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Benutzername: Nuance
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Bewertungen

Insgesamt 4 Bewertungen
Bewertung vom 11.06.2017
Das Paket
Fitzek, Sebastian

Das Paket


sehr gut

Emma, eine erfolgreiche Psychiaterin, Ehefrau und werdende Mutter, erlebt das größte Trauma, welches eine 34-jährige junge Frau sich vorstellen kann. Sie wird nach einem ihrer Vorträge von einem Serienkiller vergewaltigt und misshandelt. Da Emma allerdings bereits als Kind unter einer lebhaften Fantasie litt, scheinen auch diesmal etliche Personen an ihr zu zweifeln und sie wird mit der riesen Last ihrer Angst und Paranoia, beinahe alleine gelassen. Zuhause eingesperrt und geplagt von Alpträumen und Anfällen, versucht die junge Frau ihr Leben halbwegs wieder in den Griff zu bekommen, bis dieses mysteriöse Paket plötzlich vor ihrer Haustür auftaucht, von einem Nachbarn dessen Namen sie noch nie vorher gehört hat...

Sebastian Fitzeks "Das Paket", war so ein schnell durchgelesenes Buch, vollgepackt mit Spannung, Informationen, Angst, Verrat und einem unvorhergesehenen Täter bis zum Schluss.
Ein wahrer Psychothriller, mein erster, aber definitiv nicht letzter Fitzek-Thriller. Ein super Buch, wenn man das Unbehagen eines Thrillers in seiner Magengegend spüren möchte.
Der Schreibstil ist sehr bildhaft geschrieben und fließend zu lesen. Die Seiten fliegen so davon. Die Handlung ist ausgeklügelt und es wird darauf hingearbeitet den Leser so lange wie möglich Rätseln und Zweifeln zu lassen.
Die gesamte Handlung wurde aus Emmas Perspektive geschrieben und genau das hat mich persönlich zum weiter lesen animiert! Ihre Sicht lässt einen tief in die Psyche einer derart gefolterten Person blicken und erweckt im Leser Gefühle wie Mitleid, Grauen, Schmerz und Schrecken. (Die Taten eines anderen Charakters, grenzen dann wiederum an purem Wahnsinn.)
Genau das was man in einem guten Psychothriller lesen möchte!
Leider fehlte mir etwas die Tiefe zu einigen Nebencharakteren wie Emmas Ehemann, seinem Kollegen, ihrer besten Freundin und ihrem besten Freund, doch wahrscheinlich war es Absicht, dass nicht besonders viel über sie bekannt gegeben wurde und ich kann auch nicht sagen, dass es sonderlich lange an mir genagt hat.

PS: Es ist nicht gerade empfehlenswert dieses Buch Abends zu lesen, wenn man nicht bereits ein abgebrühter Thrillerleser ist, denn es wird einen, entweder nicht einschlafen lassen oder bis tief in die Träume folgen.

Bewertung vom 29.05.2017
Sieben Minuten nach Mitternacht
Ness, Patrick; Dowd, Siobhan

Sieben Minuten nach Mitternacht


ausgezeichnet

Ein wunderschönes Buch!
In der Geschichte geht es um den 13-jährigen Connor, seine Mutter, die an Krebs erkrankt ist, seine Großmutter, die nichts von Kochen, Backen oder Stricken hält, seinen Vater, der bereits eine neue Familie hat und um ein Monster, welches immer genau sieben Minuten nach Mitternacht vor Connors Fenster steht.

