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minjo
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Insgesamt 64 Bewertungen
Bewertung vom 30.12.2025
Erne, Andrea

Wieso? Weshalb? Warum? Band 60 - Alles über Wasser


ausgezeichnet

Die Wieso-Weshalb-Warum-Reihe von Ravensburger gehört meiner Meinung nach in jeden Haushalt mit Kindern, weil sie eine absolut wertvolle und altersgerechte Wissensvermittlung mit Spiel, Spaß und Lerneffekten bieten.

Das Thema "Wasser" für die Altersklasse 4-7 vermittelt auf altersgerechte Weise, wie (überlebens)wichtig das Element für die Erde und uns Menschen, sowie für alle Lebewesen und Pflanzen ist.

Dabei wird es den W-Fragen wie immer gerecht:
- Warum ist Wasser so wichtig?
- Was macht Wasser so besonders?
- Warum kommt Wasser vom Himmel?
- Wofür brauchen wir Wasser?
- Wozu braucht man Wasser noch?
- Woher kommt unser Trinkwasser?
- Wohin fließt das Abwasser?
- Was passiert am Fluss?
- Was sind Ebbe und Flut?
- Warum sind Meere so wichtig?
- Warum gibt es nicht überall genug Wasser?
- Was können wir in Zukunft tun?

All diesen Fragen geht das Buch auf den Grund und erklärt es anschaulich und unterhaltsam, so dass auch kleinere Kinder schon etwas damit anfangen können.
Hinter den Klappen befinden sich weitere interessante Infos, Quize und Spiele mit AHA-Effekt, um das (vor)gelesene noch zu vertiefen. Die Zeichnungen sind wie immer richtig toll: sehr detailreich und spannend, alles zu entdecken, ob alleine oder gemeinsam mit dem Kind.

Was ich ebenfals sehr wichtig und gelungen finde:
Auf gelben "Notizzetteln" wird den Kindern schon früh ein Bewusstsein vermittelt, wie es im Alltag mit Wasser besser und nachhaltiger umgehen kann. Man kann nicht früh genug damit anfangen und auch kleine Kinder sind fähig, etwas damit anzufangen.


Wie immer ein sehr gelungenes WWW-Buch von Ravensburger, über dass ich mich ganz besonders freue, weil das Thema so unglaublich wichtig ist.

Bewertung vom 30.12.2025
Ware, Ruth

The Woman in Suite 11


weniger gut

Laura Blacklock aus New York wird zur Eröffnung eines Luxuxhotels am Genfer See eingeladen. Zunächst zögerlich nimmt sie die Einladung an, in der Hoffnung, nach ihrer Familienpause wieder in ihrem Job als Reisejournalistin Fuss fassen zu können.`Am Gala-Abend im Grandhotel stellt sie fest, dass nicht nur drei alte Bekannte, die mit ihr vor zehn Jahren auf dem Schiff Aurora waren, anwesend sind - sonder auch die Frau, die sie seit damals bis in ihre Albträume verfolgt und die seitdem auf der Flucht ist: Carrie, die Frau aus Suite 11 und seit Jahren geheimgehaltene Geliebte des Millionärs Marcus Leidmann, dem Eigentümer des Grandhotels. Carrie bringt sie dazu, mithilfe von Laura's britischen Passes nach England zu kommen, da sie ihr glaubhaft versichert, seit Jahren unter Leidmann zu leiden, der von ihrer Vergangenheit weiß und es als Druckmittel gegen sie verwendet. In dem Hotel in England kommt es zu einem Todesfall, ausgerechnet Marcus Leidmann stirbt in der Hotelwanne und verdächtigt wird Laura, denn Carrie hat ja niemand dort gesehen, da sie sich in Laura's Zimmer versteckt. Wie kann Laura beweisen, dass sie nichts mit dem Mord zu tun hat?

