andere der Autorin. Ich erwähne es selten in einer Rezension, aber hier sind mir Grammatik- und Rechtschreibfehler sehr stark aufgefallen. Teilweise fehlen Wörter und sogar Logikfehler kommen vor.

Bewertung vom 04.10.2023
Mein schrecklich schönes Leben
Smale, Holly

Mein schrecklich schönes Leben


gut

Cassandras Tag könnte nicht schlechter laufen. Erst macht ihr Freund mir ihr Schluss, kurz darauf verliert sie ihren Job und dann erinnern ihre Mitbewohner sie auch noch daran, dass sie doch bald eine neue Bleibe finden sollte. Neuer Tag, neues Glück trifft auf Cassandras Situation auch nicht zu, am nächsten Morgen muss sie feststellen, dass sie wohl in einer Zeitschleife feststeckt. Ein Fluch oder eine Chance?

Über den Verlauf der Geschichte kann man nicht so viel erzählen, da man sonst zu viel verraten würde. Leider ist es hier mal wieder der Fall eines irreführenden Klappentextes, denn um eine Zeitschleife geht es nicht wirklich. Dadurch hatte ich eine ganz andere Vorstellung von dem Buch und so ganz positiv überraschen konnte es mich dann auch nicht.

Cassandra ist definitiv eine unperfekte Heldin: chaotisch, mit vielen Problemen, sie eckt an und passt irgendwie nicht in die gängige Norm. Auch für den Leser ist sie als Charakterin manchmal sehr anstrengend, da man ihr Verhalten nicht versteht oder nachvollziehen kann. Sie ist teilweise nervig und unsympathisch. Am Ende wird aufgeklärt, warum Cassie so ist wie sie ist. Das angesprochene Thema ist sehr wichtig, da es in unserer Gesellschaft noch immer zu wenig Beachtung hat, aber im Buch wurde es zu kurz und zu einseitig behandelt. Dadurch werden Narrative nur bestärkt, ohne groß aufzuklären.

Der Großteil des Buches denkt man, es handelt sich um eine Liebesgeschichte, bis sich zum Schluss hin immer mehr herausstellt, dass es um etwas ganz anderes geht. Dabei werden wichtige Werte aufgegriffen. Leider ist die Umsetzung nicht ganz gelungen. Als Leser wird man lange im Dunkeln gelassen, damit am Ende die Auflösung kommen kann, für die dann aber nicht mehr genügend Raum ist. Es lässt sich locker lesen, aber die Themen wurden für mich in einer falschen Form verpackt.

Bewertung vom 24.09.2023
Insel der wandernden Flüche - Skys Gabe
Blase, Tina

Insel der wandernden Flüche - Skys Gabe


sehr gut

Sky hat genug davon mit ihrer Mutter von einem Land zum nächsten zu ziehen. Sie möchte endlich ein festes Zuhause haben. Darum zieht sie zu ihrem Großvater auf die schottische Insel Sidh, auf der ihre Familie ihre Wurzeln hat. Doch es gibt einen Grund, warum ihre Mutter damals die Insel verlassen hat und nie wieder zurückkehrte. Denn auf der Insel lastet mehr als nur ein Fluch.

Sky ist eine sehr authentische Protagonistin. In manchen Situationen ist sie zurückhaltender, aber sie lässt sich nicht alles einfach gefallen und sagt ihre Meinung und steht für sich selbst oder andere ein. Als Hauptprotagonistin lernt man Sky von allen Charakteren am besten kennen, da das Buch auch ausschließlich aus ihrer Sicht geschrieben ist. Von den anderen Charakteren hätte ich gerne noch mehr gelesen, da jeder eine eigene Geschichte hat, die zwar bei manchen teilweise angesprochen wurde, aber nicht groß ausgeführt wurden.

