Benutzer
Benutzername: 
Rebecca1120
Wohnort: 
Oranienburg
Über mich: 
bin eine absolute Leseratte; besonders gerne lese ich Krimis, Thriller und historische Romane

Bewertungen

Insgesamt 1009 Bewertungen
Bewertung vom 13.01.2026
Peters, Katharina

Bornholmer Spur / Sarah Pirohl ermittelt Bd.6 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Als Wiederholungstäter, soll heißen, ich habe alle bisherigen Fälle von Sarah Pirohl auch gelesen, bin ich absolut begeistert von dieser Fortsetzung.
Sarah ist es, die beharrlich nach Zusammenhängen zwischen dem 4-fach Mord und dem aktuellen Fund des seit 2013 als vermisst geltenden Nils Holby sucht. Damals wurde die gesamte Familie des Rechtsanwalts Joseph May im Ferienhaus in Kellenhusen umgebracht. Der Adoptivsohn, Simon Roth, hat nur überlebt, weil er erst später zum Ferienhaus zur Geburtstagsfeier des Stiefvaters angereist ist. Es hat mich wieder beeindruckt, wie beharrlich Sarah bei den Ermittlungen vorgeht und gleichzeitig finde ich es auch immer wieder beängstigend, wie viele Gruppen im Untergrund noch agieren. Sehr gut beschrieben fand ich auch die Ausführungen zu den Befindlichkeiten der Behördenvertreter. In Persona des Staatsanwaltes Klaus Tauber, dessen beruflicher Einfluss die Ermittlungen nicht unbedingt weiterbringt.
Auf jeden Fall ist es spannend mitzuerleben, wie Sarah Pirohl die Puzzleteile sammelt und zusammensetzt. Hilfe hat sie nicht nur durch ihre Verbindungen zum BKA in Berlin, auch unter dem Radar agierende Helfer bringen ihre Recherchen voran. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Auf jeden Fall ist das wieder eine sehr spannende Fortsetzung, die ich zu 100% weiterempfehlen kann. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

Bewertung vom 30.12.2025
Litz, Doris

Bluthass (eBook, ePUB)


sehr gut

Lina Saint-George besucht in Hachenburg die neu eröffnete Ausstellung zum Thema Hexenverfolgung. Sie findet die Ausstellung interessant, zumal die Verantwortlichen der Ausstellung ihr nicht nur sympathisch erscheinen, sie geben sich auch alle Mühe den Besuchern ihr Wissen zu vermitteln. Aber dann wird noch am gleichen Tag ein Hausbrand in Atzelgift gemeldet. Bei den Löscharbeiten findet die Feuerwehr eine verbrannte Leiche und die Gerichtmedizin stellt später fest, dass diese vor ihrem Tod massiv gefoltert wurde. Möglicherweise mit alten, wie im Landesmuseum gerade ausgestellten alten Folterinstrumenten. Gibt es da einen Zusammenhang?
Natürlich ist bei mir da gleich das Kopfkino angesprungen. Gedanken wie: will jemand die Ausstellung sabotieren? Hat jemand die nachgebauten Folterinstrumente gleich für seine grausame Tat genutzt? Die Ermittler -HK Manfred Neuer und seinem Team - vermuten nicht zuletzt wegen der am Tatort hinterlassenen mystischen Symbole einen Zusammenhang zu in der Gegend noch immer existierenden Hexenzirkeln. Die Hauptverantwortliche der Ausstellung, Isabel Grothe, ist selbst Mitgründerin eines solchen Zirkels. Ich empfand es als sehr erfrischend zu lesen, wie Lina, die ja eigentlich leitende Staatsanwältin ist und nach Aktenlage Entscheidungen treffen sollte, sie das aber nicht davon abhält, selbst an vorderster Front zu ermitteln. Aber so kenne ich sie ja bereits aus den vorherigen Teilen. Eine sehr engagierte und sympathische Frau.
Es sind wirklich wieder sehr interessante Figuren in diesem Krimi. Besonders gefallen hat mir die Stelle im Buch, als Freya Linden, einer Mitorganisatorin der Ausstellung, von Manfred Neuer befragt wird. Den in die Jahre gekommenen Altrocker, der sich so leicht nicht aus der Fassung bringen lässt, trifft in ihr einen ebenbürtigen Gesprächspartner. Wie sie im Austausch mit ihm die Gesprächsführung übernimmt, seine noch gar nicht gestellten Fragen beantwortet, hat mich beeindruckt. Gleichzeitig fragte ich mich aber auch, wie eine so kopfgesteuerte Akademikerin sich einen solchen Hexen-Zirkel anschließen konnte. Es war auf jeden Fall spannend mitzuerleben, wie der Fall sich entwickelt und schlussendlich mit überraschendem Ende gelöst wird. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