Zum Buch:
Dies ist der Nachfolgeroman von Ruth Ware's "The Woman in Cabin 10", der auf einem Schiff in den norwegischen Fjorden spielte. Sollte man den Vorgänger gelesen haben? Ja, in diesem Fall wäre das auf jeden Fall hilfreich! Ich kenne die Vorgeschichte nicht und war zunehmend irritiert, weil die Autorin ständig Bezug auf damalige Geschehnisse nimmt, allerdings immer nur andeutungsweise, so dass ich mir bis zum Schluss auf vieles keinen Reim machen konnte.
Da es sich lt. Cover um einen Thriller handelt, habe ich natürlich eine spannende
Handlung erwartet, musste jedoch bald feststellen, dass von Spannung durchweg bis zum Ende nichts zu spüren war. Die Handlung dümpelte zäh vor sich hin, selbst an sich spannende Szenen wie die Reise aus der Schweiz nach England war relativ nüchtern und spannungsarm beschrieben. So viel mehr hätte man aus Passagen wie diesen herausholen können bzw. müssen.
Mit vielen Charakteren hat man es in diesem Roman nicht zu tun, doch diese sind leider recht oberflächlich ausgearbeitet, es fehlt den meisten dadurch an Tiefe und Glaubwürdigkeit, allen voran der Hauptperson Laura.

Persönliche Meinung:
Wie man meiner o.a. Buchbeschreibung wahrscheinlich schon entnehmen kann, hat mich dieses Buch eher enttäuscht als gut unterhalten.
Zum einen ist es die Hauptperson Laura, die mir zu Beginn noch sehr sympathisch war, deren weiteres geradezu naives Verhalten im Verlauf der Geschichte für mich immer weniger nachvollziehbar war, so dass sie mich zum Ende hin nur noch nervte.
Die Handlung selbst hatte auch einige Schwachpunkte, die nicht gut ausgearbeitet und einfach zu sehr konstruiert war, um noch als glaubhaft durchzugehen. Dazu noch das törichte Verhalten von Laura, die nach ihren traumatischen Erfahrungen mit tlw. ihr bereits bekannten Personen noch immer gutgläubig von einer in die nächste Misere stolpert...
Letztlich hätte ich vielleicht über einiges hinwegsehen können, wenn nicht das wichtigste bei einem "Thriller" gefehlt hätte: Spannung! So ist leider nur ein spannungsarmer Krimi daraus geworden, keinesfalls aber ein Thriller. Schade!

Fazit:
Nette Geschichte für zwischendurch. Wer allerdings einen spannungs- und wendungsreichen Thriller erwartet, wird mit diesem Buch wahrscheinlich nicht ganz zufriedengestellt.

Bewertung vom 08.12.2025
Kessel, Carola von

Wieso? Weshalb? Warum? Leuchte und entdecke - Weltraum


ausgezeichnet

Die Wieso-Weshalb-Warum-Reihe von Ravensburger gehört meiner Meinung nach in jeden Haushalt mit Kindern, weil sie eine absolut wertvolle und altersgerechte Wissensvermittlung mit Spiel, Spaß und Lerneffekt bieten.

Von den "LEUCHTE & entdecke"-Bänden gibt es noch nicht viele, aber es ist eine tolle Ergänzung, die hoffentlich nach und nach durch noch mehr Bände erweitert wird.

Hier geht es nun um die Ausgabe "Weltraum" für die Altersklasse 4-7.
Aufgeteilt ist sie in die Themen:
- Was funkelt am Nachthimmel?
- Welche Planeten kreisen um die Sonne?
- Was beobachten Weltraumteleskope?
- Wie fliegen Menschen ins All?
- Wie erforschen wir den Mond?
- Was passiert auf einer Raumstation?
- Wie erkunden Roboter den Weltraum?

Jedes Thema wird auf der linken Seite thematisch und bildlich erklärt und tlw. durch versteckte Klappen mit Spielen ergänzt. Auf der rechten Seite gibt es dann eine bedruckte Folie vor einem schwarzen Hintergrund, der mit der hinten im Buch befindlichen "Taschenlampe" beleuchtet werden kann und das eigentliche Highlight des Buches darstellt. Hier wird das "entdecken" wörtlich genommen, denn auf den Folien gibt es tatsächlich vieles zu entdecken, was kleine Weltraumforscherherzen höher schlagen lässt.

Wir hatten sehr viel (lehrreichen) Spaß mit dieser Ausgabe und die Kids nehmen das Buch immer wieder gerne zur Hand.

Daher eine klare Weiterempfehlung und ein heißer Tipp für Weihnachten.

