Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: milli0910
Wohnort: Düren
Über mich:
Danksagungen: 1 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 34 Bewertungen
Bewertung vom 23.07.2019
Harz
Riel, Ane

Harz


ausgezeichnet

Das Cover des Buches ist auf der einen Seite ziemlich schlicht und auf der anderen Seite doch sofort auffällig. Mir gefällt, dass es nicht so Thriller- Typisch aufgebaut ist wie die meisten anderen. Die alles einnehmende Schrift, welche uns den Titel verrät sind bernsteinfarben ausgefüllt, was zusätzlich das Symbol des Harzes unterstreicht. Insgesamt finde ich das Cover toll gestaltet.

Inhalt:
Vorwieglich ist das Buch aus der Sicht von der sechs jährigen Liv verfasst. Jedoch erzählt das Buch nicht nur ihre Geschichte, sondern Hauptsächlich die ihres Vaters, auch die ihrer Mutter und am Rande die ihrer Großeltern. Liv hatte einen Zwillingsbruder, welcher jedoch als Säugling bei einem Unfall ums Leben kam. Seitdem ist der liebende Vater Jens immer und immer mehr mutiert zu einem kontrollsüchtigen und überängstlichen Helikoptervater. Er bindet seine Tochter emotional so sehr an ihn, dass es auf Außenstehende wohl als einengend empfunden werden würde, tatsächlich ist jedoch seine Verlustangst so hoch, dass er sich nicht anders zu helfen weiß. Zuerst mag man meinen, dass dies ein sympathischer Charakterzug ist und ihm die Menschen, die ihm am Herzen liegen, sehr viel bedeuten. Tatsächlich jedoch gerät seine Fürsorge außer Kontrolle, als er seine Tochter nach einem gemeinsamen Bootsausflug für tot erklären lässt. So will er sie komplett von der Außenwelt abschotten, um sie, versteckt in einem Container den sie nur im Dunkeln verlassen darf, vor jeder möglichen Gefahr und einer Entdeckung durch andere zu bewahren. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr realisiert man, woher Jens Ängste und sein Wahnsinn kommen. Zwar bemerkt ab einem gewissen Punkt Jens Frau, dass sein Verhalten krankhaft wird, jedoch stopft sie ihren Kummer mit so viel Essen, dass sie aufgrund ihrer Fettleibigkeit bettlägerig wurde. In ihren Briefen an ihr Kind öffnet sie sich ihrer Tochter Stück für Stück. Da Liv jedoch mit ihrem Vater und seinen Methoden groß geworden ist, ist ihr Leben für sie normale Realität.

Meine Meinung:
Es gibt so ziemlich hunderte Sachen, die mir an dem Buch gefallen haben und ungefähr die Hälfte davon macht das Buch in meinen Augen zu etwas Besonderem: Zum einen bin ich ein großer Fan der Erzählweise. Der größte Teil der Geschichte wird aus der Sicht von der kleinen Liv erzählt. Diese schildert Geschehnisse in einer kindlichen Weise. Das Tolle daran ist, dass alles sehr wertfrei ist- mit ihren sechs Jahren betrachtet sie die Art und Weise ihres Vaters als vollkommen normal. Gelungen fand ich auch die Briefe, die Liv von ihrer Mutter bekommt. Diese sind sehr emotional und bringen eine vollkommen andere Grundstimmung mit in das Buch ein. Letztendlich ist in meinen Augen jedoch Jens die eigentliche Hauptfigur des Thrillers. Durch die vielen Erzählungen seine Vergangenheit betreffend, lernt man ihn nochmal als Kind kennen und mit ihm seine Familie. Alle drei Komponenten tragen zum Einen zu einem spannenden Lesefluss ein, sorgen jedoch auf der anderen Seite dafür, dass alle aufkommenden Fragen mit und mit beantwortet werden. Die Grundstimmung des Buches, trotz unschuldig kindlicher Passagen, ist bedrückend. Man ist wütend auf Jens, man empfindet tiefes Mitleid für Liv, Unverständnis für deren Mutter und Fassungslosigkeit die Geschichte betreffend. Das Krankheitsbild des psychisch kranken Jens erschreckt einen in seinem Ausmaße sehr tief und hinterlässt auch nach Beenden des Buches noch ein bedrückendes Gefühl im Bauch. Natürlich werde ich hier nicht spoilern, aber besonders die letzten Kapitel waren doch nur sehr schwer zu lesen und zu verarbeiten- obwohl ich mit großer Leidenschaft Thriller und Horrorbücher lese. Einzig negativ finde ich, dass der Klappentext in meinen Augen nicht sinnvoll verfasst wurde. So wie man es da liest klingt es, als ginge es in dem Buch vorweg um Liv.

