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Benutzername: chatita
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Bewertungen

Insgesamt 16 Bewertungen
12
Bewertung vom 13.08.2019
Der Kinderflüsterer
North, Alex

Der Kinderflüsterer


ausgezeichnet

Tom Kennedy und sein kleiner Sohn, Jake, stecken nach dem plötzlichen Tod der geliebten Ehefrau und Mutter, Rebecca, in tiefer Trauer. Jake hatte ein sehr gutes Verhältnis zur Mutter. Zu Tom, dem Vater, verhält er sich dagegen eher distanziert und wortkarg. Tom kann mit dem sensiblen und kreativem Charakter des Kindes, das auch häufig mit imaginären Freunden spricht, einfach nicht umgehen und versucht, das Miteinander durch Nachgiebigkeit und Verständnis wettzumachen. Jake wiederum denkt, dass sein Vater ihn nicht liebt und somit kommen sie sich trotz der tiefen Liebe zueinander nicht näher und sie kommunizieren immer weniger miteinander.
Durch den Umzug in die Kleinstadt Featherbank erhofft sich Tom für sie beide, dass wieder Ruhe in ihr Leben einkehrt und sie wieder zueinanderfinden. Das neue Haus macht einen sehr heruntergekommenen und gruseligen Eindruck, aber Jake fühlt sich sofort zu ihr hingezogen und will dort unbedingt wohnen. Der erstaunliche Grund hierfür wird erst am Schluss des Buches klar. Als Tom entdeckt, dass Jake immer öfter mit einem imaginären Freund spricht, dies auch in der Schule bemerkt wird und er von seinen Mitschülern gemobbt wird, schwinden seine Hoffnungen auf ein besseres Leben immer mehr. Aber für den Mörder zeigt Jake genau die Charaktermerkmale, die seine kriminelle Energie erweckt. Und Jake behauptet nun, dass er nachts ein Flüstern an seinem Fenster hört … Es beginnt ein Albtraum.
Was Tom nicht weiß, ist, dass in dieser Stadt vor 20 Jahren ein Serienmörder mit flüsternder Stimme fünf kleine Kinder in seine Gewalt lockte und umbrachte, der sogenannte "Kinderflüsterer". Auch weiß er nicht, dass von diesen fünf Kinder immer noch ein kleiner Junge vermisst wird. Etwas, das DI Pete Willis bis heute nicht zur Ruhe kommen ließ, ein früherer Alkoholiker, der mit seiner Sucht immer noch zu kämpfen hat. Er hat damals den Fall gelöst und den Kindesflüsterer und Mörder, Frank Carter, festgenommen und lebenslänglich ins Gefängnis gebracht. Hier sitzt Carter immer noch ein und genießt seine Berühmtheit. Und trotzdem wird jetzt wieder ein kleiner Junge entführt und ermordet. Ein Nachahmungsverbrechen? Aufgrund seines Wissens wird Pete Willis wieder zur Mitarbeit an der Lösung dieses Falles herangezogen. Keine einfache Aufgabe für ihn, da er mit unverarbeiteten, privaten Geheimnissen konfrontiert wird.
Ein sehr guter Thriller, spannend, fesselnd und auch gruselig. Sehr gut fand ich die kurz gehaltenen Kapitel und dass die Geschichte aus der Sicht der einzelnen Protagonisten erzählt wird. So lernt man die Charaktere sehr gut kennen und wie sie denken und fühlen. Trotz dieses Hin und Her der Perspektiven musste ich nie zurückblättern.
Dass es sich bei diesem spannenden Buch um ein Debüt des Autors Alex North handelt, ist mehr als beeindruckend. Ich werde ihm jedenfalls folgen. Ein Buch, das ich jeden Krimi- und Thrillerfan empfehlen kann.