Bewertung vom 02.11.2025
Pflüger, Andreas

Kälter


sehr gut

Im Herbst 1989 zieht ein heftiger Sturm über Amrum auf, als mit der letzten Fähre ein Killerkommando auf die Insel kommt, um einen Auftrag zu erledigen. Luzy Morgenroth, die dort seit acht Jahren ein beschauliches Leben als Inselpolizistin führt, wird jäh an ihr altes Leben erinnert, als der Bruder ihrer Freundin von eben jener Fähre verschwindet und tot aufgefunden und ihr Kollege Jörgen von den Killern umgebracht wird. Als Luzy beim Anführer des Killerkommandos einen Hinweis auf "Babel" findet, einem totgeglaubten Geist aus ihrer Vergangenheit, macht sie sich auf den Weg, ihn endlich zur Strecke zu bringen, auch wenn sie sich dafür in ihr altes Ich zurückverwandeln und um die halbe Welt jagen muss.

Zum Buch:
Mit „Kälter“ hat Andreas Pflüger einen rasanten, actionreichen Agententhriller geschrieben, der die Story aus wechselnden Perspektiven und auf zwei Zeitebenen erzählt. Es passt momenten leider absolut in unsere Zeit, denn es greift das aktuelle Thema des Nahostkonflikts auf. Ein Teil der Geschichte ist in Israel verortet, weitere Schauplätze sind u.a. Wien und Berlin zur Zeit des Mauerfalls.
Luzy Morgenroth als Hauptfigur ist genauso komplex wie die Handlung selbst.
Zum einen ist sie empathisch und loyal, gibt alles für die, die ihr am Herzen liegen. Doch da ist auch eine gnadenlose Kampfmaschine in ihr, die ohne Rücksicht auf Verluste alle Gegner aus dem Weg räumt, um ans Ziel zu kommen.
Als Leser erfährt man zudem viel über den kalten Krieg, Geheimdienste aus aller Welt, Agenten und Killerkommandos. Die vielen (Deck)Namen, Organisationen und Gruppen mit ebenso vielen Bezeichnungen schaffen mitunter Verwirrung und machen das Geschehen noch komplexer zu verstehen, besonders, wenn man mit diesem Genre nicht so vertraut ist.

Persönliche Meinung:
Ich habe gut 100 Seiten gebraucht, um in der Geschichte wirklich anzukommen. Ehrlich gesagt, bin ich auch nach der Lektüre noch ziemlich ambivalent: Die Story an sich war durchaus fesselnd und es war spannend, mehr über diese Zeit zu erfahren. Gleichzeitig finde ich die zwei Gesichter von Luzy schwer nachvollziehbar: zum einen so empathisch und fürsorglich, auf der anderen Seite eine gnadenlose Kampfmaschine, die im Vorbeigehen einem das Genick bricht und einem anderen das Gesicht wegpustet? Dazu der Schreibstil, der dem Titel des Thrillers alle Ehre macht: "sie schießt ihm zwischen seine verwunderten Kinderaugen" ... kälter geht es nicht, diese kalte und abgehobene Beschreibung des tötens hat mich oft abgestoßen, hier darf man also nicht zimperlich sein. Der Schreibstil von Andreas Pflüger ist eine Welt für sich: im Präsens gehalten, kurz und knackig (ich würde schon sagen: sehr maskulin), stakkatomäßig, vieles wird nur angedeutet, woraus man sich dann selbst einen Reim machen muss. Pflüger hat auch einen sehr eigenen Sinn für Humor, den man entweder mag oder nicht. Die Vermischung aus Realität und Fiktion fand ich sehr gelungen.
Es hat mich jedenfalls dazu gebracht, noch etwas tiefer in diese Zeit einzutauchen und über die Fakten nachzulesen, die in diesem Thriller beschrieben werden.

Mein Fazit:
Ein spannendes Stück Zeitgeschichte, aber definitiv keine leichte Kost.
Sehr komplex und auch brutal, dennoch ein sehr unterhaltsamer und interessanter Thriller.

Bewertung vom 22.10.2025
Sten, Viveca

Lügennebel / Hanna Ahlander Bd.4


ausgezeichnet

Eiskalte Spannung von Anfang bis Ende

Zum Inhalt:
Im kleinen, beschaulichen Wintersportort Åre kommen die sechs Studenten Wille, Pontus, Amir, Emil, Olivia und Fanny für eine gemeinsame Skiwoche an. Im exklusiven Ferienhaus von Wille's Eltern wird schon am ersten Abend viel getrunken und z.T. auch Drogen konsumiert, während die Studenten Pflicht oder Wahrheit spielen. Am nächsten Morgen liegt Fanny nur leichtbekleidet tot in einer Schneewehe vor dem Haus. Was ist passiert, war es ein Unfall oder doch Mord? Jeder beginnt jedem zu misstrauen und die Stimmung im Haus wird immer vergifteter. Hanna Ahlander und ihre Kollegen ermitteln, während in ihrem eigenen Privatleben auch einiges zu brodeln beginnt...