Es liegt auch zum Teil daran, dass zwar beschrieben wird, dass Sky viel Zeit mit Rory und Jamie, zwei Jugendlichen von der Insel, verbringt, aber die Treffen nur zu kleinen Teilen beschrieben werden und man sich viel selbst denken muss. Dadurch kommt die emotionale Verbindung zwischen Sky und Rory nicht so gut rüber. Man bekommt kein Gefühl dafür, warum sich die beiden mögen, außer wie toll Sky Rorys blaue Augen findet.

Die Geschichte hat nämlich durchaus Potenzial. Sie ist stellenweise spannend geschrieben mit guten Ideen, die die Flüche und die Magie betreffen. Die Liebesgeschichte wird dezent mit eingebaut und Sky wird bei Rorys Anblick nicht zu einer gehirnlosen Amöbe, die nur noch sabbert und gibt ihm auch gut Konter. Was sehr erfrischend ist.

Die magischen Gesetzmäßigkeiten werden kaum behandelt und obwohl Sky nicht versteht, wie genau die Magie funktioniert, bewirkt sie damit schon sehr mächtige Dinge. Es hätte dem Buch gutgetan, wenn sich die Autorin mehr Zeit gelassen hätte, die Gegebenheiten näher zu erläutern und mehr auf die Charaktere eingegangen wäre. 100 Seiten mehr hätten nicht geschadet, denn es liest sich sehr gut und hoffentlich erfährt man im zweiten Band weiteres zur Magie und die Protagonisten erhalten mehr Raum.

Bewertung vom 13.08.2023
Salz und Schokolade / Halloren-Saga Bd.2
Martin, Amelia

Salz und Schokolade / Halloren-Saga Bd.2


gut

In Halle an der Saale steht die Schokoladenfabrik von Ernst David. Zusammen mit Kakaoimporteur Leopold Mendel möchte er sein Unternehmen in ein neues Zeitalter führen und seine Schokolade über die Grenzen des Deutschen Reiches hinaus bekannt machen. Die Verbindung soll durch die Heirat ihrer Kinder verstärkt werden. Doch Julias Mendel hat nur Augen für die Salzwirkerin Ida und auch Ernsts Tochter Cici zeigt an einem anderen Mann Interesse.

Die Geschichte der ältesten Schokoladenfabrik Deutschlands klingt nach einer interessanten Angelegenheit. Zu Beginn des Buches geht es auch vermehrt um diese Fabrik, mit welchen Herausforderungen die Mendels und die Davids konfrontiert werden, um das Unternehmen weiter voranzubringen. Vor allem da es die Zeit des beginnenden Sozialismus ist und viele Fabrikarbeiter sich nicht mehr alles gefallen lassen.

Während zu Beginn die geschäftlichen Geschicke und die Sozialisten noch Thema sind, rückt das im Verlauf immer mehr in den Hintergrund und es geht mehr um die Charaktere bzw. ihre Liebe. Die aussichtlose Liebe zwischen Ida und Julius, die wilde Liebe zwischen Cici und ihrem geheimnisvollen Offizier und die zarte Liebe zwischen dem Bäckergesellen Jonni und dem Dienstmädchen Emmi.

Es werden die gesellschaftlichen Normen und Erwartungen angesprochen, die alle Menschen zu der Zeit eingeschränkt haben, egal welchen Stand sie angehörten. Obwohl natürlich andere mehr darunter litten als andere. Diese Zwänge hatten auch Auswirkungen auf die Liebe der Charaktere und wie ihre Zukunft aussehen wird. Der ein oder andere Schicksalsschlag bleibt leider auch nicht aus.

Bei den vielen Charakteren war es vor allem anfangs schwierig den Überblick zu behalten und man bekommt nicht zu allen eine große Verbindung, da ihre Geschichten immer nur stückchenweise erzählt wird. Manchmal lässt sich die Autorin Zeit um Ereignisse detailliert zu beschreiben, manchmal werden Ereignisse und Zeiträume nur kurz zusammengefasst. Durch einige Zeitsprünge werden die Charaktere über einen längeren Zeitraum begleitet, aber eine größere Nähe entsteht dadurch nicht.

