Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Jasminh86
Wohnort: Wuppertal
Über mich:
Danksagungen: 51 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 263 Bewertungen
Bewertung vom 15.06.2021
Das Spiel - Es geht um Dein Leben
Beck, Jan

Das Spiel - Es geht um Dein Leben


ausgezeichnet

Ein unglaublich gut konstruierter Plot, der mir Gänsehaut und Spannung pur bereitet hat.

"Das Spiel – Es geht um Dein Leben (Björk und Brand Reihe 1)" von Jan Beck und dem Penguin-Verlag ist ein Thriller, indem es wie der Titel schon verrät, um ein Spiel geht. Um ein Spiel, wo menschliche Abgründe grausam und detailliert offenbart werden. Mir hat "Das Spiel" sehr gut gefallen und ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band mit den Ermittlern Inga Björk und Christian Brand.

Sie jagen Dich. Sie töten Dich.
Als Mavie während einer Party auf ihr cooles, im Dunkeln leuchtendes Tattoo angesprochen wird, hält sie das für einen Scherz. Doch dann sieht sie es im Lichtstrahl der Tanzfläche mit eigenen Augen und gerät in Panik: Woher kommt der Skorpion auf ihrer Haut? Mavie ahnt nicht, dass das Zeichen sie zur Zielscheibe eines perfiden Spiels macht. Zur gleichen Zeit übernehmen die Ermittler Inga Björk und Christian Brand den Fall einer brutal im Wald ermordeten Joggerin. Noch wissen sie nicht, dass dies erst der Anfang einer grausamen Mordserie ist. Und dass sie nur eine Chance haben, diese zu stoppen: Sie müssen die Seiten wechseln – und das tödliche Spiel mitspielen …

Es geht auf den ersten Seiten schon sehr rasant los, in den weiteren kurzen und abwechslungsreichen Kapiteln wurde es mir zu keiner Zeit langweilig. Da ich direkt am Anfang Christian Brand kennengelernt habe, hatte ich so schnell einen ersten Eindruck von ihm. Er war mir direkt sympathisch, auch wenn er sich nicht immer an die Regeln seiner Arbeit hält. Bis zum Ende hin hat mich sein Charakter nicht enttäuscht. Aus Inga Björk dagegen wurde ich lange nicht schlau, ihre wortkarge Art und ihr Charakter waren mir recht unsympathisch. Obwohl ich nach und nach Lebensabschnitte aus ihrer Vergangenheit erfuhr, konnte sie bei mir trotzdem keine Sympathiepunkte sammeln. Brand hat sich an ihrer Seite trotzdem sehr gut geschlagen. Nicht nur von den beiden Ermittlern hatte ich gute Bilder vor Augen, auch die restlichen Protagonisten kommen wirklich gut rüber. Das gilt auch für Nebencharaktere.

Besonders hat mich die Protagonistin Mavie berührt. Ihr starker Charakter hat mir unheimlich gut gefallen. Es gab einige Momente, wo ich mit ihr mitgefiebert und mitgelitten habe. Nicht nur ihr Leben in ihrem Elternhaus hat mich zutiefst geschockt, auch der weitere Verlauf mit ihr hat den Spannungsbogen rasant in die Höhe treiben lassen. Sie will nicht nur herausfinden, woher ihr leuchtendes Skorpiontattoo auf ihrem Rücken stammt. Auch ist sie auf der Suche nach weiteren Antworten, dessen Fragen sie nicht in Ruhe lassen.

Jedes Kapitel kündigt an, wo man sich aktuell befindet und es wird aus mehreren Perspektiven geschrieben. Deshalb konnte ich mich in die Gedanken und Handlungen der Charaktere gut hineinversetzen. Auch die Perspektive des Bösens kommt vor, sodass ich besonders hier gut den menschlichen Abschaum kennengelernt habe. Die Gründe des Spiels werden nach und nach erläutert, zum Ende hin wurde ich dann von einer Wendung überrascht, die ich so nicht erwartet hätte. Rückblicke aus der Vergangenheit ergeben am Ende dann ein komplettes Bild, welches mich schockiert hat. Viele Cliffhanger haben es mir unmöglich gemacht, den Inhalt für eine längere Zeit zu ignorieren. Deshalb hatte ich "Das Spiel" in kurzer Zeit gelesen.

Jan Beck hat einen unglaublich authentischen, rasanten, flüssigen und spannenden Erzählstil, sodass hier jede Handlung real wurde. Seine ungeschönte Art zu schreiben hat mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen, die bis zum Schluss angehalten hat. Ein unglaublich gut konstruierter Plot, der mir Gänsehaut und Spannung pur bereitet hat.

Bewertung vom 13.06.2021
Eine Freundin für Mia - Leserabe ab Vorschule - Erstlesebuch für Kinder ab 5 Jahren
Fischer-Hunold, Alexandra

Eine Freundin für Mia - Leserabe ab Vorschule - Erstlesebuch für Kinder ab 5 Jahren


ausgezeichnet

Ein vielfältiges Leseerlebnis für Vorschüler!

"Eine Freundin für Mia" von Alexandra Fischer-Hunold, der Illustratorin Lena Hesse und dem Ravensburger-Verlag ist ein stabiles Erstlesebuch aus der Leserabe-Reihe für Kinder ab 5 Jahren (Leserabe – Vor-Lesestufe).

