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Benutzername: Lavendelknowsbest


Bewertungen

Insgesamt 93 Bewertungen
Bewertung vom 13.10.2019
Jane Austen
Sánchez Vegara, Isabel

Jane Austen


ausgezeichnet

Die Little People, Big Dreams Reihe erzählt kindgerecht von außergewöhnlichen Persönlichkeiten der Zeitgeschichte und darüber hinaus. Dabei wird in einfacher Sprache und mit liebevollen Illustrationen vom Lebensweg der Personen berichtet. Die Idee stammt von der Spanierin Isabel Sanchez Vegara. Die Illustrationen werden je nach Projekt von anderen KünstlerInnen erstellt.
In Jane Austens Geschichte steuerte Katie Wilson die Zeichnungen bei.

Teilweise erinnern diese selbst an Kinderzeichnungen, sind aber in Aquarelltechnik farbenfroh und mit witzigen Details gemalt wurden.
Auf wenigen Seiten wird die Lebensgeschichte von Jane Austen erzählt. Ich bewundere sie für ihre Werke und bin fasziniert von ihr. Daher kannte ich natürlich bereits ihre Biografie und fand es sehr schön wie diese hier für Kinder ab 4 Jahren aufgearbeitet wurde. Das hat einfach Spaß gemacht zu entdecken.

Die Reihe umfasst viele interessante Biografien, wie die von Rosa Parks, Frieda Kahlo, Coco Chanel oder Stephen Hawking und vielen mehr. Sie erscheint im Insel Verlag. Mal sehen, welche Bücher da noch nachkommen werden. Ich freue mich jedenfalls schon darauf, wenn ich das Kinderbuch einmal vorlesen darf. Ich kann es für große und kleine Jane Austen Fans nur empfehlen!

Bewertung vom 13.10.2019
Der lange Weg zu dir
Widmark, Martin

Der lange Weg zu dir


sehr gut

Sonia und Adam sind zwei Kinder, die durch das Meer getrennt voneinander leben. Beide haben eine innige Freundschaft zu ihren Tieren. Doch als Adams alter Hund Rufus stirbt, verlässt ihn sein Lebenswille. Zusammen mit ihrer Katze Miezi macht sich Sonia auf den langen Weg zu ihm.

Der Autor und die Illustratorin arbeiten bei diesem Werk nicht zum ersten Mal zusammen. Aus ihrer Feder sind bereits ein paar namhafte, wunderschöne Kinderbücher entstanden. Mit "Der lange Weg zu dir" behandeln sie hier das große Thema Verlust und Liebe zu einem Tier. Dementsprechend düster und traurig ist die Grundstimmung des Buches. Es ist eher zum Vorlesen geeignet. Die stellenweise langen Texte bilden mit der jeweiligen Illustration auf der Seite eine Einheit, die sehr ansprechend und wunderschön erscheint.

Ich habe keine Kinder, daher kann ich nicht einschätzen wie kindgerecht der Inhalt in diesem Fall tatsächlich ist. Ich hatte beim Lesen allerdings einen Kloß im Hals, gerade wenn man selbst Tiere hat, ist die Geschichte natürlich sehr emotional. Auf rund 30 Seiten wird die Geschichte der beiden erzählt. Sonia setzt dabei alles in Gang um zu Adam zu kommen. Das ist sehr schön erzählt wurden. Allein das abrupte Ende konnte mich nicht so ganz überzeugen.

Die wundervollen Illustrationen sind das Highlight des Buches. Sie haben eine düstere Ästhetik, die einfach einzigartig und künstlerisch ist.
"Der lange Weg zu dir" von Martin Widmark und Emilia Dziubak erzählt eine traurige Geschichte über Verlust und Tierliebe in beeindruckenden Bildern. Besonders für große BuchliebhaberInnen geeignet.

Bewertung vom 13.10.2019
Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
Turton, Stuart

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle


ausgezeichnet

Die Familie Hardcastle lädt zum Ball auf ihrem in die Jahre gekommenen Anwesen Blackheath ein. Doch am Ende des Abends wird die Tochter des Hauses, Evelyn, ermordet. Die Zahl der Verdächtigen ist groß und die Tat nur schwer aufzuklären. Doch der Tag und somit Evelyns Tod wird sich so oft wiederholen bis der Mörder entlarvt wurde.