Bewertung vom 17.07.2019
Find mich da, wo Liebe ist
Harris, Anstey

Find mich da, wo Liebe ist


ausgezeichnet

Das Cover des Buches finde ich außergewöhnlich schön. Ich kann gar nicht genau beschreiben wieso, aber gleich auf den ersten Blick in der Buchhandlung hatte es mich angesprochen und ich war dem Buch verfalle. Scheinbar kann man mich leicht mit offensichtlichen Liebesroman- Covern locken.

Inhalt:
Grace ist Cellistin und steht kurz vor dem wirklich größten Durchbruch ihrer Karriere. Gerade, als sie dachte, dass sie alles erreicht hat, was sie sich für ihr Leben gewünscht hat, beendet ein traumatisches Ereignis ihre Karriere. Bereit für einen Neuanfang zieht sie in ein Dorf in England und eröffnet einen eigenen kleinen Laden, in welchem sie Musikinstrumente in liebevoller Handarbeit selber herstellt. Der Rest ihres Lebens dreht sich um ihren Liebsten in Frankreich, David. Bereits seit acht Jahren sind die beiden offiziell ein Paar. Und genauso lange wartet Grace auch schon darauf, dass David endlich seine Frau und seine Kinder verlässt, um gemeinsam mit ihrer großen Liebe noch glücklicher zu werden. Als wären die Selbstständigkeit und eine geheime Beziehung nicht anstrengend genug, wird Grace’s neu aufgebautes Leben erneut durcheinander gebracht. Ohne ihre beiden- doch ungleichen- Freunde Mr. Williams und Nadia würde sie wohl den Kopf endgültig in den Sand stecken. Wieder steht Grace vor einer Entscheidung: Soll sie erneut einen Neuanfang wagen?

Meine Meinung:
Dieser Roman ist in meinen Augen so viel mehr als “nur” ein Liebesroman. Anhand des Klappentextes hätte ich das niemals gedacht, aber die Musik, die Freundschaft und der Mut vor einem Neuanfang stehen mindestens genauso im Fokus wie Grace’s Liebe zu David. Die Geschichte als solche ist gefühlvoll geschrieben, wobei die Musik und die spürbare Liebe der Protagonistin zu der Musik eine entscheidende Rolle dazu beitragen, dass das Buch einen fesselt. Die Autorin Anstey Harris hat mir, gewebt in die Geschichte, neue Einblicke in die Welt der Musik und der Herstellung von Musikinstrumenten gewährt, was ich sehr abwechslungsreich im Gegensatz zu anderen Romanen fand. Der Schreibstil als solcher war nicht besonders, jedoch hat er einen sanft durch die Geschichte getragen. Die Protagonisten sind wunderbar gezeichnet; besonders spannend fand ich die Unterschiedlichkeit der drei Freunde- was sie gemeinsam jedoch mit einem starken Band verbindet. Einzig Grace Naivität, dass sie denkt, nach mehr als acht Jahren würde David tatsächlich seine Frau verlassen, finde ich für eine erwachsene Frau etwas zu überspitzt. Diese Abhängigkeit steht in meinen Augen in einer Konkurrenz zu ihrem ansonsten doch starken Wesen, welches an unterschiedlicher Stelle immer wieder herausgestellt wird. Als sich die Ereignisse erneut überschlagen, war das eine tatsächliche Wendung in der Story, die ich nicht erwartet habe und mich so gegen Ende nur noch mehr an das Buch gefesselt hat. Was einen weiteren Pluspunkt für mich ausmacht, ist, dass die Autorin bei all den Schicksalsschlägen und dem Liebeskummer nicht vergessen hat, den Schreibstil mit ausreichend Witz und Charme zu spicken, damit das Gelesene innerlich nicht nur ins negative abrutscht.

Fazit und Empfehlung:
Für mich war “Find mich da, wo Liebe ist” das erste Buch von der Autorin Anstey Harris. Nach dieser absolut wunderbaren und gefühlvollen Geschichte wird es wohl nicht das Letzte gewesen sein. Eine Geschichte, die Freundschaft, Liebe und sogar die Musik harmonisch vereint.

Bewertung vom 17.07.2019
Inselküsse
Kühne, Evelyn

Inselküsse


sehr gut

Das Cover des Buches gefällt mir sehr gut. Ich mag Cover, die einem sofort die Lust bereiten, sich ans Meer zu legen und zwischen den Buchseiten zu versinken. Als mich dann auch noch der Klappentext und die Leseprobe begeistert haben, wusste ich, dieses Buch muss ich lesen.

