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Benutzername: gletscherwoelfchen
Danksagungen: 4 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 93 Bewertungen
Bewertung vom 11.04.2021
Frühlingsschmetterlinge
Domke, Mandy

Frühlingsschmetterlinge


ausgezeichnet

"Fragmente aus Schmerz, Sehnsucht, Vertrauen und Hoffnung bilden den Wendepunkt einer unzertrennlichen Freundschaft von sieben Jungen."

Von Tag zu Tag leidet Adam mehr unter dem Druck und den hohen Erwartungen seines Vaters. Er hat keinerlei Interesse daran, später einmal seine Kanzlei zu übernehmen und verabscheut die falsche Art der Teilnehmer wichtiger Geschäftstreffen. Als plötzlich sein ehemaliger bester Freund Derek auftaucht und immer mehr Geheimnisse ans Licht kommen, droht Adam völlig zu zerbrechen.
Evan hingegen weiß genau, was er will und ist auf dem besten Weg dorthin. Doch eines Tages muss er sich entscheiden: Möchte er für Familie und Freunde da sein oder lieber seine eigenen Träume verwirklichen?

Als ich mit "Frühlingsschmetterlinge" begonnen habe, habe ich zunächst erwartet, gleich alle sieben Jungen kennenzulernen und sie gemeinsam durch ihre Freundschaft zu begleiten. Stattdessen lernt man sie als eigenständige Persönlichkeiten kennen und lieben, erst Stück für Stück offenbart sich dem Leser ihr Charakter, ihre Vergangenheit und ihre gemeinsame Zukunft. Dabei liegt in diesem ersten Band der Jahreszeitenreihe der Fokus primär auf Adam und Evan, wobei natürlich auch ein wenig von den anderen fünf Jungs hindurchsickert. Grandios schafft es die Autorin dabei, vielschichtige Figuren zu schaffen, die jede auf ihre eigene Art etwas ganz Besonderes ist. Mit jeder Seite sind mir die Jungen stärker ans Herz gewachsen, auf jeder Seite habe ich eine neue Facette von ihnen entdeckt.
Dabei erhält man als Leser Unterstützung von einem ausführlichen Personenverzeichnis am Schluss des Buches. Dieses hilft zwischendurch immer wieder bei der Orientierung und ist dabei glücklicherweise völlig spoilerfrei gehalten. Eine visuelle Hilfestellung wird zudem durch das wunderschöne, in Pastelltönen gehaltene Cover gegeben. Auf diesem kann man die siebenköpfige Gruppe sowie einige Eigenheiten der einzelnen Personen erkennen. Sehr gut gefallen hat mir an dieser Stelle, dass man ihnen als Leser erst im Laufe des Buches Namen zuordnen kann, es ist fast schon wie ein kleines Rätselraten.

Doch nicht nur die Charaktere konnten mich überzeugen. Auch bei der Geschichte selbst handelt es sich um etwas ganz Besonderes.
Auf den ersten Seiten springt einem eine ausführliche Triggerwarnung (ein großes Lob dafür!) ins Auge. Diese fasst die Geschichte mit den folgenden Schlagworten zusammen: Zukunftsängste, Familienprobleme, Panikattacke, Freundschaft, Selbstfindung, Tod, Trauer sowie Zusammenhalt.
Ich finde, dass diese Worte "Frühlingsschmetterlinge" optimal zusammenfassen. Es handelt sich hierbei um eine unglaublich intensive und emotionale Geschichte rund um das Erwachsenwerden und die Tücken des Lebens. Realitätsnah, authentisch und trotz - oder gerade auf Grund - dessen spannend und packend bis zur letzten Seite ist es mir alles andere als leicht gefallen, sich von dem Buch lösen zu können.

Ihr Übriges dazu beigetragen haben liebevoll gesetzte Details. Wundervolle, zum Cover passende Kapitelverzierungen sind echte Eyecatcher. Hinzukommen einige Chats zwischen den Jungen sowie kleine Ausflüge in den Bereich der Lyrik und Poesie.