Bewertung vom 22.05.2019
Das Haus der Verlassenen
Gunnis, Emily

Das Haus der Verlassenen


sehr gut

Das Thema ist überaus bekannt und hochbrisant, nicht nur in Irland, sondern vor allem im Hinterland und der "guten Gesellschaft" extrem katholischer Länder ist es zu Hause. Es wurden und werden ledige, schwangere Frauen und Mädchen zum Entbinden in Heimen gegeben oder zur Tante aufs Land geschickt, damit die Gesellschaft nichts von diesen"gefallenen" Mädchen und der Schande erfährt. Der Mann dagegen, der mitschuldig und oft verheiratet ist, kann sein Leben in seinen bisherigen gesellschaftlichen Kreisen weiter ungerührt führen. In den Heimen wurden die Kinder geburtsnah an kinderlose Ehepaare verkauft. Es suchen heute noch viele ihre genetischen Mütter und Väter, siehe die Situation zur Zeit in Spanien. Schockierend, dass "Eltern" ihre Töchter einfach so kalt abschieben können.
Da dieser Roman also auf eine nicht nur geschichtliche, sondern tagesaktuelle Wahrheit beruht, war es für mich lesenswert. Das Thema ist sehr aufwühlend und die Erzählungen, unter welchen Bedigungen die unverheirateten Mütter bis zur Geburt des Kindes und auch noch danach leben mussten und wie die Nonnen diese Mädchen körperlich und geistig für ihre "Sünden" bestraft haben, wird von der Autorin sehr ergreifend beschrieben.
Auch die Verbissenheit, mit der die Journalisten Sam Harper die Geschichte des Mädchens Ivy im St.Margaret`s anpackt und wie dadurch die emotionale Seite nicht nur der betroffenen Mütter sondern auch ihrer entrissenen Babys im Kindes- und Erwachsenenalter aufzeigt, war beim Lesen sehr berührend.
Obwohl mich das Wechseln zwischen dem Heute und dem Gestern in den Kapiteln hin und wieder aus dem Lesetrott brachte, gefällt mir der Schreibstil der Autorin Emily Gunnis. Nicht nur empfehlenswert, weil es sich mit einem Thema beschäftigt, dass sehr emotional geladen und noch heute hochaktuell ist.

Bewertung vom 20.02.2019
3 2 1 - Im Kreis der Verschwörer
Kent, Tony

3 2 1 - Im Kreis der Verschwörer


ausgezeichnet

Ein actiongeladener Thriller über Korruption, Macht, Verrat, Terrorismus, Lügen und Gier im politischen und militärischen Umfeld. Auch in die Arbeit der Polizei und der Sicherheits- und Geheimdienste gibt der Autor einen kleinen Einblick. Aber auch die Loyalität und die Liebe zwischen den Romanfiguren kommen nicht zu kurz. Es spielt in London, wo mit einem Attentat auf einen ehemaligen Präsidenten alles beginnt und geht kurz auf die IRA-Problematik und die Spannungen zwischen England und Nordirland ein. Eigentlich garnicht mein Genre, aber kaum 10 Seiten gelesen, habe ich es bis zum Ende sehr genossen. Von der ersten bis zur letzten Seite spannend!
Die Romanhelden und die schriftliche Darlegung ihrer Gedankengänge während ihrer Taten ließen mich das Buch nicht mehr aus der Hand legen: Michael Devlin, ein irischer Anwalt, der alles einsetzt, um alle zu beschützen, die er liebt. Um dieses zu erreichen schreckt er nicht davor zurück, seine frühere, rücksichtslose und kriminelle Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, um alle in dieser politischen Verschwörung beteiligten Personen aufzuspüren. Joshua, ein Handlanger der Mächtigen, ohne jegliches Gewissen, er wird ebenfalls alle Befehle skrupellos ausführen, um alle die er liebt zu schützen. Sarah Trumann, eine Reporterin, mutig und entschlossen die Wahrheit zu enthüllen. Joe Dempsey, ein intelligenter, aber ebenfalls ohne jeden Skrupel agierender, hochqualifizierter Agent und ehemaliger Militärangehöriger, ein Scharfschütze, welcher bis zum Schluß nicht aufgibt und alles tut, um die Schuldigen zu entlarven und rücksichtslos zu beseitigen.
Die Kampf- und Actionszenen werden so gut geschildert, dass man meint, mittendrin, im Kugelhagel zu sein. Man merkt, der Autor Tony Kent war auch mal als erfolgreicher Berufsboxer tätig.
Dieses Buch empfehle ich allen Lesern, nicht nur den Lesern, die politische Thriller mögen.
Ich denke, der Schluß verspricht weitere Folgen mit Geheimagent Dempsey….

