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Benutzername: 
Shilo
Wohnort: 
Ulm

Bewertungen

Insgesamt 827 Bewertungen
Bewertung vom 12.04.2024
Tales of Dublin: Die Hoffnung auf Freiheit (eBook, ePUB)
Hasley, Jil

Tales of Dublin: Die Hoffnung auf Freiheit (eBook, ePUB)


sehr gut

Ein gefühlvoller historischer Roman
Jill Hasley schreibt hier eine gefühlvolle historische Geschichte über eine junge Frau, die durch einen folgenreichen Skandal gezwungen ist, in Australien eine Anstellung als Gesellschafterin anzunehmen. Mit schwerem Herzen geht sie auf das Handelsschiff von Captain Coldwell, auf dem auch ihr Onkel zur Besatzung zählt, um von Irland aus die monatelange Reise anzutreten. Sie ahnt nicht, was noch alles auf sie zukommen wird.
Ich durfte Jolyne auf ihrer langen Reise begleiten, habe an ihren Erlebnissen teilgenommen und ihre Entwicklung von dem naiven jungen Mädchen zu einer selbstbewußten jungen Frau miterlebt.
Es ist keine Geschichte voller Abenteuer, sonder mehr über Zusammenhalt und Freundschaft.
Die Handlung ist manchmal etwas langatmig und wiederholend. Die Schreibweise etwas höckrig und manchmal steif. Trotzdem hat sich das Lesen gelohnt, denn die liebevoll gestalteten Charaktere ließen mich schnell in die interessante Handlung eintauchen.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 11.04.2024
Hoffnung auf eine glückliche Zukunft / Die Frauen vom See Bd.1 (eBook, ePUB)
Hauptmann, Gaby

Hoffnung auf eine glückliche Zukunft / Die Frauen vom See Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Beeindruckender erster Teil der Bodensee-Saga
Im Jahr 1913 muss die 13jährige Anna ihr Elternhaus in Mahlstetten verlassen, um alleine von Oberschwaben nach Steckborn in der Schweiz zu fahren. Dort soll sie im Hotel Krone eine Stellung annehmen. Anna gelingt es im Laufe der Jahre sich durch Fleiß und Zuverlässigkeit zur rechten Hand der Wirtin hochzuarbeiten. Beim Tanz in den Mai lernt die inzwischen 18jährige den 4 Jahre älteren August kennen, der in der nahegelegenen Nähmaschinenfabrik arbeitet. Mit ihm scheint sie ihr Glück gefunden zu haben. Sie kaufen den alten Gasthof Hirschen in Horn am Ufer des Bodensees und stürzen sich damit in ein Abenteuer, das gewaltige Ausmaße annehmen wird, zumal sich Nachwuchs ankündigt. Der erste Weltkrieg und die Inflation folgen und ihr Traum entwickelt sich zu einem Albtraum. Doch sie kämpfen weiter, aufgeben wollen sie auf gar keinen Fall.
Gaby Hauptmann schreibt in diesem Roman eine gefühlvolle und fesselnde Geschichte über ein junges Mädchen, das in die Fremde geschickt wird und sich mit Klugheit und Selbstvertrauen durchzusetzen lernt. Anna und August haben wirklich gelebt und auch den Gasthof, den es heute noch gibt, gekauft. Geschickt und glaubhaft umrahmt die Autorin das Leben der realen Protagonisten mit fiktiven Personen und Erlebnissen. Durch den bildhaften Schreibstil war ich von Anfang an in der Handling drin. Die Charaktere sind detailliert, authentisch und nachvollziehbar beschrieben. Unvorhersehbare Ereignisse und Wendungen geben der Geschichte Spannung, und so war es mir nahezu unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Schließlich wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Dieses wundervolle Buch hat mich sehr berührt und jetzt warte ich ungeduldig auf die Fortsetzung. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

