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Pandas Bücherblog

Bewertungen

Insgesamt 67 Bewertungen
Bewertung vom 01.12.2022
Die Katze, die von Büchern träumte
Natsukawa, Sosuke

Die Katze, die von Büchern träumte


ausgezeichnet

Das Cover war Liebe auf den ersten Blick. Ich liebe die kleinen liebevollen Details, die auch in der Geschichte wiederzufinden sind, und freue mich, dieses Schmuckstück in meinem Bücherregal stehen zu haben.
Der Schreibstil von Sosuke Natsukawa hat mir ebenfalls gut gefallen, auch wenn er ein wenig speziell ist. Aber gerade diese ruhige und zugleich magisch angehauchte und philosophische Art hat es mir besonders angetan.

Gleich zu Beginn der Geschichte wird man mitten in die Handlung geworfen, was ich mochte. Wir lernen Rintaro kennen, der erst kürzlich seinen Großvater verloren hat und noch nicht so richtig weiß, welchen Weg er in seinem Leben einschlagen möchte. Er ist ein eher ruhiger, zurückgezogener Protagonist, der im Umgang mit seinen Mitschülern etwas unbeholfen wirkt, was sich allerdings im Verlauf der Story nach und nach ändert. Seine Liebe zu Büchern ist auf jeder einzelnen Seite spürbar, womit ich mich auch selbst identifizieren konnte.
So begleiten wir den jungen Helden samt Katze und seiner Klassenkameradin auf verschiedene abenteuerliche, magische und nicht immer ungefährliche Rettungsmissionen. Jedes Labyrinth birgt neue spannende Erkenntnisse, philosophische Gedanken über die Bedeutung und die Seele von Büchern und interessante Charaktere, die zum Nachdenken anregen. Dabei wird Rintaro mit einigen philosophisch anmutenden Fragen rund um die Bücherwelt konfrontiert, die mir den ein oder anderen Blickwinkel auf gewisse Dinge offenbart haben.
Im Laufe der knapp 200 Seiten wird jedoch auch klar, dass es nicht nur um die Rettung der Bücher geht, sondern vor allem um die Rettung des Jungen, der mit jeder Mission stärker und selbstbewusster wird und lernt, sich für sich und seine Mitmenschen einzusetzen.
Die Charakterentwicklung von Rintaro hat mir neben den tollen Zitaten und der liebevollen Coming-of-Age Geschichte besonders gut gefallen. Wenn es nach mir ginge, hätte das Buch gerne doppelt so lang sein können, da ich mich in die Welt und in die Charaktere, die der Autor erschaffen hat, total verliebt habe.

Fazit:
"Die Katze, die von Büchern träumte" ist eine kleine Liebeserklärung an alle Bücher dieser Welt. Spannend, herzerwärmend, philosophisch und magisch zugleich - ein Buch, das man sich nicht entgegen lassen sollte!

Bewertung vom 22.11.2022
Der mexikanische Fluch
Moreno-Garcia, Silvia

Der mexikanische Fluch


sehr gut

Trotz meiner Abneigung gegenüber Personen auf Covern gefällt mir diese Version erstaunlich gut, da ich mir Naomi genauso vorgestellt habe.
Der Schreibstil von Silvia Moreno-Garcia ist sehr atmosphärisch und einnehmend, obwohl die teilweise sehr ausschweifenden Beschreibungen und Wiederholungen zunächst gewöhnungsbedürftig waren. Trotz allem gelingt es der Autorin eine düstere, bedrückende und stimmungsvolle Atmosphäre zu erschaffen, die sich im Laufe der Geschichte immer mehr zugespitzt hat.