Mia ist neu an der Schule. Hoffentlich findet sie bald eine Freundin! Am besten eine mit goldenem Haar und silbernen Schuhen wie eine Prinzessin. Ob das wohl klappt?

Um dies herauszufinden, werden wissenshungrige Vorschulkinder leicht und effektiv zum Lesen animiert. Der Verlag hat hierfür die Vor-Lesestufe der Leserabe-Reihe für Vorschüler entwickelt, die es bis zur Einschulung nicht erwarten können, endlich das Lesen zu lernen. Gemeinsam können sie mit ihren Eltern das erste Lesen erleben. Das Besondere an der Geschichte sind im Text die Bilder, die durch Hauptwörter ersetzt werden. So wächst bei Kindern schnell das Verständnis, dass jedes Wort eine Einheit bildet. Bebilderte Hauptwörter werden regelmäßig wiederholt, um sie zu festigen. So wird auf jeden Fall Neugier geweckt und das Lesen lernen macht auf diese Weise direkt doppelt so viel Spaß. Ganz am Ende des Buches gibt es dann noch einmal die praktische Wörterliste zum Ausklappen.

Die Schrift ist schön groß und jede Satzlänge kurz. Die Geschichte, die ich persönlich für Mädchen besser geeignet finde, ist in drei Kapitel eingeteilt, die ebenfalls eine angenehme und altersgerechte Länge haben. Der Inhalt ist kindgerecht geschrieben und für das empfohlene Lesealter leicht zu verstehen. Die schönen und farbenfrohen Illustrationen begleiten die schöne Geschichte, sodass sich Kinder auf den Inhalt noch besser konzentrieren können. Aber nach der Geschichte ist das Buch noch lange nicht zu Ende, denn danach gibt es noch fünf Rätsel, die großen Spaß machen. Wenn das Kind beim letzten Rätsel das Lösungswort herausfindet, kann es dies mithilfe der Eltern an den Leseraben schicken und tolle Preise gewinnen. So wird die Motivation der Kinder logischerweise doppelt erhöht. Wer ein Konto bei Antolin hat, kann dort noch fleißig Punkte sammeln.

Die Kinderbücher der Reihe Leserabe – Vor-Lesestufe wurden mit Pädagogen entwickelt und ermöglichen Kindern im Vorschulalter und deren Eltern als Leseteam erste gemeinsame Leseerlebnisse.

Bewertung vom 07.06.2021
Der Blutkünstler
Meyer, Chris

Der Blutkünstler


ausgezeichnet

Ein richtig spannender, künstlerischer, gut durchdachter und vor allem blutiger Thriller!

"Der Blutkünstler" von Chris Meyer und dem Ullstein-Verlag ist ein spannender, packender und harter Thriller, der am 31. Mai 2021 erschienen ist. Dies ist der erste Band der Tom-Bachmann-Reihe. Mir hat dieser Serienmörder-Thriller sehr gut gefallen, denn wie das Cover auf dem ersten Blick vermuten lässt, ist dies eine blutige und vor allem verstörende Geschichte, die nichts für schwache Nerven ist. Die Themen Folter und Kindesmissbrauch werden in einen gut durchdachten, dennoch grausamen Plot verarbeitet, dessen Inhalt zartbesaitete mit Sicherheit vor Ekel würgen lässt.

Obwohl ich recht abgehärtet bin, fand ich einige Szenen schon richtig krass. Grausame Morde werden hier bildlich beschrieben, sodass ich sehr klare Bilder vor Augen hatte. Besonders die "Kunstwerke" des Blutkünstlers werden während des Lesens zu Blutbilder. Obwohl dieser grausame und extrem gestörte Psychopath immer wieder zu Wort kommt und Einblicke in dessen kranke Psyche gewährt, sind seine Gründe bis zum Schluss nicht zu erahnen. Zwar ist die Konstellation Profiler-Psychopath nicht neu, trotzdem gefiel mir diese Handlung von der ersten Seite an sehr gut. Fans von Chris Carter werden mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen. Dass alles auf deutschem Boden stattfindet, ist ebenfalls ein großer Pluspunkt.

Der Thriller beinhaltet vier Handlungsstränge, wovon einer aus der Vergangenheit erzählt. Dies macht den Inhalt unheimlich spannend und abwechslungsreich. Schnell wurde mir klar, dass ich es hier nicht nur mit einem Psychopath zu tun hatte, denn eine weitere kranke Seele, dessen Gründe nach und nach ans Licht kommen, treibt hier im geheimen sein Unwesen. Obwohl dieser Strang nicht weniger brutal ist, hatte diese Erzählperspektive eine leichte Prise schwarzen Humor. Im Gegensatz zum Blutkünstler konnte ich die Gedanken des Täters eher nachvollziehen. Alle Handlungsstränge ergeben am Ende einen logischen und zusammenhängenden Sinn, sodass keine weiteren Fragen offen bleiben. Das Ende hätte ein paar Seiten mehr haben können, jedoch freue ich mich so umso mehr auf eine schnelle Fortsetzung. Der Schreibstil des Autors ist flüssig, authentisch und schonungslos offen. Hier wird kein Blatt vor den Mund genommen, was bei mir für einen schnellen Lesefluss gesorgt hat. Auch die kurzen und abwechslungsreichen Kapitel haben dazu beigetragen.