Am Ende ging es für mich zu viel um die Liebesgeschichten, die teilweise recht kitschige Momente hatten. Ich hätte mehr über die Sozialisten und die damaligen Bräuche (z. B. der Halloren) erfahren. Zum Schluss hin wirkte die Handlung dann auch etwas gehetzt. Es ist eine nette Geschichte, die sich schnell lesen lässt und unterhält, wenn man keine allzu großen Ansprüche hat.

Bewertung vom 28.07.2023
Scurry 1
Smith, Mac

Scurry 1


sehr gut

Die Welt ist düster geworden. Wolken, Nebel und Regen verdunkeln jeden Tag die Sonne. Nicht nur das triste, kalte Wetter macht der Mäusekolonie, der Pict und Wix angehören, zu schaffen. Seit die Menschen verschwunden sind, wird die Nahrung immer knapper. Dabei stehen die Mäuse selbst auf dem Speiseplan von Katzen und Raubvögeln. Wir die Mäusekolonie überleben? Und wohin sind die Menschen verschwunden?

Die Illustrationen sind unglaublich gut. Sehr detailreich und eher realistisch gezeichnet. Passend zur Grundstimmung der Geschichte sind die Farben dunkel und gedenkt, man muss daher auch mal genauer hinsehen, um alle Details zu erfassen.

Der Comic, der erste Band von drei, beginnt für die Mäuse schon sehr rasant mit der verzweifelten Suche nach Nahrung, dem Austricksen von Katzen, Intrigen und Unstimmigkeiten innerhalb der Kolonie und dann sind da noch diese Wesen – Bestien gleich – die sich im Wald niedergelassen haben und anscheinend jeden töten, der es wagt, den Wald zu betreten.

Die Handlung wird schnell vorangetrieben, dadurch kommen die Charaktere etwas zu kurz. Es ist nicht so einfach die einzelnen Figuren – vor allem bei den Mäusen und Ratten – auseinander zu halten. Jedem Charakter wurde zwar ein individuelles Aussehen gegeben, aber durch die dunklen Farben ist die Unterscheidung manchmal schwierig.

Ich hoffe, in den nächsten Teilen erhalten zumindest die Hauptprotagonisten neben der Handlung mehr Raum. Denn die Geschichte ist wirklich spannend und die Zeichnungen ein Traum. Vor allem müssen noch so einige Fragen geklärt werden. Warum ist die Welt dunkel geworden? Und was ist mit den Menschen passiert?

Ein mehrmaliges Lesen schmälert die Freude sicher nicht, denn durch den Detailreichtum gibt es immer wieder Neues in den Illustrationen zu entdecken.

Bewertung vom 19.07.2023
Das Glück der Geschichtensammlerin
Page, Sally

Das Glück der Geschichtensammlerin


sehr gut

Janice ist Putzfrau. Eine gute noch dazu, und darauf ist sie auch stolz. Die Menschen, für die sie putzt, lassen sie in ihr Leben herein und das ermöglicht Janice, ihre Geschichten zu sammeln. Denn Janice ist nicht nur Putzfrau, sondern auch Geschichtensammlerin. Als sie anfängt für Mrs B zu putzen, begegnet sie in ihr jemandem, der sich zum ersten Mal für Janice‘ Geschichte interessiert.

Die Geschichte ist wirklich locker-leicht geschrieben, und obwohl keine rasant spannenden Szenen beschrieben werden, nimmt das Buch einen ein. Die kleinen Geschichten der Menschen, denen Janice begegnet, sind charmant erzählt. Mrs B erzählt Janice über das Buch hinweg immer wieder häppchenweise eine große Geschichte. Dabei kommen die Geschichten der anderen Personen leider etwas zu kurz. Gerne hätte man mehr über die Leute erfahren könne, für die Janice noch putzt.