Ich bin begeistert von diesem Jugendbuch und kann es jedem nur ans Herz legen. Selten konnte mich eine Geschichte aus diesem Genre so sehr verzaubern!
5/5 Sterne

Bewertung vom 08.04.2021
The Prom
Mitchell, Saundra

The Prom


sehr gut

Edgewater, Indiana: Alles was sich Emma wünscht, ist gemeinsam mit ihrer Freundin Alyssa den Abschlussball ihrer Highschool zu besuchen. Doch als beim Kartenverkauf herauskommt, dass Emmas Date ein Mädchen ist, kommt dies einem Skandal gleich.
Plötzlich bekommt Emma von allen Seiten Gegenwind. Und als auch noch zwei Broadway-Stars auftauchen und ihr ihre Unterstützung zusichern, rückt sie ungewollterweise ins Rampenlicht - und das gleich landesweit!

Bereits das Cover macht deutlich, in welche Richtung sich "The Prom" bewegt. Die großen, leuchtend gelben Buchstaben lassen es wie das Plakat eines echten Musicals wirken. Und dieser Flair kommt auch in der Geschichte durch.

Der Schreibstil Saundra Mitchells schafft es wundervoll, die Atmosphäre während eines Musicalbesuchs einzufangen. Eine lockere, jugendliche sowie einfach zu folgende Sprache sorgt für gute Unterhaltung und einen schnellen Lesefluss und sogar die Musik spielt hier eine (kleinere) Rolle.

Hinzu kommen natürlich zwei Broadway-Stars, die schrill und bunt wie sie sind für eine Menge frischen Wind sorgen.
Der eigentliche Fokus jedoch liegt auf den Protagonistinnen Emma und Alyssa - ein schönes Pärchen, wären da nicht ständig Ereignisse und Menschen, die die beiden entzweien. So kommt es nur zu eher wenigen Szenen gemeinsam mit den beiden, deutlich öfter werden die beiden Figuren getrennt voneinander beleuchtet. Dadurch hat mir das Knistern und die Tiefe zwischen den beiden gefehlt und der Funke konnte nicht ganz überspringen. Das ist wirklich sehr schade, denn an sich waren sie überaus sympathische und liebenswürdige Persönlichkeiten. Leider eben wirken sie als Paar nicht so ganz, mir wurde dieser Punkt zu oberflächlich angerissen.

Nichtsdestotrotz finde ich, dass die Geschichte selbst durchaus einige schöne Momente bereithält.
Die Grundidee fand ich spannend und auch die Wendung bezüglich der beiden Stars war interessant, wenn auch nicht allzu authentisch, gewählt. Kleine Intrigen und Machenschaften sorgen für zusätzliche Spannung, wobei die Handlung jedoch bodenständig bleibt.

Alles in einem wurde ich so gut unterhalten und finde, dass "The Prom" gerade vor dem Musicalhintergrund eine nette, kurzweilige Geschichte für Zwischendurch ist.
Empfehlen würde ich sie primär jungen Jugendlichen, die mit diesem Buch vielleicht einen ersten Einstieg in die LGBTQ-Thematik wagen möchten und einfach eine lockere Lektüre zum Entspannen suchen.
4/5 Sterne

Bewertung vom 07.04.2021
Wächter der Lüfte / Falcon Peak Bd.1
Wolz, Heiko

Wächter der Lüfte / Falcon Peak Bd.1


ausgezeichnet

Gemeinsam mit seinem Vater zieht Kendrick zurück in die alte Heimat seiner Mutter, wo er künftig das dortige Internat besucht.
Doch schnell wird Kendrick klar, dass irgendetwas dort faul sein muss. Die unterschiedlichsten Greifvögel sind sowohl im Internatsgebäude, als auch im Unterricht selbst stets präsent. Zudem verschwinden Abends immer wieder einige Mitschüler. Was verschweigen die Schüler und Lehrer bloß? Für Kendrick steht fest: Er muss unbedingt herausfinden, was hier vor sich geht...

Aufmerksam geworden auf "Falcon Peak" sind wir hauptsächlich durch das Cover. Wir finden, dass es wirklich toll aussieht - ein typischer Coverkauf! Die einzelnen Rot-, Rosa- und Gelbtöne harmonieren sehr schön mit einander und auch das Motiv macht sofort deutlich, was den Leser wohl erwarten mag.

