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Benutzername: Buchkatzen
Wohnort: Braunschweig
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Bewertungen

Insgesamt 17 Bewertungen
12
Bewertung vom 13.12.2017
Blutzeuge / Jane Rizzoli Bd.12
Gerritsen, Tess

Blutzeuge / Jane Rizzoli Bd.12


ausgezeichnet

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt, was meine Bewertung jedoch nicht beeinflusst.

Juhu, es geht weiter mit Jane Rizzoli und Maura Isles und das schon zum zwölften Mal. Bei Serien dieser Länge trennt sich immer die Spreu vom Weizen. Entweder wird es fürchterlich eintönig oder man betrachtet die Charaktere mittlerweile als Freunde. Genau dieser Fall ist bei Tess Gerritsens Bestseller-Reihe für mich eingetreten. Als ich das Buch aufgeschlagen und die ersten Seiten gelesen habe, hat es sich angefühlt, wie nach Hause zu kommen.

Inhalt: Rizzoli und Isles ermitteln wieder. Die Leiche einer jungen Frau wird gefunden. Sie scheint unversehrt zu sein, bis auf die Tatsache, dass sie ihre eigenen Augäpfel in der Hand hält. Mit dem nächsten Opfer tauchen Verbindungen zu einem alten Fall auf. Und welchen Grund hat die "Anrichtung" der Leichen? Wonach werden die Opfer ausgesucht?

Meine Meinung: Es ist toll zu sehen, wie sich die Leben der Protagonisten über die Bände weiterentwickeln. Besonders spannend finde ich in diesem Zusammenhang ein Interview mit der Autorin, das ich gerade gelesen habe. In diesem geht sie darauf ein, dass die Serie ursprünglich als Einzelband gedacht war, doch ihr die störrische Ermittlerin Jane Rizzoli, die sich in dieser männerdominierten Welt der Kriminalpolizei durchsetzt, einfach so ans Herz gewachsen ist. Also schrieb sie weiter und erfand zusätzlich die Rechtsmedizinerin Maura Isles, die auf ihre eigene Weise ein ebenso komplexer Charakter ist. Und genau da liegt für mich der besondere Reiz dieser Bücher. Die Personen sind so realistisch, weil sie auch ihre Ecken und Kanten haben. Nicht nur die Protagonisten, auch die Familien und Freunde entwickeln sich im Laufe der Bände und sorgen für die ein oder andere Überraschung. Trotz allem handelt es sich immer noch um einen Thriller, also gibt es noch andere wichtige Punkte: der Fall selbst, die Spannung, die Ermittlungsarbeit usw. Hier schließt sich für mich der Kreis, warum ich diese Bücher so gerne lese. Die Fälle sind immer spannend, (für mich) nicht vorhersehbar und gut recherchiert. Gut finde ich, dass es zwar durchaus zu expliziten Beschreibungen der Tatorte kommt, aber immer aus Sicht des Ermittlers. Die Autorin selbst ist ja ehemalige Medizinerin und das merkt man an diesem Punkt sehr deutlich. Es fällt ihr nicht schwer über die Details des Todes, der Obduktion usw. zu schreiben, weil all dies durch eine "medizinische Brille" geschieht. Dafür bleibt dem Leser erspart die Opfer bei ihrem Tod zu begleiten. Das ist ein wichtiger Punkt, weil manche Leser vielleicht auch genau das wollen. In dieser Reihe steht also ganz klar die Ermittlungsarbeit im Vordergrund und nicht ein Gemetzel.

Fazit: Ich bin großer Fan der Rizzoli-&-Isles-Serie und es war ein tolles Gefühl Jane und Maura wiederzutreffen. Wie immer ein spannender Fall, dessen Auflösung für mich bis zum Ende unklar war. Bei dieser Serie liegt der Fokus auf der Ermittlungsarbeit, wobei die Leichen durchaus detailliert beschrieben werden. Auch ohne Vorwissen aus den anderen Bänden lesbar.