Im Buch werden einige schwere Themen angesprochen. Die Geschichte wirkt dabei aber nie schwermütig, sondern fängt diese Themen immer wieder mit humorvollen oder lichten Momenten ab. Auch Janice‘ eigene Geschichte, die sie am Ende Mrs B anvertraut, ist eher eine dunkle.

Es geht immer wieder um die Liebe, von Janice‘ Kunden, um ihre eigene Liebe, aber auch um die Liebe zur Familie. Und am wichtigsten um die Liebe zu sich selbst. Das ist für mich auch die Kernaussage der Geschichte. Jede Person hat eine Geschichte, die einen im positiven oder negativen geprägt hat, aber am Ende ist es wichtig, zu sich selbst zu stehen.

Es ist eine sachte Geschichte mit einem Feel-Good-Ende. Wenn man nicht zu viel erwartet, kann man viel Spaß an diesem Buch haben.

Bewertung vom 17.05.2023
Going Zero
Mccarten, Anthony

Going Zero


gut

Cy Baxter möchte die Welt zu einem sicherern Ort machen. Am besten geht das, wenn den Kriminellen das Leben besonders schwer gemacht wird. Um sein entwickeltes Überwachungssystem zu testen und mit Hilfe der US-amerikanischen Sicherheitsbehörden einzuführen, wird ein groß angelegter Testlauf durchgeführt. Zehn Personen wurden dafür ausgewählt, 30 Tage lang unentdeckt zu bleiben. Den Erfolgreichen winkt ein ansehnliches Preisgeld.

Das Buch greift ein Thema auf, dass in anderen Ländern bereits Wirklichkeit ist/wird: die Überwachung der kompletten Bevölkerung unter dem Deckmantel der Sicherheitswahrung. Und mit den fortschreitenden technischen Entwicklungen wird das Thema immer brisanter. In der Geschichte wird aufgezeigt, wie wir schon heute überwacht werden, was in Zukunft vielleicht noch möglich wird, aber auch wie man sich der Überwachung entziehen könnte. Wenn man viel beachtet und auf vieles verzichtet.

Kaitlyn als Protagonistin hat mich emotional wenig berührt. Man fragt sich genauso wie Cy, warum sie für den Test ausgewählt wurde und wie sie sich so gut schlagen kann. Es wird sehr schnell deutlich, dass sie nicht wegen des Preisgeldes oder der Herausforderung mitmacht. Es steckt etwas anderes dahinter. Die anderen Teilnehmer bekommen nur kurze Auftritte. Man erfährt gerade das nötigste von ihnen, als Charaktere bleiben sie daher fern.

Das Buch ist spannend geschrieben, mit kleineren Längen, aber das Tempo wird meistens hochgehalten. Der Autor hat einen großen Twist, den Kaitlyn betrifft, mit eingebaut, der auf jeden Fall überraschen kann.

Der Schreibstil hält sich mit Beschreibungen zurück, er ist eher knappgehalten. Manchmal hat man eher das Gefühl, ein besser ausgearbeitetes Drehbuch zu lesen. Vollends konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Es fängt stark und interessant an, aber die Faszination hält nicht an. Man baut keine Verbindung zu den Charakteren auf und der Verlauf erinnert an einen Hollywood-Action-Streifen.

Bewertung vom 08.03.2023
Wer die Hölle kennt / Alex Stern Bd.2
Bardugo, Leigh

Wer die Hölle kennt / Alex Stern Bd.2


sehr gut

Alex Stern bereitet sich auf ihr neues Semester in Yale vor. Die Intrige an der Universität konnte sie aufdecken, doch ihr Mentor Darlington bleibt weiterhin verschwunden. Zusammen mit alten und neuen Bekannten macht sie sich darin, ihn aus den Klauen eines Dämons zu befreien. Und geht dabei nicht nur sprichwörtlich durch die Hölle.

Wie im ersten Band gibt es auch hier wieder Wechsel in den Zeitebenen. Es kommt aber nicht so häufig vor wie im ersten Band, was die Orientierung in der Geschichte erleichtert. Es braucht ein paar Kapitel, bis man wieder wirklich in Alex‘ Geschichte drin ist, aber dann liest es sich sehr gut.

