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Benutzername: chatita
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Bewertungen

Insgesamt 18 Bewertungen
12
Bewertung vom 24.06.2020
Eine Liebe in Neapel
Goodrich, Heddi

Eine Liebe in Neapel


gut

Heddi ist eine Amerikanerin, die in den 1990er-Jahren nach Neapel kam, um dort zu studieren. Es ist eine Liebesgeschichte, aber ohne ein Happy End. Eigentlich sind es zwei Liebesgeschichten, einmal Heddis Gefühle für diese Stadt, vor allem für das spanische Viertel von Neapel, und einmal zu Pietro.
Dass diese Geschichte kein glückliches Ende nehmen wird, erfahren wir bereits im ersten Kapitel, und zwar aufgrund der E-Mail, die Pietro an Heddi schreibt. Natürlich will man dann erfahren, warum diese große Liebe auseinanderging, und legt das Buch nicht mehr weg.
Die Geschichte wechselt zwischen den Briefen von Heddi und Pietro. Die Briefe sind in der "Zukunft" geschrieben und die Erzählung findet in der "Gegenwart" statt.
Es ist klar erkennbar, dass die Charaktere der beiden Protagonisten grundverschieden sind. Heddi hat keine Verpflichtungen, ist frei zu tun und zu lassen, was sie möchte, und hat Pläne und Ziele. Sie braucht keinerlei Konventionen einzugehen. Dagegen Pietro, er weiß, dass er sich den Wünschen der Eltern beugen wird. Trotz dieser Gewissheit, liebt er Heddi und bindet sie solange an sich, bis er sich für das Leben an der Seite seiner Eltern entscheidet, um die ihm vererbten Ländereien weiterzuführen.
Die Schreibart der Autorin hat mir gut gefallen, verständlich und flüssig. Auch werden die Plätze und Landschaften Italiens sehr bildlich beschrieben. Ein guter aber einfacher Roman über eine Liebesgeschichte, die viele in ihrer Jugend vielleicht selbst erlebt haben.

Bewertung vom 15.01.2020
Die Rivalin
Robotham, Michael

Die Rivalin


ausgezeichnet

Zwei Frauen erzählen kapitelweise aus ihrem sehr unterschiedlichen Leben: MEGHAN, lebt glücklich mit einem gut verdienenden Ehemann ohne Sorgen und großem Freundeskreis, zwei perfekten Kindern und in Erwartung eines, allerdings nicht geplanten, Dritten. Sie führt im Internet einen erfolgreichen Mama-Blog, in dem sie über ihr Leben schreibt. Sie hat genug Geld, um es sich gut gehen zu lassen und einzukaufen, ohne auf die Preisschilder zu schauen. AGATHA, ist dagegen geschieden, muss in einem Lebensmittelgeschäft hart arbeiten, um ihr Leben zu bestreiten, und lebt zurückgezogen in einer Traumwelt. Sie hat bereits mehrere Kinder verloren und ihr größter Wunsch ist es, wieder Mutter zu werden. Dies scheint sich zu erfüllen, da sie jetzt wieder schwanger ist. In ihrem Wahn träumt sie davon, dass ihr Mann sich bei ihr meldet, sobald er erfährt, dass sie ein Kind von ihm bekommt…

AGATHA trifft im Lebensmittelgeschäft auf die ebenfalls schwangere MEGHAN und beginnt sie zu beobachten und ihr Leben zu studieren. Allabendlich liest sie ihre Elternblog-Posts. Sie beneidet Meghan, denn sie verkörpert alles, was sie selbst begehrt. Das aber auch in MEGHANS Leben nicht alles nach Plan läuft und auch diese ihre Probleme zu bewältigen hat, will sie nicht sehen. Geschickt beginnt sie eine freundschaftliche Beziehung mit MEGHAN und als die fast gleichzeitig fallenden Geburtstermine näher rücken, beginnt der wirkliche Horror für MEGHAN.

Dem Autor ist es sehr gut gelungen, die Wünsche, Lügen und Gedanken, die Frauen in ihren Köpfen geheim zu halten versuchen, rüberzubringen. Dies ist ihm vor allem dadurch gelungen, dass die Erzählung aus der Sicht der beiden Frauen in abwechselnden Kapiteln erzählt wird. Man dringt quasi in den Kopf dieser Frauen ein und erlebt ihre Gefühle, Erfahrungen und Entscheidungen hautnah mit. Was weiß man wirklich über jemanden? Ein fesselnder, psychologischer Thriller über Täuschung, Neid, Verzweiflung und Vergebung. Gänsehaut pur. Sehr zu empfehlen!