Inhalt:
Marie ist 43 Jahre alt und wohnt als alleinerziehende Mutter von drei Kindern in einer Wohnung in Berlin. Ihr Leben ist geprägt von Stress und dem Druck, finanziell über die Runden zu kommen. Trotz mehrerer Jobs, worunter sich auch eine ihrer größten Leidenschaften, das Keramikdesign findet, kümmert sie sich nebenher noch um ihre ältere Nachbarin Ruth. Als das Wohnhaus an einen neuen Besitzer verkauft wird, soll auf eine Sanierung eine Mieterhöhung folgen- mehr Miete als Marie aufgrund der schlechten Auftragslage aufbringen könnte. Kurzerhand schlägt Ruth vor, dass Marie und die Kinder mit ihr in ihr Haus auf Rügen ziehen könnten. Marie stimmt trotz vieler Bedenken zu und beginnt gleich ihre Entscheidung zu bereuen, als sie sieht, in welch schlechtem Zustand sich das Haus befindet. Dennoch beginnt sie, gemeinsam mit einem Tischler namens Christian, das Gebäude wieder wohnlich zu gestalten.


Meine Meinung:
Mit diesem Roman hat Evelyn Kühne bei mir wirklich einen Volltreffer gelandet. Er ließ sich leicht und locker lesen, man brauchte nicht viel nachdenken und konnte sich am Abend bequem in den Garten setzen. Der Schreibstil war leicht zu verstehen und doch nicht so seicht, dass man dachte, man hätte ein Kinderbuch in den Händen gehalten. Die Story als solche hat das Rad zwar nicht neu erfunden, war in ihrer Individualität jedoch anders, als die meisten anderen Liebesromane die ich in letzter Zeit gelesen habe. Einen großen Pluspunkt bekommt die Autorin von mir für die perfekte Dosierung der “Landschaftsbeschreibungen”. In diesem Falle waren sie gerade richtig, damit man sich gedanklich in der Kulisse zurechtfinden kann, jedoch nicht so weit ausgeschweift, dass man die Passagen am liebsten überspringen würde. Auch die Protagonisten und Protagonistinnen haben es mir angetan. Sie hatten genügend Charakterzüge um in meinem Kopf als reale Personen zu erscheinen. Gleichwohl sich die Charaktere nur schleppend bis gar nicht entwickelt haben. Besonders Marie mochte ich sehr gerne, da sie nicht die typische Karrierefrau ist, in deren Leben alles prima ist, sondern eher eine breite Masse der weiblichen Gesellschaft verkörpert. An der einen oder anderen Stelle erschien die Story als solche doch sehr klischeebelastet, ich empfand dies aber nicht als zu störend. Die Autorin hat es geschafft, einem Marie so nahe zu bringen, dass man ihr dieses kitschige, sich anbahnende Glück von Herzen wünscht.Auch, dass es kein “2 Jahre später” etc. am Ende gab, finde ich hier sehr gelungen. So kann man selber überlegen, was und wie es Maries kleiner Patchworkfamilie im Laufe der Zeit ergangen ist.

Fazit und Empfehlung:
Dieses Buch fällt in meinen Augen unter den Begriff meiner geliebten “Wohlfühlromane”. Man liest ihn, man genießt, die Zeit verfliegt- und schon hat die Geschichte ein Ende gefunden. Zwar war dieses Buch mein erstes von der Autorin Evelyn Kühne, ich bin mir aber sicher, dass ich das ein oder andere in Zukunft noch gerne lesen würde.

Bewertung vom 03.07.2019
Dunkelsommer
Jackson, Stina

Dunkelsommer


sehr gut

Das Cover des Buches zeigt das Geschehen unter sich aus der Vogelperspektive. Wobei “das Geschehen” einzig aus einem einsamen Auto besteht, welches im Wald unterwegs ist. Das Cover ist einfach gehalten und bietet doch eine Allegorie zu dem Inhalt des Spannungsromans, was mir sehr gut gefällt. Auch das der Titel noch sehr geheimnisvoll ist, hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht.

Inhalt:
Als Lelle seine jugendliche Tochter Lina vor drei Jahren an der Bushaltestelle absetzte, wartete er nicht, bis sie in den Bus eingestiegen war. Genau das wurde ihm zum Verhängnis: Seine geliebte Tochter verschwand, seine Frau gab ihm die Schuld und er wurde verlassen. Aus diesem Grund fährt er beinahe jede lange Nacht durch Schwedens Wälder, kleine Straßen und abgelegene Ecken. Er ist sich sicher, dass seine Tochter am Leben ist und fest entschlossen, sie zu finden. Immer mehr verliert sein Leben an Kontrolle und er sucht nach der Erlösung von seinen eigenen Schuldgefühlen. Eines Tages trifft er die 17 Jahre alte Meja, welche mit ihrer Mutter neu in die Gegend gezogen ist. Sie beginnt, sein Leben noch einmal vollständig auf den Kopf zu stellen. Als ein weiteres Mädchen verschwindet ist Lelle sicher: Dies hat etwas mit Linas Entführung zutun.

