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Benutzername: 
lisbethsalander2102
Wohnort: 
Zossen

Bewertungen

Insgesamt 205 Bewertungen
Bewertung vom 16.02.2024
Geordnete Verhältnisse
Lux, Lana

Geordnete Verhältnisse


ausgezeichnet

Was macht tatsächlich "Geordnete Verhältnisse" aus?

"Geordnete Verhältnisse" war für mich das erste Buch von Lana Lux, und ich bin restlos begeistert, wenn es überhaupt angemessen ist, solch euphorische Worte für eine Geschichte zu wählen, die eigentlich eine echte Tragödie ist. Im Mittelpunkt stehen Philipp und Faina, die sich bereits im Kindesalter kennenlernen, als das kleine ukrainische Mädchen mit seinen Eltern nach Deutschland kommt und hier ausgerechnet in Philipps Klasse landet. Der Junge sucht schon lange nach einem besten Freund, ist er doch bei Gleichaltrigen nicht beliebt und eher der Außenseiter. Die beiden Sonderlinge fühlen sich spontan zueinander hingezogen, ja merken eigentlich recht schnell, dass sie irgendwie seelenverwandt sind. Sie verbringen ihre Kindheit und Jugend miteinander und verlieren sich dann irgendwann nach einem Streit aus den Augen. Doch bekanntermaßen trifft man sich immer zweimal im Leben! Als Faina Jahre später ungewollt schwanger ist und nicht weiter weiß, steht sie bei ihrem Jugendfreund Philipp vor der Tür. Dass der eigentlich mittlerweile in einer festen Beziehung mit einer anderen Frau lebt, ist da nur das kleinste Hindernis. Philipp und Faina können nicht mit und nicht ohne einander, ja sie halten sich aneinander fest und stoßen sich doch auch immer wieder ab. Er schlägt sie, sie nimmt es hin, beide hatten keine einfache Kindheit, das verbindet sie, letztendlich sind sie beide psychisch krank, ihre Beziehung kann nicht gut gehen, das spürt der Leser ziemlich schnell, auch wenn sich vor allem Philipp "Geordnete Verhältnisse" wünscht, in denen er leben möchte. Sie versuchen, gemeinsam Fainas kleine Tochter Mara groß zu ziehen, wagen das Experiment des "Co-parenting", das mir in dieser Form so noch nicht bekannt war. Lana Lux schildert den gemeinsamen Lebensweg und die obsessive Beziehung zwischen Philipp und Faina in einem für mich sogartigen Schreibstil, jeder Satz sitzt, schildert die Protagonisten, derart treffend. Der Leser spürt die Dramatik, über das Ende, das für mich schockierend, wenn auch passend erscheint, möchte ich nicht mehr schreiben in der Angst zu spoilern! Dieses Buch wird mich mit Sicherheit noch länger beschäftigen, Lana Lux hat mich sehr beeindruckt, gerne möchte ich eigentlich noch mehr von ihr lesen, ob ich es zeitnah aushalte, kann ich noch nicht versichern, denn auch ihre bisherigen Geschichten klingen nach hartem Tobak. An dieser Stelle erst einmal eine absolute Leseempfehlung

Bewertung vom 11.02.2024
Schneesturm
Walsh, Tríona

Schneesturm


gut

Hier hatte ich deutlich mehr erwartet

Aufgrund der Leseprobe und des vielversprechenden Klappentextes war ich zugegebenermaßen sehr neugierig auf dieses Buch! Triona Walsh nimmt uns in ihrem Krimi "Schneesturm" mit auf eine kleine irische Insel, wo die Bewohner zum Jahresende durch einen heftigen Blizzard tagelang von der Außenwelt abgeschnitten sind. Die "Inselpolizistin" Cara trifft sich nach vielen Jahren mit ihrer Clique, alles Freunde aus Jugendzeiten, endlich wieder. Man will einen 10jährigen Jahrestag gemeinsam begehen, einen traurigen Anlass, denn damals kam Caras Ehemann Cillian bei einem Unfall ums Leben. Schnell wird dem Leser klar, dass zwischen den jungen Leuten viele zwischenmenschliche Unstimmigkeiten herrschen, von wirklicher Freundschaft kann kaum die Rede sein. Als auch noch ein Mitglied der Clique tot aufgefunden wird, und alles für einen Mord spricht, eskaliert die Lage. Wir erleben alles aus der Sicht der ermittelnden Cara, die für meinen Geschmack ihre Freunde zu sehr in ihre Kenntnisse über den Fall mit einbezieht, was stellenweise unprofessionell wirkt. Auch schöpft die Autorin nicht annähernd das Potenzial des eigentlich grandiosen Settings aus. Die verschiedenen Handlungsstränge haben immer wieder Längen, auch wenn ab und zu Spannung aufkommt, wird diese leider nicht aufrechterhalten. In einem rasanten Finale wird fast alles aufgeklärt, doch war mir auch dann noch einiges zu wirr. Stellenweise ein spannender Krimi, der aber leider hinter meinen Erwartungen zurück blieb.