Bevor ich in die vollen gehe, muss ich ein paar Worte zur Aufmachung des Buches verlieren. Ich habe noch nirgends gesehen, dass vorn auf dem Buch ein Barcode das Cover verschandelte. Tropen-Verlag: Warum nur?
Richtig gelungen finde ich hingegen den Lageplan des Hauses im Inneren. Das half mir, um mich in Blackheath zurechtzufinden und die jeweiligen Figuren zuordnen zu können.

Ich lese immer nur dann einen Krimi, wenn der Klappentext mich sofort anspricht und eine außergewöhnliche Geschichte verspricht. Das wurde hier definitiv erfüllt.
Die Geschichte beginnt total mysteriös, unser Protagonist erwacht in einem Wald und will einen Mord bemerkt haben. Dabei hat er keine Ahnung wo er ist, denn ihm fehlen sämtliche Erinnerungen. Unter gewissen Umständen gelangt er in der heruntergekommene Herrenhaus, wo man ihn erkennt. Er erlebt den Todestag von Evelyn Hardcastle.
Am nächsten Morgen erwacht unser Protagonist in einem anderen Körper und der Tag startet erneut.

Wir erfahren erst nach und nach mehr von der wahren Identität des Protagonisten. Er ist natürlich verwirrt, was dort vor sich geht und braucht seine Zeit, um sich mit der Situation zu arrangieren. Erst nach und nach nimmt er seine Aufgabe an, den Mord aufzuklären und hat dafür acht verschiedene Anläufe Zeit.

Ich fand das super interessant und clever erzählt, denn nach und nach ergeben die Ereignisse des Tages einen Sinn. Die Zahnrädchen beginnen ineinander zu greifen und das Miträtseln, was dort eigentlich vor sich geht, begleitete mich die ganze Zeit über. Dabei war die Geschichte für mich zu keiner Zeit vorhersehbar. Das ist für einen Krimi wirklich Gold wert!

Das Setting war grandios. Denn Blackheath hat seine besten Zeiten hinter sich. Die Familie hat nicht das Geld übrig, um zu sanieren. Stuart Turton hat dies wunderbar bildhaft beschrieben. Ich eilte mit unserem Protagonisten auch über die weiten Ländereien.

Im Laufe der Geschichte wird auch klar, was es mit der Zeitschleife auf sich hat. Das fand ich super interessant und diese Möglichkeit lässt natürlich auch noch Stoff für weitere Romane in dieser Welt offen.

Das Ende der Geschichte halte noch lange in mir nach. Ich glaube nicht, dass ich "die sieben Tode der Evelyn Hardcastle" so schnell vergessen werde und das hat Stuart Turton ziemlich gut hinbekommen!

Bewertung vom 13.10.2019
The Black Coats - ... denn wir vergeben keine Schuld
Oakes, Colleen

The Black Coats - ... denn wir vergeben keine Schuld


ausgezeichnet

Theas Cousine Nathalie starb bei einem Gewaltverbrechen und hinterließ ein tiefes schwarzes Loch in der Familie. Als Thea eines Tages einen geheimnisvollen schwarzen Umschlag erhält, nimmt ihr Leben eine sinnhafte Wende. Denn sie erhält eine Einladung zur Geheimorganisation der Black Coats, einer Gruppe Frauen, die sich an gewalttätigen Männern rächen. Doch ist Rache die richtige Antwort?

Die Geschichte beginnt mit einem schockierenden Prolog, der erzählt, wie alles seinen Anfang nahm. Ich war daher sofort gefesselt von der Handlung und so flogen die Seiten nur so dahin.
Wir lernen Thea kennen und durchlaufen mit ihr die Aufnahmerieten für die Black Coats.

Die Organisation bildet Mädchen zu Geheimaufträgen aus, die darauf aus sind sich an Menschen zu rächen, die Frauen ein Unrecht taten. Dabei gehen die Black Coats nicht zimperlich vor. Überhaupt gibt es in diesem Jugendbuch sehr viel Gewalt und Brutalität. Es ist also tendenziell nicht für zartbesaitete Seelen geeignet. Ich fand es ungemein spannend und fieberte die ganze Zeit mit. Dabei schaffte es die Autorin ohne Schwierigkeit das Thema Selbstjustiz zu beleuchten und nicht nur in Schwarz-Weiß erscheinen zu lassen. Das war eine sehr interessante und ungewöhnliche Aufmachung für ein Jugendbuch.

