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Benutzername: 
Ella
Wohnort: 
Berlin

Bewertungen

Insgesamt 40 Bewertungen
Bewertung vom 27.09.2022
Stille blutet
Poznanski, Ursula

Stille blutet


weniger gut

"Stille blutet" ist der neue Erwachsenen-Thriller und somit der erste Band der Mordgruppe-Reihe von Ursula Poznanski.
Von der Optik her hat mich das Buch direkt sehr angesprochen und erinnert von der Grundidee der Aufmachung auch sehr an die „Vanitas“ Reihe der Autorin. Ich hoffe die weiteren Bände haben dann ebenfalls andersfarbige Cover mit einer Skyline auf dem Cover.
Ich als Urban-Fantasy-Leserin greife nur eher selten zu Thrillern, aber Frau Poznanski hat mir mit ihrer ersten Erwachsenen-Thriller Reihe so die Schuhe ausgezogen, dass ich am Ende eines jeden Buches nicht mehr wusste, wo oben und unten ist und die Reihe daher bereits mehrere Male gelesen habe. Demzufolge waren meine Erwartungen an ihren neuen Reihenauftakt auch sehr hoch, was dem Buch leider nicht zu Gute kam.

Der Einstieg in „Stille blutet“ fiel mir auf den ersten Seiten doch eher schwer. Ich musste tatsächlich mehrfach zurückrudern, weil meine Gedanken abgedriftet sind, und nochmal einige Seiten lesen um am Ball bleiben zu können. Der Plot steigt zwar direkt ins Geschehen ein und man lernt somit alle relevanten Charakter auch sehr schnell kennen, doch dabei kristallisiert sich dann auch ziemlich schnell heraus, wie die Geschichte von statten gehen wird und für mich war der komplette Mittelteil vorhersehbar und eher eine Aneinanderreihung von Geschehnissen.
Letztendlich fehlte mir hier irgendwie teilweise manchmal der rote Faden, der durch die Geschichte führt und vor allem die Spannung und das Gefühl der Beklemmung, wie man es aus Vanitas kannte. So plätschert die Geschichte ein wenig vor sich hin, bevor es zu diesem eher wirren und für mich leider total unverständlichem Ende mit einer absurden Auflösung kam. Noch dazu wird sich hier dem Klischee des absolut naiven Protagonisten bedient, der wirklich kopflos in jede „Falle“ tappt die man schon drei Meter gegen den Wind riechen kann und selbst bis zur letzten Minute noch gutgläubig alles abkauft.

FAZIT: Für mich in dem Sinne leider ein kleiner Flopp, da meine Erwartungen einfach zu hoch waren. Ich werde nichtsdestotrotz den zweiten Band sicherlich auch lesen, in der Hoffnung auf Verbesserung.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.06.2022
Erwacht / Underworld Chronicles Bd.3
May, Jackie

Erwacht / Underworld Chronicles Bd.3


ausgezeichnet

Here we go again - meine Liebe zu Underworld Chronicles, oder wie ich es nenne Trashiges Shadowhunter trifft Twilight, ist ja mittlerweile bekannt. Somit durfte natürlich auch direkt der dritte Band zum Erscheinungstermin bei mir einziehen und dieser wurde auch wieder in einem Rutsch (nach einem erneuten re-read von Band 1 & 2) direkt gelesen.

Wir starten direkt und ohne viel dazu in die Geschehnisse nach Band 2 ein, was mir persönlich wirklich sehr gut gefallen hat, gerade da Band 2 doch einen echt gemeinen Cliffhanger hatte.
Mittlerweile sind mir alle Charaktere einfach unglaublich ans Herz gewachsen und Nora mittendrin ist einfach eine Bombe, wie sie ihren kleinen Harem meistert. Nun, da wir auch wissen, was Nora ist, nimmt die Geschichte bzw. das Mysterium um sie richtig an Fahrt auf und der Reverse Harem baut sich richtig stark auf. Am Anfang war mir gar nicht klar, welchen Love Interest ich am ehesten mit Nora gesehen hätte, um so besser, das man ab jetzt nicht mehr wählen muss, denn wir bekommen einfach ALLE. :D Neben dem RH finde ich den Found Family Effect auch wirklich toll, die Gruppe hat so viele einzigartige Individuen, die wirklich mit ihren Stärken und Schwächen zur Geschichte beitragen und für viele humorvolle Momente sorgen.
Der eigentlich Fall mit dem wir es hier zu tun haben war zwar etwas überzogen, aber die Umstände in die es Nora dann verschlagen hat waren einfach wieder äußerst amüsant (Wo findet sie nur immer die Männer, die sich ihr gleich als Sklaven verschreiben? :D )

Ich bin übrigens nach wie vor ein Fan der Cover und vor allem von den kleinen Details am Rande der Cover, wie sie ineinander übergehen.