Die Protagonisten kommen alle gut zur Geltung, sodass ich schnell einen guten Überblick über dessen Charaktere hatte. Tom Bachmann ist Profiler beim BKA, dessen Vergangenheit ihn geprägt hat. Das erklärt seinen speziellen Charakter, der mir nicht sympathisch war, jedoch auch nicht wirklich unsympathisch. Nach und nach erfuhr ich von seinem Trauma, was eine dunkle Seite in ihm geweckt hat. Aber dank seiner Arbeit und seiner Sucht "Joggen" hat er diese jedoch unter Kontrolle. Er ist empathielos und sachlich, was er auch nicht zu verstecken versucht. Er kann sich in die brutalsten Täter einfühlen, erkennt ihre Emotionen und Motive. Sein Verständnis für die Psychologie der Mörder macht ihn so erfolgreich. Mit seinem Team hat er eine gute Partie gemacht, denn zusammen harmoniert er mit Ira Sokolow, Nina Brinkhaus und Philipp Herbst recht gut. Sie gehören einer Sondereinheit des BKAs an, die sich auf die Jagd auf Serienkiller spezialisiert hat. Die Suche nach dem Blutkünstler ist ihr erster gemeinsamer Fall.

Mich haben schockierende Wendungen erwartet, die mich auf jeden Fall überrascht haben. Von Anfang bis Ende garantiert dieser blutige Thriller für einige Gänsehautmomente. Ich freue mich auf jeden Fall wahnsinnig auf die Fortsetzung.

Bewertung vom 04.06.2021
Nordwestzorn / Soko St. Peter-Ording Bd.2
Jensen, Svea

Nordwestzorn / Soko St. Peter-Ording Bd.2


sehr gut

Ein ruhiger, aber dennoch spannender Kriminalroman mit norddeutscher Atmosphäre!

"Nordwestzorn: Ein Fall für die SOKO St. Peter-Ording" von Svea Jensen und dem Verlag Harper Collins ist ein norddeutscher Kriminalroman, der am 25. Mai 2021 erschienen ist. Mir hat der authentische Inhalt gut gefallen. Obwohl der kurzweilige Krimi eher in die ruhige Richtung geht, nimmt das letzte Drittel immer mehr an Fahrt und Spannung auf. Dies ist mittlerweile der zweite Fall für die Soko St. Peter-Ording. Obwohl ich den ersten Fall nicht kenne, hatte ich keine Probleme damit, den Inhalt und dessen Handlungen zu verstehen.


Der neue Fall von Kommissarin Anna Wagner hat es in sich: Vor mehr als 15 Jahren verschwand ein Junge aus einem Sommercamp bei St. Peter-Ording, eine Leiche wurde nie gefunden. Im Fokus der Ermittlungen standen damals drei Männer, von denen allerdings nur der Leiter des Camps angeklagt und nach einem öffentlichkeitswirksamen Indizienprozess freigesprochen wurde. Den Verdacht, sich an dem Jungen vergangen zu haben, konnte jedoch keiner der Männer je wieder vollständig abstreifen. Als der damalige Camp-Leiter nach vielen Jahren im Ausland nach St. Peter-Ording zurückkehrt und nach kurzer Zeit spurlos verschwindet, ist der Soko schnell klar: Nur wenn sie den alten Fall lösen, haben sie vielleicht eine Chance, den Mann zu retten … 


Da ich aus der Sicht verschiedener Perspektiven lesen konnte, fand ich den Krimi gut abwechslungsreich. Auch der Wechsel zwischen Gegenwart und kursiv gedruckten Abschnitten aus der Vergangenheit hat mir gut gefallen. Der ungelöste Cold-Case-Fall wird durch authentischer und detaillierter Ermittlungsarbeit durch die Kommissare nochmal neu aufgerollt und dabei werden sie öfter stutzig, als ihnen lieb ist. Als sie die Ermittlungen aufnehmen und die Ermittler von damals befragen, wird besonders Anna Wagner und Hendrik Norberg schnell klar, das bei den damaligen Ermittlungen nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Doch was die ehemaligen Ermittler ans Licht bringen, damit habe ich nicht gerechnet. Mich hat am Ende eine gute Wendung erwartet, die mich wirklich überrascht hat und mit der ich nicht gerechnet hätte. Somit finde ich die Auflösung sehr gelungen, besonders das Ende hatte noch ein kleines schockierendes Extra parat.

Obwohl der Hauptstrang aus den Ermittlungen des Cold-Case-Falls besteht, gibt es einen Nebenstrang, wo die Protagonisten sehr menschlich und vor allem auch sympathisch rüberkommen. Die beiden Hauptprotagonisten Anna Wagner und Hendrik Norberg konnte ich im Laufe der Geschichte besser kennenlernen, verstehen und mich in dessen Gedanken, Gefühle und Handlungen gut hineinversetzen. Nils Scheffler, der ebenfalls zur SOKO gehört, hat sich sehr stark im Hintergrund aufgehalten, sodass ich ihn kaum wahrgenommen habe. Einzelheiten aus Wagners' und Norbergs' Privatleben haben hier gut reingepasst und nicht gestört. 