Neben der tollen Gestaltung konnte uns jedoch auch der Inhalt überzeugen.
Gleich auf den ersten Seiten konnte uns der Schreibstil packen. Heiko Wolz schreibt sehr schön flüssig und für die Zielgruppe angemessen. Eher kürzer gehaltene Kapitel unterstützen zusätzlich den Lesefluss.
Binnen kürzester Zeit wird es dem Leser so ermöglicht, sich vollkommen fallen zu lassen und in die Geschichte einzutauchen.

Auch diese konnte uns begeistern. Zwar ist die Grundidee dahinter - ein Junge, der an ein magisches Internat gelangt - nicht vollkommen neu, allerdings wird sie mit einigen interessanten Zusätzen und Ereignissen ebenso wie mit unerwarteten Wendungen neu kombiniert. So wird das Lesen nie langweilig. Ganz im Gegenteil! Besagte Wendungen haben wir teilweise überhaupt nicht so erwartet, wodurch die Spannungskurve stets konstant oben gehalten wurde und man sich als Leser kaum vom Buch losreißen konnte.
Zu unserer Freude haben wir uns teils ein wenig an die "Animox"-Reihe erinnert gefühlt, wobei "Falcon Peak" nichtsdestotrotz ein eigenständiges und einzigartiges Buch bleibt. Um niemanden zu spoilern, werden wir dies nicht weiter konkretisieren. Wir können aber versprechen, dass einige zentrale Elemente der Reihe hier wiederauftauchen und ebenso detailreich wie faszinierend umgesetzt wurden.

Unsere Kirsche auf dem Sahnehäuflein war zudem noch ein super sympathischer Protagonist. Kendrick hat uns von der ersten Zeile an sehr gut gefallen. Trotz seiner schwierigen Vergangenheit fanden wir es äußerst bewundernswert, wie er immer das Beste aus bestimmten Situationen machen konnte.

Wir finden, dass "Falcon Peak - Wächter der Lüfte" definitiv ein gelungener Auftakt dieser Reihe ist und freuen uns schon sehr auf die Fortsetzung, die voraussichtlich im September 2021 erscheinen wird.
5/5 Sterne

Bewertung vom 06.04.2021
Stinkesocken auf 12 Uhr / Fräulein Kniffkes geheime Heldenschule Bd.1
Havek, Lena

Stinkesocken auf 12 Uhr / Fräulein Kniffkes geheime Heldenschule Bd.1


ausgezeichnet

Als Arthur nach der Scheidung seiner Eltern gemeinsam mit seiner Mutter in eine neue Stadt zieht, hat er es alles andere als leicht: In der Schule wird er ständig von seinen Mitschülern Enzo und Brian geärgert. Und dann steckt seine Mutter ihn auch noch in eine total lahme Blockflötengruppe!
Doch hier ist nichts, wie es zuerst scheinen mag. Denn bei Blockflötenlehrerin Fräulein Kniffke handelt es sich in Wahrheit um eine ausgebildete Wissenschaftlerin, die ihre Schüler zu echten Helden trainiert. Und ausgerechnet Arthur darf mit dabei sein! Bereits nach kurzer Zeit wartet sein erster Einsatz auf ihn. Es gilt, eine verrückte Sockensuchmaschine in der Kanalisation zu stoppen...

Meine junge Mitleserin und ich lieben Heldengeschichten. Als wir dann "Fräulein Kniffkes geheime Heldenschule" in der Verlagsvorschau entdeckten, wanderte das Buch prompt auf unsere Wunschliste. Und - so viel können wir verraten - wir wurden definitiv nicht enttäuscht!

Zugegeben, zu Beginn fanden wir die spezielle Mischung aus Stinkesocken, Blockflöten und co. ein wenig verrückt und konnten uns kaum vorstellen, wie daraus ein zusammenhängendes Kinderbuch gestaltet werden sollte. Aber bereits nach den ersten Kapiteln waren wir uns sicher, dass wir dieses Buch gerade auf Grund besagter Inhalte so schnell nicht mehr vergessen würden.
Der überaus flüssige und angenehm zu lesende Schreibstil der Autorin Lena Havek schafft es, unterschiedlichste Elemente innovativ und einzigartig mit einander in Verbindung zu bringen. Es ist wirklich fantastisch, wie unterhaltsam dies ist.