Bewertung vom 28.11.2018
Tattoo / Carver & Lake Bd.1
Dyer, Ashley

Tattoo / Carver & Lake Bd.1


gut

Als ich das Buch in Händen hielt und nach Lesen des Klappumschlages war ich sehr gespannt auf die Geschichte, da ich eine begeisterte Krimileserin bin.
Auch der Umschlag des Buches, Farben und Aufbau ist sehr gut gelungen und verführt als Krimibegeisterte zuzugreifen; z.B. die Angaben zu den fünf Opfern.
Aber leider fand ich vom Anfang an keinen Zugang zu den Figuren des Romanes. ihre Charaktere sind viel zu oberflächlich beschrieben. Ich denke z.B. an die Ehefrau des DCI Greg Carver: Es werden dem Leser keine eingehende Charakterbeschreibung oder tieferen Beweggründe für ihre Handlung mitgegeben. Obwohl sie doch sehr interessante Voraussetzungen für einen spannenderen Aufbau hätte… Schade, man hätte mehr rausholen können. Vor allem die Persönlichkeit der Hauptperson, Ruth Lake, hat die Autorin nur gestreift und dass obwohl sie doch im Mittel- und Blickpunkt des Romanes und somit des Täters stand. Auch fand ich, dass einige Personen, welche im Buch vorkommen und zur Geschichte beitragen, schnell wieder vergessen werden. Zur Mitte des Buches hin stieg die Spannung wieder an. Ich wurde sogar in die Irre geführt hinsichtlich des möglichen Täters. Aber dies war auch darauf zurückzuführen, dass der wirkliche Mörder viel zu spät in den Roman eingebracht wurde. Es gab bis dahin - fast zum Schluß - eigentlich keinen ersichtlichen Grund, der zu diesem Schluß führen mochte.
Fazit
Ein Thriller, den ich nicht sehr spannend empfand und eher dem Krimigenre zuzuschreiben ist. Der Schreibstil ist sehr angenehm und gut lesbar. Diesen Roman kann ich allen Lesern empfehlen, die mal in das Krimifach reinschnuppern möchten.

Bewertung vom 04.09.2018
Ich komme mit
Waldis, Angelika

Ich komme mit


ausgezeichnet

Es wird die Geschichte einer Freundschaft zwischen dem jungen Studenten „Lazy“ und seiner älteren Nachbarin „Vita“ erzählt. Er ist an Leukämie erkrankt und kann sein „normales“ Leben aufgrund der schweren Symptome nicht weiterführen. Er zieht sich nach und nach aus dem Leben zurück und vereinsamt. Vita führt ebenfalls seit dem Tod ihres Mannes ein einsames Dasein. Ihr Sohn lebt in Australien und lediglich zu ihrem Geburtstag nimmt er Kontakt mit ihr auf; nur mit dem Inhaber des Reisebüros im Erdgeschoss führt sie ab und zu ein kleines Gespräch. Dieser ist es auch, der sie auf den jungen Studenten aufmerksam macht, da ihm sein schlechter körperlicher Zustand aufgefallen ist.
Vita trifft Lazy im Treppenhaus und diesmal schaut sie genauer hin. Sie bemerkt tatsächlich, wie abgemagert er ist. Spontan lädt sie ihn zu einem Leberwurstbrot ein, dann jeden Tag zum Frühstück und schließlich zieht er ganz bei ihr ein. Bei ihr kann er sich gehen lassen, ausruhen, schlafen. Sie fragt nicht viel. Gibt ihm Geborgenheit und Schutz; und er nimmt ihr ein bißchen von ihrer Einsamkeit. Sie philosophieren über das Leben und warten auf das Ergebnis des Blutbildes. Als dieses sehr schlecht ausfällt, gibt Lazy auf. Er will nur weg. Und Vita geht mit. Sie verreisen.
Diese Reise bringt nicht die erhoffte Wendung. Sie kommen sich aber näher. Vita erkennt erst jetzt richtig, dass Lazy todkrank ist. Sie fliegen zurück. Da Lazy eine weitere Behandlung nicht wünscht, verschlimmert sich sein Zustand immer mehr. Sie beschließen eine letzte Reise anzutreten.