Meine Meinung:
Der Roman ist in zwei Teile gegliedert und wird insgesamt aus drei verschiedenen Ich- Perspektiven erzählt. Im ersten Teil treten nur die beiden Hauptfiguren Lelle und Meja auf, aus deren Sichtweisen abwechselnd ein kurzes Kapitel erzählt wird. Ab dem zweiten Teil kommt dann die Geschichte eines weiteren Mädchens hinzu- was ich hier allerdings noch nicht näher ausführen möchte. Nach der Leseprobe konnte ich es bereits kaum erwarten zu erfahren, wie es weitergeht. Gut, dass ich nicht enttäuscht wurde. Für mich hat dieses Buch den Titel “Spannungsroman” tatsächlich verdient. Ich fand es unheimlich spannend, Lelle auf seinen nächtlichen Fahrten zu begleiten, aber auch die Teile in denen Meja versucht, sich mit ihrem neuen Leben zu arrangieren, habe ich nicht als störend oder unnötig empfunden. Besonders, dass immer an den unaushaltbar spannenden Stellen ein Sprung gemacht wurde, war taktisch sehr klug eingesetzt. Stina Jackson hat es geschafft, eine durchweg spannende und bedrückende Atmosphäre zu kreieren, welche den Leser in seinen Bann zieht und nur so durch das Buch fliegen lässt. Auch die ausgeführten, aber nicht langweilig detaillierten Beschreibungen der Landschaften und Umgebungen fand ich nur dazu beitragend, sich mittendrin zu fühlen. Gekennzeichnet ist das Buch in meinen Augen von der anschaulichen Darstellung von Lelles Gefühlen und Verzweiflung. Ein großer Pluspunkt für das Buch, da man so mit den Charakteren mitfühlt und sich nicht als außenstehender Beobachter fühlt. Zwei negative Aspekte muss ich leider dennoch ansprechen: Zum ersten finde ich, dass der zweite Teil- wo die dritte sehr entscheidende Person auftritt- durchaus hätte etwas länger sein können. Stattdessen hätte man am Mittelteil sparen können, dessen Spannung doch deutlich abnahm und das Lesen etwas mühseliger wurde.Dennoch werden sehr interessante Fakten in dem Buch dargelegt, die mich oft zum Nachdenken gebracht haben.

Fazit und Empfehlung:
Dieser Debütroman ist Stina Jackson zu beinahe 100% gelungen. Wenn auch besonders die Mitte des Romans qualitativ etwas abfällt, ist es durchweg spannend und hat einen Pageturner- Charakter. Ich kann mir durchaus vorstellen, auch die folgenden bücher der Autorin nicht außer Acht zu lassen. Dieser Roman ist für jeden etwas, der auf gute Thriller ohne blutrünstige Momente steht.

Bewertung vom 03.07.2019
Perfectly Broken
Stankewitz, Sarah

Perfectly Broken


ausgezeichnet

Das Cover des Buches war das erste, was mir an diesem Roman aufgefallen ist. Diese wunderschöne Mamorimitation ist einfach eine traumhafte Basis für dieses schlichte Cover. Auch der Titel, welcher übersetzt doch recht ungewöhnlich wirkt, passt rückblickend perfekt zu der Geschichte.
Inhalt: Brooklyn ist unwahrscheinlich glücklich mit ihrem Leben. Bis an ihrem Geburtstag ihr geliebter Freund bei einem Autounfall ums Leben kommt. Sie hat nicht das Gefühl, dass sie in ihrer Heimat Manchester noch etwas hält und so beschließt sie, einen Neuanfang in Bedford zu starten. Aus ihrem alten Leben begleitet sie dabei einzig der kleine Ghost, ihr Hund und ihre einzige emotionale Stütze. Sie beginnt einen neuen Job und bezieht eine kleine Wohnung. In dieser befindet sich eine verschlossene Tür, welche in die Wohnung ihrer Nachbarn führt. Ihr Nachbar Chase, welchen sie durch die verschlossene Türe kennenlernt, beginnt, ihr Hoffnung zu schenken. Es beginnt eine Freundschaft zwischen zwei Menschen, die sich noch nie gesehen haben. Doch durch die Türe bekommt Brooklyn mehr und mehr mit und ihre Gespräche mit Chase sind das wohl schönste, was ihr in diesen Monaten passiert. Nach und nach beginnt Brooklyn mehr Gefühle zu entwickeln. Kann sie ihren verstorbenen Freund so betrügen? Ist sie bereit für eine neue Liebe?