Die Mädchen aus Theas Team der Black Coats sind mir außerdem ans Herz gewachsen. Es war toll zu verfolgen, wie aus einem Haufen total unterschiedlicher Charaktere eine Gruppe zusammenwächst, die füreinander einsteht und sich unterstützt.

Dabei ist nicht alles Gold, was bei den Black Coates glänzt und das müssen sie auf die schmerzliche Art erkennen. Außerdem begleiten wir Thea dabei, wie sie mit dem Tod ihrer Cousine, die ihr sehr nahe stand, endlich abschließen kann. Mein Leserinnenherz befriedigte dabei der geniale Epilog!

"The Black Coats. Denn wir vergeben keine Schuld" von Collen Oakes ist ein genialer Einzelband, der ein kontroverses Thema beleuchtet und viel Spannung produziert.

Bewertung vom 10.09.2019
Verrückt nach Karten

Verrückt nach Karten


sehr gut

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich liebe es, wenn ich ein Buch zum ersten Mal aufschlage und darin eine Karte entdecke, die das Universum der Geschichte darstellt. Meist finde ich solche Karten in Fantasytiteln und stöbere dann ein wenig in der gezeigten Landschaft. Ich frage mich dann oft, wer diese Karten gestaltet. Greifen die AutorInnen selbst zum Zeichenstift oder beschreiben sie ihre Welt ganz genau jemanden, der sich mit Grafik auskennt.

Wie kommen AutorInnen überhaupt dazu ihrer Welt eine Landkarte zu verpassen? Was inspiriert sie?

Diese und noch viele Fragen mehr versucht dieser gewaltige Band herausgegeben von Huw Lewis Jones zu beantworten. Auf etwas mehr als 250 Seiten und innerhalb von vier Kapiteln findet man alles, was ein Bücherwurm schon immer über Karten in Büchern wissen wollte.

Dabei sind ein paar besonders farbenfrohe und kreative Landkarten großflächig im Buch zu finden.

Teilweise sehen sie aus wie echte, historische Karten. Ein paar berühmte Karten sind auch dabei aus den Geschichten von Tolkien oder aus Narnia. Aber auch die Karte des Rumtreibers, deren Entwicklungsgeschichte in einem Essay erzählt wird. Das Buch gliedert sich in mehrere Essays, die man häppchenweise lesen kann. Ich finde "Verrückt nach Karten" sehr interessant und blättere immer wieder gerne darin herum. Das Buch ist sicher auch ein toller Geschenktipp für viele Bücherwürmer!

Bewertung vom 05.09.2019
Spukalarm in der Schokofabrik
Matysiak, Mascha

Spukalarm in der Schokofabrik


sehr gut

Klara und ihre Mutter sind neu in der Stadt. Ihre neue Wohnung liegt in der Schokoladensiedlung direkt gegenüber von einer alten verlassenen Schokoladenfabrik. Dort soll es spuken, das behaupten zumindest die Nachbarsjungen Theo uns Matti. Ob das stimmt finden die drei während eines Streifzugs selbst heraus...

Ich hatte in die Geschichte hineingelesen und mochte direkt ihren Humor. Klara trifft auf kuriose Gestalten, die die Handlung interessant machen. So wie Susi, die mit ihrem Dreirad alles kurz und klein fährt. Oder den Kater Herrn Nougat. Ein süßes Detail fand ich, dass ganz viele Namen an an Schokolade angelehnt waren.

Klara musste umziehen und vermisst ihre beste Freundin. Die beiden Jungs helfen ihr und bereichern ihr neues Leben. Das fand ich sehr schön zu lesen. Gemeinsam erkunden sie die Schokoladenfabrik und machen dabei eine erstaunliche Entdeckung.
Ich fand das Ganze super niedlich und glaube, dass Kinder ab 9 Jahren viel Spaß mit der Geschichte haben werden.

Der Schreibstil ist dementsprechend angepasst, auch wenn ich finde, dass ein paar schwierigere Worte auf jeden Fall dabei waren.

Das Highlight des Buches sind die farbigen und großflächigen Illustrationen von Monika Parciak, welche ab und an eingestreut, das Leseerlebnis zu etwas besonderem machen.