Aber nicht nur für eine Menge Lacher ist mit der "Heldenschule" gesorgt. Immer wieder wechseln sich humorvolle Passagen mit außerordentlich spannungsgeladenen oder abenteuerlichen Szenen ab, wodurch reichlich Abwechslung geschaffen wird. Langeweile ist hier sicherlich kein Begriff!
Dazu tragen auch die verrücktesten Erfindungen bei. Spezielle, supercoole Blockflöten oder eine durchgedrehte Sockensuchmaschine werden sehr schön detailliert beschrieben und wecken die Kreativität bei jungen Lesern.

Toll gestaltete Illustrationen verdeutlichen diese zusätzlich.
Schön finden wir vor allem, dass sie zwar gut in den Text eingestreut sind, jedoch keinesfalls zu aufdringlich sind. Das empfohlene Lesealter von acht bis zwölf Jahren wird so genau richtig unterstützt.

Wir lieben die "Heldenschule" (und ganz besonders übrigens Fräulein Kniffke - sie wurde super dargestellt!) und empfehlen sie an jeden weiter, der Lust auf eine einzigartige Heldengeschichte mit sympathischem Protagonisten hat. Das ein oder andere Schmunzeln ist hier vorprogrammiert!
5/5 Sterne

Bewertung vom 05.04.2021
Eine Welt voller Wunder / Ella Löwenstein Bd.1
Schwartz, Gesa

Eine Welt voller Wunder / Ella Löwenstein Bd.1


sehr gut

Ella Löwenstein ist alles andere als normal. Denn sie ist dazu fähig, magische Wesen wahrzunehmen! Gerne wird sie von Klassenkameradin und Nachbarin Friederike damit aufgezogen und gehänselt.
Als eines Tages Kasimir, ein Heidekobold, mitten in ihrem Zimmer auftaucht, ändert sich Ellas Leben schlagartig. Er braucht dringend ihre Hilfe und lässt einfach nicht locker. Und so landet Ella schnell in der Anderwelt, in der es von magischen Wesen nur so wimmelt! Doch diese neue Welt birgt zahlreiche Gefahren...

Aufmerksam geworden auf "Ella Löwenstein - Eine Welt voller Wunder" sind wir direkt durch das wundervolle Cover. Es ist mit so viel Liebe zum Detail gestaltet und wirkt, im Zusammenspiel mit dem silber changierendem Titel, einfach magisch!
Im Innenteil des Buches hingegen geht es ein wenig schlichter zu. Hier sind lediglich einige kleine, schwarz-weiße Vignetten vorzufinden, die zwar ein wenig Abwechslung zum Text bieten, aber nur recht selten abgedruckt sind.

Die anfängliche Enttäuschung darüber ist jedoch schnell verflogen, sobald wir erst einmal richtig in die Geschichte eingetaucht sind.
Denn die Geschichte rund um die junge Ella sprüht nur so vor Magie! Allein die Anderwelt ist wirklich wundervoll beschrieben. Als Leser haben wir uns gefühlt, als würden wir selbst uns auf eine Entdeckungsreise quer durch eine neue, fantastische Welt begeben. Hinzu kommen zahlreiche zauberhafte, magische Wesen. Diese sind ebenfalls äußerst detailgetreu beschrieben und wirken fast schon zum Greifen nah. Hier wird Fantasie gepaart mit einer Menge Authentizität groß geschrieben! Es ist wunderschön, wie viel Kreativität und Mühe in diesem Aspekt steckt. Und genau das lieben wir so sehr an diesem Kinderbuch!

Ebenso sehr jedoch mochten wir die Protagonistin Ella. Die Passagen, in denen sie auf Grund ihres "Andersseins" ausgeschlossen und teils sogar gemobbt wird, sind uns sehr ans Herz gegangen. Wir konnten sehr gut nachvollziehen, wie es ihr deswegen gehen muss. Umso schöner fanden wir es, dass sie ihre Lebensfreude dennoch nicht verloren und dennoch so viel für ihre Freunde riskiert hat.
Wir finden, dass Ella als Protagonistin toll gewählt ist und sind uns sicher, dass sich viele Kinder gut mit ihr identifizieren werden können.