Bewertung vom 13.08.2019
Der Kinderflüsterer
North, Alex

Der Kinderflüsterer


ausgezeichnet

Tom Kennedy und sein kleiner Sohn, Jake, stecken nach dem plötzlichen Tod der geliebten Ehefrau und Mutter, Rebecca, in tiefer Trauer. Jake hatte ein sehr gutes Verhältnis zur Mutter. Zu Tom, dem Vater, verhält er sich dagegen eher distanziert und wortkarg. Tom kann mit dem sensiblen und kreativem Charakter des Kindes, das auch häufig mit imaginären Freunden spricht, einfach nicht umgehen und versucht, das Miteinander durch Nachgiebigkeit und Verständnis wettzumachen. Jake wiederum denkt, dass sein Vater ihn nicht liebt und somit kommen sie sich trotz der tiefen Liebe zueinander nicht näher und sie kommunizieren immer weniger miteinander.
Durch den Umzug in die Kleinstadt Featherbank erhofft sich Tom für sie beide, dass wieder Ruhe in ihr Leben einkehrt und sie wieder zueinanderfinden. Das neue Haus macht einen sehr heruntergekommenen und gruseligen Eindruck, aber Jake fühlt sich sofort zu ihr hingezogen und will dort unbedingt wohnen. Der erstaunliche Grund hierfür wird erst am Schluss des Buches klar. Als Tom entdeckt, dass Jake immer öfter mit einem imaginären Freund spricht, dies auch in der Schule bemerkt wird und er von seinen Mitschülern gemobbt wird, schwinden seine Hoffnungen auf ein besseres Leben immer mehr. Aber für den Mörder zeigt Jake genau die Charaktermerkmale, die seine kriminelle Energie erweckt. Und Jake behauptet nun, dass er nachts ein Flüstern an seinem Fenster hört … Es beginnt ein Albtraum.
Was Tom nicht weiß, ist, dass in dieser Stadt vor 20 Jahren ein Serienmörder mit flüsternder Stimme fünf kleine Kinder in seine Gewalt lockte und umbrachte, der sogenannte "Kinderflüsterer". Auch weiß er nicht, dass von diesen fünf Kinder immer noch ein kleiner Junge vermisst wird. Etwas, das DI Pete Willis bis heute nicht zur Ruhe kommen ließ, ein früherer Alkoholiker, der mit seiner Sucht immer noch zu kämpfen hat. Er hat damals den Fall gelöst und den Kindesflüsterer und Mörder, Frank Carter, festgenommen und lebenslänglich ins Gefängnis gebracht. Hier sitzt Carter immer noch ein und genießt seine Berühmtheit. Und trotzdem wird jetzt wieder ein kleiner Junge entführt und ermordet. Ein Nachahmungsverbrechen? Aufgrund seines Wissens wird Pete Willis wieder zur Mitarbeit an der Lösung dieses Falles herangezogen. Keine einfache Aufgabe für ihn, da er mit unverarbeiteten, privaten Geheimnissen konfrontiert wird.
Ein sehr guter Thriller, spannend, fesselnd und auch gruselig. Sehr gut fand ich die kurz gehaltenen Kapitel und dass die Geschichte aus der Sicht der einzelnen Protagonisten erzählt wird. So lernt man die Charaktere sehr gut kennen und wie sie denken und fühlen. Trotz dieses Hin und Her der Perspektiven musste ich nie zurückblättern.
Dass es sich bei diesem spannenden Buch um ein Debüt des Autors Alex North handelt, ist mehr als beeindruckend. Ich werde ihm jedenfalls folgen. Ein Buch, das ich jeden Krimi- und Thrillerfan empfehlen kann.