Bewertung vom 26.12.2025
Ware, Ruth

The Woman in Suite 11


sehr gut

Zu viel Gutmütigkeit ist Gift. Die Dosis macht’s. So könnte man Lo Blacklocks Verhalten in diesem Thriller zusammenfassen. Denn entgegen besseren Wissens und was noch schlimmer ist, äußerst schlechten Erfahrungen mit Carrie vor einigen Jahren, lässt sie sich von deren neuer, rührender Geschichte wieder erweichen. Während ihres beruflichen Aufenthaltes im Nobel-Hotel am Genfer See schmieden beide Frauen einen Plan, der Carrie die Flucht aus der toxischen Beziehung mit dem Milliardär Marcus Leidmann ermöglichen soll. Doch leider geht so einiges schief und Lo wird für ihre Gutmütigkeit wieder einmal hart bestraft. Sie hätte es besser wissen müssen.
Wie Ruth Ware Lo, die sich immer der Wahrheit verpflichtet fühlt, die Unrecht nicht akzeptieren kann, beschreibt, erschien mir hier im Buch nicht immer nachvollziehbar. Müsste eine Journalistin nicht eigentlich einen schärferen Blick auf die Tatsachen haben? Sich nicht ein zweites Mal und das dann auch noch von der gleichen Person an der Nase herumführen lassen? Wegen dieser Zweifel fand ich Lo deshalb auch nicht sehr überzeugend. Vielleicht lag es auch daran, dass die Autorin immer nur angedeutet hat, dass auf dem Norwegischen Schiff schreckliche Dinge passiert sind, aber dabei nie ins Detail gegangen ist. So war die Geschichte für mich auch nicht ganz rund und ich gebe insgesamt nur 3,5 Lese-Sterne.

Bewertung vom 14.12.2025
Hasenkopf, Marco

Sündflut 1784


ausgezeichnet

Im Jahr 1784 ist sind die Städte am Rhein stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Fluss ist nicht nur über seine Ufer getreten, er hat auch riesige Mengen an Eisblöcken, Geröll und Modder in die angrenzenden Städte gedrückt. Anna-Maria Scheidt, die in Mülheim eine Apotheke geführt hat, kann nur noch, nachdem auch ihr Haus völlig zerstört ist, versuchen ihr Leben zu retten. Hilfe findet sie bei Henrik Venray, dem Amtmann von Düsseldorf. Venray ist in seinem Denken sehr fortschrittlich. Er will, um Recht und Ordnung in seiner Region durchzusetzen eine Policey Criminal aufbauen. Ein stolzer Plan, für dessen Umsetzung er sich machtvolle Verbündete suchen muss. Doch Vorrang hat nun erst einmal Anna-Maria vor dem Scheiterhaufen zu retten…
So einen spannenden historischen Krimi habe ich noch nicht gelesen. Anfangs hatte ich mit den mit völlig unbekannten Ämtern und historischen Begriffen zu kämpfen, aber zum Glück hat der Autor ans Ende des Buchs ein erklärendes Glossar angehängt. Wie Venray dann in Mülheim und Cöln versucht Beweise für Anna-Marias Unschuld zu finden, ist so spannend beschrieben, dass die Kapitel nur so dahinflogen. Vor allen, da es dabei immer wieder so harte Rückschläge gab. Getriggert wurde es dann auch noch durch die wenige Zeit bis zur Hinrichtung. Wirklich spannend aufgebaut und darum sind 4,5 Lese-Sterne auch absolut verdient.