Meine Meinung:
Dieser Roman ist einer der schönsten Liebesromane, den ich in der letzten Zeit gelesen habe. Besonders bemerkenswert fand ich den Charakter der Brooklyn. Nicht nur, dass ich sie als unheimlich starke Frau wahrgenommen habe, ich fand ihre Gefühle so real und so echt, dass ich nicht selten am liebsten mit ihr in Tränen ausgebrochen wäre. Aber auch Chase empfinde ich als sehr real handelnde Person. Ihn im echten Leben würde sich wohl jede Frau wünschen. Seine verständnisvolle und liebevolle Art, welche Brooklyn durch die wohl schwerste Zeit ihres Lebens hilft, war ein weiteres meiner persönlichen Highlights innerhalb der Geschichte. Allerdings weiß natürlich jeder Leser, dass das, was als Story innerhalb dieses Romans funktioniert, am Ende des Tages relativ weit von einer Realität entfernt ist. Dank des gefühlvollen Schreibstils habe ich das Buch in nur wenigen Tagen beendet, da ich zu keinem Zeitpunkt aufhören und das Buch aus der Hand legen wollte. Die Autorin hat eindeutig Talent darin, sich auszudrücken und die Leser voll und ganz in die Geschichte aufzunehmen. Das letzte was ich ansprechen möchte, ist die tolle Beziehung, die zwischen Brooklyn und ihrem Hund Ghost angesprochen wurde. Selten habe ich einen Roman gelesen, in dem die Beziehung zwischen einem Menschen und seinem Tier solch eine tragende Rolle für den verlauf der Geschichte gespielt hat.

Fazit und Empfehlung:
Der Roman von Sarah Stankewitz ist in meinen Augen ein literarisches Wunderwerk. Nicht oft habe ich das Gefühl, dass bei mir so viele Emotionen ausgelöst werden, wie im Laufe von Brooklyns und Chase Geschichte. Wer auf rürende Liebesgeschichten steht, die nicht jedes kitschige Klischee bedienen, wird an diesem Roman große Freude haben. Von mir alle Däumchen nach oben- in der stillen Hoffnung auf eine Fortsetzung.

Bewertung vom 01.07.2019
Kalte Wasser
Golding, Melanie

Kalte Wasser


sehr gut

Das Cover des Buches ist zwar schön anzuschauen, ist jedoch auch kein besonderer Hingucker. Ebenso empfinde ich es nicht als wirklich passend zu der Handlung der Geschichte.
Inhalt:
Das junge Paar Patrick und Lauren Tranter sind soeben Eltern von zwei kleinen Jungen geworden. Da es eine sehr anstrengende Zangengeburt war und die Mutter zudem an Wochenbettdepressionen zu leiden scheint, schläft sie nach einem Spaziergang ein. Als sie erwacht, ist der Kinderwagen mitsamt ihrer Babys verschwunden. Jo Harper, eine junge Polizistin, sorgt dafür, dass die Kleinen schnell wieder zurück bei ihrer Mama sind. Doch Lauren ist sich sicher: Diese beiden Kinder sind nicht ihre Söhne, die Kinder müssen ausgetauscht worden sein. Zwar wurde Harper ein klares Verbot ausgesprochen, doch sie glaubt dem Gefühl der jungen Mutter und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Hat die Obdachlose Frau etwas damit zutun, die Lauren auf der Station besucht hat? Wen sieht Lauren so häufig, dass es sie jedes mal in Angst und Schrecken versetzt? Harper ist fest entschlossen, die wirklichen Babys der Tranters zu finden.
Meine Meinung:
Was ich erst einmal schön finde ist, dass zu Beginn eines jeden Kapitels eine kurze Textpassage zum Zwillingsthema zu finden ist. Man kann so gut mit dem alten Kapitel anschließen und sich auf das Lesen eines neuen freuen. Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen und auch die doch verworrene Denkweise von Lauren lässt sich bis auf einzelne Stellen doch nachvollziehen. Die gesamte Story scheint ein einziges Durcheinander aus Geheimnissen und Unwissenheit der Protagonisten zu sein, was sich auf mich als Leser übertragen hat. Es stellt sich heraus, dass Laurens Psyche ihr Spielchen spielt, doch was real ist und was nicht, lässt sich kaum auseinanderhalten. Doch besonders dieses herumringen, was ich mit mir selber hatte, hat die Story besonders gemacht. Jo Harper ist der einzige Charakter, welchen ich von vorne bis hinten sympathisch finde. Mit Sicherheit war es gewollt, dass sie die Sympathieträgerin des Romans ist. War der Beginn, vor allem die Geburt und das beginnende Gefühlschaos Laurens, noch etwas zu lang gezogen, so kam mir das Ende zu aprupt und schloss schnell ab, wenn mir die Idee im Allgemeinen auch gut gefällt. Eventuell soll an dieser Stelle die Geschichte noch weitergehen und deshalb bleiben etliche Fragen offen.

