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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Woma
Wohnort: Nordrhein Westfalen
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Danksagungen: 5 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 201 Bewertungen
Bewertung vom 22.11.2020
Indian Cowboy (eBook, ePUB)
Rose Billert, Brita

Indian Cowboy (eBook, ePUB)


sehr gut

Auch im 4. Band der Reihe stellt sich der Indian Cowboy Rayn Black Hawk neuen Herausforderungen.

Immer wieder lauern Bedrohungen und Gefahren auf den Indian Cowboy, und halten ihn von seiner Familie fern. Hinter vielen dieser gefährlichen Angriffe steckt Red Eagle, sein erbitterter Widersacher. Aber es gibt immer wieder Menschen, die ihm zur Seite stehen. Manchmal tauchen sie von unerwarteter Seite auf. Ein wesentlicher Ruhepol ist die Familie. In den alten Zermonien kann er hier in die andere Welt reisen. Alle Probleme und Sorgen relativieren sich dabei.

Brita Rose Billert schreibt einen lockeren, mitreissenden Stil. Dabei ist die Story um den Indian Cowboy Ryan Black Hawk in die Geschichte der Lakota Indianer eingebettet. Für mich war das besonders interessant, weil ich einen Medizinmann des Stammes kenne, und so auch einiges über die Traditionen und ihr Leben heute erfahren durfte.

Das Szenario der Geschichte hat die Autorin sehr plastisch entworfen. Ich konnte mir die Bilder gut vorstellen. Die Protagonisten und alle weiteren Charaktere sind sehr gut und fascettenreich entwickelt. Die Spannung war stückweise mit den Händen greifbar

Als Fazit kann ich nur sagen, das Buch macht Lust auf mehr.

Bewertung vom 22.11.2020
Die Vögel singen auch bei Regen
von Garnier, Kea

Die Vögel singen auch bei Regen


sehr gut

Psychische Erkrankungen sind in der Gesellschaft leider noch immer ein Tabu-Thema ... umso wichtiger finde ich es, dass es mehr Bücher wie dieses gibt.Ungeschönt und authentisch greift sie in ihrem autobiografisch anmutenden Roman diesen Themenkomplex auf. Kea hat sich mit ihrem Buch einiges getraut. Sie erzählt absolut persönliches über ihr Leben. Dabei spart sie ihre psychischen Erkrankungen und den Umgang damit nicht aus. Mit einfachen, dem Laien verständlichen Worten schildert sie ihre Odyssee durch den Therapiedschungel. Es ist gut, daß sie gestärkt daraus hervorkommen konnte. Insofern will dieses Buch Betroffenen auch Mut machen und Impulse anbieten. Es ist die Einladung zur „Politik der kleinsten Schritte“. Sie führen weiter, auch wenn der Weg gerade steinig ist.

Die Autorin schreibt einen sehr angenehmen, gut lesbaren Stil. Die schonungslose Offenheit ist für Menschen mit ähnlichen Problemen manchmal schwer zu ertragen. Die eingefügten Triggerwarnungen waren gut, aber es kam vor, dass andere Themen mich antriggerten. Ich sehe es als Einladung, da noch einmal hinzuschauen.

Als Fazit möchte ich festhalten, es ist ein mutiges und mutmachendes Buch, das dazu beiträgt, ein Tabu -Thema in die Gesellschaft zu holen.

Bewertung vom 21.11.2020
Ein Sommer in Cassis (eBook, ePUB)
Berg, Peter

Ein Sommer in Cassis (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

KHK Jens Schneider ist jetzt nach seinem letzten Fall wirklich urlaubsreif. Er reist nach Cassis an der Cóte Azur. Leider verhallt sein Wunsch nach Ruhe ungehört. Schon bald wird die Leiche einer jungen Frau geborgen. Es ist Isabelle, die junge Kellnerin, die den Kommissar häufig bediente. Manchmal „knisterte“ es dabei zwischen den Beiden. Gerade der Start des Romans zog mich durch seine lebensechte, detailgetreue Beschreibung gleich mit ins geschehen. Ich erlebe die Betroffenheit der Protagonisten, kann aber auch die Schönheit und die Atmosphäre der Landschaft aufnehmen. Ist hier ein Mord geschehen, oder war es doch ein tragischer Unglücksfall, wie die Polizei verlauten lässt??? Dann wird Anja, eine Deutsche, tot aufgefunden. Hier ist dann Kommissar Schneider zur falschen Zeit am falschen Ort. Er landet im Gefängnis. Was ist nur los in Cassis???