Den Einstieg in das Buch fand ich leider ein wenig langatmig, da die Story eine gewisse Zeit benötigt, um an Fahrt aufzunehmen. Meine kleinen Highlights waren hier die Träume von Naomi, die mit dem Voranschreiten der Handlung an Intensität, Spannung und schaurigen Szenen zugenommen haben.
Was ich besonders hervorheben möchte, ist der Schauplatz des Romans. High Place ist die perverse Version eines Heims, das seine Bewohner fest im Griff hat und nur so vor Geheimnissen und unliebsamen Ereignissen strotzt. Dieses Haus ist der Stoff, aus dem Albträume gemacht werden, da bin ich mir sicher.
Die Autorin hat es geschafft, diesen Ort in eine lebendige Hülle zu verpacken und kreiert damit den perfekten Nährboden für all die Schrecken, denen wir begegnen.
Die Charaktere in diesem Buch wurden ausführlich und interessant ausgearbeitet. Besonders die Doyles waren jeder für sich unheimlich spannende, mysteriöse und unsympathische Figuren, die perfekt zur Szenerie gepasst haben. Lediglich Francis sticht dabei positiv heraus, so scheint dieser so gar nicht zum Rest seiner Familie zu passen.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Naomi. Einer eigensinnigen, selbstbewussten, intelligenten und sehr entschlossenen jungen Frau, die dem Geheimnis auf den Grund gehen will.
Gerade am Anfang mochte ich sie als Protagonistin wirklich gerne, im Laufe der Geschichte hatte ich jedoch das Gefühl, dass sie zunehmend ihren Biss verloren hatte. Ihre schwachen Versuche, sich gegen die Doyles aufzulehnen, haben mir lediglich ein müdes Lächeln entlockt und erinnerten mehr an das trotzige Verhalten eines Kindes.
Weniger gut gefallen hat mir, dass ich bei keinem der Charaktere eine Entwicklung feststellen konnte (bis auf Francis). Die Rollen waren von Anfang an klar verteilt, sodass es in dieser Hinsicht keine Überraschungen gab.
Auf den ersten über 200 Seiten passiert im Großen und Ganzen nichts Nennenswertes. Sicher, die Autorin streut von Zeit zu Zeit Informationen ein, die immer mehr Fragen aufgeworfen haben und die Handlung in kleinen Schritten vorangetrieben hat. Zudem begleiten wir Naomi, die das Haus und das Grundstück erkundet, und erleben ihre Albträume hautnah mit, allerdings gab es keine richtige Entwicklung.
Erst im letzten Drittel spitzt sich die Handlung in High Place merklich zu, was mir zwar einerseits gut gefallen hat, mir aber andererseits das Gefühl gegeben hat, dass die Autorin auf den letzten Seiten möglichst viele Twists und Informationen reinquetschen wollte. Dadurch war das Ende leider etwas überladen und für meinen Geschmack zu hektisch.
An dieser Stelle möchte ich noch sagen, dass die eigentliche Auflösung der Geschichte zwar ziemlich krank, abgedreht, pervers und ein wenig drüber war, ich aber genau diesen Aspekt auf der anderen Seite total genial fand. Ich bin mir sicher, dass sich hier die Geister scheiden werden.

Fazit:
"Der mexikanische Fluch" ist ein Buch, das besonders durch seine beklemmende Atmosphäre und das geniale Setting punkten kann. Trotz kleiner Kritikpunkte hat diese Geschichte eine regelrechte Sogwirkung entwickelt, der ich mich nicht entziehen konnte und wollte. Ich freue mich auf weitere Werke der Autorin und empfehle jedem, sich unvoreingenommen auf das Buch einzulassen.
4/5 Sterne

Bewertung vom 22.11.2022
Wer die Nacht malt / The Lost Crown Bd.1
Benkau, Jennifer

Wer die Nacht malt / The Lost Crown Bd.1


sehr gut

Vom Cover war ich zunächst kein großer Fan, da gerade die Krone seltsam deplatziert wirkt. Bei genauerem Betrachten kommt diese allerdings durch die Veredelung deutlich besser zur Geltung, wodurch ich das Cover im Gesamten recht hübsch finde.
Der Schreibstil von Jennifer Benkau ist angenehm flüssig und bildhaft, sodass man sich als Leser*in gut in das Gelesene hineinversetzen kann.

Die Geschichte punktet vor allem mit einer starken, sympathischen und hilfsbereiten Protagonistin und einem faszinierenden und interessanten Worldbuilding. Gefallen haben mir auch die Beschreibungen der verschiedenen Kulturen, des Zusammenhalts zwischen einzelnen Gruppierungen und die unterschiedliche Vegetation.
Besonders interessant fand ich das Magiesystem der Runen und Farben, das sich von vielen anderen Fantasyromanen abhebt.