Zum Buch:
"Lügennebel" ist der vierte Band der beliebten Bestseller-Autorin Viveca Sten mit der Hauptprotagonistin Hanna Ahlander. Die Handlung spielt in Åre, einem beliebten Skiort im Norden Schwedens, nahe der Grenze zu Norwegen. Die Spannung baut sich auch in diesem Fall wieder kontinuierlich bis zum fesselnden Ende hin auf. Wie es sich für einen guten Krimi gehört, legt die Autorin verschiedene Fährten aus und somit gibt es gleich mehrere Verdächtige, die in Frage kämen, Fanny getötet zu haben. Wie im wahren Leben auch, ist jedoch nichts so, wie es auf den ersten Blick erscheint und die wahren Hintergründe - und menschlichen Abgründe - entblättern sich nach und nach.
Das Ermittlerteam besteht aus Hanna Ahlander, die seit kurzem mit einem reichen Investor liiert ist, der in Band drei eine Rolle gespielt hat und deren Beziehung nun ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wird. Daniel Lindskog ist ihr Vorgesetzter, mit dem sie eng zusammenarbeitet und die Ermittler Raffe und Anton vervollständigen das starke Kleeblatt. Die atmosphärische Dichte kommt bei Viveca Sten ebenfalls nie zu kurz: angefangen vom stimmigen Cover schafft sie es, die Schönheit der Natur und die Unbarmherzigkeit der eisigen, schneereichen Tage und Nächte im hohen Norden zu beschreiben, was der Story noch das gewisse Extra an Stimmung verleiht. Durch die Zeitform Präsens ist alles sehr direkt und unmittelbar und durch die kurzen Kapitel wird das Tempo der Geschichte deutlich forciert.

Persönliche Meinung:
Mit Hanna hat die Autorin einfach eine sympathische Figur geschaffen: auf den ersten Blick wirkt sie etwas introvertiert, doch je besser man sie kennenlernt, umso mehr erwärmt man sich für sie, denn sie hat das Herz auf dem rechten Fleck, brennt für ihren Job und hat eine sichere Intuition, wem sie trauen kann oder nicht. Auch der Ermittlungsleiter Daniel Lindskog ist einer der Hauptfiguren und wie Hanna ein Charakter mit Ecken und Kanten. Man fühlt mit, wie er den Spagat hinzubekommen versucht, für seine kleine Tochter dazusein und mit der Trennung von Ida zurechtzukommen. Hanna und Daniel sind schnell zu einem Team zusammengewachsen und empfinden mehr füreinander, doch keiner hat dies je dem anderen gegenüber gezeigt. Auch Anton hat seine Probleme, denn er muss sich endlich entscheiden, ob er zu seinem Freund Carl - und zu seiner Homosexualität - offen stehen kann oder nicht, womit er den Bruch mit seinen sehr konservativen Eltern riskiert. Ja, das Privatleben von Hanna, Daniel und Anton nehmen recht viel Raum ein. Das ist sicher nicht jedermanns Sache bei einem Krimi, bei dem es in erster Linie um Opfer, Täter und Motive geht. Dennoch mag ich persönlich gerade das sehr gerne, da auch Polizisten schließlich nur Menschen sind und somit menschlich (und nicht immer rational) handeln.
Übrigens: wer die ersten drei Bände nicht gelesen hat, dürfte trotzdem problemlos mitkommen, da die wesentlichen Dinge, die das Verständnis erleichtern, im vorliegenden Band gut eingearbeitet wurden.
Ich habe mich wieder bestens unterhalten gefühlt und hoffe, die Forsetzung lässt nicht allzu lange auf sich warten. Auch kann ich mir eine Verfilmung dieser Serie jetzt schon gut vorstellen. Mir ist diese Serie inzwischen wirklich ans Herz gewachsen und ich freue mich schon auf den nächsten Fall.