5 von 5 Pfoten

Bewertung vom 12.12.2017
Gegen alle Sterne / Constellation Bd.1
Gray, Claudia

Gegen alle Sterne / Constellation Bd.1


ausgezeichnet

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, vielen Dank an den Verlag. Meine Meinung wird dadurch allerdings nicht beeinflusst.

Inhalt: Wenn man 'Constellation' aufschlägt, ist man gleich mittendrin im Geschehen. Die Geschichte findet dabei in der Zukunft statt, als die Erde durch die menschliche Ausbeutung gewaltig geliten hat. Man lernt zunächst Noemi kennen, die auf dem Planeten Genesis lebt, der sich von der Erde abgekapselt hat, um dem gleichen Schicksaal zu entgehen. Die Erde lässt sich das natürlich nicht einfach gefallen und führt erbitterten Krieg um den zusätzlichen Lebensraum. Noemi ist gerade auf einer wichtigen Übungsmission im Weltall, um gegen die Erdkrieger zu bestehen. Denn die Erde sendet keine Menschen in den Krieg, sondern sogenannte Mechs - hochfunktionale Roboter, die den Menschen haushoch überlegen sind. Doch ausgerechnet einer dieser Feinde kann vielleicht die Rettung für Noemis Welt darstellen. Dass sie ihn dafür opfern muss macht doch nichts, Mechs sind ja bloß Maschinen, oder?

Meine Meinung: Obwohl die Autorin ja schon einige Bestseller geschrieben hat, war es mein erstes Buch von ihr und ich bin wirklich begeistert. Science-Fiction ist nicht immer Ding, weshab ich vorher etwas skeptisch war, ob es mir gefallen würde. Doch das hübsche Cover hat letztlich dazu geführt, dass ich dem Buch eine Chance gegeben habe. Zum Glück! Dieses Buch gehört defintiv zu meinen Jahreshiglights 2017. Die große Stärke des Buches liegt für mich in der Entwicklung, die die beiden Protagonisten machen. Ohne hier zu viel vorwegzunehmen: Zunächst ist Abel wirklich sehr "maschinell" in seiner Denkweise, es fehlt ihm häufig an Empathie. Doch je mehr er mit Menschen agiert, desto einfühlsamer wird er und es ist extrem spannend zu sehen, wie er seine eigene Gedanken- und Gefühlswelt erforscht. Doch auch die menschliche Protagonistin braucht sich nicht verstecken. So eine toughe junge Frau - ohne diese nervige großspurige Art, die das manchmal mit sich bringt. Klar plagen sie auch einige Selbstzweifel und ist manchmal launisch, aber sie packt einfach an und jammert nicht rum. Es war wirklich toll die Entwicklung der beiden zu sehen. Die Story ist ebenfalls spannend und hält einige überraschende Ereignisse bereit, sodass ich stets wissen wollte, wie es weitergeht. Den Umgang der Menschen mit der Erde als Grundproblem zu wählen, finde ich ebenfalls sehr gut, weil dieses Szenario in Zeiten der Klimaerwärmung gar nicht so abwegig ist.

Fazit: Eine rührende Geschichte, die besonders mit der gut dargestellten Entwicklung der Protagonisten punkten kann. Interessant für Leser, die die Ausbeutun der Erde durch die Menschen auch mit Skepsis betrachten und Gefallen an einem Setting im Weltraum finden könnten.

5 von 5 Pfoten

Bewertung vom 11.12.2017
Pierre, der Irrgarten-Detektiv, jagt Mr. X / Pierre, der Irrgarten-Detektiv Bd.3
Kamigaki, Hiro; Ic4Design