Wer Lust auf ein zauberhaftes Kinderbuch mit einer authentischen Protagonistin und ganz viel Magie hat, ist mit "Ella Löwenstein" genau richtig beraten. Trotz leichter Längen in der Handlung haben wir sehr mit ihr mitgefiebert und viel Spaß beim Entdecken der Anderwelt gehabt.
4,5/5 Sterne

Bewertung vom 05.04.2021
Der Happaflapp reist in den Müthenwald
Engler, Michael

Der Happaflapp reist in den Müthenwald


ausgezeichnet

Flapp gehört zu den Happaflapps. Seit einer Ewigkeit leben diese auf einem sehr hohen Berg und fliegen jeden Herbst in den Osten.
Eines Tages wacht Flapp auf und ist plötzlich ganz alleine. Denn er kann nicht (mit-) fliegen! Schnell kommt ihm eine Idee: Er braucht unbedingt einen Freund, um nicht mehr so alleine sein zu müssen. Und so begibt er sich in die Tiefen des Müthenwaldes...

Gleich auf der ersten Seite dieses Buches springt dem Leser eine wundervoll gestaltete Karte des Müthenwaldes ins Auge. Sie ist sehr schön farbenfroh wie auch lebendig gestaltet und begeistert vor allem durch kleine, liebevolle Details. Um sie herum ist zudem eine kleine Charakterübersicht platziert.
So wird das Vorlesen auch für junge Zuhörer nicht langweilig. Denn es gibt nicht nur eine Menge zu entdecken, sondern durch die Karte auch einen interaktiven Charakter. Denn der Weg des kleinen Happaflapps lässt sich damit genau mitverfolgen.
Auf den folgenden Seiten geht es ganz ähnlich weiter. Große, bunte Illustrationen auf jeder einzelnen Seite lockern den Text toll auf und erwecken die Geschichte zum Leben. Nicht nur die einzelnen Situationen sind so optimal vorstellbar, sondern vor allem auch die Figuren.

Jedes einzelne Tier ist zuckersüß illustriert und wirkt durch gut durchdachte Kleinigkeiten nicht nur unheimlich sympathisch, sondern auch wirklich niedlich. Ganz verzaubert waren wir übrigens vor allem von den innovativen Namensgebungen. "Lieberbiber", "Proffesohren" und der "Lachdrache" haben wir so noch nie gehört und fanden es toll, wie das Buch dadurch noch ein wenig einzigartiger wird.
Unser persönlicher Liebling war natürlich Flapp, der Protagonist. Mit seiner Hilfsbereitschaft, seinen tollen Ideen, aber auch seiner Naivität brachte er uns durchweg zum Lächeln.

Wir sind vollkommen begeistert von diesem zuckersüßen Kinderbuch und empfehlen es liebend gerne weiter.
Wichtige Werte wie Zusammenhalt und Freundschaft werden hier kindgerecht vermittelt und der Spaß am Lesen durch zauberhafte Illustrationen geweckt.
Sicherlich eignet sich "Der Happaflapp" nicht nur zum Vorlesen, sondern für etwas ältere Kinder auch zum Selberlesen.
5/5 Sterne

Bewertung vom 04.04.2021
Die magische Tierwarte 01. Abenteuer im versteinerten Wald
Hasse, Anika

Die magische Tierwarte 01. Abenteuer im versteinerten Wald


ausgezeichnet

Marly hat sich so so sehr auf die Reise nach Brasilien gefreut! Doch plötzlich möchten ihre Eltern die Forschungsreise ohne Marly antreten - stattdessen soll sie ein Ferienlager am Chiemsee besuchen. Das passt Marly ganz und gar nicht!
Im Ferienlager angekommen, freundet sie sich schnell mit Finja und Tim an. Und plötzlich ist das Ganze gar nicht mehr so schlimm. Vor allem, als sich direkt vor ihren Augen ein neues Abenteuer auftut: Der Professor der nahegelegenen Wildtierauffangstation schleicht nachts mitten im Wald herum. Als die drei ihm folgen, landen sie schon bald in einer fremden Welt. Doch schnell wird klar, dass einiges auf dem Spiel steht...