FAZIT: Wirklich großer Lesespaß mit genau dem richtigen Mix aus (meinem) Humor, Action und interessanten Charakteren. Für mich nach wie vor das bessere “City of Bones".

Bewertung vom 23.04.2022
Talus
Grimm, Liza

Talus


gut

„Talus: Die Hexen von Edinburgh“ von Liza Grimm ist eine fantastische Geschichte mit einem wirklich tollen Setting.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.04.2022
Erde 0
Johnson, Micaiah

Erde 0


gut

"Erde 0" ist Micaiah Johnsons Debütroman und bietet im Grunde alles, was man sich von einem guten dystopischen Sci-Fi Buch erhofft:

Bewertung vom 23.04.2022
Furchtlos / Die Rebellinnen von Oxford Bd.3
Dunmore, Evie

Furchtlos / Die Rebellinnen von Oxford Bd.3


sehr gut

Endlich folgen wir in "Die Rebellinnen von Oxford - Furchtlos" der Geschichte von Hattie Greenfield. Sie war in den vorherigen Bänden schon einer meiner liebsten Nebencharaktere, da sie einfach eine wundervolle Art hat und ich bei den meisten ihrer Aussagen oder Verhaltensweisen schmunzeln musste.

Hattie kommt aus einer äußerst gut betuchten Familie mit einer langen angesehen Linie. Sie wurde ihr ganzes Leben lang von vorne bis hinten umsorgt. Zu ihrem Glück fehlt jetzt nur noch der weiße Ritter, der sie umwirbt, ihr schöne Augen macht und sie sich Hals über Kopf in ihn verlieben kann. Aber als sie dabei erwischt wird, wie sie mit Lucian Blackstone rumknutscht, gerät alles außer Kontrolle. Um den Skandal und Ruin ihrer Familie zu vermeiden, hat sie jetzt keine andere Wahl mehr - Hattie muss Lucian heiraten, dabei gibt es niemanden den sie mehr hasst. Ihr Glück ist für immer ruiniert. Sicherlich kann man von ihr nicht erwarten, dass sie sich jetzt auch noch in ihn verliebt und glücklich bis an ihr Lebensende sein wird... Oder doch?

Von allen Paaren der Reihe mochte ich Hattie und Lucian bisher am meisten. Zumal sie nicht direkt körperlich miteinander wurde, abgesehen von dem einen Kuss, sondern sogar als bereits verheiratetes Ehepaar daran gearbeitet haben miteinander besser auszukommen und auch einzeln über sich hinauszuwachsen sind. Gerade wenn Charaktere in so verzwickte Situationen geworfen werden, bin ich ein großer Fan davon, wenn man sieht, wie sich sich entwickeln und nicht gegenseitig nur im Wege stehen, sondern sich bemühen einer Situation gerecht zu werden.

FAZIT: Für mich im gesamten der beste Teil der Reihe, ich freue mich also, dass es hier sogar noch weiter geht.

Bewertung vom 06.02.2022
Die Stunde der Frauen / Fräulein Gold Bd.4
Stern, Anne

Die Stunde der Frauen / Fräulein Gold Bd.4


ausgezeichnet

Berlin 1925: Nun folgen wir Hulda bereits 3 Jahre durch ihr Leben und auch ihr neuer Lebensabschnitt als leitenden Hebamme im