Bewertung vom 14.12.2025
Franz, Franziska

Tatort Kettenhofweg (eBook, ePUB)


gut

Helga Lindemeyer ist seit mehr als einem Jahr Witwe und lebt im Frankfurter Kettenhofweg mit ihrem Dackel Karlchen. Ihre beschauliche Wohngegend gerät in Aufruhr als am 15.8.1994 in der gegenüberliegenden Villa 6 Leichen gefunden werden. Bereits davor hat Helga dort immer wieder leichtbekleidete junge Frauen in und vor der Villa beobachtet. Da sie sonst keine weiteren Hobbys pflegt, hat sie sich angewöhnt aus ihrem Erkerzimmer die Menschen auf ihrer Straße zu beobachten. Verdächtig kam ihr so manch einer vor. Was sie aber nun erfährt, bringt ihr Weltbild über den Kettenhofweg völlig ins Wanken …..
Helga kann man als neugierig, hartnäckig und manchmal auch eigensinnig beschreiben. Irgendwie hat sie mich an Miss Marple erinnert. Sie hat einen Plan und setzt diesen auch ohne wenn und aber um. Sie kann mit Gegenargumenten dabei überhaupt nicht umgehen und wer mit ihr befreundet ist, wie Erika, Isolde und Rosa, der muss schon so einiges einstecken können. Das mitzuerleben war manchmal sehr lustig und manchmal wirkte es auf mich einfach nur konstruiert. Dass Helga Jahrzehnte nicht bemerkt hat, was im gegenüberliegenden Haus vorgeht, konnte ich nicht glauben. Steht das doch im krassen Gegensatz zu ihrer sonst so aufmerksamen, ja aufdringlich neugierigen Art. Darum hielt sich bei mir auch die Spannung in Grenzen. Insgesamt gebe ich 3 Lese-Sterne.

Bewertung vom 08.12.2025
Stern, Anne

Die weiße Nacht


gut

Lou Faber ist eine junge Fotografin, die jetzt in der Nachkriegszeit um zu überleben händeringend nach Abnehmern für ihre Fotos sucht. Bei ihren Streifzügen durch das noch immer vom Krieg gezeichnete Berlin findet sie in einer Ruine eine tote Frau. Die liegt im Schnee und wirkt mit ihren gefalteten Händen wie aufgebahrt. Bevor sie die Polizei verständigt, macht Lou noch einige Fotos von der Toten. Kriminalkommissar Alfred König übernimmt die Ermittlungen und Marianne Melzer, so heißt die Tote, wird nicht die einzige zur Schau gestellte Leiche bleiben. Die Presse spricht bald vom Ruinenmörder…
Der Krimi spielt in den ersten Nachkriegsjahren in Berlin und es gelingt der Autorin den zu der Zeit herrschenden Mangel an Wohnraum, an Nahrung und dem Aufblühen des Schwarzhandels anschaulich in die Handlung einfließen zu lassen. Nicht nur die Bevölkerung, auch die Behörden, in diesem Fall die Polizei, müssen versuchen trotz der vielen Widrigkeiten und fehlendem Personal die Ordnung in der Stadt aufrechtzuerhalten. Und dann ist da noch die Kälte. Es ist ein eisiger Winter und Heizmaterial kaum noch zu finden. Das hat die Autorin alles sehr anschaulich vermittelt, wobei diese Beschreibungen sich im Buch vielfach ähneln und wiederholen.
Dann gibt es auch noch Kapitel, die vom Kriegsgefangenen Gregor berichten. Den konnte ich bis zum Schluss nicht in den Krimi einordnen. Aber sicher wird er in den folgenden Teilen zunehmend eine Rolle spielen. Denn am Schluss setzt die Autorin und das hat dann bei mir auch etwas Spannung gebracht, viele Cliffhanger, die Neugier auf weitere Bücher mit Lou und König wecken.
Insgesamt betrachtet hatte ich mir mehr Spannung erhofft und gebe daher nur 3 Lese-Sterne.

