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leseratte1310
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Niederrhein
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Bewertungen

Insgesamt 3726 Bewertungen
Bewertung vom 07.01.2026
Jensen, Jens Henrik

Oxen. Interregnum


ausgezeichnet

Zuletzt erschien es so, als sei der Danehof vernichtet, doch in Wirklichkeit versuchen sie alles neu aufzubauen. Axel Mossman hat vorrübergehend wieder die Leitung des PET übernommen und will verhindern, dass das Netzwerk sich neu aufstellen kann. Also setzt er Niels Oxen und Margarethe Franck auf die Sache an. Aber die erkennen zu spät, was da wirklich läuft.
Dieses Buch ist der siebte Band aus der Oxen-Reihe von Jens Henrik Jensen. Auch wenn dieser Thriller lesbar ist ohne die anderen Bände zu kennen, so ist es sicherlich sinnvoll, die Bücher der Reihe nach zu lesen. Dem Autor gelingt es wieder, sofort Spannung aufzubauen. Die Atmosphäre ist von Anfang an beklemmend, denn das Netzwerk ist komplex und mächtig. Diese Bedrohung kommt sehr realistisch rüber.
Die Charaktere sind glaubhaft dargestellt. Die Mitarbeiter des PET haben unterschiedliche Fähigkeiten und alle ihre Ecken und Kanten. Niels Oxen ist eine Figur, die sehr unterschiedliche Seiten in sich vereint. Einerseits ist er stark und hart, auf der anderen Seite aber auch verletzlich. Mossmanns Ruhestand steht bevor, was ihm nicht so gefällt. Daher zieht er nun gerne nochmal die Strippen. Todesfällt entpuppen sich dann als Mordfälle und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Die Geschichte ist komplex und erfordert beim Lesen Aufmerksamkeit, damit man Entscheidendes nicht übersieht.
Ein sehr spannender Thriller mit Tiefgang, der skandinavisch düster und abgründig daherkommt. Ich kann das Buch nur empfehlen!

Bewertung vom 07.01.2026
Johannson, Lena

Aufgeben können die anderen / Sternstunden der Frauen Bd.1 (eBook, ePUB)


sehr gut

Alice Milliat ist in einer männerdominierten Zeit aufgewachsen, in der es überall Grenzen für Frauen gab. Mit derartigen Grenzen aber will Alice sich nicht abfinden. Sie will nicht einsehen, dass Frauen von sportlichen Wettkämpfen ausgeschlossen werden. Daher gründet sie in Frankreich den Frauensportverband und organisiert Wettkämpfe. Aber sie will mehr. Sie kämpft dafür, dass auch Frauen in allen Disziplinen bei den Olympischen Spielen zugelassen werden. Doch sie bekommt von vielen Seiten Gegenwind, wird dann aber von unerwarteter Seite unterstützt.
Ich habe schon eine Reihe von Romanen der Autorin Lena Johannson gelesen. Sie schreibt flüssig und gut lesbar. Auch die Gegebenheiten der damaligen Zeit sind gut dargestellt.
Die Charaktere sind authentisch und interessant gezeichnet. Die damalige Zeit macht es Frauen schwer. Männer sind überall in den führenden Positionen, auch im Sport, und bestimmen, was für Frauen schicklich ist und was nicht. Auch die Mediziner sind männlich und sind der Meinung, dass die Gebärfähigkeit durch den Sport gefährdet wird. Alice ist eine begeisterte Sportlerin und will sich den Regeln nicht fügen. Sie will zeigen, was sie und andere Frauen leisten können. Entschlossen kämpft sie dafür, dass Frauen Wettkämpfe bestreiten können und dass sie vom IOC bei Olympia zugelassen werden.
Auch heute noch gibt es in manchen Sportarten Einschränkungen für Frauen, man denke nur wie lange es gedauert hat, bis sich der Frauenfußball durchgesetzt hat. Aber Frauen können heutzutage die Sportart wählen, die ihnen zusagt.
Ein interessanter Roman über eine mir unbekannte, kämpferische und starke Frau.

