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Hans-Ulrich Grimm
Grimm, Hans-UlrichDr. Hans-Ulrich Grimm ist Journalist und Autor, er lebt in Stuttgart. Seine jahrelangen Recherchen in der Welt der industrialisierten Nahrungsmittel bewegten ihn, sämtliche Erzeugnisse von Nestlé, Knorr & Co aus den Küchenregalen zu verbannen, zugunsten frischer Ware von Märkten und Bauern. Seine Erkenntnis: Genuss und Gesundheit gehören zusammen.Grimms Bücher sind Bestseller. Allein "Die Suppe lügt" ist in einer Gesamtauflage von über 250.000 Exemplaren erschienen und gilt mittlerweile als Klassiker der modernen Nahrungskritik. Zuletzt sind bei Droemer "Echtes Essen. Der Anti-Aging-Kompass" und "Gesundes Essen für unsere Kinder" erschienen. Hans-Ulrich Grimm lebt mit seiner Familie in Stuttgart.
Kundenbewertungen
In dem Buch "Vom Verzehr wird abgeraten - wie uns die Industrie mit Gesundheitsnahrung krank macht" geht es um vermeintlich gesunde Lebensmittel, wie zum Beispiel Herzschutz-Margarine oder Babynahrung mit zugesetzten Vitaminen. Der Autor deckt, anschaulich erzählt, von der Industrie vermarktete Lebensmittelirrtümer a...
In dem Buch "Vom Verzehr wird abgeraten - wie uns die Industrie mit Gesundheitsnahrung krank macht" geht es um vermeintlich gesunde Lebensmittel, wie zum Beispiel Herzschutz-Margarine oder Babynahrung mit zugesetzten Vitaminen. Der Autor deckt, anschaulich erzählt, von der Industrie vermarktete Lebensmittelirrtümer auf, so kann die besagte Margarine dem Herz sogar erheblich schaden und nicht alles was als gesund etikettiert wird ist es auch wirklich. Die Konsumenten von diesem Functional Food können also am Ende Schaden davon tragen. Außerdem wird die Frage "Ist BIO wirklich so gut und gesund?" beantwortet und noch viele weitere solcher Mythen und Trends behandelt.
Mir persönlich hat dieses Buch sehr gefallen, da es wirklich viele verschiedene Dinge über Gesundheitsnahrung aufdeckt. Es ist teilweise sehr erschreckend was die Industrie für fragwürdige Machenschaften betreibt um an Geld zu kommen. Ich empfehle dieses Buch in jedem Fall weiter, da dieses Thema jeden betrifft und ich finde, dass hier wichtige und vielleicht bislang ungesehene Aspekte geliefert werden. Dieses Buch regt zum nachdenken über unser Konsumverhalten an.
Mir persönlich hat dieses Buch sehr gefallen, da es wirklich viele verschiedene Dinge über Gesundheitsnahrung aufdeckt. Es ist teilweise sehr erschreckend was die Industrie für fragwürdige Machenschaften betreibt um an Geld zu kommen. Ich empfehle dieses Buch in jedem Fall weiter, da dieses Thema jeden betrifft und ich finde, dass hier wichtige und vielleicht bislang ungesehene Aspekte geliefert werden. Dieses Buch regt zum nachdenken über unser Konsumverhalten an.
4 von 4 finden diese Rezension hilfreich
17.08.2016
„Aber bitte mit Sahne“
Hans-Ulrich Grimm bezieht sich auf Professor Robert Lustig und seine Forschungen zum Zusammenhang von Übergewicht und Zucker. Dieser bezeichnet Zucker als Gift. Natürlich ist es immer eine Frage der Dosis, ob ein Stoff toxisch wirkt, aber die Unbedenklichkeitsgrenze ist weltweit massiv Ã...
„Aber bitte mit Sahne“
Hans-Ulrich Grimm bezieht sich auf Professor Robert Lustig und seine Forschungen zum Zusammenhang von Übergewicht und Zucker. Dieser bezeichnet Zucker als Gift. Natürlich ist es immer eine Frage der Dosis, ob ein Stoff toxisch wirkt, aber die Unbedenklichkeitsgrenze ist weltweit massiv überschritten. Die Folgen sind eine Vielzahl lebensbedrohender Krankheiten.