Bewertung vom 08.12.2025
Haller, Elias

Der Blutmacher


sehr gut

Akte Frame, also Bilderahmen, heißt der neue Fall von Tara Kronberg. Ein sehr persönlicher Fall für die erfahrene Ermittlerin für besonders brutale Verbrechen.
In diesem Fall mordet der Täter seine Opfer, um mit ihrem Blut Kunstwerke auf Leinwänden zu erschaffen. Das Ganze stellt er dann auch noch live ins Netz und auf seiner Plattform können alle Interessierten, wie auf einer Auktion, Gebote für die Blutbilder abgeben. Einfach grauenhaft die Qualen der Opfer mit anzusehen. Um seine Macht zu demonstrieren, leitet der Täter auch immer wieder dem Dezernat 47, also Taras Abteilung, den Einstiegslink dafür zu. Es kam mir wie ein Katz- und Mausspiel vor, was der Täter sehr zu genießen scheint.
Auch wenn Tara jedem kleinen Hinweis nachgeht, kann sie keine Spuren entdecken, die sie zum Täter führen. Jedoch kennt sie sein nächstes Opfer sehr gut, so dass der Druck, den Täter zu finden, enorm bei ihr steigt.
Wegen persönlicher Befangenheit zieht ihre Chefin Tara ganz vom Fall ab, was sie natürlich nicht davon abhält auf eigene Rechnung weiter zu ermitteln. Mich hat sie damit auf jeden Fall beeindruckt. Überhaupt fand ich diesen Thriller einfach nur unglaublich –verwirrende Entwicklungen, so unterschiedliche Schauplätze, gepaart mit der Frage nach dem WARUM. Ja, der neue Thriller von Elias Haller hat mich wieder spannend unterhalten. Darum gibt’s auch eine uneingeschränkte Lese-Empfehlung und 4 Lese-Sterne.

Bewertung vom 08.12.2025
Jensen, Michael

Zurück unter Mördern


ausgezeichnet

Die Leidensgeschichte von Oswald Lasally hat mich nicht losgelassen. Sein Schicksal, besser gesagt die darin enthaltenen Ungerechtigkeiten und Schikanen sind so detailliert beschrieben, dass ich mitgelitten habe. Step by Step taucht der Leser tiefer in den Machtmissbrauch der Nazis und das damit verbundene Leid, welches die jüdische Familie Lasally ertragen musste. Das Schlimmste dabei: dieselben Braunhemden von damals sitzen dank Persilschein nun in der neu gegründeten Bundesrepublik wieder in Machtpositionen. Der Autor stellt die Rechtsunsicherheit von Oswald Lasally, der so viele Jahre nach dem Krieg nun in seine Heimat Hamburg zurückkehrt, sehr anschaulich dar. Oswald will nicht nur den von den Nazis durch Rechtsbeugung gestohlenen Familienbesitz zurückhaben, er will auch Klarheit über den angeblichen Freitod seines Vaters Eduard erhalten. Bereits während der Jahre im Exil hat Oswald immer Kontakt zum Hamburger Freund seines Vaters, dem Rechtsanwalt Dr. Arno Kornbach, gehalten, um den richtigen Zeitpunkt für seine Rückkehr aus Brasilien zu finden. Mir kam Kornbach beim Lesen wie die graue Eminenz, die im Hintergrund agiert, vor, beharrlich und der Gerechtigkeit verpflichtet. Kornbach ist es auch, der den von den Kriegserlebnissen aus der Bahn geworfenen Henry Mahler als Privatdetektiv engagiert. Mahler, der sein Jurastudium abgebrochen hat, kam mir anfangs mit seinem neuen Job als Privatermittler so ziemlich überfordert vor. Dank Kornbachs Unterstützung wurde er dann aber seiner Aufgabe gerecht. Mahler musste dabei erkennen, dass es ein zweischneidiges Schwert ist Gerechtigkeit für das durch die Nazis begangene Unrecht zu erlagen. Auf der einen Seite steht die Rückgabe der von den Nazis angeeigneten Güter und Werte und auf der anderen Seite müssen die damaligen Akteure für das begangene Unrecht bestraft werden. Der Aufgabe dafür Beweise zu finden stellt er sich. Manchmal bringt ihn seine Unerfahrenheit und sein Eifer in Lebensgefahr. Mich hat das sehr spannend unterhalten und darum gibt’s von mir auch 5 Lese-Sterne.