Bewertung vom 22.05.2019
Das Haus der Verlassenen
Gunnis, Emily

Das Haus der Verlassenen


sehr gut

Das Thema ist überaus bekannt und hochbrisant, nicht nur in Irland, sondern vor allem im Hinterland und der "guten Gesellschaft" extrem katholischer Länder ist es zu Hause. Es wurden und werden ledige, schwangere Frauen und Mädchen zum Entbinden in Heimen gegeben oder zur Tante aufs Land geschickt, damit die Gesellschaft nichts von diesen"gefallenen" Mädchen und der Schande erfährt. Der Mann dagegen, der mitschuldig und oft verheiratet ist, kann sein Leben in seinen bisherigen gesellschaftlichen Kreisen weiter ungerührt führen. In den Heimen wurden die Kinder geburtsnah an kinderlose Ehepaare verkauft. Es suchen heute noch viele ihre genetischen Mütter und Väter, siehe die Situation zur Zeit in Spanien. Schockierend, dass "Eltern" ihre Töchter einfach so kalt abschieben können.
Da dieser Roman also auf eine nicht nur geschichtliche, sondern tagesaktuelle Wahrheit beruht, war es für mich lesenswert. Das Thema ist sehr aufwühlend und die Erzählungen, unter welchen Bedigungen die unverheirateten Mütter bis zur Geburt des Kindes und auch noch danach leben mussten und wie die Nonnen diese Mädchen körperlich und geistig für ihre "Sünden" bestraft haben, wird von der Autorin sehr ergreifend beschrieben.
Auch die Verbissenheit, mit der die Journalisten Sam Harper die Geschichte des Mädchens Ivy im St.Margaret`s anpackt und wie dadurch die emotionale Seite nicht nur der betroffenen Mütter sondern auch ihrer entrissenen Babys im Kindes- und Erwachsenenalter aufzeigt, war beim Lesen sehr berührend.
Obwohl mich das Wechseln zwischen dem Heute und dem Gestern in den Kapiteln hin und wieder aus dem Lesetrott brachte, gefällt mir der Schreibstil der Autorin Emily Gunnis. Nicht nur empfehlenswert, weil es sich mit einem Thema beschäftigt, dass sehr emotional geladen und noch heute hochaktuell ist.

Bewertung vom 20.02.2019
3 2 1 - Im Kreis der Verschwörer / Truman Devlin Bd.1
Kent, Tony

3 2 1 - Im Kreis der Verschwörer / Truman Devlin Bd.1


ausgezeichnet

Ein actiongeladener Thriller über Korruption, Macht, Verrat, Terrorismus, Lügen und Gier im politischen und militärischen Umfeld. Auch in die Arbeit der Polizei und der Sicherheits- und Geheimdienste gibt der Autor einen kleinen Einblick. Aber auch die Loyalität und die Liebe zwischen den Romanfiguren kommen nicht zu kurz. Es spielt in London, wo mit einem Attentat auf einen ehemaligen Präsidenten alles beginnt und geht kurz auf die IRA-Problematik und die Spannungen zwischen England und Nordirland ein. Eigentlich garnicht mein Genre, aber kaum 10 Seiten gelesen, habe ich es bis zum Ende sehr genossen. Von der ersten bis zur letzten Seite spannend!
Die Romanhelden und die schriftliche Darlegung ihrer Gedankengänge während ihrer Taten ließen mich das Buch nicht mehr aus der Hand legen: Michael Devlin, ein irischer Anwalt, der alles einsetzt, um alle zu beschützen, die er liebt. Um dieses zu erreichen schreckt er nicht davor zurück, seine frühere, rücksichtslose und kriminelle Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, um alle in dieser politischen Verschwörung beteiligten Personen aufzuspüren. Joshua, ein Handlanger der Mächtigen, ohne jegliches Gewissen, er wird ebenfalls alle Befehle skrupellos ausführen, um alle die er liebt zu schützen. Sarah Trumann, eine Reporterin, mutig und entschlossen die Wahrheit zu enthüllen. Joe Dempsey, ein intelligenter, aber ebenfalls ohne jeden Skrupel agierender, hochqualifizierter Agent und ehemaliger Militärangehöriger, ein Scharfschütze, welcher bis zum Schluß nicht aufgibt und alles tut, um die Schuldigen zu entlarven und rücksichtslos zu beseitigen.
Die Kampf- und Actionszenen werden so gut geschildert, dass man meint, mittendrin, im Kugelhagel zu sein. Man merkt, der Autor Tony Kent war auch mal als erfolgreicher Berufsboxer tätig.
Dieses Buch empfehle ich allen Lesern, nicht nur den Lesern, die politische Thriller mögen.
Ich denke, der Schluß verspricht weitere Folgen mit Geheimagent Dempsey….