Bewertung vom 03.01.2026
Kaiser, Vea

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels (eBook, ePUB)


gut

Angelika Moser ist Ende der Achtzigerjahre Buchhalterin im Grand Hotel Frohner in Wien. Sie mag ihren Job, doch dann wird sie vom Direktor gebeten, die Bilanzen der letzten Jahre zu ändern, um eine Erbengemeinschaft abzuschrecken. Sie lässt sich darauf ein. Als die lebenslustige junge Frau dann mit einem Kind dasteht, das sie durchbringen muss, manipuliert sie Rechnungen, was jahrelang gutgeht, bis ihr dann alles um die Ohren fliegt.
Dies ist mein erstes Buch der Autorin Vea Kaiser. Sie schreibt flüssig, witzig und mit viel Wiener Schmäh (was ich oft schwierig zu lesen finde). Das Leben ihn Wien ist atmosphärisch und authentisch dargestellt. Trotzdem hätte es der Geschichte gutgetan, wenn sie an manchen Stellen etwas straffer erzählt worden wäre.
Angelika liebt das Nachleben und die Männer, gerät aber meist an die Falschen. Tagsüber arbeitet sie im Hotel als Buchhalterin und mag ihren Job. Sie lässt sich vom Direktor sogar zu der zweifelhaften Bilanzmanipulation überreden und greift dann auf die erworbenen Kenntnisse zurück, um sich und ihrem Kind ein gutes Leben zu ermöglichen. Sie liebt ihren Sohn Sebastian und will ihm eine bessere Mutter sein, als ihre Mutter es war. Ihre kreative Buchführung ist lange genug unbemerkt geblieben, musste aber irgendwann auffallen. Ich kann nicht behaupten, dass mir die Personen sonderlich sympathisch waren. So konnte ich mich nicht in sie hineinversetzen.
Ein unterhaltsamer Roman mit Sprachwitz, aber auch Längen, der mich nicht so ganz überzeugt hat.

Bewertung vom 01.01.2026
Bhatter, Ina

Drei Tage im Schnee (eBook, ePUB)


gut

Hannah ist erfolgreich im Job und läuft stets auf Hochtouren. Aber glücklich ist sie nicht. Sie weiß eigentlich, dass sie etwas ändern müsste, um zufriedener zu sein, aber es bleibt bei der Erkenntnis. Doch dann mietet sie für drei Tage eine einsame Hütte an einem See. Als die Gegend dann zugeschneit wird, taucht ein Mädchen im roten Schneeanzug auf und gibt sich ganz dem Moment hin. Die kleine Sophie lässt Hannah auf andere Gedanken kommen und so erinnert sie sich, was ihr einmal wichtig im Laben war.
Dieser Roman erzählt davon, wie ein Mensch durch äußere Einflüsse wieder zu sich selbst findet. Doch das ist alles schon mal erzählt worden, also nichts Neues. Daher konnte mich die Geschichte auch nicht so wirklich packen, zumal Hannahs Gedanken sich ständig wiederholen und sie erst einmal nur die negativen Seiten sieht. Auch die Charaktere bleiben doch recht blass.
Schon bevor Hannah sich in das Holzhaus zurückzieht, weiß sie tief in ihrem Innersten, was schiefläuft in ihrem Leben. Ihren Leben wird von den Verpflichtungen bestimmt und gibt ihr keinen Raum, ihr Leben zu genießen. Ihre innere Stimme ist stets da und gibt den Takt an. Im Prinzip weiß sie, was falsch läuft, aber es folgen keine Konsequenzen aus den Erkenntnissen. Erst das Spiel des Kindes, das alles um sich herum vergisst, erinnert sie daran, dass sie auch einmal so war und wie zufrieden und glücklich sie das gemacht hat.
Die Geschichte lehrt uns, dass wir uns um uns selbst kümmern müssen. Das Buch stimmt zwar nachdenklich, hat aber keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, da mir die Tiefe gefehlt hat.
Ein leicht zu lesender Roman, der in idyllischer Umgebung spielt, aber mich leider nicht wirklich überzeugt hat.