Fazit:
Fesselnder und komplexer Krimi von einer Autorin, die ihr Handwerk versteht wie kaum eine andere. Spannende und unterhaltsame Lesestunden sind garantiert.
Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 14.09.2025
Terstegen, Luise

tiptoi® - Die Erde: Ozeane, Wetter und Vulkane


sehr gut

Die tiptoi-Bücher von Ravensburg sind bei meinen Enkeln immer sehr willkommen und so wurde auch die neue Ausgabe "Die Erde - Ozeane, Wetter und Vulkane" gleich von ihnen in Beschlag genommen. Der jüngste ist zwar mit seinen vier Jahren noch unterhalb der empfohlenen Altersgruppe (6-10 Jahre), konnte aber trotzdem schon viel verstehen und hatte Spaß an den sehr gelungenen Illustrationen und den interaktiven Spielen.

Durch das Buch führt Kimi als künstliche Intelligenz und Supercomputerhirn die vier Kids/Jugendlichen Georg, Kiano, Yin und Lara mit viel Fachwissen um unsere Erde. Beginnend mit der Entstehungsgeschichte, den verschiedenen Schichten und Erdzeiten sowie den tierischen Lebewesen und uns Menschen geht es zu den Elementen Wasser, Feuer, Luft, das Erdmagnetfeld, Gesteinsschichten, Platentektonik, Vulkane, vom Äquator über die Tropen bis zu den Polen, das Klima und das Wetter, den Reichtum der Ozeane und vielem mehr.

Es gab natürlich viele Fachbegriffe, die aber durch die sehr guten Illustrationen sehr anschaulich dargestellt und erklärt wurden. Durch den tiptoi-Stift sind viele Informationen im Buch abrufbar und teilweise mit passenden Geräuschen verbunden. Das neue Wissen kann dann durch interaktive Spiele noch vertieft werden. Noch abwechslungsreicher wird das Buch durch die Vorstellung bedeutender Forscher wie z.B. Darwin. Am Ende wird noch ein Blick auf die Technologie der Zukunft geworfen, die große Relevanz für unsere Erde haben. Abschließend gibt es noch ein Glossar, in welchem auch komplexere Begriffe wie z.B. Fotosynthese, Treibhauseffekt oder Kohlenstoffkreislauf nochmals erklärt werden.

Auch ich als Erwachsene hatte viel Freude an dieser Entdeckungsreise und ich fand es sehr hilfreich, durch das vermittelte Wissen die weiteren Fragen meiner Enkel beantworten zu können.

Eine tiptoi-Ausgabe, die in keinem Kinderzimmer-Bücherregal fehlen sollte: lehrreich, interessant, toll aufbereitet und absolut empfehlenswert!

Bewertung vom 08.08.2025
Slaughter, Karin

Dunkle Sühne / North Falls Bd.1


ausgezeichnet

In der Kleinstadt North Falls verschwinden die Teenagergirls Madison Dalrymple und ihre beste Freundin Cheyenne Baker während des abendlichen Feuerwerks zur Feier des Independence Day am 4. Juli auf mysteriöse Weise. Deputy Emmy Clifton und ihr Vater Gerald, der Sheriff von North Falls, folgen den Spuren und stellen schnell fest, dass die beiden Mädchen entführt wurden. Da es sich bei Madison um die Stieftochter ihrer Freundin handelt, wird dieser Fall für Emmy sehr persönlich...

Zum Buch:
"Dunkle Sühne" ist der erste Band einer neuen Reihe der Thriller-Queen Karin Slaughter. Für alle, die diese Autorin noch nicht kennen sollten, ist es also der perfekte Einstieg in eine neue, vielversprechende Serie. Karin Slaughter hat schon einige sehr erfolgreiche Thriller-Reihen geschrieben, u.a. auch die Georgia-Reihe mit Ermittler Will Trent, die sogar verfilmt wurde. Wer die Bücher der Autorin kennt, weiß, dass sie etwas Anlaufzeit brauchen, in der sie ihre Figuren, die Vorgeschichte und das Setting ausführlich beschreibt. Die Kapitel sind recht lang und die Spannung baut sich erst allmählich auf, was vielleicht etwas Geduld bei Lesern braucht, die mehr Action und Nervenkitzel suchen. Wer allerdings gerne tiefer in die Abgründe der involvierten Figuren abtaucht, ist hier genau richtig.