Die Handlung dieses Romans hat mich sehr berührt. Es brachte mich beim Lesen zum Nachdenken über das Zusammenleben, der Freundschaft und den Sinn des Lebens überhaupt. Aber auch darüber, was eine Freundschaft ausmacht und aushalten kann und sollte. Die philosophischen Wortspiele „Leben ist…“ der beiden Protagonisten dämpften aber ganz gut die Traurigkeit, die mich beim Lesen ab und zu überfiel.
Den Schreibstil der Autorin fand ich bei Lesebeginn etwas schwierig, beim Weiterlesen hat sich das jedoch total geändert und gefiel mir abschließend sehr gut.
Allerdings kann ich mich mit dem Schluss nicht anfreunden. Ich fühle mich seltsam allein zurückgelassen damit.

Die Gestaltung des Buches gefällt mir sehr. Es wirkt auf mich nostalgisch, z. B. durch das Motiv des kleinen Bildes der beiden Protagonisten auf dem Cover, des Buchrückens aus Leinen und des farbigen Einlegepapiers. Das graue Lesebändchen und die Beschriftung darauf, „Angekommen“, gibt dem Buch einen edlen Touch.

Ich kann dieses Buch allen Lesern empfehlen, die gerne über das Leben philosophieren und sich darüber Gedanken machen, wohin es einen wohl hinführt.

Bewertung vom 29.06.2018
ONE OF US IS LYING
McManus, Karen M.

ONE OF US IS LYING


gut

Karen M. McManus - One of us is lying

Ein Toter, vier Verdächtige - und einer von ihnen lügt…

Jeder, der dabei war als Simon stirbt, hatte einen Grund ihn zu töten, denn er wollte lebensgefährliche Geheimnisse über alle vier Schüler in seiner Klatsch-App verbreiten, die für ein Mordmotiv ausreichend wären. Auch der beaufsichtigende Lehrer kann nicht ausgeschlossen werden oder gar ein Außenstehender.

Die Kapitel werden aus der Sicht von jedem Einzelnen der vier Schüler erzählt. Das Gehirn: Bronwyn, der Kriminelle: Nate, der Sportler: Cooper und die Prinzessin: Addy. Die Sichtweisen und Probleme der Heranwachsenden werden sehr gut beschrieben. Die Autorin läßt den Leser in die Sehnsüchte der meisten Teenager blicken und mitfühlen. Jeder versucht erst einmal allein herauszufinden wer von ihnen der Mörder sein könnte und bilden meiner Meinung nach viel zu spät ein Spürteam.

Bis zum Schluß habe ich wirklich nicht geahnt, wer der Mörder ist. Immer wieder habe ich zu dem Kapitel zurückgeblättert, in dem Simon stirbt, um zu sehen, ob ich etwas übersehen hatte. Auf die Lösung war ich überhaupt nicht vorbereitet und etwas enttäuscht, denn das ganze Buch über habe ich überlegt, wer Simon getötet haben könnte.