Der Einstieg in die Story ist mir wirklich leichtgefallen. Ich mochte die vorgestellten Charaktere, die Welt drumherum und war neugierig darauf, mehr über Kayas Gabe zu erfahren. Zwar gab es immer mal wieder Szenen, die durchaus spannend und interessant waren, allerdings hatte ich vor allem im Mittelteil das Gefühl, dass die Geschichte auf der Stelle tritt. Da haben mir die Kapitel aus Mirulays Sicht, in denen wir einen Einblick in seine Vergangenheit erhalten haben, schon deutlich mehr gefallen. Die Autorin hätte hiervon gerne weitere Szenen einstreuen können, da diese sehr spannend und aufschlussreich waren.
Und obwohl ich Kaya als Protagonistin wirklich mochte, so konnte ich einige ihrer Handlungen leider nicht nachvollziehen. Das lag vermutlich auch daran, dass die Beziehung zwischen ihr und Mirulay für mich einfach nicht greifbar war. Hier hätte ich mir deutlich mehr echte Momente zwischen den beiden gewünscht, in denen sie die Möglichkeit gehabt hätten, aneinander wirklich nahezukommen. Aus diesem Grund hat sich mir auch nicht erschlossen, aus welchem Beweggründen sich Kaya ausgerechnet ihrem Entführer anvertraut hat, obwohl sie doch wusste, wie gefährlich die Wahrheit sein konnte.
Im letzten Drittel nahm die Handlung dann noch mal ordentlich an Fahrt auf. Besonders spannend waren dabei die Kampf- und Fluchtszenen, die sehr bildlich beschrieben wurden.
Der Twist am Ende hat mich wider Erwarten doch ziemlich erwischt, da ich diese Wendung aus irgendeinem unerfindlichen Grund nicht auf dem Schirm hatte. Demnach bin ich schon sehr gespannt, ob sich die Vermutung im nächsten Band tatsächlich bestätigen wird.

Fazit:
Mit dem Auftakt ihrer neuen Romantasy-Reihe ist Jennifer Benkau eine interessante und magische Geschichte gelungen, die mich größtenteils von sich überzeugen konnte. Für den nächsten Band wünsche ich mir mehr Szenen zwischen Kaya und Mirulay und deutlich mehr Spannung.
4/5 Sterne

Bewertung vom 30.10.2022
Die Legende von Sleepy Hollow - Im Bann des kopflosen Reiters / Die Dunklen Chroniken Bd.7
Henry, Christina

Die Legende von Sleepy Hollow - Im Bann des kopflosen Reiters / Die Dunklen Chroniken Bd.7


sehr gut

Als Fan von Geschichten mit einem unheimlichen Setting ist das Cover mein persönlicher Favorit aus dieser Reihe. Vor allem der tolle Buchschnitt ist wirklich wunderschön und rundet das Gesamtbild perfekt ab.
Der Schreibstil von Christina Henry hat mir hier deutlich besser gefallen, als in ihrem Vorgänger "Die Chroniken der Meerjungfrau". Er ließ sich flüssig lesen, war genau an den richtigen Stellen düster und zeichnete eine faszinierende Kulisse rund um Sleepy Hollow, die ich mir bildlich vorstellen konnte.

Was mir an dem Buch besonders gut gefallen hat, ist der atmosphärische Aufbau rund um Sleepy Hollow und den umliegenden Wäldern, die mir den ein oder anderen Schauer über den Rücken gejagt haben. Auch die Beschreibungen der verschiedenen Schauplätze haben einiges zur unheimlichen Grundstimmung beigetragen, die sich durch die gesamte Story gezogen hat.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen, da ich neugierig war, den Geheimnissen rund um das verschlafene Dorf Sleepy Hollow auf den Grund zu gehen.
Mitten im Geschehen lernen wir Protagonistin Ben(te) Van Brunt kennen, die sich als Junge fühlt. Neben der eigentlichen Story rückt vor allem Bens Identitätsfindung stark in den Vordergrund. So versucht er, gegen die Konventionen seiner Zeit aufzubegehren und seinen Platz in der Gesellschaft zu finden, was zu den damaligen Zeiten beinahe unmöglich scheint.
Dieser Aspekt der Geschichte hat mir zwar grundsätzlich gut gefallen, wurde meiner Meinung nach aber nicht authentisch genug umgesetzt. Zudem wird das Thema so gut wie in jedem Kapitel aufgegriffen, wodurch mir dieser Teil irgendwann zu viel wurde.
Abgesehen davon war mir Ben sehr sympathisch. Ich mochte sein Durchsetzungsvermögen und bewunderte ihn für seinen Mut, wenngleich ich einige Reaktionen auf gewisse Ereignisse nicht ganz nachvollziehen konnte. Was vielleicht einfach daran liegen mag, dass Ben noch sehr jung ist.
Auch Bens kleine Familie habe ich recht schnell ins Herz geschlossen, obwohl ich gestehen muss, dass ich mit Katrina ein paar Startschwierigkeiten hatte, die sich jedoch relativ bald gelegt haben.
Die zahlreichen Dorfbewohner, die wir im Laufe der Story kennenlernen, haben für mich maßgeblich zur Atmosphäre beigetragen und mich auf die ein oder andere falsche Fährte geführt. Etwas schade fand ich jedoch, dass wir nur sehr wenig über die Opfer erfahren haben, um die es hier geht.
Bis auf die letzten (ca.) 80 Seiten konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen musste, wie es weitergeht. Die gruselige Atmosphäre, die zahlreichen Geheimnisse und die mysteriöse Legende um den kopflosen Reiter haben mich so in ihren Bann gezogen, dass ich keine Pause einlegen wollte.
Der letzte Teil hingegen hat mir weniger gut gefallen. Ich mochte diese deprimierende Grundstimmung nicht, die auf jeder Seite zu finden war und war etwas enttäuscht darüber, wie sich gewisse Dinge entwickelt haben. Zwar war mir bewusst, dass ich hier keine zuckersüße Geschichte erwarten konnte, aber eine Tragödie jagte die nächste, was mir etwas zu viel des Guten war.
Den Abschluss als solches fand ich okay. Nicht überragend, doch durchaus zufriedenstellend, wenn man die vorherigen Ereignisse bedenkt.