Für mich war der Blick auf die Themen im Hintergrund auch sehr interessant. Der Autor hat aktuelle Themen, wie die Rolle der Polizei, die große Liebe, die Edelprostitution mit ihren Abgründen und die Frage nach dem Woher und Wohin des Lebens, geschickt den Protagonisten auf den Leib geschrieben. Dabei bedient er sich eines ausgewogenen Schreibstils, der den Leser gut unterhält, aber auch Raum zum Nachdenken lässt. Abgerundet wird das Szenario durch die wundervolle Urlaubskulisse an der Còte Azur. Wobei der Blick hinter die Kulissen sehr ernüchternd sein kann.

Das gerade dem Hauptprotagonist sich die Sinnfrage stellt ist auch symptomatisch für seinen Beruf. Die Auszeit eines Urlaubs lädt vielleicht auch ein, ehrlich mit sich selbst zu sein. Als Fazit möchte ich den Krimi von Peter Berg mit den Wellen des Meeres vergleichen. Mal sind sie ganz nahe, überrollen mich, dann ziehen sie sich zurück und geben mir Raum. In diesem Kreislauf erlebe ich das Geschehen und darf mich immer schon auf die nächste Welle freuen.

Bewertung vom 04.11.2020
Im Zweifel für Gott
Detje, Malte

Im Zweifel für Gott


sehr gut

Im Laufe des Lebens erlebt jede und jeder Zeiten wo der Glaube einfach ins Abseits geraten ist. Gott löst meine Bitten an ihn nicht ein. Das hat Konsequenzen in meinem Alltag. In der Folge wende ich mich vielleicht von Gott ab. Ich stelle mir vor, dass die Gründe für das Hinterfragen des Glaubens vielfältig und individuell zu sehen sind.


In seinem Buch hat Pastor Malte Detje sechs Gründe exemplarisch herausgestellt, die uns an Gott zweifeln lassen können. Der Autor versucht Antworten auf diese Zweifel und so auch ein Stück Lebenshilfe für die Leser. Dabei greift er auf Geschichten aus seinem Alltag zurück. Der angenehme, leicht lesbare Stil seiner Auslegungen lässt die Antworten lebensnah und authentisch erscheinen. Dabei beeinflusst er den Leser zu keiner Zeit. Er teilt seine Gedanken mit, und setzt so neue Impulse.Wie ich damit umgehe, bleibt mir überlassen. Mir fiel beim Lesen einmal mehr auf, das mein Handeln gefragt ist.

Bewertung vom 31.10.2020
Kalmann
Schmidt, Joachim B.

Kalmann


ausgezeichnet

Kalmann lebt in dem kleinen, abgelegenen Dorf Raufarhövn auf Island. Er ist ein Einzelgänger, der sich selbst zum Hüter des Ortes ernannt hat. Sehr gerne jagt er Polarfüchse und Haifische. Die Haie verarbeitet er dann zu Gammelfisch, einem Nationalgericht.
Aus der Sicht Kalmanns dürfen wir einen Blick auf das einfache, harte Leben der isländischen Landbevölkerung werfen. Mit seinen einfachen und schlichten Worten malt er ein atmosphärisches Bild der Umgebung und des Miteinanders der Menschen. Ich konnte mich gut in diese Bilder einklinken und so an den Fragen und Sorgen der Menschen teilhaben.
Das ändert sich aus Kalmann eines Tages über einen Flecken Blut im Schnee stolpert. Jetzt nehmen die Ereignisse ihren Lauf.....
In diesem Roman spielt der Krimi eine eher untergeordnete Rolle.
Fazit: Mit schlichten und einfachen Worten erschließt Kalmann dem Leser seine Welt. Sie wirkten auf mich wie eine Einladung mich mit ihm auf den Weg zu machen. So entführte mich das Buch in eine abgelegene Gegend Islands und erschloss mir ein wenig vom Miteinander der Menschen dort.