Bewertung vom 30.12.2025
Weber, Anne-Katrin

Deftig vegetarisch - Heimatküche


ausgezeichnet

Ich liebe deftiges Essen und muss auch nicht immer Fleisch haben. Daher hat mich dieses Buch angesprochen. Allerdings habe ich ein Problem damit, wenn Vegetarier meinen, dass sie das Fleisch ersetzen können und den gleichen Geschmack mit alternativen Lebensmitteln erreichen können. Wenn schon vegetarisch, dann bitte mit neuen kreativen Gerichten, statt mit traditionellen, denen dann ein wichtiger Teil fehlt. Daher bin ich aber auch mit Skepsis an dieses Buch herangegangen. Doch dann habe ich festgestellt, dass nicht nur die üblichen traditionellen Rezepte (wie Himmel und Erde, Labskaus mit Spiegelei u. a.) in veränderter Form auftauchen, sondern es auch andere kreative Rezepte gibt.
Nach einer Einleitung geht es dann zum Rezeptteil, der eingeteilt ist in Alltagsglück, Ofenfreuden, Suppenwonne, Sonntagsessen, Brotzeit und Naschwerk. Die Rezepte sind gut nachzuarbeiten und ich habe schon einiges ausprobiert.
Gefallen hat mir, dass die Zutaten nicht so exotisch und gut zu bekommen sind. Zu den einzelnen Gerichten sind die Zubereitungszeiten und Nährwerte angegeben, alle Arbeitsschritte sind nachvollziehbar und es gibt auch noch Tipps und Tricks dazu. Das Register am Ende des Buches ist nützlich. Aber besonders toll sind die wunderbaren Fotos.
Mir hat dieses Buch gut gefallen und ich kann es empfehlen.

Bewertung vom 22.12.2025
Alvarenga, Daniel

Ruf der Leere


weniger gut

Seit Wochen freut sich Felix auf ein gemeinsames Wochenende mit seinen Freunden Ben und Laura, welches sie in einer Waldhütte verbringen wollen. Dass weitere Gäste auftauchen, gefällt ihm nicht besonders. Doch dann taucht ein alter Mann auf, der von sich behauptet, er der „Tod“. Er verlangt von den sieben Anwesenden, einen auszuwählen, der es verdient weiterzuleben. Diese moralische Frage bringt Abgründe hoch.
Schon beim Eintreffen in der Hütte ist eine gewisse Spannung spürbar, die in ungeahnte Höhe schnellt, als der Alte auftaucht und seine Forderung stellt. Daraus entwickelt sich eine Gruppendynamik, die auf ein schlimmes Ende hindeutet.
Das Thema fand ich interessant und die Leseprobe hatte mich auch angesprochen, daher wollte ich dieses Buch lesen. Doch am Ende war ich enttäuscht.
Der Schreibstil war mir auf Dauer dann doch zu eigenwillig und direkt. Der Perspektivwechsel hat mir aber gefallen, da man so einen besseren Eindruck erhält.
In Rückblende erfahren wir mehr über die Protagonisten und ihre Beziehung zueinander. Dazu gibt es dann noch einen weiteren Strang, in dem der Vater von Felix sich um seinen Sohn sorgt.
Ich kann nicht behaupten, dass mir eine der Figuren sympathisch war. Den verwöhnte Felix finde ich manipulativ. Er hat einen perfiden Plan, wie sich mit der Zeit herausstellt. Überhaupt sind für mich die Handlungsweisen oft nicht nachvollziehbar.
Das Ende hinterlässt lose Fäden, was mich unzufrieden macht. Die Spannung war zwar gegeben, aber die philosophischen Aspekte hätten ruhig deutlicher behandelt werden können. Ist ein Mensch mehr wert als der andere? War darf leben und warum?
Auch wenn dieser Roman zum Nachdenken anregt, so fehlte ihm doch in weiten Bereichen die Tiefe. Hat mich leider enttäuscht.