“Fräulein Gold - Die Stunde der Frauen” ist bereits der vierte Band der Reihe. Viel ist bisher passiert. Hulda hat den Sprung von einer freien Hebamme zur leitenden Hebamme der Frauenklinik in Berlin-Mitte gemeistert. Es gab bis hierhin so einige Höhen und Tiefen in ihrer Karriere, sie erlebte spannende Ermittlungen, folgte stets ihrer Intuition und machte dabei viele neue Bekanntschaften. Jetzt scheint Hulda endlich ganz angekommen zu sein. Sie liebt ihren Job als leitende Hebamme und ist stolz darauf, was sie bereits alles in der Frauenklinik geschafft hat und auch ihre Liebe zu ihrem neuen Freund Johann Wenckow entwickelt sich immer weiter. (Auch wenn ihr Karl ab und an nicht aus dem Kopf geht, aber über ihn sprechen wir in diesem Haushalt nicht. Wir sind hier Team Johann seit der ersten Minute !)

Anne Stern bietet mit dieser Reihe nach wie vor einen guten Mix aus historischem Roman und Krimi, der das Berlin der 1920er-Jahre beim Lesen lebendig werden lässt. Sehr lebhaft und detailliert wird das damalige Leben in all seinen Facetten beschrieben. Hulda ist einfach durch und durch ein liebenswürdiger Charakter, der trotz alledem auch seine Schwächen aufweist und somit für die Leser*in unglaublich nahbar wirkt. Sie ist eine sehr eigensinnige und unerschrockene junge Frau, ja manchmal sogar etwas starrköpfig, aber genau das wirkt auch so liebenswert. Trotz dieser schweren Zeit, weiß Hulda sich durchzusetzen. Sie will den Dingen immer auf den Grund gehen und für schwächere Frauen einstehen und kämpfen. Die neuen Möglichkeiten, die sich ihr als leitende Hebamme eines Frauenklinikums dabei bieten, will sie natürlich bis zum Äußerstens nutzen, jedoch gerät sie bei einer Feierlichkeit im Hause Wenckow wieder einmal in eine unangenehme Situation, die sich plötzlich zu einem neuen Fall für sich entwickelt.

Fazit: “Fräulein Gold - Die Stunde der Frauen” ist bisher mein absoluter Lieblingsband der Reihe. Ich bin einfach so unendlich dankbar, dass ich diese reihe für mich entdeckt habe, denn mit Hulda durch ihr Leben zu gehen ist für mich stets eine Bereicherung gepaart mit super vielen Emotionen. Zudem liebe ich es, zu wissen, dass dies eine Reihe ist, die ich mit meiner Oma teilen kann und wir uns hierzu immer wundervoll unterhalten können. Danke Frau Stern!

SPOILER: Mein Herz ist im Übrigen noch nicht verheilt nach dieser dramatischen Wendung. Ich übertreibe nicht, wenn ich zugebe, dass ich wirklich ganz arg wie ein Schlosshund geweint habe!

Bewertung vom 11.01.2022
Poet X
Acevedo, Elizabeth

Poet X


ausgezeichnet

Poet X von Elizabeth Acevedo ist das erste Buch, das ich gelesen habe, welches in Versform verfasst ist. Ich habe selten ein Buch mit nur knapp über 300 Seiten gelesen, dass sich aufgrund seiner Gestaltung so schnell weg lesen ließ.

Das komplette Buch ist im Grunde als ein einziger Poetry Slam verfasst, den man bestimmt auch genauso auf der Bühne vortragen könnte. Ich bin mir noch etwas unsicher, wie ich zu dem Buch stehe. Die Geschichte rund um Xiomara hat mir gut gefallen und mich auch sehr berührt. Allerdings hatte ich mit dem Schreibstil ab und an so meine Probleme, da er mich an einigen Stellen ein bisschen aus der Bahn geworfen hat und ich dadurch den Anschluss an meine Gefühle wieder verloren und dann doch eher ratlos die Seiten umgeblättert habe.

Jedoch ist die Art und Weise, wie Xiomara von ihrem Leben berichtet sehr berührend & emotional und konnte mich damit trotzdem immer wieder abholen. Sie berichtet auch wie erschütternd und schmerzhaft zugleich ihr Leben ist. Sie schreibt über ihre Erfahrungen mit der ersten großen Liebe, mit Freundschaft und Familie, über Erwartungen anderer an sie selbst, über den Glauben und die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens in einem Umfeld wie ihrem. Das ganze bewältigt sie mit der Kraft der Worte, die ihr plötzlich Gehör verleihen. Der neue Poetry Slam Club in ihrer Schule ist plötzlich ihre ganze Welt. Hier kann sie ihre Gedanken in die Welt hinaus schreien, anstatt nur zu schreiben. Auch all das, was bisher nur unter ihrer Haut gebrodelt hat.