Bewertung vom 09.04.2024
Wohin unsere Träume ziehen
Cantrell, Josephine

Wohin unsere Träume ziehen


gut

Was geschah mit Mabel?
Josephine Cantrell erzählt in diesem Roman mit einem flüssigen und gefühlvollen Schreibstil die Geschichte von Sheila Mooney, die nach dem Schicksal ihrer Urgroßmutter Mabel und somit nach ihren eigenen Wurzeln sucht. Mabels Spur beginnt im Jahr 1921, als das 17jährige junge Mädchen mittellos und abgebrannt am Hafen strandet. Der irische Unabhängigkeitskrieg flaut gerade ab. Mabels Herkunft wird ein Geheimnis bleiben, denn niemals wird sie darüber sprechen.
Hundert Jahre später erfährt die Podcasterin Sheila von Mabel. Sie reist nach Donegal und begibt sich auf eine intensive Spurensuche.
Leider hatte ich von Beginn an Probleme damit, mit Sheila Mooney warm zu werden. Trotz aller Bemühungen gelang es mir nicht, mich in sie hineinversetzen zu können. Dagegen hätte ich sehr gerne mehr von Mabel erfahren. Doch dieses kam nur bruchstückweise zum Ausdruck. Zu viel Platz nahm für meinen Geschmack die Recherche nach den Hintergründen ein. Auch hätte ich den liebenswerten Zwillingen Christopher und Séamus mehr Platz in der Lektüre gegönnt. Trotzdem ist dieses Buch unterhaltsam und gut für zwischendurch geeignet.
Mein Fazit:
Auch wenn mich dieses Buch nicht restlos begeistern konnte, ist es mit Sicherheit nicht schlecht, sondern wird ganz sicher seine Anhänger finden. 3 Sterne.

Bewertung vom 09.04.2024
Böhmische Hoffnung
Lindberg, Karin

Böhmische Hoffnung


gut

Nette Unterhaltung für nicht sehr anspruchsvolle Leser
Im Jahr 1937 werden die im Sudetenland lebenden Deutschen als Menschen zweiter Klasse behandelt. Die ansässigen deutschen Firmen kämpfen um ihr Überleben. Auch Carl Lemberg bekommt kaum noch Aufträge. Als seine älteste Tochter Alba nach längerem Aufenthalt von ihren im Ausland lebenden Verwandten wieder nachhause kommt, ist Verdruss vorprogrammiert. Sie soll nach dem Willen ihrer Eltern standesgemäß heiraten. Alba jedoch möchte unbedingt eine Ausbildung in den Lemberg-Webereien absolvieren, was ihrem Vater, dem Patriarchen der Familie, gegen den Strich geht. Er verbietet es ihr.
Bei der Weihnachtsfeier, in der die Familie zur Anerkennung der Arbeitsleistung ihrer Arbeiter Suppe an diese verteilt, lernt Alba den tschechischen Hilfsarbeiter in der Weberei, Miroslav, kennen. Respektlos führt er ihr die Situation der Arbeiter vor Augen und vergleicht diese mit Albas luxeriösem Leben. Alba ist von Miroslavs Verhalten geschockt, doch mit der Zeit beginnt sie zu verstehen.
Die Thematik dieses ersten Teils der Lemberg-Saga ist vielversprechend. Und so freute ich mich auf eine spannende und wendungsreiche Geschichte. Doch leider dröppelte die Handlung ohne besondere Spannung oder wendungsreiche Ereignisse nur so vor sich hin. Als positiv denkener und neugieriger Leser hoffe ich jetzt, dass die Fortsetzung, die im Oktober 24 erscheinen soll, meine Hoffnungen erfüllen wird. Denn dieses Buch hat enorm viel Potential, das ausgenutzt werden sollte. 3 Sterne.

Bewertung vom 08.04.2024
Mühlensommer (eBook, ePUB)
Bogdahn, Martina

Mühlensommer (eBook, ePUB)


sehr gut

Eine Familiengeschichte voller Wärme
Gefühlvoll und warmherzig erzählt Martina Bogdahn die Geschichte von Maria, einer jungen Frau, die nach dem Hilferuf ihrer Mutter ihren Wochenendtrip abbricht, um unverzüglich nachhause zu fahren. Nach einem Unfall im Wald liegt ihr Vater verletzt im Krankenhaus. Obwohl Maria nach ihrem Schulabschluss von daheim in die Stadt floh, genießt sie jetzt das Zurückkommen, trotz der damit verbundenen schweren körperlichen Arbeit. Aber es gibt auch Probleme.
Der Roman wechselt regelmässig von der Gegenwart in die Kindheit der Protagonistin. In diesen Rückblenden erfährt der Leser, wie schwer damals das Landleben war. Es war geprägt von harter Arbeit und langen Arbeitstagen. Trotzdem war das Geld immer knapp. Familiäre Konflikte wechseln sich ab mit heiteren Begebenheiten und Ereignissen.
Dieses Buch ist eine gefühlvolle Familiengeschichte, die mich teilweise an meine eigene Kindheit erinnerte.
Sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe 4 Sterne.