Pierre, der Irrgarten-Detektiv, jagt Mr. X / Pierre, der Irrgarten-Detektiv Bd.3


ausgezeichnet

Als Kind habe ich immer gerne Puzzle betrachtet, die Wimmelbild-Motive zeigen. Beim Durchblättern dieses Buches kamen sofort Kindheitserinnerungen in mir hoch.
Dies ist bereits der dritte Band von Pierre, dem Irrgarten-Detektiv. Doch der lässt sich ohne Vorkenntnisse problemlos betrachten und verstehen. Zunächst ist mir die Größe dieses Buches positiv aufgefallen. Es hat ein ziemlich großes Format, sodass ich häufig gestaunt habe, wieviel Aufwand die Illustrationen gemacht haben müssen, da sie voller kleiner Details stecken. Es gibt überall Dinge zu entdecken und ich wette man hat nie alles gesehen.
In diesem Wimmelbuch geht es um Pierre, einen berühmten Detektiv, der den geheimnisvollen Mr. X jagen soll. Dieser möchte den Würfel von der Spitze des des Empire Maze Buildings, einem Wolkenkratzer, klauen. Und dabei müssen wir ihm helfen. Unsere Hauptmission ist also, nach einer am Anfang des Buches beschriebenen Anleitung, in jedem Bild das Hauptlabyrinth zu meistern, um schlussendlich zu Mr. X zu kommen. Doch wie bereits erwähnt platzen die Bilder vor Details und um systematisch alles zu erkunden, gibt es auf jeder Doppelseite noch kleine „Nebenmissionen“, bei denen man bestimmte Dinge suchen muss.
Fazit: Ein super detailreiches Wimmelbuch, das so schnell nicht langweilig wird. Macht auch alleine Spaß, aber ist mit anderen zusammen nochmal spannender.
5 von 5 Pfoten

Bewertung vom 11.12.2017
Luna und der Katzenbär lüften ein Geheimnis / Luna und der Katzenbär Bd.5
Weigelt, Udo

Luna und der Katzenbär lüften ein Geheimnis / Luna und der Katzenbär Bd.5


ausgezeichnet

Bereits zum fünften Mal haben Udo Weigelt und Joëlle Tourlonias ein Buch über Luna und den Katzenbären erschaffen. Die vorherigen Bände habe ich nicht gelesen, aber sie schon häufiger in Bücherläden in den Händen gehalten, weil mich der Illustrationsstil gleich überzeugt hat. Ich gebe es zu, niedlich ist voll mein Ding, aber dennoch schafft die Künstlerin mit einem ganz persönlichen Stil aufzuwarten.
Inhalt: Als Luna und ihr Katzenbär Karlo bemerken, dass aus dem Schuppen im Garten Geräusche von einem Zug kommen, müssen sie das natürlich untersuchen. Mutig gehen sie nachsehen und was sie da entdecken, führt dazu, dass sie sich mit einer großen Angst von Luna auseinandersetzen müssen. Sie müssen nämlich in das super gruselige Haus, an dem sie immer vorbei muss, wenn sie Brötchen holt. Am Ende merkt Luna, dass es gar keinen Grund gab sich zu fürchten. Doch wieso müsst ihr selbst herausfinden.

Meine Meinung: Wie bereits erwähnt finde ich die Illustrationen einfach zauberhaft. Doch auch die Geschichte konnte mich überzeugen, weil ich es gut finde, wie den Kindern die Angst vor dem Unbekannten genommen werden soll. Auch ohne die vorherigen vier Bände gelesen zu haben, konnte man der Geschichte gut folgen. Das Einzige was für mich nicht klar wurde, was dieser Katzenbär überhaupt ist. Ist es ein Fantasiewesen? Ein Kuscheltier? Oder eine Art imaginärer Freund? Ich nehme an, dass solche Details in dem ersten Band erklärt werden. Da in einem Bilderbuch nur wenig Text zur Verfügung steht, finde ich es völlig legitim, dass die Beschreibung nicht in jedem Band wiederholt wird.
Die Texte sind auch für Kinder gut verständlich und gut lesbar dargestellt. Die Menge ist ideal zum Vorlesen oder junge Leser.

Fazit: Ein farbenfrohes, niedlich illustriertes Bilderbuch, dass Kindern die Angst vor dem Unbekannten nehmen soll.

5 von 5 Pfoten

Bewertung vom 08.12.2017
Retter der verlorenen Zeit / Timeless Bd.1
Baltazar, Armand

Retter der verlorenen Zeit / Timeless Bd.1


ausgezeichnet

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt. Die Bewertung des Buches wird dadurch nicht beeinflusst und spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wider.