Bewertung vom 08.12.2025
Johann, Petra

Wem du traust (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Eva und Susanne sind mehr als nur Freundinnen. Sie haben lange zusammengewohnt und Eva hat Susanne, die mit ihrer viel zu frühen Schwangerschaft völlig überfordert war, geholfen. Die innige Verbindung, besser gesagt das Freundschaftsband, hält bis heute an. Es schließt auch Sofie, Susannes Tochter, die inzwischen ein Teenager ist, mit ein. Anfangs fand ich die Beschreibungen zu dieser innigen Frauenfreundschaft mehr kitschig als glaubwürdig. Denn beide Frauen haben nun einen festen Partner, Eva hat selbst ein Kind und beide stehen voll im Berufsleben. Wie soll da noch so ein inniges Füreinander möglich sein. Jedoch hat mich die Autorin überzeugt, dass dem so ist. Allein dadurch, dass beide zwar füreinander einstehen, aber auch die Schwächen oder Fehler des anderen sehr offen ansprechen. Offene Worte, ohne zu verletzten oder verletzt zu sein.
Doch nun ist Sofie, Susannes Tochter und Eva Ziehtochter, verschwunden. Evas Mann Daniel hat sie nach dem Babysitting seines Sohnes noch in der Nacht nach Hause gefahren. Allerdings ist Sofie in der elterlichen Wohnung nie angekommen. Die Polizei nimmt die Suche nach Sofie auf und vernimmt in dem Zusammenhang alle Kontaktpersonen von Sofie. Insbesondere Daniel gerät dabei immer mehr in den Fokus. Selbst Eva merkt, dass er irgendetwas verheimlicht. Doch er ist nicht die Einzige in diesem spannenden Krimi. Wohldosiert arbeitet die Autorin immer mehr Ungereimtheiten heraus, so dass die Spannung bei mir immer mehr anstieg. Doch nicht nur die stieg, auch meine Aversion gegenüber Axel Thürmer, dem neuen Lebenspartner von Susanne. Ein Blender vor dem Herrn. Stilistisch sehr geschickt fand ich auch die in Kursiv eingearbeiteten Angstgedanken einer weiblichen Person. Damit hat sie mich gedanklich doch voll aufs Glatteis geführt. Toll gemacht.
In meinen Augen ist das ein sehr gelungener Krimi, der 5 Lese-Stern mehr als verdient hat.

Bewertung vom 03.12.2025
Neitz, Marika

Das Forsthaus (MP3-Download)


ausgezeichnet

Das Forsthaus in Mariensicht ist nicht nur sehr, sehr abgelegen, es ist auch ein im Zerfall befindliches seit 10 Jahren leerstehendes Haus. Ohne ihr Wissen hat Ehemann Philip Bach diese Ruine gekauft. In seinen Augen ein Schnäppchen. Beide wollen hier einen Neuanfang starten, da in ihrer alten Heimat Berlin sie zu viel an die vielen Fehlgeburten und den unerfüllten Kinderwunsch erinnert. Jedoch hat das Dorf so seine Geheimnisse und die Bewohner sind Zugereisten gegenüber eher abweisend, was Familie Bach hautnah zu spüren bekommt. Das hält Katharina aber nicht davon ab, weiter zu hinterfragen, warum das Forsthaus seit 10 Jahr leer steht, welche Geschichte hinter dem Haus steht und was es mit den 8 ermordeten Mädchen vor einigen Jahren auf sich hat.
In meinen Augen hat die Autorin hier ein Meisterwerk der Spannung geschaffen. Der Wechsel zwischen Gegenwart und der Vergangenheit ist fließend, lässt Spannungspunkte offen und zwingt somit den Leser weiter hinter das Geheimnis von Mariensicht, dem Forsthaus und den toten Mädchen zu kommen. Geschickt wird der Leser dabei auf falsche Fährten gebracht, um dann, erstaunt über die Entwicklung, hinter das wahre Geschehen zu kommen. Ich habe kribbelnde Spannung während der gesamten Geschichte empfunden und natürlich Mitleid mit der vom Leben so gebeutelten Flora Winkler gehabt.
Der Sprecherin, Svenja Pages, ist es gelungen jeder Figur eine passende Stimme zu geben. Sie hat auch die Dramatik bestimmter Situationen stimmlich sehr gut herausgearbeitet. Ich empfand ihre Stimme als sehr angenehm.
Insgesamt gibt es von mir 5 Lese-Sterne und eine uneingeschränkte Weiterempfehlung.