Der Schreibstil ist flüssig, authentisch und vor allem bildlich. Besonders das winterliche Wetter kam für mich sehr gut rüber, sodass ich die Kälte während des Lesens schon fast spüren konnte. Lange Sandstrände und menschliche Abgründe, mir hat diese Kombination gut gefallen, welche mir spannende Lesestunden beschert hat. 

Bewertung vom 02.06.2021
Experimentierspaß für die Kleinsten. 25 leichte Experimente für Kinder ab 3 Jahren. Schwebende Eier, Fluchtpfeffer, Rasierschaum-Regenwolken, Gummibärchen-Riesen, Sprengbohnen u.v.m. Leicht durchführbar mit Haushaltsmaterialien
Sinnwell-Backes, Christine;Backes, Timo

Experimentierspaß für die Kleinsten. 25 leichte Experimente für Kinder ab 3 Jahren. Schwebende Eier, Fluchtpfeffer, Rasierschaum-Regenwolken, Gummibärchen-Riesen, Sprengbohnen u.v.m. Leicht durchführbar mit Haushaltsmaterialien


ausgezeichnet

Ein spannendes Forscherbuch für die ganze Familie!

Wer mit seinen Kindern in die Welt der Naturwissenschaften eintauchen möchte, dem kann ich wärmstens das schöne Buch "Experimentierspaß für die Kleinsten ab drei Jahren" von Christine Sinnwell-Backes und Timo Backes empfehlen, welches im Verlag Bassermann am 26. Oktober 2020 erschienen ist.

Das beste an diesen faszinierenden Experimenten ist die Einfachheit, diese durchzuführen. Denn für jedes unterhaltsame Experiment sind Materialien erforderlich, die jeder im Haushalt hat. Zutaten wie Zucker, Salz und Öl werden oft gebraucht, dank bebilderten und ausführlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen gehen die eindrucksvollen Experimente ganz einfach und schnell, eine Brausetablette-Lavalampe und Mondsand sind ruckzuck hergestellt. Das sind zwei von 25 Beispielen, die unheimlich grossen Spass machen. Die Forschereule begleitet jedes Experiment. Ausserdem wird mit einer einfachen Erklärung jedes Experiment mit einfachen Erklärungen abgerundet.

Am Ende des Buches gibt es im Anhang ein ausführliches Glossar, welches mit den wichtigsten Begriffen zusammengestellt ist. Jeder Begriff ist leicht zu verstehen und für Kinder ab fünf Jahren gut verständlich. Für einige Experimente muss gebastelt werden, Vorlagen dafür findet man ebenfalls am Ende. So ist wirklich jeder Versuch gelingsicher und lässt Kinderaugen staunen. Selbst meine elf jährige Tochter hat einige Experimente ausprobiert, also ist der Inhalt nicht nur für die Kleinsten geeignet.

Jedes Experiment ist klar und übersichtlich aufgebaut. Die Forschreule benennt was benötigt wird, dann folgt eine leicht verständliche Schritt für Schritt-Anleitung. Im Anschluss zeigt die Eule was zu beobachten ist. Anschließend gibt es eine Erklärung und je nach Experiment auch noch Expertenwissen, Wissenswertes und Forscheraufträge. Im Buch stellen Kinder die Experimente vor, was den Inhalt noch authentischer und neugieriger macht. Spannend finde ich auch die Legenden der fünf Sinne. Die meisten Experimente zielen auf die Beobachtungsgabe des Kindes. Aber es gibt auch einige, die noch zusätzlich andere Sinne wie schauen, riechen, hören, schmecken und fühlen ansprechen. Die entsprechenden Symbole stehen immer dabei, so weiß man sofort, worauf es im jeweiligen Experiment besonders ankommt.

Experimente mit Feuer sind ebenfalls vorhanden, die unter Aufsicht sehr interessant sind. So kann man seinem Kind schnell den richtigen Umgang mit Feuer beibringen. Insgesamt ist dies ein spannendes und unterhaltsames Forscherbuch, womit nicht nur Kleinkinder großen Spaß haben.

Bewertung vom 29.05.2021
Ich will dir nah sein
Nisi, Sarah

Ich will dir nah sein


ausgezeichnet

Ein raffinierter Psychothriller mit beklemmender Atmosphäre!

Am 10.05.2021 ist der perfide Psychothriller "Ich will dir nah sein" von Sarah Nisi und dem btb-Verlag erschienen, der mir unheimlich gut gefallen hat. Bei diesem, besonders am Ende, wendungsreichen Thriller ist nichts, wie es bei dem ersten Gedanken scheint. Denn die Autorin hat mit dieser Geschichte für eine unheimlich beklemmende Atmosphäre gesorgt, die mir oft Gänsehautmomente beschert hat. Zartbesaitete werden sich nach diesem Psychothriller mit Sicherheit Gedanken machen, was sie von ihren Nachbarn mitbekommen und sie werden besonders hilfsbereite Nachbarn mit anderen Augen sehen. Kurz zusammengefasst, um was es geht:


Er will ihr nah sein, noch näher, immer noch näher. Bis es irgendwann nicht näher geht.
London, Fundbüro des öffentlichen Nahverkehrs. Lester Sharp kümmert sich um herrenlose Fundsachen: Handys, Schlüssel, Portemonnaies – besonders gern um Kleidungsstücke und medizinische Gerätschaften. Er ist auch privat ein Sammler und Sonderling, der sich schwertut mit Frauen und zwischenmenschlichen Beziehungen. Als er der jungen Erin begegnet, weiß er zunächst nicht, wie er sich verhalten soll – findet aber schon bald eine Möglichkeit, ihr nah zu sein. Näher, als es ihr lieb sein kann…

Lester Sharp, die erfolgreiche Tänzerin mit körperlichen Beschwerden Erin und Rhys, ein Immobilienmakler sind hier die Hauptprotagonisten, aus dessen Perspektiven abwechselnd geschrieben wird. Dieser Wechsel ist gut gelungen und sorgt für permanente Spannung, sodass ich zum weiterlesen gezwungen wurde. Ich konnte jeden Charakter im Laufe der Geschichte gut kennenlernen, besonders Lester Sharp. Denn aus kurzen Rückblenden erfuhr ich, dass es nicht das erste Mal ist, dass er einer Frau auf Schritt und Tritt verfolgt, sie beobachtet und sie versucht in den Wahnsinn zu treiben. Aber vor allem von ihr besessen ist. Diese Parallelen aus der Vergangenheit haben nach und nach für Wendungen gesorgt, mit denen ich wirklich überhaupt nicht gerechnet habe. Das Ende hat mich positiv überrascht und mir hat besonders dieser Punkt sehr gut gefallen. Denn lange Zeit wurde ich auf eine komplett falsche Fährte geführt, bis ich die Augen geöffnet bekam. 

Besonders gut kommt Sharps' krankes und vor allem verkehrtes Denken rüber, der nicht nur Erins' Verhalten komplett falsch auffasst. Seine verdrehten Gedankengänge zeigen, dass er wirklich ein großes Problem hat und ehemalige Sitzungen mit einer Psychologin gar nichts gebracht haben. Auch auf seiner Arbeit im Fundbüro zeigt er ein extrem gestörtes Verhalten auf, was er jedoch gut verbergen kann. Erin kommt sehr sympathisch rüber, ihre Gedanken und Gefühle konnte ich sehr gut nachvollziehen. Ihr Verhältnis zu Rhys hat sich nach und nach aufgebaut, was Lester Sharp natürlich keine Sekunde entgangen ist. Wie sie sich gegen ihren kranken Nachbarn zu Wehr setzt, lest ihr am besten ganz schnell selbst, denn besonders dieser Charakter hat für den größten Überraschungsmoment gesorgt. 

Kurze Kapitel, die sich aus den erwähnten Blickwinkeln abwechseln und der flüssige und lockere Schreibstil von Sarah Nisi haben für eine besonders bedrückende und unheimliche Atmosphäre gesorgt, was diesen Psychothriller so genial macht. Der Inhalt kommt komplett ohne blutige Szenen aus, denn hier überzeugt psychologisches Können. Nach dieser Geschichte fragt man sich genauer, ob der eigene Nachbar einfach nur hilfsbereit oder ein durchgedrehter Psychopath ist. Vielleicht achtest du aber auch auf Kleinigkeiten in deiner Wohnung und prägst dir diese genau ein, denn wer weiß, was in deiner Abwesenheit in deinen eigenen vier Wänden passiert:-). Oder du achtest auf deine Lautstärke, besonders beim Telefonieren. Wer weiß, wer alles mithört. Für mich ist "Ich will dir nah sein" ein Thriller, der das "Psycho" mit Bravour verdient hat.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.05.2021
Resistent (eBook, ePUB)
Mühlenhaupt, Stefanie

Resistent (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ein spannender und actionreicher Ökothriller!

"Resistent – Sie werden uns kontrollieren“
von Stefanie Mühlenhaupt und dem Verlag Dp DIGITAL PUBLISHERS ist ein Thriller, der heute am 27. Mai 2021 erschienen ist und der mir sehr gut gefallen hat. Dies ist eine Neuausgabe des Romans "Bienentod".

Wenn Widerstand die einzige Möglichkeit ist zu überleben …
Bewegend und erschreckend realistisch: Der Thriller von Stefanie Mühlenhaupt

Im Auftrag einer Forschungsfirma entwickelt die Wissenschaftlerin Sophie Bergmann genetisch modifizierte Bienen, die gegen alle Umwelteinflüsse resistent sind. Seit vielen Jahren von dem Unternehmen gefördert und versorgt, arbeitet sie in dem festen Glauben, mit dessen Hilfe den Hunger in der Bevölkerung zu bekämpfen. Unerwartet stirbt eines der von ihr gezüchteten resistenten Bienenvölker. Sophie kann eine tödliche Mutation nachweisen, die sie bereits früher entdeckte, aber gezwungen wurde nicht weiter nachzuforschen. Anders als sie ihr ganzes Leben angenommen hat, scheint sich ihr Geldgeber nicht so sehr für das Bienensterben zu interessieren, sondern vor allem nach Macht zu streben. Erst als Sophie zusehen muss, wie ihr Kollege vom Sicherheitsdienst der Fima ermordet wird und sie selbst in die Schusslinie gerät, wird ihr klar, dass sie für sich und die Bevölkerung die Wahrheit herausfinden muss. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt …

Der Inhalt hat mich sehr gut unterhalten, teilweise richtig gefesselt und durch die actionreichen Abschnitte zwischendurch ging es sehr rasant und spannend zu. Das aktuelle und ernste Thema über Klimawandel, das aus dem Gleichgewicht geratene Ökosystem und verherende Umwelteinflüsse machen diesen Thriller zu einem interessanten und aktuellen Ökothriller. Die Hauptprotagonistin Sophie Bergmann ist Wissenschaftlerin mit Leib und Seele. Sie hat sich auf Molekularbiologie im Allgemeinen und speziell auf die Genetik von Bienen spezialisiert. Im Auftrag einer mächtigen, skrupellosen und korrupten Forschungsfirma namens FoodTec entwickelt sie Bienen, die gegen alle Umwelteinflüsse resistent sind. Die Ergebnisse ihrer harten Arbeit sollen einen wichtigen Durchbruch für das Überleben der Menschheit darstellen, da extremer Lebensmittelengpass herrscht. Sie handelt in dem festen Glauben, mit ihrer Hilfe den Hunger zu bekämpfen. Ihre Wildbienen, die durch genetische Manipulation und Züchtungen Resistent gegenüber jeglichen Fremdkeimen und Parasiten sein sollen, würden die zukünftige Landwirtschaft revolutionieren. Als sie endlich soweit ist, tritt eine Mutation auf. Sophie geht der Sache auf den Grund und sie muss mit eigenen Augen sehen, wie ihr Kollege auf brutale Art umgebracht wird. Schnell kapiert sie, dass auch sie auf der Todesliste steht. Die Frage, ob sie sich die ganze Zeit hat manipulierten lassen, lässt sie nicht in Ruhe. Sie flüchtet und sucht nach Antworten, die ein mysteriöser Speicherstick enthält. Doch auch dies wird ihr erst einmal zum Verhängnis und sie lernt eine andere Seite der Forschung kennen. Ausgerechnet mit jemandem, mit dem sie überhaupt nicht gerechnet hätte.

Sophie war mir von Anfang an sympathisch und ich konnte sie mir die ganze Zeit hervorragend vorstellen. Ich habe oft mit ihr mitgefiebert und war mit ihr auf einer Seite. Ausserdem wird sie sehr authentisch und lebhaft dargestellt, genau wie alle anderen Charaktere die hier vorkommen.
Die verschiedenen Orten im Thriller werden sehr gut beschrieben, sodass ich beim lesen klare Bilder vor Augen hatte. Schnell war klar, dass Sophie von FoodTec verraten wurde und das sie um ihr Leben kämpfen muss. Die Welt in die sie anschließend eintaucht besteht auch aus viel Gewalt und sie wurde mit der Zeit eine mehrfache Zeugin von brutalen Morde. Aber ob sie sich auf dieser Seite besser fühlt lest ihr am besten ganz schnell selbst. Insgesamt ist dies ein wunderbarer und origineller Thriller, der mich teilweise sehr gefesselt hat!

Bewertung vom 26.05.2021
Das Heim
Strandberg, Mats

Das Heim


ausgezeichnet

Beklemmende Vorkommnisse im Nebelfenn!

"Das Heim" von Mats Strandberg und dem Fischer Tor-Verlag ist ein Horror-Roman, der mir unheimlich gut gefallen hat. Obwohl ich von Horror nicht viel gespürt habe, hat mich diese mysteriöse und übernatürliche Handlung überzeugt. Mich hat der Mix aus dunklen Geheimnissen und mysteriösen/exorzistischen Szenen bestens unterhalten.

Mats Strandberg schreibt unheimlich bildlich und detailliert, sodass mir die komplette Handlung während des Lesens wie ein Film vor meinen Augen abgelaufen ist. Kurze und abwechslungsreiche Kapitel in einem flüssigen Schreibstil sorgen für einen schnellen und runden Lesefluss. Denn es wird abwechselnd aus drei Perspektiven geschildert. So konnte ich nicht nur die Protagonisten Joel und Nina gut kennenlernen, auch in dessen Gefühle, Gedanken und Handlungen habe ich mich sehr gut hineinversetzen können. Dazwischen gibt es erschreckende Einblicke in das Leben aus dem Nebelfenn, dem Altenheim für Demenzkranke. Da die Perspektiven sich immer abwechseln, konnte gut Spannung aufgebaut werden. Auch wenn der Roman ruhig anfängt, wird die Handlung nach und nach logisch und verständlich aufgebaut, sodass ab der Mitte ein leichter Gruselfaktor entsteht. Die spürbare übernatürliche Atmosphäre im Nebelfenn hat mir oft Gänsehautmomente beschert, aber auch der Alltag der demenzkranken Bewohner hat mich emotional getroffen und berührt.