Ich bin eine große Leserin von Krimis und Psychothryllern. Das ist wohl auch der Grund, weshalb ich mich sehr schwer mit dem Lesen dieses Buches getan habe. Für junge Leser kann ich es wirklich wärmstens empfehlen; die Romantik kommt nicht zu kurz und die Sehnsüchte der meisten Teenager werden von der Autorin sehr gut rübergebracht. Leider bin ich wohl „too old“ für einen Jugendbuchkrimi...

Bewertung vom 24.02.2018
Libellenschwestern
Wingate, Lisa

Libellenschwestern


ausgezeichnet

Rill Foss und ihre vier jüngeren Geschwister verbringen eine wundervolle Kindheit in ihrem Hausboot auf dem Mississippi. In einer stürmischen Nacht fahren ihre Eltern ins Krankenhaus. Während ihre Mutter Zwillinge zur Welt bringt, kommen angehende Polizisten auf das Hausboot, um sie gewaltsam ins Waisenhaus zu bringen. Während ihnen versichert wird, dass Ihr Aufenthalt dort nur vorübergehend sein wird, bis ihre Eltern sie abholen, wird Rill bald die schreckliche Wahrheit erkennen. Und dass sie mit aller Kraft kämpfen muss, um ihre Geschwister in einer Welt der Grausamkeit und Ungewissheit zu beschützen.

Bereits beim Lesen des Prologs wurde mir klar, dass es sich bei dieser Lebensgeschichte entweder um einen seichten Liebesroman oder um eine tiefgründige, dramatische Erzählung handeln muss. Dass meine zweite Vermutung richtig war erkannte ich relativ schnell. Danach war es mir fast unmöglich dieses Buch aus der Hand zu legen. Man verschmilzt fast mit der tapferen Rill, später dann May genannt. Ihre Loyalität und tiefe Liebe zu ihren Geschwistern rührte mich sehr. Die Erzählung ihrer psychischen und körperlichen Leiden, ihr starker Charakter und ihre Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihren geliebten Eltern - etwas, das immer dazu führte, dass sie sich den bösartigen Heimmitarbeitern fügte - ist so gut beschrieben, dass ich beim Lesen ihr Aussehen, das ihrer Geschwister und das heruntergekommene Kinderheim bildhaft vor Augen hatte.
Auch die Beschreibung aller anderen Charaktere ist sehr einprägsam; egal ob es sich um den gefährlichen Kinderschänder, aber als guter Mensch und Freund getarnter Mr. Riggs handelt, eines der vielen Heimkinder oder-Mitarbeiter.
Eine sehr traurige Geschichte darüber, wie durch das Wirken fremder oder nahestehender Personen das eigene Leben sich zum Guten oder Schlechten wenden kann. Die erschütternde Seite des Romans wird aber durch die positive und liebevolle Einstellung der Hauptprotagonisten sehr gut wieder aufgefangen.
Die Schreibweise der Autorin ist sehr flüssig und mühelos lesbar. Der Wechsel der Protagonisten in den einzelnen Kapiteln war für mich nie verwirrend. Ein wunderschön geschriebener und bewegender Roman. Und als ich am Ende des Buches in der „Notiz der Autorin“ erfahren habe, dass diese Familiengeschichte auf wahre Begebenheiten beruht und Kinder tatsächlich geraubt und weiter verkauft wurden, erfasste mich eine unbändige Wut auf diese Heimleiterin Georgia Tann und deren Mittäter, welche sich anmaßen, Kinder egal welchen Alters, als Ware zu betrachten. Unglaublich auch, dass dieser Kinderhandel unter aller Augen der Öffentlichkeit stattgefunden hat.
Empfehlenswert für alle Leser.
++Seit ich mich als Buchflüsterin betätige, ist mir schon mehrfach folgendes durch den Kopf gegangen:
„Diesen Roman hätte ich nach Durchlesen des Umschlages wieder weggelegt“ und freue mich total, dass ich durch die zufällige Zustellung durch den Verlag einen so empfehlenswerten Roman doch noch lesen durfte. Vielen Dank an Bücher.de dafür!++

Bewertung vom 20.12.2017
Das Licht der Insel
Pendziwol, Jean E.

