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Benutzername: Zwerg & Elf


Bewertungen

Insgesamt 30 Bewertungen
Bewertung vom 06.03.2019
Sohn der Sieben / Keos-Saga Bd.1 (eBook, ePUB)
Call, Justin Travis

Sohn der Sieben / Keos-Saga Bd.1 (eBook, ePUB)


weniger gut

Justin Travis Call erzählt in "Sohn der Sieben" eine Geschichte, deren überschaubare Mysterien bereits vom Buchdeckel ausgeplaudert werden: Ein Waisenjunge mit ungeklärter Herkunft geht morgens in die Klosterschule für Dogmatiker, hat nachmittags Nachhilfe in Zauberei beim nebulösen Ersatzvater und sucht abends seine Bestimmung als Auserwählter im Zickenkrieg der Götter.

Fantasy wie vor 30 Jahren: Call kopiert die Tolkien-Kopien der 80er Jahre und dreht kräftig am "Rad der Zeit". Wer daran Spaß haben will, muss das Vorgestern lieben und den Zeitgeist hassen.

Kennt ihr den alten Cartoon-Gag mit den Streichhölzern, die zwischen müde Augenlider geklemmt werden? Ich war kurz davor. Hier die Liste der schlimmsten Schlaftabletten: Auserwählter wird erwachsen, magischer Mentor mit Bart, Prüfungsstress in der Akademie für Waisen, Lovestory mit Hindernissen, Göttergezanke. Wenn wenigstens die Schreibe nicht so umständlich wäre, der Plot so plattgewalzt und der Kosmos so kryptisch. Ist aber. Und immer, wenn die Story doch mal die Schablone verlässt, und die Figuren aus dem Klischee flüchten, wird es leider unpassend und absurd, manchmal auch geschmacklos und grotesk. Zum Beispiel, wenn der große Zauberer der Geschichte zum Frühstück einen hundert Jahre alten Schinken aus dem magischen Sack zieht. Oder wenn unser Held seine inneren Konflikte durch einen lebensrettenden Luftröhrenschnitt beim gerade k.o.-gehauenen Monster zum Ausdruck bringt. Witzig ist das übrigens nicht gemeint...

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Bewertung vom 24.02.2019
Der Grüne Sturm / Mortal Engines Bd.3
Reeve, Philip

Der Grüne Sturm / Mortal Engines Bd.3


gut

Nachdem Philip Reeves "Mortal Engines" schon über endzeitliches Land und ewiges Eis gerollt sind, schippern sie in Teil drei der Reihe durch die Weltmeere einer absurden Zukunft. Eineinhalb Story-Jahrzehnte später folgt "Der grüne Sturm" konsequent den dramaturgischen Pfaden, die "Jagd durchs Eis" eingeschlagen hat. Der Auftaktband "Krieg der Städte" verblasst im erzählerischen Andenken dafür mehr und mehr.

Die Themen des Tages sind Vertrauensbrüche, Verlustängste, Identitätskrisen, ideologischer Hass und eine aus wahnsinnigen Kriegen geborene Welt, die schon wieder Krieg führt. Schwere Kost im Kostüm einer Komödie.

Die Reihe ist seit dem starken Schlussakt von Band eins nicht besser geworden, aber auch nicht wesentlich schlechter. Nur der Zauber, den die Andersartigkeit von Reeves Stilistik zu Beginn verströmte, ist (wie so vieles im Leben) der Gewohnheit zum Opfer gefallen. Außerdem nerven die an den Haaren herbeigezogenen Propagandaorgien von Extremisten mit Schwachsinnsideologien inzwischen sehr. "Mortal Engines" hätte mit einem Schlussstrich unter Band eins ein kleines, funkelndes Juwel im Kuriositätenkabinett der fantastischen Literatur bleiben können. Aber die Chronik der Populärkultur ist leider voll von unnötigen Fortsetzungen, und Philip Reeve hat jetzt auch einen Eintrag.