FAZIT: Ich bin jetzt offiziell ein Fan von Elizabeth Acevedo.

* Ich habe das Buch auf Vorablesen gewonnen.

Bewertung vom 11.01.2022
Die Dame hinter dem Vorhang
Peters, Veronika

Die Dame hinter dem Vorhang


ausgezeichnet

Dame Edith Sitwell (1887-1964). Sie war eine britische Dichterin und galt als eine der bedeutendsten Lyrikerinnen in England im letzten Jahrhundert. Der Roman hat biographische Züge und gibt einen Einblick in die Jahre 1927 bis 1964. Eine Zeit in England, die nicht nur kulturelle Umbrüche zu bieten hat, sondern auch eine Vielzahl an politischen Neuerungen.

Erzählt wird die Geschichte primär aus der Sicht von Jane, einer langjährigen Angestellten und Vertrauten Ediths. Dabei gibt es jedoch auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, denn bereits Janes Mutter Emma war ursprünglich eine Vertraute und Freundin von Miss Edith. Jane und Emma sind dabei fiktive Charaktere, die Veronika Peters erschaffen hat, um das Leben von Edith Sitwell anschaulicher zu beleuchten.

Edith Sitwell wuchs in einem aristokratischen und exzentrischen Elternhaus auf. Beide Eltern waren charakterlich sehr eigen und ihrer Tochter gegenüber sehr gefühlskalt. Sie war von klein auf sehr groß, schlank, hatte stark ausgeprägte Gesichtszüge und passte so gar nicht in das Norm-Bild der damaligen Zeit. Ihre Eltern ließen sie das regelmäßig spüren (im wahrsten Sinne des Wortes). Edith, eine hoch gebildete junge Frau, fand ihre Bestimmung in der Dichtung. Für sie war es großes Glück, dass ihre zwei jüngeren Brüder, Osbert und Sacheverell, sie nicht nur ihr Leben lang unterstützen, sondern auch ihre große Leidenschaft für das Schreiben und die damit verbundenen exzentrischen Auftritten in literarischen Salons teilten.

Die Dichterin verglich sich ihrerseits gern mit Königin Elizabeth I., über die sie im Laufe der Jahre sogar zwei sehr erfolgreiche Bücher schrieb. Die beiden teilten nicht nur den gleichen Geburtstag, den 7.September, sondern blieben Zeit ihres Lebens beide unverheiratete und kinderlos.

Sowohl die Charaktere selbst (Edith und Jane), als auch die Perspektive aus der die Geschichte erzählt wurde sind einfach umwerfend umgesetzt. Die Dynamik zwischen den Charakteren ist nicht immer harmonisch, dafür aber unglaublich authentisch. Ich mochte es unheimlich gern, dass die Autorin keineswegs mit Klischees spielt, sondern mehrdimensionale, vielfältige, echte Charaktere geschaffen hat, die sowohl ihre guten als auch schlechten Seiten haben und zeigen. Sie zeigt ihren Lesern wirklich, dass man auf so wenigen Seiten Leben erschaffen kann, das eben nicht immer perfekt ist, und gibt selbst den Nebencharakteren mehr Tiefe, als es in anderen Büchern die Hauptfiguren haben.

Ich wäre so gern noch viel, viel tiefer in das Leben von Edith Sitwell eingetaucht und hätte gern noch so einiges mehr über ihr Dasein gelesen, so sehr mochte in den Schreibstil von Veronika Peters. Ich habe das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen können. Es hat mich dazu gebracht zusätzliche Recherchen bezüglich Dame Edith Sitwell zu tätigen und ich überlege mir eines ihrer literarischen Werke demnächst zuzulegen, so neugierig bin ich durch das Buch geworden.

Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch über eine hoch spannende und bedeutende Frau.

*Ich habe das Buch bei Vorablesen gewonnen.