Persönliche Meinung:
Ohne zuviel zu verraten, geht es um Schuld, Machtmissbrauch, komplizierte Familienstrukturen und die Geheimnisse einer Kleinstadt, wo jeder denkt, man kennt seine Nachbarn und doch so manches mal eines besseren belehrt wird. North Falls steht für eine typische amerikanische Kleinstadt, wo der Sheriff der König ist und viel Macht - und meistens auch das absolute Sagen - hat. Emmy ist die Tochter des Sheriffs und ebenfalls Polizistin. Ich bin rasch warm geworden mit ihr, da sie nicht nur klug, sondern auch stark und gleichzeitig verletzlich ist. Ich war gespannt, wie sie als Tochter des mächtigen Sheriffs an diesen Fall herangeht.
Natürlich wird man auch hier wieder gekonnt in Sackgassen geleitet und bekommt die eine oder andere fette Überraschung präsentiert, so dass es trotz einiger Längen nie langweilig wird und die Spannung zum Ende hin kontinuierlich steigt.

Cover:
Das Cover passt zwar stimmig zu den anderen Thrillern von Karin Slaughter, die ebenfalls Wildtiere zeigen, allerdings erschließt sich mir in Hinblick auf die Geschichte zwischen den Buchdeckeln nicht, warum hier ein bedrohlich blickender Bär mit blutiger Schnauze gewählt wurde.

Fazit:
Ein toller neuer Serienauftakt von einer Autorin, die ihr Handwerk meisterlich versteht. Intensiv, ausführlich, tiefgründig und absolut spannend mit vielen Wendungen und Überraschungen. 5 von 5 Sternen!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.07.2025
Lüthen, Alexandra

Nu Jork, Nu Jork!


sehr gut

"Nu York, Nu York! - Warum es klug ist an Wunder zu glauben" ist ein absolut ungewöhnliches, aber nichtsdestotrotz zauberhaftes Buch, welches einen besonderen Platz in meinem Bücherregal bekommen wird.

Heldin der Geschichte ist Henni, ein cleveres Huhn mit großen Träumen von Freiheit und Fliegen und fernen Ländern. Auf ihrem Bauernhof ist es ihr längst zu eintönig, immer dasselbe Gegacker und dieselben Gestalten. Als der Fuchs ihr eines Abends von New York erzählt - einer Stadt, die niemals schläft und in der alle Wünsche in Erfüllung gehen - gibt es für Henni kein Halten mehr und sie macht sich auf die Reise. Eine vorbeiziehende Gans nimmt sie mit nach Hamburg, wo Henni als blinder Passagier auf einem Transatlantikschiff nach New York reist.
Auf ihrer Reise erlebt Henni erstaunliche Dinge, sie lernt das Meer und neue Menschen kennen, die ihr auch am Ziel den Weg zu ihren Träumen ebnen...

Henni ist einfach ein sehr spezielles Huhn, mit der man sich selbst als Mensch gut identifizieren kann. Sie ist anderes als andere und möchte sich nicht an den für sie vorgesehenen Lebensweg halten, sie sehnt sich nach Abenteuer und hat Träume, sie ist liebenswert, lebensklug und neugierig. Ihre Sicht auf die Dinge und generell auf das Leben regen zum Nachdenken an, ob man wirklich so viel zu einem glücklichen und erfüllten Leben braucht und ob es nicht eher die simplen Dinge sind, die das Leben lebenswert machen.

Die Dialoge und Sprache sind sehr einfach gehalten und somit gut für Jung und Alt verständlich. Die jüngere Generation wird sich vermutlich eher an der Geschichte und den passenden Illustrationen erfreuen, während man als erwachsener Leser auch die Botschaften zwischen den Zeilen erfasst und darüber nachsinnen kann.
Die unterschiedlichen Figuren sind liebenswert und interessant beschrieben, die zauberhaften Illustrationen von Peter Gaymann ergänzen die Geschichte auf geistreiche und witzige Art.

Fazit:
Dies ist ein ganz besonderes Buch, welches nicht nur durch seine Geschichte um Henni bezaubert, sondern auch mit seinen versteckten Botschaften besticht und mit außergewöhnlich treffenden und humoristischen Illustrationen beeindruckt. Ein Buch zum liebhaben, lesen, anschauen, zum behalten, zum verschenken, für Jung und Alt. Eben für alle.

Bewertung vom 12.07.2025
Hausmann, Romy

Himmelerdenblau


ausgezeichnet

"Erinnerungen sind wie Schmetterlinge -
sie fliegen fort, aber ihre Farben bleiben."