Als wir "Die magische Tierwarte" das erste Mal in der Hand gehalten haben, waren wir sofort hin und weg von der wundervollen Gestaltung des Buches. Das Cover besticht durch kräftige Farbtöne und ein gelungenes Gesamtbild, vor allem aber durch eine tolle Goldfolienprägung, die wundervoll schimmert. So wird das Buch definitiv zum Hingucker in jedem Bücherregal!
Im Innenteil des Buches waren zu unserer Freude weitere Illustrationen vorzufinden, die das Geschriebene optimal verbildlicht haben und in einem Retrostil gehalten wurden. Für unseren Geschmack hätten es gerne noch mehr Zeichnungen sein können. So wäre der Text schön aufgelockert und damit sehr gut zum Vor- oder Erstlesen geeignet gewesen. So aber empfehlen wir es eher für ältere Kinder.

Diese werden sicherlich viel Freude mit der Geschichte haben.
Abenteuerlich, aufregend, originell und ein wenig magisch hat sie uns gute Unterhaltung geboten und zudem auf wichtige Themen wie beispielsweise den Artenschutz aufmerksam gemacht.
"Die magische Tierwarte" vereint zwei verschiedene Welten in sich, die für jede Menge Abwechslung beim Lesen sorgen. Eine Art magische Parallelwelt wird in das gewöhnliche Alltagsgeschehen eingebettet und durch originelle Elemente einzigartig wie aufregend gemacht. Neue und ein wenig absurde Wesen sorgen außerdem für die ein oder andere Überraschung (und überraschende Wendung).

Als sehr angenehm empfunden haben wir außerdem den kindgerechten Schreibstil, der zahlreiche Dialoge bereithält. So wird Dynamik und Lebendigkeit in das Geschehen gebracht, die Erzählung ein wenig "aufgepimpt".
Gleiches wird zudem durch viele unterschiedliche Protagonisten erzielt. Dadurch, dass der Fokus nicht nur auf einem einzigen Charakter lag, wirken die Ereignisse umso abwechslungsreicher.

Wir mögen "Die magische Tierwarte" sehr gerne und hatten viel Freude beim Lesen. Weiterempfehlen würden wir das Buch eher an ältere Leser, die Lust auf eine spannende Geschichte mit tierischen Begleitern und einer Prise Magie haben.
5/5 Sterne

Bewertung vom 02.04.2021
Blutgöttin / Die Quellen von Malun Bd.1
Winterfeld, Daniela

Blutgöttin / Die Quellen von Malun Bd.1


ausgezeichnet

Auf Ruann wird das Wasser von Tag zu Tag knapper. Seen, Flüsse und Bäche sind mittlerweile vollkommen ausgetrocknet und nur einige wenige Quellen halten die Bevölkerung noch am Leben.
Um die letzten Ressourcen für sich zu beanspruchen, führt Sapion verheerende Kriege gegen seine Nachbarreiche.
Inmitten dieser sterbenden Welt kämpfen Feyla, Dorgen, Alia und Tailin - vier Menschen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten - um ihre Zukunft und ihr Überleben...

"Die Quellen von Malun - Blutgöttin" ist definitiv kein klassisches Buch aus dem Genre "Fantasy". Es handelt sich hier um keine beschönigte Welt mit magischen Blümchen und zartbesaiteten Feen. Nein, ganz im Gegenteil: Ruann ist eine Welt am Abgrund. Die Menschen bekriegen sich um das letzte Wasser, um das letzte Funken Leben in jener Welt. All dies findet in einer fast schon dystopisch anmutenden Atmosphäre, die in einem hervorragendem und ausgeklügeltem Worldbuilding ihren Platz findet, statt.

Bereits im Prolog wird deutlich, wie brutal und skrupellos die Überlebenden sein können - und in gewisser Weise auch sein müssen. Von klein auf wird Kindern eingetrichtert, dass Emotionen und Gefühle in Sapion keinen Platz haben. Jungen werden abgerichtet und an das Militär übergeben, Mädchen mit jungen Jahren verheiratet und gezwungen, binnen eines Jahres ein Kind zu gebären. Begleitet werden sie von härtesten Formen körperlicher wie auch physischer Gewalt, unverschleierte Frauen werden als Freiwild betrachtet.