Fazit:
Christina Henry hat wieder mal bewiesen, dass sie ein gutes Händchen dafür hat, bekannten Geschichten einen eigenen Touch zu verleihen. "Die Legende von Sleepy Hollow" ist wahnsinnig atmosphärisch, durchweg spannend, düster und kann mit einem tollen Setting punkten. Abgesehen von ein paar kleineren Kritikpunkten spreche ich sehr gerne eine Empfehlung aus und freue mich schon auf weitere Werke der Autorin.
4/5 Sterne

Bewertung vom 30.10.2022
Die Schneekönigin - Kristalle aus Eis und Blut
Bernard, C. E.

Die Schneekönigin - Kristalle aus Eis und Blut


sehr gut

Ich habe mich auf Anhieb in das wunderschöne Cover verliebt, welches das düstere und zugleich märchenhafte Setting perfekt aufgreift.
Die Autorin hat mich mit ihrem flüssigen, detailverliebten und etwas poetischen Schreibstil verzaubert, der mir die Geschichte bildhaft vor Augen geführt hat.

Besonders positiv hervorheben möchte ich die düstere und stets beklemmende Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch gezogen hat. Das interessante Setting, das C. E. Bernard hier erschaffen hat, hat mich vom ersten Moment an gefangen genommen. So konnte ich den Schnee beinahe unter meinen Füßen knirschen hören, habe den eiskalten Wind auf meiner Haut und die bedrohliche Stimmung, die einem im Nacken sitzt, gespürt.
Zu Beginn der Geschichte passiert nicht viel, da der Fokus hier eher auf den Mythos der Schneekönigin und die Vorstellung der einzelnen Charaktere gesetzt wird. Ab dem zweiten Teil schlägt die Stimmung jedoch schlagartig um, wird düster und wortwörtlich kälter.
Greta - unsere Hauptprotagonistin - muss sich im weiteren Verlauf der Handlung ein paar Prüfungen stellen, die ihr einiges abverlangen. Auf ihrem beschwerlichen Weg begegnet sie vielen mystischen, unheimlichen und faszinierenden Wesen und großen Gefahren, denen sie trotzen muss. Auffällig hierbei ist, dass sich die Story hauptsächlich um weibliche Figuren dreht. Warum das so ist, erklärt die Autorin im Nachwort.
Zwar wird die Geschichte durchweg spannend erzählt, da ich allerdings den großen Twist relativ schnell vorhergesehen habe, konnten mich viele Aspekte leider nicht mehr überraschen und von sich überzeugen.
Außerdem wirkte die Handlung aufgrund der Prüfungen zu etappenhaft, wodurch bei mir kein richtiger Flow entstehen wollte.
Greta ist eine starke Frau und liebevolle Mutter, die alles dafür tun würde, um das Leben ihres Kindes zu retten. Umso enttäuschter war ich, dass ich zu ihr auch bis zum Schluss keine wirkliche Bindung aufbauen konnte. Sie und auch die meisten anderen Charaktere wirkten auf mich irgendwie unnahbar, hatten keinerlei Tiefe, haben mich emotional nicht berührt und waren für mich somit nicht greifbar.
Das Ende hat die Geschichte gut abgerundet, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass es etwas ausführlicher behandelt worden wäre.