Das Licht der Insel


ausgezeichnet

Die Geschichte wird abwechselnd von den beiden Hauptprotagonistinnen hin und her erzählt: Eine davon ist Elizabeth, die jetzt blind im Seniorenheim lebt und sich an ihre Kindheit erinnert, welche geprägt war von ihrer aufopfernden und loyalen Liebe zu ihrer behinderten Zwillingsschwester Emily und die sie in der kargen, windgepeitschten aber wunderschönen Landschaft der Insel Porphyry am Lake Superior verbrachte, wo ihr liebevoller Vater jahrelang den Dienst eines Leuchtturmwärters leistete. Übrigens hat hier die Autorin die Arbeit, Mühen und auch Gefahren eines Leuchtturmwärters detaillert und liebevoll beschrieben. Sie erzählt von ihrer großen Liebe, welche aufgrund von Mißverständnissen keine Chance erhalten hat und versucht die Rätsel ihres eigenen Lebens zu lösen.
Die zweite ist Morgan, ein straffälliges Mädchen, die im Seniorenheim gemeinnützige Arbeit leistet und über ihr bisher verpfuschtes Leben berichtet. Als das Boot von Elizabeths älterem Bruder am Ufer des Lake Superiors Schiffbruch erleidet, werden nur die Tagebücher des Vaters geborgen und hier beginnt die Geschichte dieses wunderschönen Familienromans.
Morgan hilft Elizabeth die Tagebücher zu restaurieren und liest ihr jeden Tag daraus vor. Gemeinsam erkennen sie, dass ihr Leben miteinander und mit der Insel verbunden ist und lösen nach und nach die Rätsel ihrer Familie.
Dieser Roman hat mich von der ersten Seite an gefangen genommen. Die Landschaft, die Charaktere der Protagonisten, die Menschen, alles ist so bildhaft beschrieben, dass ich sie mir beim Lesen sehr gut mental vorstellen konnte.
Und der Roman selbst hat mich aufgrund der eindringlichen Familiengeschichte voller Geheimnisse und ihrer unerwarteten Wendung fasziniert und sehr bewegt.

Bewertung vom 25.09.2017
Sonntags in Trondheim / Die Lügenhaus-Serie Bd.4
Ragde, Anne B.

Sonntags in Trondheim / Die Lügenhaus-Serie Bd.4


gut

Der Roman handelt von einer norwegischen Familie und ihren Streitigkeiten. Alle Mitglieder dieser Familie zeichnen sich durch „schwierige“ Charaktere aus. Etwas was wohl jeder aus der eigenen Familie kennt, manchmal allerdings nur aufgrund eines einzigen Verwandten. Man trifft in diesem Roman also auf eine geballte Ladung eigenwilliger und gewöhnungsbedürftiger Protagonisten und ihren weit auseinandertrifftenden Lebensvorstellungen.

Leider sind mir die vorherigen drei Bände dieser „Familiensaga“ nicht bekannt. Somit war ich öfters gezwungen, den Buchumschlag zu Rate zu ziehen, um Personen anhand des hier aufgezeichneten Stammbaumes zu identifizieren. Eine gute Idee, denn ohne Kenntnis der Vorbände, hätte ich nicht erkannt, wer „Margido“ ist und aus welcher Beziehung „Torunn“ stammt; oder dass die Familien-„Tragödie“ ihre Wurzeln bereits bei den Großeltern auf Hof Neshov hatte bzw. auf das Verhalten der Großmutter zurückzuführen war. Deshalb ist es sehr empfehlenswert, das Lesen dieser Trilogie mit dem ersten Band zu beginnen. Trotzdem habe ich wohl das Ziel erkannt, welches die Autorin mit dem Schreiben dieses letzten Bandes verfolgte: Diese Familiensaga mit Hilfe der letzten Verwandten, d.h. mit dem Versöhnungsveruch der Nichte Torunn, zu einem guten Ende zu führen.
Ich fand das Buch sehr unterhaltsam und die Handlung witzig. Die Protagonisten sind sehr liebevoll beschrieben. Auch der Schreibstil hat mir sehr gefallen, da sehr flüssig und kurzweilig. Um zu entspannen und als Urlaubsliteratur sehr zu empfehlen.