Bewertung vom 02.02.2024
Arthrose endlich heilen
Feil, Wolfgang;Homburg, Tobias

Arthrose endlich heilen


sehr gut

Außerordentlich gelungenes Sachbuch

Dem neuen Ratgeber "Arthrose endlich heilen" hatte ich mit großer Neugier entgegen geschaut und mich sehr gefreut, als ich es endlich in den Händen hielt. Das liegt natürlich u.a. daran, dass ich selbst bereits anfänglich an den Auswirkungen von Arthrose leide und auch meiner über 80jährige Mutter schwer betroffen ist. Das Buch verfügt über ein überaus ansprechendes Cover, das sofort auf den Inhalt des Ratgebers hinweist und einen als Mitglied der Zielgruppe vermutlich auch in der Buchhandlung schnell zur Hand nehmen lässt. Das neue Werk zum brisanten viele Menschen betreffenden Thema ist übersichtlich strukturiert, so dass mir die Lektüre leicht viel. Es verfügt über viele Tabellen, mit denen man sich konzentriert und aufmerksam beschäftigen muss, aber dass sollte Menschen, die daran interessiert sind, nicht schwer fallen. Sehr gelungen finde ich die entsprechenden Übungen und auch der QR-Code, der Übungsvideos anbietet, ist hilfreich. Ansprechende Rezepte runden das Ganze ab, ich glaube, hier liegt tatsächlich ein überaus qualifizierter neuer Ratgeber vor, der einen vor einer Operation bewahren hilft und wertvolle Anregungen zu deren Vermeidung bietet. Danke dafür!

Bewertung vom 10.01.2024
Zero Days
Ware, Ruth

Zero Days


ausgezeichnet

Mal wieder etwas Gutes aus der Feder von Ruth Ware

Da ich ein großer Fan der Autorin Ruth Ware und ihren spannungsgeladenen Thrillern bin, war die Lektüre ihres neusten Werkes "Zero Days" ein absolutes Muss! Und so war ich auch aufgrund ihres wunderbar flüssigen Schreibstils sofort in der Geschichte drin. Im Mittelpunkt steht Jacinta, genannt Jack, eine junge Frau, die gemeinsam mit ihrem Ehemann, ihrer großen Liebe, Gabe ein Unternehmen zur Aufspürung von Sicherheitslücken in Firmen betreibt. Als Jack von einem Auftrag erschöpft nach Hause kommt, findet sie Gabe grausam zugerichtet, offenbar Opfer eines Verbrechens, an seinem Schreibtisch vor. Nun beginnt für die junge Frau ein Albtraum par excellence, denn sie gerät ins Kreuzfeuer der Polizei als Hauptverdächtige des Mordes an ihrem Ehemann. Jack flüchtet, und wir als Leser begleiten sie bei dieser Flucht und rätseln mit, wie alles zusammenhängt, wer am Tode von Gabe die Schuld trägt. Man bekommt außerdem mit, wie gläsern wir als User bei all der von uns verwendeten Technik eigentlich sind und der organisierten Kriminalität enorme Angriffsfläche bieten. Das kann einem, zumindest ging es mir so beim Lesen, auch ein wenig Angst einflößen. Unfassbar spannend gestaltet Ruth Ware dieses Katz und Maus Spiel, man kann das Buch, nur schwer aus der Hand legen. Zugegebenermaßen hatte ich etwa ab der Hälfte eine Vermutung, wie alles zusammenhängt, das kann die Autorin in meinen Augen besser, wie sie bereits in der Vergangenheit bewiesen hat, u.a. bei einem meiner Lieblingsbücher von ihr "Hinter diesen Türen". Trotz dieses kleinen Schwachpunktes fühlte ich mich großartig unterhalten und kann "Zero days" auf jeden Fall 100%ig empfehlen.