Fazit:
"Die Schneekönigin - Kristalle aus Eis und Blut" ist eine stimmungsvolle Neuerzählung, die eine grandiose Atmosphäre, ein tolles Setting und viele mystische Wesen zu bieten hat. Zwar ist der Funke aufgrund meiner oben genannten Kritikpunkte nicht ganz übergesprungen, jedoch kann ich die Geschichte denjenigen ans Herz legen, die düstere Märchen lieben.
4/5 Sterne

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.10.2022
Fairy Tale
King, Stephen

Fairy Tale


ausgezeichnet

Das Cover ist ein echter Eyecatcher, das mir sofort ins Auge gestochen ist und in das ich mich auf der Stelle verliebt habe. Außerdem passt es ausgesprochen gut zum Inhalt, was für mich immer ein großer Pluspunkt ist.
Stephen King hat einen ziemlich detailverliebten, etwas ausufernden, doch sehr flüssigen und bildgewaltigen Schreibstil, der es mir leicht gemacht hat, mich in diesem düsteren Märchen zu verlieren.

Zugegeben, die Seitenzahl hat mich anfangs etwas erschlagen, da ich die Befürchtung hatte, in der Geschichte nur sehr langsam voranzukommen. Als ich mich jedoch auf das Buch eingelassen habe - und damit meine ich richtig eingelassen - konnten es gar nicht genug Seiten sein.
Auf den ersten (ungefähr) dreihundert Seiten hatte ich die Gelegenheit dazu, unseren Protagonisten Charlie und sein Leben bis ins kleinste Detail kennenzulernen. Was langweilig und monoton hätte sein können, hat sich für mich allerdings als sehr interessant, intensiv und unterhaltsam herausgestellt.
King hat hier ganz wundervolle Charaktere zusammengeführt, die sich allesamt in mein Herz geschlichen haben. Da wäre zum einen der 17-jährige Charlie, der griesgrämige Einsiedler Mr Bowditch und dessen liebenswürdige Schäferhündin Radar (ich liebe diesen Hund!).
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Charlie, den ich mit seiner sympathischen Art auf Anhieb liebgewonnen habe. Vor allem die Szenen mit Mr Bowditch und Radar haben etwas ganz tief in mir berührt. Ihre Beziehung zueinander hat am Anfang noch ein wenig unbeholfen und distanziert gewirkt, entwickelte sich jedoch innerhalb weniger Seiten zu einer innigen Freundschaft, die mir in gewissen Situationen die Tränen in die Augen getrieben hat. Vor allem eine bestimmte Stelle (die, die das Buch gelesen haben, werden wissen, wovon ich rede) hat mir regelrecht das Herz gebrochen.
Am besten lässt sich das Buch wohl als eine Mischung aus Märchen, Horror und Fantasy beschreiben - eine gewagte Kombination, die nicht jedem Leser gefallen wird. Bei mir hingegen hat gerade diese ungewöhnliche Mischung einen Nerv getroffen. Ich habe jede einzelne Seite geliebt und gefühlt und wollte nicht, dass dieses Buch jemals endet.
Und auch wenn die Idee hinter dem Buch nicht völlig neu und innovativ ist, so hat mich King mit seiner Version auf ganzer Linie überzeugt.
Die Personen, die der Autor ins Leben gerufen hat, die magischen Wesen, die ungewöhnliche Magie und die Parallelwelt, die er erschaffen hat - all das hat in mir eine Faszination hervorgerufen, die ich nicht in Worte fassen kann.
Das fantastische und zugleich grausame Setting, das er hier geschaffen hat, hat mir das Gefühl gegeben, hautnah mit Charlie im Geschehen zu sein.
Fairy Tale bietet die komplette Palette an Emotionen und Themen wie Liebe, Trauer, Wut, Gewalt, Brutalität, Menschlichkeit, Güte, gruseligen Szenarien, fantastischen Kreaturen und vielem mehr. Das alles gepaart mit jeder Menge Spannung, unvorhergesehenen Wendungen, Action und einem genialen Setting.
Ich könnte hier noch viel mehr schreiben, belasse es aber dabei, dass dieses Buch ein klares Highlight für mich war. :)

Fazit:
"Fairy Tale" ist eine Geschichte, die sich in keine Schublade stecken lässt. Vermutlich wird dieses Buch nicht bei jedem Fan des Autors die gleiche Begeisterung hervorrufen, wie bei mir, was okay ist. Wer ausschweifende Erzählungen, detailverliebte Beschreibungen, grausame und magische Welten und Märchen liebt, dem kann ich "Fairy Tale" nur ans Herz legen.
5/5 Sterne