Nicht nur der Verfall der Menschen wird realistisch dargestellt, auch dessen Hilflosigkeit hat mich getroffen. Schleichende Wesensveränderungen, stereotypisches und aggressives Verhalten und trostloses Dahinvegetieren beschreibt Mats Strandberg erschreckend authentisch. Die bedrückende Atmosphäre im Nebelfenn war vom ersten Augenblick an deutlich zu spüren, sodass meiner Meinung nach der Mix aus übernatürlichen und realistischen Handlungen sehr gut gelungen ist. Die Beziehung zwischen Joel und Nina wird nach und nach häppchenweise aufgeklärt, sodass ich mir, besonders am Anfang, oft selbst meine Gedanken über die beiden gemacht habe. Was in ihrer Jugend passierte und warum beide getrennte Wege gegangen sind, sorgt im Laufe der Handlung für ein gelungenes Werk, wo mit ihren Ängsten gespielt wird. Auch ihre geplatzten Träume und dunklen Geheimnisse kommen ans Tageslicht, die sie nicht mehr verheimlichen können. Denn die krassen Vorkommnisse im Nebelfenn lassen kein Schweigen und Verdrängen mehr zu, denn anders kann Joels' Mutter Monika nicht geholfen werden.

Joel und Nina haben mir beide sehr gut gefallen, denn es sind Charaktere, die große psychologische Tiefe besitzen. Joels' Probleme und Ninas' Schilderungen aus ihrem Berufsalltag machen sie zu lebendigen und authentischen Figuren. Obwohl "Das Heim" ein Horroschocker auf sanfte Art ist, hat mir diese übernatürliche Story unheimlich gut gefallen. Es wirkt nichts zu extrem oder unglaubwürdig, weshalb ich den einen oder anderen Schauer abbekommen habe. Vergleichbar zu Stephen King ist die Handlung ruhig, mir hat das Buch trotzdem super gefallen. Besonders die psychologischen Aspekte! Ein gelungener Roman mit düsterer Atmosphäre, der mir gut gefallen hat. Das Nebelfenn hat für das perfekte Setting gesorgt!

Bewertung vom 24.05.2021
Berlin Heat
Groschupf, Johannes

Berlin Heat


ausgezeichnet

Ein gelungener und actionreicher Politthriller!

"Berlin Heat" von Johannes Groschupf und dem Suhrkamp-Verlag ist ein Thriller, der am 10. Mai 2021 erscheint ist. Mir haben die 256 Seiten richtig gut gefallen, denn dies ist eine sehr rasante und gehetzte Story, wo Humor nicht zu kurz kommt. Trotzdem enthält der Inhalt ein aktuelles, brisantes und politisches Thema.


Berlin ist kochend heiß im ersten Sommer nach der Pandemie. Die Touristen sind zurück in der Party City, überall wird exzessiv gefeiert, die Menschen genießen die Zeit nach dem Lockdown. Gut für Tom Lohoff, der für das Partyvolk aus aller Welt Wohnungen, Drogen aller Art, Sex und Zugang zu Top-Clubs im Angebot hat. Und hohe Spielschulden bei einem fiesen Gangster. Tom braucht Geld, egal woher, auch wenn er lügen und betrügen muss.

Auch politisch geht es in der Stadt heiß her. In ein paar Wochen sind Bundestagswahlen, die Rechten inszenieren die Entführung eines ihrer Politiker als False-Flag-Operation, um auf Stimmenfang zu gehen, und Tom hat ihnen versehentlich eine seiner Wohnungen vermietet. Die Dinge geraten außer Kontrolle. Atemlos hetzt Tom durch Berlin, immer unter Druck, immer in Gefahr, immer auf der verzweifelten Suche nach Geld. Und da sind noch ein psychotischer Nazi und eine ausgekochte Polizistin. Gewitter krachen über der Stadt, und am Brandenburger Tor und über dem ehemaligen Führerbunker kommt es zu einem blutigen Showdown.


Dieser temporeiche und vor allem aktuelle Politthriller mit Berlin als Schauplatz ist abwechslungsreich, der mich auf jeden Fall sehr gut unterhalten hat. Kapitel in einer angenehm kurzen Länge und der flüssige/schnelle Schreibstil haben für einen schnellen Lesefluss gesorgt. Einige Nebenschauplätze in Berlin kommen gut zur Geltung und kommen dank Hauptprotagonist Tom Lohoff sehr lebendig rüber. Er schildert die aktuelle Situation nach dem Corona-Lockdown und wie sehr Berlin wieder aufblüht. Doch auch Lohoff muss wieder seinen Platz im öffentlichen Leben finden, denn der spielsüchtige Wohnungsvermittler muss in kurzer Zeit eine hohe Summe an Schulden zurückzahlen. Auch muss er erkennen, daß er eine Wohnung an die falschen Personen vermietet hat. Da aus seiner Perspektive geschrieben wird, konnte ich mich in seine Lage gut hineinversetzen. Das Denken und die Handlungen eines Spielsüchtigen kommen authentisch rüber, auch die passende Atmosphäre hat der Autor gut rübergebracht. An typischen Klischees mangelt die Story überhaupt nicht und im Verlauf der Story kommen für Lohoff immer mehr Verstrickungen hinzu, was zu einem krassen Ende führt.

Da es viele Handlungen aus dem kriminellen Berliner-Milieu gibt, ist dementsprechend auch der Wortschatz. Hart und ungeschönt, welcher aber definitiv passt und bei einigen politischen Äußerungen sollte man sich als Leser/in im klaren sein, das dies nur eine Geschichte ist und nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Besonders die Äußerungen über Frau Merkel. Tom Lohoff war mir nicht unsympathisch, jedoch auch nicht sympathisch. Er führt ein Leben mit typischen Klischees eines Verlieres, der es nicht schafft, sein Leben auf die Reihe zu bekommen. Jedoch hat mich seine ehrliche Art überrascht. Von einigen Nebencharakteren konnte ich mir ebenfalls ein klares Bild machen, die teilweise wirklich schräg sind. Die bunt gemischten Charaktere haben mir allesamt gut gefallen und sie geben dem Inhalt das gewisse Etwas. Das politische Thema ist aktuell und gut umgesetzt. Zusammen mit reichlich Action hat Johannes Groschupf ein rasantes Werk mit reichlich schwarzen Humor geschrieben. Mir hat "Berlin Heat" auf jeden Fall sehr gut gefallen.