Bewertung vom 07.01.2024
Agonie / Milosevic und Frey ermitteln Bd. 2
Adam, Lea

Agonie / Milosevic und Frey ermitteln Bd. 2


sehr gut

Extrem blutiger und mega spannender Thriller

Da ich bereits den ersten Band aus der Feder des Autorenduos, das sich hinter Lea Adam verbirgt mit großer Begeisterung gelesen hatte, war nun der Nachfolger ein absolutes Muss! Und das will schon etwas heißen, denn normalerweise bin ich eigentlich gar kein Fan von derart blutigen Thrillern! Diesmal muss sich das Ermittlerteam Jagoda Milosovic und Vincent Frey um den Fall einer brutal ermordeten Tierschützerin kümmern. Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig, spannend und mitreißend, man kann das Buch eigentlich nicht aus der Hand legen! Die Geschichte bringt viel Informationen rund um Massentierhaltung, Fleischindustrie und alles, was damit zusammenhängt, und was man als Konsument gar nicht wissen möchte, und was dennoch so wichtig ist, an die Öffentlichkeit zu gelangen. Auch über das Privatleben der beiden Kommissare erfahren wir als Leser wieder sehr viel, was ich persönlich gerne mag, und weshalb ich diese Reihe auch so schätze. Das Cover hat einen hohen Wiedererkennungswert, ähnelt in seiner Gestaltung dem ersten Teil, auch das finde ich gut gelungen!

Bewertung vom 07.01.2024
Twelve Secrets / Ben Harper Bd.1
Gold, Robert

Twelve Secrets / Ben Harper Bd.1


sehr gut

Sogartige Spannung

Der Debutroman Twelve Secrets hatte bei mir eigentlich keine hohen Erwartungen geweckt, der Klappentext klang einfach spannend, und bereits die Leseprobe hatte mich neugierig gemacht. So war ich in die Geschichte gestartet. Mit einer absolut sogartigen Spannung hat mich der Autor Robert Gold in seine Story hinein katapultiert, so dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Der Investigativjournalist Ben soll ein Trauma seiner Kindheit, nämlich den Tod seines Bruders Nick nochmal in einer Story aufarbeitet, wogegen er sich anfangs mit Händen und Füßen wehrt, letztendlich aber nicht drum herum kommt. Die Handlung ist unheimlich komplex, weißt zahlreiche Geheimnisse auf, die sich in den verschiedenen Handlungssträngen entwickeln. Erst nach und nach wurden mir all das als Leser klar, ich musste ganz genau aufpassen, um keins der zahlreichen Details zu verpassen. Der Schreibstil hat mir genau wie das Cover sehr sehr gut gefallen. Gott sei Dank sieht es so aus, als handelte es sich hier um einen Reihenauftakt, so dass wir uns auf eine Fortsetzung freuen dürfen. An dieser Stelle erst einmal die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 28.11.2023
Bevor die Welt sich weiterdreht
Brosch, Luca

Bevor die Welt sich weiterdreht


ausgezeichnet

Eine junge Frau zwischen Mutterliebe und Spionagetätigkeit

Bereits die Leseprobe hatte mich extrem in den Bann gezogen, die Geschichte der Krankenschwester Johanna, die bei der Pflege eines Soldaten im ersten Weltkrieg in diesen verliebt und schwanger wird, ist sehr fesselnd geschrieben. Von Beginn an ist man in der Handlung drin, die Charaktere sind authentisch geschildert, der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm, ich konnte das Buch so gut wie nicht aus der Hand legen! Nachdem der Vater ihres Kindes gefallen ist, kehrt die junge Frau in ihre Heimat in der Schweiz zurück und erhofft sich die Hilfe ihrer Familie, doch kommt es anders als gedacht, denn das Kind wird ihr weggenommen, haben doch ihr Vater und ihre Schwester andere Pläne mit Johanna. Sie soll standesgemäß heiraten und da wäre ein uneheliches Kind nur im Wege. Als ihr eine geheimnisvolle Gräfin verrät zu wissen, wohin man ihre Tochter gebracht haben könnte, lässt sich die junge Frau auf einen Handel ein und als Spionin anwerben. Sie gerät in die Machenschaften der verschiedenen Geheimdienste, alles sehr spannend konzipiert, und auch ein kleiner Schuss Romantik macht das Ganze besonders lesenswert. Dass in Kürze eine TV-Serie basierend auf dieser Geschichte erscheint, freut mich natürlich besonders! Hier gibt es selbstverständlich erst einmal die Höchstbewertung und eine absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 10.11.2023
Wie Sterben geht
Pflüger, Andreas