Diese Geschichte ist wirklich anders als alles was ich je gelesen habe. Der Schreibstil ist spitze und Patrick Ness schafft es den Geist einer längst verstorbenen Autorin (Siobhan Dowd) in seinen Worten wieder aufleben zu lassen.
Connors Mutter hat Krebs. Medikamente werden verabreicht, doch die Nebenwirkungen lassen sich deutlich sehen und irgendwie scheint es ihr nicht sonderlich besser zu gehen. Der junge Connor übernimmt in seinem jungen Alter mehr Aufgaben und Verantwortung als es für einen 13-jährigen Jungen gut ist, doch das macht ihm wenig aus, solange seine Mutter sich ausruhen kann.
Der kleine Connor wird von Anfang an von einem Alptraum heimgesucht, von dem man bis zum Ende des Buches nichts mitbekommt. Jede Nacht schreckt er aus dem Schlaf und ist beinahe gelähmt vor Angst.
Eines Nachts taucht allerdings ein riesiges Monster vor Connors Fenster auf und Connor scheint weder Angst noch Begeisterung für den Riesen zu teilen. Das Monster erzählt ihm, dass Connor ihn gerufen habe, auch wenn Connor sich nicht an solch eine lächerliche Tat zu erinnern scheint. Es verkündet, dass es Connor in der Zeit ihrer gemeinsamen Reise, drei Geschichten erzählen wird und Connor ihm dann am Ende die vierte Geschichte erzählen muss. Eine Geschichte vor der es Connor graut, denn das Monster will seinen gefürchteten Alptraum hören. Undenkbar für Connor...!

Dieses Buch ist einfach eines der schönsten Bücher die ich je gesehen und gelesen habe. Komplizierte Themen wie Schmerz, Liebe, Einsamkeit, Verachtung und das Urteil von Richtig und Falsch, werden in diesem Buch, vor allem in den Geschichten des Monsters, angesprochen und in Frage gestellt. So vieles ist zwischen den Sätzen versteckt und die Geschichte trotzdem so einfach gehalten. Man fliegt förmlich durch die Ereignisse und bevor man sich umsieht, hat man bereits die letzte Seite gelesen und heult wie ein kleines Kind. Die Illustrationen sind wahre Meisterwerke, die einen tief in die Geschichte eindringen lassen.

Wunderschöner Erzählstil, wunderschöne Bilder und wunderschöne Charaktere. Ein ausgezeichnetes Buch, aus der Sicht eines Kindes der seiner Mutter beim Sterben zusieht und nur ein großes Monster ihm wirklich zur Seite stehen kann.

Bewertung vom 23.05.2017
Hide / Anna Bd.2
Rush, Jennifer

Hide / Anna Bd.2


gut

Die Geschichte von Anna und den Jungs geht weiter und wenn man Escape gelesen hat, wird man von Hide definitiv nicht enttäuscht werden.
Ganz im Gegenteil! Beim zweiten Band der Duologie, handelt es sich um eine sehr gelungene Fortsetzung. Der Schreibstil war auch diesmal flüssig und einfach und die Story ist geradezu davon geflogen. Intrigen, Überraschungen und Schockmomente verstecken sich zwischen den Seiten und warten darauf entdeckt zu werden, vor allem im letzten drittel des Buches.
Im zweiten Band baut Jennifer Rush sehr viel Spannung auf, überzeugt mit charakterlicher Weiterentwicklung und beantwortet einige Fragen, lässt einen allerdings auch, durch das altbekannte Problem, den verstärkten Fokus auf einige wenige Charaktere, mit einigen offenen Fragen zurück.
Sehr schade fand ich, dass Cas' diesmal wirklich in den Hintergrund gerückt ist während der Geschichte. Mir fehlt mittlerweile die Tiefe zu seinem Charakter und er ist während des zweiten Bandes beinahe zu einem Nebencharakter gerückt, was ich persönlich sehr schade fand. Nick trat gleichzeitig dafür eher in den Vordergrund, was mir sehr gut gefallen hat und das Ignorieren von Cas somit etwas ausglich.
Obwohl Hide definitiv besser vom geschichtlichen Aufbau war, reichte es für mich leider nicht ganz für 4 Sterne. Ich hatte vor allem am Ende noch einige Probleme mit einem bestimmten Charakter. Seine Toleranz und Akzeptanz gegenüber Anna und ihren Taten waren ab einem gewissen Zeitpunkt einfach nicht mehr realistisch und seine besänftigten Reaktionen ließen seinen Charakter sehr schwach ausgearbeitet wirken. Ein guter Bösewicht, der böses tut aber alles gut meint? Irgendwie unpassend. Auch andere Auflösungen in der Geschichte waren für mich nicht ganz zu Ende gedacht, als wollte die Autorin schnell alles zusammenfassen und zu einem Schluss bringen.