Bewertung vom 06.04.2024
Gussie (eBook, ePUB)
Wortberg, Christoph

Gussie (eBook, ePUB)


sehr gut

Gussie – Biografie einer außergewöhnlichen Frau
Auguste Zinsser, genannt Gussie, heiratet 1919 mit 24 Jahren den 19 Jahre älteren Wittwer Konrad Adenauer. Konrad bringt drei Kinder mit in diese Ehe, das Ehepaar bekommt noch fünf weitere Kinder, von denen vier überleben. Obwohl das Paar grundverschieden ist, liebt Gussie ihren Konrad über alle Maßen. Sie engagiert sich politisch und sozial und unterstützt ihren Mann in jeder Hinsicht. Doch der aufkeimende Nationalsozialismus ändert alles.
Im Jahr 1948 liegt Gussie im Bonner Johannis-Hospital und weiß, dass ihre Tage gezählt sind. Sie nimmt Rückblick auf ihr Leben. Christoph Wortberg lässt den Leser an einzelnen Ereignissen teilhaben, die in kurzen Kapiteln erzählt werden.
Es ist ein einfühlsames und sehr berührendes Porträt einer starken und außergewöhnlichen Frau, die im Alter von nur 52 Jahren viel zu jung sterben musste. Penibel hat der Autor die Familiengeschichte um Gusssie Adenauer recherchiert und zu Papier gebracht. Dabei ist es ihm ausgezeichnet gelungen, die Protagonistin facettenreich und authentisch darzustellen.
Diese eindrucksvolle Romanbiografie hat mich sehr beeindruckt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 05.04.2024
Die Journalistin - Neue Zeiten auf der Kö (eBook, ePUB)
Lausen, Bettina

Die Journalistin - Neue Zeiten auf der Kö (eBook, ePUB)


sehr gut

Ein mitreißender Roman
Im Politikunterricht erfährt die zwanzigjährige Eva erstmals von den Konzentrationslagern und den Gräueltaten der Nazis. Sie stellt ihre Eltern zur Rede. Doch diese behaupten, sie hätten davon nichts gewusst und es sei alles nur Lüge. Als überzeugte Nazis ließen sie ihre damals 4jährige Tochter beim Reichsparteitag Hitler einen Strauß Blumen überreichen. Eva will sich mit der Aussage ihrer Eltern nicht zufrieden geben. Es entwächst ein schwelender Konflikt, denn Evas Lebensbild ist erschüttert. Ihr junger Politiklehrer Johann, für den sie tiefere Gefühle entwickelt hat, rät ihr, bei einer Zeitung als Redakteurin anzufangen. Doch für eine Frau ist es in den 1950er Jahren fast unmöglich, eine Arbeit zu finden. Diese ist den Männern vorbehalten, die eine Familie zu ernähren haben.
Zwischen Johann und Eva entwickelt sich Liebe. Doch diese ist streng verboten, und zwar aus mehreren Gründen. Haben sie eine Chance und wird Eva ihren eigenen Weg gehen können, zusammen mit dem Mann, den sie liebt?
Nachvollziehbar lässt Bettina Lausen die Nachkriegszeit vor den Augen des Lesers aufleben. Sie beschreibt, wie sich die Nazizeit aus den Köpfen vieler Menschen noch nicht wegdenken ließ, denn zu intensiv wurden sie damals gedrillt. Auch Evas Vater gehört dazu. Er ist der Despot der Familie, vor dem sich auch Eva zu beugen hat. Doch sie beginnt, gegen ihn und das Denken aufzubegehren. Der einzige Lichtblick in dieser Familie ist Oma Ida. Liebevoll versucht sie, die Wogen zu glätten. Besonders hatte es mir ihr Düsseldorfer Dialekt angetan.
Zeitgemäss und perfekt an die 1950er angepasst sind die verschiedenen Charaktere gezeichnet. Die Handlung baut sich langsam auf, überrascht durch unvorhersehbare Wendungen und endet anders, als erwartet.
Ich würde mir wünschen, dass es eine Fortsetzung geben wird. Denn diese Geschichte hat noch sehr viel Potential. Sehr gerne würde ich Eva auf ihrem weiteren Weg begleiten.
Diesen wundervollen, perfekt recherchierten Roman kann ich jedem historisch interessierten Leser ans Herz legen. 4 Sterne.