Ich scheine eine absolute Glückssträhne zu haben, was toll illustrierte Bücher angeht. *Klopf auf Holz.* Nachdem ich die wunderbaren Graphic Novel 'Die Stadt der Träumenden Bücher' gelesen habe, nahm ich also 'Timeless' zur Hand und wurde sehr überrascht. Aus dem Klappentext ging nämlich nicht hervor, dass dieses Buch reich illustriert ist. Der Autor ist ein ehemaliger Mitarbeiter von Pixar, hat also viel Erfahrung im Bereich Animation. Laut Danksagung hat sich sein Sohn vor vielen Jahren eine Geschichte gewünscht, die so ziemlich alles durcheinanderwürftelt: Von Dampfzeitmaschinen über Sci-Fi-Elementen und allem dazwischen. Zunächst hielt der Autor das nicht für umsetzbar, doch je länger die Idee in seinem Kopf rumspukte, desto ernsthafter dachte er an die Umsetzung. Insgesamt hat es zehn Jahre gedauert dieses gewaltige Werk fertigzustellen, weil auch alle Illustrationen vom Autoren selbst sind. Er wollte nach eigenen Angaben etwas schaffen, dass eine Mischung aus Buch und Film ist. Manche Informationen und Eindrücke ergeben sich aus dem Text, andere aus den Bildern. Im Gegensatz zum Graphic Novel ist der Textanteil wesentlich größer. Es ist wirklich etwas Neues für mich gewesen.

Zum Inhalt: Die Welt, in der wir es leben, gibt es so nicht mehr. Denn eine gewaltige Katastrophe, die Zeitkollision genannt, hat eine Welt erschaffen, in der sich mehrere Zeitstränge parallel aufhalten. Es gibt also einerseits unsere Zeit, aber auch parallel dazu Menschen und Gebäude aus anderen Zeiten. Doch wie das immer so ist mit den Menschen: manche haben keine Toleranz für alles, was anders ist. Diego Ribera lebt in dieser zusammengewürfelten Zeit, als sein Vater plötzlich entführt wird, weil er als Erfinder diese Zeitkollision rückgängig machen soll. Diego unternimmt nun mit drei anderen Teenagern eine waghalsige Reise, um seinen Vater zu retten.

Meine Meinung: Dieses neue Format, das sich wie eine Mischung aus Buch und Film verhält, lässt sich sehr flüssig lesen. Durch die unterstützenden Illustrationen hat man immer klare Bilder vor Augen und kann sich die ganze Geschichte wunderbar vorstellen. Das wird noch durch den bildhaften Schreibstil des Autors unterstützt.
In einer Rezension habe ich gelesen, dass es der Leserin schwer fiel sich in die Personen hinzuversetzen und dass sie nicht besonders warm mit einigen von ihnen geworden ist. So unterschiedlich kann das sein, denn ich persönlich mochte die vier Teenager und ihre Konflikte sehr gerne, konnte gut mit ihnen fühlen, mich freuen und bangen.
Die Geschichte ist insgesamt sehr spannend und ich wollte zu jeder Zeit wissen, wie es denn nun weitergeht. Trotz dem großen Umfangs ließ es sich schnell lesen, was sicherlich auch an der großen Zahl der Illustrationen lag.

Fazit: Die vielzähligen Illustrationen machen dieses Buch zu einem ganz besonderen Leseerlebnis. Doch auch inhaltlich weiß Timeless zu überzeugen. Zu empfehlen für Freunde von Fantasy und Science Fiction, Liebhaber toller Illustrationen und auch Kinder, die sonst vielleicht weniger lesen.

5 von 5 Pfoten

Bewertung vom 30.11.2017
Drei Weihnachtsengel auf heißer Spur
Hänel, Wolfram

Drei Weihnachtsengel auf heißer Spur


sehr gut

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt. Die Bewertung des Buches wird dadurch nicht beeinflusst und spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wider.