Bewertung vom 28.11.2018
Tattoo / Carver & Lake Bd.1
Dyer, Ashley

Tattoo / Carver & Lake Bd.1


gut

Als ich das Buch in Händen hielt und nach Lesen des Klappumschlages war ich sehr gespannt auf die Geschichte, da ich eine begeisterte Krimileserin bin.
Auch der Umschlag des Buches, Farben und Aufbau ist sehr gut gelungen und verführt als Krimibegeisterte zuzugreifen; z.B. die Angaben zu den fünf Opfern.
Aber leider fand ich vom Anfang an keinen Zugang zu den Figuren des Romanes. ihre Charaktere sind viel zu oberflächlich beschrieben. Ich denke z.B. an die Ehefrau des DCI Greg Carver: Es werden dem Leser keine eingehende Charakterbeschreibung oder tieferen Beweggründe für ihre Handlung mitgegeben. Obwohl sie doch sehr interessante Voraussetzungen für einen spannenderen Aufbau hätte… Schade, man hätte mehr rausholen können. Vor allem die Persönlichkeit der Hauptperson, Ruth Lake, hat die Autorin nur gestreift und dass obwohl sie doch im Mittel- und Blickpunkt des Romanes und somit des Täters stand. Auch fand ich, dass einige Personen, welche im Buch vorkommen und zur Geschichte beitragen, schnell wieder vergessen werden. Zur Mitte des Buches hin stieg die Spannung wieder an. Ich wurde sogar in die Irre geführt hinsichtlich des möglichen Täters. Aber dies war auch darauf zurückzuführen, dass der wirkliche Mörder viel zu spät in den Roman eingebracht wurde. Es gab bis dahin - fast zum Schluß - eigentlich keinen ersichtlichen Grund, der zu diesem Schluß führen mochte.
Fazit
Ein Thriller, den ich nicht sehr spannend empfand und eher dem Krimigenre zuzuschreiben ist. Der Schreibstil ist sehr angenehm und gut lesbar. Diesen Roman kann ich allen Lesern empfehlen, die mal in das Krimifach reinschnuppern möchten.

Bewertung vom 04.09.2018
Ich komme mit
Waldis, Angelika

Ich komme mit


ausgezeichnet

Es wird die Geschichte einer Freundschaft zwischen dem jungen Studenten „Lazy“ und seiner älteren Nachbarin „Vita“ erzählt. Er ist an Leukämie erkrankt und kann sein „normales“ Leben aufgrund der schweren Symptome nicht weiterführen. Er zieht sich nach und nach aus dem Leben zurück und vereinsamt. Vita führt ebenfalls seit dem Tod ihres Mannes ein einsames Dasein. Ihr Sohn lebt in Australien und lediglich zu ihrem Geburtstag nimmt er Kontakt mit ihr auf; nur mit dem Inhaber des Reisebüros im Erdgeschoss führt sie ab und zu ein kleines Gespräch. Dieser ist es auch, der sie auf den jungen Studenten aufmerksam macht, da ihm sein schlechter körperlicher Zustand aufgefallen ist.
Vita trifft Lazy im Treppenhaus und diesmal schaut sie genauer hin. Sie bemerkt tatsächlich, wie abgemagert er ist. Spontan lädt sie ihn zu einem Leberwurstbrot ein, dann jeden Tag zum Frühstück und schließlich zieht er ganz bei ihr ein. Bei ihr kann er sich gehen lassen, ausruhen, schlafen. Sie fragt nicht viel. Gibt ihm Geborgenheit und Schutz; und er nimmt ihr ein bißchen von ihrer Einsamkeit. Sie philosophieren über das Leben und warten auf das Ergebnis des Blutbildes. Als dieses sehr schlecht ausfällt, gibt Lazy auf. Er will nur weg. Und Vita geht mit. Sie verreisen.
Diese Reise bringt nicht die erhoffte Wendung. Sie kommen sich aber näher. Vita erkennt erst jetzt richtig, dass Lazy todkrank ist. Sie fliegen zurück. Da Lazy eine weitere Behandlung nicht wünscht, verschlimmert sich sein Zustand immer mehr. Sie beschließen eine letzte Reise anzutreten.

Die Handlung dieses Romans hat mich sehr berührt. Es brachte mich beim Lesen zum Nachdenken über das Zusammenleben, der Freundschaft und den Sinn des Lebens überhaupt. Aber auch darüber, was eine Freundschaft ausmacht und aushalten kann und sollte. Die philosophischen Wortspiele „Leben ist…“ der beiden Protagonisten dämpften aber ganz gut die Traurigkeit, die mich beim Lesen ab und zu überfiel.
Den Schreibstil der Autorin fand ich bei Lesebeginn etwas schwierig, beim Weiterlesen hat sich das jedoch total geändert und gefiel mir abschließend sehr gut.
Allerdings kann ich mich mit dem Schluss nicht anfreunden. Ich fühle mich seltsam allein zurückgelassen damit.