Bewertung vom 21.10.2020
Schwarzer Jasmin
Rumpl, Manfred

Schwarzer Jasmin


sehr gut

Ansprechend ist das schöne Cover mit dem sich der Roman schmückt. Es umhüllt eine Geschichte, die verschiedene Themen der heutigen Zeit anspricht. Dazu gehören Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und Kulturen, die einander in Deutschland begegnen. Angesprochen werden Flucht, Liebe und Radikalisierung.
Manfred Rumpf siedelt seinen Roman in der Zeit zwischen der tunesischen Jasminrevolutiuon, die den "Arabischen Frühling" auslöste und der Fluchtbewegung nach Europa an.

Jakob, der Journalist, und die Sozialarbeiterin Julia sehen ihre Beziehung an einem Scheideweg. Trotzdem stellen sie sich noch ein Ultimatum.
Eymen, tunesischer Flüchtling, ist hin und her gerissen zwischen der westlichen Verlockungen und seiner religiösen Überzeugung.
Der Polizist Frank und sein Team übernehmen noch einen letzten großen Fall vor der Rente. Dabei müssen sie sich gegen ihre opportunistischen Vorgesetzten und für die Sicherheit entscheiden. Als Eymen in Julias Beratungsstelle auftaucht, sehen die Polizisten in ihm einen möglichen Gefährder, den sie dingfest machen wollen, bevor er zuschlagen kann. Die Wege dieser Personen scheinen alle in eine Richtung zu laufen, auf das dramatische Finale zu.....

Bewertung vom 29.09.2020
Neue Irre - Wir behandeln die Falschen
Lütz, Manfred

Neue Irre - Wir behandeln die Falschen


ausgezeichnet

Es ist schon bedenklich, dass unser Alltag durch Populisten Trump, Erdogan und "Konsorten" mit deren Hetze überrollt wird. Erschreckend ist auch wie leichtfertig ihnen gegenüber Begriffe fallen, die zum psychopathologischen Terminus zu rechnen sind.

Wir "Normale" versuchen uns durch die Attraktivität, die in der Formulierung solcher Diagnoseversuche liegt zu entlasten, von der immer massiver werdenden Verantwortung für den ganz normalen Wahnsinn, den wir tagtäglich Leben nennen.

Neben der dargestellten gesellschaftlichen Ebene richtet das Buch den Fokus auf eine lebendige, pointierte Beschreibung verschiedener psychischer Erkrankungen. Dabei werden auch Methoden in den Blick genommen mit denen diesen begegnet werden kann. Selbst für Laien bietet sich ein guter Überblick über das Fachgebiet. Vielleicht hilft das Buch auch sachgerechter mit Termini umzugehen.

Etwas überrascht hat mich, wie wenig bei den Psychopharmaka auf Risiken und Nebenwirkungen eingegangen wurde.

Insgesamt verwendet der Autor einen lockeren Stil. Es macht Spaß ihm durch die Kapitel zu folgen.