Bewertung vom 30.10.2022
Paradox Hotel
Hart, Rob

Paradox Hotel


gut

Das Cover ist okay und wirkt eher unaufgeregt, passt jedoch gut zum Inhalt.
Mit dem Schreibstil von Rob Hart bin ich leider nicht so ganz zurechtgekommen. Zwar lässt sich das Buch recht flüssig lesen, doch auch viel zu hektisch. Ich fühlte mich regelrecht durch die Seiten gehetzt und hatte das Gefühl, nie wirklich zur Ruhe zu kommen, um mir einen Überblick zu verschaffen. Dadurch hatte ich Probleme, der Handlung aufmerksam zu folgen.

Der Einstieg in die Geschichte war etwas chaotisch, man wurde direkt in die Handlung geworfen, sodass ich eine gewisse Zeit benötigt habe, um mich halbwegs zurechtzufinden. Grundsätzlich mag ich es ja ganz gerne, wenn ich mir Zusammenhänge selbst erschließen soll, jedoch war mir hier alles eine Spur zu konfus.
Das Gleiche gilt übrigens auch für den Rest der Geschichte. Wer nicht aufmerksam bei der Sache bleibt, verliert irgendwann den Überblick über die komplette Handlung, die Beziehung der Figuren zueinander und den zeitlichen Aspekt.
Erzählt wird die Story aus der Sicht von January, die "losgelöst" ist, was bedeutet, dass sie immer wieder in der Zeit "driftet" - also kurze Momente aus der Zukunft oder Vergangenheit erlebt, die sie völlig aus der Bahn werfen. Dies ist übrigens ein Nebeneffekt, der auftrifft, wenn man sich auf zu viele Zeitreisen begibt.
Die Idee dahinter fand ich absolut genial und auch die Reaktionen und Gefühle, die January durchmacht, waren für mich verständlich und nachvollziehbar. Mit January an sich bin ich aber leider überhaupt nicht klargekommen, da ich sie richtig unsympathisch fand. Klar, ihr Leben ist chaotisch, sie hat in der Vergangenheit einiges durchgemacht und auch ihr gegenwärtiges Leben ist kein Zuckerschlecken. Allerdings kann ich zu einer Protagonistin, die andauernd schlecht gelaunt ist und alle um sich herum permanent beleidigt, nicht viel anfangen, geschweige denn eine Bindung aufbauen.
Aufgrund des gehetzten Stils hatte ich wirklich große Mühe, einzuordnen, welche Informationen nun relevant und welche unwichtig für den Verlauf der Geschichte sind. An irgendeinem Punkt habe ich wohl schlichtweg den Überblick verloren, da es mir auch schwerfiel, die einzelnen Figuren den jeweiligen Ereignissen zuzuordnen und in einen plausiblen Zusammenhang zu bringen.
Genau das führte auch zu meinem Problem am Ende der Geschichte, das mich auf halber Strecke verloren und etwas verwirrt zurückgelassen hat. Auch wenn ich grundlegend verstanden habe, was vorgefallen ist.
Zudem ist das Thema Zeitreisen hier eher nebensächlich, da der Fokus auf den zwischenmenschlichen Beziehungen und dem eigentlichen Geschehen im Hier und Jetzt liegt (gepaart mit ein paar Ermittlungen zum Mordfall, der mir leider ein wenig zu kurz gekommen ist).

Fazit:
Ein Buch, das ich aufgrund meiner Kritikpunkte nur bedingt empfehlen kann, dabei hat mir die Idee unheimlich gut gefallen.
3/5 Sterne

Bewertung vom 18.10.2022
Feindesopfer / Jessica Niemi Bd.3
Seeck, Max

Feindesopfer / Jessica Niemi Bd.3


gut

Das Cover hat einen Wiedererkennungswert, passt somit optisch gut zum Rest der Reihe.
Der Schreibstil von Max Seeck war größtenteils flüssig zu lesen, ab und an bin ich über das ein oder andere Wort gestolpert, weil die Geschichte in Helsinki spielt.