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Bewertung vom 18.02.2019
Die Rückkehr der Flut / Die Brücke der Gezeiten Bd.8
Hair, David

Die Rückkehr der Flut / Die Brücke der Gezeiten Bd.8


sehr gut

Finale, oho! Der vierte, im Abstand mehrerer Monate erschienene Doppelband der Gezeitenbrücke lässt es in den Morgen- und Abendland-Abziehbildern Yuros und Antiopia noch ein letztes Mal krachen. Im Mittelpunkt stehen eine wilde Artefaktenjagd, schmutziges Intrigenspiel, Romanzen, Intimfeindschaften und Krieg, Krieg, Krieg.

An dieser Stelle ist der tausendmal hingelogene Werbetext endlich angebracht: Für alle, denen das Warten auf die nächste Staffel "Game of Thrones" zu lang wird. Und wenn das Wetter in Königsmund mal zu gefühlskalt ist, lässt sich hier ein bisschen Sonne tanken.

Noch ein paar wütende Worte zu Dingen, an denen der Autor unschuldig ist: Die Veröffentlichungspolitik zeitgenössischer Fantasy ist immer öfter und in diesem Fall ganz besonders zum Treppe rauflaufen und sich runterstürzen. Jedes Buch wird für die deutsche Ausgabe grundsätzlich zweigeteilt und in einem wirklich lachhaften Schneckentempo publiziert. Im englischsprachigen Raum ist bereits der zweite Band der Nachfolgereihe erschienen, da werden wir noch mit mehrmonatigen Pausen zwischen zwei Halbteilen gequält. Noch dazu wurden die deutschen Buchtitel offenbar mal wieder in der Mittagspause auf die Serviette geschmiert. "Die verlorenen Legionen", häh? Leute, es gibt hier nur EINE verlorene Legion. Sechs, setzen...

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Bewertung vom 18.02.2019
Die verlorenen Legionen / Die Brücke der Gezeiten Bd.7
Hair, David

Die verlorenen Legionen / Die Brücke der Gezeiten Bd.7


sehr gut

Finale, oho! Der vierte, im Abstand mehrerer Monate erschienene Doppelband der Gezeitenbrücke lässt es in den Morgen- und Abendland-Abziehbildern Yuros und Antiopia noch ein letztes Mal krachen. Im Mittelpunkt stehen eine wilde Artefaktenjagd, schmutziges Intrigenspiel, Romanzen, Intimfeindschaften und Krieg, Krieg, Krieg.

An dieser Stelle ist der tausendmal hingelogene Werbetext endlich angebracht: Für alle, denen das Warten auf die nächste Staffel "Game of Thrones" zu lang wird. Und wenn das Wetter in Königsmund mal zu gefühlskalt ist, lässt sich hier ein bisschen Sonne tanken.

Noch ein paar wütende Worte zu Dingen, an denen der Autor unschuldig ist: Die Veröffentlichungspolitik zeitgenössischer Fantasy ist immer öfter und in diesem Fall ganz besonders zum Treppe rauflaufen und sich runterstürzen. Jedes Buch wird für die deutsche Ausgabe grundsätzlich zweigeteilt und in einem wirklich lachhaften Schneckentempo publiziert. Im englischsprachigen Raum ist bereits der zweite Band der Nachfolgereihe erschienen, da werden wir noch mit mehrmonatigen Pausen zwischen zwei Halbteilen gequält. Noch dazu wurden die deutschen Buchtitel offenbar mal wieder in der Mittagspause auf die Serviette geschmiert. "Die verlorenen Legionen", häh? Leute, es gibt hier nur EINE verlorene Legion. Sechs, setzen...

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Bewertung vom 18.02.2019
Der Zirkel der blauen Hand / Die Chroniken von Maradaine Bd.1
Maresca, Marshall Ryan

Der Zirkel der blauen Hand / Die Chroniken von Maradaine Bd.1


weniger gut

Auf der Bühne stehen: Mäntel und Dolche, Magie und Schule, Verbrechen und Romantik. Das Schauspiel: Zauberlehrling mit leidlich mysteriösem Background führt ein nächtliches Doppelleben als Schurkenschreck. Mit einer politisch korrekten Mixtur aus Recht und Rache geht es skrupellosen Paten und durchgeknallt sinistren Hexern an den Kragen.