Aufbau: Das Buch ist in 24 Kapitel unterteilt, von denen man ab dem 1. Dezember jeden Tag eins lesen "soll". Ein Buch-Adventskalender also. Ich kenne das Prinzip bereits von einem Buch, aus dem meine Klassenlehrerin in der Grundschule immer vorgelesen hat. Die Idee hat mir schon damals gut gefallen und wurde jetzt sogar noch etwas verbessert, indem die Seiten des betreffenden Tages zunächst geöffnet werden müssen. Das folgende Bild zeigt, dass immer zwei Seiten zusammenhängen. Im Buch wird die Trennung mittels Brieföffner empfohlen, was allerdings gar nicht nötig ist, da sich die Seiten prima mit der Hand öffnen lassen. Um das Buch rechtzeitig zu rezensieren, habe ich es bereits im November gelesen. Dabei habe ich zwischen den Kapiteln häufig einen Tag verstreichen lassen, um beurteilen zu können, wie gut man wieder in die Geschichte hineinfindet. Die Kapitel selbst sind mit einer Länge von zwei voll beschriebenen Seiten eher kurz, sodass sie ideal zum Vorlesen oder für junge Leser sein dürften.

Inhalt: Max und Mia sind mit ihrer Mutter in die Schweiz zu dem Onkel gezogen. Anscheinend brauchten die Eltern der beiden ein bisschen Abstand, aber der Vater kommt regelmäßig zum Besuch und alle verstehen sich dann auch gut. Doch plötzlich ist ihr Freund Carlo verschwunden, einfach so ohne ein Wort. Auch die Pizzeria seines Vaters scheint verlassen. Da muss etwas faul sein, beschließen die Geschwister. Als sich die komischen Zufälle im Dorf dann noch häufen, beginnen sie mit ihren Ermittlungen. Meine Meinung: Der Schreibstil ist leicht verständlich und angenehm zu lesen. Die Länge der einzelnen Kapitel passt sehr gut, um wirklich jeden Tag ein Kapitel zu schaffen. Zusätzlich ist das Buch sehr süß gestaltet, mit vielen Illustrationen. Der Stil gefällt mir nicht ganz so gut wie in anderen Büchern, aber das ist ja Geschmackssache, weshalb ich dafür keinen Punkt abziehe. Was ich sehr gut finde ist, dass sich das Buch auch mit akutellen Problemen wie Klimaerwärmung und der Ausbeutung von Tourismusorten beschäftigt. Das Ende des Buches ist teilweise nicht so ganz realistisch, finde ich im Kinderbuchbereich aber völlig in Ordnung. Der einzige wirkliche Kritikpunkt, den ich habe, ist dass sich der Protagonist zu Anfang mancher Kapitel in Belanglosigkeiten verliert. Er sagt dann auch immer sowas wie: "Ihr wundert euch wahrscheinlich, warum ich euch das erzähle, aber es ist wichtig, weil...". Doch auf einer Länge von zwei Seiten, bleibt nicht mehr viel Platz für wirklich interessante Inhalte. Da das allerdings nur in wenigen Kapiteln so war, habe ich das Buch dennoch mit großer Freude gelesen.

Fazit: Ein tolles Buch zur Adventszeit, in dem man über 24 Tage eine Ermittlung begleitet. Klasse finde ich, dass die Seiten vor dem Lesen erst aufgetrennt werden müssen. 4 von 5 Pfoten

Bewertung vom 30.11.2017
Buchhaim / Die Stadt der Träumenden Bücher Bd.1
Moers, Walter

Buchhaim / Die Stadt der Träumenden Bücher Bd.1


ausgezeichnet

Diese Graphic Novel wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt. Die Bewertung der Graphic Novel wird dadurch nicht beeinflusst und spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wider.

Schon ewig wollte ich 'Die Stadt der Träumenden Bücher' lesen. Es hatte irgendwie eine faszinierende Wirkung auf mich, der Klappentext wirkte ein bisschen skurril und das Cover etwas veraltet, aber ich hatte schon so viel Gutes gehört. Als ich dann gesehen habe, dass eine Graphic Novel zu dem Buch erscheint, war ich sofort aufgeregt und wollte es haben. Meine Liebe zu Büchern hat nämlich einen ernsthaften Konkurrenten: die Liebe zu Illustrationen. Deshalb habe ich spätestens seit ich die Graphic Novel Frida gelesen habe, Gefallen an diesem Medium gefunden. Comics mochte ich früher auch schon sehr gerne, allerdings hat mir da immer die langlebige Verarbeitung gefehlt.