"Spukalarm in der Schokofabrik" von Mascha Matysiak ist ein unterhaltsames und niedliches Kinderbuch aus dem neuen Hummelburg Verlag, welches mit tollen Illustrationen besticht.

Bewertung vom 05.09.2019
Silberdrache
Sage, Angie

Silberdrache


sehr gut

Da schlüpft doch tatsächlich ein silbernes Drachenbaby aus dem großen grauen "Stein", der Joss fast erschlagen hätte. Die seltene Spezies soll dessen Gefährten große Macht verleihen, allerdings lauern an allen Ecken und Enden Leute, die auch unbedingt einen silbernen Drachen wollen.
Weit entfernt in einer anderen Zeit an einem anderen Ort muss Sirin sich von ihrer schwer kranken Mutter verabschieden, die ihr immer Geschichten von Drachenreitern erzählte...

Wie diese beiden Handlungsstränge zusammen gehören erschließt sich im Laufe der Handlung. Beide Charaktere haben ihre Erzählstränge, wobei der von Joss ganz klar im Vordergrund steht.

Er ist zusammen mit seiner Schwester Leibeigener einer feudalen Familie in einer mittelalterlichen Welt, die von Drachen verwüstet wurde. Macht hat der, der viele Drachen hat. Diese streben nach Macht und haben viele Menschen ausgerottet. Als dem Jungen ein seltenes silbernes Drachenei in die Hände fällt, wittert er die Chance auf Freiheit für sich und seine Schwester.
Joss ist ein junger Teenager, der manchmal zu leichtgläubig ist. Dafür hat er ganz viel Mut und ein gutes Herz. Mir gefiel das Setting, welches Angie Sage hier aufbaute wahnsinnig gut. Der Weltenentwurf ist grandios durchdacht und es machte Spaß, alles zu entdecken. Teilweise erinnerte es mich an eine Mischung aus "Drachenzähmen leicht gemacht" und "Game of Thrones".

Die Gegenspieler, eine ganze drachenvernarrte Familie besitzen ein wenig Ähnlichkeit mit den Lannisters. Es geht brutal und spannend zu. Das Buch soll, wenn mich jetzt nicht alles täuscht, ab 12 Jahren sein. Allerdings kann man auch mit ein paar Jahren mehr auf dem Buckel Spaß an der Geschichte haben.

Sirins Handlungsstrang webt sich in die Geschichte mit ein. Nach und Nach kriegen wir eine Ahnung, wie die moderne Gegenwart mit der Drachenwelt kollidieren könnte. Ihr Schicksal hat mich sehr bewegt. Ihre Geschichte ist sehr dunkel, niederschmetternd und traurig. Man kann nur hoffen, dass es in den nächsten Bänden für sie bergauf gehen wird.

In der ersten Hälfte hatte die Handlung ein paar Längen, doch dafür holt die Autorin am Ende alles an Spannung heraus. Das hat mir wiederum gut gefallen.

"Silberdrache" von Angie Sage ist der Auftakt einer Reihe, der mich sehr überrascht hat. Der Weltenentwurf ist grandios und die Figuren sind interessant ausgearbeitet. Junge Drachenfantasy, die ihres Gleichen sucht.

Bewertung vom 05.09.2019
Show me the Stars / Leuchtturm-Trilogie Bd.1
Mohn, Kira

Show me the Stars / Leuchtturm-Trilogie Bd.1


ausgezeichnet

Liv braucht ganz dringend eine kreative Auszeit. Den Job bei einer Zeitschrift hat sie leider in den Sand gesetzt und eigentlich möchte sie auch nicht mehr über die Affären und Hautunreinheiten irgendwelcher Promis schreiben. Ein Housesitting-Job soll ihr aus ihrer finanziellen Not helfen. Doch das Haus ist eigentlich ein Leuchtturm und dieser steht auf einer kleinen verlassenen Insel vor Irland.

Das Cover ist ein Traum und lässt mich daran denken, dass ich übermorgen mit beiden Beinen in der Ostsee stehen werde! Überhaupt schreit dieses ganze Buch nach einer Auszeit, nach Urlaub.

Der Beginn liest sich sehr flüssig an. Ein wenig erinnerte mich der Erzählstil an Chic-lit aber das war hier nicht mal etwas schlechtes, denn die Geschichte entfaltet schon auf den ersten Seiten eine Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen wollte.