Die Gestaltung des Buches gefällt mir sehr. Es wirkt auf mich nostalgisch, z. B. durch das Motiv des kleinen Bildes der beiden Protagonisten auf dem Cover, des Buchrückens aus Leinen und des farbigen Einlegepapiers. Das graue Lesebändchen und die Beschriftung darauf, „Angekommen“, gibt dem Buch einen edlen Touch.

Ich kann dieses Buch allen Lesern empfehlen, die gerne über das Leben philosophieren und sich darüber Gedanken machen, wohin es einen wohl hinführt.

Bewertung vom 29.06.2018
ONE OF US IS LYING / ONE OF US Bd.1
McManus, Karen M.

ONE OF US IS LYING / ONE OF US Bd.1


gut

Karen M. McManus - One of us is lying

Ein Toter, vier Verdächtige - und einer von ihnen lügt…

Jeder, der dabei war als Simon stirbt, hatte einen Grund ihn zu töten, denn er wollte lebensgefährliche Geheimnisse über alle vier Schüler in seiner Klatsch-App verbreiten, die für ein Mordmotiv ausreichend wären. Auch der beaufsichtigende Lehrer kann nicht ausgeschlossen werden oder gar ein Außenstehender.

Die Kapitel werden aus der Sicht von jedem Einzelnen der vier Schüler erzählt. Das Gehirn: Bronwyn, der Kriminelle: Nate, der Sportler: Cooper und die Prinzessin: Addy. Die Sichtweisen und Probleme der Heranwachsenden werden sehr gut beschrieben. Die Autorin läßt den Leser in die Sehnsüchte der meisten Teenager blicken und mitfühlen. Jeder versucht erst einmal allein herauszufinden wer von ihnen der Mörder sein könnte und bilden meiner Meinung nach viel zu spät ein Spürteam.

Bis zum Schluß habe ich wirklich nicht geahnt, wer der Mörder ist. Immer wieder habe ich zu dem Kapitel zurückgeblättert, in dem Simon stirbt, um zu sehen, ob ich etwas übersehen hatte. Auf die Lösung war ich überhaupt nicht vorbereitet und etwas enttäuscht, denn das ganze Buch über habe ich überlegt, wer Simon getötet haben könnte.

Ich bin eine große Leserin von Krimis und Psychothryllern. Das ist wohl auch der Grund, weshalb ich mich sehr schwer mit dem Lesen dieses Buches getan habe. Für junge Leser kann ich es wirklich wärmstens empfehlen; die Romantik kommt nicht zu kurz und die Sehnsüchte der meisten Teenager werden von der Autorin sehr gut rübergebracht. Leider bin ich wohl „too old“ für einen Jugendbuchkrimi...

Bewertung vom 24.02.2018
Libellenschwestern
Wingate, Lisa

Libellenschwestern


ausgezeichnet

Rill Foss und ihre vier jüngeren Geschwister verbringen eine wundervolle Kindheit in ihrem Hausboot auf dem Mississippi. In einer stürmischen Nacht fahren ihre Eltern ins Krankenhaus. Während ihre Mutter Zwillinge zur Welt bringt, kommen angehende Polizisten auf das Hausboot, um sie gewaltsam ins Waisenhaus zu bringen. Während ihnen versichert wird, dass Ihr Aufenthalt dort nur vorübergehend sein wird, bis ihre Eltern sie abholen, wird Rill bald die schreckliche Wahrheit erkennen. Und dass sie mit aller Kraft kämpfen muss, um ihre Geschwister in einer Welt der Grausamkeit und Ungewissheit zu beschützen.