Wie Sterben geht


ausgezeichnet

Genialer Thriller - ein Highlight

Wow - dieser Thriller hat mich wirklich geflasht! Gleich im Vorfeld fand ich sowohl Klappentext als auch das Cover extrem ansprechend, die gezeigte Glienicker Brücke, Symbol der Teilung von Ost und West, aufs Titelbild zu nehmen, war für mich äußerst gelungen! Im Mittelpunkt steht die BND Mitarbeiterin Nina, die fast wie die Jungfrau zum Kind zu einem Agentenjob kommt und somit auch ins Visier der Gegenspionage gerät. Der Autor verwebt hiermit auch eine Liebesgeschichte, was ich alles andere als kitschig, sondern äußerst gelungen empfunden habe. Andreas Pflüger war für mich als Autor neu, seinen Schreibstil mochte ich unglaublich gerne. In fast abgehackten Sätzen, tatsächlich so, als würde man einen Thriller anschauen, katapultiert er einen in die Handlung hinein, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Alle Charaktere sind sehr authentisch skizziert, ich konnte mir alles bildlich vorstellen u. wurde auf extrem spannende Art und Weise unterhalten. Für mich stellt "Wie sterben geht" ein Highlight dar, u. ich spreche sehr gerne eine absolute Leseempfehlung aus!

Bewertung vom 09.11.2023
Mrs Potts' Mordclub und der tote Bräutigam
Thorogood, Robert

Mrs Potts' Mordclub und der tote Bräutigam


ausgezeichnet

Eine Ermittlerin der Herzen

Nachdem ich bereits den ersten Band der Reihe rund um Mrs. Pott von Robert Thorogood mit großem Vergnügen gelesen hatte, war ich gespannt auf etwas Neues aus der Feder des Autors und wurde nicht enttäuscht! Wieder handelt es sich um einen klassischen Cosy-Crime Fall, der echte Wohlfühlatmosphäre aufkommen lässt. Ein typisch englischer Krimi in altbewährter Agatha Christie Manier. Diesmal kommt der reichste Mann im kleinen englischen Dorf, wo Mrs Potts zu Hause ist, am Tage seiner eigenen Hochzeit ums Leben, indem er von einem umstürzenden schweren Schrank erschlagen wird. Judith Potts, die alte, etwas schrullige, hochintelligente und so liebenswerte Protagonistin, die bei der Feier eingeladen ist, glaubt ganz im Gegensatz zur Polizei nicht an einen Unfall und beginnt mit ihren Freundinnen Becks und Suzie zu ermitteln. Auch die Polizistin Tanika ist wieder mit von der Partie und unterstützt das Trio nach Tatkräften. In gewohntem sehr angenehmen Schreibstil entwickelt Robert Thorogood wieder einen bis zum Schluss spannenden unblutigen Krimi zum Miträtseln. Ich fühlte mich großartig unterhalten, freue mich schon jetzt auf Band drei der Reihe und spreche sehr gerne eine absolute Leseempfehlung für alle Freunde des Genres Cosy-Crime aus!

Bewertung vom 05.11.2023
Im Licht der Freiheit / Club Paradies Bd.2
Benedikt, Caren

Im Licht der Freiheit / Club Paradies Bd.2


ausgezeichnet

Gelungene Fortsetzung

Natürlich hatte ich den zweiten Band rund um den Berliner Nachtclub Paradies an der damaligen Prachtstraße Kurfürstendamm sehnlichst erwartet. Bereits der erste Teil der Geschichte angesiedelt in der heutigen Hauptstadt in den späten 70er Jahren begeisterte mich, und ich wurde auch diesmal nicht enttäuscht! Am Ende des ersten Buches waren viele Fragen offen gewesen und diese wurden zufriedenstellend beantwortet. Wir treffen alle Protagonisten wieder, allen voran Nachtclub Besitzerin Lea, aber auch die Bauunternehmer Gattin Maria und ihre erwachsenen Kinder Holger und Hanna. Einer der absoluten Pluspunkte war für mich das hervorragende Lokalkolorit, ich kannte jede Straße und jeden Platz, konnte mir alles bildlich vorstellen, und dadurch war die Lektüre einmal mehr ein Genuss. Auch die gelungene Mischung aus Fiktion und sehr gut recherchierter Zeitgeschichte hat mich großartig unterhalten. Der spannende Schreibstil von Caren Benedikt lässt einen nur so durch die Seiten fliegen und das Buch extrem schwer aus der Hand legen. Kapitel weise wechselnd erfahren wir die Handlung aus der Perspektive der einzelnen Charaktere, alle sehr authentisch skizziert. Jeder Abschnitt hat eine Überschrift, die den Ort und Zeitpunkt angibt, so dass man sich wahnsinnig gut orientieren kann. Ein bisschen traurig war ich natürlich am Ende, dass ich mich von den Figuren verabschieden musste. Ich hoffe sehr, dass es bald etwas Neues aus der Feder der Autorin geben wird. An dieser Stelle erstmal eine absolute Leseempfehlung und natürlich die höchste Punktzahl.