Da ich die beiden Vorgängerbände nicht kenne, wusste ich eine gewisse Zeit lang nicht, wie die einzelnen Charaktere zueinander stehen. Relativ schnell habe ich dann aber in die Story gefunden, wenngleich mir persönlich einige Informationen - vor allem in Bezug auf Jessica - gefehlt haben. Nützlich fände ich eine kleine Zusammenfassung in jedem Teil, damit auch Leser, die die Reihe nicht von Anfang an verfolgen, einen Überblick erhalten und den Geschehnissen folgen können.
Gut gefallen hat mir, dass die Kapitel recht kurz gehalten und aus der Sicht von verschiedenen Personen erzählt wurden, wodurch ein gewisses Tempo entstanden ist. Ein weiterer Pluspunkt waren vereinzelte Charaktere, allen voran Jusuf, der in diesem Band sein großes Debüt hatte. Er war mir auf Anhieb sympathisch, war bemüht, den Fall zu lösen, und wirkte auf mich sehr besonnen. Auch Jessica war als Figur sehr interessant, da sie in ihrem Fach eine der Besten zu sein scheint. Aufgrund ihrer fehlenden Hintergrundgeschichte fiel es mir jedoch etwas schwer, ihre psychischen Probleme nachzuvollziehen.
Einige andere Charaktere hingegen waren eher unnahbar und haben keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Zudem werden Nebenpfade aufgeführt, die die Handlung weder vorangetrieben haben, noch wirklich interessant waren.
Die erste Hälfte der Story war für meinen Geschmack etwas langwierig. Es folgt die klassische Ermittlungsarbeit, die mal mehr und mal weniger interessante Aspekte zu bieten hatte, weshalb die Spannung des Öfteren gelitten hat. Als der Fall dann endlich an Fahrt aufnimmt, kann die Geschichte dann auch mit unvorhergesehenen Wendungen punkten. Nichtsdestotrotz hat mir hier einfach der Nervenkitzel gefehlt, den ich bei einem Thriller erwarte. So war das Buch leider mehr Krimi als Thriller.
Die Wendung am Ende habe ich zwar nicht erwartet, dennoch bin ich noch unschlüssig, ob ich mit dem Ausgang der Story zufrieden bin. So richtig befriedigend war die Auflösung nämlich nicht.

Fazit:
"Feindesopfer" ist ein eher durchschnittlicher Mix aus Krimi und Thriller, der mir gerade in der ersten Hälfte zu viele Längen aufweist und lange Zeit keine nennenswerten Ereignisse liefert. Zwar kann man das Buch unabhängig von den anderen Teilen lesen, aufgrund der fehlenden Hintergrundinformationen (insbesondere zu Jessica) empfehle ich jedoch, die Bücher der Reihe nach zu lesen.
Alles in allem eine sehr durchwachsene Geschichte, die man nicht unbedingt gelesen haben muss.
3/5 Sterne

Bewertung vom 17.10.2022
Ein Fremder hier zu Lande / Von der Heyden Bd.2
Knobelsdorf, Ralph

Ein Fremder hier zu Lande / Von der Heyden Bd.2


gut

Das Cover passt zum historischen Setting und trifft mit der eher düsteren Gestaltung den Nerv der Geschichte.
Mit dem Schreibstil von Ralph Knobelsdorf habe ich mir anfangs etwas schwergetan, da dieser an die damalige Zeit angepasst wurde. Mit dem Voranschreiten der Story habe ich mich jedoch an den bildhaften Stil gewöhnt, der mir die einzelnen Schauplätze nähergebracht hat.

Da ich den ersten Band nicht gelesen habe, kann ich die beiden Teile nicht miteinander vergleichen. Der Einstieg hat mir allerdings ausgesprochen gut gefallen, da er für Spannung gesorgt hat. Der Autor fängt die Atmosphäre der damaligen Zeit perfekt ein, beschreibt die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und bindet die politischen Verhältnisse mit ein, sodass man als Leser*in mitten im Geschehen ist.
Gut gefallen hat mir ebenfalls, dass immer mal wieder Kapitel aus der Sicht des unbekannten Täters eingestreut wurden, die mir einen Einblick in seine Gedankenwelt gewährt haben.
Die vorgestellten Charaktere wurden mal mehr und mal weniger facettenreich beschrieben, wodurch manche von ihnen etwas blass blieben. Wilhelm von der Heyden und Vorweg haben mir als Team aber gut gefallen, da sie einander wunderbar ergänzt haben.
Der eigentliche Fall war auch relativ spannend, jedoch muss ich zugeben, dass ich aufgrund des Klappentextes etwas andere Erwartungen an die Geschichte hatte. So wird in der Inhaltsbeschreibung von einem möglichen Serienkiller gesprochen, der es auf Prostituierte abgesehen zu haben scheint. Dieser war dann zwar auch Bestandteil der Story, allerdings spielen im Buch mehrere Mordfälle eine Rolle, die den eigentlichen Fall oft in den Hintergrund gerückt haben, was ich sehr schade fand.
Zudem wurden mir die familiären Verhältnisse und Probleme der einzelnen Beteiligten oft zu ausschweifend erzählt, wodurch der Fokus immer mal wieder verlorengegangen ist. Spannend war es also wirklich nur dann, sobald es um besagte Morde ging.
Meiner Meinung nach wäre die Geschichte deutlich spannender gewesen, wenn sich der Autor auf einen einzigen Fall konzentriert und die ausschweifenden Beschreibungen ein wenig gekürzt hätte.
Das Ende hingegen hat mir wieder besser gefallen, da alle losen Fäden zusammengeführt wurden.