Bereits beim Lesen des Prologs wurde mir klar, dass es sich bei dieser Lebensgeschichte entweder um einen seichten Liebesroman oder um eine tiefgründige, dramatische Erzählung handeln muss. Dass meine zweite Vermutung richtig war erkannte ich relativ schnell. Danach war es mir fast unmöglich dieses Buch aus der Hand zu legen. Man verschmilzt fast mit der tapferen Rill, später dann May genannt. Ihre Loyalität und tiefe Liebe zu ihren Geschwistern rührte mich sehr. Die Erzählung ihrer psychischen und körperlichen Leiden, ihr starker Charakter und ihre Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihren geliebten Eltern - etwas, das immer dazu führte, dass sie sich den bösartigen Heimmitarbeitern fügte - ist so gut beschrieben, dass ich beim Lesen ihr Aussehen, das ihrer Geschwister und das heruntergekommene Kinderheim bildhaft vor Augen hatte.
Auch die Beschreibung aller anderen Charaktere ist sehr einprägsam; egal ob es sich um den gefährlichen Kinderschänder, aber als guter Mensch und Freund getarnter Mr. Riggs handelt, eines der vielen Heimkinder oder-Mitarbeiter.
Eine sehr traurige Geschichte darüber, wie durch das Wirken fremder oder nahestehender Personen das eigene Leben sich zum Guten oder Schlechten wenden kann. Die erschütternde Seite des Romans wird aber durch die positive und liebevolle Einstellung der Hauptprotagonisten sehr gut wieder aufgefangen.
Die Schreibweise der Autorin ist sehr flüssig und mühelos lesbar. Der Wechsel der Protagonisten in den einzelnen Kapiteln war für mich nie verwirrend. Ein wunderschön geschriebener und bewegender Roman. Und als ich am Ende des Buches in der „Notiz der Autorin“ erfahren habe, dass diese Familiengeschichte auf wahre Begebenheiten beruht und Kinder tatsächlich geraubt und weiter verkauft wurden, erfasste mich eine unbändige Wut auf diese Heimleiterin Georgia Tann und deren Mittäter, welche sich anmaßen, Kinder egal welchen Alters, als Ware zu betrachten. Unglaublich auch, dass dieser Kinderhandel unter aller Augen der Öffentlichkeit stattgefunden hat.
Empfehlenswert für alle Leser.
++Seit ich mich als Buchflüsterin betätige, ist mir schon mehrfach folgendes durch den Kopf gegangen:
„Diesen Roman hätte ich nach Durchlesen des Umschlages wieder weggelegt“ und freue mich total, dass ich durch die zufällige Zustellung durch den Verlag einen so empfehlenswerten Roman doch noch lesen durfte. Vielen Dank an Bücher.de dafür!++

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.12.2017
Das Licht der Insel
Pendziwol, Jean E.

Das Licht der Insel


ausgezeichnet

Die Geschichte wird abwechselnd von den beiden Hauptprotagonistinnen hin und her erzählt: Eine davon ist Elizabeth, die jetzt blind im Seniorenheim lebt und sich an ihre Kindheit erinnert, welche geprägt war von ihrer aufopfernden und loyalen Liebe zu ihrer behinderten Zwillingsschwester Emily und die sie in der kargen, windgepeitschten aber wunderschönen Landschaft der Insel Porphyry am Lake Superior verbrachte, wo ihr liebevoller Vater jahrelang den Dienst eines Leuchtturmwärters leistete. Übrigens hat hier die Autorin die Arbeit, Mühen und auch Gefahren eines Leuchtturmwärters detaillert und liebevoll beschrieben. Sie erzählt von ihrer großen Liebe, welche aufgrund von Mißverständnissen keine Chance erhalten hat und versucht die Rätsel ihres eigenen Lebens zu lösen.
Die zweite ist Morgan, ein straffälliges Mädchen, die im Seniorenheim gemeinnützige Arbeit leistet und über ihr bisher verpfuschtes Leben berichtet. Als das Boot von Elizabeths älterem Bruder am Ufer des Lake Superiors Schiffbruch erleidet, werden nur die Tagebücher des Vaters geborgen und hier beginnt die Geschichte dieses wunderschönen Familienromans.
Morgan hilft Elizabeth die Tagebücher zu restaurieren und liest ihr jeden Tag daraus vor. Gemeinsam erkennen sie, dass ihr Leben miteinander und mit der Insel verbunden ist und lösen nach und nach die Rätsel ihrer Familie.
Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an gefangen genommen. Die Landschaft, die Charaktere der Protagonisten, die Menschen, alles ist so bildhaft beschrieben, dass ich sie mir beim Lesen sehr gut mental vorstellen konnte.
Und der Roman selbst hat mich aufgrund der eindringlichen Familiengeschichte voller Geheimnisse und ihrer unerwarteten Wendung fasziniert und sehr bewegt.

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