Inhalt: Zum Inhalt will ich gar nicht viele Worte verlieren, weil ich davon ausgehe, dass überwiegend leidenschaftliche Leser der Bücher von Walter Moers sich dieses Liebhaberstück zulegen. Nur so viel: Es geht um Hyldegunst von Mythenmetz, der aus einer Welt kommt, die verrückt nach Literatur ist. Man begleitet ihn auf seinen Abenteuern den Autor eines herausragenden Manuskripts zu finden, das ihm sein verstorbener Dichtpate vererbt hat.

Meine Meinung: Wow! Ich kam und komme aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Was für eine unglaubliche Graphic Novel. Zunächst das Auffälligste, die wundervollen Illustrationen. Die Bilder wirken so plastisch, als könnte man die Welt betreten. Mehr als einmal musste ich mit den Fingern über die Seiten streichen, um mich zu vergewissern, dass ich nichts als Papier fühlen würde. Die Farbgebung ist unglaublich atmosphärisch und zieht sich stimmig durch das gesamte Buch. Hier wurde wirklich sehr viel Arbeit investiert, um ein einmaliges und atemberaubendes Erlebnis zu schaffen. Man merkt einfach, dass es nicht darum ging, möglichst schnell viel Geld zu verdienen, sondern etwas Besonderes zu schaffen. Gerade nach dem Lesen der Danksagung hatte ich das Gefühl, dass dieses Projekt dem Autoren und Illustratoren sehr am Herzen lag, was immer die Wunschvorstellung jedes Buchliebhabers sein dürfte.
Aber nicht nur die Bilder konnten überzeugen. Diese Geschichte, die selbst quasi eine Hommage an Bücher und das Lesen selbst ist, hat beinahe etwas Magisches. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und nicht jeder ist, was er erst zu sein scheint. Insgesamt sehr vielfältig und spannend, sodass ich nun unbedingt das Buch lesen will. Toll ist auch das detaillierte angehängte Glossar, dass einem viele zusätzliche Infos näher bringt.

Fazit: Eine herrliche Graphic Novel, die mich beim Betrachten der atemberaubenden Illustrationen die Zeit hat vergessen lassen. Gut für Einstieger und alte Freunde von Walter Moers Werk. Ich kann es kaum erwarten, dass im Januar der nächste Teil erscheint.

Bewertung vom 28.11.2017
Der Club der unsichtbaren Spione jagt den Virus-Dieb / Club der unsichtbaren Spione Bd.2
Daneshvari, Gitty

Der Club der unsichtbaren Spione jagt den Virus-Dieb / Club der unsichtbaren Spione Bd.2


ausgezeichnet

Bei diesem Kinderbuch der Autorin Gitty Daneshvari handelt es sich um einen zweiten Band. Dieser wurde mir freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, was allerdings keine Auswirkungen auf meine Bewertung hat.

Inhalt: Wie sich am Ende des ersten Teils angedeutet hat, bittet der britische Geheimnisdienst Jonathan und Shelley um Hilfe bei einem Fall. Was ihr jetzt vielleicht nicht wisst: Bei den beiden handelt es sich um Kinder, aber nicht so Oberstreber oder atheltische Wunderkinder. Nein, um zwei ganz normale Kinder - man könnte fast sagen stinklangweilig. Doch genau deshalb wird ihre Hilfe angefordert, denn sie gehören zum Club der unsichtbaren Spione, der ausschließlich aus solchen Kindern besteht, die durch keinerlei besondere Eigenschaften auffallen und somit in Erinnerun bleiben würden. Sie sind quasi menschliche Chameleons, werden von ihren eigenen Familien manchmal vergessen und nur selten mit dem richtigen Namen angeredet. Was für Hilfe der britische Geheimdienst von den beiden braucht und ob es ihnen gelingt die Weltbevölkerung zu retten, müsst ihr selbst herausfinden.