Fazit und Empfehlung:
Am Anfang etwas zu sehr in die Länge gezogen, das Ende zu schnell und zu undetailliert: Das sind meine Hauptkritikpunkte an dem Buch. Ebenso finde ich, dass vielleicht das ein oder andere Genre zu viel mit hineingemischt worden ist. Mystery, Thriller, Krimi, Psycho- Elemente- all das kann überladen wirken, wenn nicht eins der genannten wirklich heraussticht. Alles in Allem ein solides BUch, welches jedoch die ein oder andere Schwäche aufweist.

Bewertung vom 01.07.2019
Für immer Rabbit Hayes
McPartlin, Anna

Für immer Rabbit Hayes


ausgezeichnet

Das Cover des Buches sieht rein optisch eindeutig anders aus, das das des ersten Bandes. Auch wenn es meinen Geschmack optimal trifft, finde ich es immer etwas schade, wenn zwei Bücher einer Reihe nicht optimal zusammenpassen. Dennoch ist es ohne Zweifel ein echter Blickfang.

Inhalt:
Endlich ist er da: Der zweite Band von einem meiner absoluten Lieblingsromane. “Die letzten Tage der Rabbit Hayes” behandelte die schwere Erkrankung der 41- jährigen Mia Hayes, genannt Rabbit, welche den Kampf gegen den Krebs verlor. Doch wie es für die Hinterbliebenen leider immer so ist- das Leben muss weitergehen. Juliet, genannt “Bunny” ist Rabbits Tochter und für sie ist es ungemein schwer, irgendwie wieder in ihr Leben zurückzufinden. Sie fühlt sich, als würde sie nirgendwo mehr hineinpassen, ganz besonders nicht in das Leben ihres Onkels Davey, der seiner Schwester vor ihrem Tod versprach, die Verantwortung für die Teenagerin zu übernehmen. Großmutter Molly ist schwerer getroffen, als sie sich anmerken lassen will, um die Familie trotz aller Schmerzen aufrechterhalten zu können. Rabbits Schwester Grace muss bereits mit dem nächsten Schicksalsschlag kämpfen. Sie erfährt, dass auch sie ein hohes Krebsrisiko hat. Sie steht vor der schweren Entscheidung, sich vorsorglich die Brüste und Eierstöcke entfernen zu lassen, oder immer mit dem Risiko leben zu müssen.

Meine Meinung:
Der zweite Teil des Erfolgromans ist, wie auch genannter Vorgänger, keine leichte Lektüre, die man mal eben nebenher liest. Zwar gibt es immer wieder Stellen, die einem ein Lächeln entlocken, überwiegend wird man jedoch vom Schicksal dieser Familie tief getroffen. Immer wieder musste ich das Buch zur Seite legen und nicht selten meine Tränen trocknen. Auch nach Beenden des Romans bin ich nachdenklich gestimmt, da man in diese liebevolle, herzliche Familie eingesogen wird und sich fühlt, als gehöre man zu ihnen und ihrer Trauer.
Der Roman besteht aus neun Teilen, welche wiederum in Kapitel unterteilt sind. Immer werden sie aus einer anderen Sichtweise erzählt. Dadurch ist es einfach, sich in die Gedanken und Gefühle von Davey, Juliet, Molly und Grace hineinzuversetzen. Durch die vielen kleinen Storys, welche nur scheinbar nebeneinander laufen, im Allgemeinen doch ein Ganzes ergeben, lassen die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langweilig werden. Auch gibt es keinen “besseren oder schlechteren Teil”, beide sind auf ihre Art und Weise außergewöhnlich und durch den emotionalen Schreibstil miteinander verknüpft.
Besonders gelungen finde ich neben dem Schreibstil vor Allem die Personen. Sie sind so detailliert beschrieben, dass man am Ende jedes Kapitels wirklich das Gefühl hat, dass man die jeweilige Person verlässt, um zur nächsten aufzubrechen.

Fazit und Empfehlung:
Das Buch fasst etwas mehr als 500 Seiten, doch es hätten auch noch 500 mehr sein können. Ich wurde ein weiteres Mal komplett gefesselt und bin in die Geschichte eingetaucht. Man weint, man lacht, man fühlt mit und am liebsten würde man jeden Einzelnen der Protagonisten umarmen. Ich bin traurig, dass es nun wahrscheinlich vollständig vorbei ist und nun auch ich mich von Rabbit und ihrer zauberhaften Familie verabschieden muss.