Bewertung vom 10.01.2022
Dead Lions / Jackson Lamb Bd.2
Herron, Mick

Dead Lions / Jackson Lamb Bd.2


gut

Dead Lions ist das zweite Buch in der Slough House-Reihe. Sie basiert auf in Ungnade gefallenen MI5-Agenten, die als Slow Horse bezeichnet werden. Die meisten Charaktere aus dem ersten Buch kehren auch in Dead Lion vor, zusammen mit zwei neuen Augenten.

Wie im ersten Buch können sich diese Spione einfach nicht selbst helfen. Sie schleichen herum, spionieren sich gegenseitig aus, lauschen durch verschlossene Türen und erledigen alles andere als die ihnen zugewiesene, langweilige Arbeit. Sie sind absolut misstrauisch gegenüber den Vorgesetzten im MI5, würden aber gerne wieder dort sein. Der Chef ist Jackson Lamb, und er erkennt einen Namen aus der Vergangenheit, der kürzlich in einem Bus tot aufgefunden wurde. So beginnt ihre unerlaubte Ermittlung.

Ich habe dieses Buch genauso genossen wie das erste. Ich mag die Charaktere sehr. Ich mag den humorvollen, sarkastischen Dialog. Mir gefällt, wie der Autor mehrere "Fronten" präsentiert, an denen Charaktere bestimmte Aufgaben erledigen, und wie diese "Fronten" alle letzendlich zusammenkommen, um die schändlichen Pläne ihrer Gegner aufzudecken.

Ich habe das Buch bei Vorablesen gewonnen.

Bewertung vom 10.01.2022
Alles okay
LaCour, Nina

Alles okay


ausgezeichnet

Gänsehaut pur!

“Alles Okay” von Nina LaCour ist ein Buch über Trauer, über Liebe und über Familie.
Es zeigt auf, wie es sich anfühlt wegzulaufen und alles zurückzulassen, und gleichzeitig beweist es, dass die Zurückgebliebenen damit oft nicht einverstanden sind. Die Protagonistin Marin, Studienanfängerin, kämpft mit Depressionen ausgelöst durch ihren kürzlich verstorbenen Großvater. Man bekommt erst im Laufe des Buches einen Einblick in die ziemlich komplexe Beziehung zwischen den beiden. Und dann ist da auch noch die Sache mit ihrer Freundin, die etwas komplizierter ist, als es zuerst scheint.

30 Seiten gelesen und ich war bereits den Tränen nah. Ich finde, dass dieses Buch wirklich sehr gute Arbeit geleistet hat, diesen emotionalen, mentalen Kampf darzustellen, der erforderlich ist, um sich der Welt als "normal" zu präsentieren, während in einem drin das Chaos in Form von emotionalen Kämpfen herrscht. Marin hat in ihrem Leben sehr viel durch machen müssen und ihre Welt hat sich zusätzlich mit dem Tod ihres Großvaters komplett auf den Kopf gestellt. Sie weiß nicht, wie sie damit umgehen soll. Dennoch zeigt das Buch, dass sie selber irgendwann merkt, dass sie mit ihren Gefühlen nicht alleine ist, sondern dass es Leute gibt, die sich um sie kümmern wollen und dass sie wieder ein Teil ihres Lebens ist.

„Alles Okay“ ist unglaublich emotional und das machte es manchmal so schwer für mich zu lesen. Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass mich so viele Passagen so sehr mitnehmen würden, dass ich das Buch manchmal weglegen musste um kurz durchzuatmen. Nina LaCour schreibt so schön. Sie hat einen sehr ruhigen, fließenden Schreibstil und sie geht mit ihren Charakteren sehr in die Tiefe. Ich fühlte mich instant in Marins Geschichte und ihren emotionalen Zustand hineinversetzt. Ich wollte sofort ihr beistehen, wissen, was vorher alles vorgefallen ist, warum es ihr gerade so geht, wie es ihr geht, und noch vieles mehr.

FAZIT: Es ist für mich eines der besten Bücher, die ich bisher in 2019 gelesen habe. Pure Emotionen – eine Achterbahnfahrt mit durchgehender Gänsehaut auf knapp 200 Seiten.

* Ich habe das Buch bei Vorablesen gewonnen.