Bewertung vom 03.04.2024
Mademoiselle Marthe und die Küche der Freiheit
Renk, Ulrike

Mademoiselle Marthe und die Küche der Freiheit


sehr gut

Sehr empfehlenswert
Ulrike Renk führt den Leser in das Jahr 1889. Marthe wächst in den Vogesen auf einem Hof auf. Doch Julie, Marthes Mutter zieht mit ihr nach Paris, um Marthe eine Schulausbildung zu ermöglichen. Sie hat, da sie eine begabte Köchin ist, eine gute Anstellung bekommen. Marthe entdeckt ihre Leidenschaft für das Schreiben und schon bald hat sie ein klares Ziel vor ihren Augen.
Mit einem warmherzigen Schreibstil erzählt die Autorin von dem fesselnden und ereignisreichen Leben der Journalistin und Gründerin der angesehenen Kochschule Le Cordon Bleu, Marthe Distel. Wie ich es von den anderen Büchern der Autorin kenne, hat sie auch dieses Mal die verschiedenen Charaktere sehr detailliert und lebensecht beschrieben. So war es für mich möglich, mit ihnen die Gefühle teilen zu können. Durch interessante Ereignisse und Wendungen bleibt die Geschichte sehr spannend, so dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Mich hat diese wunderschöne Geschichte sehr berührt und mir wundervolle Lesestunden bereitet. Sehr gerne empfehle ich es weiter.
4 Sterne.

Bewertung vom 03.04.2024
Die Zeit der Kinder (eBook, ePUB)
Riess, Lena

Die Zeit der Kinder (eBook, ePUB)


sehr gut

Auch Kinder haben Rechte
Lena Riess hat mit diesem Buch einen beeindruckenden Roman über das Entstehen der ersten Kindergärten geschrieben. Sie sind das Gegenteil von den üblichen Kinderverwahranstalten, in denen der Tagesablauf von Monotonie und Disziplin geprägt ist. Jetzt soll den Kleinen durch Freude beim Spielen und Ausprobieren Wissen angeeignet werden. Das ist das Ziel von Friedrich Fröbel, der sich auch gegen die "notwendige" körperliche Züchtigung stellt.
Erzählt wird die Lebensgeschichte von Friedrich Fröbel und seiner späteren Frau Luise Levin. Ihre neuartigen Erziehungmethoden finden nicht bei allen Leuten Anklang. Sie haben mit Anfeindungen und großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Denn zu jener Zeit wurden Kinder dazu erzogen, sich bedingungslos diszipliniert zu verhalten. Man durfte sie weder sehen noch hören.
Dadurch, dass es immer wieder Rückblicke in die Kindheits- und Studienjahre von Fröbel gibt, wird verständlich gemacht, was ihn prägte. Doch leider sorgten die vielen Sprünge in die unterschiedlichen Zeit- und Handlungsebenen dafür, dass ich sehr konzentriert bleiben musste, um den Überblick nicht zu verlieren. Da half manchmal nur ein kurzes Zurückblättern.
Es ist ein beeindruckendes Buch, das anschaulich den unterschiedlichen Umgang mit Kindern zwischen dem 19. Jahrhundert und heute beschreibt. Gerne empfehle ich es weiter. 4 Sterne.

Bewertung vom 02.04.2024
Und vor uns das Meer (eBook, ePUB)
Henning, Jule

Und vor uns das Meer (eBook, ePUB)


gut

Unterhaltsam
Unvorbereitet trifft Mette die Nachricht, dass iihre ehemals beste Freundin Josefa an Krebs verstorben ist. Kurz darauf erhält sie einen Brief von einem Notar, dem der letzte Wunsch Josefas beigefügt ist. Sie soll zusammen mit Ole, einem gemeinsamen Freund aus der Schulzeit, Josefas Asche auf Sylt verstreuen. Auf der Insel angekommen, wird Mette
von Erinnerungen überwältigt, die mit ihrer Kindheit und Sylt in Verbindung stehen. Denn hier gab es ein Kinderverschickungsheim, an das sie die schrecklichsten Erinnerungen hat. Ole steht Mette zur Seite. Durch lange Gespräche kommen sie sich langsam näher.
Dieser Roman, der aus der Sicht von Mette geschrieben ist, steht für das Schicksal der vielen Kinder, die in den 1950er bis in die 1970er zur Erholung verschickt wurden. In vielen Fällen, und das ist historisch belegt, wurden sie misshandelt und missbraucht.
Jule Henning hat diese Geschichte sehr genau recherchiert. Mit einer sensiblen und flüssigen Schreibweise führt sie durch die Handlung, in der sie die einzelnen Charaktere bildhaft gezeichnet hat.
Obwohl ich anhand des Klappentextes gehofft hatte, mehr über einzelne Schicksale der Kinder zu erfahren, hat mir dieses Buch unterhaltsame Lesestunden bereitet. 3 Sterne.