Bewertung vom 12.06.2019
Schneewittchensarg / Ingrid Nyström & Stina Forss Bd.7
Voosen, Roman; Danielsson, Kerstin Signe

Schneewittchensarg / Ingrid Nyström & Stina Forss Bd.7


ausgezeichnet

Das Cover des Buches gefällt mir im ersten Moment schon gut. Allerdings finde ich, dass es aussieht wie beinahe jeder andere Thriller und keine Individualität in Bezug auf die Geschichte ausstrahlt. Hierbei hätte ich einen gläsernen Sarg, ein Brautkleid, oder irgendetwas ähnliches als passender empfunden.
Inhalt:
Die Grundstory liest sich bereits im Klappentext sehr spannend und man wird auch nicht enttäuscht: Bei der Eröffnung einer Ausstellung befindet sich innerhalb eines gläsernen Sargs nicht das eigentliche Kunstwerk in dessen Öffnung, sondern das Skelett einer vor knapp vierzig Jahren verschwundenen Frau. Es wird vermutet, dass es sich hierbei um die Ehefrau des Künstlers selbst handelt, welche 1971 am Tag ihrer Hochzeit verschwand. Die beiden Kommissarinnen Nyström und Forss werden zu den Ermittlungen herangezogen, um das Verbrechen- und sogar noch ein zweites- aufzuklären. Hierzu ziehen sie die klassische Ermittlerarbeit heran, um durch Zeugenaussagen und Recherchen diesen weit zurückliegenden Mord doch noch aufdecken zu können. Immer mehr Hinweise, Verdächtige und Getränke stellen die beiden ungleichen Frauen vor ein großes Rätsel.
Meine Meinung:
Ein spannender Fall für die beiden schwedischen Kommissarinnen Nyström und Forss. Die zwei Frauen, welche charakterlich nicht unterschiedlicher sein könnten und in allen Dingen unterschiedliche Herangehensweisen haben, machen für mich mit den größten Charme der Geschichte aus. Wie die Charaktere angelegt wurden und welche Wirkung sie so auf den Fall haben, finde ich besonders spannend. Dieser Band ist bereits der siebte aus der Reihe, was ich an der ein oder anderen Stelle zwar gemerkt habe, jedoch nicht besonders störend war.Gleichwohl haben die vielen Randgeschichten, unter Anderem rund um die beiden Ermittlerinnen haben ohne besondere Vorbemerkungen eingesetzt. Der Spannungsbogen wurde konstant gehalten, denn je mehr Verdächtige auftauchten, desto spannender wurde es, wie ich es schon so häufig bei skandinavischen Krimis feststellen konnte.

Fazit:
Die Story als solche fand ich sehr spannend und auch die Umsetzung hat mich in keinster Weise enttäuscht. Ein toller Kriminalroman für Alle, die Krimis und die Skandinavische Literatur mögen. Bis jetzt war es mein erstes Buch der beiden Autorinnen Voosen und Danielsson, jedoch definitiv nicht mein letztes.

Bewertung vom 12.06.2019
Die stille Tochter / Kommissar Tommy Bergmann Bd.4
Sveen, Gard

Die stille Tochter / Kommissar Tommy Bergmann Bd.4


sehr gut

Das Cover des Buches finde ich außergewöhnlich, was es in meinen Augen wieder sehr gut macht. Es sieht nicht aus wie 80% der anderen Thriller- Cover, was passend zum Buch ist- auch kein typischer Thriller. Das Cover des Buches finde ich gut gestaltet. Die kraftvollen Farben auf schlichtem Grund machen das Buch zu einem Hingucker.

Inhalt:
Das Buch beginnt gleich hochspannend, man wird geradezu in die Geschichte hineingeworfen. Oslo 2016: Ein Mann findet während des Badens im See eine Frauenleiche. Handelt es sich um die 1982 verschwundene, ehemalige Ostberliner Schwimmerin Christel Heinze, die 1973 während eines Schwimmwettbewerbes in Oslo aus der DDR geflüchtet war? Kurz darauf wird Arvid Storholt ermordet, ein erfolgreicher Doppelagent, welcher 1982 verdächtigt wurde,etwas mit dem Verschwinden seiner Freundin Christel zutun zu haben. Tommy Bergmann ermittelt für den norwegischen Geheimdienst. Gibt es eine Verbindung zwischen der toten Unbekannten und dem ermordeten Sowjetagenten? Tommy Bergmann entdeckt durch unkonventionelle Ermittlungsmethoden Geheimnisse und findet Spuren, die auch ihm selbst mehr und mehr gefährlich werden können.