Liv ist eine sehr nette und kluge Protagonistin, mit deren Situation ich mich ganz gut identifizieren konnte. Den Schritt, ein halbes Jahr auf eine einsame Insel zu ziehen um in einen Leuchtturm zu leben, war sehr mutig und ich bewundere sie für diese Möglichkeit.

In Irland lernt Liv einige neue Leute und deren entschleunigten Lebensstil kennen. Das fand ich sehr atmosphärisch. Die Nebenfiguren sind toll und machen Lust auf die zwei weiteren Bände der Reihe. Diese werden mit anderen Protagonisten spielen, die wir aber bereits kennengelernt haben.
Liv wird auf der Insel von Kjer mit Lebensmitteln versorgt. Sie hört schnell von den Bewohnern der Kleinstadt, dass sie ihr Herz nicht an ihn verlieren soll, denn der Sänger möchte nichts festes. Natürlich kommt es, wie es kommen muss...

Die Liebesgeschichte gefiel mir ziemlich gut und bereitete mir ein wenig Herzklopfen. Zwischen beiden geht es nicht Knall auf Fall und das war wirklich erfrischend!

Das Beste an der Geschichte war aber ganz klar das Setting. Steile Klippen, ein stürmischer Wind, der die Wellen peitschen lässt und auf einer kleinen Insel ein weißer Leuchtturm. Liv erkundet dort alles und wir sehen den Ort durch ihre Augen. Das hat die Autorin perfekt hinbekommen. Mir gefiel auch, dass Liv ihre Situation nutzte und darüber bloggte. Das gab der Geschichte noch mal einen modernen Touch.

"Show me the Stars" von Kira Mohn hat mich schwer in Urlaubsstimmung versetzt. Das Setting ist atemberaubend und die Autorin führt uns perfekt in die böige Welt rund um einen Leuchtturm.

Bewertung vom 03.08.2019
Perfectly Broken
Stankewitz, Sarah

Perfectly Broken


ausgezeichnet

Brooklyn hätte glücklicher nicht sein können, doch dann nahm ihre eine achtlose Sekunde alles, für das es sich zu leben lohnte. Ein Jahr später sucht sie vergessen in der Ferne und wagt einen Neuanfang. Knapp bei Kasse kann sie sich allerdings nur eine Wohnung leisten und diese hat ausgerechnet im Schlafzimmer eine Tür zur Nachbarwohnung. Dort hörte sie Stimmen und Geräusche. Eines Tages beginnt sie ein Gespräch mit ihrem Nachbarn...

Selten entdecke ich Bücher, deren Prolog mich schon emotional fertig machen. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Doch die Autorin hatte mich schon auf den ersten Seiten an der Angel. Dabei spielt sie mit einer ganz persönlichen Angst und berührte mich zutiefst.

Dann erfolgt ein Cut in der Geschichte und wir stranden zusammen mit Brooklyn in einer englischen Kleinstadt. Sie sucht einen Job in einem Cafe und schaut sich eine Wohnung an. An ihrer Seite ist stets Hund Ghost. Wie die beiden zusammen agieren, fand ich so niedlich. Die Autorin hat es super geschafft den Hund authentisch darzustellen. Er hat einen großen Stellenwert in der Geschichte und das fand ich toll.
Brooklyn mochte ich als Protagonistin auch sehr. Sie hat einen Faible für Serien und Liebesromane. Allerdings hat sie bei diesen einen furchtbaren Geschmack! Ihr Lieblingsbuch ist Jaime McGuire "Beautiful Disaster", welches 2013 mein absolutes Flop-Buch war. (Hier gehts zur Rezension...)
Brooklyn hat es nicht leicht und ich konnte ihre Gefühlswelt und warum sie stellenweise so handelt, wie sie es tat, total nachvollziehen.

Wir erfahren die Geschichte auch aus Chase Perspektive, was ich sehr erfrischend fand. Ich fand ihn großartig, da er Brooklyn ihren Raum gab, aber gleichzeitig immer für sie da war. Dass er ihr all die schnulzigen Liebesromane vorlas, fand ich eine tolle Idee. Die Chemie zwischen beiden hat gestimmt. Ihre Geschichte ließ mein Herz höher schlagen und rührte mich sehr.

Die Geschichte ist nach 246 Seiten bereits auserzählt. Ich hätte gerne länger in ihr verweilt, allerdings war es so perfekt.