Für Young Adults und echte Adults mit nicht zu viel Anspruch an Tiefgang. Und für alle, denen Locke Lamoras Coups zu knifflig und Kvothes Professoren zu charismatisch sind.

In Maradaine will man echt nicht tot überm Zaun hängen. Drei Kneipen und ein Uni-Campus, mehr ist Maresca nicht eingefallen. Und unser Held? Heißt Veranix, geht hauptberuflich zur Zauberschule und spielt nachts gern Batman. Aber weil er beides ganz schön schlecht drauf hat, erlebt Warwohlnix nur öde Abenteuer, über die man Echtliebernix lesen möchte. Schurken mit Hang zu Slapstick-Einlagen und ein spannungsarmer Showdown, der in chaotischem Quatsch gipfelt, machen den Plot noch unrunder. Und irgendwie fühlte ich mich beim Lesen ständig zwischen Haus Hufflepuff und der roten Hochzeit hin- und hergeschubst. Hier ein Pennäler-Streich, da ein bisschen Prostitution, Folter, Mord und Drogentod...

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Bewertung vom 18.02.2019
Das Gold der Krähen / Glory or Grave Bd.2
Bardugo, Leigh

Das Gold der Krähen / Glory or Grave Bd.2


gut

Kaz Brekker, kriminelles Mastermind mit Reibeisenstimme und Spazierstock, ist zurück in Ketterdam und sinnt auf Rache. Weil er nach der Mutter aller Coups im Finale von Band eins böse gelinkt wurde, sind Geld und Liebe futsch. Ob er und seine glorreiche Gang beides wiederbekommen und eine teuflische Wunderdroge für magische Allmachtsfantasien die Welt endgültig verschlimmbessert, davon berichtet dieser zweite und auch schon letzte Teil der Krähenreihe.

Eine Geschichte für sensible Jungs und harte Mädchen. Ein bisschen Herz, ein bisschen Krawall, ein bisschen bitter, ein bisschen süß. Die Hauptzielgruppe trägt traurige Tattoos und die Lieblingsfarbe Schwarz.

Das Setting tendiert auch diesmal wieder zum herzschmerzigen Teenager-Tagtraum von gutaussehenden aber gebrochenen Seelchen mit Hang zur Hipsterness. Noch ein Kajal weiter und wir sind in der Romantasy...

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Bewertung vom 18.02.2019
Der Zorn der Asirim / Legenden der Bernsteinstadt Bd.2
Beaulieu, Bradley

Der Zorn der Asirim / Legenden der Bernsteinstadt Bd.2


gut

Mit Despotie in der einen Faust und dämonischen Dienern in der anderen regieren zwölf Könige die Wüstenmetropole Sharakhai. An ihren Thronen sägt Çeda, Halbwaise mit Zunder im Schwertarm und teilmysteriöser Herkunft. Beschritt unsere Heldin als Fixstern der Geschichte in Band eins noch zielstrebig den tugendhaften Pfad der Rebellion, so wird sie nun von einem dramaturgischen Sandsturm aus Mythen, Geheimnissen, höfischen Intrigen, fragwürdigen Allianzen und persönlichem Rachedurst durchgeschüttelt. Außerdem in diesem Teil: Götter, die unter Menschen wandeln, Terroristen-Romantik und eine waschechte Mumien-Storyline.

Wer lange Reihen voll langer Bücher mag, kann die Shisha stopfen und loslesen. Aber vorher genug trinken, denn man weiß nie, ob hinter der nächsten Düne Wasser wartet oder nur noch mehr Sand.

Eine Frage ans Plenum: Was haben Fantasy-Autoren bloß immer mit Zahlen? Zwölf Könige, drei Schwerter, sieben Söhne/Siegel/Zwerge, fünf fettige Fritten. Hier ist noch eine Zahl: Dieses Buch ist zu lang, zu lang und dreimal zu lang. Und deshalb hat die auf gut 800 Seiten plattgewalzte Story die Spannungskurve eines Kamelritts für übergewichtige Touristen: Ab und zu hopst es mal, ansonsten gemütlicher Trab...