Meine Meinung:
Den letzten Band der Serie fand ich leider nicht so stark wie die ersten beiden, wenn auch nicht schlecht. Trotzdem habe ich gehofft, dass dieser vierte Teil wieder an die Stärke der ersten beiden herankommen kann. Dieser Wunsch wurde mir Gott sei Dank erfüllt! Die Charaktere sind allesamt wieder gut gelungen und die spannende Handlung macht das Buch zu einem echten Pageturner. Zwar fand ich die verschiedenen Zeitebenen und Schauplätze zu Beginn etwas kompliziert, dies konnte sich jedoch schnell wieder legen. Wenn der Krimi dadurch auch keine leichte Kost mehr ist. fand ich die Aufklärung und die Hintergründe sehr schlüssig. Ebenso fand ich das Halten der Spannungskurve bis zu der Auflösung sehr gelungen. Dennoch finde ich nicht, dass dies ein Thriller in seiner herkömmlichen Art ist. Vielmehr ein Agententhriller mit starkem Einschlag in einen Kriminalroman. Bemerkenswert finde ich, zu guter Letzt, wie subtil Sveen sein Wissen als Regierungsberater hat einfließen lassen, um so Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschmelzen zu lassen.

Fazit:
Ein Thriller der anderen Art, welcher mich gerade dadurch begeistern konnte. Ich habe den Thriller/ Krimi innerhalb einer Woche durchgelesen, da er seine Spannung konstant gehalten hat und ich es nur schwer aus der Hand legen konnte.

Bewertung vom 12.06.2019
Die One-Pot-Challenge
Kintrup, Martin; Schocke, Sarah; Schumann, Sandra; Schreiner, Jumbo

Die One-Pot-Challenge


ausgezeichnet

Das Cover des Buches sieht nur auf den zweiten oder dritten Blick aus, wie das eines Kochbuches. Was ich ehrlich gesagt besonders toll daran finde ist Jumbo, welchen ich damals schon bei seinen “kulinarischen Abenteuern” bei Galileo geliebt habe. So war es für mich unmöglich, an seinem strahlenden Gesicht vorüberzugehen, ohne dieses Buch mitzunehmen. Zumal ich mir so oder so vorgenommen hatte mehr zu kochen :)

Inhalt:
Was esse ich heute? Was serviere ich meinen Gästen? Welches Gericht kann ich mit den Zutaten die ich zuhause habe zaubern? Blech, Topf oder Pfanne? Das sind nur ein paar der vielen Fragen, welche mit diesem etwas anderen Kochbuch beantwortet werden. Zudem ist dies die Herausforderung welcher sich Sarah Schocke, Sandra Schumann und Martin Kintrup in Jumbos “One- Pot- Challenge” stellen. Aus 20 Hauptzutaten wird von Jumbo eine Hauptzutat gewählt, um welche herum dann DAS Gericht gezaubert werden muss- natürlich gespickt mit Tipps und Tricks der Profis und Jumbo selber. So entstehen, vereint in diesem Buch, 60 wunderbare Gerichte, von denen alle köstlich klingen.

Meine Meinung:
Ich selber habe bisher erst zwei der Rezepte ausprobiert, muss jedoch ehrlich sagen, dass beide fantastisch waren. Ich bin positiv überrascht: Durch die genaue Beschreibung nicht nur leicht nachgekocht, sondern vor Allem geschmacklich echt toll. Für ein Kochbuch ist dieses sehr interessant und aufwändig gestaltet. Es macht alleine schon Spaß, sich alles anzuschauen und sich das Wasser im Mund zusammenlaufen zu lassen. An der ein oder anderen Stelle haben mir Jumbos Kommentare ein herzliches Lachen entlockt. Die Rezepte scheinen durch die Bank alle recht simpel nachzukochen zu sein und die Zutaten muss man nicht aus den Gourmetländern dieser Welt bestellen. Sonderlich kompliziert und aufwändig klingt keines der Gerichte, weshalb ich auf jeden Fall mir selber die Challenge stelle, alles einmal auszuprobieren. Gewünscht hätte ich mir vielleicht, dass auch mehr Vor- und Nachspeisen Inhalt und Thema des Buches sind, aber vielleicht wird es ja mal einen zweiten Teil geben.




Fazit:
Ich muss dringend anfangen mehr zu Kochen! Mit diesem Kochbuch ist das sicherlich auch für mich möglich. Vielleicht klingt nicht jedes Gericht von vorneherein als würde es meinen Geschmack treffen, aber wie es so schön heißt- Probieren geht über Studieren! Alles in Allem ist dies ein sehr gelungenes Kochbuch- und noch viel viel mehr.