Zucker hat Suchtpotenzial, nicht jeder, aber viele Menschen werden süchtig. Es wirkt im Gehirn wie eine Droge, vergleichbar dem Kokain. Das Gehirn vertraut – seit Urzeiten – auf die Ungefährlichkeit des Süßen. Es handelt sich um ein Überlebensprogramm aus grauer Vorzeit, weil Süßes in der Natur im Gegensatz zu Bitterem meist genießbar ist (s.a. „Die Anziehungskraft des Bekömmlichen“ ab S. 40 in „Der Geist fiel nicht vom Himmel“ von Hoimar von Ditfurth). Bei Zucker wird die Essbremse ausgeschaltet.
Warum werden die Gefahren heruntergespielt? Vom Zucker und seinen Folgen profitieren ganze Industriezweige, dazu gehören neben der Nahrungsmittelindustrie Ärzte, Krankenhäuser und Pharmafirmen. Es geht um Milliardensummen und entsprechend hoch sind die Widerstände, an diesem System etwas zu verändern. Der Einzelne soll selbst entscheiden, welche Mengen Zucker er zu sich nimmt. Das klingt seltsam in einer Welt, in der sogar der Biegeradius von Gurken europaweit vorgeschrieben wird.
Die Gewöhnung an Zucker erfolgt bereits im Mutterlaib über die Nabelschnur. „In der modernen Welt der Kinder von heute herrscht der Zucker-Overkill“. (98) Das gilt nicht nur für Lollis, Bonbons, Eis und Schokolade, sondern auch für Baby-Brei, Joghurt und Fruchtgetränke. Die Folgen sind ein frühzeitiger Leistungsabbau, der Denkapparat kommt nicht mehr auf Touren. Die Kosten trägt, trotz Verursacherprinzip, die Allgemeinheit.
Autor Grimm beleuchtet die Geschichte der Zuckerindustrie, die verknüpft ist mit Sklaverei und Kinderarbeit auf Zuckerrohrplantagen. Das ist zwar bitter, aber kein besonderes Merkmal der Zuckerindustrie, sondern gilt gleichermaßen für Bergbau, Textilindustrie, chemische Industrie und andere Wirtschaftsbereiche. (Nicht nur) in der Welt des Zuckers gibt es eindeutige Gewinner und Verlierer.
Auch wenn der Zusammenhang zwischen Zucker und Gesundheit schon in 1970er Jahren von Udo Jürgens in „Aber bitte mit Sahne“ besungen wurde und letztlich von niemandem ernsthaft bestritten wird, stehen Staat und Gesundheitsorganisationen auf Seiten der Industrie, statt die Interessen der Verbraucher zu vertreten. Autor Grimm beschreibt u.a. die Einflussnahme der Zuckerlobby auf die Politik der Weltgesundheitsbehörde.
Die Lösung besteht nicht in Fruktose (Fruchtzucker) als Alternative zu Glukose, wie Autor Grimm in „Im falschen Film“ deutlich macht. Es gibt keinen „besseren“ Zucker. Während kleine (verträgliche) Mengen Fruktose z.B. im Apfel enthalten sind, wird heute ein Vielfaches dieser Mengen in industriell hergestellten Lebensmittel verarbeitet. Die Folgen sind u.a. Diabetes und Übergewicht. Auch durch Stevia, einer paraguayischen süßen Pflanze, zeichnet sich keine Lösung ab, zumal die Süßstoffe chemisch-industriell nachbehandelt werden.
„Der Mensch braucht Zucker, aber kein Mensch braucht jenes weiße Pulver, das in der Natur nicht vorkommt, aber im Laufe der Geschichte mit großem Aufwand in die menschliche Ernährung eingespeist wurde“. (262) Es geht letztlich nicht darum, den Erdbeerkuchen zu verbieten, sondern darum, zu einem gesunden Maß zurück zu finden. Der Autor zeigt Überlegungen auf, die weltweit diskutiert werden, um das Thema „Zucker“ in den Griff zu bekommen.
Es geht um unsere Gesundheit. In diesem Sinne hat Hans-Ulrich Grimm hat wichtiges Buch geschrieben. Er klärt auf über die Gefahren des Zuckers und über die mafiösen Strukturen zur Verharmlosung des Zuckers und zu seiner Verbreitung in industrialisierte Nahrungsmittel. Es handelt sich um ein wichtiges Aufklärungsbuch, das sehr zu empfehlen ist.