Bewertung vom 22.12.2025
Osman, Richard

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code / Die Mordclub-Serie Bd.5 (eBook, ePUB)


sehr gut

Elizabeth trauert noch immer um ihren Mann Stephen. Aber es gibt auch Erfreuliches, denn Joanna, die Tochter von Joyce, heiratet und Joyce stürzt sich in die Hochzeitsvorbereitungen. Auch Ibrahim und Ron sind beschäftigt; Ibrahim kümmert sich um seine besondere Patientin und Ron sorgt sich wegen familiärer Probleme. Dann wird Elizabeth gebeten, einem Trauzeugen mit Todesangst zu helfen und so tritt der Donnerstagsmordclub wieder in Aktion.
Für mich ist es das erste Buch aus dieser Reihe, die unterhaltsam und dennoch spannend ist. Der Schreibstil ist humorvoll und manchmal bissig und damit wundervoll zu lesen.
Die lebendig gezeichneten Charaktere haben mir gut gefallen. Sie sind exzentrisch, pfiffig und liebenswert. Nach ungefähr einem Jahr ist die Zusammenarbeit des Der Donnerstagsmordclubs wieder gefragt, denn der Trauzeuge Nick Silver hat ein Problem und will sich nicht an die Polizei wenden. Elizabeth erkennt, dass die Zeit reif ist, um wieder ins Leben zurückzukehren und sich dem schwierigen Fall zuzuwenden. Natürlich kann sie dabei auf ihre Freunde bauen, die genau wie sie gerne verzwickte Fälle lösen. Dieses Mal aber haben sie es mit einem ausgekochten Verbrecher zu tun, der auch über Leichen geht. Aber auch die anderen Figuren sind interessant.
Bevor sich die Ermittlungen auf die Lösung des Falls zubewegen, gibt es eine Reihe von unerwarteten Wendungen. Die Auflösung ist schlüssig konstruiert.
Mir hat dieser wundervolle Cozy-Krimi gut gefallen.

Bewertung vom 16.12.2025
Mullen, Kelly

Die Einladung - Mord nur für geladene Gäste (eBook, ePUB)


gut

Rosemary MacLaine ist 76 Jahre alt und löst mit Begeisterung Kreuzworträtsel. Doch dann erhält sie eine Einladung von ihrer Nachbarin Jane. Allerdings gibt es eine Notiz dazu, die bedrohlich wirkt: Sollte Rosemary nicht erscheinen, wird ihr dunkelstes Geheimnis ans Licht kommen. Sie muss also der Einladung Folge leisten und lässt sich von ihre Enkelin Addie begleiten. Doch Rosemary ist nicht der einzige Gast, der ein Geheimnis hütet. Weitere Menschen haben ebenfalls so eine Einladung erhalten. Im Haus von Jane ertönt dann ein Schrei. Die Gastgeberin wurde ermordet. Ein Schneesturm sorgt dafür, dass die Gäste im Herrenhaus bleiben müssen und die Polizei nicht erscheinen kann. Rosemary und Addie wollen herausfinden, wer die Einladung verschickt hat und den Mörder fassen.
Dieser Cosy-Krimi ist unterhaltsam und ziemlich britisch, die Spannung hielt sich allerdings in Grenzen und es gab einige Längen. Der Schreibstil der Autorin Kelly Mullen lässt sich gut und flüssig lesen.
Die Personen, die in dem Herrenhaus der reichen Jane auftauchen, sind alle individuell dargestellt. Allerdings war niemand dabei, mit dem ich richtig warm wurde. Die Gäste erscheinen auch recht zwielichtig. Selbst Mimi (Rosemary) hat ja ein Geheimnis, das nicht ans Licht kommen soll. Sie hat sich auch ziemlich von allen Menschen zurückgezogen, auch zu Addie hatte sie länger keinen Kontakt. Addie passt eigentlich gar nicht in die Gesellschaft, die sich dort versammelt hat, aber ihre Fähigkeiten sind beim Ermitteln doch hilfreich. Aber auch die tote Gastgeberin führte ein etwas unkonventionelles Leben. Mimi ist eine gute Beobachterin und ihr fällt so einiges auf, was sie Schlüsse ziehen lässt. Es hilft dabei auch, dass manche Menschen doch ziemlich gesprächig sind.
Nach einigen falschen Fährten war die Auflösung überraschend, hat mich aber nicht wirklich überzeugt.
Ein Krimi in stimmungsvoller Kulisse, der mich aber nicht gepackt hat.