Meine Meinung: So, jetzt kann ich es endlich sagen: Das Buch ist spitze! Ich hatte ein bisschen Sorgen, dass der zweite Teil etwas von seinem Witz verlieren würde, doch dem ist nicht so. Der Reiz des Buches liegt für mich in den Charakteren. Manchmal liest man ja ein Buch, bei dem die Handlung gut ist, aber man merkt, dass der/die Autor/in nicht genügend Zeit in die Entwicklung der Personen gesteckt hat. Das kann man hier wirklich nicht behaupten. Ich liebe die Eigenheiten, die jede Person hat: die zurückhaltende Art von Jonathan, die verrückte Art von Shelly, die verrückte Krankenschwester-Agentin, die besessen vom Tod ist usw. Ich musste quasi permanent schmunzeln.

Für mich sticht dieses Buch aus der Flut an Kinderbüchern ein bisschen hervor. Wo sich Autoren in immer tollkühneren Abenteuern und ausgefeilteren Helden überbieten, schafft die Autorin zwei "Helden", mit denen sich normale Kinder identifizieren können. Wie auch im ersten Teil wird jedes Kapitel durch ein Zitat eines unsichtbaren Spiones eingeleitet, das seine Misere als langweiliges Kind aufzeigt, wie folgendes Foto zeigt.

Der Fall selber ist für mich als Thrillerleser natürlich nicht unbedingt fesselnd, aber darauf lege ich den Fokus dann natürlich nicht. Die Zielgruppe dürfte schon mitfiebern, da man auch erst auf eine falsche Fährte gelockt wird. Das Buch verzichtet dabei auf übermäßig spannende/ gruselige Stellen, sodass es bestimmt nicht zu Einschlafproblemen kommt. Schön finde ich auch die Gestaltung des Buches, die farbenfroh an das erste Buch anknüpft.

Fazit: Gitty Daneshvaris Art zu schreiben hat mich schon im ersten Teil überzeugt und ist sowohl für Kinder als auch Erwachsene interessant. Die Idee ganz normale Kinder zu Ermittlern zu machen gefällt mir sehr gut, weil die jungen Leser so die Chance haben sich mit dem Protagonisten zu identifizieren und von eigenen Abenteuern zu träumen. Der besondere Reiz des Buches liegt in den witzigen Dialogen. Ich kann das Buch uneingeschränkt für Mädchen und Jungen des angegebenen Alters empfehlen.

Bewertung vom 11.06.2017
10 Dinge, die jeder von Buddha lernen kann
Hohensee, Thomas

10 Dinge, die jeder von Buddha lernen kann


ausgezeichnet

Der Titel im Stil der Onlineartikel, die danach gieren gelesen zu werden, hat mich erst stutzig gemacht. Häufig soll ein solcher Titel über den mangelnden Inhalt hinwegtäuschen, wobei man sich am Ende fragt, wo denn die zehn grandiosen Fakten geblieben sind. Anders im Werk von Thomas Hohensee, das ich garantiert immer mal wieder hervorholen werde. Die zehn Fakten gliedern das Buch in seine Kapitel, sodass man einer klaren Struktur folgt. Mit seinen 192 Seiten ist es schnell durchgelesen. Doch die Wirkung war, bei mir zumindest, immens. Dauernd saß ich da und fühlte mich verstanden, teilweise auch ertappt. In der heutigen Zeit, wenn man das im meinem Alter überhaupt schon so altklug sagen darf, wird man häufig von einer Hektik ergriffen, neigt dazu die vielfältigen Möglichkeiten, die wir haben, als Last zu empfinden. Mir geht es häufig so, der Autor sprach mir quasi direkt aus der Seele und ich glaube, dass es vielen Lesern so gehen dürfte. Einerseits wollen wir alles perfekt machen, vor anderen gut darstehen und überall mitmachen. Dabei kommt die Entspannung häufig viel zu kurz.
Der Untertitel 'mehr Gelassenheit, Glück und Liebe ins Leben bringen' trifft für mich den Kern dieses Buches. Viele Denkansätze sind mir dabei bewusst gewesen, doch man neigt dazu sie zu verdrängen. Deshalb werde ich das Buch garantiert wieder hervorholen, wenn ich in alte Verhaltensmuster verfalle und mich selbst unnötig stresse.
Sehr gut gefallen hat mir übrigens die Art, wie Buddha beschrieben wurde, nicht so idealisierend. Vor der Lektüre dieses Buches wusste ich nahezu überhaupt nichts über Buddha. Doch der Autor streut immer wieder Informationen über ihn und seinen Lehren ein, ohne den Beigeschmack eines Geschichtsbuches zu erzeugen. Genau die richtige Mischung. So wie der Schreibstil des Autoren insgesamt, lehrreich, aber leicht zu lesen.