Im September 2003 verschwindet die damals 16-jährige Julie Novak spurlos. Einer Lösegeldforderung folgen keine weiteren Kontaktaufnahmen des potentiellen Entführers. Zwanzig Jahre später ist Julie immer noch verschwunden, ihre Mutter Vera inzwischen verstorben, ihr einst als erfolgreicher Herzchirurg weltweit angesehener Vater Theo lebt inzwischen in bescheidenen Verhältnissen und kämpft zunehmend gegen Demenz. Doch eins hat er nicht aufgegeben: die Hoffnung, zumindest das Schicksal seiner Tochter Julie zu klären, bevor das Vergessen auch seine letzten Erinnerungen an sie nimmt. Längst wird der Fall bei der Polizei unter den Cold Cases geführt, doch die Podcaster Liv und Philip, die unter dem Namen TwoCrime einen erfolgreichen Podcast über ungelöste Altfälle betreiben, nehmen sich anlässlich des Jahrestags diesen Fall vor und sind fasziniert. Liv möchte Theo interviewen und stößt tatsächlich im Laufe ihrer Recherchen auf Hinweise, die darauf hindeuten, dass Julie noch leben könnte...

Zum Buch:
"Himmelerdenblau" ist der vierte Thriller von Romy Hausmann, die bereits mit ihrem Debüt "Liebes Kind" einen weltweiten Erfolg verbuchen konnte. Nicht ohne Grund, denn ihre Geschichten gehen jedes Mal unter die Haut, weil sie Figuren schafft, die einem nahe gehen und lange beschäftigen. Ihre Thriller bauen nicht auf blutrünstige Effekte, sondern auf Themen, die jeden von uns (be)treffen können und deshalb psychologisch besonders fesselnd sind. Nun also das Thema Demenz - keine leichte Kost und ehrlich gesagt, möchte man sich eigentlich gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn das Leben und die Lieben zunehmend in Vergessenheit geraten und man absolut nichts dagegen tun kann. Romy Hausmann hat ihre Figur Theo Novak für mein Empfinden absolut authentisch dargestellt, denn man fühlt mit ihm, wie die alltäglichen Dinge und Erinnerungen durcheinandergeraten und wie ihn diese Hilflosigkeit wütend macht. Manchmal hat es auch etwas tragisch-komisches, wenn dabei unpassende Worte aus ihm purzeln, die einen trotz allem schmunzeln lassen. Theo denkt und berichtet aus der Ich-Perspektive, wodurch man als Leser noch näher an ihm dran ist.
Die Geschichte wird alternierend aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt: Außer Theo sind da natürlich noch die Podcasterin Liv, Julie's Ex-Freund Daniel und natürlich "Lara", die irgendwo von irgendwem seit Jahren festgehalten und mit Tabletten ruhiggehalten wird. Die ganze Geschichte braucht etwas Zeit, um Fahrt aufzunehmen, die Spanung entsteht erst nach und nach. Doch der flüssige und bildstarke Schreibstil der Autorin macht das mehr als wett, denn sie schafft von Anfang an eine düstere Atmosphäre, in der man die Bedrohung und Gefahr spüren kann.

Persönliche Meinung:
Mich hat vor allem die Darstellung von Theo sehr berührt:
- wie ihm einfachste, alltägliche Verrichtungen immer mehr entgleiten und seine Tochter Sophie ihm durch ihre Post-it's in der Wohnung kleine Hilfestellungen gibt
- wie Vergangenheit und Heute immer mehr miteinander verschwimmen und er sich immer wieder orientieren muss
- seine ständige Suche nach Worten und Namen
- seine Hilflosigkeit und die daraus resultierende Wut, auf andere angewiesen zu sein und sich ständig bevormundet zu fühlen
- die Angst, auch seine geliebte Frau und Töchter zu vergessen
All das hat die Autorin sehr einfühlsam und überzeugend vermittelt, was der ganzen Geschichte noch viel mehr Tiefe verleiht. Auch die anderen Figuren sind glaubhaft und authentisch ausgearbeitet, so dass man gut nachvollziehen kann, was die damaligen Ereignisse rund um das Verschwinden von Julie mit der ganzen Familie gemacht hat. Was mich ebenfalls beschäftigte, war die zu Recht kritische Beschreibung von Journalisten und Podcastern, die nur auf Bekanntheit und Steigerung der Leser- bzw. Hörerzahlen aus sind und denen es egal ist, was das für die Opfer und deren Angehörige bedeutet.