Fazit:
"Ein Fremder hier zu Lande" ist ein solider Kriminalroman, der für meinen Geschmack etwas den Fokus verloren hat. Punkten kann die Geschichte mit einem größtenteils interessanten kriminalistischen Anteil, dem sympathischen Ermittlerduo und dem toll beschriebenen Setting.
3/5 Sterne

Bewertung vom 17.10.2022
Freiheitsgeld
Eschbach, Andreas

Freiheitsgeld


weniger gut

Das Cover finde ich ganz nett. Nichts, was mir ewig im Gedächtnis bleiben wird, aber deutlich besser als viele andere Cover in dem Genre.
Der Schreibstil von Andreas Eschbach hat mir leider weniger gut gefallen. Er ist einfach gehalten und lässt sich relativ flüssig lesen, allerdings ist der Erzählstil sehr einschläfernd, sodass selbst traumatische oder spannende Ereignisse keinerlei Emotionen in mir hervorgerufen haben.

Die Grundidee mit dem Freiheitsgeld finde ich sehr interessant, recht gut durchdacht und vor allem gar nicht mal so abwegig. Die Umsetzung hat mir hingegen überhaupt nicht gefallen, da sich der Autor in seitenlangen Erklärungen verliert und endlos lange einfach gar nichts passiert. Die Handlung zieht sich wie Kaugummi, wodurch ich oft mit dem Gedanken gespielt habe, einfach ein paar Seiten zu überblättern. Das Traurige dabei ist, dass ich nichts Relevantes verpasst hätte, da die Geschichte die meiste Zeit über im langweiligen Tempo vor sich hin plätschert.
Zudem spürt man leider auf fast jeder Seite Eschbachs Voreingenommenheit gegenüber dem Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens. Während es sich die Elite in abgeschotteten Anlagen gut gehen lässt, lebt die breite Masse, die mit TV-Shows ruhiggestellt und rund um die Uhr vom Staat überwacht wird, in ihren kleinen Wohnungen vor sich hin.
Dafür, dass der Roman 40 Jahre in der Zukunft spielt, gibt es sehr viele Parallelen zu unserem derzeitigen Leben. Die Menschen sitzen vor der Glotze, fahren mit dem Bus von A nach B, telefonieren, notieren sich wichtige Dinge auf einem Zettel usw. Da wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen.
Die Charaktere hätten hier einiges rausreißen können - haben sie aber leider nicht. Stattdessen gab es flache Figuren, noch flachere Dialoge und ausufernde Beschreibungen, die keinen Mehrwert geboten haben. Vor allem Ahmad Müller und dessen Freundin sind mir dabei gehörig auf die Nerven gegangen. Ich habe selten über eine so dämliche und toxische Beziehung gelesen. Die beiden haben einander wirklich verdient.
Erst im letzten Viertel der Story kommt etwas Spannung auf - für mich leider viel zu spät.
Der Schluss hat dem Ganzen dann aber noch die Krone aufgesetzt. Was hat sich der Autor dabei nur gedacht?
Das Ende war hastig, klischeehaft und hat sämtlichen Verschwörungstheoretikern in die Hände gespielt. Da ich nicht spoilern möchte, werde ich nicht näher auf die Auflösung eingehen. Nur so viel sei gesagt: der Abschluss war genauso enttäuschend wie der Rest der Geschichte.

Fazit:
"Freiheitsgeld" bietet eine interessante Ausgangslage für einen spannenden und nachdenklich machenden Roman, doch leider hat Andreas Eschbach nichts aus dieser tollen Idee gemacht. Zwar sind gute Ansätze zu finden, der Rest geht jedoch in einer langatmigen Handlung mit blassen Charakteren unter, die keinen Raum für überraschende Wendungen bieten. Von mir gibt es aus diesem Grund leider keine Empfehlung.
2/5 Sterne