Bewertung vom 11.12.2025
Lewis, Caryl

Wilder Honig (eBook, ePUB)


gut

Hannah trauert um ihren geliebten Mann John, der nach langer Ehe von ihr gegangen ist. Ihr Leben lang hat Hannah den kleinen Ort in Wales nicht verlassen. Mit dem Obstgarten ist sie tief verwurzelt. Ihre Schwester Sadie, die schon früh diesen Ort verlassen hat, reist nun an, um ihrer Schwester beizustehen. John hat Hannah elf Briefe hinterlassen, in denen er ihr erklärt, warum ihr Leben so verlaufen ist. Nun erfahrt Hannah auch von Johns Geheimnis. In dem Obstgarten treffen Hannah, Sadie und Megan zusammen. Sie alle wirken verloren und müssen einen Neuanfang in ihrem Leben finden.
Dieser Roman von Caryl Lewis besticht durch seine schöne poetische Sprache. Die Handlung verläuft ruhig, manchmal geradezu langatmig. Immer wieder wird die Natur und ihre Veränderung im Laufe des Jahres detailliert beschrieben. Es ist eine melancholische Geschichte, in der nicht allzu viel geschieht.
Ich konnte mich nicht wirklich in die Charaktere einfühlen. John und Hannah haben sich geliebt. Die Bienen waren für John immer sehr wichtig. In seinen Briefen bezieht er sich auch immer wieder auf seine Bücher und die Bienen. Was bezweckte er mit diesen Vergleichen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie Hannah, die wirklich trauert, Trost schenken können, zumal das Geheimnis Hannah verletzt. Jack hat von John viel über Bienen erfahren. Er kümmert sich nun weiter um die Völker und gibt sein Wissen an Megan weiter.
Alles braucht seine Zeit und am Ende finden alle ihren Weg.
Auf diesen ruhigen Roman muss man sich einlassen können, mich hat er nicht gepackt.

Bewertung vom 04.12.2025
Flitner, Bettina

Meine Mutter


sehr gut

Als Bettina Flitner in ihre Heimatstadt Celle zurückkehrt, kommen Erinnerungen in ihr hoch und sie setzt sich mit Fragen auseinander, mit denen sie sich zuvor nicht beschäftigen wollte. Sie taucht ein in die Vergangenheit ihrer Familie.
Mütter und Töchter haben oft ein schwieriges Verhältnis, aber in dieser Geschichte geht es auch um die tragischen Geschehnisse in der Familie, die zur Depression wurden und zum Suizid führten. Die Autorin muss sich weit in die Vergangenheit begeben und damit in die Nazizeit und den Krieg, der zu Flucht und Vertreibung führte.
Erst nachdem sich die Autorin intensiv mit der Geschichte ihrer Familie auseinandergesetzt hat, gelingt es ihr, sich posthum mit der Mutter auszusöhnen.
Bei den verzweigten verwandtschaftlichen Verknüpfungen ist es nicht immer einfach den Überblick zu behalten. Bettinas Mutter Gila ist in gut bürgerlichen Verhältnissen ausgewachsen, doch schon die historischen Entwicklungen bereiten ihrem Gemütszustand Schwierigkeiten. War ihr Suizid vorauszusehen? Auch wenn sich Hinterbliebene oft Vorwürfe machen, dass sie Anzeichen nicht erkannt haben, denke ich nicht, dass man es hätte verhindern können.
Der Schreibstil ist recht distanziert, lässt sich aber gut lesen. Doch mir fehlte die angekündigte Hochspannung und auch die vielen Sprünge haben mich etwas gestört.
Dieses Buch ist keine einfache Lektüre, aber durchaus eine interessante Geschichte.