Bewertung vom 22.09.2020
Das Leben ist ein wilder Garten
Buti, Roland

Das Leben ist ein wilder Garten


sehr gut

Der Landschaftsgärtner Carlo Weiss hat es wirklich nicht leicht, seine Frau hat ihn verlassen, seine Tochter studiert im Ausland. Jetzt verschwindet seine Mutter aus ihrem Seniorenheim. Die beginnende Demenz der Mutter war eine Ursache dafür. Carlo Weiss droht den Boden unter seinen Füssen zu verlieren, oder um im Bild zu bleiben, sein Lebensgarten verwildert. Auf einem Jugendbild der alten Dame erkennt Weiss das Grand Hotel ihres Heimatortes. Könnte sie dort wohl sein? Ein Telefongespräch bringt Klarheit. Zusammen mit seinem Assistenten Agon macht er sich auf den Weg. Es ist eine Reise ins Grandhotel, aber auch zurück in die früheren Jahre.
Sein Assistent Agon ist in dieser Zeit sehr wichtig. Er betreut den verwilderten Garten auf allen Ebenen.
Rhetorisch bewegt sich der Roman auf hohem Niveau. Die Sprache ist sehr bildhaft und poetisch. Leider zerfaserte sich die Spur der Protagonisten im wilden Garten ein wenig. Es fiel mir schwer, die einzelnen Schicksale auseinanderzuhalten. Es wurde alles zu einer, den Garten überwuchernden Pflanze.

Bewertung vom 20.09.2020
Im nächsten Leben wird alles besser
Rath, Hans

Im nächsten Leben wird alles besser


ausgezeichnet

Das Cover mit seinen bunten Buchstaben macht neugierig auf das Buch. Bei uns noch eher abstrakte Elemente wie KI fallen nicht gleich ins Auge. Und doch ist der Roman dem wissenschaftlichen Fortschritt sehr nahe gekommen. Einige der Erwartungen aus der Zukunft, klopfen heute schon an unsere Tür.
Die hier als Roman erarbeitete Vorlage hat bei den Zukunftsvisionen starken Anklang an die Werke von Y.N. Harari! Hier sind die Ideen der Zukunft sehr viel nüchterner und sachlicher verarbeitet.
Stelle sie sich vor, sie werden wach in einem fremden Bett, in einem unbekannten Raum, dann betritt der persönliche Assistent, Gustav, den Raum und erklärt Arnold Kahl , dass sich die Welt 25 Jahre weiter gedreht hat. Er gilt jetzt als alter Mann. Gustav entpuppt sich als KI mit synthetischem Charakter. Trotzdem werden Arnold und Gustav Freunde. Gustav hilft Arnold sich in der neuen Welt zu orientieren. Er steht ihm auch zur Seite als er Bilanz über sein Leben zieht.
Hans Rath hat die teilweise bedrückenden Zukunftsaussichten mit seinem Bildern und seiner Sprache in einen Rahmen gepackt, der uns die Zukunft mit einem Schuss Humor gedanklich nahe bringt. Es ist ein Buch zum lachen und schmunzeln. Es macht zugleich nachdenklich, wie es uns in dieser Zukunft ergeht. Arnold Kahl fällt seine Entscheidung..... Lesen sie selbst!

Bewertung vom 25.08.2020
Margos Töchter
Stephan, Cora

Margos Töchter


sehr gut

Jetzt gibt es die Fortsetzung zu "Ab heute heiße ich Margo" von Cora Stephan! In "Margos Töchter" erzählt sie vom Leben der Töchter im noch geteilten Deutschland. Dabei rückt das Leben in der Provinz, der RAF Terrorismus und die Maueröffnung mit in den Fokus der Autorin!
Cora Stephan bedient ´sich einer bilderreichen Sprache und einer angepassten Rhetorik. Besonders nach dem Mauerfall gab es nicht nur positive Stimmen. Menschen wurden enttäuscht oder waren einfach verbittert. Mit deutlichen Worten beschreibt sie die Spannungen, die unter der Oberfläche des gefeierten Sieges mit liefen.
Die Protagonistinnen des Buches und auch die weiteren Charaktere finden sehr deutliche Worte, obwohl ihre Sprache nicht immer sehr einfach ist. Als Leserin hatte ich eher schon einmal mit Längen im Text zu kämpfen.
Allerdings hielt mich das mit verarbeitete Recherche Material immer wieder bei der Stange.
Die Geschichte der Töchter wird nacheinander erzählt, was gerade den Übergang besonders spannend macht. Der dritte Teil mit dem Schwerpunkt auf Leonore zog mich sehr in seinen Bann.
Mich beeindruckt die gute Recherche hinter dem Roman. Sie vermittelt neben der Geschichte noch Aspekte der Deutsch - Deutschen Geschichte, die mir nicht geläufig waren.