Die Storyline bleibt düster und teilweise etwas brutal. Magie ist hier nichts mit Glitzer, hellem Licht und Sonnenschein, sondern es wird von einer dunkleren Seite gezeigt. Das spiegelt sich auch in den Charakteren wider, die alle ihre Ecken und Kanten haben. Keiner ist perfekt und keiner gibt vor, es zu sein.

Vom Inhalt her gefällt mir der zweite Band besser als der erste. Es passiert gefühlt mehr, auch wenn es sich an manchen Stellen etwas zieht. Neben Alex lernt man andere Charaktere, wie Dawes und Mercy, besser kennen und es wird einem das Gefühl von einer kleinen Gemeinschaft vermittelt, die zusammen gegen alle Widrigkeiten kämpfen und den Abstieg in die Hölle wagen.

Die Autorin hat einen sehr guten Schreibstil, der die Atmosphäre und die Gefühle authentisch transportiert. Es wurde stellenweise auch richtig spannend, trotzdem hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Verlangen, unbedingt weiterlesen zu müssen. Vor allem zum Ende hin hatte ich ein paar Probleme und habe für meine Verhältnisse recht lange für das Buch benötigt.

Besser als der erste Band und durchaus lesenswert für Fantasy-Fans, die nicht auf Kuschelkurs aus sind. Ein paar Szenen hätten eingekürzt werden können, damit es an einigen Stellen nicht so langatmig gewesen wäre.

Bewertung vom 16.12.2022
Rosa kocht vegan
Roderigo, Rosa

Rosa kocht vegan


sehr gut

Vegane Küche einfach und für jeden Tag, dieses Ziel verfolgt Rosa Roderigo mit diesem Kochbuch. Sie stellt dabei nicht nur ihre Lieblingsrezepte vor, sondern gibt auch Tipps für die Arbeit am Herd, damit alle erfolgreich die veganen Rezepte umsetzen kann.

Zunächst lernt man die Autorin näher kennen. Wie sie zum Kochen im Allgemeinem und zum Veganismus im Speziellen gekommen ist. Außerdem gibt sie Tipps für das Verfeinern von veganen Speisen und verrät ihre liebsten Geräte in der Küche.

Die Rezepte sind in sechs Kategorien unterteilt, denen sehr jugendliche Begriffe gegeben wurden. Man kann sich aber ungefähr vorstellen, was einen hinter den Kategorien erwarten wird. Das gesamte Buch ist eher umgangssprachlich geschrieben, auch die Rezepte selbst haben leicht übertriebene Bezeichnungen.

Die Rezepte sind klassisch aufgebaut mit einer Zutatenliste, der zu erwarteten Vorbereitungs- bzw. Kochzeit und natürlich der Zubereitung. Zu den meisten Gerichten gibt es noch zusätzliche Tipps, Anregungen oder weiterführende Informationen.

Die meisten Rezepte sind wirklich gut nachkochbar, mit Zutaten, die man auch im normalen Supermarkt findet und deren Umsetzung nicht zu kompliziert ist. Ungünstig fand ich manchmal, dass in der Zutatenliste nicht ersichtlich war, wenn eine Zutat aufgeteilt werden soll, weil sie für mehrere Sachen gebraucht wurde. Das hat man erst im Zubereitungstext erfahren.

Ansonsten sind es abwechslungsreiche Gerichte, die gelingen und auch gut schmecken. Die Rezepte, in denen Fleischgerichte wirklich direkt durch Alternativen ersetzt werden, z.B. Chicken Wings oder Mettigel, waren für mich nichts, aber da habe ich die Fleischvariante vorher auch nie gegessen.

Gute Rezepte, die manchmal mehr, manchmal weniger aufwendig sind, mir aber einige neue Impulse gegeben haben. Die jugendliche Sprache muss einem zusagen, ich hätte darauf verzichten können.