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Benutzername: 
Franziska Klein
Wohnort: 
Nrw

Bewertungen

Bewertung vom 11.06.2021
Der Minuteman-Algorithmus
Yalimcan, Derya

Der Minuteman-Algorithmus


ausgezeichnet

Hallo in die Runde :)

Also ich finde das Buch für ein Erstlingswerk wirklich sehr gelungen. Man zieht mit dem Autor durch die Jahre, bis in die Zukunft. Eine Zukunft die der Autor gar nicht mal so unrealistisch beschreibt.

Ich habe das Buch im Dezember geliefert bekommen und möchte hier auch nicht zu viel verraten aber vielleicht sollten wir uns ernsthaft mit einem “Whatspay“ vertraut machen. Oder dass wir im Grunde Geldbeträge nicht mehr mit banalem Online-Banking sondern durch Wimpernzucken überweisen. In Zukunft gibt es kein Internet mehr wie wir es kennen, sondern es ist aufgeteilt in mehrere regionale Netzwerke. So gibt es das Euronet, Turannet, Hindunet, Yorubanet usw. Wenn man einmal bedenkt, wie sehr sich die Sozialen Medien geändert haben in den letzten Jahren. Wie schnell bestimmte Messengerdienste sogar einen ehemaligen US-Präsdenten von ihrer Plattform verbannen, so hat der Verfasser des Buches hier durchaus eine Art prophetischer Weitsicht bewiesen.

Generell ist es sehr spannend wie das Buch in eine gar nicht mal so ferne Zukunft beschreibt. Oft geraten Bücher genau hier in gewisse Endlosschleifen und verrennen sich in ungewollten langweiligen Wiederholungen. Das trifft auf dieses Buch aber nicht zu.

Im Gegenteil, sehr detaillierte Beschreibungen der Werdegänge der Hauptpersonen und die Ausführliche Darstellung der Motivationsgründe aller Beteiligten machen das Buch zu einem literarischen 5 Gänge Menü mit extra Dessert :)

Ich habe das Buch jetzt mehrmals gelesen und bin wirklich erstaunt, wie schnell die Realität die Fiktion eingeholt hat. Grade in Zeiten von Corona, Kryptowährungen und Digitaler Medien die uns nicht mehr einfach nur “informieren“ sollte sich jeder diesen literarischen Schatz zu Gemüte führen.

Ach ja und zu guter Letzt, der Autor hat vermutlich einen Migrationshintergrund. Natürlich sollte das keine Rolle spielen. Aber grade aus dem Blickwinkel der Integrationsdebatte betrachtet ist es herrlich erfrischend zu wissen, dass der Autor vermutlich kein deutscher Muttersprachler ist.

22 von 27 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.