Ein paar Worte möchte ich noch zur Buchausgabe sagen. Forever ist ein Imprint des Ullstein-Verlags. Seit neuestem werden einige der Ebook-Titel auch als broschierte Ausgaben gedruckt. Mit 12,99Euro ist dieses dünne Büchlein schon recht teuer. Die Geschichte war grandios, daher zahle ich gerne diesen Preis. Nur finde ich, dass die Qualität der Ausgabe bei diesem Preis eine andere sein sollte. Das Papier ist bereits leicht angegilbt und die Klebebindung löst sich nachdem ich das Buch gerade zweimal zum Lesen in den Händen hielt. Da würde ich in Zukunft eindeutig eher zu den deutlich günstigeren Ebooks greifen!

"Perfectly broken" von Sarah Stankewitz hat alles, was ein großartiger Contemporary braucht: wunderbare Charaktere, eine stimmige Handlung und ganz viel Gefühl. Ich hoffe, da kommt bald noch mehr von der Autorin!

Bewertung vom 18.07.2019
Hexentochter / Clans of London Bd.1
Grauer, Sandra

Hexentochter / Clans of London Bd.1


sehr gut

Caroline plagen Kopfschmerzen, die immer schlimmer werden. Außerdem häufen sich eigenartige Ereignisse in ihrem Umfeld. Als ihr der gutaussehende Ash unterbreitet, dass sie eine Hexe ist, macht alles für Caroline einen Sinn. Das Problem dabei ist, allerdings dass ihre Magie nie aktiviert wurde und das endet für sie tödlich, wenn es nicht bis zu ihrem 18. Geburtstag in wenigen Tagen erfolgt ist.

Außerdem kommen auch noch Familienfehden und große Geheimnisse vor, um die Klischees für einen romantischen Fantasy-Jugendbuchtitel perfekt zu machen. Ich muss leider sagen, dass es mich zu Beginn schon sehr störte, wie sehr die Geschichte nach Schema F erzählt wurde. Davon gibt es einfach schon viel zu viele Bücher auf dem Markt. Warum überlegt man sich nicht einfach mal etwas anderes?
Dabei habe ich noch nicht viele Bücher über Hexen und Magier gelesen. Finde das Thema also durchaus noch unverbraucht, doch wenn ich von naiven Protagonistinnen lese, die von heißen Kerlen über ihre Gabe aufgeklärt werden und schicksalhafte Geheimnisse eine Rolle spielen werden, dann werde ich schnell gelangweilt.

So wollte mich die Handlung auch so schnell noch nicht packen. Ich hatte auch Probleme mit Caroline warm zu werden. Sie meint alles besser zu wissen, aber nicht auf charmante, sondern auf nervige Art. Irgendwie droht ihr ständig die Hand auszurutschen, wenn Ash sie auch nur schief anschaut.
Moralisch hat sie auch keine Probleme damit, dem Typen schöne Augen zu machen, in den ihre beste Freundin verschossen ist und der gleichzeitig auch der beste Freund des Kerls ist, auf den sie eigentlich steht... Was ein Drama! Das ich total unnötig und nervig fand.

Als diese Fronten geklärt waren und wir uns wieder auf die eigentliche Handlung um Carolines Magie konzentrieren konnten, ging es auch mit der Handlung bergauf. Zum Ende hin wurde es sogar noch richtig spannend. Von ein paar kleinen Logikfehlern abgesehen, konnte mich die Handlung doch noch mitreißen.
Die Geschichte endet mit einem fiesen Cliffhanger. Der zweite und letzte Teil erscheint im nächsten Frühjahr. Wegen der nervigen Protagonistin hätte ich eigentlich nicht weitergelesen. Da das Ende allerdings so ausfiel, muss ich doch wissen wie es weitergeht. Das hat die Autorin also doch noch gut hinbekommen. Überhaupt fiel mir ihr flüssiger Schreibstil positiv auf. Vielleicht bekommt auch noch Caroline im nächsten Teil die Kurve. Ich hoffe es zumindest!

"Clans of London. Hexentochter" von Sandra Grauer kommt leider nicht ohne Klischees und nerviger Protagonistin aus. Allerdings war das Ende so spannend, dass es neugierig macht, wie die Geschichte sich noch entfalten wird.