Doch nicht nur die Umstände in dieser sterbenden Welt sind schonungslos. Auch der Schreibstil der Autorin stellt die dortige, grausame Realität von Grund auf ehrlich dar. Daniela Winterfeld lässt in dem Bild, das sie Stück für Stück in den Köpfen der Leser zeichnet, kein Detail aus. Niederste Triebe, skrupellose Intrigen, raue Kämpfe und deren blutige Folgen werden hier beschrieben. So erlebt der Leser hautnah mit, was es bedeutet, in solch einer Welt aufzuwachsen und jeden Tag für sein Glück kämpfen zu müssen. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass empfindlichere Leser bei zuvor beschriebenen Passagen hart schlucken müssen und möglicherweise nicht mit dem Erzählten klarkommen. Daher möchte ich an dieser Stelle eine ausdrückliche Triggerwarnung aussprechen und deutlich machen, dass "Blutgöttin" alles andere als eine leichte Kost ist. Dies hat mir zu Beginn des Buches ein wenig gefehlt.

Nichtsdestotrotz finde ich dieses Buch unheimlich gelungen. Und das nicht nur auf Grund des Schreibstils und des grandiosen Worldbuildings. Auch die unterschiedlichen Erzählperspektiven machen es zu etwas ganz Besonderem. Insgesamt vier Leute, Feyla, Dorgen, Alia und Tailin, schildern ihre Erfahrungen und Erlebnisse. Dabei ist die Anordnung der einzelnen Episoden stets so gewählt, dass die Spannungskurve konstant oben gehalten wird. Es folgt nie zweimal die selbe Perspektive hintereinander und gerade dadurch, dass jede einzelne mit einem nervenzerreißenden Cliffhanger aufhört, möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Mir sind die knapp 600 Seiten wie ein Katzensprung erschienen und ich konnte mich kaum davon losreißen. Binnen weniger Tage habe ich "Blutgöttin" verschlungen und bin überaus gespannt auf die Fortsetzung. Das Buch endet mit einigen losen Strängen, die sanft miteinander verflochten wurden und lässt den Leser unglaublich gespannt auf die weiteren Wendungen zurück.
5/5 Sterne

Bewertung vom 02.04.2021
Als Ludwig aus dem Rahmen stieg
Albert, Cordelia

Als Ludwig aus dem Rahmen stieg


ausgezeichnet

Paul möchte so gerne endlich "Für Elise" von Ludwig van Beethoven auf dem Klavier spielen lernen. Aber es will einfach nicht klappen!
Als er seiner Wut darüber Ausdruck verleiht, steigt plötzlich Beethoven höchstpersönlich aus dem Bilderrahmen über Pauls Klavier. Er spielt Paul nicht nur seine Komposition vor, sondern erzählt ihm auch berührende Episoden aus seinem Leben...

Aufmerksam geworden auf dieses Buch sind wir sofort durch das wunderschön gestaltete Cover. Es sieht nicht nur einzigartig aus, sondern ist gleichzeitig aus sehr dynamisch gehalten. So zieht es sofort alle Blicke auf sich!

Zu unserer Freude sind die Illustrationen im Innenteil des Buches im selben Stil gehalten. Sie waren definitiv unser Highlight an "Als Ludwig aus dem Rahmen stieg". Jede Doppelseite besticht durch farbige, detailreiche Illustrationen, die das Geschriebene wunderbar veranschaulichen. Es macht als Leser unheimlich viel Spaß, sich die Zeichnungen genauestens anzuschauen, da es Zahlreiches zu entdecken gibt.

Aber nicht nur die Gestaltung konnte uns überzeugen. Auch der Inhalt des Buches hat uns total gut gefallen.
Spielerisch werden hier interessante Daten und Fakten aus Beethovens Leben dargestellt. So wird nicht nur das Interesse am Komponisten selbst, sondern auch an der Musik geweckt. Und gerade die Rahmenhandlung rund um den jungen Paul macht die Geschichte sehr schön greifbar und verständlich für Kinder.

