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"Jedes alte Wörterbuch ist ein Zwischenreich, in dem unter lauter bis heute lebenden die Geister gestorbener Wörter umherspuken."In diesem Sinne hebt Matthias Heine liebenswerte Kulturgeschichten: Manche sind mit großer Literatur verbunden wie "Feinsliebchen" in den Gedichten Heinrich Heines. Manche sind sentimentale Erinnerungen an den Sprachgebrauch der Eltern und Großeltern wie "Manchesterhose" oder "bohnern". Alle eint, dass der sprachliche Wandel sie langsam, aber sicher in der Vergangenheit zurücklässt. Schauen wir noch einmal auf sie zurück!
Matthias Heine, 1961 geboren, ist seit 2010 Kulturredakteur der 'Welt' in Berlin. Zuletzt erschienen von ihm in Dudenverlag die Titel 'Krass. 500 Jahre deutsche Jugendsprache' (2021), 'Kaputte Wörter? Vom Umgang mit heikler Sprache' (2022), 'Kluge Wörter. Wie wir den Bildungswortschatz nutzen können - und wo seine Tücken liegen' (2024) und 'Verbrannte Wörter. Wo wir noch reden wie Nazis - und wo nicht' (2018, 2025).
Produktdetails
- Duden - Sachbuch
- Verlag: Duden / Duden / Bibliographisches Institut
- Artikelnr. des Verlages: 9035
- Seitenzahl: 280
- Erscheinungstermin: 22. September 2025
- Deutsch
- Abmessung: 208mm x 129mm x 23mm
- Gewicht: 418g
- ISBN-13: 9783411740000
- ISBN-10: 3411740000
- Artikelnr.: 73668551
Herstellerkennzeichnung
Bibliograph. Instit. GmbH
Mecklenburgische Straße 53
14197 Berlin
info@cvk.de
informativ und unterhaltsam- eintauchen in die Vergangenheit der Sprache
Beginnend mit einer Einordnung aus welchen Gründen Wörter verschwinden, folgt im Anschluss eine Aufstellung von 181 Wörtern, die so im allgemeinen Sprachgebrauch selten, oder gar nicht mehr vorkommen.
Die …
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informativ und unterhaltsam- eintauchen in die Vergangenheit der Sprache
Beginnend mit einer Einordnung aus welchen Gründen Wörter verschwinden, folgt im Anschluss eine Aufstellung von 181 Wörtern, die so im allgemeinen Sprachgebrauch selten, oder gar nicht mehr vorkommen.
Die Gestaltung ist, eins Buches aus dem Hause Duden würdig. Übersichtlich, einheitlich und mit entsprechendem Glossar. Doch es ist keinesfalls ein gewöhnliches Wörterbuch. Jedem Wort widmet sich der Autor mit Hingabe. Neben der Erklärung der Bedeutung und einer historischen Einordnung, werden zu jedem Wort auch Anekdoten eingebaut- z.B. Gedichte, in denen es verwendet wird.
Obwohl dies natürlich ein Buch ist, das Wissen vermitteln will und soll, ist es keineswegs trocken zu lesen. Dies liegt an der Art, wie ein Wort präsentiert wird – erzählerisch, mit Einordnung in Alltagssituationen aus der entsprechenden Zeit. Also definitiv ein Buch, das man auch lesen kann und nicht nur zum Nachschlagen nutzt. Ein bisschen ist es, wie in alten Fotoalben blättern.
Etwas vermisst habe ich Quellenangaben, wenn man gerne weiter in ein Thema eintauchen möchte. Ich denke, dies hätte den Informationsgrad vertieft, allerdings wahrscheinlich auch den Umfang gesprengt und es für manche zu trocken erscheinen lassen.
Ich bin gespannt ob es weitre Bände geben wird, da es sicher noch viele vergessene Wörter gibt und werde das Buch definitiv immer wieder auch als Nachschlagewerk nutzen.
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Alte Wörter neu entdeckt -
Verlorene Wörter sind wie ein Zwischenreich. Denn „der sich in rätselhaften Windungen ergehende Fluss des Sprachwandels spült manchmal Ausdrücke einfach fort“. Und manchmal entdecken wir sie wieder – wie hier. So …
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Alte Wörter neu entdeckt -
Verlorene Wörter sind wie ein Zwischenreich. Denn „der sich in rätselhaften Windungen ergehende Fluss des Sprachwandels spült manchmal Ausdrücke einfach fort“. Und manchmal entdecken wir sie wieder – wie hier. So unterhält dieses Buch seine Leser in einer Sammlung aus Kuriositäten, Sprachwissen und Geschichtsbezügen mit Dingen, die sich teilweise sehr gut mit dem vorhandenen Wissen vernetzen, teilweise überraschen und teilweise so absurd klingen, dass man es kaum glauben mag. Dabei ist das Buch zwar alphabetisch strukturiert, doch diese Sammlung ist alles andere als ein Lexikon. Diese Betrachtung verschwundener Wörter liest sich mehr wie ein unterhaltsamer Adventskalender, nur mit weit mehr Türchen. Zu jedem Eintrag hat der Autor eine stimmungsvolle Exkursion formuliert, welche die Bedeutung des Wortes mit unterschiedlichsten Fakten und Geschichten verbindet. So wie bei dem Begriff „Goldfinger“. Viele denken hier ohne Zweifel an den James-Bond-Film aus dem Jahr 1964. Doch vom 12. bis zum 19. Jahrhundert war dies die Bezeichnung für den Ringfinger. Neben der Erklärung führt der Autor auch literarische Bezüge an, wie hier aus „Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm: „Streck den Finger her, damit wir messen!“, sagte der Alte und fasste ihm nach dem Goldfinger. - Oder wussten Sie, dass im „Micky Maus“-Heft Nr. 42 des Jahres 1962 die jungen Leser eine Lektion in deutscher Dichtersprache bekamen, da die Übersetzerin eine Verehrerin Friedrich Schillers war?
Was ich an diesem Buch als ansprechend empfand, ist, dass der Autor ohne Fußnoten arbeitet. Die Quellenangaben sind gut in den Text eingebettet und eine Auflistung der Literatur ist auf den Seiten 278/279 zu finden. (Alles andere hätte meiner Meinung nach den Lesefluss gestört.) Zudem verweist der Autor in den einzelnen Erklärungen hin und wieder auf andere Einträge, z.B. unter „Pennal“ erfolgt der Verweis für „Griffel“.
Die Bindung des Buches selbst vermittelt einen hochwertigen Eindruck und das Buch liegt sehr gut in der Hand. Das Druckbild ist hervorragend und der Text wird nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch durch abgesetzte Zitate aufgelockert.
Insgesamt hat der Autor ein gutes Gleichgewicht aus Information, Beispielen sowie Erklärungen gefunden. Matthias Heine hat so ein Buch verfasst, welches sich nicht nur für alle Germanisten und Sprachliebhaber eignet, sondern auch für Interessierte. Ein wirklich gekonnter Sprachausflug in die Welt der verschwundenen Wörter in optimaler Duden-Qualität.
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