Fazit: Ein idealer Einstieg in die Lehren Buddhas. Ich fühlte mich häufig in Verhaltensweisen ertappt und habe einige lehrreiche Ratschläge für die eigene Gelassenheit mitgenommen.

Bewertung vom 11.06.2017
Wir sehen uns dort oben
Lemaitre, Pierre

Wir sehen uns dort oben


ausgezeichnet

'Wir sehen uns dort oben' von Pierre Lemaitre ist ein Buch, das nachhallt. Schon während der Lektüre hat es mich stets zum Nachdenken angeregt und dieser Prozess endete auch nicht, als ich es aus der Hand legte. Das liegt zum einem an dem Thema, denke ich. Der erste Weltkrieg ist ein Thema, das mich stets berührt. Krieg allgemein. Das Leben, das die Protagonisten führen weicht einfach so krass von meinem ab, dass man gar nicht anders kann, als sich selbst die Lächerlichkeit der eigenen Probleme vor Augen zu führen. Nach solch einem Kontakt mit der (fiktiven) Vergangenheit bin ich meist unglaublich dankbar für mein eigenes Leben. So auch diesmal, da der Autor ein glaubhaftes Gefühl für die damalige Zeit vermittelt.
In diesem Buch geht es überwiegend um die zwei Soldaten Albert und Édouard, die für Frankreich im ersten Weltkrieg gekämpft haben und die durch mehrere (unglückliche) Fügungen des Schicksaals sowas wie Freunde werden. Der Begriff 'Freunde' ist irgendwie passend und unpassend zugleich - das Verhältnis der beiden ist durchaus speziell. So wie alles irgendwie speziell an den Charakteren dieses Buches ist, worin für mich auch der besondere Reiz lag. Die Handlung folgt einem eher gemächlichen Spannungsbogen, dennoch war mir nie langweilig. Das lag an der Art, wie die Charaktere beschrieben wurden. Selten habe ich Büche gelesen, in denen der Unterschied zwischen der Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung der Personen so deutlich wurde. Dies gelang durch die Perspektivwechsel, die zwar mitten im Kapitel stattfanden, aber durch einen Absatz gut gekennzeichnet waren. So wurde einem erst erklärt, wie Person A ins Gespräch ging, häufig völlig überzeugt, der anderen Person überlegen zu sein. Man fühlte sich sicher, sah den Ausgang des Gesprächs schon vor sich. Doch dann erwischte es einen ebenso kalt wie Person A, als Person B offenbarte, wie sie dachte. Dabei kamen die Personen keinesweges alles gut weg, häufig meine ich Kritik gegen bestimmte Denkweisen herausgelesen zu haben. Während man in manchen Büchern von nahezu perfekten "Menschen" umgeben ist, musste man hier manchmal mühsam suchen, positive Züge an den Charakteren zu entdecken. Als Beispiel sei hier Merlin genannt, der mich unglaublich fasziniert hat, da meine Emotionen beim Lesen zwischen Fassungslosigkeit, Ekel und Bewunderung schwankten. Da war wirklich alles vertreten.
Das Ende ist für mich genau die richtige Mischung aus traurigem und glücklichem Anteil. Es wirkt realistisch.

Fazit: Zu Recht Gewinner des großen französichen Literaturpreises Prix Goncourt. Unglaublich vielschichtige Charaktere, von denen das Buch lebt.

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