Optimal in Szene gesetzt wird der Text durch eine dynamische Schriftart und Anordnung. Größer dargestellte Schlagworte und ein paar "schiefe" Textzeilen bringen Bewegung in das Geschriebene. Wir fanden letzteres sehr schön gemacht, sind uns allerdings unsicher, ob es für sehr junge Leseanfänger nicht zu anstrengend ist. Für das Vorlesen ist es aber sicherlich eine nette Abwechslung zu den üblichen Büchern.

Sehr gut gefallen hat uns außerdem ein kurzes Glossar hinten, das etwas schwierigere Begriffe für Kinder erklärt. Zudem dort vorzufinden sind Kurzbiografien weiterer berühmter Persönlichkeiten, die einen guten Überblick vermitteln.

Wir sind begeistert von diesem süßen Kinderbuch und empfehlen es gerne weiter. Gemeinsam mit den tollen Illustrationen und den lebhaften Erzählungen macht das Lesen unheimlich viel Spaß!
5/5 Sterne

Bewertung vom 02.04.2021
Lea und das Labyrinth der Zeit
Engler, Michael

Lea und das Labyrinth der Zeit


sehr gut

Lea muss ihre Ferien auf dem Bauernhof ihrer Tante und ihres Onkels verbringen. Total langweilig - scheint es zumindest auf den ersten Blick.
Doch im Dorf geschehen die seltsamste Dinge. Bis Lea eines Tages auf einen Jungen namens Moritz trifft. Dieser behauptet doch glatt, ein Zeitreisender zu sein! Kann sie ihm wirklich vertrauen? Und was hat es mit seinen düsteren Vorahnungen auf sich?

Vorab: Wir bevorzugen es, Rezensionen erst nach dem Lesen eines Buches durchzustöbern. So wurden wir nicht von den doch eher verhaltenen Meinungen beeinflusst. Wir können die angemerkten Kritikpunkte durchaus nachvollziehen, möchten "Lea und das Labyrinth der Zeit" allerdings als eigenständiges Werk betrachten.

Gleich zu Beginn des Lesens ist uns der angenehme Schreibstil des Autors aufgefallen. Michael Engler schreibt wunderbar flüssig und als Leser fliegt man nur so durch die Seiten.
Auch eine gelungene Spannungskurve kommt hier unserer Meinung nach nicht zu kurz. Zu Beginn hatte meine junge Mitleserin leichte Schwierigkeiten, am Ball zu bleiben, da in ihren Augen zu wenig passierte. Gerade zum Ende hin konnten wir das Buch jedoch kaum mehr aus der Hand legen.

Der Fokus des Buches liegt auf Zeitreisen beziehungsweise Parallelwelten. "Lea und das Labyrinth der Zeit" ist allerdings nicht mit den bekannteren Büchern rund um diese Thematik vergleichbar. Denn es ist in unseren Augen stark an die Zielgruppe angepasst und - größtenteils - vereinfacht und verständlich für diese dargestellt. Das bedeutet allerdings auch, dass teilweise nur an der Oberfläche gekratzt wird und nicht immer ausreichend Tiefgang vorhanden ist. Für uns ist dies aber nicht unbedingt schlimm oder störend. Vielmehr empfinden wir es gerade deswegen für Kinder als einen guten Einstieg in das Thema.
Sehr gut deshalb nicht, weil einige wenige Ausführungen manchmal doch recht kompliziert und wirr erklärt waren. Ich konnte zwar gerade so den Überblick behalten, meine Mitleserin hingegen musste Passagen teils mehrmals lesen.

Lea, die Protagonistin des Buches, hat uns gut gefallen. Wir finden sie äußerst realistisch und authentisch dargestellt, gerade weil sie ihre Ecken und Kanten hat. Am Anfang noch sehr negativ und schlecht gelaunt eingestellt, macht sie eine angenehme Entwicklung durch. Als Jugendliche gehört das wohl einfach dazu.

Wir können "Lea und das Labyrinth der Zeit" vor allem für Kinder empfehlen, die gerne anfangen möchten, sich näher mit Geschichten zu befassen, die mit Raum und Zeit spielen.
Wir hatten einige unterhaltsame Lesestunden und vergeben daher
4/5 Sterne.