Alles in allem handelt es sich bei Hide allerdings um eine gelungene Fortsetzung, einem spannenden Finale und einem zufriedenstellenden Ende. 3,5 Sterne.

Bewertung vom 15.05.2017
Escape / Anna Bd.1
Rush, Jennifer

Escape / Anna Bd.1


gut

Annas Vater ist ein Forscher, welcher an einem speziellen Experiment arbeitet, dessen wahre Hintergründe allerdings bis spät ins Buch verborgen bleiben. Anna hilft regelmäßig im Labor. Dort werden vier Jungs/Männer, in vier verschiedenen Parzellen, festgehalten. Sam interessiert sie dabei besonders. Cas, Trev und Nick sind die restlichen drei und man schließt sie von Anfang an ins Herz. Alle vier haben ihr Gedächtnis verloren und wissen nichts mehr aus der Zeit vor dem Labor. Gezwungen zur Flucht, begleitet Anna die vier Jungs auf der Suche nach Indizien aus ihrer Vergangenheit, wobei sich auch für Anna viele neue Türen zu ihrer eigenen Vergangenheit öffnen.
Das Buch ist recht einfach geschrieben und lässt sich somit sehr schnell und fließend lesen. Die Geschichte schreitet in galoppierendem Tempo voran. Kaum hat man das Buch in die Hand genommen, ist man nach höchstens drei Sitzungen durch und hat ein recht gelungenes Debüt gelesen.
Die Charaktere sind interessant gestaltet, wobei nur bei Annas und Sams Figuren wirklich etwas in die Tiefe gegangen wird. Die restlichen Charaktere sind recht simple geschrieben, zunächst ohne besondere Tiefe. Cas, Trev und Nick haben zwar alle ihre eigene Persönlichkeit und ihre Fähigkeiten und Hobbys, gelangen allerdings, meines Erachtens, viel zu oft in den Hintergrund, da Anna sich zu 80 % so auf Sam fixiert, dass sie alle anderen etwas ausblendet. Das Anschmachten von Sam und die ständigen Selbstzweifel, ob er sie nun mag oder nicht, was ziemlich offensichtlich ist, haben mich auf Dauer ein bisschen gestört, weswegen mir Anna ab und an etwas unsympathisch war.
Auch der Verlauf der gesamten Geschichte schien recht gekürzt. Manche Ereignisse kamen etwas übereilt, andere waren recht vorhersehbar, wieder andere kamen aus dem Nichts. Eine Mischung mit der man recht gut leben kann, wenn man kein Riesen Meisterwerk und eine perfekt ausgeklügelte Story erwartet. Da ich von Anfang an ohne große Erwartungen und mit einer offenen Einstellung an das Buch gegangen bin, hatte ich keine Gelegenheit enttäuscht zu werden und ließ mich von den kleinen Ungereimtheiten nicht sonderlich stören.
Am Ende bleibt man noch mit einigen Fragen zurück, weswegen das zweite Buch ein kleines "Muss" darstellt, wenn man alle Geheimnisse aufdecken möchte, was allerdings nicht bedeutet, dass die Geschichte ein offenes Ende hat.

Alles in Allem ist dieses Buch ein recht unterhaltsames Buch für zwischendurch, mit liebenswerten Charakteren, einer schnell fortschreitenden Story und einer interessanten Grundidee und Ausführung. :)