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Bewertung vom 18.02.2019
Die Sprache der Dornen
Bardugo, Leigh

Die Sprache der Dornen


gut

Leigh Bardugo erweitert ihren Kosmos mittels Kleinkunst: Sechs Geschichten aus der Welt von "Grischa" und "Krähen", an deren Dornen sich schlaue Füchse, einsame Meerjungfrauen, verzauberte Nussknacker und herzliche Hexen die Finger blutig piksen.

Diese Märchenstunde taugt nicht zur guten Nacht, denn hier wird gemessert, gemordet, gehäutet, verhungert und vergiftet. Für Leser, die auch ohne Happy End Happy People sein können.

Es könnte der Eindruck entstehen, dass sich Leigh Bardugos schriftstellerische Klasse entgegengesetzt zur Länge ihrer Geschichten entfaltet. Wären ihre Krähen-Romane nur ein wenig schlechter gelungen, man würde ihr raten, bis zum Ende aller Tage bei der Kurzprosa zu bleiben...

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Bewertung vom 18.02.2019
Wolfsthron / Under the Northern Sky Bd.1
Carew, Leo

Wolfsthron / Under the Northern Sky Bd.1


schlecht

Wenn im einfallspinseligen Fantasy-Britannia grundlos Kriege erklärt werden, dann ist es Zeit, dass geborene Anführer ins Rampenlicht poltern. In Leo Carews Welt sind nicht die Menschen die Guten, sondern ein Alphatier mit Riesenwuchs namens Schwarzer Lord.

Wer findet, dass Schwerter Namen verdient haben und sowieso die besten Konfliktlöser sind, kann diesem 500 Seiten langen Marschbefehl folgen. Pathos, Schmalz und Blut sind garantiert, Spannung und Charaktertiefe eher nicht.

Unser Held (der Schwarze Lord, weißte Bescheid) durchlebt Verrat, Fall und Aufstieg im Zeitraffer, flattert dabei zunächst mit der Souveränität eines Stubenkükens durch die Welt, nur um von jetzt auf gleich als Lord Helmchen im herrischen Kommandoton loszubölken. Zum Glück hat er die Seuche der flachen Charakterzeichnung auch an seine Untertanen weitergereicht. Die wehrhaften Riesen sind erschreckend schwarz-weiß, dabei durchweg unsympathisch, sie hören auf römische Miltärränge und wikingische Familiennamen und sitzen gern und oft am Lagerfeuer, um dabei lieber in Soldatenromantik und ollen Kamellen von Helden mit besenlangen Schwerten zu schwelgen als die Schrecken des Krieges zu thematisieren...

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Bewertung vom 18.02.2019
Das Heer des Weißen Drachen
Ryan, Anthony

Das Heer des Weißen Drachen


sehr gut

Mit Drachenblut lässt sich kassieren gut - denken Feudalisten und Kapitalisten gleichermaßen und führen in Anthony Ryans Steampunk-Dreiteiler "Draconis Memoria" Krieg um die Superkräfte verleihende Substanz. Aber weil die lieben Lindwürmer kein Freiwild mehr sein wollen, haben sie den Spieß umgedreht und machen unter dem Kommando eines geflügelten Moby Dick ab jetzt Jagd auf mickrige Menschlein.

Dampf und Drachen laufen sich in der Fantasy nicht alle Tage über den Weg. Und schon gar nicht derart trashfrei. Spätestens mit Band zwei tauscht Ryans Trilogie die Etiketten – von Geschmackssache zu Gassenhauer.

Jetzt mal Butter bei die Fische: Ryans Drachen sind keine Drachen, sondern feuerspuckende Dinos. Rudelbildung, Schwarmverhalten, Artenvielfalt - und auf Goldschätzen hocken sie auch nicht. Der Unterschied ist doch ganz einfach. Drache: Einzelgänger. Dino: Herdentier. Ich schlage jetzt nicht gleich Jurassic-Park-Alarm, aber das musste mal gesagt werden...

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