Bewertung vom 30.07.2017
Das Vermächtnis der Familie Palmisano
Nadal, Rafel

Das Vermächtnis der Familie Palmisano


ausgezeichnet

Das Vermächtnis der Familie Palmisano ist eine mit viel Gefühl erzählte Familien-, Kriegs- und Liebesgeschichte. Die herzlichen Charaktere der Romanfiguren haben mich sofort erobert.

Sehr angenehm überrascht hat mich die Aufteilung des Buches. Es enthält ein Vorwort, dem Beginn der Geschichte und endet mit einem Epilog, dem eigentlichen Ende des Romans. Dazwischen hat der Autor den Roman in fünf Teile eingeteilt.

Im Vorwort, also dem Beginn des Buches, treffen wir 2012 auf ein Paar, das in Bellorotondo Urlaub macht. Sie sind von einem Monolithen, der den Toten des Ersten Weltkrieges gewidmet ist, tief beeindruckt, denn von den 42 hier eingravierten Namen trägt die Hälfte der Opfer denselben Nachnamen: Palmisano. Sie sind noch mehr überrascht, als sie erkennen, dass in einem zweiten Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges keine Opfer mit dem Namen Palmisano aufgeführt sind. Aber auch hier gehörten die meisten Gefallenen einer Familie an, der Familie Convertini. Auf dem Platz sitzt ein alter Mann auf einer Bank. Dieser wird ihnen, also uns Lesern, die Geschichte vom Fluch der Familie Palmisano erzählen.


Die Geschichte dreht sich um Donata und Francesca, Kriegswitwen und enge Freundinnen. Diese wollen versuchen, den sogenannten Fluch der Familie Palmisano zu beenden und ihre Kinder, Vitantonio und Giovanna davor zu schützen. Es ist eine Geschichte über das Leben und einer tiefen Liebe. Der Autor führt uns durch die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges in Italien, den Aufstieg des Faschismus und seine Folgen. Sehr aufschlussreich ist die Schilderung über den Beschuss der Stadt und dem Hafen von Bari und dem anschließenden Tod von Hunderten von Menschen sowie die bestehende Kluft zwischen den Anhängern des Faschismus und denjenigen, die die Alliierten in ihrem Kampf gegen die deutsche Besatzung unterstützt haben.

Die Schreibweise des Autors ist sehr angenehm, fast zart. Die Sprache ist einfach und klar, aber großartig in der Lage, die Gefühle und Stimmungen und alles was die Romanfiguren unserer Geschichte bestreiten, jederzeit wunderbar zu vermitteln. Auch die Persönlichkeit der Hauptfiguren wird sehr gut hervorgehoben. Ihre Charaktere sind sehr liebenswert dargestellt.

Die Beschreibung der süditalienischen Region Apulien, der Höhlenwohnungen in Malpera, ihrer umweltbedingten Problemen wie z.B. die Hitze und die sich daraus ergebende Wassenknappheit ist sehr bildlich beschrieben und erweckt den Wunsch diese Gegend zu besuchen. Auch die Menschen dieses Landstriches, ihre Gewohnheiten und Sitten, ihr Glauben und ihre harte Arbeit, der sie nachgehen, sind wunderbar bildlich beschrieben.

Ein sehr empfehlenswerter Roman. Nicht nur für Frauen.

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