Bewertung vom 22.05.2021
Weinen möcht ich wie ein Kind (eBook, ePUB)
Wegberg, Jordan

Weinen möcht ich wie ein Kind (eBook, ePUB)


sehr gut

Kurzweiliger Berliner-Krimi!!

Die 16-jährige Danielle Ahlisch kommt vom Konzert ihrer Lieblingsband nicht nach Hause zurück. Kurz darauf wird ihre übel zugerichtete Leiche im Treptower Park gefunden. Ihre Familie, ihre beste Freundin und ihre Lehrerin sind fassungslos. Wer kann das freundliche, hilfsbereite Mädchen so gehasst haben? Schnell fällt der Verdacht auf die Familie Klewa, deren vierjährigen Sohn sie oft betreut hat. Erst kurz vor ihrem Tod hatte Danielle im Internet nach der Adresse des Jugendamts gesucht, weil die Eltern überfordert wirkten. Fürchteten sie, dass man ihnen Ihr Kind wegnehmen würde? Der Verdacht erhärtet sich, als sie nach der ersten Befragung nicht mehr erreichbar sind. Der Neu-Berliner Kommissar Joris Eichendorf steht vor einem Rätsel. Wären die Eltern wirklich zu dieser Tat fähig? Außerdem gestaltet sich der Start in Berlin für Eichendorf schwieriger als gedacht, denn schon bald wirft sein altes Leben einen Schatten auf den Neuanfang … 

"Weinen möcht ich wie ein Kind (Kommissar Eichendorf ermittelt 1)" von Jordan Wegberg und dem Aufbau Digital-Verlag ist ein Kriminalroman, der am 1. April 2021 erschienen ist. Mir hat der Inhalt gut gefallen, denn die typischen Ermittlungsarbeiten kommen hier nicht zu kurz und diverse Vernehmungen kamen authentisch rüber. Ich konnte Joris Eichendorfs' Ermittlungen gut mitverfolgen, der von Anfang an sehr sympathisch rüberkam. Da er noch nicht lange in Berlin als Ermittler tätig ist und er mitten im Umzug ist, wird er vom Möbelaufbau unterbrochen als Danielles' Leiche im Treptower Park gefunden wird. Zusammen mit seinem Kollegen Bernd befragen sie nicht nur die unter Schock stehende Familie der Ermordeten, auch ihre beste Freundin Shaya, ein unsympathisches Mädchen, die Danielle überhaupt nicht leiden konnte, Familie Klewa und die beliebte Band "Bunte Kinder" werden gründlich unter die Lupe genommen. Denn jeder ist sich einig: Danielle war ein sehr liebes und hilfsbereites Mädchen, das keiner Fliege was zur Leide tun konnte. Trotzdem weisen ihre Verletzungen auf tiefen Hass hin. Die Suche nach dem Täter gestaltet sich schwieriger als erwartet und besonders auf die Familie Klewa haben die Kommissare ein besonders wachsames Auge. 

Joris Eichendorf ist ein interessanter Charakter, der mich besonders ganz am Ende überrascht hat. Denn hier hat er ein Geheimnis gelüftet, auf das ich überhaupt nicht gekommen bin. Dies war ein sehr gelungener Überraschungsmoment, der mir unheimlich gut gefallen hat. Auch der Fall ist spannend, er entwickelt sich von Kapitel zu Kapitel weiter und ich wurde geschickt auf falsche Fährten geführt. 382 Seiten enthalten vier Teile, die in Tage aufgeteilt sind. 45 Kapitel in angenehmer Länge sind, dank einem flüssigen und modernen Schreibstil, flott zu lesen. Es wird aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, auch Nebencharaktere kommen nicht zu kurz. Der Autor schreibt detailliert, sodass ich den Krimi bildlich gut vor Augen hatte. 

Einziger Kritikpunkt von mir waren die ständigen Erwähnungen von Danielles' Übergewicht. Dies hat sich so oft wiederholt, sodass ich es nicht mehr lesen konnte. Immer wieder wurde hierauf hingewiesen, sodass ihre Leibesfülle ein sehr großes Thema war. Außerdem ist mir aufgefallen, dass der Autor ständig "habb" anstatt habe verwendet. Dieser Sinn war mir bis zum Schluss nicht wirklich klar, jedoch ändert dies nichts an dem Inhalt. 

Der eingebaute Humor hat mir gut gefallen, er wirkt nicht zu übertrieben oder albern. Besonders Joris' Standardsatz am Ende jeder Wohnungsvernehmung »Dürfte ich mal Ihre Toilette benutzen?« hat ihn als klasse Ermittler dargestellt. Mit seiner Kamera als Begleiter würde ich mich auf jeden Fall freuen, in Zukunft mehr über ihn zu lesen.