Cover:
Das Cover schließt sich von der Optik mit seinem Negativbild einer vierköpfigen Familie - wie es die Novaks einst waren - an die bisher veröffentlichten Thriller an.
Durch das verwaschene Bild sind keine Gesichter mehr zu erkennen, was natürlich gut zum Thema Demenz passt, ob das nun beabsichtigt ist oder nicht.

Fazit:
'Himmelerdenblau' ein sehr intensiver Thriller, der vor allem durch die psychologischen Aspekte besticht. Es ist allein schon durch das Thema Demenz keine leichte Kost, auch was das Verschwinden eines Kindes mit einer Familie macht, ist teilweise bedrückend. Nichtsdestotrotz ein absolut fesselnder Thriller, der unter die Haut geht - und dort noch lange bleibt!

Bewertung vom 23.06.2025
Grandl, Peter

Reset


ausgezeichnet

Filmreifer Pageturner mit aktueller Relevanz

Selten habe ich mir so schwer getan, eine Rezension zu schreiben, die diesem Buch auch nur annähernd gerecht wird!

Ich lese normalerweise keine Bücher mit Endzeitszenarien, aber diese Geschichte fühlte sich gerade zu Beginn so erschreckend real an, da wir alle inzwischen ständig dabei sein, Nachrichten auf ihre Echtheit zu hinterfragen und nicht auf Fakes oder gar fiese Deep Fakes hereinzufallen. Was ein Computervirus und KI weltweit anrichten könnte, führt uns dieses Buch anschaulich vor Augen.

Peter Grandl hat hier einen Thriller geschaffen, der unheimlich gut recherchiert ist und dem Leser geballtes Wissen aus verschiedensten Bereichen vermittelt. Auch das Ermittlerteam kommt aus unterschiedlichen Bereichen und alle bringen ihre ganz eigenen Geschichten mit. Vier Figuren sind dabei von zentraler Bedeutung: Seiko Ito ist eine Cybercrime-Expertin des japanischen Geheimdienstes. Camille Milloz ist die leitende Kriminalhauptkommissarin der deutschen Bundesanwaltschaft, Valentine O'Brien ist ein britischer Counter Terrorism Inspector von Scotland Yard. Jill Jones, eine der tragenden Säulen der New York Times, die dafür sorgt, dass die alten analogen Druckmaschinen reaktiviert werden, um mithilfe von Amateurfunkern aus ganzer Welt wieder wahrheitsgetreue Nachrichten unter die Menschen zu bringen. Und es gibt noch zahlreiche Nebenfiguren, die nicht minder interessant sind und wesentlich zur Geschichte beitragen. Der Autor haucht seinen Figuren so gekonnt Leben ein, dass ich sie sehr schnell ins Herz schloss und mit ihnen mitfieberte. Die persönlichen Geschichten und Gefühle der einzelnen Figuren kamen hier ebenfalls nicht zu kurz und führen abseits des Plots zu einem befriedigenden Ende. Grandls bildstarker Schreibstil trägt dazu bei, dass das Kopfkino läuft und läuft und läuft. Ich konnte dieses Buch kaum aus der Hand legen, die Spannung hatte mich von Anfang bis Ende gepackt und auch wenn ich das Ende eher unwahrscheinlich empfand, fand ich es doch sehr schade, Seiko, Akira, Camille, Valentine, Jill, Coffee und auch den Kampfpiloten Wolf wieder loszulassen, zu sehr hatte mich jede(r) von ihnen mit ihren ganz eigenen Erlebnissen ergriffen.

RESET ist nicht nur ein mega Thriller, sondern beinhaltet sogar Parallelen zu Faust. Ein Buch voller Tiefgang, welches sehr deutlich macht, wie weit wir Menschen von der digitalen Technik abhängig sind und wo es hinführen könnte, wenn diese Kommunikationsnetze zusammenbrechen und wir nichts und niemandem mehr glauben können.

Da Peter Grandl auch als Regisseur und Drehbuchautor arbeitet, hoffe ich sehr, dass er sich schon an die Arbeit gemacht hat, das Drehbuch zu schreiben und RESET zur Verfilmung vorzubereiten. Diese Geschichte gehört ins Kino!

Mein Fazit:
Dieser Thriller enthält erschreckend realistische Szenarien, die aktueller nicht sein könnten. Es ist temporeich und grandios geschrieben, anspruchsvoll und nicht mit Gesellschaftskritik geizend. Als Leser wird man mitgenommen auf eine spannende Reise, die Realität und Fiktion verschwimmen lässt.
Absolute Leseempfehlung!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.